Schmerzen im Zeigefingergelenk (beim Anwinkeln)

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TMP2k1
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Schmerzen im Zeigefingergelenk (beim Anwinkeln)

Erstellt: von TMP2k1 » 13.07.2014, 18:45

Hallo zusammen,

ich habe vor etwa zwei Wochen begonnen, mich ernsthafter mit der Gitarre zu beschäftigen.
Seit ca. sieben bis zehn Tagen habe ich nun das Problem, dass mein "mittleres" Zeigefingergelenk schmerzt. Klar, erst mal denkt man sich nicht viel dabei. Die ungewohnte Belastung stresst den Finger sicher halbwegs.
Ich habe also ein paar Tage abgewartet und Sachen gespielt, bei denen der Finger nicht so sehr abgegknickt wird (also v. a. C-Dur und D-Moll vermieden).

Da das Problem sich aber weder verbessert noch verschlechtert hat, dachte ich, ich frage jetzt mal bei Leuten nach, die Ahnung von der Materie haben. ;)

Ich habe mal ein paar Bilder geschossen, die zeigen sollen, wie ich einen C-Dur normalerweise greife.
Vielleicht liegt ja da schon der Hund begraben.

Mir ist klar, dass ihr (wahrscheinlich) alle keine Ärzte seid und dass ein bisschen Belastungsschmerz normal ist.
Super wäre eine Einschätzung, ob es evtl. an der Handhaltung liegen könnte, ob das generell normal klingt, oder ob es klüger wäre, mal den Onkel Doktor zu Rate zu ziehen.

Hier nochmal die schmerzbehafteten Stellen.
Hinten die Knöchel zw. Mittel- und Ringfinger schmerzen auch nur leicht und das vergeht auch schnell wieder. Das würde ich auf jeden Fall noch als normal verbuchen.

Wie gesagt: ne kurze Einschätzung wäre prima.

Danke & Grüße
J

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Bellwood
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Erstellt: von Bellwood » 13.07.2014, 19:49

Hallo.

Das sieht jetzt nicht außergewöhnlich verkrampft aus. Man sieht aber natürlich nicht, mit welcher Kraft zu da ran gehst. Manchmal ist weniger mehr!

Aber zu Leuten, die sich mit der Materie auskennen, würde ich auch deinen Arzt zählen. Den solltest du im Zweifelsfall konsultieren.

Natürlich ist die ungewohnte Bewegung und Belastung der Gelenke häufig mit Schmerzen verbunden. Ich hatte das eine Zeitlang bei einigen Stücken. Interessanterweise waren das meist Stücke, die ich ganz am Anfang gelernt habe. Vermutlich habe ich mir bei diesen Stücken erst relativ spät die anfangs verkrampfte Haltung abgewöhnt.

Wenn sich die erste Hornhaut gefestigt hat, versuche mal, so leicht wie möglich auf die Saiten zu drücken. So dass sich gerade noch ein sauberer Klang ergibt.

Aber wenn das nicht besser wird, geh auf jeden Fall zum Arzt. Gelenkentzündungen sind ernst zu nehmen und können dauerhafte Schäden verursachen!
Viele Grüße Frank

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korgli
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Erstellt: von korgli » 14.07.2014, 09:48

Hi

Ich mag jetzt ein wenig komisch klingen - aber übe weniger - resp. mach einen "gesunden" Aufbau.
Es ist so, dass es ungewohnt - neu für die Gelenke ist.
Wie ein Sportler sollte man auch die Hände aufwärmen. Und langsam beginnen.

Am Anfang verkrampft man sich auch unbewusst - sogar der Kopf ist angespannt und es gibt auch manche die Kopfschmerzen bekommen.

frey

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Stinger
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Erstellt: von Stinger » 14.07.2014, 10:26

Wenn du beim Üben genauso heftig auf die Saiten drückst wie auf den Photos, ist da eindeutig zu viel. Die weißen Stellen unter den Fingerkuppen zeigen deutlich den Druck auf (blutleer).

