Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

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Bokertov
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Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Bokertov » 21.06.2020, 10:36

Hallo liebe Gitarristen,

ich bin neu hier im Forum, lese aber schon seit einiger Zeit begeistert mit :)

Ich möchte Euch nun von meiner anscheinend völlig falschen Kaufberatung erzählen aber auch um Rat fragen.

Ich habe heuer im Februar meinen lang gehegten Traum erfüllt und mir eine Gitarre gekauft und mit Unterricht begonnen. Ich ging damals in eines unserer beiden Musikgeschäfte in der Stadt und fragte nach einer Gitarre für eine Anfängerin. Der Fehler war natürlich, dass ich genau gar nicht wusste worauf man achten muss und überzeugt war, dass ich eine umfassende Beratung bekam. Der Verkäufer zeigte mir drei "Einsteigergitarren" eine davon war die Ortega R 158 SN-HSB. Er meinte, diese wäre besonders geeignet, da sie einen schlanken Hals (48mm) hätte und für so zarte kleine Finger wie meine daher besonders leicht zu spielen sei. Ich hab mich dann für diese entschieden 1. weil ich ihm geglaubt habe und 2. weil sie noch dazu wunderschön aussah und 3. weil sie einen sehr schönen Klang hat.

Hab dann mit Unterricht begonnen und am Anfang lief es recht gut. Mit der Zeit war es dann leider so, dass ich beim Üben (vor allem bei der Highscore-Übung) fürchterliche Schmerzen im Unterarm bekam. Außerdem konnte ich machen was ich wollte, die Saiten - vor allem die D-Seite schnarrte immer IMMER. Mein Gitarrenlehrer meinte, das legt sich mit der Übung und die Schmerzen kämen wohl daher, dass ich zu verkrampft sei. Er hat sich die Saitenlage auch angesehen und meinte, die sei in Ordnung. Mit den Wochen war es dann aber so, dass ich tatsächlich nicht mehr üben wollte, denn die Schmerzen gingen soweit, dass ich sogar Kreislaufprobleme bekam und wenn ich die Gitarre nur ansah verging es mir. Schließlich kam dann der Punkt, wo mein Gitarrenlehrer sogar ein wenig "sauer" war, weil ich keine Fortschritte mehr machte. Die neuen Akkorde G und C zu üben waren einfach nur ein Albtraum. Was noch dazu kommt ist, dass man sie kaum hört wenn ich spiele. Wenn ich Familie und Freunden was vorspiele sagen auch alle: hau doch mal rein, man hört die Gitarre kaum vor allem wenn ich dazu singe.

Kurz habe ich überlegt, ob ich vielleicht einfach talentlos bin (ich spielte als Kind Klavier vielleicht sollte ich dabei bleiben dachte ich) und war kurz davor, es bleiben zu lassen obwohl es mir wirklich wichtig ist, aktiv Musik zu machen.

Irgendwann kam mir dann der Gedanke ob es vielleicht einfach an der Gitarre liegen könnte. Da ich das Gitarrespielen nicht aufgeben möchte gab ich dem ganzen nochmal eine Chance und ging in das andere Musikgeschäft in unserer Stadt und fragte wieder nach einer Einsteigergitarre. Mittlerweile war ich besser vorbereitet, da ich mich lange in das Thema eingelesen habe und mittlerweile ja auch was ausprobieren konnte. Also nachdem ich so 5 Gitarren in der Hand hatte, habe ich mich für die Camps Sonata-S entschieden. Ich kann nicht sagen warum aber ich hatte die Gitarre in der Hand, spielte ein paar Akkorde und es fühlte sich einfach nur gut an.

Was soll ich sagen. Ich leg sie mittlerweile kaum mehr aus der Hand, sie ist allein vom Gewicht so leicht, es kommen Töne raus, also man hört sie :D und vor allem: ich habe KEINE Schmerzen, egal wie lange und was ich übe. Die Gitarre hat nun eine Sattelbreite von 52mm und siehe da, auch damit hab ich nun weniger Probleme da ich einfach mehr Platz habe (von wegen der zarten kleinen Finger) und die Saiten schnarren nicht also außer ich greife nicht gut aber im Vergleich zur Ortega, an der die D-Seite IMMER geschnarrt hat. Ich glaube ich habe in einer Woche mehr aufgeholt als in den ganzen zwei Monaten davor. Ich kann kaum beschreiben wir glücklich ich bin )()( Interessanterweise finde ich im Netz keine einzige Bewertung zu dieser Gitarre.

Das wollte ich nur mal erzählen um zu sagen, ja, es kann wirklich auch an der falschen Gitarre liegen.

