Eigene Lernziele

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just me
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Eigene Lernziele

Erstellt: von just me » 23.12.2010, 18:30

Hallo alle :-)

Ich hoffe, ihr seht es nicht als Konkurrenz zum Erfolgsthread. Sonst bitte löschen oder dichtmachen :-)

Ich habe bei mir bemerkt, dass es mir um einiges leichter fällt, Melodien zu lernen (ist jetzt egal wie gut :cool: ), als die Akkorde zu finden und in nützlicher Frist umzugreifen. Finde das Akkorde spielen jetzt nicht sooo prickelnd und will lieber Melodien spielen. Man kauft sich ja keine E-Gitarre zum Akkorde schrummsen...

Aber ganz sicher gehören die Akkorde einfach dazu und deshalb habe ich mir sowas wie ein Ultimatum gesetzt: Bis Ende Januar kann ich die 15 Akkorde, die mir der Lehrer mitgegeben hat und zwar sauber und einigermassen geschwind umgreifen. Ich denke, 5 Wochen bei sicher 1h täglich müssten realistisch sein.

Ich gehe davon aus, dass ich mit diesem Lernziel eine brauchbare Basis schaffe und mich nachher mit besserem Gewissen auf den künftigen Lehrstoff stürzen kann.

Trotzdem übe ich natürlich weiterhin die ersten paar Stücke aus der Schule der Rockgitarre.

Ende Januar berichte ich dann, ob ich es geschafft habe. Was dann aber wohl eher in den Erfolgsthread gehören würde :-)

Vielleicht mag hier jemand von euch auch ein Lernziel im Forum bekannt geben?

Liebe Grüsse

justme

Löwe
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Erstellt: von Löwe » 23.12.2010, 22:52

Ich setze mir in dem Sinne keine Ziele.

Ich mache eine Sache nach der anderen.

Ich habe viel zu wenig Erfahrung, um zu sagen, bis dann und dann will ich das und das können.

Irgendwann komme ich dahin, daß ich auf einmal das, wovon ich hier schon mal gelesen habe, auch auf einmal am Wickel habe- weil es dran ist.

Im Moment gehe ich eben Schritt für Schritt weiter. Klitzekleine Schritte, aber ich merke schon, daß ich Sachen kann, leicht, die mir in den ersten 2 Tagen sauschwer vorkamen.

MIch bringen im Moment nur kleinschrittige Lernziele wirklich voran.

"Leichte Etüden", das ist in gewisser Weise mein erstes weites Ziel. Aber wann ich das erreiche?

Löwe
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Erstellt: von googlemeister » 24.12.2010, 10:29

Bei Zielen geht es nicht darum das Datum punktgenau einzuhalten auch wenn das natürlich schön wäre. Es geht darum dein Gehirn dahingehend zu "programmieren" deinem Ziel näher zu kommen und das geht mit Zielen wesentlich direkter als einfach so drauf los ohne zu Wissen wo man hin will. Kleine Metapher: Du willst in den Urlaub und weißt nicht wohin also fährst du blöd in der Gegend rum. Weißt du wohin du willst dann kannst zielgerichtet dort hinfahren. Dennoch kann die Fahrt aber 6 oder auchmal 10 Stunden dauern, dennoch bist du schneller da als ohne Ziel.

Wer sich dafür interessiert, was übrigens auch für die eigene Persönlichkeit hilfreich ist, der sollte sich etwas mit NLP beschäftigen. Sucht einfach mal nach "NLP Ziele" bei google und dort erfahrt ihr eine Menge wie man Ziele richtig formuliert.
Die Antwort: Üben, üben, üben!
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Löwe
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Erstellt: von Löwe » 24.12.2010, 10:53

googlemeister hat geschrieben:Bei Zielen geht es nicht darum das Datum punktgenau einzuhalten auch wenn das natürlich schön wäre. .

Von NLP weiß ich nicht sehr viel.

Aber es scheint auch möglich zu sein, intuitiv richtig vorzugehen.

Und ich denke, daß mit jeder selbstorganisierten Lernerfahrung man auch, was das betrifft, einen Schritt weiterkommt.

Ich fürchte, da wir alle lange Jahre in der Schule waren, ist genau da das Problem, daß wir umständlich uns eigene selbstbestimmte Lernerfahrungen erarbeiten müssen.

Die Schule gibt alles vor, wann was wie, verursacht viel Lernfrustration, verhindert eigenständige Lernerfahrungen/-organisation im Grunde meistens.

