Gitarre Noten lernen - ja oder nein?

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Guitarslam
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Gitarre Noten lernen - ja oder nein?

Erstellt: von Guitarslam » 17.04.2013, 20:17

Hallo ich wollte euch mal fragen wie ihr zu dem Thema noten lesen lernen steht?

Die zwei Standpunkte:

Standpunkt 1: Noten lesen lernen ist ein muss alles andere macht kein Sinn
Standpunkt 2: Noten lesen lernen ist sinvoll, man kommt aber gut ohne aus und wenn man nur als hobby spielt kann man getrost drauf verzichten

Jetzt noch eine Frage, wenn ihr Noten lesen gelernt habt wie habt ihr dass getan.
Danke im Voraus.

Gast

Erstellt: von Gast » 17.04.2013, 20:25

Standpunkt 2.
Man muss keine Noten lesen können um Gitarre zu lernen. Trotzdem sind Noten sehr sinnvoll um den harmonischen und melodischen Aufbau von Lieder usw. zu verstehen. Ausserdem kannst du deine Ideen mit Noten für sonstige Instrumente "spielbar" machen. Einem Kontrafagottisten eine Gitarrentabulatur hinzulegen à la "Spiel das mal bitte" bringt eher nichts. Ausserdem kannst du es "geschriebene Sprache der Musik" sehen. Genauso wie du mit "Zeichen" Wörter auf dem Papier formst.

Ich habe von Beginn an Noten gelernt.

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musicdevil
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Re: Noten oder keine Noten?

Erstellt: von musicdevil » 17.04.2013, 20:33

- Spielst du gern Klassik auf deiner Konzertgitarre, wirst du viele Werke nur in Form von Notenschrift finden.
- Hast du Ambitionen Studiomusiker zu werden, kann es vorkommen, dass dir dort nur die Noten vorgelegt werden und du musst vom Blatt spielen können.
- Willst du deine eigenen Werke für die Nachwelt erhalten, bietet sich die Notenschrift an

Ich persönlich hab bisher kaum mal "Noten lesen können müssen".
Ich spiele halt nichts großartig "vom Blatt" nach.
Kann es aber trotzdem "halbwegs" :D

Insgesamt schadet es sicher nicht, wenn man es kann.
Ich hab mich zb. mal intensiv aus Spaß mit Excel (Office) beschäftigt, obwohl ich es zu dem Zeitpunkt noch nicht braucht...aber später brauchte ich es mal und konnte es (nur ein Beispiel von vielen).
Man kann eigentlich NIE ZU VIEL LERNEN :)

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Vinnland
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Erstellt: von Vinnland » 17.04.2013, 20:40

Viele berühmte Gitarristen können auch keine Noten lesen bzw. haben es erst später gelernt. Also ein Muss ist es nicht. ABER verkehrt ist es auf keinen Fall, wenn man Noten kann ... wie die Vorschreiber ja auch schon geschrieben haben.

Ich selber wollte es eigentlich auch gleich mitlernen, lasse es aber nun doch erst einmal. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich doch erst überfordert war. Naja ... dazu kam, dass mein ehemaliger Gitarrenlehrer Italiener war und extrem und viel und schnell mit eher mittelmäßigem Deutsch gesabbelt hat. Das hat das natürlich nicht einfacher gemacht.
Später werde ich das wohl nachholen.

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Mick
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Erstellt: von Mick » 17.04.2013, 20:41

Standpunkt 2 bis unnötig für Gitarre, außer du möchtest Musik studieren oder oben genanntes.
Zuletzt geändert von Mick am 17.04.2013, 21:03, insgesamt 2-mal geändert.

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Gitarre Noten lernen

Erstellt: von agguitar » 17.04.2013, 20:41

Ich kann auch nur sagen: SP2.

Selbst im Instrumentalpraktischen Kurs kriegen wir Akkorde. Ich kann Noten lesen, allerdings sehr langsam, und dann noch mit der Gitarre umsetzen dauert sehr lange. Probleme hatte ich nie.

Guitarslam
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Erstellt: von Guitarslam » 17.04.2013, 21:30

Wie habt ihr den das Noten lesen lernen gelernt und natürlich dann das umsetzten auf der klampfe hab da so gerade überhaupt keine Vorstellung.
Und natürlich danke für die schon zahlreichen Meinungen.

Gast

Erstellt: von Gast » 17.04.2013, 21:43

Guitarslam hat geschrieben:Wie habt ihr den das Noten lesen lernen gelernt und natürlich dann das umsetzten auf der klampfe hab da so gerade überhaupt keine Vorstellung.
Und natürlich danke für die schon zahlreichen Meinungen.


Also ich lerne mit dem Buch "Schule der Rockgitarre" von Andreas Scheinhütte. Fängt ganz leicht an. Naja man lernt halt die Notenwerte, guckt welche Note auf welcher Notenlinie liegt, dann guckt man wo die Noten auf der Gitarre sind und dann gehts mit dem Metronom ans Üben. Ich hab bei 60 bpm angefangen, also langsam. Man muss so lange lernen bis es instinktiv geht. Das erreicht man nur wenn man übt, übt und nochmals übt. Jeden Tag eine halbe Stunde reicht.

Edit: Also das ist meine Art zu lernen. Mag sein , dass das jemand anders sieht.

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 17.04.2013, 21:46

Hallo,

ich durfte / musste als Kind Klavierspielen lernen. Ohne Noten ging da gar nichts. Da sich die
Oktaven auf einer Tastatur wiederholen, war nach Noten spielen kein so großes Problem.
Auf der Gitarre hab ich lange gebraucht, bis ich wusste, welcher Ton auf welchem Bund und auf
welcher Saite zu finden ist.
Meine Tochter wollte Gitarre lernen. Wochenlang musste sie nach Noten einzelne Töne zupfen.
Nach einem Jahr wollte sie nicht mehr weiter zum Unterricht gehen.
Hätte der Gitarrenlehrer ihnen ein paar Akkorde gezeigt und ihnen beigebracht, wie man einfache
Lieder begleiten kann, würde meine Tochter wohl heute noch Gitarre spielen.

Musik machen soll Spaß machen ... egal ob mit oder ohne Noten.

Grüße ...
Von nix kommt nix !

felixsch
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Erstellt: von felixsch » 17.04.2013, 21:59

Hey,

wie schon mehrmals genannt, Standpunkt Nummer zwei ist der einzig Richtige und Sinnvolle.

Niemand, der das Gitarre spielen nebenbei als Hobby betreibt, muss Noten lesen können.
Als (E-)Gitarrist kommt man in den Meisten Bandgefügen auch ganz gut ohne Noten aus, wofür gibt es für uns die gute alte Tabulatur, und unser Gehör (wenn es den ein bisschen Geschult ist) macht ja auch ganz gute Dienste ;)
Zumal haben wir auf der Gitarre das Problem, dass wir nicht wie auf dem Klavier jeden Ton einmal haben, sondern gleich mehrmals. Das Erschwert das "Vom-Blatt-Spielen" natürlich ein wenig, bzw. macht die Tabulatur schmackhaft, die uns genau sagt, welchen Bund oder Ton auf welcher Saite gemeint ist. Die meisten Stücke, Songs, Soli, Licks oder Riffs für E-Gitarre sind deshalb auch in TABs verfasst.


