Mensuren und Bundabstände

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silberlocke
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Mensuren und Bundabstände

Erstellt: von silberlocke » 29.05.2017, 17:02

Hallo Leute,

Ich bastel so an und ab mal an Gitarren herum. Vor längerer Zeit hat mich mal ein Beitrag von Funplayer dazu inspiriert, worauf hin ich eine Cigarboxgitarre gebaut habe was eigendlich sehr gut funktioniert hat. Allerdings mit dem Hals einer alten Strat. Davon ermutigt wagte ich mich an den Bau einer 12 saitigen E - Gitarre, was zwar mit so manchem Aua doch zum Erfolg führte. Jetzt wurde ich ganz mutig und wollte für den Neffen meiner Schwester zum Geburtstag was ganz feines bauen. Also wagte ich mich an den Bau einer ES 335 ähnlichen Gitarre, allerding dem Bengel entsprechend kleiner. Gesamtlänge 78 cm mit einer Mensur von 50 cm. Der Bau klappte auch, aber jetzt kommt das Problem. Ich dachte normal 65 cm Mensur ,also kleiner so 50 cm. Bei Stewmac den Freetcalkulator aktiviert und die Bundabstände errechnet und so auf das Griffbrett übertragen. soweit alles gut, nur das gute Stück ist einfach unspielbar. Mit dem Stimmgerät gestimmt läßt sich kein sauberer Akkord spielen, und von Hand gestimmt geht gar nichts.Deshalb jetzt meine Frage wo liegt der Hase im Pfeffer. War mein Gedankengang grundlegend falsch, oder kann man eine Mensur nicht einfach verkürzen.
LG Ralf

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Pedro E.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Pedro E. » 29.05.2017, 18:04

Verkürzen kann man schon, nur werden eben die Genauigkeitanforderungen immer höher. Könnte sein dass es daran liegt. Und wenn du dir dann noch einen Summenfehler einhandelst ist Schicht im Schacht. Außerdem muß man bedenken, dass die Stimmung bei bundierten Instrumenten (beim Klavier auch) so oder so ein Kompromiss ist.

Womit hast du gemessen, mit welcher Toleranz und wie auf das Griffbrett übertragen und wie angefertigt?

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mjchael
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von mjchael » 29.05.2017, 19:56

Einfach verkürzen kannst du ein Griffbrett nicht. Zumindest, wenn du die Bünde weiter nutzen willst. Der 12 Bund gibt die Mitte der Saitenlänge an. Also die Länge bis zum 12 Bund x 2 = Steglänge. Allerdings kannst du den Steg recht weit nach hinten verschieben, so dass die Gesamtlänge der Gitarre kleiner wird. Die genaue Eichung ist aber eine Kunst für sich. In er Regel ist der Steg tatsächlich ein paar Millimeter kürzer, da man mit dem Drücken der Saiten noch etwas Stpannung aufbaut.
Mal als ASCII gezeichnet:

Code: Alles auswählen

Original

                         ,' __ ``.._..''   `.
                         `.`. ``-.___..-.    :
 ,---..____________________>/          _,'   |
 `-:._,:_|_|_|_|_|_|_|_|_|_|_|.:SSt:.:|-|||  |
                        _.' )   ____  '-'    ;
                       (    `-''  __``-'    /
                        ``-....-''  ``-..-''
Verkürzte Version
                            __             
                           `. ``-.___..-.   
 ,---..____________________>/          _,'
 `-:._,:_|_|_|_|_|_|_|_|_|_|_|.:SSt:.:|-|||
                            )   ____  '-'   
                            `-''    ``-'   

Das Griffbrett und der Abstand zum Steg ist gleich, aber der Steg sitzt weit hinten, so dass die Gitarre insgesammt kürzer ist.
Andernfalls musst du alle Bünde entfernen und neu setzen.
Du könntest natürlich auch die vorderen Bünde um die entsprechende Anzahl verkürzen (Ähnlich wie mit einem Capo zu spielen.), Müstest dann aber den ganzen Kopf mit entfernen und später neu anleimen. Einfach unten in der höheren Lage ein paar Bünde zu kürzen funktioniert nicht. Dann versaust du dir die Stimmung. Möglich, aber nicht wirklich einfach. Und ob es stabil genug ist, bleibt abzuwarten. Dann kannst du aber gleich einen neues Griffbrett in entsprechender Größe besorgen. Das ist vermutlich einfacher. Funplayer hat da bestimmt einige Tipps für dich.

