"Jammen" mit anderen Gitarristen

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GuitarGrufty
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"Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von GuitarGrufty » 09.05.2017, 21:02

Hallo zusammen,

ich treffe mich nun regelmäßig mit einem anderen Gitarristen um zusammen etwas zu "jammen", allerdings kommt dabei nie etwas Gutes zustande.. Wir sind beide fortgeschrittene Anfänger, die grundlegenden Akkorde, Schlagmuster und Skalen sind also vorhanden.

Habt Ihr irgendwelche Ideen wie wir dieses "Zusammenspielen" am besten angehen?

Vielen Dank im Voraus!

slowmover
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von slowmover » 09.05.2017, 22:08

Wenn der eine einen 12 taktigen Dominantblues (Akkorde) spielt und der andere drauf improvisiert, was passiert denn dann? Versucht Ihr dann immer die ganze Skala unterzubringen oder versucht Ihr Riffs mit nur 3 oder 4 Tönen zu finden?
Wenn der improvisierende die Akordprogression nicht kennt, ist improvisieren kaum möglich. Und ständig wechselnde Rhythmen und Schlagmuster erschweren auch den Einstieg. Ich gláube ihr versucht zuviel auf einmal.

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Argaroth
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von Argaroth » 09.05.2017, 22:29

Ein Metronom hilft natürlich auch immer, um zusammen spielen zu können.
Abgesehen davon müssen die Skalen natürlich zur Tonart und zu den Akkorden passen, aber das weißt du ja sicherlich.
Meistens macht man es ja so, dass einer sich einen Riff ausdenkt und ihn spielt, während der andere sich dazu eine zweite Gitarre bzw. eine Melodie ausdenkt.
So kenne ich das zumindest aus dem Probenraum. Da ist es oftmals auch hilfreich, wenn man sich einfach die Melodie erstmal im Kopf ausmalt und sie dann auf das Instrument versucht zu übertragen. Oder du spielst einfach irgendwelche Töne drauflos. Klingt erstmal ziemlich Banane aber man hört eigentlich immer sehr sofort, ob die Töne passen.
Dann entwickelst du ziemlich schnell ein Gefühl dafür.

Grundsätzlich ist das zusammen Spielen und das Songwriting auch zum Großteil einfach Übungssache. Und Skalen sind da nur ein Hilfsmittel, sie auch zielführend einzusetzen muss man einfach lernen.
Ein bisschen Musik von mir: https://www.youtube.com/user/MetalNils

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mjchael
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von mjchael » 10.05.2017, 10:07

slowmover hat geschrieben:... Wenn der improvisierende die Akordprogression nicht kennt, ist improvisieren kaum möglich. ....

Das hier kann euch weiterbringen
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... gressionen
Stöbere mal bei den Beispielen nach Songs, die einigermaßen in eure Richtung gehen.
Wenn euch da ein Song gefällt, und ihr spielt die Akkordfolge und improvisiert darauf,
findest du im selben Abschnitt gleich noch einige Songs, die ähnlich ablaufen, und wo ihr einiges, was ihr vorher geübt habt weiter anwenden könnt. Zudem könnt ihr euch von den Liedbeispielen inspirieren lassen.
So könnt ihr euch euer erstes einfache Repertoire zusammensuchen.
Bei einem Live-Auftritt nehmt ihr natürlich verschiedene Akkordfolgen, damit sich dann nicht alles gleich anhört.

GuitarGrufty
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von GuitarGrufty » 10.05.2017, 18:40

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Inspirationen!

Wir haben heute wieder zusammen gespielt und es hat sogar ziemlich gut funktioniert. Wie bereits angedeutet wurde, haben wir vermutlich zu viel auf einmal versucht. Daher haben wir heute mal ganz einfach angefangen.

Als Grundlage hat einer von uns beiden durchgehend einen einfachen Rhythmus mit den beiden Akkorden C-Dur und A-Moll gespielt. Der andere hat sich auf die Töne der A-Moll Tonleiter konzentriert und damit versucht zu improvisieren.

Das klang für unser Niveau schon echt gut.. allerdings hat noch das gewisse "Etwas" gefehlt. Wir haben daher von einem anderen Musiker den Tipp bekommen, mit sogenannten "Landing"-Tones zu arbeiten. Ich weiß leider nicht, ob es diesen Begriff wirklich gibt.. er nannte es zumindest so. Er meinte damit, dass wir zu gewissen Zeitpunkten - zum Beispiel mit dem Akkordwechsel auf den ersten Schlag - den Grundton des Akkordes spielen sollten. Dies erzeuge wohl ein Gefühl des "Ankommens", oder wie er sagte.. "Homecoming".

