Aaargh! Steg abgerissen! Was nun?

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janlan
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Aaargh! Steg abgerissen! Was nun?

Erstellt: von janlan » 18.01.2011, 15:49

Hallo Gitarrenfreunde.

Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, habe ich hier ein riesiges Problem. :cry:
Und was noch viel schlimmer ist, es handelt sich nicht einmal um meine eigene Gitarre.

Es geht um eine über vierzig Jahre alte Höfner Wandergitarre! Ein Instrument mit hohem ideellen Wert. Schluchz.

Die Gitarre ist (oder besser war :cry: ) mit Stahlseiten bespannt und hatte solche bereits beim Kauf.

Die Gitarre hing seit jeher an der Wand.
Sie war jahrelang verstimmt und hörte sich grauenvoll disharmonisch an - bis vor zwei Wochen, denn da habe ich sie mal wieder gestimmt.
Jede Saite hat in etwa eine Vierteldrehung bis zum optimalen Ton gebraucht.
Nun sehe ich heute morgen, dass der Steg von der Decke abgerissen ist und an den Saiten baumelt. :shock:
Nun habe ich furchtbare Schuldgefühle. Ich hab die Gitarre doch ganz gewissenhaft gestimmt - und nun das. :(

Nun stelle ich mir einige Fragen:

Kann sowas bei solch alten Instrumenten aus Materialermüdung auftreten?
Darf man alte Gitarren nicht stimmen?
Kann man so etwas wieder reparieren?
Sollte ich mich ohne Umwege ins Fegefeuer begeben? :?

Ich hoffe sehr ihr könnt mich vielleicht ein wenig (t)rösten - ich halt's einfach nicht aus.

Im Voraus vielen Dank für eure Beiträge.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 18.01.2011, 16:00

Kann sowas bei solch alten Instrumenten aus Materialermüdung auftreten?

Ja. Hast Du doch gemerkt ;-) Vielleicht ist nur der Leim zu brüchig geworden.

Darf man alte Gitarren nicht stimmen?

Doch. Aber wenn Instrumente lange ungespielt gelagert werden, ggf. in zu trockener Luft, dann passiert sowas schon mal.

Kann man so etwas wieder reparieren?

Vermutlich schon. Ist halt ne Frage was es kosten darf und wie die Gitarre genutzt werden soll. Um sie die nächsten 40 Jahre wieder an die Wand zu hängen - das wird vermutlich nicht so das Problem sein. Mach doch mal n Bild davon.

Sollte ich mich ohne Umwege ins Fegefeuer begeben?

Das ist ja nie verkehrt. :twisted: Gewöhnt man sich besser an die Temperaturen.


Ich hoffe sehr ihr könnt mich vielleicht ein wenig (t)rösten - ich halt's einfach nicht aus.

Bleib ruhig. Du kannst da nichts für. Je nach Saitendicke liegen da bestimmt 70-80 KG Zug am Steg an. Stell Dir jetzt noch vor, Du hättest sie gespielt. Das wär so oder so passiert. Außer beim mit schlaffen Saiten an der Wand hängen.

janlan
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Erstellt: von janlan » 18.01.2011, 16:47

Vielen Dank für deine Antwort.
Da bin ich nun doch ein wenig erleichtert. :?

Ich habe das ganze Elend nun auch mal für euch abgelichtet. Das Foto befindet sich im Anhang.

Der Steg ist eigentlich recht "sauber" abgerissen. Lediglich an den beiden äußeren Enden klebt schätzungsweise 1-2mm starkes Holz von der Decke nun am Steg. Auf dem Bild erkennt man es ein wenig, da die Decke an diesen Stellen eine etwas hellere Farbe hat.

Hat denn jemand eine ungefähre Ahnung, was eine solche Reperatur kosten könnte?
Die Gitarre kostete damals 280DM, was damals 'ne ordentlich Stange Geld für Normalsterbliche war - ihr heutiger Wert ist vermutlich hauptsächlich ideeller Natur ...
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howdy71
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Erstellt: von howdy71 » 18.01.2011, 16:55

Das sollte mit einer neue stabilen Klebung kein Problem sein, sollte auch nicht viel kosten! Vielleicht muss man das Holz nochmal "anschleifen" und von alten Kleberesten befreien.

30 - 40 Euro? Wobei ich das schon teuer finden würde. Aber wer weiss!