Gruß Mjchael

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Pedro E.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Pedro E. » 29.05.2017, 20:16

mjchael hat geschrieben:Einfach verkürzen kannst du ein Griffbrett nicht.
Sorry , wenn er aber oben schreibt er hätte auf 500 mm verkürzt und mit Fretcalculator neu berechnet, dann gehe ich davon aus, dass das gesamte Griffbrett neu gefertigt wurde. Alles andere wäre brachialer Unsinn. Zum bloß absäbeln bräuchte er die Neuberechnung so oder so nicht.
Soll er sich äußern der Fragesteller.

Ich zitiere hier nochmals:
Bei Stewmac den Freetcalkulator aktiviert und die Bundabstände errechnet und so auf das Griffbrett übertragen.
Also von bloß abkürzen eines Fertigteils ist da nicht die Rede.

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 29.05.2017, 20:54

Hi Silberlocke.Ich hab da noch ein paar Fragen zu deinem Bastelprojekt.
Hast du auch die Oktavreinheit eingestellt?
Wie hoch ist die Saitenlage (gemessen nicht geschätzt) ?
Auf welche Stimmung haste die kleine Gitte denn gestimmt?
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 30.05.2017, 12:26

Hallo Leute,
Ich glaube dass der Fehler eventuell in der Ungenauigkeit liegt. Ich habe jetzt nocheinmal alles kontrolliert und bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Messe ich die Bundabstände einzeln so stimmen sie bis auf 2 Stellen hinterm Komma. Messe ich aber vom Sattel zum 12. Bund müßte ich ja 250 mm haben, sind aber nur 248 mm. Meine Digitale Schieblehre geht nur bis 150 mm, kann das etwa eine Diferenz zum Zollstock sein? Ich habe auch die Intonation mit dem Stimmgerät eingestellt, ( Leersaite und 12. Bund stimmen überein ) und habe danach eine Mensur von 51,4 cm. Bis zum 6. Bund kann ich ja auch den Abstand Sattel - Bund mit der Schieblehre messen, der stimmt . Demnach sollte doch wenn die E Saite im 5. Bund gedrückt wird ein A ertönen, ist aber fast einen Halbton höher. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Gut die Saitenlage ist noch nicht richtig ( 12. Bund 3,5 mm 1. Bund 1mm ) aber kann das so viel ausmachen oder kann das an den Saiten liegen? Habe weil gerade vorhanden war einen Satz Stahlsaiten 9 - 42 aufgezogen.
Also muß ich nun ein neues Griffbrett machen, oder weiß jemand eine andere Lösung.
LG Ralf

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Pedro E.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Pedro E. » 30.05.2017, 14:22

silberlocke hat geschrieben:Ich glaube dass der Fehler eventuell in der Ungenauigkeit liegt. Ich habe jetzt nocheinmal alles kontrolliert und bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Messe ich die Bundabstände einzeln so stimmen sie bis auf 2 Stellen hinterm Komma. Messe ich aber vom Sattel zum 12. Bund müßte ich ja 250 mm haben, sind aber nur 248 mm.
Wie ich oben vermutet habe. Summenfehler. Sowas misst man immer von nur EINER Bezugskante weg und kein Reihenmaß. Das muß ins Auge gehen. Zollstockgenauigkeit ist übrigens NICHT ausreichend, keinesfalls!

silberlocke hat geschrieben:Also muß ich nun ein neues Griffbrett machen, oder weiß jemand eine andere Lösung.
Ich fürchte das Teil ist so nicht zu verwenden. Vielleicht kann man ja noch was retten, ist aber aus der Ferne nicht zu beurteilen.

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 30.05.2017, 18:54

Man misst die Bundstäbe immer vom Sattel aus...jeden einzeln von diesem Ausgangspunkt.Dann sollte der 12. Bund auch bei genau der Hälfte der Mensur liegen.Und dass du 1,4cm mehr an Mensur hast wenn du die Oktavreinheit einstellst ist schlichtweg bei nur 500mm eigentlicher Mensur des guten viel zu viel.
Welche Saiten verwendest du für dieses Projekt?
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 30.05.2017, 22:31

