Modales Improvisieren: Shortcut Patterns identifizieren

Skalen, Tonleiter, Pentatonik, uvm.
von jensebluemchen
#322660
Hallo Zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Improvisation und im speziellen mit den Modes. Die Theorie dahinter habe ich hoffentlich bis zu einem gewissen Grad verstanden. Mühe macht mir allerdings noch die praktische Umsetzung an der Gitarre. Es geht mir hier nicht um die Improvisation in einer Tonart (also z.B. C-Ionisch über der Akkordfolge C, F,G), sondern um das Improvisieren mit Modes, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.

Hier mal ein Beispiel (kann sein, dass dieses Bsp. nicht sehr sinnvoll ist...aber egal), was ich gerne hinbekommen möchte:
- Z.B. Improvisation über Blues-Schema: E7, A7, B7 (also über den Stufen I, IV, V)
- Hier könnte ich ja jetzt komplett mit der E-Moll-Pentatonik oder E-Blues-Scale improvisieren, aber genau das möchte ich hier nicht.
- Es gibt ja auch die Möglichkeit über E7 mit E-Mixolydisch, über A7 mit A-Mixolydisch und über B7 mit B-Mixolydisch zu improvisieren, oder ich könnte über E7 ja z.B. auch mit E-Dorisch improvisieren.
- Es geht mir hier nicht speziell um Blues...die Akkordfolge sollte nur als Beispiel herhalten.

Jetzt zu meiner Frage/Problem:
- Gibt es eine Möglichkeit/Shortcut, um möglichst schnell das geeignete Scale-Pattern (eines der 5 CAGED-Patterns) über einem Akkord zu finden? Beim Improvisieren sollte das ja irgendwie möglichst schnell gehen.
- Klar ich könnte jetzt immer das Pattern mit dem Grundton auf der tiefen E-Saite nehmen und dieses Pattern entsprechend dem Akkord (E,A oder B) verschieben. Aber ich suche nach einem Shortcut, um möglichst schnell die Patterns in möglichst der gleichen Position (z.B. um den 12. Bund) zu finden!
- Wie finde ich also z.B. für jeden einzelnen Akkord (E,A,B) das entsprechende Scale-Pattern um den 12. Bund herum?
- Wie machen das die Profis? Gibt es hier irgendwelche Tricks oder was genau muss ich üben, um diese Fähigkeit zu erlangen?

So, ich hoffe ich habe mich einigermassen verständlich ausgedrückt und freue mich schon auf eure Antworten[/list] und Tips!

LG Jens
von jensebluemchen
#322663
Ach ja, noch ein Nachtrag:

Mir ist bekannt, dass ein Mode in einer Tonart immer auf eine Grundtonart zurückzuführen ist: also, z.B. A-Dorisch --> hier kann ich die G-Dur-Scale zum improvisieren verwenden.

Welches ist hierbei der bessere/geschicktere Ansatz:
1.) Mode auf eine Grundtonart zurückführen und dann mit diesen Scale-Patterns improvisieren (also bei A-Dorisch z.B. mit G-Dur-Pattern improvisieren), oder
2.) sollte man für jeden Mode die Patterns mit entsprechenden Grundtönen kennen/auswendig lernen?

LG
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von snicki
#322665
Ich weiß jetzt nicht genau, was du dir unter shortcuts vorstellst.

Vieles ist einfach Erfahrung und man sollte die entsprechenden Skalen in allen Lagen kennen.
Wenn ich von einer Skala in eine andere wechsel, muss ich natürlich, um in etwa der gleichen Lage (sagen wir mal um den 12.Bund rum) zu bleiben, die entsprechende Pattern in genau dieser Lage für verschiedene Modes bzw. Tonleitern kennen.

Das ist in der Regel auch gar nicht so kompliziert.

Meist bleibt man in gewissen Schemen kleben. Wenn ich z.B. von der Em zur Am Tonleiter wechsel ändert sich nur ein Ton, das F# in Em wird zu F in Am.

Oder Beispiel Paradise City, das Outro Solo, da wird zwischen Gm BluesPentatonik und G mixolydisch gewechselt. Das setzt aber voraus, dass man beide so gut kennt, dass man in jeder Lage hin und her switchen kann. Eine Vereinfachung fällt mir ehrlich gesagt nicht ein. Man muss die halt lernen.