Vielleicht hilft ja diese NLP-Sache, von der Du schreibst, vielen ein Stück weiter:
Es geht darum dein Gehirn dahingehend zu "programmieren" deinem Ziel näher zu kommen und das geht mit Zielen wesentlich direkter als einfach so drauf los ohne zu Wissen wo man hin will. Kleine Metapher: Du willst in den Urlaub und weißt nicht wohin also fährst du blöd in der Gegend rum. Weißt du wohin du willst dann kannst zielgerichtet dort hinfahren. Dennoch kann die Fahrt aber 6 oder auchmal 10 Stunden dauern, dennoch bist du schneller da als ohne Ziel.

Wer sich dafür interessiert, was übrigens auch für die eigene Persönlichkeit hilfreich ist, der sollte sich etwas mit NLP beschäftigen. Sucht einfach mal nach "NLP Ziele" bei google und dort erfahrt ihr eine Menge wie man Ziele richtig formuliert


Aber es geht auch ohne dieses Wissen, denn ich habe viele Dinge, einschließlich Instrumente, selbst organisiert gelernt.

Ich merke, mit jedem Mal geht es besser und man weiß von Mal zu MAl besser, nicht unbedingt bewußt, worauf es im nächsten Schritt ankommt.

Wir haben als Kind ein unglaublich komplexes Systhem gelernt: Selbstorganisiert: Die Sprache.

Wir haben die Fähigkeit, grundsätzlich. Die NLP formuliert ja "nur", was sowieso vorhanden ist, als Fähigkeit.

Insofern kann sie etwas bewußt machen und bei Lernprozessen helfen. Aber wir können das uns, da bin ich sicher, auch auf anderen Wegen erarbeiten, am besten durchs- Tun!

Wichtig: Weiter dranbleiben. (Wird hier ja auch immer wieder geschrieben). Das ist die Voraussetzung für alles. :D

Viele Grüße,
Löwe
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Erstellt: von googlemeister » 24.12.2010, 14:45

Ja ich stimme dir in dem Punkt was die Schule angeht zu 100% zu. In der Schule wird zum Großteil stupides auswendiglernen gelehrt. Hat den riesigen Nachteil das wir die Rechte Gehirnhälfte wo die Phantasie und Kreativität herkommt, total vernachlässigt wird. Mit ein Grund weshalb ich mich viele Jahre für total unkreativ gehalten habe. Erst nach gezieltem "trainieren" hab ich dies in den Griff bekommen. Musik hilft da natürlich ungemein ;-) Mittlerweile halte ich mich für sehr kreativ und meine Ideen bestätigen mir dies.

NLP ist ja auch nicht die "Wahrheit". Wie du schon sagtest soll jeder sein eigenes Lernsystem finden und ich bin der Meinung das dies in der Grundschule schon gelehrt werden sollte. NLP ist ja auch nur ein Hilfsmittel aber es gibt soviele Menschen die Probleme beim lernen hatten oder immer noch haben. Ich kenne leider auch verdammt viele Menschen die denken das sie zu dumm, zu unkreativ oder einfach nicht fürs lernen geschaffen sind. Ich weiß, das ich die völlige Kontrolle darüber habe wer ich sein will und fand auch bisher für alles eine Lösung. Die Methoden dafür was für mich funktioniert muss ich natürlich selber finden.

NLP fasst das ganze grob gesagt zusammen und dient als Hilfskonstrukt. Ich schreibe mir mittlerweile auch meine Ziele nicht mehr auf, habe ich früher aber regelmäßig getan um diesen Prozess so gut zu lernen, das dieser völlig automatisch läuft. Meine Faktoren die mir wichtig zum erreichen meiner Ziele sind, sind folgende: Ziele müssen messbar sein, sie müssen realistisch sein (Ziele als Etappen / dein Zitat: Mich bringen im Moment nur kleinschrittige Lernziele wirklich voran.) und ich muss die ständig vor Augen haben.

Ich weiß aber auch das dies noch effektiver wird wenn ich das schriftlich ausformuliere. Alles was ICH aufschreibe brennt sich in meinem Gehirn fest. Gibt ja die Sinneswahrnehmungen wie auditiv, visuell, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch etc. Je mehr Kanäle ich nutze desto schneller und intensiver lerne ich. Meine Wahrnehmung ist sehr stark visuell nur wenn ich dies mit anderen Kanälen verbinde, vergesse ich das kaum noch (wiederholung vorausgesetzt).

