Theorie der Gitarre lernen.

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-Mika-
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Theorie der Gitarre lernen.

Erstellt: von -Mika- » 12.12.2011, 23:20

Da ich jetzt seit gut einem Jahr Gitarre spiele und ich jetzt einiges an Praxiserfahrung gesammelt habe (und in letzter Zeit irgendwie stagniere ^^') hab ich mir in den Kopf gesetzt mich mit der Theorie näher zu befassen. Ich habe es bis jetzt immer hinausgezögert aber je früher ich den Anfang finde desto besser denke ich mir. Da ich wegen Schule nicht viel Zeit habe mich auch noch ausgiebig mit der Theorie zu beschäftigen will ich die Winterferien dazu nutzen um mich an die Theorie näher zu bringen. Und jetzt komm ich zum springenden Punkt.

Womit fange ich an?
In welcher Reihenfolge soll ich was lernen?
Was ist wichtig, was ist weniger wichtig?

Ich habe mir die Sachen in den einzelnen Foren durchgelesen, die Wikis angeguckt und auch viel Themen durchgelesen und verstehe von den meisten Themen nur Bahnhof. Wenn ich dann Sachen wie Quintenzirkel lese, dazu noch ein paar schöne Skizzen sehe und ich die erklärung nicht verstehe mach ich mir sorgen ob ich nicht zu blöd sei. Was natürlich schwachsinn ist. :)
Kurz gesagt: Ich bin von den Informationsüberfluss einfach überfordert und weis nicht womit ich anfangen soll, wie ich das am besten angehe und wie ich das am besten in Übungen umsetze.

Der Grund warum ich hier im Forum frage ist das es hier in der Nähe keine gescheiten Lehrer gibt die mir das beibringen könnten bzw. mir auch einfach das nötige Kleingeld fehlt um mich unterrichten zu lassen. Deswegen kann ich auch nur mit Informationen aus dem Internet arbeiten.

Ich wäre wirklich Dankbar für jede Hilfe da ich hier wirklich auf dem trockenen liege.

Nebenbei: Ich weis nicht ob es relevant ist aber ich bin eher auf dem Metal bereich aus, deswegen wäre ich für Information aus dieser Richtung auch sehr Dankbar.

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Volare
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Erstellt: von Volare » 13.12.2011, 06:41

Kauf dir ein Buch. Kann dir zB "Die neue Harmonielehre" empfehlen. Ist ein tolles Buch, fängt ganz von vorne an mit Intervallen, Moll- und Dur, erläutert auch die physikalischen Grundlagen unserer Musik und wird dann immer komplizierter bis man sich einfach nur noch wünscht, es würde endlich wieder einfacher werden ;)

Ansonsten: Dinge die du wissen solltest (imo):
-Natürlich, Harmonisch Moll und Melodisch Moll (sowie die Skalensysteme die man auf den letzten beiden aufbauen kann)
-das ionische System (also die Kirchentonleitern)
-Intervalle
-Quintenzirkel auf jeden Fall auch. Damit kannst du einfach unglaublich viele Dinge sehr schnell und einfach machen. Zum Auswendiglernen: Setz dich einfach mal 10 Minuten ruhig hin und versuch den Quintenzirkel auswendig zu lernen. Ist eigentlich ziemlich leicht, hat bei mir auch nich so lang gedauert.
-Wissen über Akkorde: Welche Avoid Notes findet man bei welchem Akkord (das heißt welcher Ton passt nicht zu einem Akkord wenn man alle Töne der Tonleiter spielt... Dann brauchst du das entsprechende Wissen über Kadenzen, Tonika, Subdominante, Dominante, usw., dann vielleicht noch was ganz nett ist das Wissen wie die Shapes auf dem Griffbrett für diverse Akkorde sind...

Das wärs erst mal und ist auch schon mehr als es aussieht (besonders das H.M. System sowie das M.M. System). Falls mir noch was einfällt, füge ich es hinzu.

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 13.12.2011, 16:07

Hallo Mika,

lass dich hier nicht einschüchtern ! Es gibt ein ganze Menge Leute - ich kenne einige davon - , die
mit Freude schon jahrelang Gitarre spielen, ohne sich besonders mit dem ganzen theoretischen Zeug
zu befassen. Manches bekommt man im Laufe der Zeit fast von selbst mit. Man muss nicht eine schwer
durchschaubare Wissenschaft für Anfänger daraus machen. Vor allem wirst du nicht in kurzer Zeit alles aufnehmen
und verarbeiten können. Den Quintenzirkel o.ä. allein zu lernen ohne zu wissen, was du damit anfangen
kannst., bringt vorerst gar nichts.

