Elementare Musiktheorie

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mjchael
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Elementare Musiktheorie

Erstellt: von mjchael » 24.09.2009, 14:54

Ich möchte versuchen ganz elementare Kenntnisse in der Musiktheorie so zu vermitteln, dass man diese relativ einfach lernen kann. Wie weit ich kommen, das werden wir sehen.
Zuletzt geändert von mjchael am 17.08.2010, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 24.09.2009, 15:09

Fangen wir mal ganz einfach an.

Lektion 1a
Thema: Tonleiter

Übung:
Versuche doch einmal das Lied "Alle meine Entchen" auf der zweiten Saite von unten (der H-Saite) zu spielen.

Fangt mit dem Finger im ersten Bund an.

Code: Alles auswählen

E ||---|---|---|---|-
H ||-1-|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|-


wie ihr seht, steht eine Tabulatur auf dem Kopf. Es sieht so aus, als ob ihr von oben auf das Griffbrett schauen würdet.

Ganz nebenbei lernt mal die Namen der 6 Saiten der Gitarre auswendig!

Von oben nach unten: E A D G H E
Ein Anfänger der Gitarre hat Eifer

Also versucht einmal das Lied alle meine Entchen nur auf der H-Saite zu spielen. Ihr werdet merken, dass ihr einige Bünde überspringen müsst, und andere nicht.

Code: Alles auswählen

Ausschnitt aus dem Griffbrett
 -|---|---|---|---|---|---|-
 -|-O-|---|-O-|-O-|---|-O-|-
 -|---|---|---|---|---|---|-
 -|---|---|---|---|---|---|-
 -|---|---|---|---|---|---|-
 -|---|---|---|---|---|---|-

Bei so einem Ausschnitt wird nicht gezeigt, in welchem Bund man anfangen soll, denn das sollt ihr ja auch bei der Übung alleine herausfinden.

Lest nicht gleich die nächste Lektion, sondern versucht es zuerst einmal. So doof werdet ihr euch schon nicht anstellen.

Kümmert euch nicht darum, welche Finger ihr verwendet, und ob ihr das mit einem Plectrum oder dem Daumen anschlagt, sondern macht es einfach wie ihr irgendwie zurecht kommt.

Viel Spaß beim Ausprobieren
Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 24.09.2009, 16:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 24.09.2009, 16:08

Lektion 1b
Thema: Tonleiter

Wiederholung:
1.) Wie heißen die 6 Saiten der Gitarre von oben nach unten?

Der erste Ton beginnt auf der H-Saite im ersten Bund.
Der zweite Ton ist auf der H-Saite im dritten Bund.

Wir müssen einen Bund überspringen. Der Bund zwischen dem ersten und dem dritten Bund darf in diesem Lied nicht erklingen, denn er gehört nicht zu der Tonleiter, in der das Lied steht.

Wenn ein Bund übersprungen werden muss, dann nennt man das einen Ganztonschritt.

Der dritte Ton auf der H-Seite ist im 5. Bund. Der Abstand vom dritten zum 5. Bund (also zum übernächsten Bund) ist wieder ein Ganztonschritt.

Der nächte Ton, also der vierte Ton des Liedes ist diesmal nicht im 7. Bund, sondern im 6. Bund.
Der Abstand von einem Bund zum nächsten nennt man einen Halbtonschritt.

Die Anordnung der Töne in einer Tonleiter besteht aus Halbtonschritten und Ganztonschritten.

Die Töne zwischen zwei Ganztonschritten dürfen in einer Tonleiter üblicherweise nicht gespielt werden.

Üblicherweise heißt, dass es auch Ausnahmen gibt, aber dass man sich meist auf diese Faustformel verlassen kann.

Der 5. und der 6. Ton des Liedes ("Ent-chen") sind beide auf dem 8. Bund. Der 8. Bund ist wieder einen Ganztonschritt vom 6. Bund entfernt.

Aufgeschrieben wird die Melodie bis jetzt folgendermaßen.

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E ||------------|---------|
H ||-1--3--5--6-|-8----8--|
G ||------------|---------|
D ||------------|---------|
A ||------------|---------|
E ||------------|---------|


Weiter geht es folgendermaßen



Code: Alles auswählen

||------------------|-------||
||o-10--10--10--10--|-8----o||
||------------------|-------||
||------------------|-------||
||o-----------------|------o||
||------------------|-------||


Die kleinen "o" in der Tabulatur sollen eigentlich so etwas wie Doppelpunkte darstellen.

//: irgendeine Melodie oder irgendein Text ://

Dieses Zeichen Bedeutet, dass man den entsprechenden Abschnitt noch einmal wiederholen soll.

Also soll die Melodie bei //: Schwimmen auf dem See :// zweimal hintereinander gespielt werden.

Das ist kürzer als wenn man schreibt

Code: Alles auswählen

|-----------------|----------|-----------------|------|
|-10--10--10--10--|-8--------|-10--10--10--10--|-8----|
|-----------------|----------|-----------------|------|
|-----------------|----------|-----------------|------|
|-----------------|----------|-----------------|------|
|-----------------|----------|-----------------|------|


Für den Rest des Liedes wandern wir die Tonleiter, die wir vorher rauf gewandert sind, genau auf den gleichen Tönen wieder runter.

Code: Alles auswählen

|-------------|-----------|-------------|------|
|-6--6--6--6--|-5----5----|-3--3--3--3--|-1----|
|-------------|-----------|-------------|------|
|-------------|-----------|-------------|------|
|-------------|-----------|-------------|------|
|-------------|-----------|-------------|------|


Um sich die Übung anhören zu können, installiert euch die Freeware Powertab und hört euch folgende Datei an.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Erstellt: von mjchael » 24.09.2009, 16:37

Lektion 1c
Thema: Tonleiter
Antwort:
Die Saiten einer Gitarre heißen von oben nach unten
E A D G H E

Wiederholung:
1) Was ist ein Ganztonschritt
Der Abstand von einem Bund zum ........... Bund

2.) Was ist ein Halbtonschritt
Der Abstand von einem Bund zum ....... Bund

3.) Eine Tonleiter besteht aus
G............... und H...............

Eine Tonleiter besteht aus verschiedenen Stufen, die unterschiedlich groß sind. Eine Stufe ist einen Bund oder zwei Bünde groß.
Es kommen mehr Ganztonschritte (also Abstände von einem Bund zum übernächsten) vor, als Halbtonschritte (der Abstand von einem Bund zum nächsten.

Dieses Lied hat nur 6 Töne. Es gibt natürlich auch Melodien mit weniger und viel mehr Tönen.

Meist findet man eine bestimmte Anordnung von Ganztonschritten und Halbtonschritten.

Code: Alles auswählen

O|-|O|-|O|O|-|O|-|O|-|O|O|-|O|-|O|O|-|O|-|O|-|O|O|-|O|-|O|O|
. G . G .H. G . G . G .H. G . G .H. G . G . G .H. G . G .H.


Exkurs: Fingersatz einer Geige oder Mandoline

Bild
Quelle:
http://www.users.globalnet.co.uk/~leoni ... tterns.htm

Aus dieser Anordnung ergeben typische Fingersätze für sehr kleine Saiteninstrumente wie die Mandoline und Geige. Leider kann man diesen Fingersatz nicht auf diese Weise auf Gitarre übertragen. Aber es lohnt sich trotzdem mal mit diesen Fingersätzen auseinanderzusetzen, denn es kann einem helfen, sich die Abstände der Ganzton- und Halbtonschritte besser vorstellen zu können. (Es funktioniert zumindest bei den Geigern- und Mandolinenspielern sehr gut.)


Bild

Code: Alles auswählen

|Z|-|M|-|R|K|



Bild

Code: Alles auswählen

|Z|-|M|R|-|K|



Bild

Code: Alles auswählen

|Z|M|-|R|-|K|


Versucht nicht dieses nachzuspielen. Denn eure Finger sind in der Regel nicht dafür gemacht, auf der Gitarre den Abstand von 6 Bünden zu überbrücken.

Na ja, vielleicht können die E-Gitarren-Spieler unter euch mal versuchen, die drei Fingersätze ab dem 12 Bund auszuprobieren, wo die Bundabstände nicht so groß sind.

Die Anordnung dieser Töne ist geeignet um viele Melodien auf der Geige oder auf der Mandoline zu spielen. So eine Anordnung nennt man Tonleiter. Der erste Fingersatz ist geeignet um lustige lebhafte Melodien zu spielen. So spielt man eine Dur-Tonleiter auf einer Geige. "Dur" kommt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie "hart".


Code: Alles auswählen

Achtugn: Fingersatz einer Mandoline!
Diese Intervalle findet man so nicht auf der Gitarre!

|Z|-|M|-|R|K|
|Z|-|M|-|R|K|

|5|-|6|-|7|1|
|1|-|2|-|3|4|


Wenn ihr eure Finger spreizt, und fügt dann wieder den kleinen Finger zum Mittelfinger, dann habt ihr eine Eselsbrücke für die Tonabstände der ersten vier Töne einer Dur-Tonleiter.

C - D - E F
Die Bindestriche entsprechen jetzt den Lücken zwischen euren Fingern,
Auf einer einzigen Saite könnt ihr die ersten vier Töne einer Tonleiter auch auf einer Gitarre spielen. Zur Not müsst ihr etwas hin und her rutschen.

Aber über zwei Saiten funktioniert es nur bei einer Geige oder einer Mandoline.

Aber ihr habt eine Eselsbrücke für die Tonabstände vom 5. bis zum 8. Ton. Ihr könnt ihn zwar nicht wie ein Mandolienenspieler oder ein Geiger untereinander spielen, aber nebeneinander.

|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|H|C|
|Z|-|M|-|R|K|-|Z|-|M|-|R|K|
|1|-|2|-|3|4|-|5|-|6|-|7|1|

Also in etwa zwei mal hintereinander der erste Geigengriff...
Bild

Der achte Ton ist gleichzeitig der erste Ton der nächst höheren Dur-Tonleiter.

Man könnte zwar ab dem 8. Ton einfach mit 9 10 11... weiterzählen, aber vielfach hat es sich als praktischer erwiesen, nach dem 7. Ton einfach mit der 1 weiterzumachen. Eine Analogie zu den Wochentagen kann hier als Lernhilfe ganz nützlich sein. Da beginnt auch nach 7 Tagen alles wieder mit dem gleichen Wochentag. Ähnlich verhält es sich mit den Tönen einer Tonleiter.

Code: Alles auswählen

|-|-|-|-|-|5|-|6|-|7|1|
|5|-|6|-|7|1|-|2|-|3|4|
|1|-|2|-|3|4|-|-|-|-|-|


Ich habe mal bei einem Liederbuch mit fast 300 Liedern versucht herauszufinden, wie viele Lieder mit einer Dur-Tonleiter gespielt worden sind. Auch wenn ich mich mit Sicherheit verzählt habe, waren ungefähr 85% der Lieder in Dur. Bei anderen Liederbüchern kann es deutlich mehr Lieder sein. Bei ungefähr 10% der Lieder tauchen vereinzelt ein paar Noten auf, die von der Dur-Tonleiter abweichen. Aber der überwiegende Teil der Noten hält sich an das Dur-Schema.


Der andere Fingersatz eignet sich auf der Geige (und Mandoline) vor allem, um traurige, schwermütige Musik zu spielen. So spielt man eine Moll-Tonleiter auf einer Geige. "Moll" kommt auch aus dem Lateinischen und heißt soviel wie "weich". Die Aufteilung der Ganzton und Halbtonschritte ist bei einer Moll-Tonleiter nicht ganz so einfach.

Code: Alles auswählen

|5|6|-|7|-|1|
|1|-|2|3|-|4|


Aber auch hier lohnt es sich seine Finger zu spreizen, und dieses mal den Mittel- und Ringfinger zusammen zu führen, um sich die Tonabstände der 1-4 Töne einer Moll-Tonleiter zu merken.

Für die Töne der 5-8 Töne muss man Zeige- und Mittelfinger zusammenhalten.

Auch bei den Molltonleitern gibt es vereinzelt Töne, die nicht in das Schema passen. Es gibt sogar deutlich mehr (gut 1/3), als bei der Dur-Tonleiter. Die Moll-Tonleiter muss man sich später noch einmal genauer unter die Lupe nehmen, aber das heben wir uns noch auf.

Aber haltet euch mal fest, dass ungefähr 85% aller üblichen Lieder in einem Liederbuch in Dur sind, und ungefähr 14% in Moll. Ein Prozent kann man nicht in Dur oder Moll einteilen.

Vereinzelt muss man mit Noten rechnen, die aus dem Tonleiter-System herausfallen.

Die Werte sind zwar nur grob über den Daumen gepeilt, aber sie können euch schon mal einen groben Überblick geben.

Aber um sich die Abstände einer Dur-Tonleiter und die Abstände einer Molltonleiter zu merken, lohnt sich der kleine Exkurs auf den Fingersatz einer Geige (Mandoline) zu werfen.

Wenn man die beiden Fingersätze nebneinander, und nicht untereinander spielt, kann man eine Dur- und eine Molltonleiter auch auf einer Saite der Gitarre darstellen.

Dur-Tonleiter
|1|-|2|-|3|4|-|5|-|6|-|7|1|

Moll-Tonleiter
|1|-|2|3|-|4|-|5|6|-|7|-|1|

Man entdeckt, dass die Molltonleiter genau die gleichen Abstände hat, wie eine Dur-Tonleiter, nur dass diese etwas früher anfangen.

Code: Alles auswählen

Dur        |1|-|2|-|3|4|-|5|-|6|-|7|1|-|2|-|3|4|-|5|-|6|-|7|1|
Moll |1|-|2|3|-|4|-|5|6|-|7|-|1|-|2|3|-|4|-|5|6|-|7|-|1|


Die Molltonleiter und die Durtonleiter haben also die gleichen Abstände, nur die Moll-Tonleiter beginnt zwei Töne früher. Genauer einen Ganzton- und einen Halbton früher bzw. 3 Halbtonschritte früher.