Hallo,
irgendwie habe ich so etwas schon befürchtet. Die Frage wäre doch jetzt wie soll ich denn den Abstand vom Sattel zu den Bünden messen. Zollstock ist doch sowas von ungenau, aber wer hat eine digitale Schieblehre die 360 mm oder mehr messen kann, Vielleicht gibt es ja noch ein genaues Messgerät das ich noch nicht kennee. Zum Thema Saiten folgendes. Da das Schätzchen ja 2 Singlecoil Picups hat kommen ja nur Stahlsaiten in Frage. Aufgezogen habe ich einen Satz Martin E - Saiten 9 - 42. Gestimmt habe ich sie normal EADGHE. Hänge noch ein Foto an damit ihr euch vorstellen könnt wie das Teil aussieht. Bin ja schon am überlegen ob ich nicht einfach einen Hals mit 65 er Mensur bauen soll und diesen verbauen soll, aber ich denke das sieht dann auch bescheuert aus. Im Nachhiein frage ich mich wie es denn geklappt hat, dass ich die Bünde bei meinen anderen Bauten hinbekommen habe, war das einfach Glück ? Egal, jetzt muß dieses Problem gelöst werden.

http://i63.tinypic.com/244tedf.jpg

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Pedro E.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Pedro E. » 31.05.2017, 06:46

An und für sich wäre für solche Arbeiten ein Höhenreißer geeignet. Die gibt es für div. max. Höhen. Die Teile gibt es natürlich auch mit Digtalanzeige.
Man stellt mit Richtprismen das Griffbrett genau senkrecht und vom (unteren) NULL markiert man dann die entsprechenden Maßlinien.


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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 31.05.2017, 07:56

stimme die Gitarre doch einfach mal höher.Du hast doch 15cm!!! kürzere Mensur und da werden die Saiten schon etwas schwabbelig bei normaler STimmung ...vor alleem mit einem 09er-42er Satz.Ich würde die Gitarre mal mindestens auf G Stimmen.Bei Konzertgitarrein in 1/2 Größe (ca 480mm Mensur) werden sie soweit ich es im Kopf habe auf A gestimmt.Es gibt glaub ich aber auch spezielle Saiten für diese Größe um sie normal stimmen zu können.
Versuche es doch mal mit höher stimmen.
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MarkusG
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von MarkusG » 31.05.2017, 08:58

Moin Silberlocke

Also mal so als Zusammenfassung:

Du hast die Bundabstände für eine 500mm-Mensur gerechnet, die Bünde entsprechend (im Rahmen der Messgenauigkeit Deines Zollstocks) angebracht... der Abstand des 12. Bundes vom Sattel ist (mit dem Zollstock gemessen?) 248mm. Aber Dein Oktavtest hat ergeben, dass Du eine Mensur von 514mm hast?
Dabei ist die Saitenlage noch recht hoch.... was m.E., gerade bei der kurzen Mensur einen Rieseneinfluss auf Dinge wie Oktavreinheit, Bundreinheit etc. hat.
Auf der Gitarre in Deinem Bild kann ich noch keinen Steg erkennen... von daher hat sie auch keine Mensur. Da bei derartigen Gitarren der Steg eh meist nicht fest ist, kannst Du da doch noch ein wenig optimieren, und ausprobieren, ob es z.B. mit 500mm-Mensur besser ist als mit 514mm, oder ob, was weiss ich, 505mm ein guter Kompromis ist.
Das mit Oktav- und Bundreinheit ist wohl immer ein Kompromis, auch wenn man kompensierte Stege, Sättel etc. hat. Deine persönliche Fehlertoleranz ist dabei entscheidend.

Noch was zu Messwerkzeug: Bevor es digitale Schieblehren gab, konnten die Leute doch auch schon messen, und da war nicht der Zollstock das Mittel der Wahl, sondern sowas wie ein Stahllineal, das es in ordentlicher Qualität für ca. 20€ zu kaufen geben dürfte.

Egal wie: Wer was macht, macht auch mal Fehler (ich auch, wie hier an verschiedener Stelle dokumentiert), wer nie was macht, erreicht auch nie etwas.
Und aus Fehlern lernt man.

Du kriegst das schon hin, mit ein wenig Tüftelei. Und wenn das Ding nur in den ersten 6 Bünden bespielbar sein sollte, was soll's; das reicht dem Wald- und Wiesengitarristen doch locker für seine Akkorde.

Grundsätzlich hat Dir der funplayer ja schon einige wertvolle Tips gegeben, und der kennt sich richtig aus mit sowas. Bestimmt kommt da auch noch was nach, wenn Du auch dran bleibst.
Anmerkung: Dieser Text enthält keinen der Begriffe Bombe, Ossama, Geldwäsche oder Drogenhandel. Sollte ausnahmsweise das Wort Anschlag verwendet werden, so bezieht sich dies ausschliesslich auf die Erzeugung von Tönen mit musikalischen Instrumenten.