Have fun not stress with your guitar ! Grüße ... RS
Von nix kommt nix !

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korgli
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Erstellt: von korgli » 13.12.2011, 16:21

Hi

naja RS - da du seit 50J Gitarre spielst, musst du das wissen. ;)


Aber Ich finde grad den Quintenzirkel äusserst wichtig.
Wenn man den durchblickt, dann weiss man sehr, sehr viel.
Aber richtig. Man muss den auch anzuwenden wissen.
Noten braucht man nicht zu kennen.
Bringt Vorteile, wenn man das kann, aber es geht ohne.

Rythmik ist mind 50% der Musik - eher mehr.

Also fang einfach mal an und arbeite dich hoch.
Jede Erkenntnis wird neue Fragen aufwerfen.

Auch Musikgeschichte ist wichtig.
Wenn du im Metallbereich - aber auch andere - tätig bist, solltest du ein wenig Technik kennen.
Ich meine damit Gitarrentechnik. Also Tonabnehmer, Amps usw.
ABER auch Spieltechnik.
Beim zusammensuchen erfährt man ne Menge.
Mehr als wenn du alles Pfannenfertig serviert bekommst.

fredy

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 13.12.2011, 17:14

Hallo fredy,

natürlich ist der Quintenzirkel wichtig, aber nicht auswendig gelernt als Gedächtnistraining.
Wichtig ist z.B. : E7 löst nach A auf, A7 nach D, D7 nach G, G7 nach C, C7 nach F, F7 nach Bb,
Bb7 nach Eb.
Den Rest kann man eigentlich vergessen. Oder hast du schon mal einen Hobby-
gitarristen gehört, der in Ab-Dur spielt ... oder vielleicht sogar in His-Dur?

Außerdem kann man sich den Quintenzirkel irgendwo kopieren und meinetwegen auf die Gitarre
kleben. Irgendwann kann man die wichtigsten Teile dann sowieso auswendig.

Grüße RS
Von nix kommt nix !

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korgli
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Erstellt: von korgli » 13.12.2011, 17:21

=)=)=
Auswendig muss man nicht.
Kleber ist ne gute Idee.
Gibt auch Poster davon.

His =)=)= =)=)= =)=)=

fredy

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 13.12.2011, 17:54

Sooooo viel muss man eigentlich garnicht wissen. Sind im Prinzip alles nur paar Grundlagen und richtig tief einsteigen kann man, muss man aber nicht.
Will man Musik machen, oder Musik unterrichten?
Gute Musik kann man sogar ganz ohne Theorie nur nach Gehör machen, aber einige Grundlagen zu beherschen, finde ich doch sehr nützlich.

Hm, wo gehts da los? Ich persönlich finde es am einfachsten, wenn man das von der Klaviertastatur ableitet.
Bild
Quelle

Es geht los beim "C" und dann schaut man: C, Cis, D, Dis, E, F, Fis, G, Gis, A, Ais, H (englisch "B") und wieder C (von da gehts von vorn los, nur eine Oktave höher)

Nun kannste das auf die Gitarre übertragen.
Die Seiten sind normalerweise E, A, D, G, B (im deutschen H), e
Hier siehste dann alle Töne auf dem Griffbrett einer Gitarre:
Bild
http://gitarren-blog.de/wp-content/uploads/2008/10/griffbrett-gitarre.gif
Du siehst, dass es auf der E Saite in der Reihenfolge geht:
E, F, Fis, G, Gis, A, Ais, B, C, Cis, D, Dis, E, F, Fis(ab dem E wiederholt sich das alles und es ist genau wie auf der Tastatur vom Klavier)
Das Selbe geht dann natürlich auch mit der A Saite (A, Ais, B, C, Cis....)
Klar? Du nimmst also den "Saitennamen" und zählst dann genau wie beim Klavier nach rechts weg...