Andersrum könnte man auch sagen, dass die Dur-Tonleiter drei Halbtonschritte später anfängt.


...
Zuletzt geändert von mjchael am 12.04.2010, 05:17, insgesamt 2-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 25.09.2009, 15:23

Lektion 1d
Thema: Tonleiter

Antworten
1) Ein Ganztonschritt ist der Abstand von einem Bund zum übernächsten Bund

2.) Ein Halbtonschritt ist der Abstand von einem Bund zum nächsten Bund

3.) Eine Tonleiter besteht aus
Ganztonschritten und Halbtonschritten

Wiederholung:
1.) Was für zwei wichtige Tonleitern unterscheidet man.
2.) Eine Durtonleiter begint 2 Töne ...... als eine Molltonleiter.
3.) Eine Molltonleiter ist ... Halbtonschritte von einer Durtonleiter entfernt.

Befassen wir uns mal etwas mit der Molltonleiter. Stellt euch vor ihr seid im Mittelalter oder in irgendeinen slavischen Land, und dort ist gerade die Moll-Tonleiter populärer als die Dur-Tonleiter.

Eine Tonleiter durchzuzählen ist zwar durchaus üblich, aber es kann doch zu Verwirrungen führen. Allein wenn man bedenkt, dass man die Nummern hier einmal für die Töne der Tonleiter und zum andern für die einzelnen Bünde in einer Tabulatur gebraucht. In der Musik kommen noch mehr Zahlen ins spiel. Jetzt stellt euch mal vor, man wolle

"Vom dritten Akkord im Lied, der im Fünften Bund gespielt wird mit zusätzlch noch dem vierten Ton ausgehend aber vom Grundton des Akkordes und nicht vom Grundton der Tonleiter"

Wenn man das alles mit Zahlen ausdrücken wollte, dann käme man ganz schnell in Schwierigkeiten.

Anstelle einzelne Töne durchzunummerieren verwendet man lieber Buchstaben. Die Buchstaben einer Molltonleiter wie sie in englischsprachigen Ländern verwendet wird, benennt man nach den ersten 7 Buchstaben des Alphabets.

Die Molltonleiter könnt ihr auf der A-Saite spielen. Für den ersten Ton müsst ihr die A-Saite leer klingen lassen. Der zweite Ton ist dann im zweiten Bund....

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E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
B||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
G||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
D||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
1||-|2|3|-|4|-|5|6|-|7|-|1|
E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|

E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
B||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
G||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
D||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
A||-|B|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|
E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|


Es würde so schön passen, wenn man davon ausgehen würde, dass die Notennamen von der Molltonleiter ableiten würde, weil die damals gerade populärer war als die Dur-Tonleiter. Oder wenn man vielleicht davon ausgehen würde, das der Ton A, mit dem man die Molltonleiter anfängt der Kammerton ist.

Das dumme an der Sache ist, Das diese Geschichte zwar vollkommen einleuchtend gewesen wäre, aber in Wirklichkeit hat es sich ganz anders abgespielt. Und es macht echt keinen Sinn, genauer darüber nachzuforschen (habe ich gemacht), denn die wenigsten Musikwissenschaftler können darauf eine einleuchtende Erklärung liefern.

Sei es drum:
Wir merken uns: die Stammtöne einer Molltonleiter entsprechen den ersten 7 Tönen des Alphabets.

A B C D E F G

Mit einem Haken an der Sache.

Zu der Zeit, als bei uns die Melodien notiert worden sind gab es nur 6 und keine 7 Stammtöne pro Tonleiter. (Erinnert euch noch an das Eingangs gespielte "Alle meine Entchen". Von Vorzeichen und Halbtonschritten hatten die Leute damals noch nicht viel gewusst. Man kam mit insgesamt 3 Tonleitern aus. Es gab bestimmt auch Lieder, die ein umfangreicheres Tonmaterial besaßen, aber dass waren nicht die Lieder, die aufgeschrieben worden sind.

Mal grob vereinfacht dargestellt:

Man hatte die Tonart F-Dur mit den Tönen
|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|
C-Dur mit den Tönen
|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|
Und die Tonart G
|G|-|A|-|B|C|-|D|-|E|

Soweit scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.

Wenn man jetzt aber versucht die Tönen übereinander zu bringen, dann tauchen Probleme auf

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|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|       |G|-|A|-|B|C|-|D|-|E|
              |C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|
    |G|-|A|-|B|C|-|D|-|E|   |G|-|A|-|B|C|-|D|-|E|
|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|   |F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|
              |C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|


Alle Töne A - C D E F G stehen immer schön untereinander. Nur den Ton B scheint es hier zwei mal zu geben. Da die deutschen damals nur eine ungefähre Vorstellung von Ganzton und Halbtonschritten hatten, und für sie so etwas wie Vorzeichen völlig unbekannt war, haben die einfach für das zweite B, dass hier doppelt zu sein scheint, einfach den nächsten Buchstaben aus dem Alphabet genommen.

A B C D E F G H

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|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|       |G|-|A|-|H|C|-|D|-|E|
              |C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|
    |G|-|A|-|H|C|-|D|-|E|   |G|-|A|-|H|C|-|D|-|E|
|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|   |F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|
              |C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|


Man kennt also im deutschen 8 Stammtöne, die aber eine komische Reihenfolge haben, da der zusätzliche Buchstabe H irgendwie in die Tonleiter mit hineingefriemelt worden ist.

A|-|B|H|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|B|H|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A

Da man aber nur 6 Töne der 8 möglichen Buchstaben für eine Tonleiter brauchte, und da man nur drei Tonleitern kannte, kam man mit der Reglung gut zurecht, dass

Die Tonart F ein "B" enthielt
|F|-|G|-|A|B|-|C|-|D|

Die Tonart C weder ein "B" noch ein "H" enthielt
|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|

und dass die Tonart G nun den neuen Notennamen "H" bekam.
|G|-|A|-|H|C|-|D|-|E|

Alle gängigen Lieder der damaligen Zeit konnten nun recht einfach aufgeschrieben werden. Und wie es nun mal so ist, wenn man einmal damit angefangen hat, eine Sache in die Praxis umzusetzen, dann weicht man auch nicht mehr gerne von einem Bewährten Prinzip ab.

Eine Neuerung würde ja auch bedeuten, dass man alle Liederbücher der damaligen Zeit hätte neu schreiben müssen. Stellt euch das mal im Mittelalter vor, wo noch jedes Buch von Hand gezeichnet war, und sich Papier nur die Wohlhabenden Leute oder vielleicht noch die Klöster leisten konnten. Nein so revolutionär erschienen die neuen Ideen mit Vorzeichen gar nicht, als dass man dafür Liederbücher auf den Müll geworfen hätte. Solche Traditionen sind hartnäckig.

Im einzelnen mag es noch einmal etwas komplizierter gewesen sein, aber so im Groben hat es sich ungefähr abgespielt.

...
Zuletzt geändert von mjchael am 04.05.2012, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 27.09.2009, 20:39

Lektion 1e
Thema: Tonleiter

Antworten:
1.) Die beiden wichtigsten Tonleitern ist Dur und Moll
2.) Eine Durtonleiter begint 2 Töne später als eine Molltonleiter.
3.) Eine Molltonleiter ist drei Halbtonschritte von einer Durtonleiter entfernt.

Wiederholung:
1.) Wie heißen die Töne einer (A-)Molltonleiter
englisch: _ _ _ _ _ _ _ _
deutsch: _ _ _ _ _ _ _ _
2.) Was ist das Besondere an den deutschen Notennamen

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, und habe bei einem Liederbuch versucht herauszufinden, wie viele Tonleitern von jedem Typ in diesem Liederbuch vorkommen.

Ich sage euch nicht, welches Liederbuch es ist, denn ich glaube ich habe mich mehrfach vertan und mich bestimmt auch verzählt. Aber dennoch gebe ich euch das Ergebnis mal weiter, denn es ist zumindest einigermaßen genau.

225 Lieder sind mit einer Dur-Tonleiter
45 Lieder sind mit einer Moll-Tonleiter
5 Lieder kann man weder Dur noch Moll zuordnen.

Bei (ungefähr) 35 Liedern mit einer Dur-Tonleiter kamen vereinzelt Töne vor, die nicht in eine Dur-Tonleiter hineinpassen. Auch wenn man bei fast jedem 7. Lied Ausreißer aus der Dur-Tonleiter findet, ist dieses relativ wenig, wenn man das mal im Verhältnis zu allen Noten setzt. Ich hoffe, dass ihr Verständnis dafür habt, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe jede einzelne Note durchzuzählen :lol: aber ich schätze, dass die Ausnahmen insgesamt weniger als 1 Prozent ausmachen.

Bei den Liedern mit einer Moll-Tonleiter sieht das aber ganz anders aus. da gibt es bei fast jedem dritten Lied eine Ausnahme. Und auch im Verhältnis zu den gesamten Noten sind es deutlich mehr. Das heißt, dass man sich die Molltonleitern noch einmal genauer zur Brust nehmen muss. Aber das heben wir uns für etwas später auf.

Für noch später heben wir uns die Lieder auf, die man nicht genau in Dur oder Moll einteilen kann.

Auch wenn ein einziges Liederbuch nicht besonders Repräsentativ ist, so kann man doch sagen, dass 80% Lieder in Dur eine deutliche Sprache sprechen.

In einigen anderen Liederbüchern kann der Anteil der Dur-Lieder sogar noch höher sein. Also wenden wir uns jetzt mehr der Dur-Tonleiter zu, und schauen die uns mal genauer an. Nachdem wir die Dur-Tonleiter verstanden haben, wenden wir uns der Moll-Tonleiter zu. Hinterher schauen wir dann mal, was es noch für andere Tonleitern es gibt (Kirchentonleitern; Bluestonleitern und mal sehen, was wir sonst noch so finden)

Wir hatten die Molltonleiter kennengelernt, die man sich im Englischen ganz einfach mit dem Alphabet merken kann.

Code: Alles auswählen

A|-|B|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|

Wir haben eben gelernt, dass die Moll-Tonleiter in unserer westeuropäisch geprägten Welt deutlich weniger vorkommt als eine Dur-Tonleiter.

Wir hatten auch gelernt, dass eine Moll-Tonleiter die gleichen Töne hat, wie eine Dur-Tonleiter, dass diese aber 3 Halbtonschritte bzw. 3 Bünde vorher anfängt.

Also können wir ohne große Probleme die Dur-Tonleiter herleiten.

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A|-|B|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|B|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|
-|-|-|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|B|C|-|-|-|-|-|-|-|-|-|


Die Dur-Tonleiter beginnt also mit C.

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|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|B|C|


Wir erinnern uns noch, dass die deutschen ja noch den Buchstaben H anstelle des B eingeführt haben, um zwei Bes (ein großes und ein kleines bzw. ein hartes und ein weiches) zu vermeiden.

Die C-Dur-Tonleiter in der deutschen Schreibweise.

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|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|H|C|


Leider wird es uns beim Lernen einer Dur-Tonleiter nicht gerade einfach gemacht. Blöde Geschichte... bzw. blöde Tradition...

Es hilft nichts, wir müssen damit leben. Leider können wir nicht so einfach mehrere hunderte Jahre Musikgeschichte einfach über Bord werfen, und eine Art Rechtschreibe-Reform bei den Musik-Noten herbeiführen.

Aber auswendig müsst ihr alle die C-Dur-Tonleiter lernen. Vorwärts und später auch rückwärts.

Aber jetzt kennt ihr ungefähr die geschichtliche Herleitung, und könnt das als kleine Eselsbrücke verwenden.

C-Dur-Tonleiter
Lässt sich von der A-Moll-Tonleiter ableiten, die im Englischen aus den ersten 7 Buchstaben des Alphabetes besteht...

A B C D E F G A....

Fängt aber zwei Töne (3 Halbtonschritte) später an
(A B ) C D E F G A B C....

Doch man muss im Deutschen noch aus dem B ein H machen.
(A B ) C D E F G A H C

Also, solltet ihr einen Hänger haben, dann ruft euch einfach zuerst die ersten 7 Buchstaben des Alphabets ins Gedächtnis, zählt aber die Töne erst ab dem "C" laut auf. Nach dem "G" fangt ihr einfach wieder von vorne mit dem Alphabet an, aber ihr denkt jetzt daran, dass aus dem "B" ein "H" werden muss.

(A B ) C D E F G A H C

Diese Herleitung lernt ihr nicht nur für euch selbst auswendig, sondern ihr lernt das auch, um irgendwann einmal das auch einem anderen Anfänger zu erklären.

Aber jetzt seid ihr dran zu pauken:
C D E F G A H - C D E F G A H - C D E F G A H

und wenn ihr das könnt: dann das ganze auch vorwärts und rückwärts

C D E F G A H C H A G F E D C D E F G A H C H A G F E D C

Und zuletzt das ganze nur rückwärts.
C H A G F E D C H A G F E D C H A G F E D C

Und da beißt die Maus keinen Faden ab! Das MÜSST ihr einfach pauken. Das müsst ihr innen und auswendig können.

Am Anfang noch mit den historischen Krücken als Lernhilfe, hinterher aber darf euch die C-Dur-Tonleiter nicht die geringsten Probleme machen.

Ganz praktisch übt ihr die C-Dur-Tonleiter auf 2 verschiedenen Positionen:

Code: Alles auswählen

E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
B||C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|H|C|-|-|
G||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
D||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|
A||-|-|C|-|D|-|E|F|-|G|-|A|-|H|C|
E||-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|-|


Erinnert euch noch an die Fingerpositionen
|o|-|o|-|o|o|-|o|-|o|-|o|o|
|1|-|2|-|3|4|-|5|-|6|-|7|1|
|c|-|d|-|e|f|-|g|-|a|-|h|c|


Gruß Mjchael

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Erstellt: von mjchael » 30.09.2009, 19:29

Lektion 2a
Thema: Versetzungszeichen

Antworten:
1.) Wie heißen die Töne einer (A-)Molltonleiter
englisch: A B C D E F G A
deutsch: A H C D E F G A
2.) Was ist das Besondere an den deutschen Notennamen
Es gibt im Gegensatz zum Englischen noch einen zusätzlichen Buchstaben H.