Wie bereits gesagt, wenig Druck ist mehr. Übe die Finger ganz sacht aufzulegen und dann den Druck zu steigern, so das du den Übergang von "Dämpfen" zu "Klingen" hörst. Dann hast du den maximalen Druck erreicht.

Zusätzlich mache ich neben Spielpausen zur Erholung wenn es mal stresst, Dehn- und Aufwärmübungen wie in Rock Discipline von John Petrucci empfohlen.

Aber sollte es nach einer Spielpause nicht besser gehen, lass einen Arzt (Pfotenspezialist) drauf schauen. Meistens (wie bei mir) ist es nur Überlastung.
Mostly Harmless

TMP2k1
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Erstellt: von TMP2k1 » 14.07.2014, 13:02

Hey,

danke euch.

Das klingt ja alles erst mal gar nicht so schlecht.
Ich versuche mal, mich an den gerade so nötigen Druck heranzutasten und Verkrampfung zu vermeiden. Mal sehen, ob es dann besser wird. Notfalls auch nach ein paar Tagen Pause.
Wenn nicht, soll eben mal ein Arzt draufgucken.

Hat mir jetzt jedenfalls schon mal geholfen.

Beste Grüße
J

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Stinger
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Erstellt: von Stinger » 14.07.2014, 13:33

Gute Besserung. ;)
Mostly Harmless

cdefgabc
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Erstellt: von cdefgabc » 15.07.2014, 09:34

Ich spiel selber erst seit nem halben Jahr und bin auch kein Arzt, aber:

- Wenn sich bei C-Dur die Finger berühren und Du mit viel Kraft aus der Mittelhand arbeitest, bekommt das Gelenk über dem Fingerendglied sehr viel Kraft von der Seite! Das ist bei der roten Markierung ganz rechts und sehr schlecht.

- Handgelenke knicken und verdrehen um Kraft zu erzeugen/verstärken, führt auch sehr schnell zu Entzündungen. Und zwar da, wo Deine Herz-Tätowierung ist.

TMP2k1
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Erstellt: von TMP2k1 » 18.07.2014, 17:06

So, hallo nochmal.
Nachdem ich jetzt einige Varianten ausprobiert habe, mal ein kleines Update bzgl. der Erkenntnisse:

Der notwendige Druck auf die Saiten scheint bei dieser Gitarre (Squier Bullet Strat) tatsächlich relativ hoch zu sein. Ich habe jetzt wirklich immer mit ganz wenig Druck angefangen und ihn dann immer weiter erhöht, bis vom Abdämpfen der Saite über ein Schnarren ein sauberer Ton daraus wurde. Zugegeben habe ich zuvor etwas zu fest aufgedrückt, war aber scheinbar doch schon relativ nah dran.
Ich habe das mal mit der Gitarre eines Freundes (Ibanez irgendwas) probiert, da reicht weit weniger Druck. Bei dieser liegen aber die Saiten auch schon deutlich näher am Griffbrett, als bei meiner.
Diese weiß unterlaufenen Finger lassen sich bei meiner Squier wirklich so gut wie gar nicht vermeiden ...

Zudem fiel mir auf, dass es den Zeigefinger merklich weniger belastet, wenn ich es schaffe, ihn wirklich absolut senkrecht (aus allen Richtungen gesehen) auf der Saite zu platzieren. Dafür quält sich dann der Rest der Hand umso mehr. Und so richtig perfekt ist auch das nicht zu machen.
Es wird also scheinbar schon schneller zum Problem, wenn der Zeigefinger ein wenig schräg auf die Saite drückt, aber letztlich heult er früher oder später immer dann rum, wenn er die b- oder e-Saite spielen soll. Einfach durch das Anwinkeln schon.

Letztens habe ich eine Bekannte (Apothekerin) darauf angesprochen, die hat auch als erstes auf allgemeine Überlastung getippt.
Ich bin halt ein wenig verunsichert und habe Sorge, irgendetwas "kaputt zu machen". Wenn ich wüsste, dass das normal ist, wäre es zwar immer noch etwas nervig, aber da muss man dann eben mal durch, bis der Finger an die Belastung gewöhnt ist.