Gruss Markus

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Pedro E. » 31.05.2017, 12:57

MarkusG hat geschrieben:Noch was zu Messwerkzeug: Bevor es digitale Schieblehren gab, konnten die Leute doch auch schon messen, und da war nicht der Zollstock das Mittel der Wahl, sondern sowas wie ein Stahllineal, das es in ordentlicher Qualität für ca. 20€ zu kaufen geben dürfte.
Hä? Mit Stahlineal um 20.- Genauigkeiten von 0,1mm (wenn möglich besser) anreißen? Na dann viel Spass, Bei uns im Werkzeugbau würden sie dich bei der Aussage mit nassen Handtüchern über den Hof jagen.
Aber was weiß ich schon, bin ja bloß Maschinenbauer, die Oberbastler hier werden den Fall schon hinbiegen.

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MarkusG
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von MarkusG » 31.05.2017, 13:50

Hast ja recht, mit dem Stahllineal bekommst Du keine 0,1mm Genauigkeit (wenn möglich besser) hin... aber mit der Heimwerkersägelade auch nicht. Was ich meinte ist, dass ein Stahllineal genauer ist als ein Zollstock. Sonst nichts. Ich finde, man braucht nicht so zu tun, als ob das Ergebnis eines derartigen Projekts mit den mit CNC-gefertigten Griffbrettern industrieller Fertigung konkurrieren könnte. Und wenn die Messausrüstung den Wert des Instruments schon deutlich übersteigt, dann hat man hoffentlich noch Pläne für viele weitere Projekte. Ab einem gewissen Grad der Abweichung geht's aber einfach nicht mehr, ist auch klar. Es ist ja auch nicht mit dem oben gezeigten Höhenreisser getan, dazu braucht's dann noch den geeigneten Werktisch etc. Zusätzlich muss dann auch die Kante des Sattels von der angestrebten Genauigkeit her dazu passen.
Klar macht das Oberbasteln mit gutem Werkzeug und mit Präzisionsmesszeug mehr Spass. Jeder muss aber für sich selbst entscheiden, was ihm das denn nun persönlich wert ist. Ob man den Unterschied von 0,1mm als Hobbybastler und gehörgeschädigter Hobbyschraddler mit genau kalibierter Druckkraft in der Greifhand wirklich hört sei mal dahingestellt. Und dabei wollen wir mal unberücksichtigt lassen, wie die vom Stewmac-Fretcalculator errechneten Werte gerundet sind.

Ich glaube einfach, dass die Silberlocke das Projekt nicht mehr mit einfachen Mitteln zum perfekten Instrument bringen kann, dass aber, evtl. mit "Oberbastlertips" zumindest was bespielbares dabei rauskommen kann.

Ansonsten lasse ich mich bei sowas gerne von den Profis korrigieren, keine Frage.
Anmerkung: Dieser Text enthält keinen der Begriffe Bombe, Ossama, Geldwäsche oder Drogenhandel. Sollte ausnahmsweise das Wort Anschlag verwendet werden, so bezieht sich dies ausschliesslich auf die Erzeugung von Tönen mit musikalischen Instrumenten.



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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von mjchael » 31.05.2017, 15:18

Bei solchen Vorgaben würde ich den Abstand bis zum 12 Bund messen (mm genau reicht) diesen verdoppeln und vermutlich nochmal 2-4 mm wegen Saitenhöhe abziehen.
Dort einen Steg mit beweglicher Saitenführung (sogenannte Stop-Tailpiece alle in Mittelstellung) anbringen und die eigentliche Bridge für die Saitenaufhängung im entsprechenden Abstand dahinter montieren.
Genauer würde ich zuerst mal die Bridge fest montieren, und die Stop-Tailpieces locker drunter anbringen, und einfach mal austesten, wann sich der Flageolett im 12 Bund mit dem gegriffenen Ton im 12 Bund die jeweils beiden E-Saiten (tief und hoch) die gleiche Tonhöhe haben (Stimmgerät) . Dann den Saitenabstand optimieren, und nochmal den Steg so weit verschieben, bis die Bundreinheit stimmt. Den Abstand würde ich dann am Korpus markieren, und dann erst den Steg fest montieren. Danach kann man die Feinabstimmung an den Stop-Tailpieces machen. So machen das ein paar Selbstbauer für E-Gitarren (zumindest die, wo am Korpus nicht schon eine Aussparung eingefräst wurde.) Die Einzelteile dürften nicht die Welt kosten.
So ähnlich:
Bild
Ich hatte schon Western- oder sagen wir besser Wandergitarren gehabt, da war der Steg ganz lose, weil man wahlweise Nylon oder Stahl aufspannen konnte, und dann nachjustieren konnte. (hatte beides nicht besonders geklungen - aber fürs Lagerfeuer hat es gereicht.)
Bild
:lol:

