Ibanez Westerngitarre Halskrümmung einstellen

Online-Ratgeber
von GuitarPlayingTV
#317163
Hallo,

ich habe bei meiner Ibanez Westerngitarre den Hals versucht zu überprüfen in dem ich es wie in der Einstellung beschrieben gemacht hab. Ich habe einen Kapodaster in den ersten Bund geklemmt und mit meinem Finger die E-Saite dort runtergedrückt wo das Griffbrett den Korpus berührt. Dann sollte ich beim 7. Bund messen wie hoch der Zwischenraum ist. Ideal wäre hier 0.2 - 0.5 mm stand in der Anleitung. Ich habe jetzt jedoch ganze 3 mm gemessen. Wie kann denn so ein großer Unterschied entstehen. In der Anleitung steht zwar man sollte einen Fachmann kontaktieren doch ich glaube man kann den Hals auch selber einstellen. Kann mir da vielleicht jemand mal erklären wie das geht. Ich habe hier aufjeden fall schon mal den passenden Verstellschlüssel der dabei war.

Wäre nett wenn mir jemand helfen kann.
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von Software-Pirat
#317180
Wahrscheinlich ist der Zugang zum Halsstab vom Korpus aus erreichbar. Wenn du durch das Schalloch schaust, dann müßtest du ihn sehen können. Der Rest ist dann einfach: Schlüssel reinstecken, eine Viertelumdrehung machen und schauen, wie sich die Halskrümmung verändert hat. Bedenke aber, daß so ein Hals etwas Zeit braucht sich zu richten, etwa 15 Minuten.
von GuitarPlayingTV
#317217
Soll ich dann also drehen 15 minuten warten und gucken und dann je nachdem ergebnis weiter machen ?
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von rolflauer
#317225
Es ist für den Unbedarften ein heißes Eisen. Von Wo aus wird der Hals gespannt? Vom Schallloch, oder von der Kopfplatte her? Wahrscheinlich Schallloch.
Saiten entspannen, nach rechts spannen, nach links nachlassen. Nur kleine Umdrehungen machen (1/4). Seiten Grob stimmen u. nachmessen. 0,3-0.5mm ist eigentlich schon gut. Gemessen wird mit einer Zungenlehre, welche es in jedem Baumarkt geben sollte.
Es gibt einen Trick, welcher meistens Klappt. lege auf den entspannten Hals eine langes Lineal u. stelle ihn so kerzengerade ein, dann passt es meist unter der Seitenspannung. 15 Minuten reichen nicht zu endgültigen Überprüfung. Ich messe immer erst einen Tag später nach, wobei dann der Hals immer noch im Toleranzbereich liegt.

Sei Vorsichtig,

Viel Glück

Rolf
von GuitarPlayingTV
#317255
Um nicht noch einen Extra Thread aufzumachen poste ich das einfach mal hier, denn ich möchte meine Stegeinlage meiner Westerngitarre abschleifen. Muss ich dann auf der Seite mit den Kerben schleifen oder auf der anderen ?
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von rolflauer
#317259
Also, weder meine alte Yamaha noch meine Ovation haben auf der Saitenseite werksseitige Kerbe. Durch Gebrauch haben sich zwar nach u. nach leichte Kerben eingeschliffen, in etwa wie bei den Bünden nach langem Gebrauch. Die waren aber nicht von Anfang da.
Die Stegeinlage kann man ja herausnehmen. Bei der Ovation sind dann zur Einstellung der Saitenlage Blättchen drin. Ich nehme an du willst die Saitenlage ändern, da Schleife auf der den Saiten abgewandten Seite mittels auf einer ebenen Fläche aufgeklebtem feinem Schleifpapier die Einlage vorsichtig ab. Sie darf hinterher nicht schaukeln. Das ist geübte Feinmechanikerarbeit bedenke das.

