Holzwahl bei Akustikgitarren (Tonhölzer)

Online-Ratgeber
von Gast
#103548
Ich hab mal ne frage:

Und zwar hab ich zur zeit eine Collins Westerngitarre, welche massive Fichte als Deckenholz hat.
Diese Fichte macht einen eher Basslastigen Klang,also eher tief..
Bin nun schon seid längerem am schauen und überlegen welche Akkustik ich mir als nächtes holen würd...
Das hat jetzt 2 Gründe zum einen weil ich allgemein einen besseren Klang möchte und weil meine neue Akustik nicht so tief klingen soll..

Welches Holz macht einen eher hellen bzw. mittleren/ausgewogenen Klang?

Evt. mit Gitarrenmodellen im Anhang.
Ausgeben würde ich so 300-450 euro.

Danke schon mal.

Gruss Flow
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von Sunburst
#103574
Das wichtigste ist die Deckenkonstruktion. Fichte klingt gerade zu Beginn meist etwas "zugeschnürt", entwickelt aber mit der Zeit einen sehr feinen und ausgewogenen Klang.

Für einen etwas lauteren, helleren und direkteren aber auch groberen Klang solltest du mal Gitarren mit einer Zedernholzdecke ausprobieren.

Aber gerade im von dir genannten Preissegment würde ich mal herumziehen und Gitarren in Läden probieren.
Ahornzargen und Boden sollten vielleicht auch in Erwägung gezogen werden.

Achja und welche Form soll die Gitarre haben?

Eine 000/Grand Auditorium klingt anders als eine Dreadnought oder eine Jumbo.
von Gast
#103577
Versuche es mal mit einem Metallsteg- oder zumindest Knochen. Das gibt etwas mehr Obertöne.
Oder mit etwas anderen Saiten (stärkere Diskant, schwächere Bässe).
Zeder hat etwas schnellere Ansprechzeit, klingt kürzer und heller.
Ahorn ist seltener zu bekommen, klingt so etwa zwischen Zeder und Fichte.
Mit einem Stück Schaumgummi im Korpus kann man die Bässe auch etwas begrenzen.
Viel Spass beim Test.
Winni
von Gast
#103578
Erstmal danke für die tips ^^
was sind den neben dem aussehen die unterschiede der verschiedenen formen?
von Gast
#103582
Durchschnittlich gesehen: Je kleiner und flacher der Korpus, desto weniger tiefenbetont- und weniger Lautstärke- je kleiner das Schalloch, desto leiser.
winni
von Gast
#103760
Ok..das war echt hilfreich bis jetzt..und wie sind die genauen Unterschiede bei den Formen..also Dreadnought, Grand Auditorium, jumbo..und was gibt es noch für Formen?

Gruss :)
von Gast
#103860
Dobro- (Resonator) Gitarren gibt's auch noch

Salü
)()(
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von Mediachaos
#103877
Hallo!
Takamine ist gut, aber die Korpustypen sind teilweise nicht ohne weiteres mit andern u vergleichen. Zumindest nutzt Takamine eine eigene Nomenklatur, so dass es vielleicht nicht einfach ist, das zu übertragen.

Thomann hat m. e. auch ein paar gute Seiten dazu:
https://www.thomann.de/de/onlineexpert_12.html

Im Inhaltsverzeichnis finden sich alle gebräuchlichen Varuanten mit Bild und ausführlicher Erläuterung.

Und nochmal zur Eingangsfrage: Das Deckenholz ist nicht dran schuld, wenn Deine Gitarre Dir zu basslastig tönt. Du hast uns auch nicht verraten, was für eine Gitarre das genau ist. Ich vermute aber, es ist eine Dreadnought, denn tendenziell ist das der Sound, den man von einer Dreadnought erwartet.

Außerdem wäre es noch interessant, welche Saiten Du genau auf Deiner Gitarre hast. Dann könne man evtl. Vorschläge zur Besaitung machen, denn die SAiten habe hier auch einen nicht unbeträchtlichen Einfluss.

Gruß
gerald
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von Sunburst
#103887
Und nicht zuletzt die Anschlagsweise. Vielleicht schlägst du auch näher am Hals an.

Das mit der takamine Nomenklatur ist richtig, vielleicht sollte man mal einen Versuch wagen es zu "übersetzen", denn ich finde es sehr interessant, dass Takamine die Bracings (Beleistung) mit abbildet.