Und ich würde jetzt auch nicht in verschiedenen Lagen alle möglichen Skalen lernen, sondern alle Skalen einzeln. Sonst geht denke ich vieles durcheinander.

Gruß Snicki
von jensebluemchen
#322692
Hallo Snicki,
erstmal Danke für deine Antwort.

Also generell kenne ich die 5 Boxen zur Dur-/Moll-Pentatonik und Dur-/Moll-Skala ganz gut und kann damit in einer Tonart auch recht gut improvisieren und die Boxen verbinden (ich verwende für die Bezeichnung der Pentatonik-Boxen im folgenden diese Bezeichnungen: http://www.justinguitar.com/en/SC-002-M ... cScale.php).

Was ich mit Shortcut meine ist - mal losgelöst von den Modes - beispielsweise folgendes:

Wenn ich beispielsweise über einen Dominant-Blues in A (A7, D7, E7) improvisiere, dann kann ich hier ja z.B. die A-Moll-Pentatonik über A7, die D-Moll-Pentatonik über D7 und die E-Moll-Pentatonik über E7 spielen.
Jetzt könnte ich jeweils die Moll-Pentatonik-Box 1 (E-Shape im CAGED-System) mit dem Grundton auf der tiefen E-Saite für alle Akkorde verwenden:
--> für A7, Box 1 mit Grundton im 5. Bund,
--> für D7 Box 1 mit Grundton im 10. Bund,
--> für E7 Box 1 mit Grundton im 12. Bund.

Ich möchte allerdings verschiedene Pentatonik-Boxen verwenden, die möglichst nahe um den 5. Bund herum angeordnet sind, damit der Pentatonik-Wechsel zwischen den Akkorden einfacher/kürzer wird. Ich könnte z.B. folgende Boxen verwenden:
--> für A7, Box 1 (E-Shape) mit Grundton im 5. Bund,
--> für D7 Box 4 (A-Shape) mit Grundton im 5. Bund,
--> für E7 Box 4 (A-Shape) mit Grundton im 7. Bund.

Jetzt könnte ich mir dazu ja folgende Regel für den Dominant-Blues ableiten:
--> Stufe I (z.B. A7): Box 1 im Bund X
--> Stufe IV (z.B. D7): Box 4 im Bund X
--> Stufe V (z.B. E7): Box 4 im Bund X+2

Leider improvisiere ich aber nicht immer über einen Dominant-Blues mit den Stufen I, IV, V, sondern in einer diatonischen Akkordfolge könnten ja nun noch viele weitere Stufen vorkommen:
--> Stufen, abgeleitet aus der Dur-Tonleiter: I (Dur), ii (Moll), iii (Moll), IV (Dur), V (Dur), vi (Moll), vii (Vermindert)
--> Über jedem Stufenakkord könnte ich ja jetzt den passenden Mode spielen ( I Ionisch, ii Dorich, iii Phrygisch, etc...
--> Dabei würde ich effektiv ja imme in einer Tonart spielen, z.B. Akkordfolge C, F, G (I, IV, V) mit C-Dur Tonleiter/Pentatonik, oder Akkordfolge Am, F, G (vi, I, V) mit A-Moll-Tonleiter/Pentatonik.

Ich möchte aber nun modal improvisieren und über einer Moll-Stufe einen Mode mit Moll-Charakter spielen (Dorisch, Phrygisch, Aeolisch) und über einer Dur-Stufe einen Mode mit Dur-Charakter (Ionisch, Lydisch, Mixolydisch) und eben nicht immer in einer Tonart.

Ein weiteres Beispiel:
--> Akkordfolge Am, F, G (ich möchte hier nicht nur mit A-Moll-Tonleiter improvisieren), sondern, z.B.:
--> Am : z.B. Improvisieren mit A-Dorisch oder A Phrygisch oder...
--> F : z.B. Improvisieren mit F-Ionisch oder F-Lydisch oder ...
--> G : z.B. Improvisieren mit G-Mixolydisch, ...