Ich würde Euch nun gerne um Rat fragen, was ich nun mit der Ortega mache. Kann es sein, dass es Gitarren gibt, die rein anatomisch nicht zum Menschen passen und es nie wirklich passen wird (sh. Schmerzen) oder ist es eine Gitarre für Könner, die ich vielleicht dann doch mal spielen kann, wenn ich Fortgeschrittener bin? Was ich an ihr liebe ist wirklich der fantastische Klang aber es wäre schade, wenn sie hier nun vor sich hin gammelt und es vielleicht jemanden gibt für den sie perfekt wäre? Also ob ich sie eventuell verkaufe (sie ist ja so gut wie neu)? Hat jemand Erfahrung mit der Ortega?

Danke fürs Lesen und ich würde mich über Meinungen freuen

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag : )

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Andreas Fischer
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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Andreas Fischer » 21.06.2020, 11:11

Als erstes solltest du den Gitarrenlehrer wechseln.
Ein guter bringt dir nicht nur mit Spass viel bei sondern kann dich auch bezüglich einer Gitarre beraten.
Wenn du mit der jetzigen zufrieden bist behalte sie.
Btw was genau möchtest du denn spielen? Nur klassisch (wegen der Gitarre)?

Eventuell solltest du nebenher auch mal in einen guten Onlinekurs schauen, zb den kostenlosen aber sehr guten von Justin Sandercoe
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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Bokertov » 21.06.2020, 11:31

Also meinem Gitarrenlehrer gebe ich jetzt eigentlich keine Schuld an der Sache. Ich habe mir zuerst die Gitarre gekauft und dann hab ich mir den Lehrer gesucht, das war vielleicht ungünstig aber dafür kann er nichts. Also ich kam mit der Ortega bereits zu ihm. Er gibt allerdings grundsätzlich keine Kaufberatung (das steht sogar auf seiner Homepage) Er hat es früher gemacht und dann wohl schlechte Erfahrungen damit gemacht, in unserer kleinen Stadt kennt jeder jeden und wenn dann jemand sagt, der Typ hat mich schlecht beraten, dann bleibt der "Makel" an ihm hängen. Aber was den Unterricht anbelangt bin ich wirklich zufrieden.

Zur Frage was ich spielen möchte, also ich hab da jetzt keinen wirklichen Fokus. Bin auch nicht auf ein Genre fixiert, ich liebe von Schlager Reinhard Mey über Beatles aber auch Rock usw. alles. Also alles war mir gefällt :D Wichtig ist mir aber auch das Improvisieren und so wie früher am Klavier auch ein bisschen selber was schreiben.

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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Andreas Fischer » 21.06.2020, 11:45

Also ich gebe dem Gitarrenlehrer schon die Schuld.
Du fragst hier weil deine Fragen dort offenbleiben, er traut sich nicht zu beraten (das gehörrt einfach dazu), was an der Ortega, oder dir, nicht stimmt hat er auch nicht rausgefunden, ... er bekommt schlechte Laune wenn du keine Fortschritte machst, .... Ohjee, das alles liesst sich nicht gut. Was hast du denn bisher, in wie vielen Stunden, gelernt?

Bist du dir denn sicher das du eine Konzertgitarre sprich Nylonsaiten spielen willst?
Schau mal hier, mit sowas fängt gute Beratung an
https://youtu.be/kcYLMuNbvv8

Wie auch immer, zu deiner Frage ob du dranbleiben sollst; Wenn du es möchtest ja! Gitarre lernet man nicht so schnell das dauert und kostet viel Übung. .... wird schon
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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Bokertov » 21.06.2020, 13:05

Hm ich hab doch nicht gefragt ob ich dran bleiben soll? Das geht glaube ich klar hervor dass ich dran bleibe noch dazu wo es mit der neuen Gitarre so gut klappt :D Meine Frage ging eher in die Richtung: Erfahrung mit Ortega.

Aber auf jeden Fall danke für den Link, war sehr aufschlussreich. Grundsätzlich liegt mir persönlich die Konzertgitarre mehr :D

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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Andreas Fischer » 21.06.2020, 17:14

Ortege generell ist gut genug, keine Sorge.
Ob speziell deine Mängel hat sollte ein Gitarrenlehrer dir sagen können
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Re: Schlecht beraten beim Gitarrenkauf

Erstellt: von Blue_Gecko » 23.06.2020, 00:20

Mit Ortega Gitarren machten meine Schüler alle gute Erfahrungen. Es kann aber sein, dass sich bei Deiner das Griffbrett verzogen hat. Bring sie doch mal zu einem Geigenbauer Meister!

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