Später Einstieg vs. Früher Einstieg?

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startom
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Erstellt: von startom » 10.02.2015, 10:33

Gitarre Lernen: Jungs vs. Alt!
Ich stelle mal aus meiner Sicht die beiden Kontrahenten in einem Battle gegeneinander auf.

Körperliche Voraussetzungen
Da liegt der Vorteil klar bei den Jungen. Beweglichkeit, Tempo, körperliche Fitness.
Ich glaub, da muss ich nicht länger drauf eingehen. Ich habe mit bald 43 Jahren keine Chance mehr in irgendeinem physischen Wettkampf gegen mein 16-jähriges alter Ego.
Jung 1 – Alt 0

Zielsetzung und Motivation
Wer als Erwachsener beginnt, der hat klare Vorstellungen. Als Kind wechseln die Interessen periodisch….ist auch logisch. Wer heranwächst, der wächst. Nicht nur körperlich.
Auch punkto Selbstreflexion hat der Erwachsene aufgrund seiner Lebenserfahrung Vorteile.
Jung 1 – Alt 1

Disziplin beim Ueben
Das Verständnis, seine Stärken zu betonen und an seinen Schwächen zu arbeiten? Die Erkenntnis, für sich selber zu üben und nicht für Eltern / Lehrer?
Für mich ist die Beweisführung schon jetzt abgeschlossen.
Jung 1 – Alt 2

Zur Verfügung stehende Freizeit
Auch wenn die Schüler heutzutage immer mehr gefordert werden, so entscheiden sie diese Disziplin klar zu ihren Gunsten. Ich bin täglich von 05:30 bis 17:30 beruflich eingebunden, zu Hause warten in der Regel noch weitere Verpflichtungen / Bürokram. Mein 12-jähriger Sohn hat hier natürlich mehr Zeit zu seiner Verfügung, was völlig richtig ist.
Jung 2 – Alt 2

Methodik
Was muss ich unternehmen, um besser zu werden? Wie übe ich persönlich am effizientesten? Klare Sache.
Jung 2 – Alt 3

Durchhaltewillen
Hier beobachte ich ein interessantes Phänomen, aus meiner Sicht als Gitarrenlehrer. Der Erwachsene hat zwar ein deutlicheres Ziel vor Augen und ist fokussierter. Sobald das Kind jedoch erkennt hat, dass es für sich selber übt und das Instrument auch weiter spielen will, misst es sich an den Besten der Welt. Das passiert so ca. im Alter von 11 – 14 Jahren. Ein Kind hat Träume und will ein zweiter Jimi Hendrix werden. Ein Erwachsener weiss (leider), dass die Chance, zweimal im Lotto zu gewinnen, ungleich grösser ist.
Jung 3 – Alt 3


Mein Fazit! Unentschieden.
Die Vorteile / Nachteile der Jungen und der Alten halten sich beim Erlernen der Gitarre die Waage. Die Jungen haben physisch und zeitlich bessere Ressourcen, die Alten punkten mit ihrer Lebenserfahrung und der Herangehensweise an die Herausforderung des Gitarre spielen Lernens.
Tom

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 10.02.2015, 11:26

Du sprichst den Punkt "Körperliche Voraussetzungen" an.
Wie viel körperliche Fitness ist denn überhaupt nötig um Gitarre zu spielen?
Ich rede nicht von dem Herumgehopse auf der Bühne ;)
Du glaubst, dass es dem älteren Menschen schwerer fällt die Gitarre zu halten? Fällt mir trotz meines Alters mit ü. 100 kg Kampfgewicht überhaupt nicht schwer. Ich stemme heut Gewichte, davon hab ich damals als Spargeltarzan mit unter 70 kg nur geträumt :D
Du denkst meine Finger sind langsamer? Auf keinen Fall, hab keine Gicht und ist nur ne Frage der Übung.

Mein Gehirn arbeitet langsamer? Auch klares Veto, bin heute geistig fitter, als ich es als Jugendlicher je war.
(Beispiel: Hab mit ca. 40 Jahren noch ne Umschulung gemacht und mit IHK Auszeichnung abgeschlossen (nur Einsen), während ein Großteil der Jugendlichen, welche statt 2 (ich) sogar 3 Jahre ausgebildet wurden, zum Großteil durch die Prüfung gefallen sind, bzw. deutlich schlechtere Ergebnisse hatten und es fiel mir deutlich leichter als früher).
Laut Tests ist mein IQ im Laufe der Jahre gestiegen, auch wenn ich diesen Tests nicht wirklich vertraue.

