Übergänge merken

11 Beiträge   •   Seite 1 von 1
mhaber
neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 27.10.2017
Gitarrist seit: 2014

Übergänge merken

Erstellt: von mhaber » 27.10.2017, 17:03

Hallo,

ich heiße Marc Haber und spiele schon eine ganze Weile E-Gitarre.

Mein Ziel ist, einmal in einer Band zu spielen und kann auch schon Riffs und einfache Solos spielen. Ich habe nur ein Problem: Ich kann keine Lieder spielen, weil ich mir die Übergänge nicht merken kann.

Z.b. kann ich die Strophe Spielen und den Vers. Mit ein wenig Übung geht sogar Metallica und Ähnliches.

Aber wenn z.B. das Riff für die Strophe 16x gespielt werden muss, bis der Übergang kommt, verpasse ich eigentlich immer den Übergang, ob ich zur Rhytmusmaschine spiele oder zur MP3 spielt keine Rolle.

Ich versuche mitzuzählen. Aber spätestens bei der sechsten oder siebten Wiederholung weiß ich nicht mehr wo ich war, also in Sinne von:
" Habe ich jetzt das Riff erst 5 mal gespielt, schon 8 mal oder gar schon 10 mal?"

Und irgendwann kommt der Refrain und ich spiele immer noch die Strophe, weil ich keine Ahnung mehr habe, wie oft ich das Riff schon gespielt habe...

So sehr ich mich auch konzentriere, irgendwann steige ich immer aus...


Gibt es dazu Tricks oder wie macht man das?

ZeroOne
Guitar Maniac
Beiträge: 1524
Registriert: 05.08.2011

Re: Übergänge merken

Erstellt: von ZeroOne » 27.10.2017, 18:21

Ich habe mal in einer Band mit recht untypischen strophenlängen gespielt. Heißt ein Riff wurde 7 mal gespielt, in der nächsten Strophe nur 6 mal. Beides sind aber immer seltsame Längen. Weil das wider meinem Gefühl war habe ich mich dort an Textstellen entlanggehangelt um zu wissen wo ich bin. Das klappt aber sicher auch bei "normalen" strophenlängen.

Im Normalfall lasse ich mich aber nur vom feeling leiten. Man kennt den Song in und auswendig, man spielt ihn einfach mit. Das feeling für die typischen 4 oder 8 Wiederholungen kommt einfach mit der Zeit.

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8898
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Re: Übergänge merken

Erstellt: von mjchael » 27.10.2017, 19:23

In einer Band würde ich jemanden bitten, irgendein Hinweis zu geben.
Der Schlagzeuger könnte den Rhythmus für den Übergang ein klein wenig anders gestalten.
Wenn es irgendwie passt, könnte ein Harmonieinstrument (Piano, Rhythmusgitarre etc.) den Übergang durch eine Akkordfolge andeuten.
z.B. ein Dur7 einbauen oder so etwas in der Art.

Wenn nichts hilft, könntest du vielleicht dein Riff einen Tick abwandeln. Vom umspielten Akkord ausgehend: ein add9 oder sus4 einbauen, wo es natürlich passt.
Mal das Riff mit einem Schlenker nach oben, mal mit einem Schlenker nach unten, mal mit leichten Rhythmischen Variation (z.B. 2 Achtel statt einre Viertel)
Alles, damit aus 7 gleichen Riffs 2 oder 3 unterschiedliche werden, die sich zwar kaum voneinander unterscheiden, aber gerade genug, so dass du sie unterscheiden kannst, und weißt wo du bist.
Der Tipp mit dem Text vom Vorredner finde ich auch gut.
Wenn es keinen Text gibt, macht man sich im Kopf einen Text, oder ein Filmchen, der dann im Geiste abspielt, und dir so die Takte markiert.
Das ist aber für jeden sehr individuell, was bei ihm funktioniert.
Nur um mal ein Beispiel zu nennen:
Nimm dir beispielsweise Farbstifte und markiere dir die Riffs in Regenbogenfarben.
Dann spielst du die Riffs nach den Regenbogenfarben ab.
Rot Orange Gelb Grün Blau Lila Schwarz.
Oder Haare, Gesicht Hals Brust Bauch Arme Beine Füße
Wenn du auf Essen stehst, denke an Vorsuppe, Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Salat, Nachspeise, Käsegang.
Teile die Riffs nach Tageszeiten ein: Morgens Vormittags, Mittags, Nachmittags, abends Nacht
Egal was, Hauptsache du kannst es dir leicht merken und anwenden und du hast irgendeine Gedächtnisstütze im Hinterkopf.