Allerdings ist Notenlesen - sowohl im Violinschlüssel als auch im Bassschlüssel - nicht verkehrt. Man kommt ja ab und zu mal in die Situation, dass man Partitur vorgelegt bekommt, und dann nicht wie der erste Mensch dazustehen ist ja auch ganz schön ;)

Ich hatte das große Glück dass ich bei der Frau, die mir Gitarre beigebracht hat Grundsätzlich nur Noten vorgelegt bekommen habe - auch im Bassschlüssel - aber gerade jetzt Hilft mir das enorm, da ich immer wieder in kleineren Orchesterbesetzungen mit Gitarre/Bass aushelfen muss (oder besser gesagt: darf).

Du siehst: praktisch wenn man als Hobbygitarrist Notenlesen - und vom Blatt spielen - kann, aber müssen tust du das auf keinen Fall ;)

Gast

Erstellt: von Gast » 17.04.2013, 22:43

Also ich stehe der Tabulatur relativ kritisch gegenüber. Das ist ein bisschen so wie malen nach Zahlen. Man bekommt zwar ein schönes Bild hin, aber ohne die Zahlen bekommt man noch nicht mal ein Strichmännchen hin (übertrieben gesagt). So ist es auch bei der Tabulatur, man spielt nur nach zahlen. Bei Tabulatoren hat man keinen Takt und auch keine Notenwerte. Ohne Jamtrack, oder ohne das man das Lied schon kennt ist das schwer zu spielen.
Außerdem ist die Tabulatur eben nur für Gitarren gedacht, möchte man mit anderen Musikern interagieren hat man ein Problem.
Die meisten Gitarrenlehrer sind auch eher gegen Tabulatoren.
Ich lerne Noten, ist zwar sehr trocken und schwer, aber das lohnt sich ja auch irgendwann.

Torfi
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Erstellt: von Torfi » 17.04.2013, 22:50

Mei, Noten lernen ist eine Sache die man - im Gegensatz zum Gitarrespielen - halt einmal lernt und dann kann.

Im anderen Thread schon empfohlen:
http://software.cdemos.biz/hiper/nolegr ... ratis.html

Mal ne Zeitlang anstelle den üblichen Computerspielen; statt Monster zu jagen auf Notenjagd gehen. Dauert nicht wirklich lang bis es klappt. :-)

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Roddy
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Erstellt: von Roddy » 17.04.2013, 23:18

Hey Torfi, das ist ja mal ein guter Tipp!

Das kann man wirklich mal für 10 Minuten täglich machen!

sunset
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Erstellt: von sunset » 18.04.2013, 00:58

Noten beziehen sich ja nicht nur auf die Tonhöhe, sondern auch auf rhythmische Werte:
Was sind Viertel-, Achtel-, Ganze-, Halbe-, Sechzehntelnoten.

Da man sich als guitarrero sehr viel im rhythmischen Bereich bewegt, sollte man darüber schon Bescheid wissen. Allein das Entziffern eines Begleitmusters benötigt diese Kenntnisse.

Und dann geht es ja noch weiter: Takt, Pausen, Tonart, Akkorde,...
Das alles hängt mit Noten zusammen.

Wenn man über den musikalischen Tellerrand des simplen Nachspielens (und da braucht man auch schon eine gewisse Grundinfo) drüberschauen möchte, ist ein bisschen Musiktheorie - und da gehört das Basiswissen über die "Sprache der Musik", die Noten, nunmal dazu - schon sinnvoll.

Insofern Standpunkt 1, wobei mir der Zusatz "alles andere macht keinen Sinn" schon etwas rigoros erscheint. Ohne Noten spielen macht schon Sinn, wenn man die Grundkenntnisse über Tabulatur und Gehör versteht.

lg
sunset

P.S.: Noten lernen geht ganz gut, wenn man Stücke sowohl in Tabulatur als auch in Noten dargestellt hat (wie z. B. in guitar pro) und einfach immer wieder im Notentext mitliest, was man in der Tabulatur spielt.

Im Lauf der Zeit merkt man sich die "Kugerl", die einem bestimmten Bund entsprechen. Dann braucht man den "Kugerln" nur noch die Namen zuordnen. Und da gibt's jede Menge Griffbretttabellen im Netz: http://www.hochweber.ch/fretboard.htm z.B.

Schule der Rockgitarre 2 bietet sowohl Noten als auch Tabulatur synchron an.

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 18.04.2013, 02:49

clapton_is_god hat geschrieben: Man bekommt zwar ein schönes Bild hin, aber ohne die Zahlen bekommt man noch nicht mal ein Strichmännchen hin (übertrieben gesagt). [...]
Die meisten Gitarrenlehrer sind auch eher gegen Tabulatoren.
Ich lerne Noten, ist zwar sehr trocken und schwer, aber das lohnt sich ja auch irgendwann.


Also kurz: Das ist zwar blöd zitiert und teilweise aus dem Zusammenhang gerissen, aber ich beziehe mich jetzt auch nur auf die einzelnen Punke..

1. Was will man denn mehr hinkriegen, als das schöne Bild? Meiner Meinung nach sind Noten absolut nicht nötig, um entsprechende Töne und Klangfolgen aus der Gitarre rauszukitzeln (natürlich will ich niemandem widersprechen und behaubten, es sei unsinnig, Noten zu lernen)!
2. Ich glaube nicht, dass irgendjemand GEGEN Tabulaturen ist. Tabulaturen sind sehr praktisch, sehr einfach zu lernen und anzuwenden und die nötigen Infos sind in aller Regel daraus abzulesen. Wer als Gitarrist Noten braucht, weil die Tabulatur einem nicht reicht, die meisten Stücke widerzugeben, hat irgendein anderes Problem.. :lol: (Fühl dich nicht persönlich angegriffen bitte!)
3. Stimme zu! Noten lernen ist trocken und die Anwendung bedarf einiger Übung. Lohnen tut es sich zweifelsfrei, weil es nie schadet, etwas zu wissen. Nur ob man es auch braucht, ist wieder eine andere Frage.

Erfahrungsgemäßg kann ich sagen:
Ich habe Noten fürs Schlagzeug gelernt - das einzige, wo ich es jemals anwenden konnte, war auf den Übungsblättern, um selber weiter zu kommen. Niemals jedoch, um irgendwo mitspielen zu können. Habe jedoch auch niemals im Studio oder so gespielt. Habe das Notenspiel bei der Gitarre verstanden (verstehen ist auch nicht die Kunst glaube ich), jedoch niemals geübt und kann es auch beim Spiel nicht anwenden. Wenn ich wissen will, was die Noten bedeuten, muss ich mir das erst ,übersetzten´.
Ich will sagen, was ich glaube ist: Bis zu einem gewissen Niveau brauchst du keine Noten, es geht definitiv auch ohne, ist aber alles andere als unpraktisch!
An dem Punkt, wo du Noten wirklich brauchst, spielst du wahrscheinlich nicht in einer ,normalen Band´, sondern in einem Orchester oder so. Überlege dir wohin es dich führen soll... :)

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 04:41

Ich gehe mal auf die Einwände von Rams3S ein.