Also was genau meinst du mit "Körperliche Voraussetzungen"? :D
Logisch setzt eventuell mit 60 oder 70+ irgendwann die Demenz ein, würde ich aber auch keinesfalls verallgemeinern und ist sehr individuell.
Ich glaube nicht, dass man zb. schnell rennen können muss usw. und da
wirklich als "älterer Mensch" in Bezug aufs Gitarre spielen Nachteile hat.
Kumpel 60+ läuft noch erfolgreich bei Mehrkampfwettbewerben mit, da geht bestimmt vielen Jugendlichen bereits nach einer Disziplin die Puste aus :D

Man müsste da differenzieren und fragen, ab wann es denn körperlich und/oder geistig denn tatsächlich bergab geht.
Ich denke, dass man diese Voraussetzungen (das Alter) bei relativ gesunden Menschen vernachlässigen darf. Wird lediglich gern von älteren Menschen als Ausrede missbraucht.
Zuletzt geändert von musicdevil am 10.02.2015, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 10.02.2015, 11:53

Genau genommen geht es eigentlich um "Musikalität", bzw. "Talent".
Es gibt viele Indizien dafür, dass Musikalität angeboren, bzw. vererbt ist. Diese kann im Kindesalter durch musikalische Früherziehung gefördert werden, aber wo nix ist...
Unmusikalische Menschen gibt es in jeder Altersgruppe.
Man kann das durch starres lernen (zb. spielen nach Tabs/Noten) halbwegs kompensieren, aber Musik ist mehr als ein simpler technischer Ablauf.
Liegt nicht am Gitarrenlehrer, wenn bei jemandem Hopfen und Malz verloren ist und das gibts nun mal. Diese Leute haben dann andere Stärken, oder auch nicht.
Ich spiele mehrere Instrumente usw. und mein Bruder (völlig unmusikalisch) ist der bessere Handwerker, trotz gleicher Erziehung usw.

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Erstellt: von everyBlues » 10.02.2015, 12:00

startom hat geschrieben:Körperliche Voraussetzungen
Da liegt der Vorteil klar bei den Jungen. Beweglichkeit, Tempo, körperliche Fitness.
Ich glaub, da muss ich nicht länger drauf eingehen. Ich habe mit bald 43 Jahren keine Chance mehr in irgendeinem physischen Wettkampf gegen mein 16-jähriges alter Ego.
Jung 1 – Alt 0


Untrainierter Junger vs trainieter Alter = kann, 0:1 für alt.
Trainierter Junger vs untrainierter Alter= kann, 1:0 für jung
Trainierter Junger vs trainieter Alter = kommt ganz drauf an ;)

Ich kann mich noch aus meiner Schulzeit an Sportlehrer erinnern, die uns Schüler weggehauen hätten. Es gibt auch 50 - 60 jährige die geistig und körperlich so fit sind, das sie locker junge Menschen in die Tasche stecken.

Auch wenn man Neues lernt, kommt es doch sehr auf die momentane Verfassung an. Auf die geistige und körperliche Verfassung.

Also ihr "alten Säcke" kommt vom Sofa hoch :lol:.

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 10.02.2015, 12:02

Hm, insbesondere die viel zitierten körperlichen Voraussetzungen, die bei der Jugend unbestritten besser sind, erachte ich jetzt beim Gitarre spielen auch nicht als so relevant. Spätestens wer mal den dicken Sack B.B.King mit seinen Ü-80 auf der Bühne gesehen hat, weiss, was ich meine. Das Kerlchen ist so alt und dick, dass er die Konzerte nur sitzend schafft, die Gitarre seitlich seines Körpers.

Aber nichtsdestotrotz bin ich auch der Meinung, dass der Vorsprung, den man sich in der Jugend geholt hat, nicht aufholbar ist, SOFERN man dranbleibt.

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Erstellt: von everyBlues » 10.02.2015, 12:06

musicdevil hat geschrieben:Genau genommen geht es eigentlich um "Musikalität", bzw. "Talent".
Es gibt viele Indizien dafür, dass Musikalität angeboren, bzw. vererbt ist. Diese kann im Kindesalter durch musikalische Früherziehung gefördert werden, aber wo nix ist...
.


Der Meinung bin ich auch. Jeder kann ein Instrument lernen, kann Tabs und Noten lernen, kann die Theorie lernen. Aber es gibt da etwas, was man eben nicht lernen kann, und dieses Etwas geht weit über das zuvor gelernte hinaus..........
Vllt. ist es das was man allgemein "Talent" nennt? weiß nicht.

Der eine hat halt mehr davon, wieder ein anderer halt weniger. Bei manch einen fehlt es wohl gänzlich.

Edit: Was das Körperliche angeht, jung vs alt, da sollte man mal grenzübergreifend schauen, und staunen. Unsere westliche Gesellschaft ist nicht gerade das Maß aller Dinge.
Wenn ein geistig und körperlich fiter Alter mit etwas Neuem anfängt, hat er uU. bessere vorausetzungen, als ein Jüngerer.