Beispiel: Lese ich etwas habe ich einen visuellen Reiz, spreche ich das ganze dabei noch laut mit nutze ich direkt 2 Kanäle. Daher funktoniert es ja z.B. bei der Gitarre auch so gut wenn man das Griffbrett lernt, die Noten laut aufzusagen während man die spielt. So hast du direkt 3 Kanäle nämlichv visuell, auditiv und kinästhetisch (körperlicher Reiz). Je besser wir uns kennen desto schneller und intensiver lernt der Mensch. Andere hören gerne Audiobücher, andere lesen gerne, andere spielen die Geschichten im Theater nach. Auch Anhand der Sprache kann man erkennen wie Menschen veranlagt sind.

Beispiel: Siehst du wie das Meer Wellen schlägt? Während eine andere Person sagt "Hörst du das rauschen des Meeres?" eine andere wiederum sagt "Riechst du das Meeressalz?" oder auch "Spürst dies und jenes". Natürlich sagt ein Satz noch nichts darüber aus aber nach einiger Zeit kann ich tendenzen erkennen.

Oh wieder soviel geschrieben ;-) Eine Sache noch: Wir haben die Sprache gelernt, ist meiner Meinung aber nicht ganz korrekt. Wir haben die Sprache ja nicht selber entwickelt sondern durch Imitation gelernt. Daher halte ich das ganze Schulenglisch auch für fraglich. Ich wäre dafür jeden Schüler für ein Jahr in ein Land zu schicken wo die Sprache seiner Wahl gesprochen wird. Das bringt mehr als z.B. 5 Jahre Schulenglisch. Realisierbar ist das leider nicht ;-)

€: Bin auf jedenfall auch deiner Meinung, das es besser ist die Dinge selber zu erarbeiten, es ist aber nie verkehrt auch andere Möglichkeiten zu kennen. Da helfen Hilfskonstrukte wie aus dem NLP wo es auch heißt "Wenn etwas nicht funktioniert dann tue etwas anderes". Nur was soll ich tun fragt sich der ein oder andere. Ich les einfach nach und wenn ich das ausgechöpft habe suche ich weiter oder wähle die beste Methode aus. ;-)
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just me
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Erstellt: von just me » 25.12.2010, 09:52

Schönen guten Weihnachtsmorgen euch allen :-)

Find ich gut, dass ihr über das Thema "Lernen" als solches schreibt. Gewiss sind bei mir viele Sachen aus der Schulzeit hängen geblieben. Aber ich meinte, wir hätten während diesen Jahren noch von sehr viel mehr Dingen gehört und sie auswendig lernen müssen. Und ja genau, wo sind denn diese ganzen Informationen geblieben? Nicht nur in Bezug auf Musiklehre.

Bei mir fand ich den Haken immer, dass ich Dinge lernen musste, die mich nicht interessiert haben. Vielleicht war ich einfach ein widerborstiges Kind, was gut möglich ist. Bei Fächern, die mein Interesse weckten, ging's um einiges leichter. Das hat man aufgesaugt und hinterfragt. Selber noch Material aus der Bücherei besorgt usw.

Dies scheint allerdings bei mir auch heute noch so zu sein. Wo ich (z.B. im Beruf) Sinn und Notwendigkeit darin sehe, das entschlüssle ich mir. Der Rest ist stupide Anwendung nach Vorlage.

Man kann sein Leben durchaus damit verbringen, Vorgänge einfach anzuwenden. Mit der Zeit fällt das auch dank wachsender Routine leichter. Dass das Spass macht, finde ich nun nicht gerade, aber ich habe den Eindruck, dass recht viele Menschen ihr Leben so verbringen und parallel dazu ihr Schicksal bejammern.

Wo ich ein Ziel habe, komme ich auch weiter. Ich kann mir riesige, insgeheim frustrierende Ziele setzen oder Schritte. Diese sollten aber nicht so bescheiden sein, dass man sie sowieso erreicht, ohne sich ein bisschen dahinter setzen zu müssen.
Am Beispiel meiner Akkorde: Ich kann die Zeitangabe weglassen und wenn ich täglich weiter übe, kann es sein, dass ich automatisch irgendwann diese paar Akkorde beherrsche.
Mir ist bei diesem Lernziel aber wichtig, dass ich es bis Ende Januar schaffe.

