Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

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Don Lucio
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Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Don Lucio » 06.05.2020, 00:30

Seit einiger Zeit geistert diese neue "revolutionäre" LAG Tramontane THV10DCE mit dem HyVibe-System durch die Medien.
Die Gitarre soll aufgrund dieser "weltweit einmaligen" Technologie in der Lage sein, einschlägige Effekte wie Tremolo, Reverb, Echo etc. nicht nur ohne Zusatz-Geräte zu erzeugen, sondern auch direkt über den Klangkörper der Gitarre in akustische Signale umzusetzen. Eine mitgelieferte Handy-App dient zum Konfigurieren der Effekte. Ach ja, und ein Looper soll auch mit an Bord sein, und alles kabellos via Bluetooth!

Und eine Super-Gitarre mit hervorragenden Klangeigenschaften soll die LAG auch noch sein, wenn man die elektronischen Features abschaltet (was bei einem Preis von ab 999€ auch zu erwarten sein sollte).

Mich würde interessieren, ob jemand hier im Forum schon eigene Erfahrungen mit dieser Gitarre gemacht hat. Alle auf Youtube zu findenden Videos sind imho hochverdächtig, nur hersteller-gesteuerte Jubel-Demos zu sein.

Reizvoll scheint mir die Idee allemal zu sein, aber tausend Tacken sind schon ein Risiko ....

Vielen Dank,
Don Lucio
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Vollröhre
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Vollröhre » 08.05.2020, 21:13

Bei Thomann gibt es doch eine Rezension von einem, der sie zurück gegeben hat.

Kling trotzdem nach einem interessanten Spielzeug. Man müsste sich das Teil mal in einem Gitarrenladen ansehen und spielen.

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Don Lucio
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Don Lucio » 08.05.2020, 22:32

Vollröhre hat geschrieben:Bei Thomann gibt es doch eine Rezension von einem, der sie zurück gegeben hat.

Ups - das muß sich mit meinem Post (6.5.) überschnitten haben. Die Thoman-Rezension ist vom 5.5., wahrscheinlich mit 1 Tag Verzögerung online gegangen.

Danke für den Hinweis. Und ja, diese Rezension ist sehr hilfreich.
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Vollröhre
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Vollröhre » 09.05.2020, 08:50

Du schreibst, es soll über den Klangkörper der Gitarre realisiert sein. In der Anleitung von LAG wird aber ein Lautsprecher erwähnt. Ausserdem wird beworben, dass die Gitarre als Blutooth Lautsprecher verwendet werden kann. Hmmmm, nach meinem Verständnis wahrscheinlicher ist, dass dort tatsächlich ein Lautsprecher eingebaut ist. Leider schweigt sich LAG darüber aus, wie das alles funktionieren soll. Zumindest habe ich auf die Schnelle nix gefunden.

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Don Lucio
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Don Lucio » 09.05.2020, 12:27

Vollröhre hat geschrieben:Du schreibst, es soll über den Klangkörper der Gitarre realisiert sein. In der Anleitung von LAG wird aber ein Lautsprecher erwähnt.

Ist das so? Woher hast du diese Information?

Eine der besten Darstellung dieses HyVibe-System habe ich auf https://www.youtube.com/watch?v=iHPtPQbEmi8 gefunden. Dort wird explizit gesagt:
"All sound comes from the body of the guitar."
Und im Video selbst (auf 13:05) läßt Marc del Castillo einen Schriftzug laufen: "Sorry! It doesn't have a speaker inside! Sound comes from body of guitar"

In einem anderen Demo-Video https://youtu.be/YvkvaiQAuPA kann man ins Innere schauen und da wird etwas gezeigt, das wie ein kleiner PC-Lautsprecher aussieht, aber man nennt es "Actuator". Zwei kleine Geräte, die dafür sorgen, dass die Decke in Schwingungen versetzt wird. Also ob "Speaker" oder "Actuator" - das ist wohl letztenendes ein rein akademischer Unterschied. Fakt ist: Da sind harte Teile verbaut.

Was mir persönlich aber mehr Sorgen macht, ist das, was in der von dir erwähnten Thomann-Rezension beschrieben wird: Alle Effekt, so toll sie auch sind, kann man immer nur einzeln verwenden, nicht in Kombination. Das scheint wohl am schmerzlichsten bei der Looper-Funktion zu sein. Loopen mit Effekten scheint nicht zu gehen.

Ob das nun gleich die komplette Rücksendung einer 1.000-Euro-Gitarre rechtfertigt, weiß ich nicht.
Die hat ja auch als "normale", reine Gitarre ihre Stärken, was in der Rezension auch so 'rüberkommt. Aber das ist ein anders Thema.

Immerhin, ich bin jetzt etwas schlauer :-)

Danke dafür.
Don Lucio.
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Funplayer99 » 09.05.2020, 15:46

Eine günstigere Alternative (weniger als 300€) ist das Tonewood System, das wohl in seiner Funktionsweise vergleichbar ist mit dem System welches in der LAG eingebaut ist. Es besitzt nur kein Bluetooth.
Hier ein Link zum Musikstore -> Tonewood Amp

Ich hab noch ein Review gefunden:

Gruß
Funplayer
Wenn der letzte Club geschlossen und der letzte Künstler abgetreten ist wirst du erkennen, dass man geile Atmosphäre nicht downloaden kann.

Die 99 in meinem Nick ist nicht mein Geburtsjahr!

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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Don Lucio » 10.05.2020, 00:11

Funplayer99 hat geschrieben:Eine günstigere Alternative (weniger als 300€) ist das Tonewood System, das wohl in seiner Funktionsweise vergleichbar ist mit dem System welches in der LAG eingebaut ist. Es besitzt nur kein Bluetooth.