Wiederholung:
Welche Art von Tonleitern kommen hierzulande am häufigst vor?
_ _ _

Was ist die zweithäufigste?
_ _ _ _

Wie lauten die Töne einer C-Dur-Tonleiter
_ _ _ _ _ _ _ _



Zum jetzigen Zeitpunkt könnte man den Eindruck bekommen, als gäbe es nur zwei Tonleitern. C-Dur und A-Moll.

Natürlich gibt es noch mehr Tonleitern.

Bilden wir mal eine Tonleiter die mit D anfängt.
D E F G A H C D

Jetzt spielen wir mal eine D-Dur-Tonleiter auf der D-Saite
Wir erinnern uns an die beiden Fingersätze von der Geige

o_o_oo_o_o_oo

1_2_34_5_6_71

Z_M_RK_Z_M_RK

Es gibt zwei günstige Positionen auf der Gitarre um die D-Dur-Tonleiter zu spielen.

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E ||--|---|---|---|---|--|---|---|---|---|---|---|--|---|---|
H ||--|---|-D-|---|-2-|--|-3-|-4-|---|-5-|---|-6-|--|-7-|-1-|
G ||--|---|---|---|---|--|---|---|---|---|---|---|--|---|---|
D ||--|-2-|---|-3-|-4-|--|-5-|---|-6-|---|-7-|-1-|--|---|---|
A ||--|---|---|---|---|--|---|---|---|---|---|---|--|---|---|
E ||--|---|---|---|---|--|---|---|---|---|---|---|--|---|---|


Jetzt vergleichen wir mal die Töne der D-Dur-Tonleiter mit den Tönen der C-Dur-Tonleiter auf der H-Saite

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H ||---|---|-1-|---|-2-|---|-3-|-4-|---|-5-|---|-6-|---|-7-|-1-|
H ||---|---|-D-|---|-E-|---|-F?|-G-|---|-A-|---|-H-|---|-C?|-D-|
----------------------------------------------------------------------
H ||-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
H ||-1-|---|-2-|---|-3-|-4-|---|-5-|---|-6-|---|-7-|-1-|---|-2-|

Die D-Dur-Tonleiter beginnt zwei Bünde später als die C-Dur-Tonleiter. Vom Grundton (D bzw. C) aus gesehen sind die Abstände (=Intervalle) aller Töne einer Tonleiter gleich.

Einige Töne der D-Dur-Tonleiter können wir durch den Vergleich mit der C-Dur-Tonleiter ganz einfach bestimmen. Beim F bzw. beim dritten Ton der D-Dur Tonleiter sehen wir aber, dass dieses F einen Bund weiter ist, als das F bei der C-Dur-Tonleiter. Es muss also ein anderer Ton sein. Ebenfalls beim 7. Ton der D-Dur-Tonleiter sehen wir, das das C dort einen Bund weiter ist, als das C bei der C-Dur-Tonleiter.

Für zwei Töne müssen wir uns noch passende Namen einfallen lassen, damit man die beiden Töne nicht verwechselt.

Jedoch bemühen wir nicht noch einmal das Alphabet, um neue Buchstaben zu finden (wie bei dem deutschen H), sondern wir machen es uns einfacher.

Wir merken uns beim dritten Ton der D-Tonleiter einen Bund rechts vom F ist. Dieser Ton ist ein Halbtonschritt höher als das F in der C-Dur-Tonleiter. "einen halben Ton höher" bzw. "einen Bund weiter rechts" wird mit einem # gekennzeichnet.

Sprachlich drückt man das mit der Nachsilbe "-is" aus. Der Ton rechts vom F ist ein Fis (F#). Der Ton rechts vom G ist ein Gis (G#). Der Ton rechts vom C ist ein Cis (C#). Der Ton rechts vom D ist ein Dis (D#) und der Ton rechts vom A ist ein Ais (A#). Ais wird nicht wie Eis ausgesprochen, sondern einzeln A-is.

Jetzt können wir die beiden fehlenden Töne der D-Dur-Tonleiter richtig benennen.

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H ||---|---|-1-|---|-2-|---|-3-|-4-|---|-5-|---|-6-|---|-7-|-1-|
H ||---|---|-D-|---|-E-|---|-F#|-G-|---|-A-|---|-H-|---|-C#|-D-|
----------------------------------------------------------------------
H ||-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
H ||-1-|---|-2-|---|-3-|-4-|---|-5-|---|-6-|---|-7-|-1-|---|-2-|


Die Stammtöne C D E F G A H bleiben bei der Tonart D-Dur erhalten. Genau wie oben schon geschrieben: D E F G A H C D. Jedoch das F und das C müssen jeweils um einen Halbtonschritt erhöht werden, damit die Abstände (Intervalle) erhalten bleiben.

D E F# G A H C# D

Jetzt können wir mal das Spiel machen, dass wir alle Dur-Tonleitern von allen 6 Saiten der Gitarre ermitteln. Ihr müsst hier jede Saite einzeln betrachten.

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1        2       3   4       5       6       7   1
E ||---|-F#|---|-G#|-A-|---|-H-|---|-C#|---|-D#|-E-|
H ||---|-C#|---|-D#|-E-|---|-F#|---|-G#|---|-A#|-H-|
G ||---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|---|-F#|-G-|
D ||---|-E-|---|-F#|-G-|---|-A-|---|-H-|---|-C#|-D-|
A ||---|-H-|---|-C#|-D-|---|-E-|---|-F#|---|-G#|-A-|
E ||---|-F#|---|-G#|-A-|---|-H-|---|-C#|---|-D#|-E-|


Zum Vergleich mal das ganze Griffbrett mit der C-Dur-Tonleiter

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E ||-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
H ||-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|
G ||---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
D ||---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
A ||---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
E ||-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|


Und zum Abschluss mal alle Töne auf dem Griffbrett jeweils mit Kreuzen als Vorzeichen.

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E ||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|
H ||-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|
G ||-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|
D ||-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|
A ||-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|
E ||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|


Dass man die Vorzeichen nun nach den Buchstaben schreibt, mag jetzt einigen komisch vorkommen. Aber die Vorzeichen kommen eigentlich von der Notenschrift. In den Notensystemen schreibt man das # entweder ganz am Anfang in das Notensystem, oder eben vor den Noten. Wenn man jedoch die Buchstaben aufschreibt, dann geht man davon aus, das ein # die Silbe "-is" ersetzt. Es ist halt nur einen Tick kürzer.

Mit der Übung haben wir die 5 wichtigsten Dur-Tonleitern kennen gelernt, bei denen man Kreuze als Vorzeichen benutzt.

Sortiert man die Tonleitern nach einem bestimmten System (auf das wir später noch einmal genauer eingehen) sehen wir, dass in dieser besonderen Reihenfolge jeweils eine neue Note mit Kreuzzeichen hinzu kommt. (Natürlich verschwindet dafür eine Note ohne Kreuzteichen)

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G-Dur mit einem Vorzeichen: F#
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|---|-F#|-G-|

D-Dur mit zwei Vorzeichen: F#, C#
|-D-|---|-E-|---|-F#|-G-|---|-A-|---|-H-|---|-C#|-D-|

A-Dur mit drei Vorzeichen: F#, C#, G#
|-A-|---|-H-|---|-C#|-D-|---|-E-|---|-F#|---|-G#|-A-|

E-Dur mit vier Vorzeichen: F#, C#, G#, D#
|-E-|---|-F#|---|-G#|-A-|---|-H-|---|-C#|---|-D#|-E-|

H-Dur mit fünf Vorzeichen: F#, C#, G#, D#, A#
|-H-|---|-C#|---|-D#|-E-|---|-F#|---|-G#|---|-A#|-H-|


Es lohnt sich folgenden Satz auswendig zu lernen:

Geh Du Alter Esel Hohle Frische (Citronen)

Man kann an den Worten abzählen, wieviele Vorzeichen eine Tonart hat.

Beispiel:
E-Dur hat... (Geh du alter Esel) ... vier Kreuze.

Die Abstände (Intervalle)
Ganzton Ganzton Halbton (Ganzton) Ganzton Ganzton Halbton
bleiben in allen Dur-Tonleitern gleich.

o_o_oo_o_o_oo

Mit Hilfe der Vorzeichen ist es möglich, dass die 7 Stammtöne ausreichen, um alle Töne auf dem Griffbrett zu bestimmen.

In jeder Dur-Tonleiter kommt jeder Stammton genau einmal vor.
Kein Stammton kommt doppelt vor. Es ist nur die Frage, ob der Stammton ein Vorzeichen hat oder nicht.

(Mit Ausnahme des deutschen H, der das B ersetzt, aber damit müssen nur wir deutschen uns rumschlagen. Die Engländer und Amerikaner haben es einfacher. Die schreiben Statt unseres H ein B. Aber das holen wir in der nächsten Lektion näher aus.)

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Erstellt: von akustikgitarre » 01.10.2009, 16:19

Das finde ich super von dir, dass du dir so viel Arbeit damit machst. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, mir das Ganze genau anzuscheuen, aber es wird mein Theoriewissen definitv systematischer machen. Ich werde mich am Wochenende damit beschäftigen. Vielen herzlichen Danke. -::-::- )()(

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Erstellt: von mjchael » 02.10.2009, 10:29

@Akustikgitarre
:D Danke für die Blumen.


Lektion 2a
Thema: Versetzungszeichen

Antworten:
Welche Art von Tonleitern kommen hierzulande am häufigst vor?
Dur

Was ist die zweithäufigste?
Moll

Wie lauten die Töne einer C-Dur-Tonleiter. Kennzeichne die übersprungenen Halbtonschritte durch einen Bindestrich -
C - D - E F - G - A - H C

Wiederholung:
Wie heißt der Ton rechts vom G
_ _
Wie heißt der Ton links vom G (nur das bisher gelernte anwenden)
_ _
Wie viele Vorzeichen hat die A-Dur-Tonleiter
_ Kreuze


Für die Harmonielehre schadet es nicht sich ein Rechenpapier und einen Stift parat zu legen. Und es schadet ach nichts, sich vorher einen Spickzettel aufzuschreiben. Günstig ist es, die C-Dur-Tonleiter 2 mal hintereinander Aufzuschreiben. Dann kann man nämlich recht einfach alles andere einfach abzählen. Natürlich muss man die Abstände der einzelnen Bünde richtig einhalten.

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C - D - E F - G - A - H C  - D - E F - G - A - H C


Cis, Dis, Fis, Gis, Ais müssen wir nicht unbedingt einzeichnen, denn die können wir ja sehr einfach selbst einfügen.

Suchen wir jetzt einmal die F-Dur-Tonleiter raus. Wir nehmen uns wieder den Fingersatz von der Geige zur Hilfe und wenden vorerst alles das an, was wir gelernt haben.

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C - D - E F - G - A - H C  - D - E F - G - A - H C
          Z . M . R K . Z . M . R K
          F . G . A A#. C . D . E F 


Jetzt haben wir ein Problem.
Ein Stammton ist verschwunden. Es gibt kein H mehr in der F-Dur-Tonleiter. Dafür kommt aber der Buchstabe A zweimal vor. Einmal ohne und einmal mit Vorzeichen.

Aber wir haben gelernt, dass genau das nicht vorkommen soll. Jeder Stammton soll genau einmal vorkommen, und nach Möglichkeit soll kein Stammton doppelt vorkommen.

Wenn wir weiter zurückblättern, dann entdecken wir, dass die Deutschen ja genau für dieses hier unpassende Ais (A#) den Buchstaben "B" hatten.

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C - D - E F - G - A - H C  - D - E F - G - A - H C
          Z . M . R K . Z . M . R K
          F . G . A B . C . D . E F 


Damit wären zumindest die meisten Bedingungen erfüllt. Jeder Stammton kommt nur einmal vor.

Wirklich elegant ist diese Lösung nicht. Bei den Kreuzzeichen gab es für jede Veränderung der Tohnhöhen ein Vorzeichen. Aber hier bei der Tonart F-Dur kippt das ganze. Der Grund: die Extrawurst, die sich die Deutschen in der Musiktheorie gebraten haben. Wegen der Sturheit der Musikprofessoren verharren wir bei dem Notenbuchstaben H, obwohl seine Herleitung schon längst überhohlt ist. Spätestens seit dem Wohltemperierten Klavier das etwa zu der Zeit von Johann Sebastian Bach aufgekommen ist, wird der Notenbuchstabe H eigentlich nicht mehr gebraucht. Den von Systematik ist weit und breit keine Spur zu sehen.

Warum ich mich jetzt so über die deutsche Musiktheorie so aufrege mag euch vielleicht etwas befremdlich vorkommen, aber es ärgert mich regelrecht, dieses wirklich unnötige Klotz am Bein mit herumschleppen zu müssen, und bevor ich zum eigentlichen Kern der heutigen Lektion kommen kann, euch erst mal den ganzen Ballast (der so unnötig wie ein Kropf ist) vorkauen muss.

Die Amerikaner haben es da viel einfacher. Ihr wisst noch, die kennen kein H, sondern die haben anstelle unseres H ein B.

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C - D - E F - G - A - B C  - D - E F - G - A - B C
          Z . M . R K . Z . M . R K
          F . G . A ?. C . D . E F 


Wie nennen die Amerikaner (und Engländer) denn den Ton, wenn sie ihn ebenfalls nicht Ais (A#) nennen?

Sie hängen dem Buchstaben ein kleines "b" am. (Bei Noten stellen sie ein kleines "b" VOR die Noten, denn es ist ja eigentlich ein VOR-Zeichen.)

