Wer hilft mir beim improvisieren?

Duspol1
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Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 19.05.2017, 10:18

Hallo Leute,

ich denke das Problem kennt jeder Gitarrist. Ich weiß wie ich die Pentatonik übers Griffbrett spiele, weiß jetzt wie ich die Tonleitern spiele, aber hört sich immer noch nach nix an. Einer sagt Pentatonik spielen, der andere hat den Tip man soll sich an die Akkorde halten, usw. usw.! Wie ist bei Euch der Knoten geplatzt? Hat jemand ein Beispiel? Danke für eure Antworten!

Gruß

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Software-Pirat
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Software-Pirat » 19.05.2017, 14:23

Es klingt einfacher als es ist. Spiel einfach so, daß es sich gut anhört.

Wo ist denn genau das Problem? Klingt es falsch oder klingt es einfach langweilig? Ich geh mal davon aus, du meinst letzteres. In diesem Fall hilft meiner Meinung nach, einfach viel Musik zu hören (und zu spielen) um ein Gefühl für die Licks zu bekommen. Auch ein Blick in eine Lick-Bibliothek kann mal helfen.
Grundsätzlich gilt natürlich, daß man über einen Akkord mit der entsprechenden Pentatonik bzw. Tonleiter nicht verkehrt liegt. Aber wenn man die Töne stur nacheinander herunter spielt, ohne dabei mal das Tempo zu variieren, oder mal ein Bending einzubauen, dann klingt das halt langweilig. Ein gutes Solo ist auch weniger eine technische Herausforderungen. Du solltest natürlich wissen, wo die entsprechende Töne auf dem Griffbrett zu finden sind, ohne groß darüber nachzudenken. Das hilft, den wenn du nicht groß darüber nachdenkst, welchen Ton du spielen darfst, und welchen nicht, dann kannst du dich einigermaßen von deinem Gefühl treiben lassen.

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mjchael
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von mjchael » 19.05.2017, 14:44

Es kommt ein wenig darauf an, auf was du improvisieren willst.
• Blues oder von Blues beeinflusste Musikrichtungen mit Pentatonik und ggf. einigen Blue-Notes
• Pop oder Pop-Rock wo du mehr mit einer Tonleiter improvisierst.

Es sind zwei verschiedene Konzepte, die man nicht gegeneinander ausspielen sollte.

Ein Beispiel hatten wir eben schon gehabt:
Blues-Pentatonik beim Stop-Blues
Pentatoik und Improvisieren

Nach dem Stop-Blues kannst du dich mal Sweet-Home-Alabama versuchen mit eine G-Dur-Pentatonik im ersten Bund.
Der funktioniert ähnlich, nur nimmst du hier nicht die Gm-Pentatonik wie beim Blues, sondern die G-Dur-Pentatonik wie beim Country.



Stöbere mal nach weiteren Lessons und Tabs zu Sweet Home Alabama. Dann findest du einige Passagen, an denen du dich für den Anfang orientieren kannst.

Du hast da zwar immer nur kleine Parts jeweils beim letzten Takt, aber du siehst, wie hier jeder eine andere Version davon spielt.
Also funktioniert es hier eigentlich genau so wie beim Improvisieren.

Was helfen kann, ist, wenn ein Stück nur wenige Akkorde hat.
https://www.guitarplayerbox.com/select/chords/find/songs/?element=deepButton&pList=a&chSel=Am&chSel=C&chSel=G
Hier könntest du versuchen nur mit der Am-Pentatonik klarzukommen,
• Tonart des ganzen Stücks = Pentatonik-Tonart (also bei den Beispielen aus dem Link Am)
Wenn es sich über dem G-Dur-Akkord nicht gut anhört, oder langweilig klingt, wechselst du zu
• Akkord = Pentatonik (Am = Am-Pentatonik, G-Dur = G-Dur-Pentatonik)

Wenn jetzt hier noch C-Dur und Em mit hinzukähmen würde es keine nennenswerten Schwierigkeiten machen, denn vom Fingersatz her sieht die Am-Pentatonik genau so aus wie die C-Dur-Pentatonik
und die G-Dur-Pentatonik sieht genau so aus wie die Em-Pentatonik.
Also kommst du mit nur 2 Skalen aus, was das ganze doch recht überschaubar macht.