Schneiderlein
Stammgast
Beiträge: 255
Registriert: 16.09.2013

Re: Übergänge merken

Erstellt: von Schneiderlein » 27.10.2017, 22:40

ich würde das immer in Portionen à 5 einteilen. Also bei 16x = 5x 3+1. So kannst du immer mit den Fingern der Hand mitzählen.

ZeroOne
Guitar Maniac
Beiträge: 1524
Registriert: 05.08.2011

Re: Übergänge merken

Erstellt: von ZeroOne » 28.10.2017, 11:46

Schneiderlein hat geschrieben:ich würde das immer in Portionen à 5 einteilen. Also bei 16x = 5x 3+1. So kannst du immer mit den Fingern der Hand mitzählen.


Machst du das wirklich so? O.o

Für mich ist das irgendwie die widernatürlichste Art zu zählen, die ich mir vorstellen kann. Wenn man von recht progressiver Musik absieht, sind normale Rock und Metal (es wurde vom TE Metallica angeführt) Songs meistens in Parts von 2, 4 oder 8 Rifflängen eingeteilt. Ein Riff ist dabei 2, 4 oder 8 Takte lang. Ausgehend von Songs im 4/4 Takt trifft das bestimmt auf 90% aller Lieder dieser Genres zu. Wo ist da der Sinn bis 5 zu zählen und dann wieder von vorne anzufangen?

Nehmen wir mal einen relativ durchschnittlichen Song, meinetwegen Iron Maiden - The Wicker Man

4 x Intro a 4 Takte
4 x Strophe a 4 Takte
2 x Bridge a 8 Takte
2 x Refrain a 8 Takte
4 x Strophe a 4 Takte
2 x Bridge a 8 Takte
2 x Refrain a 8 Takte
2 x Pre Solo a 8 Takte
2 x Solo a 8 Takte
2 x Pre Solo a 8 Takte
4 x Refrain a 8 Takte
4 x Ende a 8 Takte

Und das ist ja schon eine sehr typische Songstruktur, nicht wahnsinnig kreativ, nicht ihre ausgefallen aber so oder so ähnlich laufen ja viele Songs ab. Wo soll man da irgendwo bis 5 zählen und vor allem aus welchem Grund? Überhaupt, bei welchen Songs spielt man irgendwelche Riffs 16 verdammte Male hintereinander? da geht doch jeder Zuhörer nach Hause ^^

Entschuldige, dass ich da irgendwie nur totales Unverständnis für übrig habe, ich verstehe es halt nicht ^^.

Schneiderlein
Stammgast
Beiträge: 255
Registriert: 16.09.2013

Re: Übergänge merken

Erstellt: von Schneiderlein » 28.10.2017, 21:05

@ZeroOne, ja, mir hilft es, wenn ich während ich spiele zählen muss, das in "handliche" Portionen zu portionieren.

slowmover
DailyWriter
Beiträge: 595
Registriert: 27.02.2014
Wohnort: Raum Buxtehude

Re: Übergänge merken

Erstellt: von slowmover » 28.10.2017, 21:54

Das ganze zählen von Takten ist doch sowieso widersinning. Beim Singen bestimmt der Sänger den Fortgang des Geschehens. Und Sologitarrist weiss, nach welcher Zeile sein Solo kommt etc, mit dem Solo bestimmt er das Geschehen. Das klappt dann auch, wenn jemand seinen Einsatz verschläft und zwei Takte später eingreift. Ich kenne keine Band die live nicht schon mal ein zu langes Intro hat oder sonst was aussergewöhliches. Wenn es eine problamatische Stelle, z.B. gleiche Takte im Outro such man halt Blickkontakt um zu signalisieren wann Schluss ist.
Eigentlich geht der Thread um ein Problem, welches man mitBanderfahrung nicht haben sollte, wenn mán den Song halbwegs kennt.