Also hat man jetzt Folgendes

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C - D - E F - G - A - B C  - D - E F - G - A - B C
          Z . M . R K . Z . M . R K
          F . G . A Bb. C . D . E F 


Im Engischen sagt man zu einem Kreuz (#) "sharp" und zu einem B als Vorzeichen (b) sagen sie "flat". Im Deutschen hängen wir für jedes "b" die Silbe "-es" an. Wir müssten das erniedrigte B also "Bes" nennen. Na ja, wenn wir nicht die Extrawurst mit dem H und dem B hätten. So (also mit dem Bes) oder so ähnlich machen es - so weit ich weiß - auch die Holländer. Bleibt zu hoffen, dass sich das "Bes" irgendwann mal auch bei uns in Deutschland einbürgert.

Aber bleiben wir jetzt einfach mal eine Zeit lang beim engischen Notensystem. Das ist systematischer und damit einfacher.

Ein "b" als Vorzeichen erniedrigt die Noten um einen Halbtonschritt. (Das "#" hat die Note um einen Halbtonschritt erhöht)

Ein Kreuz heißt so viel wie "Die Note ist einen Halbtonschritt höher als der Stammton."
Ein "b" besagt: "Die Note ist einen Halbtonschritt tiefer als der Stammton."

Für Gitarristen heißt das Praktisch:
Ein G# (Gis) ist einen Bund weiter rechts als ein G.
Ein Gb (Ges) ist einen Bund weiter links als das G.
Ein Ab (As) ist einen Bund vor dem A.

Wir sehen hier, dass man nicht Aes sondern As schreibt.
Ebenso schreibt man nicht Ees sondern einfach nur Es

Ansonsten sind folgende Bezeichnungen gebräuchlich
Bb = Bes (in Anlehnung an das englische B-Flat bzw. Bb)
Eb = Es
Ab = As
Db = Des
Gb = Ges

Damit sind die 5 schwarzen Tasten auf dem Klavier bezeichnet.
Für die 5 schwarzen Tasten auf dem Klavier gibt es also zwei Namen:

Bild

Bb = A#
Eb = D#
Ab = G#
Db = C#
Gb = F#

Will man eine Dur-Tonleiter, die mit einer der "schwarzen Tasten" beginnt, (oder will man eine Dur-Tonleiter mit F beginnen) so wähle man immer die Variante mit den "b", und nicht die mit den "#"!

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F  = F  - G  - A Bb - C  - D  - E F  (1xb = Bb)
Bb = Bb - C  - D Eb - F  - G  - A Bb (2xb = Bb Eb)
Eb = Eb - F  - G Ab - Bb - C  - D Eb (3xb = Bb Eb Ab)
Ab = Ab - Bb - C Db - Eb - F  - G Ab (4xb = Bb Eb Ab Db)
Db = Db - Eb - F Gb - Ab - Bb - C Db (5xb = Bb Eb Ab Db Gb)


Wie ihr sehen könnt, wächst in dieser Reihenfolge jede Tonart um ein weiteres "b".

Man merkt sich die Reihenfolge der B-Tonarten am besten über den Merkspruch
Frische Brötchen essen Asse des Gesangsverein

Man kann an den Worten abzählen, wieviele Bes in einer B-Tonleiter vorkommen.

Beispiel:
Eb-Dur hat3 Bes. (Denn "Frische Brötchen essen" sind 3 Worte)

-------------------------------------------------------------------

Die Stammtöne A B C D E F G sind in jeder Tonart genau einmal vorhanden. Die Abstände der Ganz- und Halbtonschritte ist bei jeder Tonart identisch. Bei den so genannten B-Tonarten müssen die Töne erniedrigt werden, damit die Abstände stimmen. Und bei den Kreuztonarten müssen die Abstände erhöht werden.

Aber die Reihenfolge der Stammtöne bleibt immer gleich
.. A B C D E F G A B C D E F G A B C D E F G ...

Die Tonart Gb und F# heben wir uns für die nächste Einheit auf.
Dort wird nämlich erklärt, warum man nicht die Kreuz-Varianten verwenden soll.


..........
Wird noch weiter ausgeführt
Zuletzt geändert von mjchael am 02.05.2014, 15:37, insgesamt 5-mal geändert.

gassa
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Erstellt: von gassa » 12.03.2010, 19:10

Wow das ist echt super gut und verständlich geschrieben.
Hat mir sehr gut geholfen in die Theorie einzusteigen:)

Danke das Du dir die ganze Arbeit gemacht hast,
echt Bemerkenswert!

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Erstellt: von mjchael » 13.03.2010, 14:37

Dann wird es endlich mal Zeit, dass ich hier weiter mache

Lektion 2c
schwierige Dur-Tonleitern

Lösung:
Wie heißt der Ton rechts vom G
Gb bzw. Ges
Wie heißt der Ton links vom G (nur das bisher gelernte anwenden)
A# bzw. Ais
Wie viele Vorzeichen hat die A-Dur-Tonleiter
3 Kreuze (Geh du alter...)

Wiederholung:
Welche Dur-Tonarten sind Kreuztonarten?
Alle Tonarten, die mit einem Ton anfängt, welcher _____ Vorzeichen braucht.
Mit Ausnahme der Tonart _-Dur, denn sie hat ____ Vorzeichen
und der Tonart _-Dur, denn sie ________________

Welche Dur-Tonarten sind B-Tonarten?
Alle Tonarten, die mit einem Ton anfängt, welcher _____ Vorzeichen braucht.
inklusive der Tonart _-Dur

Wie viele B-Vorzeichen hat die Tonart Ab-Dur?
_


-------------------

Eine wichtige Tonart fehlt noch
Der Ton vor dem G oder nach dem F
Also die Tonart Gb-Dur oder F#-Dur

Fangen wir mal mit der Tonart F#-Dur an
Wir benötigen die Stammtöne
F# G A H C D E F#

Jetzt müssen wir die Vorzeichen so einarbeiten, damit die Abstände stimmen

F# ist klar, aber wie sehen die anderen Vorzeichen aus
F# - G? - A? H? - C? - D? - E? F#

Nehmen wir uns kurz das Griffbrett zu Hilfe

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E ||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|
H ||-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|
G ||-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|
D ||-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|
A ||-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|
E ||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|


Uns reicht da eigentlich die E-Saite

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E ||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|


Löschen wir da mal alles raus was wir nicht brauchen
Erinnere dich dabei an die Fingersätze der Geiger
o_o_oo_o_o_oo
1_2_34_5_6_71
Z_M_RK_Z_M_RK

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  ||---|-F#|---|-G#|---|-A#|-H-|---|-C#|---|-D#|---|-F-|-F#|


Wie ihr seht haben wir ein Problem.
Wir haben zwei F (mal ohne mal mit Vorzeichen)
aber wir haben kein E mehr.

Also schauen wir uns mal an, wie es bei Gb-Dur aussieht.

Nehmen wir uns auch da nochmal das Griffbrett zu Hilfe

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E ||-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|
H ||-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|-Bb|-H-|
G ||-Ab|-A-|-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|-F-|-Gb|-G-|
D ||-Eb|-E-|-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|
A ||-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|
E ||-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|


Auch hier holen wir wieder die E-Saite

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E ||-F-|-Gb|-G-|-Ab|-A-|-Bb|-H-|-C-|-Db|-D-|-Eb|-E-|-F-|-Gb|

und löschen alle Intervalle die wir nicht brauchen
Z_M_RK_Z_M_RK

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  ||---|-Gb|---|-Ab|---|-Bb|-H-|---|-Db|---|-Eb|---|-F-|-Gb|


Hier scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Aber wir haben ja gelernt, dass Bb und H ja eigentlich nur eine Extrawurst der Deutschen ist.
schauen wir uns die Tonleiter mal international (englischsprachig) an

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  ||---|-Gb|---|-Ab|---|-Bb|-B-|---|-Db|---|-Eb|---|-F-|-Gb|


Bb B und H leiten sich alle vom Stammton B ab.
Wir haben also zweimal ein B (mit und ohne Vorzeichen)
und der Stammton C ist verschwunden (wie er auch schon bei der deutschen Variante verschwunden ist)

Man könnte natürlich sagen, na gut, wir deutschen haben eben die Sonderreglung, also brauchen wir uns nicht weiter darum zu kümmern. Aber wenn man die Noten versucht aufzuschreiben, dann landen 2 Noten der Tonleiter auf der H-Linie, aber keiner im C-Zwischenraum (wenn man die Mittlere Tonlage mal annimmt).

Also hätten wir spätestens bei einem Notenbild größere Probleme.

Bei beiden Tonarten haben wir jetzt ein und das selbe Problem
Bei Gb-Dur fehlt der Stammton C

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  ||---|-Gb|---|-Ab|---|-Bb|-B-|---|-Db|---|-Eb|---|-F-|-Gb|


Bei F#-Dur fehlt der Stammton E

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  ||---|-F#|---|-G#|---|-A#|-H-|---|-C#|---|-D#|---|-F-|-F#|


Was macht man jetzt? Genau das selbe was man schon vorher gemacht hat, man verwendet einfach Vorzeichen!

Ein Halbtonschritt vor C ist ein Cb (verminderte Prime)

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  ||---|-Gb|---|-Ab|---|-Bb|-Cb|---|-Db|---|-Eb|---|-F-|-Gb|


Ein Halbtonschritt nach dem E ist ein E# (übermäßige Prime) (Eis gesprichen E-is)

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  ||---|-F#|---|-G#|---|-A#|-H-|---|-C#|---|-D#|---|-E#|-F#|


"Ja, aber jetzt lande ich ja beim Klavier auf eine weiße Taste"
Das Denkproblem haben fast alle, und es kommt ihnen absolut komisch vor.
Aber soll ich euch etwas sagen:
Das ist doch nur das Problem der Klavierspieler!
Wir Gitarrenspieler haben keine schwarzen und weißen Bünde! (Die Markierungen am 3. 5. 7. und 12 Bund zählen nicht!)

Der Halbtonschritt nach dem E ist in der F#-Dur-Tonleiter einfach ein E#, auch wenn er in anderen Tonarten F heißt.

Ein Halbtonschritt vor dem C ist in der Gb-Dur-Tonleiter ein Cb, auch wenn er in anderen Tonleitern H heißt (oder englischsprachig B).

Eine weiße Taste kann also ebenso zwei Namen haben wie eine schwarze Taste. Es ist nichts anderes als dass man die Taste nach dem D sowohl D# oder Eb nennen kann, je nach dem in welcher Tonart die Taste vorkommt.

Lernprobleme sollten eigentlich nur die Tasten-Spieler haben, nicht aber die Gitarrenspieler.

Da sowohl die Tonart F#-Dur als auch Gb-Dur die gleichen "Probleme" haben, kann man keiner Tonart den Vorzug geben.

Wie viele Vorzeichen hat die Tonart F#-Dur?
Geh Du Alter Esel Hohle Fische = 6 Worte = 6 Vorzeichen
Da es aber nur 5 schwarze Tasten auf dem Klavier gibt, muss für das 6. Vorzeichen eine weiße Taste ebenfalls umbenannt werden (hier das E#)

Wie viele Vorzeichen hat die Tonart Gb-Dur?
Frische Brötchen essen Asse des Gesangsvereins = 6 Worte = 6 Vorzeichen
Da es aber nur 5 schwarze Tasten auf dem Klavier gibt, muss für das 6. Vorzeichen eine weiße Taste ebenfalls umbenannt werden (hier das Cb)

Ich weiß, das ist "harter Stoff", aber es gehört mit zur Harmonielehre.

Wenn man aber mal das Grundprinzip verstanden hat, dann ergibt sich einiges einfach zwangsläufig.

Die 7 Stammtöne müssen immer vorhanden sein (wobei für die Deutschen der Buchstabe B und H als ein Stammton betrachtet werden muss).

Alle Abstände (Intervalle) die nicht passen müssen mit einem Vorzeichen angepasst werden.

Man Wählt immer die Vorzeichen, wo man keinen Stammton verliert und kein Stammton doppelt vorkommt.

Üblicherweise werden nur die "schwarzen Tasten" umbenannt.
Gegebenenfalls muss man aber auch eine "weiße Taste" umbenennen.
Und zwar dann, wenn mehr Vorzeichen vorhanden sind, als schwarze Tasten zur Verfügung stehen.

Normalerweise verwenden aber Musiker lieber Tonarten mit möglichst wenigen Vorzeichen. (maximal 4 Vorzeichen).

Man meidet wenn möglich Tonarten mit 5 oder gar mehr Vorzeichen.
Trotzdem muss man einfach wissen, dass auch solche Tonarten vorkommen können.

Es würde mich nicht wundern, wenn ihr den Artikel hier ein paar mal lesen müsst, bis ihr den ganz verstanden habt. Macht euch nichts daraus, ist ganz normal. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich das alles auf die Reihe gebracht bekommen habe.

Wir gehen in der nächsten Lektion noch ein Extrem weiter, aber danach wird es wieder leichter.

Gruß Mjchael

LexLex
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Erstellt: von LexLex » 13.03.2010, 19:52

Super Erklärungen, sowas hab ich schon lange gesucht.
Freu mich schon auf die nächste Lektion

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Erstellt: von mjchael » 15.03.2010, 16:06

Lektion 2d
schwierige Dur-Tonleitern und
exotische Dur-Tonarten


Achtung:
hier geht es sehr ins Eingemachte.

Wem das zu schwer wird, und oder wer es nicht so genau wissen will, der überspringt einfach die Lektionen und macht bei der nächsten einfachen Lektion ab 3 weiter.