Dann kannst du versuchen, ob du mit der Blues-Pentatonik was anfangen kannst.
ist bei der Akkordkombination Am G kein Problem.
• Akkordname = Moll-Pentatonik-Name (Blues-Pentatonik)
Die Am-Blues-Pentatonik ist praktisch die Am-Pentatonik; hier ändert sich nichts.
Nur beim G-Dur spielen wir nicht die G-Dur-Pentatonik, sondern die Gm-Pentatonik.
Hört sich im ersten Moment nur schwer an, aber G ist ein Ton tiefer als A, also brauchst du beim Blues nur die Am-Pentatonik zwei Bünde zurück zu schieben und du spielst die Gm-Pentatonik mit dem selben Fingersatz.

Wann mache ich was?
Ausprobieren, und schauen bzw. hören was dabei rauskommt. Du hast ein Lied lang Zeit jede Variante mal auszuprobieren. Klingt es gut, mache weiter, hört es sich schräg an, lass es.
Hört es sich nur langweilig, aber nicht falsch an, mache einfach weiter. Hier kann man später noch einiges mit Rhythmus und Notenwerten ausholen.

G-Dur-Pentatonik mit leeren Saiten
Bild

Gm-Pentatonik (3. Bund)
Spielt man im Blues über einen G-Dur-Akkord
Bild

Am-Pentatonik (im 5. Bund)
Bild

Alternative G-Dur-Pentatonik für den G-Dur-Akkord, wenn du eine Pentatonik suchst die genau wie der G-Dur-Barré im 3. Bund gespielt wird. Die 1 der Pentatonik ist hier auf dem 3. Bund.
Bild

Jetzt hast du nur 2 Formen, die du verschieben kannst. Wenn du die letzte dir für später aufhebst, dann hast du nur eine Pentatonik-Form, die du hin und herschieben musst. Bei der Auswahl an Liedern findest du schnell durch Versuch und Irrtum raus, was wann passt.
Am G
Am Em G
Am C G Em

Wenn du damit halbwegs zurecht kommst kannst du noch versuchen einen Ton mehr mit hinzu zu nehmen
Am F G

So kannst du dich Stück für Stück vortasten.
Sicher ist immer:
Tonart = Pentatonik
Wenn es bei einem Akkord nicht hinhaut gilt als zweites:
Akkord = Pentatonik
Wenn Blues passt gilt:
Akkord = gleichnamige Moll-Pentatonik
Passt die Blues-Pentatonik nicht wechselst du wieder zu
Akkordname = Pentatonikname

Die Profis verwenden die Pentatonik nur als Grundlage. Die wird später aber noch erweitert. Also wundere dich nicht, wenn die Profis etwas sau geiles spielen, dass du nur mit der Pentatonik noch gar nicht hinbekommen kannst. Es muss sich anfangs nicht supertoll anhören. Es soll anfangs nur irgendwie passen.
Wenn es langweilig klingt, solltest du dich erstmal nicht zu sehr davon stören lassen. Daran kannst du arbeiten, wenn du die Pentatonik flüssig in den Fingern hast. Dann kannst du mit Rhythmus, einigen Bendings und unterschiedlichen Notenlängen schon einiges mehr raushohlen. Dich ein wenig an einem Stück entlangzuhangeln denke ich, hilft dir schon ganz gut weiter.

Gruß Mjchael

Duspol1
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 21.05.2017, 09:23

Danke, werde ich probieren!

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 03.06.2017, 22:06

So, bitte mal anhören! Was ssgt ihr dazu? Habt ihr auch so angefangen?Was ist gut, was schlecht, wie kann ich es verbessern usw.!

Freue mich auf eure kritik!!!

Bis dann!!!
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von slowmover » 03.06.2017, 23:23

Nun ja, ein richtiger Ton zur falschen Zeit ist 100 % falsch. Ein falscher Ton zur richtigen Zeit nur zu 50 %.
Ohne Takt und Rhythmus geht es nicht. Da kann dann nichts grooven. Improvisiere also am besten auf Jam-Tracks, dann ist Dein Spiel sofort besser. So wechselst Du ständig Takt und Tempo.
Wenn nicht nur ein Schlagzeug was vorgibt, sondern auch eine Rhythmusgitarre eine Akkordprogression spielt, ist die Improvisation nicht mehr im luftleeren Raum. Du bist bereits bei der lackierung, aber das Fahrwerk und und Karosserie fehlt noch.