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 31.05.2017, 20:58

Hallo Leute,
Also ehrlich gesagt behagt mir die Idee mit dem Lagerfeuer überhaupt nicht, denn dazu steckt einfach zu viel Arbeit drin. :( Außerdem ist es absolut nicht meine Art bei Problemen gleich aufzugeben. Es gibt ja Gott sei Dank solch schöne Foren wie hier, wo man notfalls immer gute Tips zur Beseitigung solcher Probleme bekommt. Ich habe nochmals mit verschieben des Stegs, und anders stimmen versucht ein halbwegs vernünftiges Ergebnis zu erziehlen was aber nicht klappte. Mit Halbheiten möchte ich mich nicht abgeben, deshalb habe ich kurzen Prozess gemacht und das Griffbrett entfernt. Jetzt bin noch am überlegen ob ich nicht zu einem neuen Griffbrett gleich noch einen neuen Hals mit größerer Mensur bauen soll denn Rentner haben ja Zeit. Stimmt nicht, Rentner haben nie Zeit :D :D
Weiß nur noch nicht wie das mit dem messen funktiomiren soll, Habe reichlich gegurgelt und muß sagen daß sich halbwegs vernünftige Messwerkzeuge so um die 70 bis 120 Euronen bewegen, was für einen Hobbybastler wie mich eigendlich in keiner Relation zum Objekt steht. Ich denke so ein Messlineal aus dem Baunarkt für knapp 30 € misst auch nicht besser als ein guter Zollstock, und 10 tel mm kann man damit auch nicht messen. Also auch ungenau. Ich wundere mich im nachhinein immer noch, dass die anderen Griffbretter die ich gebaut habe allesamt sauber funktionieren obwohl ich da noch keine digitale Schieblehre hatte sondern nur eine normale. Vielleicht sollte ich diese wieder nehmen.
Also nochmals Dank für Eure Ratschläge, und ich melde mich wieder wenn es neues zu berichten gibt oder Ihr vielleicht doch noch den einen oder anderen Tipp zum messen habt.
LG Ralf

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 01.06.2017, 08:21

Ein gutes Stahllinial misst in 0,5mm Abständen und ist schon genauer als ein Zollstock.Ich messe bei meinen Projekten nur damit.Bisher hatte ich noch nie Probleme mit der Intonation gehabt.
Aber wie ich oben geschrieben habe halte ich die Normalstimmung für ein weiteres Problem bei einer so kurzen Mensur,da die Saiten durch die zu niedrige Spannung nicht gut schwingen können und damit eine vernünftige Einstellung eher behindern als dienlich sind.Bei 15cm kürzerer Mensur bist du bei dem Original in Höhe des 5.Bundes somit wäre das Tiefe E dann ein A bei der normalen Spannung der Tiefen E-Saite.Versuche es einfach mal.kaputt dann da nix gehen weil du die normale Spannung der Saiten nicht überschreitest.Im jetzingen Zustand unterschreitest du die Spannung sogar um 5 Halbtöne.
Alternativ könntest du auch eine noch dünnere hohe E-Saite so um die 07 nehmen.Dann aus dem alten Satz die Saiten von der A bis zur hohen E für die kürzere Mensur als E A D G B nehmen und die ultra dünne als hohe E.
Die haltbarkeit von so dünnen Saiten ist in Kinderhänden dann Fraglich zudem schneiden sie dann auch stark ein.Da sind Kinder doch empfindlicher als wir Erwachsenen.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von mjchael » 01.06.2017, 13:33

Das mit der Lagerfeuergitarre war aber nur auf meine ehemalige Wandergitarre gemünzt. :D