Antworten:
Welche Dur-Tonarten sind Kreuztonarten?
Alle Tonarten, die mit einem Ton anfängt, welcher keine Vorzeichen braucht.
Mit Ausnahme der Tonart C-Dur, denn sie hat keine Vorzeichen (Keine Kreuze und keine B'-chen)
und der Tonart F-Dur, denn sie eine B-Tonart

Welche Dur-Tonarten sind B-Tonarten?
Alle Tonarten, die mit einem Ton anfängt, welcher ein B-Vorzeichen braucht.
inklusive der Tonart F-Dur

Wie viele B-Vorzeichen hat die Tonart Ab-Dur?
Frische Brötchen essen Asse = 4 Worte = 4 b

Wiederholung:
Was ist das besondere an der Tonart Gb-Dur und der Tonart F#-Dur?
Eine _______ Taste muss um ____________ erhöht oder erniedrigt werden, aber dennoch ___________ Taste.

Die _________ Taste erhält ein __________
Man darf nicht die weiße Taste ___________________________

(ich weiß, für die Antwort muss man ein bisschen überlegen)

Welche Forderung gilt bei allen Dur- und (reine) Moll-Tonleitern?
Jeder _____________________________
Kein _______________________________

_______________________________________________

Achtung: hier geht es extrem ins Eingemachte. Was hier kommt, müsst ihr nicht alles auswendig wissen, sondern es reicht, wenn ihr von dem Thema nur ein wähnendes Erahnen habt.

Wir haben folgende Tonarten kennengelernt:

Gb - Dur = 6b
Db - Dur = 5b
Ab - Dur = 4b
Eb - Dur = 3b
Bb - Dur = 2b
F - Dur = 1b

C - Dur = 0b = 0#

G - Dur = 1 #
D - Dur = 2#
A - Dur = 3#
E - Dur = 4#
H - Dur = 5#
F# - Dur = 6#

zwei schwierige Tonarten lassen sich noch halbwegs vernünftig darstellen.

Cb-Dur = Cb Db Eb Fb Gb Ab Bb Cb

Die Töne Db Eb Gb Ab Bb bilden kein Problem, denn sie entsprechen den schwarzen Tasten auf dem Klavier.
Der Ton Cb ist ist eine weiße Taste und diese Taste entspricht rein praktisch gesehen dem Ton H.
Dennoch darf man die Tonleiter nicht folgendermaßen aufschreiben
Cb-Dur = H Db Eb Fb Gb Ab Bb H

H und Bb leiten sich sich vom gleichen Stammton ab, was es (trotz der deutschen Extrawurst) zu vermeiden gilt.

Der Ton Fb ist ebenfalls eine weiße Taste und entspricht rein praktisch gesehen dem Ton E. Dass man den aber nicht E nennen darf, das hatten wir schon in der letzten Lektion.

Es ist klar, dass man die Tonart Cb mit 7b als Vorzeichen tunlichst zu vermeiden hat. Anstelle von Cb-Dur nimmt man lieber die H-Dur-Tonleiter. Es sind rein praktisch gesehen die selben Tasten (Bünde/Töne), aber die Tonart H hat nur 5# und alle Vorzeichen beziehen sich auf schwarze Tasten. Man hat nicht das Problem mit dem Umbenennen einer weißen Taste.

Warum kümmert man sich dennoch um so was wie die Tonart Cb?
Es gibt Musikstiele, die wandern liebend gerne durch Tonarten. Im Jazz gibt es eine Kompositionstechnik, wo man beispielsweise alle 4 Takte einen Ganztonschritt nach unten wandert.

Man Fängt beispielsweise bei der Tonart G an. Nach 4 Takten landet man einen Ganztonschritt tiefer zum F, danach einen Ganztonschritt tiefer zum Eb, dann zum Db, und nach dem Db kommt das Cb. Das wäre ganz korrekt ein Ganztonschritt.

In der Musikpraxis mögen selbst die Jazzer nicht gerne Cb-Dur. Also behelfen sie sich mit einem Trick.

Sie wechseln zuerst die Tonart von Db nach Cb, genau so wie es die Kompositions-Regeln verlangen. Dann schreiben sie aber keine einzige Note hin, sondern ändern einfach wieder die Vorzeichen nach H-Dur

Der Jazz-Spieler sieht also: Aha, einfach nur einen Ganztonschritt tiefer, aber Cb-Dur wird genau so gespielt wie H-Dur.

Man wechselt also einfach scheinbar die Tonart.


Die nächste schwierige Tonart, mit der man aber noch halbwegs umgehen kann ist die Tonart C#-Dur

C# D# E# F# G# A# H# C#

C# D# - F# G# A# - C# stellen wieder keine Probleme da, denn es sind wieder die 5 schwarzen Tasten auf dem Klavier.

E# ist rein praktisch gesehen die F-Taste, die man hier natürlich nicht F nennen kann, damit sie sich nicht mit dem F# beißt.

Der Ton H# ist rein praktisch gesehen die C-Taste, die man natürlich hier auch nicht C nennen darf, da sie sich mit dem Ton C# beißen würden.

Die Engländer würden unser H# als ein B# bezeichnen (B-Sharp). Aber das brauch uns nur am Rande zu interessieren.

Wieder ist es hier besser man nimmt eine Tonart mit 5b anstelle einer mit 7#.

Welche wäre das den hier?

Dazu nehmen wir uns einfach den Merkspruch der B-Tonarten zu Hilfe

Frische Brötchen essen Asse des = 5 Worte = Db-Dur
Db Eb F Gb Ab Bb C Db

Es gibt auch Kompositionstechniken, wo man immer einen paar Töne raufwandert. Aber mir fällt gerade kein passendes Beispiel ein.

Aber die Tonarten C#-Dur und Cb-Dur könnten euch im Laufe eures Musikerlebens eventuell mal unterkommen. (vielleicht ein oder zwei mal in eurem Leben, oder mal als eine Fußnote in einem Harmonielehre-Buch)

Die Strategie ist aber so was komisches zu meiden,
und lieber eine Tonart mit weniger Vorzeichen zu wählen.
_____________________________________________

Aber warum erzähle ich euch eigentlich so etwas schräges, wenn ihr es doch so und so nicht verwenden sollt?

Viele Gitarristen sind leider so doof und verwenden es doch.

Sie verwenden Vorzeichen für Akkorde, ohne sich die geringsten Gedanken zu machen, aus welcher Tonart eigentlich der entsprechende Akkord kommt.

Mein liebster Akkord, bei dem sich mir die Zehnägel aufrollen ist der Akkord A#-Dur. Der Akkord A#-Dur könnte die Dominate der Tonart D#-Dur sein.

Was das mit der Dominante (Tonika und Subdominante) auf sich hat, wird eine der nächsten Lektionen werden. Nehmt es jetzt einfach mal so hin das das, was ich euch im Augenblick erzähle genau so stimmt wie ich es sage. (Oder haltet euch im Hinterkopf, dass ihr später mal nachprüfen wollt, ob es sich auch so verhält, wie ich es gerade behaupte).

Als A# könnte die Dominante der Tonart D#-Dur sein.
Also bilden wir mal die D#-Dur-Tonart.

Als Hilfe nehmen wir einfach mal die D-Dur Tonart

D E F# G A H C# D

Jetzt muss jeder Ton um einen Halbtonschritt erhöht werden, um aus D-Dur ein D#-Dur zu machen.

D# E# - G# A# H# - D# geht ja alles noch.
E# und H# sind zwar nicht elegant, aber wir haben ja gelernt, dass man damit Leben kann, dass man eine weiße Taste auch mit einem Vorzeichen versehen kann.

Was mache ich aber aus dem Ton F# und C#?
Wie bekomme ich die einen Halbton höher?
Ich darf den Halbton nach F# nicht einfach G nennen, auch wenn es rein praktisch die G-Taste ist, denn wir haben ja noch das G#!
Ich darf auch nicht die Taste nach C# einfach D nennen (auch wenn sie es praktisch ist), denn wir haben ja in der D#-Dur-Tonleiter noch das D#.

Wenn jetzt ein Gitarrist auf die scheinbar geniale Idee kommt, zu sagen: "Na und, mir doch egal, dann nenne ich die Töne einfach D und G" dann fordere ich euch auf, mal eure Akkorde als Notenbilder für den Piano-Spieler umzusetzen. Was ihr dem Pianospieler da als Notenbilder vorsetzen müsstet, erzeugt Brechreiz! Lasst das bleiben. Wenn ihr Musiker sein wollt, die man mal in einer Band ernst nehmen will, dann sorgt für gescheite Noten- und Akkordnamen, und fangt nicht an zu stümpern, bloß weil euch Musiktheorie scheißegal ist.

Aber ich frage mich auch, ob Tabulatur-Programme nicht abstürzen, wenn man die mit so chaotischen Akkorden füttert, und die versuchen, das in Noten umzusetzen. Da ich so was nicht tue, ist es bei mir auch noch nie zum Absturz gekommen.

Die Regeln sind doch gar nicht so schwer.

Jeder Stammton muss genau einmal in der Tonleiter vorkommen.
Zweimal der selbe Stammton (mit und ohne Vorzeichen) sind einfach zu vermeiden!

Und um mehr geht es eigentlich nicht.

Aber wir müssen uns noch um die D#-Dur-Tonleiter kümmern.
Wie erhöhe ich jetzt F# und C# um je einen Halbton?

Ich muss aus dem Halbton nach F# ein F## machen (Fisis) und aus dem Halbton nach C# ein C## (Cisis).

Ja, die heißen tatsächlich Fisis und Cisis. Und das ist jetzt theoretisch ganz korrekt. Und die müssen so heißen, damit man die Noten gescheit in einem Notenbild darstellen kann.


A-Dur besteht aus den Tönen A - C# - E
A#-Dur besteht demnach aus den Tönen A - C## - E#

Ihr merkt schon wie schräg es hier jetzt wird.

Selbst D#-Dur, was man auch ab und zu liest, ist etwas, was man tunlichst vermeiden sollte.

D-Dur = D F# A
D#-Dur = D# F## A#
Nicht ganz so dramatisch wie A#-Dur, aber immer noch etwas, das bei mir Bauchweh verursacht.

Hätte man die D#-Dur-Tonleiter Eb-Dur genannt, dann hätte man die Töne
Eb F G Ab Bb C D Eb
(Frische Brötchen Essen = 3 Worte = 3 Vorzeichen)

D#-Dur hat
Geh Du Alter Esel Hohle F#(rische) C#(Citronen) G#(ieße) D#(dieses)
9 Worte, also wäre D# Dur eine Tonart mit 9 Kreuzen.
5 Kreuze für die 5 schwarzen Tasten
2 Kreuze für weiße Tasten, die man aber trotzdem mit Vorzeichen aussprechen muss
und dann nach 2 Kreuze, welche die anderen Kreuze der Schwarzen Tasten wieder aufheben. (F## und C##)

Also Leute tut so was gar nie nicht machen.

A#-Dur und D#-Dur geht nun einfach überhaupt nicht.
Wir haben dafür Bb-Dur und Eb-Dur, die alle viel weniger Bauchweh verursachen.

Leider gibt es Spielsituationen wo man selbst auf Töne wie F## und C## nicht verzichten kann. Darauf werde ich nochmal bei dem Thema Zwischendominanten drauf eingehen. Dann sind solche exotischen Töne tatsächlich unumgänglich. Warum das so ist werdet ihr nach der entsprechenden Lektion verstehen. Aber solche Töne kommen nur bei einzelnen Akkorden vor, die aus der normalen Tonleiter ausbrechen. Da kann man doppelte Vorzeichen nicht vermeiden. Aber bei der gesamten Tonart (also den Vorzeichen, die gleich zu Anfang im Notensystem stehen und nicht mitten drin), da kann man durch die richtige Wahl der Tonart bzw. der Vorzeichen so wilde Sachen wie 9 Vorzeichen absolut vermeiden.

Aber wenn es wirklich nicht sein muss, dann lässt man es bleiben.

-----------------------------------------
Wenn ihr glaubt, ich habe euch hier mit Stoff hoffnungslos überfordert, dann bin ich mir dessen bewusst. So einen Stuss sollte man echt keinem antun müssen. Und so tief ins Eingemachte braucht man als normaler Musiker (auch Berufsmusiker) gar nicht zu gehen.

Aber dennoch wird gerade Anfängern so ein Scheiß untergejubelt, und die schlucken dass dann auch noch.

Glaubt ihr nicht?


Na dann sucht mal nach "3 doors down here without you chords",
Schon unter den ersten drei oder vier Ergebnissen kann man folgende Akkorde aufgetischt bekommen.

http://www.ultimate-guitar.com/tabs/0-9/3_doors_down/here_without_you_crd.htm

Akkorde im Tab mit den dazugehörigen Tönen
A#m = A# C# E# (E# eigentlich F-Taste)
F# = F# A# C# (kein Problem)
C# = C# E# G# (E# eigentlich F-Taste)
G# = G# H# D#(H# eigentlich C-Taste)

So was ist Stümperei.
Wenn man nur die Grundtöne hat, und die Barré-Akkorde einfach aufsetzt, dann entdeckt der Gitarrist gar nicht, was für haarige Akkord-Intervalle er da eigentlich hat.

Hätte er sich richtigerweise auf B-Tonarten beschränkt, dann hätte er folgende Akkorde gehabt:

Bbm = Bb Db F
Gb = Gb Bb Db
Db = Db F Ab
Ab = Ab C Eb

Und auf einmal gibt es keinen Ton mehr, bei dem sich einem die Zehnägel ausfransen.

Wie ihr seht, muss man sich auch mit den exotischen Tonarten auskennen. Aber nicht um sie anzuwenden, sondern um sie zu meiden, wo es irgend möglich ist.

So, das war nun wirklich harter Tabak. Aber ab jetzt schalten wir mal wieder ein paar Gänge zurück, und begeben uns wieder in leichter zu verstehende Gefilde.

Wieder mal ist das hier ein Artikel, den ihr euch am besten zwei oder drei mal durchlesen müsst, bevor ihr den ganz verstanden habt. (Das könnt ihr auch in zwei oder drei Wochen noch mal machen.)

Gruß Mjchael

Ein kleiner Nachtrag:
Bei Akkorden kann man manchmal einige Intervalle mit seltsamen Vorzeichen nicht umgehen.