Wobei ich jetzt beim Gitarre spielen auch nicht unbedingt eine körperliche Fitness als notwendig betrachte.
Zuletzt geändert von everyBlues am 10.02.2015, 12:20, insgesamt 3-mal geändert.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 10.02.2015, 12:06

Phuehue hat geschrieben:Aber nichtsdestotrotz bin ich auch der Meinung, dass der Vorsprung, den man sich in der Jugend geholt hat, nicht aufholbar ist, SOFERN man dranbleibt.


Das auf jeden Fall, da der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle einnehmen kann. Bin mir ziemlich sicher, dass wenn ich früher angefangen hätte, heute besser wäre, allerdings weder aus körperlichen, noch geistigen Gründen.

@everyBlues, jo, das ist so ähnlich wie mit der angeborenen Intelligenz. bzw. den Voraussetzungen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre und kann aus mir nie ein Einstein werden. Da fehlen mir wohl paar Synapsen im Gehirn oder wie auch immer. Egal wie sehr ich mich auch angestrengt hätte, wir sind nicht alle von Geburt an gleich intelligent.
Da gibts gewisse Grenzen, die man einfach nicht überwinden kann, trotz hervorragender Ausbildung usw. Intelligenz ist zu einem gewissen Teil genetisch bedingt.
Und so ähnlich ist es auch mit der Musikalität, dem Talent.
Man kann vieles lernen usw., aber das gewisse Etwas ist bereits genetisch in uns drin. Davon bin ich auch fest überzeugt.

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Erstellt: von everyBlues » 10.02.2015, 12:30

musicdivel,
ich weiß nicht ob man sich da so sicher sein kann. Ich stelle mir aber auch die Frage erst gar nicht, "was wäre wenn ich früher angefangen hätte..?".

Manch welche treten, scheinbar, jahrelang auf ein und derselben Stelle. Andere entwickeln sich ständig weiter.
Ich denke es gibt sehr gute junge Gitarristen die "alte hasen" unter den Tisch spielen. Das hat aber nichts mit dem Jünger sein zu tun.

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Erstellt: von everyBlues » 10.02.2015, 12:42

musicdevil hat geschrieben:Und so ähnlich ist es auch mit der Musikalität, dem Talent.
Man kann vieles lernen usw., aber das gewisse Etwas ist bereits genetisch in uns drin. Davon bin ich auch fest überzeugt.


Juup, ich auch.

Edit.: da fällt mir ein, mir hat man damals auch erzählt, das ich eigentlich ja schon zu alt sei, denn die wirklich guten Gitarristen hätten ja alle schon mit 5- 6 jahren angefangen.

Heute frage ich mich, wie man ein Kind von 11 jahren so ein Mist erzählen kann.

( soll nicht heißen das ich sonderlich gut bin. Bin ich nicht ( aus meiner Sicht zumindest nicht). Ich bin kein Überflieger. Wäre ich aber vermutlich auch nicht geworden, auch nicht wenn ich schon mit 5 oder 6 angefangen hätte. Daher....egal.)
Zuletzt geändert von everyBlues am 10.02.2015, 13:03, insgesamt 1-mal geändert.

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startom
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Erstellt: von startom » 10.02.2015, 13:03

musicdevil hat geschrieben:Und so ähnlich ist es auch mit der Musikalität, dem Talent.
Man kann vieles lernen usw., aber das gewisse Etwas ist bereits genetisch in uns drin. Davon bin ich auch fest überzeugt.

Da widerspreche ich eigentlich nicht. Denke aber, dass es beim Thema Musikalität oder dem "Talent" nur noch darum geht, ob sich jemand aus einer sehr guten Masse nochmals herausheben kann.

Mit Disziplin, Ehrgeiz und Willen gibt es eigentlich keine Gründe dagegen, dass jemand so gut Gitarre spielen lernen kann, um dies auch zumindest teilberuflich (z.b. als Studiomusiker) ausführen zu können. Je nach Talent/Musikalität dauert der Weg halt einfach etwas länger.

Zu der Anekdote von everyblues mit dem Quatschzitat "Alle guten Gitarristen haben im Alter von 5 bis 6 Jahren damit angefangen": Gemäss der Bio von Jimi Hendrix (auch auf Wikipedia zu finden) hat er im Alter von 15 Jahren eine Gitarre von seinem Vater erhalten. Da ich Jimi nicht mehr persönlich danach befragen konnte, ist diese Angabe natürlich ohne Gewähr.
Tom

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 10.02.2015, 13:17

Dann hat Hendrix gerade mal 13 Jahre gebraucht um dort hin zu kommen, wo er war.
1943 geboren, 1970 gestorben, mit 15 angefangen...= 13 Jahre.
Das heißt, dass jemand der mit 40 anfängt spätestens mit 53 Jahren so gut wie Hendrix wäre? :D
Ist natürlich Quatsch...aber gutes Beispiel um zu zeigen, dass solche Rechnungen nie aufgehen werden.