Ja, scheint mir auch so, sehr ähnlich. Und immerhin anscheinend schon seit 2017 auf dem Markt.

Wenn das Teil etwa 270€ kostet, und die billigste LAG Tramontane 999€, dann stellt sich die Frage: Ob die LAG, ohne das HyVibe-System betrachtet, 729€ wert ist ....

Aber ich muß gestehen, dass mich dieses Tonewood-System schon irgendwie inspiriert. Damit könnte ich meine alte 300€-Klampfe aufpimpen und hätte gegenüber der LAG eine Menge Geld gespart.

Als Fazit bleibt, dass es offenbar technisch möglich ist, das Holzgehäuse einer Gitarre mit entsprechendem Gerät zum schwingen zu bringen.

Danke für den Hinweis auf dieses Produkt!
Don Lucio.
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Vollröhre » 10.05.2020, 07:05

Wenn man für Tonewood ohnehin eine Gitarre mit Tonabnehmer braucht, kann man dann das Signal nicht gleich durch entsprechende Effekte oder einen Modeller jagen? Je nach dem, was schon vorhanden ist, wäre das noch günstiger. Mir persönlich gefällt das Anbauteil an der Gitarre nicht, also nicht vom Sound her, sondern von der Lösung an sich. Auch weil man es offenbar nicht schnell mal rückbauen kann. Aber das ist Geschmackssache.

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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Don Lucio » 10.05.2020, 14:05

Vollröhre hat geschrieben:Wenn man für Tonewood ohnehin eine Gitarre mit Tonabnehmer braucht, kann man dann das Signal nicht gleich durch entsprechende Effekte oder einen Modeller jagen?

Naja, einen Lautsprecher brauchst du dennoch, und auch wenn die in den Modeller-Amps schon integriert sind, sind es dennoch zumeist recht voluminöse Apparate. Beim Tonewood, wie auch bei der LAG HyVibe kommt man auch ohne separaten Lautsprecher aus, weil der Gitarrenkorpus in Schwingungen versetzt wird, die er ohne die jeweilige Zusatzelektronik gar nicht produzieren könnte (Effekte) und wohl auch nicht in der Lautstärke, die er mit der Zusatzelektronik erzeugen kann.

Wobei für mich ausser Frage steht: Mit einem separaten Modeling-Amp und seinen i.d.R. eingebauten Effekten ist man natürlich insgesamt besser aufgestellt: Man hat mehr Lautstärke und wahrscheinlich auch mehr und ausdrucksstärkere Effekte.

Vollröhre hat geschrieben:Mir persönlich gefällt das Anbauteil an der Gitarre nicht, also nicht vom Sound her, sondern von der Lösung an sich. Auch weil man es offenbar nicht schnell mal rückbauen kann.

Bei der LAG HyVibe kann man es überhaupt nicht "zurückbauen", aber man kann es wohl abschalten. Dennoch schleppt man die Elektronik und die beiden Actuator ständig mit sich herum. Soweit ich das aus den Demos verstanden habe.

Bei der Tonewood-Lösung ist das wohl anders: Da es sich um ein separates Zusatzteil handelt, also eben nicht - wie bei der LAG - fest verbaut ist, wird man es wohl leicht wieder abnehmen können. Das jedenfalls habe ich aus den Rezensionen bei Music-Store entnommen

Ich könnte mir das für mich vorstellen, eben um eine ansonsten Nullachtfuffzehn-Klampfe damit aufzupimpen. Bei der LAG ist der Preis natürlich schon eine beträchtliche Hürde. 999€ oder 1249€ oder sogar 1498€ für das Spitzenmodell aus Bearclaw-Fichtendecke ... Aber immer noch billiger als z.B. eine Taylor 214CE-K, und die hat gar keine (vergleichbare) Elektronik.

Bin noch am überlegen ...

Gruß,
Don Lucio.
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Re: Suche objektiven Rat zur "Smart Guitar" von Lag

Erstellt: von Frank-vt » 10.05.2020, 22:37

Für mich stellt sich erstmal die Frage, was man damit vorhat, für welchen Zweck so was benötigt wird.
Nehme an eineg regelmäßigen Session teil, wo jeman an seine Breedlove mit kleinerem Korpus (GC?) so einen Tonewood dran hat. Habe jetzt keine Ahnung, wie das eingestellt ist, aber ausser einem vlt etwas längerem Sustain ist mir da bislang nichts aufgefallen. Vlt ist sie auch etwas lauter als ohne - k.A.
Grundsätzlich bin ich immer der Ansicht, das, wenn jemand mit Efekten rumspielen will, er sich doch besser eine E-Gitarre kaufen sollte, besonders, wenn der Klang nachher nichts mehr mit dem eigentlichen der Gitarre zu tun hat.
Habe selbst auch mal rumprobiert (ü A-Amp und Mischpult), das war mal ganz nett, aber in Verbindung mit Gesang hat sich das für mich/uns als wenig erfolgreich/sinnhaft herausgestellt.
So was macht ev Sinn, wenn man reiner Instrumentalist ist und hier und da etwas aufpeppen möchte. Da kommen wir wieder zur Eingangsfrage.
Zur dieser LAG speziell kann ich nichts sagen. Die ich bislang in der Hand hatte, waren ordentlich (so wie vlt. Cort, Tanglewood u.ä.), aber ein bischen ...hm... nichtsagend?, langweilig? Da ich die Kopfplatte als gruslig empfinde, habe ich mich allerdings nicht intensiver mit der Marke beschäftigt. Persönlich würde ich das nicht für die ausgeben.
Die von mir vorgebrachten Kritiken und Meinungen spiegeln ausschließlich meine eigenen, subjektiven Wahrnehmungen wieder. Wem diese nicht gefallen, darf sie gerne überlesen

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