C#-Dur mit einem E# (praktisch F) in der Durterz (C# E# G#) und
G#-Dur mit einem H# (praktisch C) in der Durterz (G# H# D#) lässt
sich manchmal leider nicht vermeiden.

Nicht immer ist es in jedem Falle sinnvoll, einen einzelnen Akkord von C#-Dur nach Db-Dur umzubenennen auch wenn man damit einfachere Intervalle bekäme (Db F Ab) oder anstelle eines G#-Dur ein Ab-Dur (Ab C Eb).

Es geht hier um einzelne Akkorde, die von einer bestimmten Akkordfolge von der normalen Tonleiter abweichen. Es geht dann nicht um eine ganze Tonart, wo man sich vorher überlegt, mit was für einem Tonmaterial man arbeiten möchte, und wo man vorher die günstigste Tonart wählen kann.

Es geht bei meiner Letzten Aussage um einzelne Akkorde, die in einem bestimmten Zusammenhang auftreten (z.B. als Zwischendominante, was noch später erklärt wird) und die in einem bestimmten Verhältnis (Intervalle) zueinander stehen sollen.

Jetzt aber Schluss mit den exotischen Tonarten.
Zuletzt geändert von mjchael am 23.03.2010, 21:10, insgesamt 3-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 16.03.2010, 00:16

Antworten:
Was ist das besondere an der Tonart Gb-Dur und der Tonart F#-Dur?
Eine weiße Taste muss um einen Halbtonschritt erhöht oder erniedrigt werden, aber dennoch landet man wieder auf eine weiße Taste.

Die weiße Taste erhält ein Vorzeichen
Man darf nicht die weiße Taste nach ihrem ursprünglichen Stammton benennen.

(ich weiß, für die Antwort muss man ein bisschen überlegen.
Solange es nur irgendwie in die richtige Richtung beantwortet wurde, erkennt man ja, dass ihr es im Prinzip verstanden habt.)

Welche Forderung gilt bei allen Dur- und (reine) Moll-Tonleitern?
Jeder Stammton muss genau einmal vorkommen.
Kein Stammton darf doppelt vorkommen (mit oder ohne Vorzeichen)

Wiederholung
Tonarten sollten (wenn irgend möglich) nicht mehr als __ Vorzeichen enthalten.
Bei den Tonarten __-Dur und __-Dur kann man 6 Vorzeichen leider nicht umgehen.
Eine ________ Taste erhält ein _______

Bei den Tonarten Cb-Dur und C#-Dur kann man 7 Vorzeichen umgehen, indem man statt dessen die Tonarten __-Dur bzw. __-Dur wählt.

Tonarten über __-Vorzeichen sind tunlichst zu vermeiden.

Wenn Vorzeichen unumgänglich sind, dann sollte man beim Startton (= Grundton) der Dur-Tonart drauf achten, dass er _______________

Was für Dur-Akkorde sollte man nie aufschreiben
__-Dur oder __-Dur

Lektion 3a
Intervalle

Heute soll es darum gehen, was überhaupt Intervalle sind.

Erst ein mal was erfreuliches: Es gibt zwar ein paar Vokabeln zu lernen, aber die Bedeutung der Vokabeln und die Zusammenhänger sind kinderleicht zu verstehen.

Bleiben wir mal bei der C-Dur-Tonleiter

C D E F G A H C

Die Töne der Tonleitern werden einfach durchnummeriert

C=1, D=2, E=3, F=4, G=5, A=6, H=7, C=8

Man kann das Spiel noch weiter treiben
... H=7, C=8, D=9, E=10, F=11, G=12, A=13, H=14

Höher geht man aber nicht hinaus.

Für jede Nummer kann man auch sagen
C ist der erste, D ist der zweite, E ist der dritte u.s.w.

Anstelle "der Erste", "der Zweite", "der Dritte" zu sagen, nimmt man lateinische Ordnungszahlen.

"der Erste" ist die Prime (vgl. Primus, primär = erstrangig, prima = erstklassik)
"der Zweite" ist die Sekunde (vergl. Sekundant, sekundär = zweitrangig)
"der Dritte" ist die Terz (vgl. Terzett = klassische Bezeichnung eines Trios = 3 Musiker/Sänger)
"der Vierte" ist die Quarte (vgl. Quartett)
"der Fünfte" ist die Quinte (vgl. Quintessenz, = das 5. Element)
"der Sechste" ist die Sexte (vgl. Sextant = Messgerät in der Schiffahrt mit einer ca. 60° Skala also 1/6 eines Vollkreises)
"der Siebte" ist die Septime.

Leider habe ich dafür kein richtiges Merkwort. Nur den wenigsten wird es etwas bringen, wenn ich denen erzähle, das der September früher mal der siebte Monat im Kirchenjahr (genauer des Gregorianischen Kalenders) war, dass mit dem Frühling (Ostern bzw. Tag- und Nachtgleiche im Frühling) begonnen hat. Oktober war mal der achte Monat.

"Der Achte" ist die Oktave (vgl. Oktopus = achtarmiger Tintenfisch)
"Der Neunte" ist die None (auch hier außer November was früher mal der 9. Monat war kein Merkwort)

"Der Zehnte" ist die Dezime (vgl. Dezimalsystem, Dezemeter, Dezember)

Die Septime kann man sich aber relativ leicht über den Klang merken. Und irgendwann wird man auch mal mitbekommen, dass ein Dominant-Sept-Akkord ein Dur7-Akkord ist.

Auch die None kann man sich relativ leicht über den Klang merken.

"Der Elfte" Undezime (Uno + Dezime)
"Der Zwölfte" Duodezime (Duo + Dezime)
"Der Dreizehnte" Tredezime (Terz + Dezime)

Der Vierzehnte wird als Intervallbezeichnung praktisch nicht verwendet.

Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime, Oktave
None, Dezime, Undezime, Duodezime, Terzdezime

Selten braucht man aber mehr Intervalle als bis zur None.

Die sollte man aber in- und auswendig können.

Gezählt werden die Stammtöne. Die Vorzeichen sind vorerst mal uninteressant.

Eigentlich ist auch völlig uninteressant, von welchem Ton man anfängt zu zählen.

Bei der C-Dur-Tonleiter haben wir von C aus gezählt. Da war C der erste.

Man sagt allerdings so gut wie nie dass C dann die Prime ist, sondern man spricht lieber vom Grundton.

Erst wenn zwei oder mehr Instrumente oder Sänger ein und den selben Ton singen, dann sagt man sie singen eine Prime.

Praktisch führt man das beim Stimmen der Gitarre aus. Wenn ich die Saite E im 5. Bund drücke, dann erklingt ein A. Wenn ich diesen Ton mit der A-Saite vergleiche (und beide stimmen überein) dann hat man eine Prime.

Eigentlich ist es auch egal, ob die Töne gleichzeitig erklingen (wie bei einem Akkord) oder nacheinander (wie bei einer Melodie). Mit Intervallen werden Abstände von Tönen bezeichnet.

In der D-Tonleiter ist D der Grundton (Prime)
E die Sekunde
F# die Terz
G die Quarte
A die Quinte
H die Sexte
C# die Septime
D die Oktave
E die None

Von C nach D ist eine Sekunde. Von C# nach D ist eine Sekunde, von C nach Db ist eine Sekunde.

Wichtig ist nur, das man sich nur einen Buchstaben weiterbewegt.

Die Analogie zu den Wochentagen kann euch eine Hilfe sein. Wenn ich Sage "Montag in einer Woche" dann entspricht das in etwa einer Oktave in der Musik. Man meint den Achten Tag nach diesem Montag. Dabei ist es völlig egal, ob ich "Montag in einer Woche" morgens früh um 2 Uhr sage (nach Beendigung meiner Nachtschicht, die ja eigentlich am Sonntag begann) oder ob ich es Montags beim Mittagessen erzähle, oder aber Kurz vor dem zu Bett gehen gegen 23 Uhr. In jedem Falle lande ich bei Montag in einer Woche wieder auf einem Montag. Und dabei ist es gar nicht mal sicher, ob ich da jemand Morgens um 6. Uhr mit zur Frühschicht abholen will, mit im was am Nachmittag unternehmen will, oder mich zu einem Spätfilm verabrede.

So ungefähr müsst ihr euch das mit Gb-Ab, Gb-A, Gb-A#, G-Ab, G-A, G-A#, G#-Ab, G#-A, G#-A# vorstellen. Alles sind Sekunden. Denn alles bezeichnet den Abstand von 2 Stammtönen, wobei die Vorzeichen vorerst einmal völlig egal sind.

Achtung, was für Profis:
Selbst der Abstand von G# nach Ab ist rein theoretisch eine Sekunde, auch wenn es sich rein praktisch um den selben Ton handelt.
Es ist keine Prime! Es klingt zwar wie eine, aber es ist keine!
Es gibt sogar Akkordkombinationen, wo das was ich hier sage einen Sinn ergibt:

Beispiel:
E-Dur als Akkord mit den Tönen E G# H gefolgt von Fm mit den Tönen F Ab C. Man hört bei den beiden Akkorden ganz genau, dass der Akkord Fm eine Sekunde höher ist als E-Dur. Trotzdem klingen die Töne G# und Ab praktisch gleich. Aber im Kontext der übrigen Akkordtöne hat sich auch der Bezug zum angeblich gleich klingenden Ton verändert. Beim E-Dur haben wir die Dur-Terz G# und beim Fm haben wir dir Mollterz Ab. Beide Töne scheinbar gleichen Töne tauchen in einem völlig anderen Zusammenhang auf, denn sie haben in den beiden Akkorden eine völlig andere Funktion. Daher muss der Abstand hier als eine Sekunde bezeichnet werden, auch wenn es sich im ersten Moment seltsam angehört hat.

Wieder für normalsterbliche Gitarristen:

Die Namen der Intervalle leitet sich von lateinischen Ordnungszahlen ab.
Also primär geht es nur ums Abzählen.

Dennoch verbindet man mit den einzelnen Abständen der Töne bestimmte Höreindrücke.

Eine Quinte ist nicht einfach nur der fünfte Ton, sondern er klingt uns bei Hörnerquinten in den Ohren. Bei Fanfaren erklingt er ziemlich häufig.
Eine Quinte braucht man bei Powerchords die man so toll fett übersteuern kann, ohne das es im Verstärker brummelt, was bei den anderen Intervallen passieren kann. Die Quinte ist das Rahmenintervall eines Akkordes. Sozusagen sein Rückrat. Und der Quintabstand ist ein ganz wichtiges Ordnungskriterium bei Akkordfolgen (Quintfallsequenz).

Man verbindet also mit dem Begriff "Quinte" nicht nur eine Zahl, sondern eine Fülle von Höreindrücken, so dass der Fachbegriff in der Musik mehr aussagt, als nur "der fünfte Ton nach einem Grundton".

Wir haben gesehen, dass es verschiedene Sekunden zu geben scheint, und wir haben gehört, dass Intervalle bestimmte Aufgaben erfüllen, um einen Höreindruck zu hinterlassen. Darum soll es in den nächsten Lektionen gehen.

Lernt aber zuerst mal die Intervalle von der Prime bis zur None auswendig.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 23.03.2010, 21:05, insgesamt 2-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 16.03.2010, 13:14

Lektion 3b
Intervalle

Antworten:

Tonarten sollten (wenn irgend möglich) nicht mehr als 5 Vorzeichen enthalten.
Bei den Tonarten Gb-Dur und F#-Dur kann man 6 Vorzeichen leider nicht umgehen.
Eine weiße Taste erhält ein Vorzeichen

Bei den Tonarten Cb-Dur und C#-Dur kann man 7 Vorzeichen umgehen, indem man statt dessen die Tonarten H-Dur bzw. Db-Dur wählt.

Tonarten über 7-Vorzeichen sind tunlichst zu vermeiden.

Wenn Vorzeichen unumgänglich sind, dann sollte man beim Startton (= Grundton) der Dur-Tonart drauf achten, dass er eine B-Tonart bildet bzw. ein B als Vorzeichen bekommt

Was für Dur-Akkorde sollte man nie aufschreiben
D#-Dur (wegen der Durzerz F##) oder A#-Dur (wegen der Durterz C## und der Quinte E#)

Wiederholung:
Schreibe die G-Dur-Tonleiter auf, und benenne die Intervalle bis zur None
D = Prime, E = Sekunde, ....

Nenne von der A-Dur-Tonleiter die
Quinte = __, Sekunde =__, Terz =__

Was sind Intervalle (Prime, Sekunde, Terz...) in erster Linie?
_________________
Daraus ergibt sich dass man hauptsächlich __________ muss.

Was wird bei Intervallen gezählt?
Die ___________

Was wird primär nicht berücksichtigt
Die _______________


--------------------------------------------------

Wir haben gesehen, dass es unterschiedliche Sekunden geben muss.

Der Abstand von einem Stammton zum nächsten ist immer eine Sekunde, auch wenn auf dem Griffbrett ein Bund dazwischen liegt oder nicht. Aber man muss die verschiedenen Sekunden dennoch voneinander unterscheiden können.

Bei den Sekunden unterscheidet man zwischen einer kleinen Sekunde, die nur einen Halbtonschritt vom nächsten Stammton entfernt ist, und demnach keinen leeren Bund zu überspringen hat,
und man unterscheidet große Sekunden, bei denen der nächste Stammton zwei Halbtonschritte entfernt ist, und bei denen man eine Taste überspringen muss, die nicht mit zur Tonleiter gehört.

Nehmen wir als Beispiel die C-Dur-Tonleiter auf einer Saite des Griffbrettes

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-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|-

Daraus ergibt sich

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C -->2--> D -->2--> E -->2b--> F -->2--> G...
G -->2--> A -->2--> H -->2b--> C


Eine große Sekunde wird in der Kurzschrift einfach als eine 2 dargestellt. Ganz ohne Vorzeichen oder sonstige Kennzeichen.