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MarkusG
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Erstellt: von MarkusG » 10.02.2015, 13:19

:D ;) =(=))=

startom hat geschrieben:1.) Jimi Hendrix
Da passen mir weder die Songs, noch die Stimme, noch der Gitarrensound.

.....
-> ist vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, aus einem ganz anderen Thread... ich MUSSTE aber grade da dran denken ;)

Talent... Ich denke mal, dass viele (insbes. jüngere) Menschen sich in etwas reinvertiefen gerade WEIL sie ein Talent dafür haben. Zumindest wenn es aus eigenem Antrieb geschieht.

Was der startom mit körperlichen Voraussetzungen sicher nicht gemeint hat, ist die Fähigkeit 100m unter 12s zu rennen. Eher Einfluss hat ja wohl sowas wie Fingerfertigkeit etc.
Hierbei glaube ich zu wissen, dass junge Menschen anders lernen als ältere, auf einer emotionaleren Schiene. Das antrainieren von automatisierten Bewegungen geht da dann einfacher. Dabei geht es auch nicht darum, ob ich körperlich in der Lage bin, eine Gitarre zu halten oder die Saiten zu drücken, sondern darum die Bewegungen zu lernen, die erforderlich sind, um zu spielen.

Egal wie, nicht jeder, der in jungen Jahren anfängt ein Instrument zu lernen wird deswegen automatisch Weltklassemusiker. Das ist auch bei dieser Bevölkerungsgruppe die absolute Ausnahme. Aber keiner der erst (wie ich) mit ü40 anfängt erreicht das. Gegenbeispiele?
Anmerkung: Dieser Text enthält keinen der Begriffe Bombe, Ossama, Geldwäsche oder Drogenhandel. Sollte ausnahmsweise das Wort Anschlag verwendet werden, so bezieht sich dies ausschliesslich auf die Erzeugung von Tönen mit musikalischen Instrumenten.

Gruss Markus

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startom
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Erstellt: von startom » 10.02.2015, 13:25

Ha, gut gesehen, Markus.
Stimmt, ich mag Jimis Musik und seine Spielweise nicht, schätze ihn aber natürlich als Guitar Hero. Als gutes Beispiel in diesem Thread passt er natürlich.

Genau, mit den körperlichen Fähigkeiten meine ich nicht Kraft, sondern eher die Beweglichkeit aller Gelenke. Fakt ist nun mal, dass wir rein körperlich ab ca. 18 bis 20 Jahren degenerieren. Es lagert sich überall in den Gelenken und Adern "Unkraut" ab und wir haben je länger je mehr Mühe, um unser erarbeitetes Level zu halten.

Toll. Das ist einer derjenigen typischen Threads, die eigentlich Konfliktpotenzial en masse bieten....und trotzdem wir bereits auf Seite 3 sind, geht es absolut sachlich, fair und fundiert zur Sache.
Bravo an euch alle!
Tom

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Erstellt: von musicdevil » 10.02.2015, 13:27

Übrigens wird hier meine Theorie von einem Psychologen, der das im Selbstexperiment ausprobiert hat, bestätigt.
Sehr interessanter Artikel, wie ich finde:
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/01/Interview-Marcus

startom hat geschrieben:Genau, mit den körperlichen Fähigkeiten meine ich nicht Kraft, sondern eher die Beweglichkeit aller Gelenke. Fakt ist nun mal, dass wir rein körperlich ab ca. 18 bis 20 Jahren degenerieren. Es lagert sich überall in den Gelenken und Adern "Unkraut" ab und wir haben je länger je mehr Mühe, um unser erarbeitetes Level zu halten.

startom, ich halte da noch dagegen, dass Gitarre spielen viel mehr als zb. Geschwindigkeit bedeutet und die Gelenkigkeit bei einem Älteren noch nicht zwingend eingeschränkt sein muss, um zb. nen cooles Solo zu spielen usw.
Außerdem müsste es dann wohl nur noch ganz junge Chirurgen usw. geben, wenn Ältere da so extrem abbauen sollen.
Gibt bestimmt viele Berufe, wo Fingerfertigkeit eine große Rolle spielt und die noch von Älteren ausgeübt werden.

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MarkusG
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Erstellt: von MarkusG » 10.02.2015, 13:47

Wirklich ein sehr interessanter Artikel @musicdevil, und genau zum Thema passend, als wäre er eignes dafür recherchiert worden. Danke!

