Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

Schneiderlein
born 2 post
Beiträge: 235
Registriert: 16.09.2013

Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von Schneiderlein » 10.10.2017, 21:12

Moin.

Schon seit geraumer Zeit interessiere ich mich mehr und mehr für Jazz – eine der wenigen Musikrichtungen, um die ich früher immer einen großen Bogen gemacht hatte. Aber man bleibt musikalisch ja nicht stehen und mittlerweile sind Sachen von Joe Pass, Django Reinhardt und Mary Halvorson bei mir einkehrt und ich steh im Moment total drauf =(=))=

Ich habe jetzt schon musikgeschichtlich – vor allem natürlich aus Gitarristen-Perspektive – ein bisschen was zum Thema gelesen und überlege jetzt, mir ein Gitarren-Lehrbuch für Jazz-Gitarre zuzulegen.

Aaaber – keine Ahnung welches :_::_: Ich habe natürlich schon gegoogelt, was es gibt, aber tatsächlich noch gar keine Idee, was ich genau will.

Jetzt hoffe ich auf Erfahrungsberichte von euch, auch um mir selbst darüber klarer zu werden, was ich da genau haben möchte. Gibt es hier im Forum Menschen, die Jazz spielen? Was spielt ihr? Welche Lehr-Bücher haben euch geholfen?

Vielen Dank für eure Antworten!

Benutzeravatar
GuitarRalf
findet den Ausgang nicht
Beiträge: 426
Registriert: 09.07.2014

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von GuitarRalf » 11.10.2017, 07:56

Aloha Schneiderlein,

ich schweife gelegentlich in den Jazzbereich ab. Und um dem planlosen Notengewitter Einhalt zu gebieten, orientiere ich mich seit einem 1/4 Jahr an

Mickey Baker´s Jazz Guitar / ISBN 0 86001 016 3 .

Interessant war für mich bislang seine Erklärungen zur Harmoniestruktur. Sein Verweis, dass z.B. Gma6 einem Emi7 , ein G7#5 einem Db9b5,...entspricht, erklärt ein wenig die Akkordfolgen und lassen sie weniger nach Zufall klingen.

Und was ihm noch wichtig war zu erwähnen, war die Tatsache, dass das Buch zwar in 2-3 Monaten durchgearbeitet werden kann, er aber für die Erstellung des Buches mehrere Jahre gebraucht hat. Und vor diesen Jahren waren noch Jahre, in denen er das Jazzspielen gelernt hat. Echt Oldschool, es hat zwar Akkordgriffbilder, aber keine Tabulatur.

Sk°l
:cool:

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8363
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von mjchael » 11.10.2017, 09:25

Die neue Harmonielehre, Bd.2:
von Frank Haunschild ca. 27,- €
Ein musikalisches Arbeitsbuch für Klassik, Rock, Pop und Jazz
Bild
Weniger praktische Sachen für Gitarre, aber die Theorie, warum welche Akkorde welche Erweiterungen haben und wofür sie genutzt werden ist wirklich gut und einleuchtend erklärt.

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8363
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von mjchael » 11.10.2017, 10:38

Die Lessons ( http://www.lickbyneck.com/Lessons.html ) von http://www.lickbyneck.com
sind ziemlich interessant für Arangements.
Man findet Akkordprogressionen, Walkingbass und vieles mehr von leicht bis anspruchsvoll.
Ist vielleicht ein wenig mühsam sich da durchzulesen, doch du bekommst eine Ahnung, wie man einen Jazz-Standard arrangieren kann.
Zudem findest du dabei viele Beispielen . Ich glaube die meisten wichtigen Jazz-Standards aus dem Fake-Book wirst du dort wiederfinden.

everyBlues
Pro
Beiträge: 2187
Registriert: 03.09.2012

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von everyBlues » 11.10.2017, 11:47

Michael Sagmeister's jazzgitarre:
https://www.amazon.de/Michael-Sagmeiste ... 3932587480
Bild
https://sites.google.com/a/tulagu.host/ ... 3932587480

Möchte john Ganapes noch erwähnen, weil einige ja schon so auf "blues you can use" stehen." Jazzin'the Blues" ist nicht auf deutsch erhältlich, soweit mir bekannt.
https://www.amazon.de/Jazzin-Complete-L ... CK6H8812M0
Bild
Sagmeister ist aber anspruchsvoller und ... naja "besser" oder lehrreicher.........
Ich denke um Jazz muss man keinen Bogen machen. Zumindest nicht aus Angst es könnte zu kompliziert werden.
Der Jazz kann, auch, einfach gestrickt sein. Und er war es Früher auch mal.

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8363
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von mjchael » 11.10.2017, 15:36

So der ganz schräge Jazz gefällt mir persönlich nicht so besonders. Wenn es aber etwas melodischer ist, oder die Stücke singbar sind, dann höre (und spiele) ich gerne mal verjazzte Stücke. Vor allem die vom Jazz angehauchten Musikrichtungen wie Bossa Nova und auch sonst alles Lateinamerikanische, Swing, Bebop und natürlich Blues (wobei die Beeinflussung eher umgekehrt ist, da Blues zuerst da war.)
Und für alle, die hier mitlesen: bei den leicht verjazzten Sachen sind die harmonischen Voraussetzungen noch überschaubar.
z.B. post250625.html#p250625 (sehr leichte Jazz-Improvisation für den Einstieg)
oder https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Jazzworkshop für einfache Jazz-Akkord-Begleitung zum Reinschnuppern (ebenfalls sehr einfach gehalten.)
Gruß Mjchael

Schneiderlein
born 2 post
Beiträge: 235
Registriert: 16.09.2013

Re: Erfahrungen mit Jazz-Gitarrenbüchern

von Schneiderlein » 11.10.2017, 17:36

Vielen Dank schonmal für eure Antworten. Englisch-sprachige Literatur-Empfehlungen habe ich kein Problem mit.

@everyblues:
Mit experimenteller, avantgardistischer Musik bin ich aufgewachsen. Wenn man das dem Jazz zuordnet, habe ich darum nie einen Bogen gemacht.

Um das, was man so "Jazz" nennt oder was man vielleicht "klassischen Jazz" nennen könnte, habe ich einen Bogen gemacht, weil diese Musik mir immer zu elitär erschien.

Sympathisch oder attraktiv finde ich auf jeden Fall, dass – so wie ich das wahrnehme – Jazz-Gitarrenmusik keine oder wenig Musikindustrie-induzierte Musik ist.

Radio-Musik entsteht mittlerweile am Computer, die brauchen keine Musiker mehr, da genügt ein Produzent. Da wo Menschen mit handgemachter Musik Geld verdienen wollen, sind sie auf Partner aus der Musikindustrie angewiesen. Man kann das ja beobachten, wie die Musikindustrie mittlerweile die Kommunikation über Gitarrenmusik prägt. Ich habe gerade erst ein englisch-sprachiges Interview mit Thomas Blug angeklickt, aber auch ganz schnell wieder weggeklickt; ich hab das nicht ertragen können, dieser Musikindustrie-gesteuerte Sprech. Ernsthaft über Musik wird da nicht mehr gesprochen, sondern alles dreht sich um "Tone" (hier fehlt mir der Kotz-Smiley).

Sowas kann ich mir bei Mary Halvorson oder Bill Frisell nicht vorstellen. Das finde ich attraktiv: erstklassige Gitarristen und Musiker, die einfach Musik machen statt ihr Equipment zu promoten.

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Aktuelle Zeit: 23.10.2017, 22:48