Wenn ich nun über diese Akkordfolge (Am, F, G) improvisieren soll, dann muss ich mir zuerst auf dem Papier alles zurechtlegen, z.B.:
--> Akkord Am: Hier möchte ich mit A-Aeolisch improvisieren; Grundton A im 5.Bund auf der tiefen E-Saite, also Box 1 im 5. Bund.
--> Akkord F: Hier möchte ich mit F-Ionisch improvisieren; F liegt im 1. Bund auf der tiefen E-Saite...das ist mir zuweit entfernt von meiner Box 1 über Am...also besser F im 3.Bund auf der D-Saite. Welche Box hat den Grundton auf der D-Saite?...also Box 1 im 1. Bund oder Box 2 im 3.Bund
--> Akkord G: usw.

Das geht mir alles während dem Improvisieren zu schnell und ich kann das nur, wenn ich mir alles vorher auf dem Papier zusammenfriemle. Deshalb meine Frage:
- Gibt es hierzu irgendwelche Tricks/Shortcuts, um schnell die entsprechenden naheliegenden Boxen zu finden?
- Findet man die Boxen am einfachsten über die Grundtöne (dann muss ich die Töne auf dem Griffbrett wirklich im Schlaf kennen) oder gibt es evtl. noch einen einfachen Trick?

LG Jens
Macht man
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von snicki
#322698
...also zumindest kenne ich keine Tricks. Man sollte wirklich das Griffbrett auswendig kennen und lernen, auf die verschiedenen Akkorde einzugehen. Das macht beim improvisieren am meisten aus, dass man scheinbar jederzeit weiss, wo man ist bzw. über welchen Akkord man gerade spielt und geschickt mit den Klangfarben umgeht. .....

Gruss Snicki
von jensebluemchen
#322707
Ok, also wenn ich das richtig verstanden habe, dann sollte ich am besten die Fähigkeit erlangen, möglichst schnell alle Töne auf dem Griffbrett zu lokalisieren. Damit kann ich dann schnell die passende Skala in der richtigen Lage spielen. Mein Vorgehen beim Improvisieren wäre also folgendes:

Beispiel Improvisieren über Am, F, G:
- Am:
--> Den Ton A finde ich z.B. im 5. Bund auf der tiefen E-Saite.
--> Akkord ist ein Moll-Akkord, also eine der Moll-Skalen verwenden.
--> Ich kenne die Moll-Pentatonik-Box mit dem Grundton auf der tiefen E-Saite, also kann ich diese Box hier schnell einsetzen (entsprechendes gilt natürlich nicht nur für die Pentatonik, sondern auch für die Moll-Tonleiter-Boxen, Harmonisch-Moll-Boxen, etc.)
- F:
--> Ton F möglichst in der Nähe des Tons A suchen.
--> Den Ton F finde ich z.B. im 3. Bund auf der D-Saite.
--> Akkord ist ein Dur-Akkord, also eine Dur-Skala verwenden.
--> Ich kenne die Dur-Pentatonik-Box mit dem Grundton auf der D-Saite, also kann ich diese Box hier schnell einsetzen.
- G:
--> etc.

Ich muss mir also dringend folgende Fähigkeiten aneignen:
1.) Alle Töne auf dem Griffbrett gut kennen und schnell überall auf dem Griffbrett lokalisieren können.
2.) Alle 5 Pentatonik-Boxen (jeweils für Dur und Moll) mit den Grundtönen gut kennen, damit ich die Boxen direkt auf den entsprechenden Ton verschieben kann und die Lage finde.
3.) Hier sehe ich drei Möglichkeiten:
3.a) Wenn ich die Pentatonik-Boxen gut kenne und damit die Lage lokalisieren kann, dann kann ich mir noch die zusätzlichen Töne zur Pentatonik merken, damit ich aus der Pentatonik eine Modale Skala machen kann, z.B.:
--> Moll-Pentatonik + extra Notes = dorische Skala/Mode, oder
--> Dur-Pentatonik + extra Notes = Lydische Skale/Mode
--> Ich muss mir also zu jeder Pentatonik-Box in Dur und Moll für jeden Mode die extra Töne merken, um daraus den gewünschten Mode basteln zu können.
3.b) Ich könnte mir auch zu dem Mode, den ich über einem Akkord spielen möchte, die zugrundeliegende Tonart ermitteln:
--> z.B. über Am-Akkord möchte ich A-Dorisch spielen, also muss ich die G-Dur-Tonleiter spielen.
--> Die Lage der G-Dur-Box kann ich wieder wie oben beschrieben ermitteln.
--> Jetzt muss ich allerdings möglichst noch wissen, wo in meiner G-Dur-Tonleiter der Ton A liegt, damit ich für den Dorischen Mode den richtigen Grundton spiele, damit das ganze auch dorisch klingt.
3.c) Ich könnte auch zu jedem Mode die entsprechenden Boxen mit Grundtönen lernen, damit ich diese direkt einsetzen kann:
--> z.B. möchte ich über Am wieder A-Dorisch spielen
--> Also kenne ich die Dorischen-Boxen mit den Gruntönen auswendig und kann diese wieder direkt in die richtige Lage verschieben.