Zu 1: Was nützt es dir denn wenn du ein Lied einfach nur nach Zahlen nachspielen kannst? Natürlich ist das schön wenn sich es wie der Originalsong anhört, aber das hat überhaupt keinen musikalischen Wert. Um im Bild zu bleiben: Wenn du einen Menschen nach Zahlen malst, sieht er wunderbar aus, was ist aber wenn ich dir die Zahlen wegnehme und ein leeres Bild gebe? Richtig, du scheiterst an den Proportionen, die Füße stehen wie bei Charlie Chaplin, die Nase ist nicht als solche erkennbar. Dir fehlt halt jegliches theoretisches Wissen. Es gibt zum Beispiel eine Hilfsskala für die Körperproportionen. Woher willst du das wissen, wenn du bisher nur nach Zahlen gemalt hast. Sorry das ich abgeschweift bin, ich habe früher auch gerne gezeichnet ;) .Man wird nie über das bloße nachspielen hinaus kommen, wenn man nur nach Tabulatur spielt. Man kann zwar etwas nachspielen, aber im Grunde weiß man nichts über den Song.

Zu 2: Ich habe wirklich schon mehrere Gitarrenlehrer gehört die von Tabs eindringlich abraten. Auch vor ultimateguitar.com wird gewarnt. Die Begründung ist eben, dass es nichts mit Musik zu tun hat. Was nützt es einem denn wenn er "Eruption" von Van Halen nachspielen kann, wenn er bei den Worten "Shuffle-Rhytmus, Viertelpause und synkopierte Achtel", ja sogar einfach nur bei den Notennamen, drei dicke Fragezeichen über dem Kopf hat. Wie willst du denn ein Solo spielen wenn du gar nicht weißt was eine Tonart ist. Man kann sich nie über Musik mit anderen Musikern unterhalten. Ich habe am Anfang auch Angst vor dem Noten lernen gehabt, mittlerweile kann ich nach Noten besser spielen als nach Tab. Man erfährt durch Noten viel mehr über ein Musikstück. Noten drücken mehr aus.

Zu 3: Die meisten Menschen haben leider die Vorstellung, dass man als Erwachsener keine Noten mehr lernen kann. Dabei ist es Fakt. dass man als Erwachsener nur langsamer lernt. Gerade deswegen sollte man auch als Anfänger direkt Noten lernen. Ich lerne jeden Tag nur eine halbe Stunde Noten und kann trotzdem einen absoluten Fortschritt erkennen. Und zwar im gesamten Musikverständnis. Dann brauch ich halt fünf Jahre um perfekt Noten zu spielen, es sitzt ja keiner mit der Knarre hinter mir. Man muss nur Geduld aufbringen und dran bleiben. Und hier sind wir auch schon an dem Punkt warum so viele Menschen nach Tabulaturen schreien: Bequemlichkeit. Mein Standpunkt ist, dass man Noten unbedingt braucht wenn man ein echter Musiker werden will. Wenn man irgendein geiles Lied hört und sich denkt "Das möchte ich spielen" dann ist es eben bequemer das ganze einfach nach der Tabulatur zu spielen. Wenn man unter Videos (auf Youtube) von bekannteren Fingerstylegitarristen guckt (Sungha Jung, Igor Presnyakov), ist fast jeder zweite Kommentar: "Do you have tabs for this?". Meistens ist sowas dann auch das Topcomment. Ich habe wirklich noch nie gelesen, dass jemand nach Noten fragt. Dass das ganz nichts nachhaltiges hat, ist vielen gar nicht bewusst.

Fassen wie nochmal zusammen:
Tabulaturen sind toll um etwas nachzuspielen. Wenn man das Feeling kennt, bzw. wann die Töne gespielt werden, ist das wunderbar. Wenn dir eine Band aber eine Tabulatur hinlegt und sagt: "Spiel mal, wir begleiten dich", bekommst du ganz arge Probleme. Woher willst du auch nur annähernd wissen wie der Rhytmus ist, die Taktart ist, die Tonart ist, wie etwas synkopiert ist und wie die Pausen sind. Man kann eine Tabulatur nicht "trocken" spielen. Das gesamte Feeling fehlt. Wenn man nur nach Tabulatur lernt, weiß man ja vielleicht noch nicht einmal was für Noten in welchem Bund, auf welcher Saite sind. Man spielt eben nur nach zahlen. "3 auf der zweiten Saite von oben", "4 auf der ersten Saite von unten". Das ist keine Musik! Man lernt nicht Musik zu spielen sondern Zahlen.
Man wird so nie tiefer in die Musik eindringen.

Noch zur Ergänzung: Ich rede natürlich nur von Leuten die wirklich Musiker werden wollen bzw. tiefer ins Gitarrenspiel eindringen wollen. Nicht von denen die sich, wenn sie ein tolles Lied gehört haben, die Gitarre des Vaters oder der Mutter schnappen und einfach nur das Lied spielen wollen. Dafür ist die Tabulatur perfekt.

Und das Argument: "Die gaaaanz großen Legenden können keine Noten spielen" finde ich absolut lächerlich. Glaubt ihr denn wirklich, dass die keine Noten spielen können? Die haben alle Noten gelernt. Schon mal was von Legendenbildung gehört? Es passt saucoolen Gitarrenhelden (wie z.B Slash) nun mal nicht ins Image, dass sie "Mary had a little Lamb" nach Noten spielen können. Deswegen wird das gezielt gestreut, dass die alle wie durch ein Wunder, einfach so, spielen gelernt haben. Ich behaupte nicht, dass die alle große Notenvirtuosen sind, aber die haben alle Basiswissen im Notenlesen. Ich denke auch das bei denen im Studio mit Noten gearbeitet wird. Oder meint ihr ein Eric Clapton setzt sich mit seinen Musikern hin und schreit jeden Ton und jeden Akkord durchs Studio. Natürlich fasst er das alles in Noten, oder er hat jemanden der ihm das, für die anderen Musiker, in Noten fasst.
Wenn man mal Interviews hört und mal genau darauf achtet, merkt man, dass die Musiktheoretisch verdammt viel auf dem Kasten haben. Aber das ist halt uncool und deswegen wird sich erzählt, dass das alles aus der Seele kommt und instinktiv passiert. Auch Jimmy Hendrix wusste ganz genau was er da schrammelt. Es ist gut dokumentiert, dass er ein richtiger "Scalejunkie" war, wie ich das mal ausdrücken möchte. Einfach so klimpern geht eben nicht. Aber natürlich kommt das viel geiler rüber wenn man sich erzählt, dass er sich das alles mal eben aus dem Arm schüttelt.

Sorry, ich werde bei dem Thema Musik schnell emotional. Also verzeiht mir wenn das etwas lang geworden ist.

Aber nochmal mein Appell: Wenn ihr echte Musiker werden wollte, lernt Noten!

Mit freundlichen Grüßen euer Andreas.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 18.04.2013, 09:06

clapton_is_god hat geschrieben:Also ich stehe der Tabulatur relativ kritisch gegenüber. Das ist ein bisschen so wie malen nach Zahlen. Man bekommt zwar ein schönes Bild hin, aber ohne die Zahlen bekommt man noch nicht mal ein Strichmännchen hin (übertrieben gesagt).
...