Wenn man also von einer Sekunde spricht, geht man im ersten Moment von einer großen Sekunde aus.

Eine kleine Sekunde wird in der Kurzschrift einfach als eine 2b dargestellt.
Der Intervall erhält ein Vorzeichen, dass besagt, dass der Abstand zu der kleinen Sekunde einen Halbtonschritt kleiner ist als bei der normalen (großen) Sekunde.

Als normal werden die Intervalle angesehen, die vom Grundton einer Dur-Tonleiter abgeleitet werden. Alles was von dieser Tonleiter abweicht, muss üblicherweise mit einem Vorzeichen kenntlich gemacht werden. Leider gibt es da eine kleine Ausnahme bei den Septimen der Akkorde, aber zu der kommen wir noch.

Ein Vorzeichen bei einem Intervall sagt rein gar nichts über das tatsächliche Vorzeichen der Note aus! Sie können zufällig übereinstimmen, müssen es aber nicht.

Sobald wir bei den Akkord-Intervallen ankommen wird euch die Sache einleuchtender werden.

Natürlich kann man eine große Sekunde auch als "gr.2" oder "gr. Sekunde" bezeichnen, damit man ganz sicher ist, was gemeint ist.

Aber das verschwendet ganz schön viel Platz. 2b und 2 für eine kleine und für eine große Sekunde ist viel kürzer und lässt sich viel leichter eintragen.

Tun wir das doch mal in einer Tabelle!

Nimm dir ein Rechenblatt, und zeichne eine Tabelle mit 13 Reihen und 8 Zeilen.

Größe der Zellen = 1x1 cm

Jetzt trage in der zweiten Zeile der Tabelle die C-Dur-Tonleiter mit den richtigen Abständen (wie auf einer Gitarrensaite) ein.

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|   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|


Die Bindestriche brauchst du nicht unbedingt.
Jetzt trage oben in der ersten Spalte die richtigen Intervallbezeichnungen ein. (Kurzform 1 2 3 4...)

Die Vorzeichen der Intervalle stimmen vorerst so wie sie da stehen.
Wir bleiben bei der C-Dur-Tonleiter.
Wir tragen aber eine Neue Zeile ein, und beginnen dort mit dem D der C-Dur-Tonleiter. Die Abstände müssen jetzt genau beachtet werden. Jeder Stammton hat auch hier eine freie Taste dazwischen, außer der Abstand zwischen E und F sowie der Abstand zwischen H und C, wo keine Taste dazwischen ist.
Alle Abstände bleiben genau so wie bei der C-Dur-Tonleiter vorhanden.

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| 1 |   | 2 |   | 3 | 4 |   | 5 |   | 6 |   | 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|


Wir sehen, dass die Sekunde (hier das E) von D aus gezählt genau so weit ist entfernt ist wie die Sekunde vom C aus gezält (also das D).

Die Terz vom D ist aber einen Halbtonschritt kleiner als die Terz vom C
Wir tragen in der Spalte über dem F (das F aus der D-Zeile) eine 3b ein für eine kleine Terz.

Die Quinte Quarte und Sexte sind in beiden Zeilen identisch. Nur die Septime ist in der D-Zeile eine kleine Septime (7b) und in der C-Zeile eine große Septime.

Wir tragen also über dem C aus der D-Zeile eine 7b ein.

Setze das ganze jetzt mit dem Ton E als Startton in der nächsten Reihe fort!

In unserer obersten Spalte wird eine kleine Sekunde (2b) und eine kleine Sexte (6b) mit hinzu kommen.

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| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 |   | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|


Das gleiche mit F

Code: Alles auswählen

| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 | ? | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|


In die F-Zeile ist jetzt das H in eine neue Reihe gerutscht.
Wir kommen jetzt nicht auf die dumme Idee und nennen alle vorhergehenden 4er in 4b um, damit wir die neue Reihe 4 nennen können.
Wir nennen die neue Reihe über dem H aus der F-Zeile auch nicht 5b (wie wir es ja vorher immer gemacht haben) denn das H ist nicht der fünfte von F aus gezählt (also keine Quinte) sondern es ist immer noch der Vierte (also die Quarte).
Wenn das H eine Quarte ist, und alle vorhergehenden mit 4 bezeichnet werden, wie nennen wir dann die nächste Zeile?
Wir verwenden ganz analog die Vorzeichen, wie wir es schon vorher gelernt haben.
Der Ton nach der 4er Reihe wird mit einem # um einen Halbtonschrit erhöht. Also schreiben wir in die Tabelle

Code: Alles auswählen

| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 | 4#| 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|


Quetscht die 4# ein wenig in die obere linke Ecke, denn wir brauchen in dieser einen Zelle ein wenig Platz.

Aber machen wir doch einfach mit G weiter

Code: Alles auswählen

| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 | 4#| 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|


gute Nachricht, wir brauchen nichts weiter oben einzutragen, denn die Intervalle stimmen so.

Also machen wir mit dem A weiter

Code: Alles auswählen

| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 | 4#| 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|


Auch hier kommt nichts neues hinzu.

Machen wir mit dem H weiter

Code: Alles auswählen

| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 | 4#| 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|


So hier bei dem letzten Stammton haben wir nun ein Problem.
Wir sehen, dass der Ton F in der H-Zeile eine Quinte sein muss.
Genauer: Es muss eine Quinte sein, die kleiner ist, als die normale Quinte.
Also muss in der Reihe vor der 5 eine 5b hinein. Diese ist aber schon von der 4# besetzt!?
Das war der Grund, warum ich euch sagte, ihr sollt die 4# ein wenig in die obere Linke Ecke quetschen, damit ihr die untere rechte Ecke für die 5b übrig habt


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| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 |4#/ | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|   |   |   |   |   |   | /5b|   |   |   |   |   |   |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|----|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H--|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|----|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|----|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|--F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|


So, besser kann ich das jetzt nicht mit einer ASSCII-Tabelle darstellen.
Wir haben jetzt von jedem Ton der C-Dur-Tonleiter (C D E F G A H) alle möglichen Intervalle aufwärts in einer Tabelle aufgeschrieben. Es gibt zwar noch Ausnahmen von dieser Tabelle, aber wir wollen uns zuerst einmal mit dem normalen beschäftigen.


Schaue dir die Tabelle mal genauer an!
Wir sehen, dass es von der Prime (1) und der Oktave (8 ) genau eine Reihe gibt. In einer normalen Durtonleiter gibt es also keine große oder kleine Prime oder gr. oder kl. Oktave. Man bezeichnet sie als "reine" Intervalle.

Wir sehen, dass es recht wenige kleine Sekunden gibt (2b) nämlich genau 2, dafür aber recht viele große Sekunden (2) (nämlich genau 5).
Wie schon oben angekündigt, sind große Sekunden (2) der Normalfall.

Wir sehen, dass es fast genau so viele kleine Terzen (3b) gibt als große Terzen (3). Wir werden noch lernen, dass die H-Reihe nicht so häufig gebraucht wird, wie die übrigen Reihen. Aber dazu müssen wir erst die Akkorde durchnehmen. Ließe man die H-Reihe außer acht, dann hätte man genau so viele kl. Terzen (3b) als gr. Terzen (3). Das wird uns noch bei den Dur- und Moll-Akkorden begegnen.

Fast alle Reihen haben eine normale Quarte. Ich spreche hier nicht von einer großen oder kleinen Quarte, sondern ich nenne die normale Quarte eine "reine" Quarte. Sie wird bei fast allen Akkorden gebraucht, die sich nach dem Schema
Grundton - Terz - Quinte - Oktave
Aufbauen.
1 - 3 - 5 - 1
Als Beispiel des C-Dur-Akkordes
C - E - G - C
Dass das E hier eine große Terz (3) ist, das braucht uns vorerst nur mal am Rande zu interessieren.

Interessant ist der Abstand von der Quinte G (5) zur Oktave C (8 )
Welcher Abstand hat den das hohe C vom etwas tieferem G?
Schaue einfach mal in der oberen Tabelle bei der G-Zeile nach.
Der Abstand von G nach C ist eine Quarte.

Die Quarte ist also ein natürlicher Abstand (ein natürlicher Intervall) bei den Grundakkorden. Den von der Quinte eines Akkordes zur Oktave ergibt sich automatisch der Abstand einer Quarte.

Daher bezeichnet man die Quarte als ein reines Intervall, und unterscheidet nicht zwischen groß und klein.

Wie nennt man aber jetzt die 4#?
Dieser Abstand (von F nach H) hört sich in unseren Ohren schräg an. Der Schritt ist zu groß. Er ist übermäßig groß. Also nennt man diesen Abstand eine übermäßige Quarte (4#)

Wir haben das gleiche Spiel noch einmal bei der Quinte.
Fast alle Akkorde haben eine Quinte. Also bezeichnen wir die normale Quinte als eine reine Quinte.

Nur die siebte Zeile, die mit einem H beginnt, hat eine erniedrigte Quinte.
Wir haben schon gehört, dass man die siebte H-Zeile ein wenig stiefmütterlich behandelt. Dennoch gibt es auch für die 5b eine Bezeichnung. Dieses ist eine vermindete Quinte.

Bei der Sexten gibt es wieder eine große Sexte (6) und eine kleine Sexte (6b). Die Verteilung entspricht etwa der der Terzen. Es sind also fast genau so viele kleine wie große Sexten vorhanden. Hat auch was mit Dur- und Moll zu tun, und mit Umkehrungen. Aber das kommt bei den Akkorden noch dran.

Bei den Septimen haben wir fast nur kleine Septimen (7b) und nur zwei große Septimen (7).
Aber mit den Septimen werden wir bei den Akkorden ein kleines Problem bekommen.
Bei Akkorden werden kleine Septimen nicht als 7b bezeichnet, sondern einfach als 7. vgl. die Akkorde H7, G7, D7, Am7, Em7

Die große Septime nennt man aber jetzt nicht nach übermäßige Septime um, denn kleine Septime hat erstmal nichts mit einem reinen Intervall wie bei den Primen, Quarten, Quinten und Oktaven zu tun. Die große Septime ist eine große Septime. Bei den Akkorden bezeichnet man die große Septime als major 7 oder kürzer maj7 oder ganz kurz j7.

Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, werde ich die kleine Septime in Zukunft immer als 7b bezeichnen, auch wenn man keine 7b bei den Akkorden wiederfinden wird. Die große Septime werde ich immer als j7 bezeichnen, damit man sie eben nicht mit der 7 von den einfachen 7er-Akkorden verwechselt.

Also noch mal kurz zusammengefasst:

  • Die Prime (1) und die Oktave (8 ) sind reine Intervalle.
  • Die Quarte (4) und die Quinte (5) sind auch reine Intervalle.
  • Von der Quarte gibt es noch einen übermäßigen Intervall (4#).
  • Von der Quinte gibt es noch einen Verminderten Intervall (5b).
  • Üblicherweise wird bei einer Quinte und bei einer Quarte nicht mit angegeben, dass es eine reine Quinte oder eine reine Quarte ist, sondern es wird immer davon ausgegangen, dass es sich um reine Intervalle handelt...
  • ..., es sei denn man bezeichnet einen übermäßigen (#) oder einen Verminderten (b) Intervall.
  • Von der Sekunde, Terz, Sexten und Septime gibt es große und kleine Intervalle.
  • Große Intervalle werden normalerweise nicht extra bezeichnet (2, 3, 6, 7)
  • Kleine Intervalle werden üblicherweise mit einem b gekennzeichnet (2b, 3b, 6b, 7b)
  • Bei Akkorden spielt die Septime eine Ausnahme:
  • Kleine Septimen werden bei Akkorden einfach als 7 dargestellt.
  • Große Septimen werden bei Akkorden als j7 dargestellt.


Gruß Mjchael

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Erstellt: von Roddy » 24.06.2011, 09:13

Dankeschön,
wirklich gut erklärt!

Wo mache ich denn jetzt am besten weiter?
Gibt es von Dir Lektionen, die genau hier anknüpfen?

Gruß,
Heiko

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Erstellt: von mjchael » 24.06.2011, 10:10

Da habe ich noch keine geschrieben.
Aber es lohnt sich von hier aus mit den Tonleitern weiter zu machen.
:arrow: [Workshop] Die 5 Haupt-Dur- und Moll-Tonleitern

Dann stolperst du irgendwann über die Kirchentonleitern, wo genau dieses Hintergrundwissen Anwendung findet.
Beispielsweise:
Wie genau ist das jetzt mit den Kirchentonleitern...?

Ebenso findet vieles bei den erweiterten Akkorden seine Anwendung
(sus4, add9b, m7b5...)

Irgendwann werde ich bestimmt nochmal hier weitermachen, aber dann brauche ich auch immer die notwendige Motivation.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Roddy » 24.06.2011, 11:09

"Für jeden Ton, den man gelernt hat zu spielen und ein Lächeln beim Publikum erzeugt, ist die Welt ein Stück freundlicher geworden!"

„And there came a certain poor widow, and she threw in two mites, which make a farthing.“

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Erstellt: von mjchael » 27.06.2011, 09:16

Lektion 3c
Stufenintervalle

Antworten:
Schreibe die G-Dur-Tonleiter auf, und benenne die Intervalle bis zur None
G = Prime, A = Sekunde, H = Terz, C = Quarte, D = Quinte, E = Sexte, F# = Septime,
G = Oktave, A = None

Nenne von der A-Dur-Tonleiter die
Quinte = E, Sekunde = H, Terz = C#

Was sind Intervalle (Prime, Sekunde, Terz...) in erster Linie?
Ordnungszahlen
Daraus ergibt sich dass man hauptsächlich (ab-)zählen muss.

Was wird bei Intervallen gezählt?
Die Buchstaben

Was wird primär nicht berücksichtigt
Die Vorzeichen

Wiederholung:
Die Tonleiter wird in Schritten von _____ und ______ S_______ eingeteilt.

