Woher weiß ich welche Akkorde im Lied gespielt werden?

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Loving.my.guitar
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Woher weiß ich welche Akkorde im Lied gespielt werden?

Erstellt: von Loving.my.guitar » 03.06.2009, 16:35

Hallo!
Wie kann ich erkennen bzw. raushören welche Akkorde in einem Lied gespielt werden , ohne einen einzigen Schimmer zu haben ? ( Bin Anfänger also hab keinen :lol: ) Manche sagen , dass jedes Lied eine Grundtonart hat , aber das bringt mich nicht weit,ich verstehe davon nichts. kann mir das jemand erklären? Danke ;)



)()( Viel Spaß noch beim Gitarrenspielen :)
Gib mir eine Gitarre und ich bin glücklich :)

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Willaberkannnich
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Re: Woher weiß ich welche Akkorde im Lied gespielt werden?

Erstellt: von Willaberkannnich » 03.06.2009, 17:37

Loving.my.guitar hat geschrieben:Manche sagen , dass jedes Lied eine Grundtonart hat , aber das bringt mich nicht weit,ich verstehe davon nichts. kann mir das jemand erklären? Danke ;)

Naja, ich galube das sagen nicht nur manche - sondern so ziemlich alle (von Tonartwechseln mal abgesehen.

Verkürzte Antwort: Mit der Theorie auseinandersetzen!! Dann gibt sich das alles fast von alleine.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tonart
Schon der erste Satz zeigt auf was das Gefasel vonwegen Grundtonart auf sich hat.

Direktes und treffsicheres Raushören ist nicht einfach, aber man hört eigentlich immer in welchem Bereich sich das ganze abspielt, Dur/Moll läßt sich oft gut unterscheiden - und der Rest geht im zewiffel mit probieren. D.H. einfach einen Akkord von dem man meint er könnte passen anschlagen und vergleichen - das typische Try & error spiel, was sich wie gesagt mit ein wenig Theoriekenntniss sehr stark vereinfachen lässt.

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Kamikatze
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Erstellt: von Kamikatze » 04.06.2009, 20:56

Ist es als Anfänger nicht leichter, sich ein Gitarrenbuch mit Akkorden über den Noten zu kaufen? Ich habe ein Buch gekauft, bei dem man nur 3 oder 6 Akkorde kennen muss (ich weiss es gerade nicht genau) und dann gehts. Aber in einem Lied herauszuhören, welche Akkorde ich spielen müsste, nein, das könnte ich im Leben nicht :( und ich habe 5 Jahre Notenlehre in Reinform absolviert.

Wenn Du nicht weisst, wie der Akkord klingt (weil du ja ein Anfänger bist und "keinen Schimmer hast"), dann weisst Du ja gar nicht, ob der ins Lied passt *amKopfKratz*, und selbst wenn... :_::_: NEIN, ich bin völlig ratlos...

Mein Gitarren-Anfänger-Verstand sagt mir aber, dass dieses Vermögen, das herauszuhören und dann umzusetzen, schon die hohe Kunst ist...

Aber ich habe auch versucht, mir das Gitarre-Spielen selbst beizubringen, hat nicht geklappt, ein 6-wöchiger Kurs hat geschafft, was ich monatelang allein vergeblich versucht habe. Ich habe Hochachtung vor Menschen, die sich Instrumente selbst beibringen können *aufdiekniefall*

Ich wünsche viel Erfolg beim Probieren :P
Liebe Grüsse
Kamikatze

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 04.06.2009, 21:37

Kamikatze hat geschrieben:Ich habe Hochachtung vor Menschen, die sich Instrumente selbst beibringen können *aufdiekniefall*

Danke, aber kannst wieder aufstehen :lol:

Es gibt Menschen die können des, andere können´s nicht - da reihe ich mich gerne ein! Aber mit Trial & Error bekommt´s aber jeder raus - also z.B, zum Radio mitklimpern. Wenn man 2 - 3 Akkorde rausbekommen hat, ist es in der Regel glasklar und dann leicht raus zu bekommen was da vor sich geht.


Sach mal - diese Kopfplatte die in deinem Nickbild zu sehen ist, hängt da unten ne Blueridge Gitarre dran? Kommt mir nämlich ziemlich bekannt vor das ganze ;)

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 04.06.2009, 22:56

Man kann es, aber man muss auch einiges dafür können.

Zumindest musst du schon mal eine Handvoll Akkorde spielen können, um Akkorde raushören zu können.

Nach deinem Profil spielst du aber gerade mal ein paar Monate. Ich frage mich, ob du, wenn ich dir was erkläre du so und so nur Bahnhof verstehst.

Die meisten Lieder sind in einer Tonart geschrieben.
Diese Tonart kann man einfach mit Versuch und Irrtum ermitteln.