Jetzt noch abschliessend eine Frage:
Welche Variante ist besser/einfacher/wird häufiger unter Profis verwendet (3a, 3b oder 3c)?

LG Jens
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von startom
#322708
Hoi
Ich weiss nicht, welches Ziel du dir erhoffst. Geht es darum, dass
A) deine jetzigen Solos zu eintönig klingen?
B) du aus deinen gewohnten Mustern ausbrechen willst?

Wenn A)
Setze vermehrt auf Solotechniken wie Bendings und Legatospiel. Ein gutes Solo besteht nicht aus vielen verschiedenen, sondern aus wenigen perfekt gespielten Tönen.

Wenn B)
Nimm als Grundlage nicht die Pentatoniken, sondern die ganz normalen Kirchentonleitern. Nur schon die zwei zusätzlichen chromatischen Töne ermöglichen dir ganz neue Muster.
Wenn du auf jeden Akkordwechsel anders solieren willst, dann lerne nicht die Töne auf dem Griffbrett auswendig, sondern merke dir, welche Töne zum jeweils gespielten Akkord passen (Stichwort: Kirchentonleiter... schon wieder).
Aber vorsicht: Im Kontext zur Begleitung kann dies dann schnell mal 'schief' klingen. Denn wenn du zum Beispiel über einen G-Dur Akkord in G-Dur solierst, wird nicht jeder Ton auf die Begleitung in D-Dur passen.

Zur letzten Frage: Wie machen es die Profis? Ich denke, der Gitarrist einer Jazz Big Band wird wohl ganz anders solieren als der Gitarrist einer Hardrock Brigade.

Oder kurz gesagt (und eigentliches Fazit meines Postings): Nicht jede Tonleiter passt. Es kommt IMMER auf den Song-Kontext an!
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von Rams3S
#322712
Meine Güte machst du da eine Wissenschaft draus. Ich würd einfach rumprobieren mit den verschiedenen Skalen (ja, die muss man natürlich auswendig lernen). Der Rest ist doch sowieso nur Übung und Übung. :P
Und ob es passt oder das ist, was du möchtest, hört man dann wohl raus und kann es entweder vertiefen oder verwerfen.
von jensebluemchen
#322715
startom hat geschrieben:Hoi
Ich weiss nicht, welches Ziel du dir erhoffst. Geht es darum, dass
A) deine jetzigen Solos zu eintönig klingen?
B) du aus deinen gewohnten Mustern ausbrechen willst?
Hoi Tom,

es geht mir hier eher um B)
Meine Frage ziehlt eher darauf ab, wie ich die Boxen/Positionen schnell finden kann und nicht, welche Skala gerade über einen bestimmten Akkord passt.
Oder wie machst du es denn, wenn du mal schnell Dorisch über einem Am-Akkord in einer Progression spielen möchtest?

