Fortgeschrittener Anfänger braucht Rat

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Dudek
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Fortgeschrittener Anfänger braucht Rat

Erstellt: von Dudek » 09.04.2015, 23:39

Hallo zusammen,

ich spiele nun seit einigen Jahren Gitarre - zumeist auf einer Westerngitarre - und mein Repetoire beschränkt sich mehr oder weniger auf ein Pool an Grundakkorden zur Liedbegleitung (inkl. verschiedener Anschlag- und Zupftechniken). Mithilfe von Tabs habe ich ein paar Soli und Lieder wie dieses hier gelernt https://www.youtube.com/watch?v=RUZcHZEficE
Mein Ziel ist es auf der Gitarre improvisieren zu können. Es wäre traumhaft, wenn ich einfach ein paar Akkorde aneinader reihen könnte und zwischendurch Soli einstreuen könnte, wie hier ab 3:00 https://www.youtube.com/watch?v=DAhwZfyWxnM
Auf lange Sicht würde ich gerne auch Blues Improvisation lernen:
https://www.youtube.com/watch?v=cGupYVSzKiI
Und wenn möglich, würde ich auch gerne irgendwann Fingerstyle lernen:
https://www.youtube.com/watch?v=bo-0T4X1GZY
Ich weiß, dass sind ambitionierte Ziele, aber ich habe alle Zeit der Welt ;)

Ich lerne gerade ein wenig Musiktheorie. Sehr vereinfacht und auf meine Belange ausgerichtet. D.h. das Notenlesen spare ich mir vorerst, dafür büffel ich fleißig Tonleitern und die Positionen der Töne auf dem Griffbrett. Außerdem habe ich angefangen mit einer Lern-DVD (http://www.justinguitar.com/en/PR-005-M ... rScale.php) die DUR-Tonleiter auf der Gitarre und das Improvisieren mit dieser zu lernen.

Bin ich auf dem richtigen Weg, um meine Ziele zu erreichen? Welche Tipps könnt ihr mir noch geben?

Vielen Dank!
Dudek

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 10.04.2015, 09:02

Salut Dudek

Um mich ganz kurz zu halten mit dem Tipp: Du bist auf dem richtigen Weg, kannst dir es aber noch ein wenig erleichtern.

Die Dur-Tonleitern zu üben sind schon ein guter Anfang. Das nützt in jedem Fall, bringt dir Orientierung auf dem Griffbrett. Aber: Zum improvisieren, insbesondere zu beginn, (noch) nicht so ideal.
Beginne lieber mit Pentatoniken => Dur und Moll-Pentatonik. Mit denen kannst du recht einfach über Standard-Songs etwas solieren. Mir fehlt grad die Zeit, etwas detailliertere Antworten und Links zu senden, aber du wirst hier zum Thema Pentatonik sicher schnell fündig werden. :D

Der Vorteil der Pentatonik gegenüber der Durtonleitern: "böse" Töne, welche je nachdem unpassend klingen, wurden bereits entfernt. So ist es (fast) unmöglich, einen "falschen" Ton ins Solo zu packen.
Erster Tipp: Nimm irgendeinen Blues (zB auf A) und spiele die A-Moll-Pentatonik darüber. (yep, beim Blues spielt man tatsächlich Moll über Dur :D ) damit solltest du ziemlich schnell erste positive Soli-Erfahrung kriegen.

Aber es gibt sicherlich noch weitere hilfreiche Tipps hier :D

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 10.04.2015, 14:18

Noch ein paar Link-Tipps:

Was Musiklehre angeht, haben wir schon einiges an Material zusammengetragen:
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 25817.html

Das kann dir schon mal einen roten Faden geben.

Daneben haben wir hier eine Menge Tutorials, die einzelne Themen recht ausführlich behandeln, und wo man einen guten Überblick bekommen kann.
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 11250.html

Was Fingerstyle angeht, haben wir eine gute Sammlung bei Spieltechniken.
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... c1261.html

Du findest diese Links auch immer als oberste bei den entsprechenden Unterforen.

Ebenfalls empfielt es sich, ein wenig in unserem Bücherboard nach einzelnen Themen zu suchen.

Gruß Mjchael

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 11.04.2015, 09:13

hi Dudek,

Phuehue hat ja schon einen guten Rat gegeben, Pentatonik.

lerne die 5 Fingersätze der Pentatonik in der richtigen Reihenfolge. Also so, das du die aneinanderreihen kannst. Die kannst du dann später auch variieren ( aber später). Und du kannst die für alle Tonarten, und für moll sowie dur benutzen ( und noch für mehr ;) )

"Fehler" sind dazu da um gemacht zu werden! Es schadet nichts wenn du paralell auch die Fingersätze der Ionischen/ Äolischen ( Dur/ Moll) lernst. Hören sich Töne beim Improvisieren schräg an? Na und! Dann hörst du es aber, du hörst es aber nicht wenn du die nicht spielst.