Mein Versuch einer Übersetzung, bitte schlagt mich nicht, wenn es falsch ist, sondern verbessert mich. =)=)=

Dreadnought: Selbsterklärend. Martin hat damals mit dem Dreadnought-Design einen Standard gesetzt!
Classical: Die Takamine Interpretation einer Klassikgitarre mit Cutaway.
FXC: Jetzt wird es schwierig. Die FXC von Takamine liegen für mich irgendwo zwischen Grand Auditorium / 000 und Mini Jumbo. Am eheseten könnte man die Gitarrenform wohl mit einer 000 vergleichen, denke ich.
NEX: Auch hier ist das Problem mit der Vergleichbarkeit. Ich spiele eine NEX Takamine und finde sie sehr schön in Dynamik und Klang. Auch hier irgendwo zwischen Mini Jumbo und GA, vielleicht etwas näher an der Mini Jumbo.
Jumbo: Groß, größer, Jumbo. Ist mir persönlich zu groß, klingt aber auch groß und gleichzeitig schön durchsetzungsstark.
New Yorker Body: Die Takamine Interpretation der berühmten Martin 000 Form, imho.
OM: Auch hier erübrigt sich eine Übersetzung, denke ich.
von Gast
#103915
Mediachaos hat geschrieben:
Und nochmal zur Eingangsfrage: Das Deckenholz ist nicht dran schuld, wenn Deine Gitarre Dir zu basslastig tönt. Du hast uns auch nicht verraten, was für eine Gitarre das genau ist. Ich vermute aber, es ist eine Dreadnought, denn tendenziell ist das der Sound, den man von einer Dreadnought erwartet.

Außerdem wäre es noch interessant, welche Saiten Du genau auf Deiner Gitarre hast. Dann könne man evtl. Vorschläge zur Besaitung machen, denn die SAiten habe hier auch einen nicht unbeträchtlichen Einfluss.

Gruß
gerald
Ich hab eine Collins CS23CE für ca. 130 Euro

Und ja, es ist eine Dreadnought....aha also ist es bei einer Dreadnought normal?..ok!
Ich spiele gerne mit fingerpick,also weniger Akkorde,welche Gitarre bzw. welche Form wäre denn da gut...zur erinnerung ich suche einen klaren, genauen KLang!

Danke, Gruss^^
von Gast
#103917
Sunburst hat geschrieben:Und nicht zuletzt die Anschlagsweise. Vielleicht schlägst du auch näher am Hals an.
Nein :) ich schlag bzw. Picke in der Regel über dem Soundhole...ich weiss auch das es Näher am Hals Voller und wärmer klingt..und halt auch bassiger^^

Gruss^^
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von Sunburst
#103922
Hinter dem Schallloch, also näher am Steg klingt es twangiger.
Und wenn du dir die Links von Mediachaos und mir ansiehst, wirst du sehen, dass bei den Korpusformen auch steht, für welche Sachen sie geeigneter sind.
von Gast
#103923
Mediachaos hat geschrieben:Hallo!
Takamine ist gut, aber die Korpustypen sind teilweise nicht ohne weiteres mit andern u vergleichen. Zumindest nutzt Takamine eine eigene Nomenklatur, so dass es vielleicht nicht einfach ist, das zu übertragen.

Thomann hat m. e. auch ein paar gute Seiten dazu:
https://www.thomann.de/de/onlineexpert_12.html

Im Inhaltsverzeichnis finden sich alle gebräuchlichen Varuanten mit Bild und ausführlicher Erläuterung.
ZU Takamine muss ich leider zustimmen , trotzdem danke Sunburst!

Und zu dir Mediachaos, danke! Das hat mir echt geholfen, sehr informtaiv!
Hilft mir super bei meiner Entscheidung.