Ich will so spielen können, dass es mir und anderen Freude macht. Also einigermassen souverän. Das ist das grosse Ziel. Wenn ich dies nicht in Schritte aufteile, fange ich an zu zweifeln, dass dies überhaupt möglich ist.
Grosse Ziele in Zwischenstationen aufzuteilen bietet gute Gelegenheit zum kreativen Umgang mit einem Thema.

Es schadet einem durchaus nicht, sich ein bisschen Druck aufzusetzen. Wie schon gesagt wurde, kennt sich jeder selbst am besten und kann so auch Massnahmen gegen den inneren Schweinehund ergreifen.

Die Hausaufgaben meines Lehrers haben Priorität. Wenn ich merke, dass es dort irgendwo klemmt, kann ich ihm alle paar Wochen sagen, dass ich das halt leider immer noch nicht geschafft habe oder ich kann die "Klemme" sezieren und mir Wege ausdenken, sie zu lösen.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich eher autodidaktisch veranlagt bin. Ich finde lieber selber heraus, als dass ich es mir vorbeten lasse.

Beim Erlernen eines Musikinstrumentes kommt erschwerend dazu, dass es sich nicht auf Theorie beschränkt und im Gegenzug fällt das Lernen nur schon mental leichter, weil wir freiwillig Gitarre spielen lernen wollen.

Mir persönlich kommt das sehr gelegen.

Bin dann mal am Üben :-)

Liebe Grüsse

justme

Löwe
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Erstellt: von Löwe » 25.12.2010, 20:24

googlemeister hat geschrieben:Hat den riesigen Nachteil das wir die Rechte Gehirnhälfte wo die Phantasie und Kreativität herkommt, total vernachlässigt wird. Mit ein Grund weshalb ich mich viele Jahre für total unkreativ gehalten habe. Erst nach gezieltem "trainieren" hab ich dies in den Griff bekommen. Musik hilft da natürlich ungemein ;-) Mittlerweile halte ich mich für sehr kreativ und meine Ideen bestätigen mir dies.

Und die meisten, die aus der Schule kommen, halten sich wohl auch nicht für kompetent, empfinden Lernen als Pflicht und nicht als Lust usw.


NLP ist ja auch nicht die "Wahrheit". Wie du schon sagtest soll jeder sein eigenes Lernsystem finden und ich bin der Meinung das dies in der Grundschule schon gelehrt werden sollte.


Ich denke wirklich, daß es in jedem Menschen eigentlich da ist.

Sprache wird nicht durch Nachahmung gelernt, oder besser: Zum größten Teil nicht durch Nachahmung.

Es ist Regellernen.
Ganz leicht zu zeigen: Ich denke, kein Erwachsener sagt zu einem Kind: Ich bin gegeht. Trotzdem benutzen die meisten deutschen Kinder diese From eine Weile.

Sie wenden eine Regel richtig an, allerdings bei einem "falschen" Wort.

Wenn man einen Buchstaben wegnimmt und ihn ersetzt:

wehen, wehte, geweht (auch die Form "gehte" wird benutzt von den Kindern in einer bestimmten Muttersprachlernphase), dann stimmt alles.

"Gehen" ist zwar total ähnlich, aber ein unregelmäßiges Wort. "Gegeht" wäre eine richtige Regelanwendung- wenn nicht das Wort unregelmäßig "gehen" wäre.

Nachahmungslernen passiert bei der Aussprache.

Sprache ist auf den verschiedensten Ebenen ein hochkomplexes Systhem, das sich die Kinder selbst beibringen, die Regeln werden unbewußt gelernt.

NLP ist ja auch nur ein Hilfsmittel aber es gibt soviele Menschen die Probleme beim lernen hatten oder immer noch haben.

Ja, es muß ein Weg gefunden werden, die Fähigkeit, Lernen selbst zu steuern, wieder auszugraben.

In der Schule sind z.B. alle Lernziele von außen vorgegeben...

Das nimmt nach und nach die Fähigkeit, sich selbst auszuprobieren und zu steuern, wie gesagt, das hat man aber (nicht nur da!) beim Sprachelernen schon gekonnt, bevor man in die Schule kam.
Ich kenne leider auch verdammt viele Menschen die denken das sie zu dumm, zu unkreativ oder einfach nicht fürs lernen geschaffen sind.