Alles was Du sagst trifft gleichermaßen auf Noten zu. Auch Tabulaturen sind Noten. Noten für Gitarristen. Kominbiniert mit Rhytmuswerten sogar komplett vollwertig. Beides sind einfach nur Schriften um Töne festzuhalten. Beides ist Malen nach Zahlen. Das Gegenteil dazu ist Improvisieren oder Komponieren. Die Notation ist jeweils nur dazu da das festzuhalten.

Aber man muss nicht so tun, als wären Noten etwas Besonderes, Tolles oder sonstwie Notwendiges. Das sind sie nicht.

Es gibt übrigens auch gute Gründe, warum es Tabulaturen gibt. Tabulaturen sind nämlich die einzige brauchbare Möglichkeit, auf einer Gitarre festzuhalten welcher Ton gespielt wird. Dazu taugt die herkömmliche Notenschrift nämlich nicht. Die funktioniert auf dem Klavier super, auf der Gitarre aber eben nicht so gut. Was daran liegt, dass jeder Ton eben mehrfach vorhanden ist.

Und wenn ich das hier lese:

Aber nochmal mein Appell: Wenn ihr echte Musiker werden wollte, lernt Noten!


Weiß ich nicht, ob ich Lachen oder Heulen soll, aber Unfug ist das von vorne bis hinten. Ich werd das mal in den Phrasendrescher-Thread im OT übernehmen. Da gehört es nämlich hin.

Und übrigens ich kann Noten lesen. Und ja, es hilft, wenn man die Rhythmuswerte versteht, da die in der Tabulatur fehlen. Aber es ist nicht elementar. Und nach Noten spielen ist ganz genau so viel oder wenig kreativ wie nach Tabulatur. Die ja, ich wiederhole mich auch mal, auch eine Form der Notation ist.

Ach ja:
"Die gaaaanz großen Legenden können keine Noten spielen" finde ich absolut lächerlich. Glaubt ihr denn wirklich, dass die keine Noten spielen können? Die haben alle Noten gelernt.


Haben Sie? Naja, bei der fachlichen Expertise muss das ja stimmen. Mann, Mann, Mann. Und übrigens, jeder Mensch kann Noten spielen, sogar wenn er das erste Mal in seinem Leben ein Instrument in die Hand bekommt. Von daher stimmt der Schwachfug ja sogar...

Noch zur Ergänzung: Ich rede natürlich nur von Leuten die wirklich Musiker werden wollen bzw. tiefer ins Gitarrenspiel eindringen wollen. Nicht von denen die sich, wenn sie ein tolles Lied gehört haben, die Gitarre des Vaters oder der Mutter schnappen und einfach nur das Lied spielen wollen. Dafür ist die Tabulatur perfekt.


Diese Arroganz finde ich einfach nur unerträglich.

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Phuehue
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Gitarrennoten

Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 09:23

...hihi... herrlich Phunky :lol:

Und was der echte Musiker angeht, kleiner Ausflug in die Welt des kleinen Phühü.

Als ich mit acht Jahren begann Gitarre zu spielen, hatte ich schon 1.5 Jahre qualvollen Blockflötenunterricht. Ziel davon: Noten-Lesen Lernen. Mein Gitarrenunterricht begann klassisch. Mit Notenblättern. Die ich auch immer vor mir hatte, fünf Jahre lang. Und auch ganz froh war, dass sie da waren. Fakt ist: Bis Ende dieser fünf Jahre konnte ich nicht Notenlesen. Mein Lehrer hatte das bis knapp ein Jahr vor Ende des Unterrichts gar nicht bemerkt.

Grund? Ich habe immer das nachgespielt, was ich gehört und von den Fingern abgelesen hatte. Soviel dazu.

Dann - und jetzt kommen wir zum lustigen Teil "echte Musiker" - wandere ich mit 21 Jahren nach Deutschland aus (Frankfurt, um genau zu sein) und hab an der Jazz-Schule ein Jahr den Vorbereitungskurs absoviert. Fazit: Ich kann auch jetzt noch keine Noten lesen... :lol:

Bzw. nicht ganz ohne. Ich beherrsche es ungefähr so, wie es Agguitar beschrieben hatte: Ich kann diese mühsam entziffern und mit viel Aufwand auch auf's Griffbrett bringen. Ab Blatt spielen: Null Chance. Ja, währenden den vier Jahren Berufsstudium hätte ich das sicherlich nachgeholt, aber ich wäre dadurch kein besserer Musiker geworden. Und vorallem würde es mir nur bedingt weiterhelfen. Nach x-tausend Stunden Gitarre spielen habe ich wohl das meiste, was mein Leben massivst erleichtern würde, ausprobiert. Als Gitarrist ist Notenlesen folgedessen Nice-To have, aber kein Muss. Weisst du, weshalb Noten so aussehen, wie sie aussehen? Weil es das Klavier gibt. Es war das führende Instrument und eigentlich sind Noten genau nur für das Klavier einfach. Für viele ander Instrumente, insbesondere für Gitgarre nicht sehr geeignet. Drum gibt es Tabulaturen. Die genauso funktionieren. Perfektioniert für Gitarre.

Frage an Clapton: Trotz meines Mankos stand ich bisher ca. 200 Mal auf der Bühne, spielte Als Vorband von Sister Sledge und Manfred Man's Earth Band, war ein Jahr lang an einer Musik-Akademie, spiele seit 24 Jahrne Gitarre, bin immer noch aktiv, verdiene aber kein Geld mit der Musik.

Bin ich nun ein "echter Musiker"? Wäre sehr dankbar über deine Einschätzung. Andernfalls muss ich nämlich meine weitere Gitarrenkarriere etwas überdenken und überlege, mir ein Farbkasten und ein Buch von Bob Ross zuzulegen :D

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Erstellt: von Roddy » 18.04.2013, 09:34

Ich bewundere immer die Leute, die nach Noten vom Blatt spielen können.
Ich würde das auch gerne können. Aber es ist ja wie es ist.
Man, oder besser ich, ist tatsächlich einfach zu bequem und zu faul.
Möchte lieber sofort die geilsten Sachen spielen können.
Da kommen mir TABs und Lehrvideos natürlich sehr entgegen.
Ich probiere das jetzt einfach mal mit dem Flash Tool und mache das mal regelmassig.

Weiß vielleicht jemand, ob's des auch als App gibt oder Ähnliches, auf die Gitarre bezogen?
Also Noten lesen kann ich ja, aber halt nicht wie ein Buch und schon gar nicht direkt auf die Gitarre umgesetzt.
Sowas könnte man gut in der Frühstückspause machen! :)

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Erstellt: von phunky » 18.04.2013, 09:38

@Phuehue
Offenbar bist Du nicht nur kein Musiker, sondern auch noch schwer von Begriff. Also los jetzt, Pinsel kaufen. :D ;)

Ich glaube das Hauptproblem in der ganzen sinnlosen Argumentationskette, ist, dass er die Themen nicht sauber trennt.

Er spricht für Noten, argumentiert aber für Harmonielehre. Und begreift dabei gar nicht, dass Noten nur eine Möglichkeit sind, das zu Papier zu bringen und von dort wieder abzulesen.