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 18.01.2011, 17:33

Ähm, sieht für mich fast so aus wie ein Knüpfsteg (bloß aufgeleimt, die beiden Einlagen unten am Steg die das Knoten erleichtern) - ergo ist es vielleicht eine Konzertgitarre? Wenn dem so ist, ist das nicht verwunderlich das der Steg "gen Norden wandert" weil die Gitarre für diese Zuglast nicht ausgelegt ist.

janlan
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Erstellt: von janlan » 18.01.2011, 17:48

howdy71 hat geschrieben:30 - 40 Euro? Wobei ich das schon teuer finden würde. Aber wer weiss!


Da hab' ich teureres befürchtet. 30 - 40 Euro hätte ich als sehr günstig eingeschätzt. Aber Ahnung hab' ich nunmal keine ...

Willaberkannnich hat geschrieben:Ähm, sieht für mich fast so aus wie ein Knüpfsteg (bloß aufgeleimt, die beiden Einlagen unten am Steg die das Knoten erleichtern) - ergo ist es vielleicht eine Konzertgitarre? Wenn dem so ist, ist das nicht verwunderlich das der Steg "gen Norden wandert" weil die Gitarre für diese Zuglast nicht ausgelegt ist.


Dass Metallsaiten auf einer Konzertgitarre Teufelswerk sind, wusste ich dank euch (und diesem Forum) bereits.
Die Gitarre ist aber tatsächlich eine (für Metallsaiten geeignete) Wandergitarre.
Aber dennoch vielen Dank für den Hinweis - ich habe manchmal
den Eindruck, man kann es gar nicht oft genug sagen.

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Funplayer99
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Erstellt: von Funplayer99 » 18.01.2011, 23:55

@ willaberkannnich
Das mit dem Knüpfsteg kam mir auch erst in den Sinn, aber bei genauerem Hinsehen sieht man dass die Ballends in einer Fräsung liegen und das ist bei einem Knüpfsteg eigentlich die stelle wo das Endstück der Knüpfsaiten durch das knoten sich selbst fixieren, diese würden bei der Fräsung wieder rausrutschen.der zwite Punkt ist dass der Sattel schräg ist wie bei einer Western der Sattel bei einer Nylon ist gerade.
Wenn der letzte Club geschlossen und der letzte Künstler abgetreten ist wirst du erkennen, dass man geile Atmosphäre nicht downloaden kann.

Die 99 in meinem Nick ist nicht mein Geburtsjahr!

Gast

Erstellt: von Gast » 19.01.2011, 22:35

...um mal ganz sicher zu gehen, ob es eine für Stahlsaiten ausgelegte ist; aus welchem Material sind oben die Rollen der Mechaniken, aus Kunststoff oder Metall?. Metall könnte auf Stahls. hin weisen; Kunststoff auf Nylonsaiten. )()( Das Stahls. d'rauf waren, besagt ja nichts. Mir kommt das jedenfalls ein bisschen seltsam vor. :-)))
Und falls Du das selber reparieren willst, reicht guter Leim, zumindest bei Nylonsaiten, aus meiner Sicht aus.

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jemflower
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Erstellt: von jemflower » 21.05.2011, 12:36

Hi,

ich habe hier neben mir ein sehr ähnliches Modell stehen. Dieses hat exakt diesen Steg, der definitiv für Stahlsaiten gemacht ist. Dabei würde ich aber maximal 10-er (Extra Light)
nehmen.
Bei einer Konzertgitarre ist mir das auch mal passiert (im Auto zu warm geworden). Da habe ich mangels Werkstatt (war ein Inselurlaub), einfach eine halbe Tube Sekundenkleber verbraten. Das ist mittlerweile fast 20 Jahre her und der Steg hält immer noch.

Ich würde es in deinem Fall aber mit Leim versuchen. Du musst allerdings eine Schraubzwinge mit sehr langem Ausleger haben und diesen durch das Schallloch bekommen. Dann muss obendrein alles gut unterfüttert werden, um Schäden an der Decke zu vermeiden.

Sollte sich unterhalb des Stegs eine Leiste befindet, könnte man über eine Schraube nachdenken. Wenn es nicht um Klang, als mehr um eine bespielbare Erinnerung geht, dann würde das sich nicht sonderlich auswirken.

LG
Laura (die unter dem Steg ihrer Laute zu diesem Zweck ein Stück Mahagonie angeleimt hat und trotzdem nicht findet, dass sie deshalb schlechter klingt)

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