Bei den körperlichen Unzulänglichkeiten im Alter fällt mir an mir auf, dass ich früher doch etwas beweglicher war. Nun bin ich immer noch weit davon entfernt stocksteif zu sein, aber insbesondere die Fingerbeweglichkeit ist schon geringer geworden. Das wird wohl schon einen Einfluss auf's Gitarrenspiel haben.
Daher werde ich mich nun verstärkt dem Delta-Blues widmen, denn das ist was für alte Männer ;)
Vielleicht geht auch noch was auf der Klassikgitarre, aber Flamenco und Speedmetal sind wohl nicht mehr drin )()(

Edit: Tipfehler beseitigt, die von meiner eingeschränkten Fingerfertigkeit zeugten ;)
Anmerkung: Dieser Text enthält keinen der Begriffe Bombe, Ossama, Geldwäsche oder Drogenhandel. Sollte ausnahmsweise das Wort Anschlag verwendet werden, so bezieht sich dies ausschliesslich auf die Erzeugung von Tönen mit musikalischen Instrumenten.



Gruss Markus

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 10.02.2015, 14:04

musicdevil hat geschrieben:Außerdem müsste es dann wohl nur noch ganz junge Chirurgen usw. geben, wenn Ältere da so extrem abbauen sollen.


Ich glaube es geht weniger ums abbauen sondern eher um die Geschwindigkeit des Aufbauens von Fähigkeiten.

Interessanter Artikel zu der Thematik, welcher auch nochmal das Thema Talent aufgreift.
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/01/ ... en/seite-3

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Stinger
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Erstellt: von Stinger » 10.02.2015, 14:30

MarkusG hat geschrieben:Bei den körperlichen Unzulänglichkeiten im Alter fällt mir an mir auf, dass ich früher doch etwas beweglicher war. Nun bin ich immer noch weit davon entfernt stocksteif zu sein, aber insbesondere die Fingerbeweglichkeit ist schon geringer geworden. Das wird wohl schon einen Einfluss auf's Gitarrenspiel haben.


Dann ist doch immer noch Zeit auf Bass umzusteigen.
Mostly Harmless

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Erstellt: von MarkusG » 10.02.2015, 14:32

Dann aber nur short scale, sonst sind die Bundabstände wieder zu weit :D
Anmerkung: Dieser Text enthält keinen der Begriffe Bombe, Ossama, Geldwäsche oder Drogenhandel. Sollte ausnahmsweise das Wort Anschlag verwendet werden, so bezieht sich dies ausschliesslich auf die Erzeugung von Tönen mit musikalischen Instrumenten.



Gruss Markus

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Erstellt: von Stinger » 10.02.2015, 15:54

Ich tendiere eher zu fretless.
Mostly Harmless

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Erstellt: von RollapS » 10.02.2015, 20:34

Hallo,

nachdem ich hier fast alles gelesen habe, muss ich auch noch meinen Senf dazu geben:

Bei all dem, was hier richtig geschrieben wurde, sollte man eins nicht vergessen:

1) Musik machen soll Spaß machen, egal auf welchem Level man ist bzw. welchen man anstrebt. Ich
habe mein Leben lang (zig Jahre) Musik gemacht, mal mehr mal weniger, je nach Zeit und Lust.

2) Das Alter, also wann man anfängt, ist doch ziemlich egal. Wenn ein "alter Knabe" anfängt Gitarre zu
lernen, wird es ihm schlauerweise klar sein, dass er kein Topmusiker mehr werden kann. Vielleicht
reicht es ihm, ein paar Akkorde schrammeln zu können und dazu zu singen, egal wie gut. Er wird
vermutlich happy ein, dass er so was noch geschafft hat.
In dem Zusammenhang fällt mir eine TV-Sendung (auf Arte ?) ein, wo es darum geht, welche Auswirkungen
das Musizieren auf das Wohlbefinden und auch die geistige Verfassung im Alter hat.

3) Im "zarten Alter" von 70 kam mir eine Klarinette aus einem Nachlass in die Finger. (Das hab ich
vermutlich schon mal irgendwo geschrieben.) Ich konnte es mir nicht verkneifen und wollte es
wissen, ob ich auf dem Ding nicht doch spielen lernen könnte. Nach 50 Tagen konnte ich folgende
Nummer spielen. (Hab mit einer Excel-Tabelle Buch geführt !)

https://soundcloud.com/rollaps/stranger-2

Allerdings habe ich wenig später die Klarinette wieder im Koffer verstaut. Wenn man nicht dauernd
spielt und übt, hat man keinen brauchbaren Ansatz.

Also: Lasst euch, die ihr im späteren Alter noch ein Instrument lernen wollt, nicht von dem ganzen
ach so wissenschaftlichen Gequatsche beeinflussen ! Ran an die Saiten, Tasten, Mundstücke usw. !
Von nix kommt nix !