Die Erwachsenen glauben einfach nicht, daß Kinder ungeheuere Fähigkeiten mitbringen
und erziehen die Kinder in der Schule zur Unselbständigekit, weil sie denken, ihnen helfen zu müssen.
Die Methoden dafür was für mich funktioniert muss ich natürlich selber finden.


Den Mut wiederfinden zum Beispiel usw. Ja.
Musikinstrument lernen- das kann ein Anfang sein.
(Ziele als Etappen / dein Zitat: Mich bringen im Moment nur kleinschrittige Lernziele wirklich voran.) und ich muss die ständig vor Augen haben.


Genau das kann man wiederlernen- und muß man wieder lernen. Sonst braucht man gar nicht ein Instrument anfangen. Wenn dann NLP ein Weg für viele sein kann, ist das ja toll.

Ich weiß aber auch das dies noch effektiver wird wenn ich das schriftlich ausformuliere. Alles was ICH aufschreibe brennt sich in meinem Gehirn fest.

Aber selbst da haben viele Probleme, weil die Schule da zum Teil auch Hemmungen aufbaut, gerade bei denen, die das Schreiben nicht von zu Hause als Normalität aus kennen.

Daher funktoniert es ja z.B. bei der Gitarre auch so gut wenn man das Griffbrett lernt, die Noten laut aufzusagen während man die spielt. So hast du direkt 3 Kanäle nämlichv visuell, auditiv und kinästhetisch (körperlicher Reiz). Je besser wir uns kennen desto schneller und intensiver lernt der Mensch.

Dazu muß man aber den Spaß an so etwas wiederfinden.

.... - ... Daher halte ich das ganze Schulenglisch auch für fraglich. Ich wäre dafür jeden Schüler für ein Jahr in ein Land zu schicken wo die Sprache seiner Wahl gesprochen wird. Das bringt mehr als z.B. 5 Jahre Schulenglisch. Realisierbar ist das leider nicht ;-)

Und außerdem sieht man immer wieder: Wenn ein Mensch gezwungen wird, etwas zu lernen, kann das eine Aversion fürs ganze Leben hervorbringen- und sozusagen dadurch auch eine lebenslange Unfähigkeit. Außer: Er findet den Mut, sich alles wieder neu zu erarbeiten und zu erobern.

€: Bin auf jedenfall auch deiner Meinung, das es besser ist die Dinge selber zu erarbeiten, es ist aber nie verkehrt auch andere Möglichkeiten zu kennen. Da helfen Hilfskonstrukte wie aus dem NLP wo es auch heißt "Wenn etwas nicht funktioniert dann tue etwas anderes". Nur was soll ich tun fragt sich der ein oder andere. Ich les einfach nach und wenn ich das ausgechöpft habe suche ich weiter oder wähle die beste Methode aus. ;-)

Ja, jeder muß seinen eigenen Weg finden.
Voraussichtlich werde ich nie Rockgitarre lernen bzw. spielen.
Das wäre für mich der falsche Weg.
Ein anderer schüttelt sich bei klassischer Gitarre.

Nur bei einem eigenen selbst gestellten groben/großen Lernziel ist der Erfolg dann nachhaltig und man hält auch durch. Sucht sich selbst Wege usw.

Spannend.
Viele Grüße,
Löwe
Zuletzt geändert von Löwe am 25.12.2010, 22:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Erstellt: von Löwe » 25.12.2010, 20:40

just me hat geschrieben:Und ja genau, wo sind denn diese ganzen Informationen geblieben? Nicht nur in Bezug auf Musiklehre.

justme

Wenn der eigene Wille fehlt, dann fehlt auch die Motivation, und dann ist das Lernen nicht wirklich effektiv.

Bei mir fand ich den Haken immer, dass ich Dinge lernen musste, die mich nicht interessiert haben.

Ich habe das alles auch gehaßt, auch wenn ich "gut" in der Schule war.

Zu Hause habe ich mir aber u. a. selbst Klavier beigebracht. 6 Stunden am Tag habe ich geübt: Freiwillig!
Vielleicht war ich einfach ein widerborstiges Kind, was gut möglich ist. Bei Fächern, die mein Interesse weckten, ging's um einiges leichter. Das hat man aufgesaugt und hinterfragt. Selber noch Material aus der Bücherei besorgt usw.