Von daher wäre es vielleicht sinnvoll, die Anfängerliteratur, die er hier sucht erstmal durchzuarbeiten, bevor man Leuten die seit Jahrzehnten Musik machen, hier irgendwelche Vorträge hält.

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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 09:50

Und Clapton: was die ganzen Profis angeht. Ja, die haben Notenblättchen vor sich liegen. Da stehen dann Akkorde drauf, von Hand hingepinselt und meist vollgekritzelt mit Infos wie "Break before Solo-Lick Guitar one", "Slow Down in last Chorus" und andere lustige Worte, wo man schreibt, wie man was spielt. Du wirst lachen: Die schreien sich tatsächlich Worte hin und her wie "Ey das Solo wechselt aber nicht auf Bb, sondern bleibt auf F" etc.. Keine sau liest das nach. Und auch ich bin sicher, dass Jimi sehr genau wusste, in welcher Scale er rumsoliert, was für Akkordtöne etc. verwendet werden uswusw. Aber wie phunky schon gesagt hat: Hier sprechen wir von Harmonie-Lehre. Die wird zum Verständnis und dem Zusammenhang der verschiedenen Töne und Akkorde verwendet. Du kannst diese zu 100% verstehen, ohne irgendeinen "geschriebenen" Notenwert. Das ist wie bei Mathematik. Da ist es scheissegal, ob du nach dem arabisschen Zahlsystem oder binär rechnest. Die Regeln sind immer die gleichen.

Ich bin mir fast sicher, dass Jimi nicht gedacht hat: "Boah, das Voodoo-Child intro tönt geil. Schreibe ich es sofort auf Papier nieder. Ansonsten bin ich a) kein richtiger Musiker, b) mein Bassist weiss nicht, was er dazu spielen soll (ou shit, ich muss in dem Fall ja auch noch seine Noten aufschreiben) und d) ansonsten vergesse ich es bis morgen wieder. Also Bleistift gespitzt und Kringelchen auf vorbereitete Notenblätter gemalt.".

Gottjammer… ich nehme nicht wirklich an, dass du schon mal mit Rockbands im Backstage rumgesoffen hast, wo teilweise grad an neuen Songs gearbeitet wurde, oder? Ich kann dir sagen: Notenblätter gibt's da wenige…
Zuletzt geändert von Phuehue am 18.04.2013, 09:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von Henk » 18.04.2013, 09:56

Es kommt auch immer auf die Qualität der Tabulatur und ihren Informationsgehalt an. Siehe unten.
Noten und Tabs sind lediglich zwei unterschiedliche semiotische Systeme zur Darstellung desselben Inhalts.
Tabs finde ich dabei geeigneter, weil für die Gitarre maßgeschneidert, weniger abstrakt und somit leichter zugänglich.
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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 10:02

Ganz genau. Und: Wäre im (wann war das 17. Jahrhundert?) vor langer Zeit nicht Klavier das führende Komponisten-Instrument gewesen, die Notenschrift sähe definitiv nicht so aus, wie sie heute aussieht. Für Gitarristen wäre es wohl sowas wie oben.

Und auch Bläser hätten dies wohl etwas anders gemalt. Ansonsten hast du noch nie einen Satz Bläser fluchen hören, wenn du spontan die Tonarten ändern möchtest udn sie was von "Sechs Kreuze!" schwafeln..

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Noten lernen

Erstellt: von phunky » 18.04.2013, 10:07

Die klassische Klaviernotation trägt auch ihren Teil dazu bei, dass Songbooks oft nicht wirklich für Gitarristen geeignet sind. Da macht sich irgend so ein Keyboarder ran, übersetzt die Noten in Tabulaturen und raus kommen Griffe für die man die Finger verknoten können muss oder Noten die über alle Lagen verteilt sind, wo eine gereicht hätte.

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Chavez
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Erstellt: von Chavez » 18.04.2013, 10:56

Was war wohl zuerst da? Noten oder Musik?
Glaubt allen ernstes jemand das die alten Blueser (die wirklich alten, nicht Clapton und Co.) die zumeist weder lesen noch schreiben konnten sich tatsächlich mit unserer Notenschrift beschäftigt haben? Nu erklär mir mal einer das das keine "echten" Musiker waren.

Und überhaupt. Wie definiert man denn "echter Musiker"?

Noten lesen (und schreiben) können ist durchaus nicht nutzlos. Darauf zu pochen das es das einzig wahre ist, ist mir aber zu engstirnig.

She-Jupp
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Erstellt: von She-Jupp » 18.04.2013, 12:53

Es ist doch eigentlich nicht wirklich die Frage Noten ja oder nein, sondern ob man die Musik versteht.
Meine Wenigkeit hat jahrelang begeistert die Blockflöte gespielt, dabei muss man nunmal Noten lernen. Und dabei habe ich nicht im geringsten etwas über das Stück gelernt. Es war für mich auch nur ein reines Nachspielen. Wie bei Tabs auch. Nur die Schrift war halt eine andere. Vieleicht, nein bestimmt, fehlt mir die Kreativität zum komponieren, aber ich glaube nicht, das die Kenntnis von Noten einem zu einem guten oder schlechten Musiker macht, sondern die Harmonielehre und die Fähigkeit, diese kreativ umsetzten zu können ( dazu kommt sicherlich noch Technik, ein geschultes Musikergehör und Dinge an die ich jetzt nicht denke).

Und ob man nun weiter in die Materie Musik einsteigen möchte, ist doch eher eine Frage, was ich mit meinem Instrument erreichen möchte. Will ich in eine Band, selber was schreiben oder reicht es mir, irgendwelche geilen Songs nachklimpern zu können.

Mir haben die Noten, außer das ich Blockflöte kann, nichts gebracht. Bei der Gitarre verwirren sie mich nur. Ich klimpere einige Songs mit Tabs und Anschlagmuster nach und bin absolut glücklich damit.

Solange man keine Partitur schreiben möchte, kann man seine Ideen auch mit Tabs niederschreiben.

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Stinger
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Erstellt: von Stinger » 18.04.2013, 13:39

Sorry Mister Slowhand,

aber um diese Uhrzeit
Verfasst am: 18.04.2013, 04:41
denk ich nur an Kaffee - wenn überhaupt.

Und die Definition was Richtig und Falsch ist, überlasse ich der Musikpolizei - die wissen alles.
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gibmirson
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Erstellt: von gibmirson » 18.04.2013, 14:17

Hi phuehue!

Bitte nichts gegen Bob Ross! Sonst gibt's Ärger mit meiner Frau und ich darf nicht mehr in diesem Forum lesen! :lol:
Lerne früh, dann hast Du länger was davon!

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 14:43

@ Gibmirson:
Ich habe überhaupt gar nix gegen Bob Ross. Im Gegenteil! Ich hätte zu meiner Funk-Zeit für so einen Afro GETÖTET!
()((((()

:lol:

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 15:49

Oh man, da hab ich mich wohl reichlich in Rage geredet und blamiert :cry:

Ich habe während des Schreibens die Bodenhaftung völlig verloren. Ihr habt natürlich total recht, ich denke ich habe die Tatsache, dass bei den Noten einfach nur die Werte etc. dabei stehen, hoffnungslos überschätzt. Es ist genauso eine Schrift die einfach nur Noten festhält, nur etwas ausführlicher.
Ich hab mich da in eine völlig irrsinnige, unsachliche und unnötige Argumentation gesteigert.
Tja da war er wohl der (nicht mehr ganz so) junge Wilde.
Ich habt natürlich auch recht, dass die Harmonielehre viel wichtiger ist.