LG Jens
von jensebluemchen
#322717
Rams3S hat geschrieben:Meine Güte machst du da eine Wissenschaft draus. Ich würd einfach rumprobieren mit den verschiedenen Skalen (ja, die muss man natürlich auswendig lernen). Der Rest ist doch sowieso nur Übung und Übung. :P
Und ob es passt oder das ist, was du möchtest, hört man dann wohl raus und kann es entweder vertiefen oder verwerfen.
Hallo Rams3S

sorry, dass ich das alles mit etwas mehr Theorie erklären wollte. Aber ich versuche manche Dinge eben erstmal theoretisch zu verstehen, um es danach dann möglichst einfach in der Praxis umsetzen zu können. Jeder geht da eben etwas anders heran.
Die einzelnen Skalen/Boxen kann ich natürlich schon auswendig (zumindest einigermassen ;-) ). Aber mir geht es hier eben um die modale Improvisation und speziell um die Wechsel zwischen den Akkorden einer Progression!

LG Jens
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von startom
#322731
jensebluemchen hat geschrieben: Oder wie machst du es denn, wenn du mal schnell Dorisch über einem Am-Akkord in einer Progression spielen möchtest?
Ich merke mir lediglich die Lagen, nicht die Töne auf dem Griffbrett. Wenn ich bei einem Akkordwechsel bewusst aus dem Songkontext ausbrechen will, dann wechsle ich zur Lage.

Das heisst im Umkehrschluss, ich muss mir nicht die passenden Töne, sondern die Lage der gesuchten Tonleiter merken. Und mich muss damit rechnen, dass unter Umständen die Tonfolge nicht unbedingt zum Song passt, wie schon erwähnt.
Denn ich soliere ja nicht explizit über einen Am, sondern über eine Tonart. Die Tonart könnte ja auch G-Dur, D-Dur oder F-Dur (inkl. der Moll Parallel Tonarten) sein. Dann kann es sein, das mein Dorisch nicht mehr passt.

Aber wie heisst es doch so schön: If you think it sounds good, then it sounds good!
von jensebluemchen
#322732
Hallo Tom,

danke für deine Antwort. Ja, so in etwa habe ich mir das auch gedacht.

Ich versuche jetzt die nächsten Wochen mal das Ganze in die Praxis umzusetzen, indem ich spontan über verschiedene Akkordfolgen improvisiere und bei jedem Akkord versuche, die passende Box in der richtigen Lage zu finden.
Ich denke für den Anfang mache ich das mal nur mit den Major- und Minor-Pentatonik-Boxen, also über Am-->A-Moll-Pentatonik, über F-->F-Dur-Pentatonik, über G-->G-Dur-Pentatonik. Und die verwendeten Boxen sollen dabei immer möglichst in der selben Lage/Bund liegen.
Später kann ich mich dann ja mal an einzelne Modes (z.B. Dorisch, Mixolydisch für den Anfang) heranwagen.

Also erstmal danke an Alle für eure Antworten.
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von sixstringsdown76
#322743
Beie YOUTUBE gibts auch backingtracks in bestimmten Tonarte. Ich probiere dann aus bestimmte Modes/Scales darüber zu improvisieren (und manchmal nehme ich mich dabei auf).

Hilft ungemein, wenn man mal von seinen eingeschliffenen Griffpatterns wegwill.
Benutzeravatar
von Beastmaster
#323489
Hi,

diese Boxen zu kennen ist meiner Meinug nach das eine was man können sollte.

Modales improvisieren ist oft so gemeint , daß man auch verschiedene Modi über einem Akkord spielt um die klangfarbe heller oder dunkler werden zu lassen.

Hier merken sich - ich denke nicht nur Profis - Menschen die so etwas können oder können wollen - einfach die sich verändernden Töne.

Hell - Dunkel ?

Wenn man den Quintenzirkel beobachtet bzw im Kopf hat, dann ist das recht einfach.

Quintenzirkel ist ja oben ( F C G) links (Bb Eb Ab Db) rechts (D A E B) und untere Mitte Gb/F#
Code: Alles auswählen
          F   C   G
    Bb                 D
    Eb                 A
    Ab                 E
    Db                 B
            Gb/F#
links und rechts das englische Wort "BEAD" oben FCG unten Gb/F# - einfach oder...

nehmen wir nur mal die Tonarten F C G
in F Am-Phrygisch
in C Am-Aeolisch
in G Am Dorisch

Phrygisch ist dunkler als Aeolisch und Aeolisch dunkler als Dorisch

Am - Phrygisch --> Am - Aeolisch ===> Bb wird zu B
Am - Aeolisch --> Am - Dorisch ===> F wird zu F#

nicht viel zu merken oder?