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yyorkk
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Erstellt: von yyorkk » 12.02.2015, 15:55

Das Thema ist eigentlich müßig, es spielen so viele Faktoren zusammen, ich denke mal, dass ein begabter Erwachsener wesentlich weiter kommen kann als ein unbegabter Jugendlicher. Außerdem sind investierte Zeit und Motivation ausschlaggebend.
Vielleicht macht das manchem "Älteren" Mut: Ich habe erst mit Mitte 40 angefangen und bin sogar Parkinson-krank und trotzdem mache ich gute Fortschritte. Man darf sich nur nicht entmutigen lassen und muss dranbleiben,,,
Die Hälfte meines Geldes habe ich für Frauen, Alkohol und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst. (George Best)

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Pedro E.
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Erstellt: von Pedro E. » 12.02.2015, 17:01

yyorkk hat geschrieben:Das Thema ist eigentlich müßig, es spielen so viele Faktoren zusammen, ich denke mal, dass ein begabter Erwachsener wesentlich weiter kommen kann als ein unbegabter Jugendlicher. Außerdem sind investierte Zeit und Motivation ausschlaggebend.
Ich getraue mich zu wetten, dass der %Satz derjenigen, welche "dranbleiben", bei den Spätanfängern wesentlich höher ist, als bei den Kids.

Ich möchte das Zitat eines Beitrages von weiter oben ergänzen:
Egal wie, nicht jeder, der in jungen Jahren anfängt ein Instrument zu lernen wird deswegen automatisch Weltklassemusiker.
Egal wie, kaum jemand, der in späteren Jahren anfängt ein Instrument zu lernen, denkt auch nur im Traum daran, Weltklassemusiker/Rockstar zu werden. Die gehen das Thema wesentlich entspannter an, die alten Fürze.


yyorkk hat geschrieben:Ich habe erst mit Mitte 40 angefangen und bin sogar Parkinson-krank und trotzdem mache ich gute Fortschritte.

Chapeau!

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Software-Pirat
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Erstellt: von Software-Pirat » 12.02.2015, 20:28

Ich glaube schon, daß man als Kind generell schneller und leichter lernt als wenn man erwachsen ist (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das heißt aber noch lange nicht, daß man auch als Erwachsener nichts mehr lernen kann. Mit ein bißchen Disziplin und Überwindung kriegt man das schon hin, egal ob Gitarren spielen oder eine neue Sprache.

aumeinefinger
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Erstellt: von aumeinefinger » 12.02.2015, 20:30

Es war mir persönlich ein Traum, Gitarre zu lernen, seit ich 15 oder 16 war. Musik bedeutet mir so viel, und die Gitarre ist mir schon immer ein unheimlich "sympatisches" Instrument gewesen. Ich fand es optisch immer klasse und der Gedanke, da oben mit den Händen am Hals rumzuspielen und die Töne da raus zu holen, die ein Knopfler oder ein Rea da rausholt, das war für mich immer irgendwie eine Art Lebensziel. Das klingt vielleicht aufgeblasen, ist aber absolut so.

Jetzt bin ich in ein paar Wochen 40 und habe vor 8 Wochen angefangen. Da ich schon immer nur schwer mit Misserfolgen klarkomme und beim kleinsten Problemchen normalerweise immer gleich die Segel streiche, hatte ich starke Bedenken, ob das überhaupt Sinn macht.
Es hat Sinn gemacht. Ich komme gut voran, es macht Spaß und ich bin lange über D-D-D-D-G-G-G-G hinaus. Ich erreiche meine Ziele, sehe Fortschritte und das Feuer brennt nach wie vor lichterloh.

Das soll jetzt nicht blöd klingen, aber ich denke es ist mit entscheidend, wie "geil" mal darauf ist.
Bei mir ist das jetzt so, als müsste ich all das nachholen, was ich die Jahre über verpasst hab. Oft muss ich morgens zur Arbeit und bin schon spät dran, und anstatt mir eine neue Hose zu bügeln ziehe ich die alte an, damit ich vor der Arbeit noch mal 5 Minuten spielen kann. Ich habe seit Wochen keinen Tatort mehr geguckt, ich hänge jede freie Minute an dem Teil und spiele und höre und freue mich.

Ich habe andererseits zwischen 10 und 15 Querflöte gespielt. DAS war eine Tortur. Grausam. Bis meine Eltern sich und ich mir eingestanden hatten, dass das einfach nicht mein Ding war und ich weder mit der Musik aus diesem Instrument, noch mit dem Gerät selbst Freunde werden würde, hatte ich jede Lust lange verloren, habe kaum mehr als Pflicht gemacht und bin entsprechend auch nie weit gekommen. Ich habe das Gefühl, mit der Gitarre schon jetzt weiter zu sein, als damals nach 5 Jahren mit dieser, entschuldigung, gruselig klingenden Abflussleitung.