Benutzeravatar
startom
Mod-Team
Beiträge: 2699
Registriert: 17.03.2011
Wohnort: Wallenwil TG - Schweiz
Gitarrist seit: 2001

Re: Übergänge merken

Erstellt: von startom » 29.10.2017, 13:18

mhaber hat geschrieben:Aber wenn z.B. das Riff für die Strophe 16x gespielt werden muss, bis der Übergang kommt, verpasse ich eigentlich immer den Übergang, ob ich zur Rhytmusmaschine spiele oder zur MP3 spielt keine Rolle.

Wenn du zur MP3-Datei spielst, dann hast du ja den Gesang mit dabei. Falls die Original-Dateien zu schnell sind, hol dir die App Anytune, dort kannst du die Songs verlangsamen, ohne dass sich die Tonhöhe ändert. Oder du kannst die Tonhöhe ändern, so dass du den Song einfacher begleiten kannst.

Natürlich zählt niemand in einem Bandkontext 16 Takte Strophe. Meistens werden die Uebergänge signalisiert. Das kann ein Drumbreak, eine Aenderung in der Basslinie oder eine Intervention des Gesangs sein.

By the Way, wie ZeroOne bereits völlig richtig angemerkt hat. Die allermeisten Songs im Pop/Rock Bereich (wohl über 95%) werden in Viererportionen eingeteilt. Deine 16 Takte Strophe wären also 4 Durchgänge. Aufgrund unserer Hörgewohnheiten liegt es uns bereits im Blut, Musik in diese Viererportionen einzuteilen. Ungerade Muster (5 Takte Strophe) sind zwar interessant, aber beim ersten Anhören ungewohnt für uns.
Tom

mhaber
neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 27.10.2017
Gitarrist seit: 2014

Re: Übergänge merken

Erstellt: von mhaber » 16.11.2017, 14:58

Danke an Alle!

everyBlues
Pro
Beiträge: 2427
Registriert: 03.09.2012

Re: Übergänge merken

Erstellt: von everyBlues » 17.11.2017, 10:48

slowmover hat geschrieben:Das ganze zählen von Takten ist doch sowieso widersinning. Beim Singen bestimmt der Sänger den Fortgang des Geschehens. Und Sologitarrist weiss, nach welcher Zeile sein Solo kommt etc, mit dem Solo bestimmt er das Geschehen. Das klappt dann auch, wenn jemand seinen Einsatz verschläft und zwei Takte später eingreift. Ich kenne keine Band die live nicht schon mal ein zu langes Intro hat oder sonst was aussergewöhliches. Wenn es eine problamatische Stelle, z.B. gleiche Takte im Outro such man halt Blickkontakt um zu signalisieren wann Schluss ist.
Eigentlich geht der Thread um ein Problem, welches man mitBanderfahrung nicht haben sollte, wenn mán den Song halbwegs kennt.


Genau das, ist auch ein Unterschied zu "leblosen" Backingtracks. Musiker kommunizieren wärend des Spielens und wenn es miteinander passt, dann läuft es auch ;)

Eine MP3, CD,.... oder was auch immer man benuzt, ist "tot". die Dinger laufen einfach weiter, egal wie langsam oder schnell man selber spielt, egal wie oft man etwas spielt. Zu einem Backingtrack mit zB. Rhythmuswechsel, Tonartwechsel usw.. zu spielen ist uU schwerer als mit Musikerkollegen.

everyBlues
Pro
Beiträge: 2427
Registriert: 03.09.2012

Re: Übergänge merken

Erstellt: von everyBlues » 19.11.2017, 10:23

Asooo, mhaber,

wenn du wirklich in einer Band spielen möchtest, dann mach das! Musst auch nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Haben alle mal angefangen und ihre ersten Schritte in's Band leben gemacht. Wenn die Kollegen dort in ordnung sind, dann macht es auch Spass und du kannst uU. etwas lernen.
Wenn nicht, dann weg! Dann passt es halt nicht.

Wollt es nur noch mal aufgreifen. Denke das deine Befürchtung ist, das du noch nicht "gut" genug für eine Band bist?

11 Beiträge   •   Seite 1 von 1
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: mjchael und 0 Gäste