Auch die Fingersätze der "Dur" (ionischen) kannst du für ALLE tonarten benutzen, und auch für die Modis. Die werden dann lediglich, für diesen Zweck, umbenannt. Beim genauen hinsehen, und beschäftigen damit, erkennts du dann vllt.früher oder später, das deine Finger immer das gleiche machen. Es ist wirklich nicht viel !!

Also es ist nicht Viel, abgesehen von der Fingerwertigkeit die man braucht, um vernünftig zu spielen.

Später wirst du auch, aus alle dem, deine Akkorde erstellen können.

Tu Dir selbst ein gefallen, und lass dich nicht von so vielen Theoriegerede verwirren. Das sieht immer so viel aus, ist es in der Praxis aber nicht. Es gibt halt Menschen die sehr kompliziert denken ( ist aber gewiss nicht böse gemeint, und natürlich auch nur aus meiner Sicht gesehen)

Die Jeweiligen Fingersätze (in der richtigen reihenfolge, aneinandergereiht) findest du an mass im Netz. Oder in dafür vorgesehenden Büchern.

Viel Spass und Erfolg beim Improvisieren lernen. Und Ja, man kann gleich zu Anfang mit dem improvisieren anfangen (vorrausgesetzt ein wenig Fingerwertigkeit besteht schon). Wenn es das ist, was du können möchtest, dann lern es, ohne Umwege. Alles andere kommt, so nach und nach. Ich denke, du bist schon auf den richtigen Weg.

Dietmar
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Erstellt: von Dietmar » 12.04.2015, 00:20

Ich bin auf einem ähnlichen Weg wie du, das passt schon. Nachdem ich die C-DUR-Tonleiter und A-MOLL Pentatonik in allen fünf Lagen gelernt habe, kann ich mittlerweile auch schon die Lagen ganz gut wechseln, also mich horizontal auf dem Griffbrett bewegen. Oder auch zwischen DUR-Tonleiter und Pentatonik umschalten. Ich fand es hilfreich die Läufe mit dem Metronom zu üben und dabei die Geschwindigkeit langsam zu steigern. Und beim Improvisieren helfen natürlich Jam-Tracks. Dazu gibt es einige hilfreiche Apps wie z.B Chordbot Lite oder auch Music Maker Jam.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 12.04.2015, 17:42

Man muss halt wissen was man möchte. Einige möchten gern Singen und sich selber begleiten. Wieder andere möchten die Gitarre als Melodie/ und Solo Instrument spielen.

Wenn man am lagerfeuer singen möchte, dazu dann Gitarre spielen, dann mag der Anfang mit Akkorden, bevorzugt vllt. offene Akkorde, gut sein und passen.
Sie fangen dann halt mit den offenen Akkorden an.

Andere fangen mit Tonleitern und Skalen an.

Wenn man Improvisieren lernen möchte, Solo, Melodispiel, dann sind die Akkorde und irgentwelche Schalgmuster eher belanglos (oder werden nur am rande gespielt, als satzzeichen zB) und langweilig. ;) Auch dann, wenn 10 000 lehrer der Meinung sind, man müsste sowas zuerst lernen. Auch lehrer sind nur Menschen, und geben nur das weiter was sie selber können. ;)

Ich kann Einiges gut nachvollziehen, denn es war nie, zu keiner Zeit, mein Interesse Lieder zu singen und mit der Gitarre zu begleiten. Wie gesagt, man muss wissen, was man selber möchte, und sich nicht reinreden lassen. Und genau DAS dann auch lernen.

Später, hält man vllt. auch nach Anderem Ausschau ( später, vllt.)

Edit: Aus Tonleitern baut man Akkorde auf. Nicht Tonleitern aus Akkorden. Weshalb ich einen Anfang mit Tonleitern und Skalen nicht schlecht finde.
Und wenn es ums Improvisieren geht, dann sind Tonleitern und Skalen lernen eh angesagt (Wobei ich "Skalen" über das ganze Griffbrett meine, immer bestehend aus meheren Fingersätzen/ Pattern. Wollts nur erwähnt haben.)
Zuletzt geändert von everyBlues am 12.04.2015, 18:55, insgesamt 3-mal geändert.

Torfi
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Erstellt: von Torfi » 12.04.2015, 18:15

Wohnst du in der Gegend von München oder kannst dort mal unterkommen?
Dann könnte ich dir gezielter raten.

Dudek
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Erstellt: von Dudek » 12.04.2015, 23:39

Hallo liebe Leute,
recht herzlichen Dank für die hilfreichen Tipps!
@Torfi
ich komme aus dem Norden der Republik. Aber vielen Dank für das Angebot!
Viele Grüße
Dudek

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