Ihr seit natürlich alle hundert mal mehr Musiker, wie ich mit meinen eineinhalb Jahren Erfahrung. Echt schwachsinnig so einen Mist zu behaupten.

Naja ich lerne trotzdem nach Noten zu spielen, sorry. Nicht weil ich es für besser halte, sondern weil ich es irgendwie besser kann als nach Tabulatur.

Nehmt ihr meine Entschuldigung an und erlaubt mir hier weiter mit euch zu schreiben?

Einen kleinen (nicht böse gemeinten) Einwand gegen das Argument: ,,Töne können mehrfach auf der Gitarre vor" habe ich noch. Über den Notenlinien wird in römischen Ziffern die Lage angegeben, deswegen weiß man eigentlich welchen Ton man in welchem Bund greifen soll. Oder ist das nur in meinem Übungsbuch so. Ich denke, dass es sich bei manchen Tonfolgen auch von selbst versteht, welche Lage es ist.

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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 15:55

Kein Beinbruch Clapton :D

Und was deinen Einwand angeht: Das steht nur in deinem Lehrbuch so. Du wirst in keiner einzigen Notenschrift für Bläser oder Klavier so eine Zahl finden.

Weisst du, wie man diese Zahlen als Zusatzinfo nennt? Tabulatur... ;-)

Ich tu's für mich unter "emtionaler, stürmischer und etwas übereifriger Einwand eines jungen Wilden" ab =)=)=

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hnz
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Erstellt: von hnz » 18.04.2013, 15:59

Ob es schonmal genannt wurde oder nicht, weiß ich nicht. Ich habe nicht alles gelesen.

Meiner Meinung sind Noten gerade deshalb sinnvoll, eben weil man Töne auf der Gitarre an diversen Positionen spielen kann.

Wer nur nach Tabulatur spielt neigt dazu, einfach das umzusetzen, was geschrieben steht ohne sein Hirn einzuschalten und sich eigene Fingersätze zu machen. Die vorgegebenen sind nämlich bei weitem nicht die optimalen, und jeder Jeck ist anders - jeder kann es auf seine Variante eben besser greifen/spielen.

Noten können flexibler umgesetzt werden. Es dauert zwar länger, aber im Endefekt eröffnen sie mehr Möglichkeiten.

hnz

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Erstellt: von Rams3S » 18.04.2013, 16:01

Hm es bleibt doch auch bei der Tabulatur jedem offen, ob man den Finger wirklich in dem Bund auf der und der Saite setzt oder ob man eine Seite weiter oben oder unten einen anderen Bund nimmt. Man wird doch wohl merken, was praktischer ist für einen :lol:

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hnz
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Erstellt: von hnz » 18.04.2013, 16:06

Natürlich ist es offen, aber es ist ein Denkschritt mehr denn du bekommst zuerst einen Vorschlag gemacht und musst dann darüber nachdenken ob das so überhaupt Sinn macht.

Ich behaupte einfach mal, das kann nur jemand nachvollziehen der die Erfahrung gemacht hat, beim spielen komplexer, vor allem mehrstimmiger Stücke durch eine Tabulatur auf einen defizitären Fingersatz gebracht worden zu sein.

Meine Hauptaussage: Tabulaturen sind was Flexibilität und Kreativität angeht nicht förderlich.

hnz

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 16:14

Phuehue hat geschrieben:Kein Beinbruch Clapton :D

Und was deinen Einwand angeht: Das steht nur in deinem Lehrbuch so. Du wirst in keiner einzigen Notenschrift für Bläser oder Klavier so eine Zahl finden.

Weisst du, wie man diese Zahlen als Zusatzinfo nennt? Tabulatur... ;-)

Ich tu's für mich unter "emtionaler, stürmischer und etwas übereifriger Einwand eines jungen Wilden" ab =)=)=


Puh da hab ich aber nochmal glück gehabt ;)

Naja, manchmal finde ich schon, dass sich es von selbst erklärt in welchem Bund die Note gespielt wird. Sagen wir mal ich soll ein c und ein f spielen. Dann ist doch klar das ich in der ersten Lage oder fünften Lage bin. Es ist egal welche ich spiele, beide sind angenehm. Es ist aber klar, dass ich nicht auf der E-Saite im 8.Bund das c greife. Ist das im Endefekt nicht auch eigentlich egal? Denn es hört sich ja gleich an.

Edit: Den Schwachsinn mit der fünften Lage habe ich entfernt.
Nochmal Edit: Ich habe mich hier total verhaspelt und es nochmal korrigiert.
Zuletzt geändert von Gast am 18.04.2013, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 16:19

Clapton: ich kann mir jetzt einen kleinen Seitenhieb doch nicht verkneifen... *thihihi* ;)

Eine Auflistung mehrer (einigermassen annerkannter) Musiker, die nachweislich keine Noten lesen konnten oder können (nicht abschliessend, Quellenangabe im Link unten. Zudem auch hier drin zu finden)

- Eric Clapton
- Jimi Hendrix
- Steve Vai
- Bobby McFerrin
- Alle vier Beatles (ja, alle)

:D

Quelle

Deswegen ist zB auch "Arrangeur" oder "Komponist" eine komplett eigene Berufsbezeichnung. Die gibt es teilweise wirklich, nur um die Ideen eines kreativen Geistes abbildbar zu machen.

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 16:21

Phuehue hat geschrieben:Clapton: ich kann mir jetzt einen kleinen Seitenhieb doch nicht verkneifen... *thihihi* ;)

Eine Auflistung mehrer (einigermassen annerkannter) Musiker, die nachweislich keine Noten lesen konnten oder können (nicht abschliessend, Quellenangabe im Link unten. Zudem auch hier drin zu finden)

- Eric Clapton
- Jimi Hendrix
- Steve Vai
- Bobby McFerrin
- Alle vier Beatles (ja, alle)

:D

Quelle


Ja jetzt ist aber genug der Häme :D
Paul McCartney kann als Klavierspieler keine Noten lesen?
Edit: Ich weiß das er hauptsächlich Bassist ist, aber das ändert ja nichts an der Tatsache das er Klavier spielen kann.

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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 16:24

Nope, kann er nicht (Unterdessen kann er seine Ideen sicherlich per Midi-Dingsbums in eine Notenschrift bringen, aber das ist wohl eher als Service gegenüber seiner Mitmusiker). Aber warum sollte er es auch können müssen? Er hatte ja selten Songs von anderen gespielt, sondern es war meist umgekehrt. :D

Nochmals: Es gibt gute Gründe, weshalb man es nicht braucht. Solange man selber Musik macht und in einem Band-Gefüge unterwegs ist, muss es nicht sein. Wenn man jedoch den akademischen Musiker-Weg einschlägt (Sprich: Ausbildner, Lehrer an Konservatorien, Komponist, Arrangeur etc.), dann gehört es halt zum Berufsbild dazu.