Das wichtige bei Modalen -Improvisieren ist das umspielen der unterschiedlichen bzw Mode bildenden Töne / Intervalle.
Also Quasi das man aufzeigt ich bin nicht Aeolisch sonder Phrygisch



Beste Grüße
Beastmaster
von jensebluemchen
#323582
Hallo Beastmaster

das ist cool :-) Leider hab ich das mit dem Ablesen aus dem Quintenzirkel noch nicht ganz verstanden!
Du schreibst:
nehmen wir nur mal die Tonarten F C G
in F Am-Phrygisch
in C Am-Aeolisch
in G Am Dorisch
Kann ich das aus dem Quintenzirkel einfach ablesen?
Also ich weiss, dass
- Am-Aeolisch (VI.) auf C-Dur (I.) und
- Am-Dorisch (II.) auf G-Dur (I.) zurückzuführen ist.

Aber ich habe glaube ich noch nicht ganz verstanden, warum du gerade Am-Phrygisch, Am-Aeolisch und Am-Dorisch als Beispiel zu den Tonarten F, C, G verwendest? Kann man das irgendwie einfach am Zirkel ablesen?

Und dann schreibst du weiter:
Am - Phrygisch --> Am - Aeolisch ===> Bb wird zu B
Am - Aeolisch --> Am - Dorisch ===> F wird zu F#
Kann ich auch irgendwie ablesen, welche Töne sich zwischen den Modes ändern?

Vielen Dank nochmal
LG
Benutzeravatar
von Roddy
#323591
Wenn ich darf, ich habe da auch eine Frage zu.

Kann man denn auch sagen, man möchte ein Lied die ganze Zeit in Phrygisch begleiten, das man dann zu jeden Akkord die entsprechende phrygische Tonleiter nimmt?
Dann würden sich ja für mich als Begleitung ständig die Tonarten wechseln. Oder geht das dann nicht?
Benutzeravatar
von Beastmaster
#323610
Kann man denn auch sagen, man möchte ein Lied die ganze Zeit in Phrygisch begleiten, das man dann zu jeden Akkord die entsprechende phrygische Tonleiter nimmt?
Dann würden sich ja für mich als Begleitung ständig die Tonarten wechseln. Oder geht das dann nicht?
Oh ja genau Roddy das ist so. Gerade im Metal gern mal gemacht. Quasi einfach verschoben.
Ist ja zuletzt immer das gut was gut klingt.


So zum Zirkel...

Bei C ist das Alphabet rein
A B C D E F G Am-Aeolisch

Bei F wird B zu Bb (Wie ein Wahrsager Quasi, ist im Zirkel die nächste Tonart links Bb)
A Bb C D E F G Am-Phrygisch

Bei Bb wird E zu Eb (Wie ein Wahrsager Quasi, ist im Zirkel die nächste Tonart links Eb)
A Bb C D Eb F G Am-Lokrisch

anders rum?
Von C nach G wird F zu F# (vor C kommt im Zirkel F)
A B C D E F# G Am-Dorisch

Von G nach D wird C zu C# (vor G kommt im Zirkel C)
A B C# D E F# G A-Mixolydisch

Von D nach A wird G zu G# (vor D kommt im Zirkel G)
A B C# D E F# G# A-Ionisch

Von A nach E wird D zu D# (vor A kommt im Zirkel D)
A B C# D# E F# G# A-Lydisch


Leider muss man so zuviel denken. Gehts schneller? :twisted:
Jepp

Merke vorher die reihenfolge der Modes von Hell nach Dunkel
Lydisch
Ionisch
Mixolydisch
Dorisch
Aeolisch
Phrygisch
Lokrisch

Merke dir die Intervalle die sich ändern.
Woran merkt man das etwas Phrygisch und nicht Aeolisch ist. an der b2/b9
Woran merkt man das etwas lokrisch und nicht Aeolisch ist. an der b2/b9 und b5

sowas in der Art.. Man kennt die irgendwann versprochen.