So muß es doch sein. Und dann kommen auch automatisch die Leistungen.
Und man kann dann auch auf einmal auch Sachen erarbeiten, die mit dem Interessengebiet verknüpft sind und kommt zu fächerübergreifendem Lernen.

Dies scheint allerdings bei mir auch heute noch so zu sein. Wo ich (z.B. im Beruf) Sinn und Notwendigkeit darin sehe, das entschlüssle ich mir. Der Rest ist stupide Anwendung nach Vorlage.

Ich glaube: Das ist normal und menschlich. Leistungen wachsen, wo bei mir Interesse ist.

Man kann sein Leben durchaus damit verbringen, Vorgänge einfach anzuwenden. Mit der Zeit fällt das auch dank wachsender Routine leichter. Dass das Spass macht, finde ich nun nicht gerade, aber ich habe den Eindruck, dass recht viele Menschen ihr Leben so verbringen und parallel dazu ihr Schicksal bejammern.

Sie sehen sich nicht als die, die ihr Leben selbst bestimmen- oder sie sehen sich auch nicht fähig dazu, Lernprozesse selbst in die Hand zu nehmen- und denken dazu auch, daß sie das beides niemals könnten.

Wo ich ein Ziel habe, komme ich auch weiter.

Ziele setzen und für sich finden, das muß man sich zutrauen. Und dann auch wieder lernen, wie das wirklich geht und daß0 das wirklich geht. Das hat, glaube ich auch, etwas mit Lebensfreude zu tun.

Ich kann mir riesige, insgeheim frustrierende Ziele setzen oder Schritte. Diese sollten aber nicht so bescheiden sein, dass man sie sowieso erreicht, ohne sich ein bisschen dahinter setzen zu müssen.

Das muß man sich, wenn man erwachsen ist, meist erst mühsam wieder erarbeiten.
Ich glaube, wir konnten das, sonst hätten wir nicht mal Gehen gelernt, oder das Greifen. Nur, daß das nicht bewußt war.
Erst als so ab 4 oder 5 Jahren wird das immer bewußter.

Dieser Prozeß wird aber m.E. im Moment von der Schule unterbrochen, indem sie fast alles bis ins Kleionste vorgibt und so geht das Zutrauen in diese Fähigkeiten verloren. Dadurch werden diese Fähigkeiten auch nicht in dem Maße entwickelt, wie es ohne diese Bevormundung möglich wäre.
Am Beispiel meiner Akkorde: Ich kann die Zeitangabe weglassen und wenn ich täglich weiter übe, kann es sein, dass ich automatisch irgendwann diese paar Akkorde beherrsche.
Mir ist bei diesem Lernziel aber wichtig, dass ich es bis Ende Januar schaffe.

Dafür wünsche ich viel Erfolg! Bleib dran, kann ich da nur sagen. (mir sind für mich kleinere Ziele hilfreicher... Bewunderung also für Deine Herangehensweise!)

Ich will so spielen können, dass es mir und anderen Freude macht. Also einigermassen souverän. Das ist das grosse Ziel.

Hört sich aber gut an. :-)

Wenn ich dies nicht in Schritte aufteile, fange ich an zu zweifeln, dass dies überhaupt möglich ist.
Grosse Ziele in Zwischenstationen aufzuteilen bietet gute Gelegenheit zum kreativen Umgang mit einem Thema.

Sehe ich auch so.

Es schadet einem durchaus nicht, sich ein bisschen Druck aufzusetzen. Wie schon gesagt wurde, kennt sich jeder selbst am besten und kann so auch Massnahmen gegen den inneren Schweinehund ergreifen.

Ich arbeite immer nur mit kleinen Zielen, weil sonst der "Schweineköter" ganz schnell wieder Oberhand hat.

Die Hausaufgaben meines Lehrers haben Priorität. Wenn ich merke, dass es dort irgendwo klemmt, kann ich ihm alle paar Wochen sagen, dass ich das halt leider immer noch nicht geschafft habe oder ich kann die "Klemme" sezieren und mir Wege ausdenken, sie zu lösen.

Das ist dann ein Teil der Problemlösungskompetenz- die man m.E. meist nicht in Schulen lernt.(?)
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich eher autodidaktisch veranlagt bin. Ich finde lieber selber heraus, als dass ich es mir vorbeten lasse.

