Improvisieren zu einer Akkordfolge mit der Pentatonik

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ebichu87
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Improvisieren zu einer Akkordfolge mit der Pentatonik

Erstellt: von ebichu87 » 01.02.2010, 21:29

Hi zusammen, hätte da ne brennende Frage ;)

Sagen wir mal, mein kollege spielt ne simple akkordfolge, zb Am, C, G, F, und ich möchte dazu ein bisschen improvisieren. Pentatonik kann ich technisch gesehen schon recht gut, nur weiss ich nicht, in welchem Bund ich welche Pentatonikskala spielen muss, damit sie dann zur entsprechenden akkordfolge passt. Wie finde ich das heraus? Hat irgendwas mit dem grundton zu tun, weiss aber auch nicht, inwiefern mich das weiterbringt.

hoffe auf tipps :)

vielen dank schonmal
ebi

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 01.02.2010, 22:03

Mache ich es mal in 2-3 Lektionen:

Lekton 1

Stelle dir mal die ganz einfachen Pentatoniken in den ersten Bünden und die dazugehörigen normalen Akkorde vor:

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Passt zum Akkord
Bb = (1)13331

Gm7 = 3x333x
oder
Gm7 = 33333

Die Grundtöne hab ich mal grün eingefärbt. In der Pentatonik erscheinen die Grundtöne einer Dur-Pentatonik schwarz, und die der Moll-Pentatonik grau.



Bild
C-Dur und Am und die dazugehörigen Grundtöne kennst du mit Sicherheit selbst.

Bild
Der Ton F# müsste noch einen Bund vor dem Steg, das klappt aber erst ab einer höheren Lage.

D-Dur dürfte kein Problem sein.
Nur der Bm solltest du als Bm7 in folgender Variante greifen:
Bm7 = x20202

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Ich glaube den F-Dur-Barré und den Dm-Akkord brauche ich nicht nochmal aufzuschreiben.

Bild
Auch G und Em brauche ich auch nicht aufzuschreiben.

Wenn du die Grundakkorde der einfachen Akkorde nicht kennen solltest, dann hole das schleunigst nach!

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_C-Dur-Tonleiter_Workshop

Das ist ein absolutes MUSS an Hintergrundwissen. Nur die Akkorde Gm7, und Hm7 muss man noch einmal extra lernen. Sie werden oft im Jazz gebraucht, und sind daher nicht sehr geläufig. Als reine Moll-Formen (ohne 7) sind sie mit den Grundtönen kaum zu spielen. Aber die 7 stört bei Moll-Akkorden so gut wie gar nicht (im Gegensatz zu Moll-Akkorden)

Die nächste folgt sogleich:

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 01.02.2010, 22:30

Lektion 2

Aus jedem der hier genannten Dur- und Moll(7)-Akkorde kannst du ein Barré-Akkord machen.


C-Dur + Am-Typ
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Da ist es leicht, den Barré-Akkord und die Pentatonik übereinander zu bekommen.

Die Durparallele wird schon seltener benutzt:
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Häufiger kommt die C7er Form vor.
Bild
Man muss nur aufpassen, dass es kein Blues ist.

Bei Blues hat man zwar einen Dur-Akkord, aber man muss eine Moll-Pentatonik verwenden. Und die habe ich noch nicht gezeichnet.

Wie dem auch sei, du kannst die Pentatonik genau so wie den Akkord transponieren (sprich: Quer über das Griffbrett verschieben).

Da die Barré-Akkorde und die Pentatoniken die gleichen Grundtöne haben, und daher auch immer an der selben Stelle sind, ist es leicht, jedem Barré-Akkord eine passende Pentatonik zuzuordnen.


D-Dur + Hm7-Typ
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Die D-Dur Form kommt genau so selten als Barré-Akkord vor wie die Hm7-Form
Bild
Ich vermute mal, beide Barré-Akkorde sind mehr für Jazzer interessant. Man braucht die Pentatoniken dennoch, um quer über das Griffbrett zu gleiten.

Bb-Dur + Gm7-Typ
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Die Bb-Dur-Form ist wieder sehr einfach abzuleiten.
Die Gm7 (die Moll-Parallele von Bb-Dur) kommt seltener vor, doch man sollte sie kennen.
Bild


G-Dur + Em-Typ
Die Em-Form ist wiederum sehr einfach
Bild
Hier ist es die Dur-Parallele, die man kaum benutzt.
Bild
Aber man muss die Barré-Akkorde nicht unbedingt vollständig greifen zu können, um sich an denen zu orientieren.

Die G-Form kommt oftmals in abgespeckter Form vor:
C-Dur in der G-Form (Barré im 5. Bund)
8x558x
oder
8x5558
oder
xx5558
oder
x7558x

Die Formen sind alle einfacher zu greifen, und werden ab und an mal beim Jazz oder Picking gebraucht. xx5558 kommt Beispielsweise bei Stairway to heaven vor.

F-Dur + Dm-Typ

Bild
die F-Dur-Form ist wieder ganz leicht abzuleiten.
Die Dm-Form dagegen kennt man kaum.
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Aber sie kommt trotzdem ab und zu mal in abgespeckter Form in einem Intro vor. Etwa so:
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Der Akkord entspricht dann einem Dm/F

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 01.02.2010, 22:41

Lektion 3

Wichtig sind folgende vier Formen:

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Weil das die häufigsten Akkorde sind, von denen man die Dur- und Moll-Parallelen ableitet. Damit hättest du 4 wichtige Formen gelernt (von insgesamt 10)

Wenn du die hast, lernst du es, dir von den 4 Formen die jeweiligen Dur- oder Moll-Parallelen abzuleiten.
Dann hättest du auf einen Schlag 8 von 10 Formen.

Danach musst du dich mit der Blues-Pentatonik auseinandersetzen.

Du musst dann einen Dur-Akkord greifen, aber die Moll-Pentatonik verwenden. Auch das sollte in den allermeisten Fällen sehr einfach sein. (Du brauchst ja meist nur die oberen 4 Formen)

Nur für den C7 oder den C9-Akkordtyp im Blues, dafür musst du den Hm7-Pentatonik-Typ anwenden. (Vergleiche einfach die Grundtöne, dann leuchtet es dir ein.)

Sollte dir das Letzte zu hoch sein:
Egal, fange erst mit dem einfachen an!
Der Rest kommt mit der Zeit.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 24.09.2010, 14:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 01.02.2010, 23:12

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