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 01.06.2017, 21:48

Hi ,
Eigendlich bin ich da vielleicht etwas zu, ich weiß gar nicht wie ich es richtig beschreiben soll, zu komisch. Ich würde es nicht übers Herz bringen eine Gitarre egal wie alt aufs Feuer zu werfen. ich habe schon Gitarren wieder spielfähig gemacht die andere Leute in einem Anfall von weiß nicht was einfach zerstört haben . Eigendlich wollte ich jetzt dazu 2 Bilder posten aber irgendwie klappt es nicht so ganz. Ich habe ja glücklicherweise an dem Problemfall den Hals geschraubt, als hätte ich eine Vorahnung gehabt, ( wollte ihn eigendlich wie normal einleimen ) deshalb einfach ausbauen und neu machen .Wahrscheinlich werde ich auch eine etwas längere Mensur verwenden, so 550 bis 600 . Aber ich denke das Baby wird mir noch so manche Kopfschmerzen bereiten, aber egal es wird am Ende spielen und so soll es sein.
LG Ralf

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 01.06.2017, 22:06

Hast du schon probiert sie höher zu stimmen?
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 02.06.2017, 19:00

Hi Funplayer,
Ja habe ich auch probiert, gefällt mir aber nicht. Für einen Anfänger wäre dies dann ja nochmal schwieriger. Ich habe deshalb wie schon geschrieben den Hals augebaut, und werde einen neuen machen mit längerer Mensur. Damit sollte es dann sicherlich klappen. Werde wenn es Fortschritte gibt wieder berichten.
LG Ralf

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 02.06.2017, 22:00

Mir ging es ja darum ob die Intonation besser wird wenn die Gitte höher gestimmt wird.Was dann bestädigt dass es einfach an Saitenspannung fehlt.
PS. Den Hals nicht wegwerfen... ;-)
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 19.07.2017, 19:25

Hallo Leute,
Entschuldigt bitte dass ich mich erst jetzt wieder melde, aber gesundheitliche Gründe haben mich davon abgehalten den neuen Hals zu bauen. Mittlerweile bin ich wieder so auf dem Damm dass es weiter gehen konnte. Wie angesagt habe ich einen neuen Hals gebaut samt neuem Griffbrett. Außerdem bin ich jetzt im Besitz eines sehr genauen Messlineals mit 10 tel mm Einteilung was sehr hilfreich ist. Als Mensur habe ich die Originalmensur der ES genommen. Da der Hals dadurch 13 cm länger geworden ist stimmen die Proportionen von Hals zu Body nicht mehr so richtig. Da es aber sowieso kein Meisterwerk werden sollte, hab ich das eben in Kauf genommen. Die Ästheten unter euch werden mich natürlich kreuzigen :cry: Also den fertigen Hals eingeschraubt, Saiten aufgezogen und dann die erste Spielprobe, und siehe da alles bestens. Heute kam mir noch eine Idee in den Kopf. Ich werde trotzdem für den kürzeren Hals nochmal ein Griffbrett mit 500 er Mensurmachen, dann könnte man das Teichen mit kurzer oder langer Mensur spielen da der Steg ja lose ist.
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LG Ralf

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von Funplayer99 » 20.07.2017, 08:00

Wenn du eine all in One Lösung machen willst,dann wird das so nix werden...befürchte ich.
Ein Wechsel auf den 500er Hals braucht wieder ein viel dickeren Saitensatz um auf normaler Stimmung zu spielen.Eine neue Einstellung der Intonation der einzelnen Saiten.Beim Rückrüsten gehts dann wieder anders herum.
Und wie gesagt das Problem bei dem 500er Hals mit der Saitenspannung bei der Normalstimmung ist dann auch nicht gelöst.
Aber viel Erfolg wünsche ich dir.
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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 20.07.2017, 13:43

Hallo Funplayer.
Soweit habe ich nicht gedacht, war einfach nur ein Gedanke daß ich den kurzen Hals doch noch verwenden könnte.
Dann hängt er jetzt eben als Deko in meiner Werkstatt an der Wand, oder kommt vielleicht irgendwann bei einem anderen Projekt zum Einsatz.
LG Ralf

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von mjchael » 20.07.2017, 19:03

Schau dich in der Werkstatt mal nach einem geeigneten Korpus um. Vielleicht fällt dir ja was in die Hände
Bild
Bild
Bild
:lol: =)=)=

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Re: Mensuren und Bundabstände.

Erstellt: von silberlocke » 21.07.2017, 13:13

Hi mjchael,
Da bringst du mich tatsächlich auf ganz verrückte Gedanken für die Weiterverwendung des Halses. Cigarboxgitarren habe ich zwar schon 2, aber du hast mir 1000 Möglichkeiten eröffnet -::-::-
Sobald ich weiß was ich machen will werde ich es euch berichten.
LG Ralf

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