Ich auch. Ich mag mich auch nicht vergleichen- manchmal mache ich das, aber das tut mir nicht gut. Aber: Was bringt das Vergleichen denn auch? Nichts. Niemand lernt so wie ich und genau das, wie ich. Niemand hat meine Hände, meinen Kopf, niemand hat meine Erfahrungen- und ich nicht die von anderen. Was sagt daann ein Vergleich aus? Nullkommanichts.

Und schon gar nicht in Bezug auf meinen persönlichen Lernweg.

Beim Erlernen eines Musikinstrumentes kommt erschwerend dazu, dass es sich nicht auf Theorie beschränkt und im Gegenzug fällt das Lernen nur schon mental leichter, weil wir freiwillig Gitarre spielen lernen wollen.

Und das macht den Unterschied zu allem erzwungenen Lernen!
Mir persönlich kommt das sehr gelegen.

Mir auch. Und der Spaß kann einem vergehen, auch wenn es das Tollste ist, was man macht- wenn einer einen dazu zwingt bzw. wenn ich mich gewungen dazu fühle. Dann habe ich auch keine Lust mehr, fühle mich nicht mehr kompetent usw.

Bin dann mal am Üben :-)

Oha, ich hatte heute schon meine harte Übetour- aber jetzt glaube ich, daß ichs gut auf die Reihe kriege. Am Anfang meiner Übzeit heute hatte ich gar keine Hoffnung- und es ging nur um ein paar Töne und Takte....

Viele Grüße,
Löwe
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Erstellt: von just me » 25.12.2010, 22:45

Danke für eure Teilnahme an diesem Thread! Ihr seid toll :-)
Sie sehen sich nicht als die, die ihr Leben selbst bestimmen- oder sie sehen sich auch nicht fähig dazu, Lernprozesse selbst in die Hand zu nehmen- und denken dazu auch, daß sie das beides niemals könnten.


Meine "Lieblinge", die Opfer... Ich darf ruhig über sie lästern, denn ich war auch mal ein "Opfer" und musste erstmal checken, dass man sich sein Leben selber so gemischt hat, wie es ist. Wir hatten es zuhause wirklich nicht besonders toll und da hat sich das Denken eingeschlichen, dass man machtlos ist und eh immer überall unter die Räder kommt. Mein Vater war bis an sein Lebensende ein Opfer und meine Mutter ist noch heute in dieser Schiene.
Ich denke, die meisten Kinder und Jugendlichen haben diese Phase der Machtlosigkeit. Wichtig ist, dass man sich irgendwann sagt, so, jetzt bin ich erwachsen und bestimme selber über mein Leben.

Das ist dann ein Teil der Problemlösungskompetenz- die man m.E. meist nicht in Schulen lernt.(?)


Mir fällt dazu eines aus der Schulzeit ein: Mathe. Wollte ich nicht wissen, machte ich halt irgendwie und hatte vor jeder Prüfung Bauchschmerzen. Die Lehrer waren scharf auf den Lösungsweg und das hat mir manches Mal eine miese Note reingehauen, auch wenn das Resultat korrekt war. Sie bestanden darauf, dass ich die Aufgaben haargenau mit dem Vorgehen lösten, welches sie uns in den Wochen vorher eingetrichtert haben. Ich raffte das meistens nicht und löste die Aufgabe auf meine eigene Weise. DAS war ihnen ein Dorn im Auge. Dafür gab es keinerlei Anerkennung und ich glaubte ihnen, dass nichts kann.

Im Rückblick heute sage ich, dass ich über eine gute Problemlösungskompetenz verfüge, denn immerhin waren meine Resultate i.O.
Ich gehe soweit, dass ich dabei "mehr geleistet" habe als die Musterschüler, die schön nach dem vorgegebenen Lösungsweg vorgegangen sind. Ich habe mir bei dem, was ich notiert habe, etwas gedacht und nicht ein Strickmuster angewendet.

Oha, ich hatte heute schon meine harte Übetour- aber jetzt glaube ich, daß ichs gut auf die Reihe kriege. Am Anfang meiner Übzeit heute hatte ich gar keine Hoffnung- und es ging nur um ein paar Töne und Takte....


Ich hatte bis vorhin meine Mam zu Besuch und wollte ihr nach dem Essen demonstrieren, was ich schon alles "kann". Habe kaum einen Ton getroffen und es gibt zwei mögliche Ausreden:
a) man kann sich nicht ohne Einspielen hinsetzen und "richtig" spielen
b) Angst vor Blamage

Tendiere eher zu a, denn ich kenne sie ja schon 41 Jahre und sie hat meine Sopranflötenzeit ertragen und ebenso mein Geübe mit ihrer geliebten Handharmonika und sie weiss, wie ich nackt aussehe. Ausserdem ist sie schiefe Töne von ihren Zitherschülern gewohnt :cool:
Mam selber sagte auch, es ist Variante a) und sie mache mit ihren Schülern immer Fingerübungen.