Naja, ich habe mir jetzt mal die Tipps von Petrucci reingezogen und versuche mal, damit zu arbeiten. Und auch insgesamt möglichst wenig zu verkrampfen.
Ansonsten heißt der nächste Schritt dann wirklich mal Pause. Und dann Doc.


cdefgabc hat geschrieben:- Handgelenke knicken und verdrehen um Kraft zu erzeugen/verstärken, führt auch sehr schnell zu Entzündungen. Und zwar da, wo Deine Herz-Tätowierung ist.

Naja, wenn ich es nicht ein wenig abknicke, habe ich keine Chance, an die oberen Saiten vernünftig heranzukommen. Aber danke für den Hinweis, ich versuche zumindest, keine unnötige Kraft aufzubauen.


So, dann vorerst nochmals vielen Dank für eure Ratschläge und bis bald! :-)))

Torfi
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Erstellt: von Torfi » 21.07.2014, 13:15

Hallo,

weiss nicht, wie alt du bist. Bei mir war es so, dass ich erst mit 40 angefangen habe, "richtig" Gitarre zu spielen und da ist der Körper eben nicht mehr so formbar.
Ich hatte (und habe) auch Probleme mit Schmerzen, bei mir sind es allerdings andere Stellen, vor allem betrifft es den kleinen Finger (spiele Klassik) und das Handgelenk.

Was mich etwas beruhigt, es tritt nicht ständig auf und es sind auch nicht immer dieselben Stellen, also glaube ich nicht an eine Dauerbelastung die "etwas kaputt macht" wie du schriebst, es braucht nur länger. Genau zu beobachten wo es schmerzt und das zu notieren ist schonmal ein guter Weg.

Ich schreib mal auf, was ich mache, um es mir zu erleichtern.

1) Ich spiele keine sehr teuren Gitarren aber was ich mir jedesmal geleistet habe war, sie von einem Profi ideal einstellen zu lassen. Halskrümmung optimieren und den Steg so zu feilen, dass die Saiten möglichst gut zu bespielen sind.
Den Unterschied merke ich sofort, wenn ich mal eine Gitarre von jemand anderem in der Hand halte, und die sind meist begeistert, wie leicht sich meine handhaben lässt.
Kostet bei uns 40,- Euro und ist es mir wert.

2) Entzündungshemmende Voltaren Salbe. Nicht als Dauerzustand aber sobald ich merke, es fängt an zu schmerzen, schmiere ich mir die entsprechenden Stellen ein um es nicht chronisch werden zu lassen und mache eine andere Übung.

3) Jeden Tag gleichartige Übungen:
Natürlich varriert es, was man gerade übt, aber ich versuche jeden Tag zumindest eine Streck- und eine Barree-Übung zu machen weil ich merke, dass das die Dinge sind, die für meinen Körper erstmal besonders ungewohnt sind.

Der vierte Punkt dürfte dich nicht betreffen, da das Problem "zu große Gitarre für zu kleine Hände" wohl nicht auf die E-Gitarre zutrifft. Aber wenn du Gelegenheit hast, könntest du ja auch mal Gitarren mit anderer Mensur oder breiterem/schmälerem Griffbrett ausprobieren, ob die Schmerzen dann auch auftreten, oder wo anders etcetc.

Viel Glück,
Torfi

TMP2k1
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Erstellt: von TMP2k1 » 03.09.2014, 15:32

Hi!

So.
Die Problematik scheint sich tatsächlich erledigt zu haben.

Ich habe die betroffenen Stellen einige Zeit regelmäßig mit Voltaren eingeschmiert und eine gute Woche gar nicht gespielt.
Dann habe ich angefangen, konsequent Aufwärmübungen à la Petrucci zu machen, bevor ich übe und habe mich auch erst einmal mit Übungen befasst, die den Finger nicht so sehr - oder zumindest anders - belasten. Ging dann auch ganz gut und hey - es gibt immer mehr als genug zu tun. :D

Seit ein paar Wochen sind auch C und Dm wieder voll mit im Programm und siehe da - alles okay.
Ob es jetzt eine akute Überlastung war, die "verheilt" ist, ob ich inzwischen vielleicht doch auch eine weniger verkrampfte Haltung an den Tag lege, oder ob der Finger mittlerweile sozusagen einfach mehr aushält - keine Ahnung.
Wie auch immer: ich bin froh, dass es wieder ohne Probleme klappt.
Aufwärmen bzw. Dehnen kann ich auf jeden Fall jedem nur empfehlen, der ähnliche Probleme hat.