Rolf
von GuitarPlayingTV
#317299
Tud mir leid, du hast mich falsch verstanden ich meinte nicht die Gitarrensaiten sondern welche Seite ich vom Steg abschleifen muss.
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von Agonizer
#317307
GuitarPlayingTV hat geschrieben:Muss ich dann auf der Seite mit den Kerben schleifen oder auf der anderen ?
Auf der Unterseite, d.h. die Seite, welche in den Steg reingesteckt wird.
Die Oberseite der Stegeinlage ist ja eigentlich nicht gerade, sondern leicht gerundet. Nur die Unterseite ist plan und gerade - zumindest bei meiner Western

Ich habe die Stegeinlage mit der Unterseite nach oben in einen Schraubstock gespannt und dann vorsichtig etwas runtergefeilt (immer nur wenig wegfeilen!). Dann aus dem Schraubstock und auf feinem Schleifpapier begradigt (Schleifpapier mit der Körnung nach oben auf den Tisch und die Stegeinlage mit den Fingern von oben halten und gerade (senkrecht) leicht auf das Schleifpapiert drücken und in längsrichtung schleifen.

Das habe ich auch mit einem Saitenwechsel verbunden (wegen dem ewigen Lösen und Spannen der Saiten...) . Habe hierzu die Saiten gelockert und mit einem Kapo im 12. Bund fixiert und die Pins und Saiten aus dem Korpus raus.. Stegeinlage bearbeitet, wieder eingesetzt, Saiten befestigt, geschaut, und gleiches Spiel von vorne bis es gepasst hat.

Ich hatte mir aber auch vorher passende Stegeinlagen im Musikladen geholt, Sicher ist Sicher ;-)

Dann habe ich auch etwas vom Sattel runtergenommen. Anschließend neue Saiten drauf und ... Voila. Ich bin zufrieden.
von GuitarPlayingTV
#317395
Danke für die ausführliche Erklärung, hat mir sehr geholfen. Glücklicherweise war bei meiner Western noch ne passende Stegeinlage als Ersatz dabei. Werds dann mal demnächst ausprobieren wenn ich mir nen neuen Satz Saiten zulege. Hast du vielleicht auch einen Tipp wie oder besser gesagt womit ich das beim Sattel machen kann, denn in den ersten Lagen ist die Saitenlage auch zu hoch ?
von GuitarPlayingTV
#317773
So habs jetzt gestern gemacht und hat auch gut funktioniert. Den Sattel lasse ich erstmal so. Danke für eure Hilfe.
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von rolflauer
#317812
Schön, dass es geklappt hat. Aber aufpassen beim Sattel. Die Seitenhöhe ist dann richtig, wenn du die Seiteam dritten Bund drückst u. am ersten noch ein Blatt Papier durchgeht. Normales Kopierpapier :D
Vorsicht bei Arbeiten am Sattel. Ohne passendes Werkzeug Finger weg. Schau mal bei Rockinger nach.






Rolf
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von Agonizer
#318095
GuitarPlayingTV hat geschrieben:Hast du vielleicht auch einen Tipp wie oder besser gesagt womit ich das beim Sattel machen kann?
Ich habe dazu den eingeklebten Sattel vorsichtig rausgeschlagen ;-) d.h. ein Kunststoffteil an die Seite gehalten (nur an den Sattel, nicht an Teile des Griffbretts!) und dann da mit einem Hammer vorsichtig drauf bis er locker war... Dann mit der Unterseite nach oben in einen Schraubstock und mit einer kleinen Fingernagelfeile vorsichtig etwas Material abgetragen, und auf schleifpapier begradigt.

Vorteil ist: Sollte man im Tran zu viel Material wegnehmen kann man im Notfall z.B. eine Kunstofffolie von einer ausgedienten Heftmappe zurechtschneiden und drunterkleben ;-)

Tja, das war es eigentlich.

Gruß Torsten
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von rolflauer
#318132
Alle Arbeiten am Sattel, habe ich aneiner HK-Billiggitarre gemacht. Den Sattel habe ich dabei nicht herausgeschlagen, sinernmit Schlüssel u. Nagelfeilen verbessert. Bei einem totalen Auswechseln oder Entfernen des Sattels muß ich passen! Aber von der Mechanikerseite her hast du das gut gemacht!

Rolf
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