Also ein bisschen rumdpielen ist durchaus tauglich um Beziehung zur Gitarre aufzubauen. Aber es ist kein Massstab
für Deine Fortschritte.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 03.06.2017, 23:36

Mit Jamtrack hab ich schon probiert, finde irgendwie nicht rein. Improvisieren macht mich fertig, nein Spaß bei Seite, ich übe und übe und übe!

Danke

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startom
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von startom » 04.06.2017, 01:15

Hoi Duspol1, ohne Backingtrack / Begleitung fehlt einfach der musikalische Kontext. Du schreibst, du findest nicht in den Backingtrack rein. Nun, das ist aber das Fundament des Improvisierens. Du solierst über einen bestehenden Rhythmus und passt deine Melodie dem musikalischen Kontext an.

Ein Tipp zur Verbesserung: Deine Bendings gehen fast ausnahmslos ins Nirvana. Der Zielton muss zu 100% getroffen werden, sonst klingt es einfach nur schief.
Tom

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 04.06.2017, 08:58

Ok, dann muss ich wohl nochmal nacharbeiten!:-) Naja, das es nicht der burner ist hab ich schon selbst gehört, ist ja schonmal was!:-)) Ich übe, demnächst hört Ihr wieder was von mir! Irgendwann macht es klick und es läuft!

Bis dann

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von slowmover » 04.06.2017, 09:27

Naja es macht eher nicht klick. Du willst zu viel auf einmal. Ich würde systematischer aufbauen. Du trainierst Dir sonst Fehler ein, für die Du später länger brauchst, um sie zu eliminieren, als ein kompletter Neuanfang. Ohne Dich an ein Konzept zu halten wie GitarrenDiplom in Wikibooks oder Sandercoe wird das Nichts. Ich will Dich nicht frustieren, aber ich befürchte, das musst Du ändern.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 04.06.2017, 11:19

Ich bin froh für jeden Tipp, ich merke ja selbst dass es nicht richtig weiter geht und ich mich im Kreis drehe.
Das Problem geht schon mit den Lehrern los! Ich hatte 6 Monate einen wirklich guten Lehrer, der leider wieder in seine Heimatstadt zurück musste! Der nächste war für mich eine Katastrophe, Du brauchst keine Noten, er hat mir eine Stunde Barre Akkorde erklärt und meinte dann " die kannst Du ja jetzt, machen wir mit dem nächsten Thema weiter", voll fürn A.....! Vertrag gekündigt! Mein jetziger hat klassische Gitarre studiert, er ist wirklich nicht schlecht, aber mit impro ist auch nicht so sein Ding, hat halt lieber das klassische! :-) Aber ich gebe nicht auf, es macht mir so einen Spaß, ich hänge jeden Tag dran. Werde mir die Sachen bei Wikibooks anschauen!

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von slowmover » 04.06.2017, 12:15

STartom hat noch etwas klarer den Fokus auf E-Gitarre und hält die Theorie überschaubar knapp. Mein Vorschlag wäre, dass Du z.B. von ihm die nächsten Schritte vorschlagen lässt. Wenn Du aus zu vielen Richtungen Vorschläge bekommst, pickst Du Dir von jedem was raus, und die Verwirrung wird immer grösser.

Ein Beispiel: Du hast gelernt, die Pentatoniken an allen möglichen Stellen des Griffbretts zu spielen. A-moll, D-Moll und E-Moll in einer Position hätte ausgereicht um loszulegen und um den typischen Dominant blues zu improvisieren. Die Jamtracks gibt es an jeder Ecke. Eigentlich reichen ganz wenige Töne für einen knackigen Riff. Da ich selber mit klassischer Gitarre angefangen habe bin ich ein schlechter Berater. Aber wer Motorrad fahren will erreicht sein Ziel nicht am schnellsten, wenn er den Bootsführerschein macht. WEnn Klassik nicht elementarer Bestandteil meines Geschmacks wäre, müsste man sicher nachdenken.
Du brauchst ein Konzept, wo Du Fortschritte spürst.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 04.06.2017, 13:06

Wenn jemand bereit wäre da ein paar Schritte zu erklären wäre ich natürlich dankbar. Will aber auch keinem seine kostbare Zeit stehlen oder jemandem auf die Nerven gehen! Ihr wisst was ich meine!