Danke für alle Ratschläge und Denkanstöße und fröhliches Zocken allerseits! )()(

Strummi

Erstellt: von Strummi » 04.09.2014, 13:23

Das liegt schlicht und ergreifend an ungewohnter Beanspruchung, die die Gelenke und Sehnen reizt.

Aufwärmen wird Dir da auch nix bringen, Du solltest einfach Pause machen, bis es weg ist, und dann erstmal noch weniger spielen ;-)!

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 04.09.2014, 14:19

Ich habe gerade nicht die Zeit, mir alle vorhergehenden Beiträge durchzulesen (nur 5min Kaffee-Pause ;) ), aber auf dem Bild sehe ich ein paar Kleinigkeiten, an der es sich lohnt etwas zu arbeiten.

Ich sehe, dass du den Gegendruck für die Finger mit dem Daumen ausführst. Der Daumenmuskel wird auf den Fotos recht stark beansprucht. Kann man machen, ist aber meiner Ansicht nach für die einfachen Akkorde nicht unbedingt nötig.

Ich sehe, dass die Finger recht stark aufgedrückt werden, was sich an dem Weiß in den Fingerkuppen zeigt.

Die Handfläche berührt beim C-Dur-Akkord recht viel das Griffbrett.

Es könnte natürlich alles dem Fotografieren geschuldet sein, doch ich vermute mal, dass du für die Akkorde viel zu viel Druck ausübst. Mehr als eigentlich notwendig ist.

Ich halte bei einfachen Akkorden den Daumen recht weit oben.
Bild

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Und lasse viel mehr Luft zwischen dem Griffbrett und Handteller.
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Ich berühre die Gitarre (neben den Fingern) nur an zwei Punkten
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Daher ist die Hand viel beweglicher
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Der Druck kommt bei mir nicht über die Vermittlung des Daumens, sondern einfach durch den Zug des Unterarms. Den Daumen brauche ich nur dafür, dass die Hand nicht runterfällt. :D
Bild
Ach da, damit das klappt würde ich den Ellenbogen auch nicht in der Hüfte abstützen, sondern frei an der Seite hängen lassen, dass er sich leichter nach hinten bewegen kann.

Die Finger sind auch nicht so weit gespreizt, wie ich es bei dir sehe
Bild Bild

sondern wesentlich dichter beieinander
Bild Bild
Bild

Nachzulesen auf
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_G ... er_Akkorde

Das alles entspannt die Hand ungemein, und verhindert unnötige Verkrampfungen und hilft zudem bei einem schnellen und flüssigen Griffwechsel.

In bestimmten Situationen kann es geraten sein, den Daumen als Widerlager für die Akkorde zu nutzen, aber wo es nicht nötig ist, würde ich einer entspannteren Griffweise den Vorzug geben.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Lage_des_Daumen

Selbst bei den Barré-Akkorden brauche ich den Daumen nur selten als Widerlager direkt hinter den Fingern, sondern er ist bei mir bequem gestreckt, was viel weniger Arbeit kostet.
Bild
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Es mag sein, dass schon einiges davon genannt worden ist, aber ich würde es mal mit den vielen kleinen Tipps versuchen. Für mich sind es viele kleine Fehlerchen, die sich aber summieren. Gut ich weiß nicht, was dem Fotografieren geschuldet ist. Da kann ich auch nicht immer so locker greifen, wie ich es normalerweise tuhe, aber es würde mich nicht wundern, wenn einige deiner Problemchen sich in Luft auflösen werden.

Gruß Mjchael

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