Wenn du das verstanden hast, gehts weiter mit den Tonarten.
Du musst wissen, dass zb. zu der Tonart C-Dur die Akkorde
I. = C,
II. = Dm,
III. = Em,
IV. = F,
V. = G,
VI. = Am und
VII. = Bdim
gehören. (Sie harmonieren in dieser Tonart)
Diese römischen Zahlen sind die Stufen auf denen man die passende Akkorde findet.
Wenn man da einmal das Prinzip verstanden hat, kann man ganz leicht die Akkorde welche zu einer Tonart gehören bestimmen.
Bei Dur kann man sich merken, dass die zweite, dritte und sechste Stufe ein Mollakkord ist.
So kann man dann seine eigenen Songs komponieren, da diese 7 Akkorde immer passen (ausser die VII. Stufe Bdim ist bissel nen Sonderfall)
Also egal ob du C->Em, Em->G, Am->F usw. spielst, es passt :)

Jo und dann würde es weiter gehen mit den Akkorden.
Wie bauen die sich auf...erst die 3 Ton Akkorde, dann die 4 Ton und 5 Ton Akkorde.
Ein C-Dur Akkord wird zb. mit C, E, G gespielt. Das wären die Intervalle (siehe diese römischen Zahlen oben) 1-3-5 bzw. I-III-V
Genauso funktioniert das auch mit:
Dur 1-3-5
Moll 1-b3-5 (das "b" bedeutet, dass man den Ton erniedrigt und das wäre dann kein E mehr, sondern ein "Eb" (auch "Es" oder "Dis", also die schwarze Taste zwischen D und E auf dem Klavier ;))
Dur7 1-3-5-b7
Moll7 1-b3-5-b7
usw. usw.

Vieles muss man nicht wissen, sondern kann man auch ablesen (zb. Quintenzirkel).
Das Ganze klingt natürlich erstmal urst kompliziert, ist es aber garnicht.
Es ist nur etwas schwierig das ganz leicht verständlich rüberzubringen.
Würdest du neben mir sitzen, könnte ich das viel leichter erklären.

Vieleicht nutzen dir aber auch noch diese Seiten hier was:
http://alles-uke.de/dasnotigste.htm
http://www.sengpielaudio.com/Akkord-Benennung.htm
http://www.lehrklaenge.de/
http://www.meyer-gitarre.de/musiklehre.html
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 11250.html

Lass dich halt bloss nicht abschrecken. Vieles klingt einfach nur hochtrabend, aber ist so leicht, dass ein Kindergartenkind es verstehen könnte. Ne Seite wo es aber wirklich von null an ganz simpel erklärt wird, hab ich auch noch nicht gefunden.
Bin aber auch keine "Oberleuchte" und habs irgendwie kapiert...zumindest die "Grundlagen". Bei einigen Sachen vom Mjchael streike ich auch :D

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 13.12.2011, 17:58

Hallo fredy,

aha, du spielst auch gelegentlich in His-Dur. Man gönnt sich ja sonst nichts ! In C-Dur kann jeder
spielen, aber His-Dur ist schon etwas Besonderes ! Am liebsten hab ich diese Tonart aber ohne Vorzeichen,
ionisch, versteht sich. Mensch, bin ich ein kluges Kerlchen !

Grüße RS
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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 13.12.2011, 18:01

Notfalls gibts ja auch Kapodaster und "transponieren" in die allseits beliebte Tonart C-Dur :lol:
Kann ich Tonart C-Dur, kann ich eigentlich sogut wie alles ;)
Wenn ich hier natürlich mal irgendwelchen Müll schreibe, müsst ihr mich korrigieren, weil mit "Hypomixolydisch" usw. hab ichs nicht so :D
http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchentonart

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-Mika-
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Erstellt: von -Mika- » 13.12.2011, 18:11

@Volare: Die Dinge die du angesprochen hast werd ich mir zu gemüte führen und erstmal versuchen per Internet zu lernen. Sollte alles nicht bringen werde ich mir das Buch kaufen.
Mal sehen wie gut das klappen wird.

@RollapS: Ich kann mir gut vorstellen das man auch ohne das theoretische Wissen ein guter Gitarrist werden kann, wenn man die Praxis perfektioniert dann kann man auch alles spielen wenn man die Tabs/Noten zum nachspielen hat. Genau da liegt aber mein Problem. Ich will nicht immer nur nachspielen sondern auch selbst komponieren und Stücke nach Gehör lernen. Ich will mich nicht von Tabs abhängig machen. Und das kann man, soweit ich das verstanden habe, nur lernen wenn man die Theorie beherscht.