Ich würde behaupten, dass einem Älteren die Geilheit auf die Beschäftigung und ein gieriges Ohr für Gitarrenmusik deutlich beim Lernen helfen würde. Ich weiß nicht, ob ein 15-jähriger seine Finger vielleicht doch noch ein wenig flotter und flexibler biegen und versetzen kann, und ob dessen Synapsen ein wenig frischer und damit leichter "zu programmieren" sind als meine, aber in Sachen "Gehör-Erfahrung" nach 20 Jahren Dire Straits und co rauf und runter macht einem älteren Anfänger kein jüngerer U30 was vor. Es gibt Schlagmuster, die kommen im Anfängerbuch noch gar nicht vor, aber die kommen einem akustisch sooo vertraut vor und fallen einem aus dem Arm, als würde man sie seit 5 Jahren spielen. Dafür tu ich mir aktuell tierisch schwer mit Fingerübungen, Pentatonik, Treppen, ausprobierte Powerchords, F-Akkord. Die Finger sind jetzt sicher nicht mehr so leicht zu dehnen wir vor 20 Jahren. Die Knopfler-Soli a la Telegraph Road oder Sultans hab daher ich nicht als Ziel, das wird wohl nix mehr, aber es gibt in dieser Musiksparte ja auch massenhaft andere Lieder, deren Erlernung man sich als große Etappen setzen kann.

Wie schon gesagt wurde kommt es bestimmt auf eine Mischung von allem an. Nur junge Knochen und frische Aufnahmefähigkeit reichen vermutlich nicht um es leicht zu haben, wenn es eine Pflichtempfindung ist, abends die 20 Minuten runterzuklampfen. Von allem ein wenig - Lust, Zeit, Eignung und den Möglichkeiten entsprechende Ziele machen einem da denke ich schon Türen auf.

Ich bin froh, dass ich mich an das Abenteuer jetzt endlich gewagt habe und dass ich mich nicht von dem Gedanken "mit 40 macht das keinen Sinn mehr" habe überzeigen lassen.

Grüße,
Christoph

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Harry83
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Erstellt: von Harry83 » 13.02.2015, 05:32

Wieso kommt mir das irgendwie bekannt vor? :lol:

In meiner Grundschulzeit, mussten wir, egal ob wir wollten oder nicht, Blockflöte lernen. Ich habe es gehasst. Obwohl die Flöte angeblich "unkaputtbar" sein sollte, habe ich doch irgendwie geschafft, und durfte mir dann ein anderes Instrument aussuchen. Damals wollte ich schon irgendwie in Richtung Gitarre. Doch da sowas nicht zur Auswahl stand, entschied ich mich für diverser kleinerer Schlaginstrumente.

Ab 1995, der 5. Klasse, wurden mir an andere Instrumente herangeführt. Schlagzeug, Keyboard, Gitarre, Bass etc. Jeder musste mal jedes Instrument, zumindest ausprobieren. Damals fiel meine Wahl auf das Schlagzeug. Also fing ich dieses, unter Anleitung meiner damaligen Lehrerin, zu spielen. Es dauerte nicht lange, und ich kam in die Schulband. Bei jeder Probe, beneidete ich die Gitarristen. Meine Eltern kauften mir eine klassische Gitarre. Doch schon damals wollte ich eher in Richtung Rock und Metal. Wenn aber der Verkäufer sagt, es sei ein angebliches Muss, zunächst klassisch zu lernen, dann muss wohl so sein. Ich bekam also eine klassische Gitarre. Die Enttäuschung war natürlich groß. Was ist also passiert? Die Klampfe staubte in der Ecke ein. Dennoch blieb der Wunsch, es irgendwann zu lernen.

2007, mit 24, bekam ich dann meine erste E-Gitarre, und fing an zu lernen. So ist das bis heute auch geblieben.

Manchmal bereue ich es, nicht doch früher gelernt zu haben! Vielleicht wäre ich dann besser, oder hätte eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Aber es ist niemals zu spät.
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Erstellt: von Phuehue » 13.02.2015, 13:04

aumeinefinger hat geschrieben:Das soll jetzt nicht blöd klingen, aber ich denke es ist mit entscheidend, wie "geil" mal darauf ist.


Das sehe ich genauso!!! Und: Es geht ja auch nicht um die Aussage, ob jemand mit 40 noch Gitarre lernen kann. Natürlich kann er. Genauso wie ein 60-jähriger oder 80-jähriger.

Aber, nehmen wir uns nochmals die Aussage von oben vor: Wie geil man auf's Gitarre spielen ist. so jemand ist unbremsbar, das teile ich auch. Der Punkt ist nur: auch ein 15-jähriger kann extrem geil sein auf^s Gitarre spielen! Und so einer wird man nicht einholen. Auch als 40-jähriger, "geiler Gitarrist" :lol: nicht.