Ich denke eine Auditorium wäre das beste für mich?!
Oder?
Gruss^^
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von Sunburst
#103925
Eine GA, oder eine OM oder eine Mini-Jumbo. Oder eine Takamine NEX.
von Gast
#104071
Ähh ja super..das waren jetzt 4 von 6 typen..is nich so genau eingegrenzt^^..echt kiene Empfehlung?..wie gesagt, spiele fingerpicking...möchte einen sauberen klaren klang..muss nich laut sein...
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von Sunburst
#104073
Die GA ist dafür sehr gut geeignet. Siehe Clapton.
Eine Mini Jumbo / NEX ist unglaublich variabel, daher auch gut für Fingerpickings geeignet. Eine OM ist im Prinzip eine 000 nur mit längerer Mensur. Du musst nach deinen Vorlieben entscheiden. Teste doch einfach mal, was dir in die Finger kommt und wer weiß, vielleicht ist es nachher eine Dreadnought, die dich überzeugt. Der von dir gewünschte Klang ist ja auch noch von anderen Faktoren abhängig. Die Saiten spielen da eine nicht geringe Rolle, zum Beispiel, wie Mediachaos es schon sagte. Bevor du hunderte Euros für ne Klampfe ausgibst und dann wieder bassbetonte saiten drauf packst, gebe lieber erst mal ein paar Euro für saiten aus und teste, ob sich da was machen lässt.
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von Mediachaos
#104095
Tja, kann mich nur anschließen. Konkrete Empfehlung ist extrem schwierig. Mehr als eingrenzen kann ich das Thema nicht. Der Rest kommt von Dir. Was sagen deine Ohren, was sagt Deine linke Hand zur Halsform, wie ist die Halsbreite, wie fühlt sich die Gitarre insgesamt beim Spielen an etc...

Das ist komplett individuell und der Auswahlprozess kann lang dauern oder es 'schnackelt' einfach und Du weißt was Du willst.

Danach geht der Prozess weiter, bis man z. B. die wirklich passenden Saiten gefunden hat - sofern man das auf sich nehmen will. Aber es lohnt sich.

Für Deine jetzige Gitarre würde ich als Zwischenlösung mal folgendes empfehlen: Spielweise anpassen. Wenn Du Fingerstyle spielst, kannst Du versuchen, den Daumen für die Bässe weniger kraftvoll einzusetzen. Spielposition um 1-2 cm in Richtung Brücke verschieben.
Und 80/20 Bronze Saiten oder Yellow Bronze in 011-0xx (alles unter 052) versuchen.

Zum Beispiel: http://www.tone-toys.com/de/Acoustics.html 80/20 in 011-050.
Ich hatte die mal in 012-052, waren mir fast zu brillant, können aber hier Deinen aktuellen Problemen abhelfen.
Oder die hier: http://saitenkatalog.de/shop1/product_i ... _id/15260/ Die haben die Stärken 011-047, sind also sicher auch weniger basslastig.

In 012-052 sind das meine Lieblingssaiten für meine Yamaha mit Zederndecke.

Übrigens: Wenn es für Deinen Geschmack/Bedarf tatsächlich DEN absoluten Tipp gäbe, wär's doch letztendendes sehr, sehr langweilig!

Viel Erfolg!
gerald
Zuletzt geändert von Mediachaos am 26.10.2009, insgesamt 1-mal geändert.
von Gast
#104145
Ok danke euch ^^..
den tipp mit den saiten werd ich mal berücksichtigen und mir ein zwei verschiedene sätze holen.

Und danke für den tipp mit den verschiedenen modellen..werd mal ein paar gitarren in die hand nehmen,wenn ich mal wieder im laden bin..

Thx Gruss^^
von Gast
#105191
Wenn ne Akustik schwach in den Höhen ist, muss das nicht unbedingt nur am Holz liegen. Das kann auch die Bauweise sein (ich hab mal gehört, das sogar die Bauweise des Steges die Höhen beeinflussen kann). Da hilft nur Antesten. Ich hab schon Akustikgitarren für 250 EUR angespielt, die ordentliche Höhen hatten und welche für über 1000 EUR, die dumpf klangen (alle mit Fichtendecke).

Faustregel ist ja eigentlich, dass Dreaughtnoughts eher zu Plektrumspielern passen und
die Gitarrentypen mit etwas kleinerem Korpus eher was für Fingerpicker und Fingerstyle-Leute sind. Aber das ist nur die "traditionelle" Zuordnung. Es soll schon Leute gegeben haben, die auf einer Dreaughtnought Fingerpicking spielen!
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von Sunburst
#105196
Ja, der Steg hat einen ziemlichen EInfluss auf die Höhen und da noch mal insbesondere die Pins, die die Saiten fixieren. Messingpins zB. klingen brillianter - da kann man durchaus auch experimentieren.
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