Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

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matcat

Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von matcat » 29.08.2016, 20:56

Hallo,

ich kann die Dur-Tonleitern und die Pentatonik wie im Schlaf. Aber wie kann ich sie aufpeppen, damit keine Routine entsteht. Wie kann ich sie interessanter gestalten? Wie macht das lernen wieder Spaß?

Viele Grüße

matcat

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GuitarRalf
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von GuitarRalf » 30.08.2016, 07:21

Moin

tja interessante Situation, so ähnlich auch mir bekannt. Routine seh ich allerdings als stabilisierendes Moment und ordnendes Schema.
Interessanter üben als einfach rauf und runter ist evtl. das Spielen nur bestimmter Noten dieser Skalen. Eine Variante abseits der 1-3-5-7 Variante (Grundton, Terz, Quinte, Septime) ist z.B. das Spielen von Grundton-Sekunde-Quarte-Oktave mit der 1-2-4 Formel.
    Erster Gang: die 4 Noten einfach spielen,
    2. Gang: die Noten doppelt spielen,
    3. Gang:: die Noten jeweils viermal spielen,
    4. Gang: die Noten 2-mal spielen
    5. Gang: wiederhole den 1.Gang

Eine Abwandlung der der einfachen Pentatonik ohne die Skala zu verlassen, ist die 3/1 Variante. Drei aufeinanderfolgende Noten aufwärts spielen, eine Note abwärts spielen und dann wieder 3 Noten aufwärts spielen.

Oder spiel die Noten ihrer Position innerhalb der Skala entsprechend oft.
    Grundton 1x
    Sekunde 2x
    Terz 3x
    Quarte 4x
    Quinte 5x
    Sexte 6x
    Septime 7x
    Okatve 8x


Gruss
GuitarRalf
...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

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startom
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von startom » 30.08.2016, 08:20

Hoi matcat.
Glückwunsch, der erste Schritt ist schonmal gemacht, in dem du dir die Tonleitern, resp. die entsprechenden Fingersätze einverleibt hast. Jetzt fängts erst richtig an.

Spiele über Backingtracks und versuche, wenige verschiedene Töne zu spielen, diese jedoch gehaltvoll. Das heisst: Lass die Töne sprechen und singen.
- Spiele Bendings und achte darauf, wo die Zieltöne sind (wie weit du die Saite ziehen musst), so dass der Zielton wieder zum Backingtrack passt.
- Spiele unterschiedlich lange Töne. Versuche, Töne stehen zu lassen und in ein Vibrato überzugehen. Ziel ist, dass der Ton nicht abstirbt, bevor du es willst.
- Verbinde 2, 3 oder 4 Töne mit Legato. Spiel nur jeweils den ersten Ton an und hangle dich mittels Hammer-on und Pull-off weiter.
- Spiel mal ganz bewusst chromatisch, um zwei aus Sicht Tonleiter benachbarte Töne zu verbinden. Beispiel: Anstelle von Bund 5 auf 7, spiel Bund 5, 6 und 7, wobei die tonleiterfremde Note in Bund 6 lediglich als Uebergangston dient.
- Spiel mal während des Solierens zwei Töne gleichzeitig. Erweitere dies, indem du zwei Töne gleichzeitig spielst, aber einen davon wiederum mittels Bending auf einen neuen Zielton hievst.

Undsoweiterundsofort.... Nicht die Vielzahl von Tonleitern machen den versierten Gitarristen aus, sondern das Phrasieren eines einzelnen Tons.
Tom

JacobC
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von JacobC » 03.09.2016, 20:10

Moin matcat, es ist immer schwierig so online gute Tipps zu geben, aber vielleicht hilft dir das etwas weiter. Wenn du die Pentatonic kannst, würde ich die Formen mal in eine andere Tonart verschieben. Außerdem kannst du dich mal an 3 notes per string pentatonics heranwagen. Zum Beispiel beginnst du auf Bund 5 tiefe E-Saite. und spielst 5 - 8 - 10 (A - C - D), dann gehst du auf die A-Saite und spielst D - E - G ( 5 - 7 - 10) usw. Das kannst du mit allen 5 Pentatonic Positionen machen. Das was Startom über die Verbindungsnoten geschrieben hat ist auch eine gute Idee. Ein b 5 (flat five) kannst du sehr gut in dein Spiel integrieren - in Am wäre das dein Eb/D#. Eine weiterer wichtiger grundlegender Punkt ist, dass du die Modes spielen kannst, falls das noch nicht ganz klar ist. Note C bis Note C = ionisch, D bis D = dorisch, E bis E phrygisch etc. Es gibt 7 Modes der major Scale, also für jeden Ton der Tonleiter ein Mode. Die kannst du in verschiedenen Varianten lernen, zum Beispiel als 2 und 3 notes per string und als 3 notes per string. Ich würde mit einer Oktave/Mode beginnen. Gleichzeitig kannst du an Akkordstrukturen arbeiten, min 7, maj7, min7 b5, dom 7 etc. und lerne wie die Intervallstrukturen der Modes mit den Akkordstrukturen ineinandergreifen. Viel Erfolg!

Beste Grüße,

Jacob

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mjchael
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von mjchael » 05.09.2016, 20:30


Schneiderlein
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von Schneiderlein » 05.09.2016, 23:19

StarTom hat geschrieben:Nicht die Vielzahl von Tonleitern machen den versierten Gitarristen aus, sondern das Phrasieren eines einzelnen Tons.


Wie ich finde, ein sehr schöner Satz. @MatCat, jeder, der gelegentlich improvisiert und dazu Skalen als Basis sich angeeignet hat, kennt dein Problem.

Ich denke, andere Töne oder Tonreihenfolgen sind dann weniger zielführend. Weniger ist dann oft mehr. Die Töne dann aber sehr bewusst spielen: mit verschieden intensiven Vibratos; mit leichten Bendings; Unisono-Bendings; in den Ton hinein sliden oder benden (auch mal Release Bends); verschiedene Anschlagtechniken bewusst wählen (Wechselschlag oder Legato); Obertöne bewusst einbauen ("Pinch Harmonics"); bewusst Effekte wie Tremelo-Hebel oder WahWah nutzen; auch die Möglichkeiten nutzen, die dir die Regler an deiner Gitarre bieten (unterschiedliche Pickup-Einstellungen; Volumen-Regler).

Üben lässt sich der Einsatz dieser Techniken dadurch, dass du dich bei den Tönen, die du spielst, bewusst begrenzt und dafür die weniger Töne sehr bewusst und genüsslich garnierst. Am Ende muss man da dann irgendwie ein Gefühl für kriegen, wie man mit diesen vielen, schönen Möglichkeiten umgeht, die einem die Gitarre bietet. Aber genau das macht unser wunderbares Instrument aus, ansonsten hätten wir Klavier lernen sollen :D


EDIT. Ich kann's ja nicht lassen, diesen wundervollen Gitarristen zu promoten. Aber Alan Murphy ist für mich so einer, der diese Mischung aus technischer Perfektion und extrem nuancenreichem Spiel drauf hat – selbst wenn er gecovert wird (nicht von mir): https://www.youtube.com/watch?v=yPvFSskmz2M

Dietmar
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Re: Dur-Tonleiter und Pentatonik üben

Erstellt: von Dietmar » 06.09.2016, 16:33

Hast du "Blues you can use" schon durchgearbeitet?
Das würde perfekt zu dir passen.

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