Jeder, der selber mal mit 15 für was Feuer und Flamme gefasst hat, weiss das. Und ja klar, es gibt immer solche bei denen das Flämmchen gerade mal ein paar Monate hält. Aber es gibt eben auch andere: Bei denen hält das Feuer eben über Jahre. So einen holt niemand ein!
))-))

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 13.02.2015, 13:22

Phuehue hat geschrieben: Wie geil man auf's Gitarre spielen ist. so jemand ist unbremsbar, das teile ich auch. Der Punkt ist nur: auch ein 15-jähriger kann extrem geil sein auf^s Gitarre spielen! Und so einer wird man nicht einholen. Auch als 40-jähriger, "geiler Gitarrist" :lol: nicht.
)


Naja, nur weil jemand richtig Geil auf's Gitarre spielen ist, heißt das eben noch lange nicht das er auch ein großes Talent dafür hat. In einem solchen Fall ist ein talentierter 40 Jähriger dem untalentierten Jungen vllt. doch im Vorteil.

Wenn Jemand zB. mit 12 jahren anfängt, aber dann irgentwann nur noch auf der Stelle tritt, ist die Entwicklung eben nicht so wirklich groß. Da kann ein Älterer duchaus aufholen.

Bringen beide (von Anfang an) gleichen Interesseneinsatz und Talent mit ( Sofern das überhaupt geht), dann ist u.U der Junge im Vorteil.
Aber auch nur vielleicht, festlegen würde ich mich da niemals.

Wenn ein 40 jähriger seit 15 jahren Gitarre spielt, muss dieser auch nicht schlechter sein als jemand der mit 40 jahren schon 30 jahre spielt. Und fängt man erst mit 40 an, so kann man auch dann in zB. 15 jahre später "besser" ( ist ja immer sone Sache mit dem " besser- schlechter") sein als jemand der gleich alt ist, aber früher angefangen hat.

Ansonten müsste ich ja "besser sein" als alle anderen die später angefangen haben als ich, oder die älter waren. Oder "Besser sein" als Jüngere die noch nicht solange bei sind, weil ich ja schon soo viel länger spiele.
Das ist halt quatsch, das kann man so nicht sehen. Zumindest sehe ich es nicht so.

Edit. Was halt bei Jüngeren noch dazu kommt, hat Pedro ja schon angesprochen.
Ist man älter dann geht es eben auch nicht mehr so ums Cool sein, ums Mädels beeindrucken u.s.w
Aber auch das, kann man halt bei den jungen Menschen nicht verallgemeinern. Menschen sind halt nicht alle gleich. Was ja auch gut so ist.
Zuletzt geändert von everyBlues am 13.02.2015, 15:10, insgesamt 3-mal geändert.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 13.02.2015, 13:49

Richtig everyBlues, im Prinzip ist es so gut wie unmöglich hierzu Vergleiche anzustellen, da es ne ganz individuelle Angelegenheit ist.
Man müsste einen jüngeren und einen älteren Menschen vergleichen, welche auch annähernd die selben Voraussetzungen haben und das gibt es so nicht, da jeder Mensch absolut einzigartig ist.
Man kann also nie von "DEN Jüngeren" oder "DEN Älteren" reden.
Die Streuung ist doch sogar schon unter Gleichaltrigen extrem vielfältig.

Mir zb. sind die Anfänge beim Gitarrenspiel ziemlich leicht gefallen, trotz dem hohen Alter von ca. 40 :D
Weil ich einfach schon seit über 20 Jahren gut Keyboard und halbwegs Drums spiele. Also muss ich zb. nicht erst Rhythmik von der Pike auf lernen.
So an sich haben ja Tasteninstrumente nicht sooo viel mit Saiteninstrumenten zu tun, aber hab da auf jeden Fall trotzdem Vorteile bei mir selbst bemerkt.

Und wie ich schon sagte, bin ich mir wirklich nicht sicher, ob mein früheres "ICH" tatsächlich Vorteile gegenüber meinem jetzigen "ICH" hätte. In manchen Dingen sicherlich, allerdings auch ne ganze Menge Nachteile. Das könnte sich auch durchaus ausgleichen.

Auf jeden Fall finde ich es positiv, wenn Kinder und Jugendliche durch das Gitarre spielen eine relativ sinnvolle Beschäftigung nachgehen, anstatt lustlos und faul irgendwelche Drogen zu konsumieren usw.
Da würde ich sie auch gern im Glauben lassen, dass sie mir gegenüber Vorteile beim lernen usw. haben. :lol:
Letztendlich sollen sie mir ja auch mal meine Rente finanzieren und mir den Hintern abwischen, wenns selbst nicht mehr funktioniert :D

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