Ausgehend von der vorherigen Aufgabenstellung:
Wieviele reine Quinten sind in einer C-Dur-Tonleiter vorhanden? _
Wieviele große Septimen sind in einer C-Dur-Tonleiter vorhanden? _

Welche beiden Intervalle haben den gleichen Halbtonabstand (Kurzschreibweise)? __ und __

=============================================================

Wir haben jetzt alle Intervalle einer C-Dur-Tonleiter in einer übersichtlichen Tabelle aufgeschrieben.

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| 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 |4#/ | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
|   |   |   |   |   |   | /5b|   |   |   |   |   |   |
|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|----|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H--|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|----|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|----|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|--F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|


Um die einzelnen Zeilen besser miteinander vergleichen zu können, werden sie mit Stufen bezeichnet.

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        | 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 |4#/ | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
        |   |   |   |   |   |   | /5b|   |   |   |   |   |   |
1. Sufe |-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
2. Sufe |-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
3. Sufe |-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|----|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
4. Sufe |-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H--|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
5. Sufe |-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|----|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
6. Sufe |-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|----|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
7. Sufe |-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|--F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|


Die Nummerierung kennen viele von einfachen Musikinstrumenten her, wo C D E mit 1 2 3 bezeichnet werden. Bei viele Kinder-Musikinstrumenten werden die Töne einer Tonleiter mit Ziffern angegeben.

Für die nächste Aufgabe kommt jetzt die Schere zum Einsatz.

Wenn du die Tabelle auf einem Rechenpapier übertragen hast, dann kannst du die einzelnen Stufen in Streifen ausschneiden.

Was macht man damit?

Vergleichen wir mal 2 Zeilen miteinander:

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1. Sufe |-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
2. Sufe |-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|

Einige Töne stehen genau übereinander. Diese haben also genau den gleichen Intervall.
Andere Töne stehen nicht untereinander, haben dementsprechend unterschiedliche Intervalle.

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1. Sufe |-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
          =       =   x   x   =        =       =   x   x   =   
2. Sufe |-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|


Wenn du ein wenig herumprobierst, dann wirst du feststellen, dass sich einige Stufen mehr Gemeinsamkeiten haben als andere.

Jetzt die Aufgabe: Sortiere doch mal die 7 Stufen so, dass von einer Stufe zur nächsten möglichst wenige Unterschiede bestehen!

Viel Spaß bei der Aufgabe!
Zuletzt geändert von mjchael am 27.06.2011, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 27.06.2011, 10:03

Lektion 3d
Quintverwandschaft von Tonleiterstufen

Antworten:
Die Tonleiter wird in Schritten von großen und kleinen Sekunden eingeteilt.

Ausgehend von der vorherigen Aufgabenstellung:
Wieviele reine Quinten sind in einer C-Dur-Tonleiter vorhanden? 6
Wieviele große Septimen sind in einer C-Dur-Tonleiter vorhanden? 2

Welche beiden Intervalle haben den gleichen Halbtonabstand (Kurzschreibweise)? 4# und 5b

Wiederholung
Löse die Aufgabe mit den Papierstreifen!

Du wirst sehen, es gibt nur zwei Lösungen. Eine, die mit der 4. Stufe beginnt, und eine die mit der 7. Stufe beginnt, wobei hier nur die Liste auf dem Kopf steht.

Für alle weiteren praktischen Zwecke stellen wir die vierte Stufe (mit dem F) voran.

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      | 1 | 2b| 2 | 3b| 3 | 4 |4#/ | 5 | 6b| 6 | 7b| 7 | 8 |
Stufe |   |   |   |   |   |   | /5b|   |   |   |   |   |   |
4.    |-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H--|-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|
1.    |-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|----|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|
5.    |-G-|---|-A-|---|-H-|-C-|----|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|
2.    |-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|----|-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|
6.    |-A-|---|-H-|-C-|---|-D-|----|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|
3.    |-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|----|-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|
7.    |-H-|-C-|---|-D-|---|-E-|--F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|


Du siehst, dass die Tabelle im Vergleich mit der vorhergehenden irgendwie sortierter aussieht.
Die oberste Zeile besitzt nur reine, große oder übermäßige Intervalle.
Die unterste Zeile besitzt nur reine, kleine und verminderte Intervalle.
Je weiter man von oben nach unten geht, desto mehr nehmen die großen (und übermäßigen) Intervalle ab, und desto mehr nehmen die kleinen (und verminderten) Intervalle zu.

Die Verteilung der Intervalle ist für jede Stufe charakteristisch.
Wir nehmen diese Intervalle jedoch genauer auseinander, wenn wir uns mit den Akkorden beschäftigen.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von mjchael » 27.06.2011, 11:11

Lektion 4a: Aufbau von Akkorden

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                 Tabelle der Intervalle
  Prime||Sekunde|| Terz  ||Quarte/Quinte|| Sexte ||Septime||Oktave
   | 1 || 2b| 2 || 3b| 3 || 4 |4#/  | 5 || 6b| 6 || 7b| 7 || 8 |
St.|   ||   |   ||   |   ||   | /5b |   ||   |   ||   |   ||   |
4. |-F-||---|-G-||---|-A-||---|-H--||-C-||---|-D-||---|-E-||-F-|
1. |-C-||---|-D-||---|-E-||-F-|-----|-G-||---|-A-||---|-H-||-C-|
5. |-G-||---|-A-||---|-H-||-C-|-----|-D-||---|-E-||-F-|---||-G-|
2. |-D-||---|-E-||-F-|---||-G-|-----|-A-||---|-H-||-C-|---||-D-|
6. |-A-||---|-H-||-C-|---||-D-|-----|-E-||-F-|---||-G-|---||-A-|
3. |-E-||-F-|---||-G-|---||-A-|-----|-H-||-C-|---||-D-|---||-E-|
7. |-H-||-C-|---||-D-|---||-E-||--F-|---||-G-|---||-A-|---||-H-|
ST. = Stufen der C-Dur-Tonleiter


Ein Akkord baut sich aus dem Grundton (1) der Terz (3 oder 3b) und der Quinte (5 oder 5b) auf.

Du siehst, dass die 1-6 Stufe alle eine reine Quinte (5) haben. Lässt man die Terz weg, hat man einen Powerchord.

Du siehst, dass man mit der 7. Stufe keinen Powerchord bilden kann, weil die 7. Stufe keine reine Quinte hat, sondern eine verminderte Quinte (5b). Diese verminderte Quinte ist erst bei verminderten Akkorden interessant. (z.B. Hmb5 bzw. Hdim oder Hm7b5)

Da dieser Akkord jedoch seltener zum Einsatz kommt, schenken wir der siebten Stufe etwas weniger Beachtung.

Du siehst, dass die 4, 1 und 5 Stufe eine große Terz besitzt (3) und die 2, 6 und 3 Stufe eine kleine Terz (3b).
Eine große Terz vom Grundton eines Akkordes aus ist eine Dur-Terz.
Eine kleine Terz vom Grundton eines Akkordes aus ist eine Moll-Terz.

Daher ergibt sich aus dem Tonmaterial einer Dur-Tonleiter zwangsläufig die typische Verteilung von Dur- und Moll-Akkorden

Bei der 7. Stufe kommt die Moll-Terz und die verminderte Quinte zusammen und ergeben den verminderten Akkord. (engl. diminished oder kurz dim) dim ist eine andere Bezeichnung für m5b.

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   | 1 | 2b: 2 | 3b: 3 | 4 |4#/ | 5 | 6b: 6 | 7b| 7 | 8 |
St.|   |   :   |   :   |   | /5b|   |   :   |   :   |   | Akkord
4. |-F-|---:-G-|---:-A-|---|-H--|-C-|---:-D-|---:-E-|-F-|  F-Dur
1. |-C-|---:-D-|---:-E-|-F-|----|-G-|---:-A-|---:-H-|-C-|  C-Dur
5. |-G-|---:-A-|---:-H-|-C-|----|-D-|---:-E-|-F-:---|-G-|  G-Dur
================================================================
2. |-D-|---:-E-|-F-:---|-G-|----|-A-|---:-H-|-C-:---|-D-| D-Moll
6. |-A-|---:-H-|-C-:---|-D-|----|-E-|-F-:---|-G-:---|-A-| A-Moll
3. |-E-|-F-:---|-G-:---|-A-|----|-H-|-C-:---|-D-:---|-E-| E-Moll
================================================================
7. |-H-|-C-:---|-D-:---|-E-|--F-|---|-G-:---|-A-:---|-H-|  H-Dim
Zuletzt geändert von mjchael am 07.07.2012, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 04.08.2011, 19:37

Das nächste Kapitel ist noch nicht ganz fertig, aber schon mal als Vorgeschmack


Also Aufbau von Akkorden:

1.) Grundton
Zu hast zuerst mal den Grundton.
Beispiel C D F# Db G...

2.) Abweichender Basston mit Slash
Im allgemeinen geht man davon aus, dass der Grundton auch der Basston ist.
Sollte dieses nicht der Fall sein, so gibt man den Basston extra unter einem Bruchstrich (Slash) an.
Beispiele von oben: C/G - D/F# - Db/C - G/B

3.) Quinte kommt automatisch mit hinzu
Wir haben wieder die normalen Akkorde ohne abweichenden Basston.
C D F# Db G
Zu jedem normalen Dur- und Moll-Akkord wird automatisch die reine Quinte hinzugefügt. Von daher wird die Quinte nicht extra mit bezeichnet, sondern es wird stillschweigend angenommen, dass sie mit dabei ist.
Die Quinte ist der fünfte Ton in einer Tonleiter vom Grundton des Akkordes aus gezählt.
C=1; D=2; E=3; F=4; G=5
Also ist von C aus G die Quinte.
Es sind 7 Halbtonschritte von C nach G
C - C# - D - D# - E - F - F# - G
(zähle am besten die Bindestriche für jeden einzelnen Schritt).
Auf die Akkorde angewandt:
C +G
D+A
F#+C#
Db+Ab
G+D
ps.: Ich habe nicht lange die Töne oder Halbtonschritte abgezählt, sondern gleich die richtigen Töne hingeschrieben.
Der Laie hat keine Ahnung, der Fortgeschrittene zählt Töne ab, der Profi kennt den Quintenzirkelauswendig.

4.) Powerchord
Wenn jetzt keine weiteren Töne mehr hinzukommen (außer man verdoppelt den Grundton, was aber Harmonisch nichts aus macht), dann hat man einen Powerchord. Der Powerchord bildet quasi das Rückrad der Dur- und Moll-Akkorde. Powerchords werden mit einer nachgestellten 5 dargestellt. Sie besagt, dass sonst keine weiteren Töne außer Grundton und Quinte mit beim Akkord sind.
Beispiel C5, D5, F#5, Db5, G5...


5.) abweichende Quinte
Es gibt noch eine verminderte Quinte, die entweder als 5b mit angehangen wird. Meist handelt es sich um Moll-Akkorde, aber in Außnamen kommen auch Dur-Akkorde vor
Beispiel Cm5b, D5b, F#m5b, Dbm5b, G5b
Das "b" wird nachgestellt, denn wenn man es voranstellt, könnte es zu Verwechslungen kommen. Gb5 kann kein G mit verminderter Quinte sein, sondern es ist ein Gb-Powerchord.

Es gibt auch eine übermäßige Quinte, die seltener vorkommt, und die man mit einer nachgestellten 5# kennzeichnet.

Es kommen noch die Bezeichnungen "dim" für einen m5b und "augm" für einen 5#-Akkord vor.

6.) Dur und Mollterzen
Wenn nichts bei einem Akkordbuchstaben dabei steht, geht man automatisch davon aus, dass es sich um einen Dur-Akkord handelt. Das heißt, der Akkord hat eine Dur-Terz. Das ist eine große Terz mit 4 Halbtonschritten
C - C# - D - D# - E ==> Die Terz von C-Dur = E
Die Töne unserer Beispiel-Akkorde
C-Dur = C + E + G
D-Dur = D + F# +A
F#-Dur = F# + A# + C#
Db-Dur = Db + F + Ab
G-Dur = G + H + D

Moll-Akkorde haben eine kleine so genannte Mollterz mit nur 3 Halbtonschritten
C - Db - D - Eb ==> Die Terz von C-Moll = Eb
Man stellt einem Moll-Akkord keine 3b nach, sondern, wie du dir vielleicht schon denken kannst ein kleines "m".
Cm = C + Eb + G
Dm = D + F +A
F#m = F# + A + C#
Dbm = Db + Fb + Ab ( Fb ist praktisch ein E, muss aber als Fb bezeichnet werden.)
Gm = G + Bb + D


Damit hättest du mal den Grundaufbau der Dur- und Moll-Akkorde incl. der Akkorde mit verminderter oder übermäßiger Quinte. Also alles was mit 1 3 5 zu tun hat.

7.) Die Septime
Jedem Akkord kann man eine Septime hinzufügen. Zumeist wird eine kleine Septime hinzugefügt. Auch hier gibt es wieder eine Ausnahme. die kleine Septime wird nicht als 7b bezwichnet, sondern einfach nur als 7. Weil es doch meistens eine kleine Septime ist, die man anhängt, spart diese Reglung einfach Platz. Wenn man eine große Septime anfügt, dann macht man dieses durch ein maj für major (lateinisch für "groß") kenntlich. Noch kürzer einfach mit einem j. Anstelle jetzt 10 Halbtonschritte für eine kleine Septime oder 11 Halbtonschritte für eine große Septime abzuzählen, macht es sich der Profi einfacher, indem er gleich zur nächsten Oktave springt, und dann einen Halbton für eine große Septime abzieht, oder zwei für eine kleine.
C + (C-1Hs) = C + H ...... Hs = Halbtonschritt)
C + (C-2Hs) = C + Bb
Große Septimen kommen nur in Ausnahmefällen bei Moll-Akkorden vor.
Eine kleine Septime bei einem Dur-Akkord ist das Kennzeichen der Dominante (oder zumindest einer Zwischendominante).

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