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Software-Pirat » 04.06.2017, 14:01

Also, eigentlich ist ein Forum dazu da, daß man Fragen stellt. Wenn jemand gerade keine Lust bzw. keine Zeit zu antworten hat, dann soll er es halt (in dem Moment) lassen. Das ist ja der Vorteil vom Internet. Also, stell ruhig weiter Fragen.

Wo ist denn genau das Problem mit den Jamtracks? Ich geb meinen Vorrednern in dem Punkt Recht, daß Improvisieren ohne Begleitung ziemlich sinnlos. Ein improvisiertes Gitarrensolo muß schon irgendwie in den Kontext des Songs passen, genauso, wie auch der Gesang. Bei mir schleicht sich langsam das Gefühl ein, daß dein Problem nämlich mehr in der rhythmische Erfassung eines Songs liegt bzw. im Rhythmusgefühl. Das ist aber sehr wichtig, wenn auch nicht sehr einfach. Marcus Deml hat z.B. mal in einem Gitarre&Bass-Interview gesagt, daß bei einer Aufnahme das Solo sehr schnell im Kasten war, die Rhythmusgitarre aber Stunden gebraucht hat.

Deswegen empfehle ich dir mal, einfach zu einem Backing-Track nicht zu improvisieren, sondern diesen rhythmisch mit Akkorden zu begleiten. Wenn das klappt, kannst du immer noch spontan ein Solo einbauen. Dazu solltest du natürlich wissen, wie der Track aufgebaut sind, wo die Akkordwechsel sind und natürlich auch in welcher Tonart der Song ist. Das ist leider nicht immer der Fall. Wichtig ist vor allem, daß du lernst "zuzuhören", erst auf den Backing-Track, später vielleicht auf die Mitmusiker in einer Band. Das klingt jetzt auf den ersten Blick blöd, ist aber sehr wichtig!

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 04.06.2017, 14:11

Mein Plan! Ich werde mir mal bei YT einen Backing Track in Am raus suchen und mich dann einfach mal auf den Bund beschränken!

Mit dem Forum ist richtig, habe hier auch immer gute Tips und Infos bekommen!

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von Duspol1 » 07.06.2017, 18:10

Soooo, bin dann mal in mich gegangen, nochmal einiges gelesen, mir eure Ratschläge zu Herzen genommen und ich glaube ich bin ein Stück weiter gekommen. Rhytmus war das Wort, ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen! Hab mir dann einiges angehört und dann langsam versucht.
Wie hört es sich an?
Kritik,kritik,kritik....!:-))))


Gruß
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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von mjchael » 07.06.2017, 19:22

Schön zu hören, dass du die Tipps der Vorredner beherzigst, und seit dem letzten Beispiel deutliche Fortschritte gemacht hast.
Du bist da schon mal auf dem richtigen Weg.

Was dir möglicherweise helfen könnte, wäre:
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... erarbeiten
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... a-Rhythmen
Es geht da zwar um Schlagmuster, aber wenn du das Tutorial mal machst, wirst du sehen, dass du viel besser mit synkopierten Notenwerten klar kommst.

Dann höre dir mal die großen E-Gitarren-Spieler an.
Ich denke da an:
• Europa (Santana)
• Still Got The Blues (Gary Moore)
• Parisienne Walkways (Gary Moore)
• Picture of the Moon (Gary Moore)
Die laufen alle nach dem gleichen Strickmuster ab, wie die oben gelernte Akkordfolge.
Mehr Beispiele unter:
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... uintenfall

Aber auch Sachen wie:
• Carlos Santana - Samba Pa Ti
• Eric Clapton - Wonderful Tonight
• Mark Knopfler / Dire Straits - Brothers in arms
• Eagles - Hotel California
• Brian May von Queen - Bohemian Rhapsody
Die Solos sind alle nicht zu schnell, und es gibt viele langsame Töne darin. Mit der oben genannten Vorübung kommst du mit dem Timing besser klar. Gut einige sind noch zu schwer, aber höre sie dir an und versuche dich einfach hineinzuhören, was die Gitarristen beim Solo machen. Bei den etwas einfacheren Stücken kannst du auch versuche mitzuspielen, oder sie sogar etwas nachzuspielen. Es muss nicht perfekt sein - denn bis zur Bühnenreife wird es doch wohl noch etwas Übung brauchen, aber du wirst dich trotzdem ständig weiter verbessern.

oder was recht einfaches:
• Pink Floyd - Wish You Were Here
hier ist das Intro recht einfach, und du bekommst ein Gefühl dafür, wie der Rhythmus mit dem Solo zusammenwirkt.
Oder auch sehr einfach:
• The Ventures - Walk -- Don't Run
eigentlich nur Am-Tonleiter.
Wenn du ein wenig Barré kannst macht auch folgendes Spaß:
• Jack Johnson - banana pancakes
Einfacher Pentatonik-Lauf.