Herzliche Grüsse

justme

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Erstellt: von just me » 15.01.2011, 17:04

Zwischenstand: Ich sag nur... Gut ist erst Mitte Januar :D

Aber es geht immerhin voran. Allerdings gibt es Tage, da will es einfach nicht. Diese Woche war ich jeden Abend so geschafft von der Arbeit, dass ich fast zu müde war, die Gitarre anzufassen.

Doch ich gebe nicht auf. Bin ja ein Trotzkopf mit Ziel :)

LG justme

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Erstellt: von googlemeister » 15.01.2011, 20:24

Du spielst ja auch noch nicht solange ;) Glaub mir, wenn du die Basics drauf hast und der Anfang ist geschafft dann läuft es mit dem regelmäßig spielen wie von selbst. Nunja, zumindest war es bei mir so obwohl es Spaß gemacht hat. Aller Anfang ist halt schwer und sieht umso mehr was man noch alles nicht kann. Mit steigender Praxis und Lernbereitschaft sieht man immer mehr was man auf einmal schon kann und das war der ausschlaggebende Punkt für mich das ich jeden Tag spiele so wie ich mir jeden Tag die Zähne putze :D

Nochmal der Bezug zur Schule. Das nervt mich im nachhinein echt am meisten. Mindestens 10 Jahre wird man vollgekleistert von festen Lösungswegen etc. und das in dem Alter wo man Dinge aufnimmt wie ein Schwamm. Den Mist wieder rauszukriegen auert sicherlich viele Jahre. Kenne das auch nur zu gut irgendwelche Rechenaufgaben mit festen Lösungswegen und sowas demotiviert einfach nur.

Hätte mir auch niemals vorstellen können das ich freiwillig in meiner Freizeit noch soviel lernen will aber ich wurde eines besseren belehrt. Selbst Musiktheorie lerne ich freiwillig o_O In der Schule hat mir Musik 0 Spaß gemacht, da hatte ich aber auch kein Ziel....
Die Antwort: Üben, üben, üben!

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Erstellt: von just me » 15.01.2011, 21:22

Ja, ich habe die Gitarre gerade 5 Wochen. Manchmal ergreift mich schlicht Torschlusspanik :-D

Ich habe mir schon oft gedacht, ob man als Kind nicht einfach zu jung ist für die Schule. Klingt vielleicht blöd.

Kein Kind weiss, wieso es sich stundenlag da hin setzen muss und wieso seine Zeichnungen nicht okay sind. Es hört dauernd "du lernst das für dich, nicht für mich".

Also als Kind habe ich das nicht gecheckt, da bin ich ehrlich. Wieso sollte ich denn etwas für mich lernen, was ich gar nicht interessant fand?

Dito Berufswahl. Mit 16 soll man wissen, was man sein Leben lang arbeiten will/soll? Dabei hat jeder erstmal nur schiss vor der Zukunft, weil die Erwachsenen dauernd jammern, wie furchtbar ihr Mistjob ist. Und genau diese Erwachsenen teilen einem mit fiesem Grinsen mit, dass der Ernst des Lebens anfängt. Mich gruselt :-)

Richtig wissbegierig wurde ich erst nach der Ausbildung. Da habe ich angefangen, alles mögliche an Wissen in mich hineinzusaugen. Und es waren durchaus auch Gebiete, die ich in der Schule gehasst habe.

Vielleicht bin ich einfach etwas eigen :twisted:

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Erstellt: von just me » 31.01.2011, 18:35

So. Ende Januar ;)

Ich hab's nicht geschafft. Möchte jetzt nicht sagen, dass es mir wurscht ist, aber das "Versagen" quält mich nicht. Ich habe immerhin Fortschritte gemacht und bleibe einfach dran. Zeitfenster setze ich mir im Moment kein weiteres.

In zwei Wochen ziehe ich um (Spontanentscheid) und in der Firma gibt's nicht wenig zu tun. So ist der Kopf nicht ganz frei und der Wille hängt abends etwas.

Nun werd' ich aber üben gehen :-)

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