Wahre Worte! Denn das klang - für unser Niveau - schon echt ziemlich gut!

Vielen Dank für eure Ideen und Vorschläge. Ich glaube, das hat uns ziemlich gut weitergeholfen!

Jetzt stellt sich mir allerdings noch die Frage.. gibt es den Begriff der "Landing"-Tones wirklich?

Vielen Dank im Voraus :)

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Argaroth
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von Argaroth » 10.05.2017, 21:59

Den Begriff Landing-Tone hab ich noch nie gehört. Aber man weiß natürlich in diesem Zusammenhang sofort, was damit gemeint ist.
Eigentlich sprechen wir hier vom Grundton, das hast du ja schon selbst gesagt.

Wenn du den Grundton des Akkordes auf der Leadgitarre vermeidest, erzeugst du mehr spannung, das kann man mit einer kleinen Disharmonie natürlich noch weiter ausreizen. Wobei disharmonien natürlich nicht bei jeder Musikrichtung erwünscht sind. Spielt man hingegen den Grundton, "entlädt" sich immer die aufgebaute Spannung, sie löst sich auf. "Man kommt an" kann man natürlich auch sagen :)
Ein bisschen Musik von mir: https://www.youtube.com/user/MetalNils

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mjchael
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Re: "Jammen" mit anderen Gitarristen

Erstellt: von mjchael » 11.05.2017, 09:49

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, was damit gemeint ist. Aber drei Themen dazu stehen in näherer Auswahl:

Möglichkeit 1
Wenn mehrere Instrumente spielen, kann es sein, dass alle Töne zusammen ein Tongematsche erzeugen, und kein Instrument klar definiert ist.
In dem Fall hilft es zu reduzieren.
Die Begleitgitarre spielt nicht alle 6 Saiten bei einem Akkord, sondern reduziert sich auf 3 wesentliche Töne eines Akkordes.
Der Grundton, die Terz, die Auskunft gibt, ob es ein Dur- oder Moll-Akkord ist, und die Septime, die Auskunft gibt, ob es sich um ein Dominant-Sept-Akkord mit Leitton-Charakter handelt. Die Quinte kann unter den Tisch fallen. So ist ein Akkord klar definiert, aber sparsam genug um um die anderen Instrumente nicht zu erschlagen.
Das gleiche gilt ebenfalls für den Rhythmus. Spielst du ein schnelles Solo, dann spielt die Rhythmusgitarre einen sparsamen Rhythmus. Spielst du langsamere Solis, kann der Rhythmus etwas voller sein.

Möglichkeit 2
Beim Solospielen selbst sollte man immer die Akkorde im Auge haben. Die Akkordtöne (Grundton, Terz, Quinte und Septime) bevorzugt auf die schweren Taktteile (z.B. 1 u. 3) alle anderen Töne auf die unbetonten Taktteile (z.B. 2 u 4) bzw. bei schnelleren Stücken Akkordtöne auf die vollen Zahlen (1234) und die Durchgangstöne auf die unbetonten "und" dazwischen. etc. Wenn du nur die Tonleiter über die Akkorde nudelst, ohne die Akkordtöne im Auge zu haben, hört es sich schräg an.

Möglichkeit 3
Dann sollte man auch den Basston des Akkordes im Auge behalten, bzw. den Grundton eines Akkordes, damit du diesen kurz vor dem Akkordwechsel ansteuern kannst.
Du hast ein Am und willst zum C-Dur. Dann bietet sich die Tonfolge A H | C an oder E D | C wobei hier A und E ein Akkordton vom Am-Akkord sind, C der Bass vom C-Dur und H und D Durchgangstöne, die zum Zielakkord hin leiten. Beim Jazz im Walkingbass fügt man gerne mal einen chromatischen Durchgangston ein, der einen Halbton über oder unter der Bassnote des Zielakkordes ist, den man erreichen will.

Ich denke mal, dass eine der 3 Möglichkeiten gemeint war. Alle Tipps sind aber nützlich beim Jammen.

Man kann alle Varianten gezielt üben, aber man entwickelt nach einer Weile auch ein Gefühl dafür und muss nicht mehr alles bewusst auseinander nehmen.
Macht das echt mal mit den Standard-Akkordfolgen.
Wenn du schon in C-Dur und Am geübt hast, soll dein Kumpel mal mit folgenden Akkorden begleiten
G G | Am
G G |Am
F F | G
G G | Am
und du höre dir mal Gitarre und das Keyboard von Child in Time an.

Auch wen die bei der Begleitung teilweise deutlich über den Rahmen einer C-Dur-Tonleiter hinausgehen, solltest du eine Ahnung bekommen, was alles möglich ist.
Gruß Mjchael

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