Wie gesagt, es macht Spaß zu sehen, wie du die Tipps beherzigst, und versuchst sie umzusetzen.
Man hört deutlich den Fortschritt.

Gruß Mjchael

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von everyBlues » 15.06.2017, 09:12

Wenn das mal zu Anfang nicht alles zu viel ist, und noch etwas zu schwer.

Backing tracks bei denen der Rhythmus oder die Tonart wechselt sind zB. Anfangs nicht zu enpfehlen. Es ist sehr schwer das Timing zu halten bzw. an der richtigen Zeit das Passende zu machen. Ein Backin Track, eine CD, oder der Gleichen nehmen keine Rücksicht, die Dinger laufen, egal was du machst. Damit haben auch Fortgeschrittene Probleme.
Im Gegensatz dazu können dich Musiker mit denen du jamst, zeitgleich hören. Sie können auf dich eingehen.........

Wenn du dir einen BackingTrack raussuchst, dann kann das auch nur eine BassLine sein, oder Drums, Drums und BassLine. Sollten Akkorde gewünscht sein, dann reicht Einer, Zwei vllt. Alles ohne Rhythmus und Ohne Tonartwechsel.

Du kannst dir auch die Töne einer einfachen Melodie raussuchen, nichts dolles, nur die Melodietöne. Dazu dann einen Backingtrack. Und jetzt kannst du anfangen, nachdem du die Melodie Spielen kannst, überall in der gleichen Tonart auf dem Griffbrett zu übertragen. Und, ich finde es wichtig, fang an, die Melodie zu variieren, nehme alles was du schon an Thechnik kannst mit hinzu. Denke nicht zu viel über "richtig und falsch" nach. nehme ganz bewusst mal Töne hinzu oder tausche welche aus, die nicht zur Pentatonik gehören. Man muss nicht zwangsläufig in der Pentatonik bleiben. Hört sich was nicht so gut an........na und .......

Ich kann dir hier nicht viele Musikstücke auflisten, schon deshalb nicht, weil ich vom 1:1 Covern nicht viel halte, mir macht das keinen richtigen Spass. Das liegt darin begründet, das diese Musik nicht aus meinem Innerin kommt. Santana zB, ich mag ihn, ist Santana, ich bin nicht Santana. Ich habe keinen blassen Schimmer davon was er fühlte und dachte, es sind nicht meine Gefühle. Ich kann einiges von ihn spielen, finde aber es fehlt immer etwas..........heute lege ich lieber eine CD rein, wenn ich Santana haben möchte;)
Man sollet sich auch nicht wertend mit anderen Künstlern vergleichen.

Zwei einfache Musikstücke habe ich aber. Zum einem " The House of rising Sun"( ist etwas mehr als Eineinziger Akkord .Wir machen mal ne Ausnahme;))
Du kannst sehr gut mit der Am Pentatonik Improvisieren. Höre dir auf alle Fälle den Gesang zu diesem Musikstück an, nicht unbedingt den Text. Summe das Ganze beim spielen mal mit.

Dann kannst du dir mal von den "Shadows" das Musikstück " Nights in white Satin" ( ich kenne es noch von der Gruppe Moody Blues) anhören. Versuche mal rauszuhören. Oder, du kannst dir auch die Tabs im Netz mal ansehen. Spiele dann dieses oder auch andere Stücke soo, wie DU denkst. Versuche nicht 1:1 zu kopieren.
Es kommt nicht darauf an, das sich alles super toll anhört. oder genauso wie bei anderen. Sondern darauf das es dir Spass macht und ein Stück von dir ist, bzw wird.
( sollten dir die Musikstücke nicht zusagen, dann nimm andere, welche die dir gefallen.)