Sorry das es nicht kürzer ging...
Beastmaster
von jensebluemchen
#323616
Danke Beastmaster, jetzt hab auch ich es verstanden :-)

Kennst du auch einen Trick, um schnell die richtigen Lagen für einen Mode zu finden?
Wenn ich z.B. die Akkordfolge Am, F, G oder etwas ähnliches habe, dann kann ich ja erstmal in A-Aeolisch über alle Akkorde improvisieren. Wie gehe ich jetzt aber vor, wenn ich z.B. schnell nach Dorisch wechseln möchte? Funktioniert Dorisch überhaupt über allen Akkorden?

LG
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von Beastmaster
#323618
Übrigens Roddy..

Wenn das Ganze Stück in E-Phrygisch ist bleibt man beim Tonvorrat über wechselnden Akkorden.
Ganzes Lied E-Phrygisch ist ja

Em F G Am Bmb5 C Dm

daraus folgt:

Wenn du erst E Phrygisch dann F-Phrygisch spielst spielst du eben zwei Tonarten

Em F G Am Bmb5 C Dm

Fm Gb Ab Bbm Cmb5 Db Ebm


Über einem Lied über jemdem Akkord Phrygisch zu spielen wird komisch klingen.
Quasi die Folge : E5 C5 D5 mit E-Phry,C-Phry,D-Phry ist nicht das ware.

oh je kompliziert
Beastmaster
Benutzeravatar
von Beastmaster
#323624
Kennst du auch einen Trick, um schnell die richtigen Lagen für einen Mode zu finden?
Wenn ich z.B. die Akkordfolge Am, F, G oder etwas ähnliches habe, dann kann ich ja erstmal in A-Aeolisch über alle Akkorde improvisieren. Wie gehe ich jetzt aber vor, wenn ich z.B. schnell nach Dorisch wechseln möchte? Funktioniert Dorisch überhaupt über allen Akkorden?
hmmm...

Entweder mache ich einfach F zu F# (b6 zu 6)

oder ich schieb das Aeolisch Pattern ne Quinte Hoch oder ne Quarte runter nach E-Aeolisch...
oder Spiel nen G-DUR(Penta) oder Ionisch Pattern

Von den Fünf Pattern ist ja auch eins Dorisch.
Nem die 5-Pattern von C-DUR/A-Moll und such dir das raus was mit D beginnt. Das ist das Dorische. Merke es dir und verschieb es nach A :)



Funktioniert A-Dorisch über Am F G ... joahh

Am würde dann dorisch klingen
in F solltest du aufpassen entweder F spielen oder F# weglassen oder beide spielen. (schwer)
G klingt dann ionisch.

Folge wäre eher: Am6 Gmaj7 Fmaj7#11

Am und G mit dem Dorischen pattern
und den F mit nem Aeolischen (ist dann lydisch)

A-Aeolisch
Bild

A-Dorisch
Bild


Skalen werden aber auch überbewertet.
Viele die ich kenne und höre solieren mit arpeggios oder mit beidem.
zB. die Folge Am D7 G lässt sich gut mit natürlich moll begleiten und im D7 teil spielt man ein arpeggio, da geht man für so kurz nicht zu ner anderen Skale.

ein paar Arpeggios hier: http://gitarre.setfreebox.de/bilder/all ... saetze.png

Beastmaster
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von Phuehue
#323734
Grundsätlich ein paar Inputs unabhängig von Scales etc.:
Wenn dich Modales Solieren interessiert, dann hör mal ein paar Scheiben von Miles Davis. Einfach mal um ein paar Höreindrücke zu gewinnen.

Und: Wenn du grundsätzlcih bissel "ausbrechen" willst, kann ich dir nur Mick Goodrick's The Advancing Guitarist ans Herz legen.
Falls du mal Gelegenheit hast, blätter drin drum. Eröffnet dir vollkommen neue Denkansätze.
Benutzeravatar
von Beastmaster
#323743
Hi Phuehue

tolles Buch. Kannte ich noch nicht.
Bin grad mal drüber geflogen über ne PDF version.

Empfehlung auch von mir ()/

Danke Phuehue


Beastmaster
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