@korgli: Ich finde es schonmal gut zu hören das ich Noten nicht zwangläufig brauche, fand die Notenlehre damals in der Schule nie wirklich spannend und das Thema wurde eig. auch nur angekratzt. Und zur Technik habe ich mir auch schon einiges Wissen angelernt. Wie mein AMP funktioniert, wie die Gitarre Funktioniert weis ich bereits und auch ein paar Spieltechniken hab ich bereits kennengelernt.

@musicdevil: Ich spiel nur für mich als Hobby. Hätte ich unterrichten wollen wäre ich wohl besser in einem Musikstudium aufgehoben ^^' . Die Informationen kann ich aber gut gebrauchen.

Danke an alle für die Antworten, das dürfte mir doch sehr helfen.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 13.12.2011, 18:46

-Mika- hat geschrieben:Ich will nicht immer nur nachspielen sondern auch selbst komponieren und Stücke nach Gehör lernen. Ich will mich nicht von Tabs abhängig machen. Und das kann man, soweit ich das verstanden habe, nur lernen wenn man die Theorie beherscht.


Nee, ist so nicht ganz richtig.
Ich schreib mal kurz wie es bei mir war ;)
Hab vor etwa 20 Jahren angefangen Keyboard zu spielen.
Völlig ohne Noten oder Theoriekenntnisse.
Mit linker Hand wurde nur der Basston gedrückt und mit der rechten Hand irgendwas dazu gespielt was passt.
Ganz automatisch hab ich gehört, dass zb. C, D#, G#, A# hintereinander gut klingt ;) Dann hab ich erste Lieder komponiert.
Bass, Streicher, Synthiesequenz usw. wurde dann anfangs nur mit jeweils einer Taste programmiert und rechte Hand spielte Melodie.
Später gabs dann auch Keyboards mit automatischer "Einfingerbegleitautomatik"...Du drückst links ne Taste und ne ganze Band spielt los :D
Irgendwann hab ich dann angefangen mal 2 Tasten gleichzeitig mit links zu drücken...ich hörte ja was da passt. Im Prinzip hab ich da schon "Powerchords" auf dem Keyboard gespielt und mit rechten Hand die Melodie. Alles immer nur nach Gehör...
Irgendwann wurden dann 3 Tasten draus und schon hatte man nen richtigen Akkord. Wie der sich nannte, wusste ich nicht, aber klang guuuuut :D
Erst im Laufe der Zeit wollte ich dann auch wissen was ich da überhaupt drücke und nen neueres Keyboard hat mir dann sogar die Akkordnamen per Display angezeigt.
Aber ich habe wirklich lange lange Zeit nur nach Gehör gespielt und komponiert.
Wie die Akkorde sich nannten usw., wusste ich alles nicht, ich wusste nur, dass wenn ich das und jenes drücke, passt es für meine Ohren.
Gewisse Tastenkombinationen hat man sich dann einfach gemerkt und immer wieder genommen.

Auch jetzt noch bin ich irgendwie so frei und lass mich da nicht von der Theorie ausbremsen :D
Ich erstelle mir irgendwelche Akkordfolgen und spiele dann improvisiere dann dazu irgendwelche Melodien auf der Gitarre. Ich hab da keine Ahnung von Pentatoniken ect., aber ich höre genau ob der Ton welchen ich spiele passt oder nicht. Mit der Zeit erkenn ich dann nen Muster auf dem Griffbrett, welches sich dort und dort wiederholt.
Erst bei Kenntnissen der Theorie weiss ich dann das es die Pentatonik ist, aber gespielt hab ich die praktisch schon immer :D

Übrigends Tabs und Noten jucken mich persönlich überhaupt nicht.
Die brauch ich nur, damit ich aufschreiben kann was ich da spiele, damit es andere Leute nachspielen können.
Mir macht komponieren mehr Spaß als das Nachgedudel irgendwelcher Songs die es ja schon perfekt gibt ;)

Was ich eigentlich sagen will ist, dass man auch völlig nach Gehör musizieren/komponieren kann. Theorie erleichtert vieles, da man dann nicht so nach dem "trial and error" Prinzip handelt, sondern wirklich weiss was man macht. Manchmal kann zuviel Theorie sogar hinderlich sein.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 13.12.2011, 18:54

Warum soll man den Quintenzirkel nicht auswendig lernen.