Im jazz zB. hat man schon immer Improvisiert. Man nimmt sich schon bestehende Melodien und Akkordfolgen und spielt damit, und darauf.
So kannst du auch Irgentwann ganz eigene Melodien entwickeln, beim spielen. Und hoffentlich auch deinen eigenen style, deinen eigenen Ton.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von everyBlues » 15.06.2017, 09:33

Duspol1 hat geschrieben: Einer sagt Pentatonik spielen, der andere hat den Tip man soll sich an die Akkorde halten, usw. usw.!
Gruß


Ich möchte das hier noch mal aufgreifen. Dazu fällt mir ein "AkkordTöne" sind nichts anderes als Töne einer Tonleiter/ Skala ;)
Auf jeden Akkord einzeln zu antworten/ einzugehen ist schwerer als sich nur eine Skala vorzunehmen in der passenden Tonart.
( Tonales/ Modales spielen.)
Du kannst aber versuchen, wenn du einen Akkordwechsel hast den Grundton dieses Akkordes jeweils anzuspielen.

Es gibt zig Möglichkeiten........

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von everyBlues » 20.06.2017, 18:28

Nee einen habe ich noch.

Kauf dir ein Loop-Pedal. Dann mache dich, auch, mit Rhythmus Gitarre vertraut. Nehme dann ein-drei Akkorde Rhythmisch auf, und fang dann an, darüber zu Improvisieren.
Kannst ja dann gewöhnliche Kadenzen nehmen. Sowas findet man im Netz. Blues Kadenz, Jazz Kadenz, usw.....

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von slowmover » 20.06.2017, 19:18

Ich bin bei everyblues. Nicht nur Akkordtöne nehmen! Allerdings bin ich dagegen aus einem anderen Grund. Du improvosierst dann nicht sondern rutschst fast zwangsläufig in grosse Langeweile. Du erzeugst halt keine Spannung.

In der Klassik hat man das früher mit Präludien viel betrieben. Das galt aber nicht als Komposition, sondern als Einstimmung áuf Tonarten und Akkordfolgen. Also eine tolle Geschichte, aber halt eine echte musikalische Beruhigungspille. Das zur Musik zu machen und nicht in Arpeggiengedudel zu versinken ist tatsächlich schwer.

Pentatoniken sind schon eine Improvisation mit stark reduziertem Risiko. Improvisieren nur mit Akkordtönen ist musikálische Vollkaskoversicherung.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von everyBlues » 21.06.2017, 08:24

Um es Interessanter zu machen, gibt es ja viele Möglichkeiten.

Man kann zB. aufteilen. Kleine Sekunden, große Sekunden, Terzen, Oktaven ....usw Spielen. Inside-outside spielen, alteriert spielen......usw..
Aber es gibt nichts schlimmeres als Tonleitern (pentatoniken sind ja auch welche) einfach immer nur rauf und runter zu spielen oder Angst vor falschen Tönen zu haben.
Es gibt kein "Falsch" nur ein "gefällt mir oder gefällt mir nicht".

Dieses rauf und runter gespiele kann man aber mit allem machen, mit Tonleitern, mit Arpeggien (habe echt probleme mir diesen Begriff zu merken) und auch mit allen anderen. Die Mischung machts. Wenn man eine Melodie hat, gibt es auch keinen Grund zwangsläufig in dieser zu bleiben......man kann aus dieser Melodie dann auch musikalisch austreten und zu einem späteren Zeitpunkt zurück kommen. Usw.........

Aso.... Slowmover....Ich finde es- mittlerweile- gar nicht sooo schlecht, auf klassischen Wege anzufangen. Also mit der Klassischen Musikschule.
Früher sah ich das anders. Inwischen, denke ich allerdings das man auf klassischen Wege ein besseres Fundament aufbauen kann.
Problem ist dabei sicherlich, das sich eben nicht jeder für Klassik begeistern kann.
Und wer zB. Blues spielen will oder Rock.....naja. Aber es ist ja niemand gezwungen bei der Klassik zu bleiben. Und was man dann daraus macht oder nebenbei macht, mag jeder selber für sich entscheiden.

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Re: Wer hilft mir beim improvisieren?

von slowmover » 21.06.2017, 17:54

Übrigens das einzige Stück, das ich kenne, das zu 90 % aus aufwärts gespielter Skala für die Melodie besteht und dabei noch recht interessant klingt, ist "walk, don't run" von den Ventures.
Fast nur aus Aufwärtsarpeggios von Pentatoniken besteht die Begleitung von "my Girl" von den Temptations.
Das ist dann durchaus spannender als nur ein Akkord-Arpeggio da Sekunde und Sexte richtig viel Farbe geben.

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