Wenn man Tonleitern und Skalen spielen kann, geht es um einiges einfacher, da man bestimmte Fingersätze auf der Gitarre ausprobiert, und schaut, ob man einen der folgenden Fingersätze wieder findet.

Bild

oder

Bild


Sobald ich den einen oder anderen Fingersatz habe, kann ich da das Karee (eigentlich die kleinen Sekunden) heraussuchen.
Bild


und rechts oben ist die "1" mit dem Grundton einer Dur-Tonleiter.

Diese Ton kann man bestimmen, und hat den Grundton der Dur-Tonart. Selbst, wenn das Lied eigentlich eine Molltonart sein sollte, dann hat man mit der 1 zumindest die parallele Dur-Tonart gefunden, von der man die Molltonart spielend leicht ableiten kann.

Jetzt ermittelt man die üblichen Verdächtigen.

Mit dem Grundton hohle ich mir den Quintenzirkel zu Hilfe:

Bild

Die beiden zu erwartenden Dur-Akkorde der entsprechenden Dur-Tonleiter sind (wenn man sich den Quintenzirkel als eine Uhr vorstellt) eine Stunde vor und eine Stunde nach dem Grundton.

Beispiel: Du hast den Grundton der D-Dur-Tonleiter gefunden.

Dann ist D-Dur natürlich auch ein Akkord der vermutlich passen wird.

Eine Stunde vor dem D ist ein G und eine Stunde nach dem D ist ein A

D.h. in der Tonart D-Dur erwarte ich die Dur-Akkorde G D A.

Meist beginnt und endet man mit dem Grundakkord D-Dur.

Kommen noch Moll-Akkorde mit hinzu, dann sind es die folgenden 3 Akkorde im Uhrzeigersinn (2, 3 und 4-Stunden weiter nach dem D).

Also: G D A Em Hm F#m
Damit hast du die 6 Akkorde, die höchstwarscheinlich in der Tonart D-Dur (oder in der parallelen Molltonart H-Moll) vorkommen.

Dur und Moll-Akkorde kann man noch recht einfach am Klang unterscheiden, so dass von jedem Tongeschlecht (Dur bzw. Moll) nur noch 3 Akkorde übrig bleiben, die man schnell mit Versuch und Irrtum ermitteln kann.

Wenn man sich ein wenig mit Kadenzen auskennt, geht auch das einfacher.

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Die_Dur-Kadenz_-_Das_gro%C3%9Fe_Dreigestirn

Wenn man dann noch einiges an Spielerfahrung hat, dann kennt man schon typische Akkordfolgen und so genannte Klischees, die man immer wieder in Liedern findet.

Aber um damit alles was anfangen zu können, muss man eben einige Akkorde können, sich einigermaßen mit Dur-Skalen auskennen und wissen, wie man mit dem Quintenzirkel umgeht.

Das ganze Wissen sollte man sich unbedingt aneignen, aber es ist für den Anfang einfach zu viel des Guten.

Viel einfacher wenn du dir für den Anfang ein gutes Liederbuch kaufst, wie die drei Bände von "das Ding" mit inzwischen über 1200 Titeln. Da stehen die Akkorde drin.

Daneben hilft dir das Internet unheimlich schnell weiter, die Akkorde zu Liedern zu finden. (Wenn es nicht gerade etwas exotisches ist).

Zumindest kommst du so schneller zum Ziel, bis du dir die notwendigen Grundlagen angeeignet hast.

Gruß Mjchael

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Kamikatze
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Erstellt: von Kamikatze » 05.06.2009, 09:53

@Willaberkannnicht:Ich bin ja auch ein studierter Designer (Multimedia), und solche Designs faszinieren mich. Dass Menschen sich die Mühe machen, so etwas Schönes zu erschaffen...
Du bist ein Glückspilz, solch eine Gitarre zu besitzen (gibts die Kopfplatte nur an den WesternGitarren von D.)?
Liebe Grüsse

Kamikatze

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 05.06.2009, 12:34

Man findet sowas am häufigsten an Westerngitarren - da gibt´s einige Hersteller die da echt was "Zaubern" - aber auch E-Gitarren haben das hin und wieder mal. Bei Konzertgitarren ist das ja allein schon vom Baulichen nicht so möglich...

Bei meiner sind die Intasien nicht ganz so üpig - das ganze sieht so aus:
Bild

Aber diesen Banner oben wo der Schriftzug drin ist ist schon sehr ähnlich - deswegen kam mir das so bekannt vor ;)

Hast schon recht - im Alltag verliert man schon leider oft den Blick für die Besonderen Blicke.


Moderatoraktion: Bildadresse mit der Maus markieren, und auf den "Img"-Button klicken, dann wird das Bild auch angezeigt, und nicht nur die Internetadresse der Grafik.

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