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 16:45

Naja Fakt ist, dass ich besser mit Noten klar komme als mit Tabulatur. Vielleicht studiere ich ja auch irgendwann mal Musik, mich reizt das immer mehr. Deswegen lerne ich mit Noten. Wenn jemand lieber Tabulatur spielt, dann bitte. Ich werde ihm nie mehr seine Fähigkeiten als Musiker absprechen.

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Erstellt: von Vinnland » 18.04.2013, 17:27

Im Laufe dieses Threads habe ich mein Vorhaben geändert. Ich frage mich, was soll ich mit Noten? Ich bin "schon" 36 Jahre alt und fange gerade erst an zu lernen. Es wird noch ein wenig Zeit vergehen, bis ich mal was vernünftig mit der Gitarre hinbekommen werde. Ich habe nicht vor irgendwo groß in einer Band zu spielen. Ich lerne das Spielen gerade, weil mir Musik wichtig ist und ich Spaß dabei habe. Es ist extremst unwahrscheinlich, dass ich mal Noten brauchen werde. Also warum soll ich mir das antun? Mir fällt kein Grund ein. Scharf auf das Notenlernen bin ich absolut nicht. Ich dachte erst, dass es für mich sinnvoll sein könnte. Tabs, werden sicherlich meinen Bedürfnissen genügen.

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Erstellt: von Stinger » 18.04.2013, 17:35

clapton_is_god hat geschrieben:Wenn jemand lieber Tabulatur spielt, dann bitte. Ich werde ihm nie mehr seine Fähigkeiten als Musiker absprechen


Und das ist gut so...

Nur nicht den Spaß verlieren. In meinen Augen gibt es nix Schlimmeres, als "Ernste Musik".
Zuletzt geändert von Stinger am 18.04.2013, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 17:37

@ Vinnland:
Mein Input dazu würde lauten, dass es sinnvoll ist sich mit "Harmonielehre" und den Bezeichnungen auf der Gitarre auseinanderzusetzen. Sprich: Wo auf dem Griffbrett ist welcher Ton sowas ist sehr hilfreich. Doch man muss m.E. dies nicht zwingendermassen mit der Notenschrift lesen / schreiben können. Wer das kann, hat sicherlich nix verloren und evt. Zugang zu einem grösseren Fundus an - eben - Noten, als Tabulaturen, aber ich halte die Harmonielehre und das finden der töne / Aufbau der Akkorde auf dem Griffbrett udn die Frage, WARUM diese so aufgebaut sind, wichtiger!

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Erstellt: von Vinnland » 18.04.2013, 17:49

Und das wichtigste ist, jeder soll das machen, womit er am Besten klarkommt ... oder jenachdem wie die Bedürfnisse sind. Es gibt nicht nur schwarz / weiß ... kein richtig oder falsch.

@Phuehue
Genau, ich habe bisher nur davon gehört und noch null Ahnung aber das ist eine Sache, die ich gerne lernen möchte. Mal schauen was mein Gitarrenlehrer taugt und wo er mich hinführen wird.
Mein Ziel ist es die Gitarre (und alles was dazu gehört) zu verstehen ... musikalisch und technisch. So kommt es dann auch mal, dass ich mich mehr mit einem Röhrenwechsel beschäftige als mit der Gitarre. *hüstel* ;) Was auf der Gitarre spielen können? Nicht wirklich. Aber hey ... ich kann schnell und perfekt eine Gitarre mit Tremolo stimmen. *ggg*
Naja ... jetzt geht es ja endlich mal los mit dem Fingerverknoten. ;)

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Re: Noten oder keine Noten?

Erstellt: von Andreas Fischer » 18.04.2013, 20:54

Guitarslam hat geschrieben:Standpunkt 1: Noten lesen lernen ist ein muss alles andere macht kein Sinn
Standpunkt 2: Noten lesen lernen ist sinvoll, man kommt aber gut ohne aus und wenn man nur als hobby spielt kann man getrost drauf verzichten

Jetzt noch eine Frage, wenn ihr Noten lesen gelernt habt wie habt ihr dass getan.


werde 1 noch 2
es geht ganz ohne noten
es mach aber trotzdem sinn sie zu lernen, weil sie einem weitere möglichkeiten geben

ist so wie mit pommes oder currywurst - der eine nimmt pommes, der andere ne wurst, andere wiederrum beides

es ist keine frage, oder sollte keine sein von entweder oder

musik machen kann man ohne noten lesen/schreiben zu können
trotzdem bereicht es wenn mann "notationen" und dazu gehören auch tabs kann

außerdem nicht zu vergessen Musiktheorie, denn ohne die geht es irgendwann nicht weiter zumindest deren grundlagen brauchts ab irgendeiner stufe, es sei denn man ist ein genie ;-)
Andreas Fischer
Versuche seit Ende 2012 nach 30 Jahren zum zweiten mal Gitarre spielen zu lernen
Lerne Gitarre, Penny Whistle, Melodica, Piano, Dulcimer, und Ukulele.

Meine Instrumente - Mein WeBLog - My (Your/Our) Music Community Net - Wir schreiben (eine) Musikgeschichte

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 21:24

Phuehue hat geschrieben:Ganz genau. Und: Wäre im (wann war das 17. Jahrhundert?) vor langer Zeit nicht Klavier das führende Komponisten-Instrument gewesen, die Notenschrift sähe definitiv nicht so aus, wie sie heute aussieht.


Das stimmt nicht. Die Enstehung des heutigen Notensystems leitet sich von der Mensuralnotation ab. Aber jetzt zu den frühen Anfängen, mal ganz grob;
Die ersten Versuche von geschriebener Musik stammt allerdings aus der Antike (Griechenland ~500-200v.Chr), dort wurden die Texte+Notensymbole auf Stein (mit Buchstabensymbolen) eingemeißelt. Aber Unsere entwickelte sich nicht aus dieser ;) , sondern aus den Neumen. Da man es nach einer Zeit satt hatte, dauernd nur einstimmige Choräle zu singen... die sind ja auch tot langweilig wenn jeder dasselbe singt, entwickelte sich durch hinzugefügte Linien und "gefüllte Noten" eine neue Schrift die komplexer wirkt - die Quadratnotation. Diese wurde in der NotreDame-Schule entwickelt (~12Jhd). Da muss man wieder sagen, dass je nach Region die Schrift anders war (Deutschland z.B Hufnagelnotation). Allerdings war diese Schriftart nicht sehr erfolgreich, da man immernoch Einbussen im Rhythmus hatte (gab nur "Rhythmusgruppen" (vgl. Ligatur)) . Um diese kleine Problem zu beseitigen kam die Mensuralnotation, die sich in den Epochen der Ars Antiqua entwickelte. Man merkte schnell, dass man den Rhythmus noch feiner differenzieren kann und entwickelte neue Rhythmuszeichen (Fähnchen) in der Ars Nova u. Ars Subtilior. Da dieses System recht komplex war, kam es zu Bachzeiten zu einer leichten Vereinfachung - aus dieser Vereinfachung ist unser heutigen Notensystem hervorgegangen, dass sich immernoch weiterentwickelt!
Die Tabulatur wurde gleichzeitig entwickelt, erlangte ihren Höhepunkt aber erst im 18Jhd und war je nach Region unterschiedlich (vgl. Spanische Tabulatur mit Englischer). Die Tabulatur war im Gegensatz zu den "Noten" eine instrumenspezifische Notationsform.
Die "allgemeine" Notenschrift wurde für die Sammlung und Weitergabe von Liedgut, Gedankenfesthaltung entwickelt. Man kann sagen, dass der eigentliche Ursprung der heutigen Notation nicht vom Klavier (das gab es dort noch nicht, wenn: Cembalo) zurückzuführen ist, sondern von den Gesängen - welche auch von der Kirche speziell gefördert wurden.
Die Tabulatur entstand dagegen ausschließlich für Instrumente, das bezeugen nicht nur Lautentabulaturen - sondern (ja ihr hört richtig) Tabulaturen für TASTENINSTRUMENTE
Quellen: NGroveD | Stichwort: notation
Zuletzt geändert von Gast am 18.04.2013, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Erstellt: von Gast » 18.04.2013, 21:28

Da studiert aber jemand Musik... :D

Tolle Infos!