Ich brauche dafür einen Merksatz:
Fähige clevere Gitarristen denken an ein Barré

Schreibe die Anfangstöne drei mal hin

F C G D A E B -F C G D A E B -F C G D A E B

füge den ersten 7 Tönen ein "b" hinzu und den letzten ein #
Fb Cb Gb Db Ab Eb Bb - F C G D A E B - F# C# G# D# A# E# B#

Ich verwende hier das englische B statt des deutschen H.

Fertig.

Du brauchst für das Auswendiglernen des Quintenzirkels so lange wie du dafür brauchst, dir den einen Satz zu merken.

Fähige clevere Gitarristen denken an ein Barré

Es gibt noch zwei weitere speziell für die Kreuztonarten
Geh du alter Esel hohle frische Citronen
= G D A E H F# C#

und einen für die B-Tonarten
Frische Brötchen essen Asse des Gesangvereins
= F Bb Eb Ab Db Gb

Die beiden Sprüche helfen einem die Dur-Tonarten anhand der Vorzeichen zu bestimmen, bzw. Dur-Tonarten die Vorzeichen zuzuordnen.

Aber die zwei Sprüche hat man auch ganz schnell gelernt.

Für die unteren beiden Sprüche habe ich keine 5 Minuten gebraucht.
Den oberen habe ich mir selbst ausgedacht, aber man wird wohl kaum länger als 2 Minuten für den Satz brauchen.

Rechne noch ein paar Wiederholungen ein, (eine nach 2 Minuten, um den Wissensstoff über die 2-Minuten-Hürde zu bekommen), eines nach einer oder zwei Stunden, eines nach einem Tag, und noch einmal nach einer Woche, bis es sitzt.
Besser noch du wendest die Merksprüche immer wieder an.


Interessanter ist es, was man alles mit dem Quintenzirkel machen kann.
Dazu empfehle ich euch mal die Wikibooks zu lesen.
http://de.wikibooks.org/wiki/Musiklehre ... ntenzirkel
Zuletzt geändert von mjchael am 13.12.2011, 19:00, insgesamt 1-mal geändert.

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 13.12.2011, 19:00

Hallo Mika,

du hast natürlich recht. Ohne ein Grundwissen kann man nicht eigene Songs schreiben / finden.
Ich sträube mich nur etwas dageben, sich die "ganze" Harmonielehre / Theorie in einem Zug ein-
verleiben zu wollen.
Ich habe einen ganzen Ordner von Melodien, die ich selbst gefunden (geklaut ? ) habe. Fast alle sind
so entstanden, dass ich Akkordfolgen, die sich im Laufe der Jahre im Gehirn gesammelt hatten,
benutzt habe. Im Laufe der Zeit kamen dann auch jazzigere Akkorde dazu. Möglichkeiten, sowas
zu finden, gibt es heute im Internet ja genug.

Was ionisch, lydisch, mixolydisch usw. ist, ist mir sowas von egal.

Grüße ... RS
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Erstellt: von musicdevil » 13.12.2011, 19:16

Naja, klar "Grundkenntnisse" sind schon immer irgendwie nötig.
Nur muss man das erst definieren...
Kann ich sechs Akkorde der Tonart G-Dur auf der Gitarre spielen, kann ich durchaus schon komponieren.
Einfach ausprobieren was gut klingt und schon kommt man zu 0815 Akkordfolgen wie G, Em, C, D
Dazu kann ich mir ruckzuck ne Melodie einfallen lassen (nach Gehör dazu klimpern) und dreh ich die Akkorde bissel um zb. C, D, G, Em, hab ich schon ne weitere Akkordfolge für die Strophe oder Refrain. Nen Zwischenspiel dann meinetwegen mit C, Am oder sowas.
Meine Grundkenntnisse beschränken sich dann darauf, dass ich die Akkorde der Tonart kenne.
Will ich natürlich mal sowas wie Dmaj7 einbauen, muss ich schon wissen oder hören wo es passt ;)
Aber im Prinzip kann ich schon mit ganz wenig Wissen supergute Lieder schreiben, was man ja an zahlreichen Hits wie "knocking on the heaven`s door" sieht.

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