BigboySmith
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 39
Registriert: 02.04.2013

Erstellt: von BigboySmith » 21.04.2013, 23:37

Ich finde ja, dass Noten sehr wichtig sind um die Musik richtig zu verstehen. Durch die Musiktheorie werden die ganzen Zusammenhänge klar. Hier würd ich sagen (ich habs so gemacht) man fängt an mit Tabs zu spielen um ein Gefühl für die Gitarre zu bekommen und fängt dann langsam mit dem Notenlesen an (oder man spielt gleich nach Noten was aber vl ein wenig langweilig ist da man ja eig nichts "cooles" wirklich spielen kann).
Wenn man sich ein wenig in die Materie der Harmonielehre reinstrebert und vl ein Parxisbuch mit Übungen + Lösungen hat kann das echt Spaß machen, ich sehs immer so, die einen lösen Rätsel ich mach Musiktheorieübungen. Das ganze kann dich so begeistern (ich spiel seit 5 Monaten nach Noten), dass du aufeinmal 6 Stunden am Tag büffelst und dir soviel aneignen möchtest wie möglich :).
Ich persönlich versuche ja immer nach einem Kapitel in meinem Theoriebuch das gelernte Praktisch anzuwenden, wie setze ich meine Akkorde richtig ein, wie spiele ich eine Melodie in der richtigen Tonart dazu, wie harmoniere ich mit anderen Musikern damit sichs nach was anhört.
Wenn du nur nach Tabs spielst, ist es wie schon erwähnt eig. nur malen nach Zahlen da du ja im Grunde nicht weißt warum das so gespielt und da is dann auch das Problem dass du aus einem Stück nicht wirklich was eigenes, besonderes machen kannst. Wenn du dir z.B. von Bob Dylan "Knocking on Heavens Door" anhörst und dir dann das gleiche nochmal von Gunsn Roses gibst dann kannst dir eig denken, dass die auch Theorie büffelt haben müssen um aus dem einen Stück etwas eigenes "besonderes" zu machen.

Das sind aufjedenfall mal meine Gedanken zu diesem Thema :)

Mfg Dominik
Keep on Rockin* ))-))

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Erstellt: von musicdevil » 22.04.2013, 01:39

Jo, aber nicht vergessen, es geht nur um die "Notenschrift".
Dass bissel Harmonielehre usw. sinnvoll und meist auch nötig ist, sind wir uns sicher einig.
Es geht nur um die Frage "Notenschrift lesen und schreiben können, oder nicht".
Ich weiß natürlich welche Akkorde zu einer Tonart gehören, kenne die Tonleiter, weiß wie ich Akkorde bilden kann, kenne die Stufentheorie usw.
Geht aber wohl nur um die reine Notenschrift.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 22.04.2013, 09:05

Liebe Experten: Es geht um Notenlesen. Das sind diese kleinen Kuller mit den kleinen Fähnchen dran, die man auf oder zwischen fünfzeilige Linien malt.

Und es geht darum, ob man diese Dinger dann lesen (und schreiben) können sollte.

Das hat mit Harmonielehre, mit Rhythmik oder so überhaupt kein bisschen zu tun. Das ist doch eigentlich nicht so schwierig.

Abgesehen davon ist eine Tabulatur auch nichts weiter als eine Form der Notation. Nur eben eine instrumenspezifische Form der Notation. Und häufig auch eine unvollständige, wenn sie nämlich ohne Rhythmusangaben daherkommt.

Aber auch das hat überhaupt nichts mit Harmonielehre zu tun. Die Harmonielehre ist die Grammatik, die Noten sind nur die Schrift.

Man könnte ja auch sagen, dass es Vorteile hat, Sütterlinschrift lesen zu können. Man könnte einige alte Dokumente damit lesen, die man sich so erst "übersetzen" lassen muss. Aber die deutsche Sprache und Grammatik würde man deshalb kein bisschen besser beherrschen.

Und so ist es mit Noten auch. Man kann sie brauchen. In verschiedenen Situationen braucht man sie auch, z.B. wenn man klassische Noten auf die Gitarre transponieren will. Oder seine Stücke z.B. auf Klavier transponieren will.

Aber im großen und ganzen, als Hobbygitarrist, der sich mit den Spielarten der Populärmusik beschäftigt, ist es wohl nicht mehr als ein "Nice to Have". Ich für meinen Teil habe vor 30 Jahren Noten flüssig lesen und schreiben gelernt. Und habe es seitdem so oft benutzt, dass ich sie mittlerweile mit dem Finger abzählen muss. Nämlich so gut wie gar nicht.

Also, wenn man nicht gerade Klassiker ist oder Studiomusiker oder vielleicht aus anderen Gründen die Noten anderer Instrumente transponieren oder verstehen will, dann kann man das mit der klassischen Notation eigentlich bleiben lassen.

Lernt in der Zeit lieber etwas, was Euch weiterbringt. Als erstes, lernt mal Notenschrift und Harmonielehre auseinander zu halten, bevor Ihr anfangt anderen die Welt zu erklären. Das könnte sonst peinlich werden.
Zuletzt geändert von phunky am 22.04.2013, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von musicdevil » 22.04.2013, 09:17

Ne Bekannte von mir meinte erst neulich "Du spielst so schön, würde ich auch gern können, aber ich kann ja keine Noten." Hä? :D
Daher denke ich auch, dass nicht immer jedem die Begriffe klar sind.

Ist vielleicht so ein wenig mit einem Analphabeten vergleichbar.
Der ist ein wortgewandter Sprecher, diktiert seine Bücher, Endprodukt ist nen Bestseller...aber kann selber nicht lesen und schreiben und muss sich die Bücher seiner Kollegen vorlesen lassen.

Wobei ich aber auch mal noch anmerken will, dass "Noten lesen und schreiben" eigentlich keine große Sache ist.
Geht wahrscheinlich sogar ohne Hauptschulabschluss.
Ist soweit auch wieder mit der Tabulatur vergleichbar.
Jeder der da weiß wie man Tabs liest und vielleicht auch schreibt, wird bestätigen können, dass man das ziemlich schnell lernen kann.
http://www.griffbrett.de/2011/01/wie-liest-man-tabulatur/
Lediglich "das flüssige" spielen nach Tabs oder Noten erfordert Übung.

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