Einstellung Amp für bestimmte Bands

6 Beiträge   •   Seite 1 von 1
Orudila
öfter hier
Beiträge: 74
Registriert: 31.05.2015

Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von Orudila » 16.03.2016, 22:38

Hey Leute, jetzt hab ich mal ne Frage an die Spezialisten unter euch. Ich als Anfänger hör bis jetzt nur minimal solche Sachen raus und könnte daher ein bisschen Hilfe gebrauchen :D Und zwar geht es um die Einstellungen am Amp für spezielle Bands. Ich gebe ein Songbeispiel und es wäre cool, wenn ihr mir sagt was ihr so raushört. Speziell so Gain, Mitten und Bass (es reicht so Angaben wie 'niedrig', 'mittel', 'hoch'). Und wofür genau sind eigentlich Treble und Presence da? Ist es auch üblich, dass verschiedene Songs mit verschiedenen Einstellungen gespielt werden auch wenn sie von der gleichen Band sind?

1. Children of Bodom - Punch Me I Bleed https://www.youtube.com/watch?v=Wh4p4drDDEM
2. Children of Bodom - Are You Dead Yet? https://www.youtube.com/watch?v=ATIVuynOPTM
3. In Flames - Cloud Connected https://www.youtube.com/watch?v=CAXtDPKkOlA


Danke euch!

ZeroOne
Guitar Maniac
Beiträge: 1523
Registriert: 05.08.2011

Re: Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von ZeroOne » 17.03.2016, 09:19

Das wird dich nicht wundern, aber so einfach ist das natürlich nicht ;).

Als erstes, du hast nicht den verwendeten Verstärker und wirst demzufolge höchstens rudimentär an den ursprungssound dran kommen.

Zweitens ist das natürlich alles studiomaterial, schon allein die Tatsache, dass das Zeug mikrofoniert ist sorgt dafür, dass es bei dir im Raum anders klingen wird.

Nun aber zu deiner Frage: ich hab nur den in flames Song im Ohr und sitze am Handy.

Also, Verstärker ist auf jeden Fall ein peavey 5150, wahrscheinlich mit der Standard box. Ist wahrscheinlich der Green Channel, mit nem tubescreamer angeblasen. Extrem wenig zerre und sehr sehr viele mitten. Bass und treble eher zurück genommen. Das quäkige durch die mitten wurde nachher ein wenig weg-eqed. Den Rest schluckt der mix, einfach gesagt.

Treble und presence beeinflussen eher den Höhen Bereich. Welche Frequenzen genau hängt allerdings vom verwendeten Verstärker ab.

Benutzeravatar
snicki
Pro
Beiträge: 2135
Registriert: 29.08.2010
Wohnort: Hannover
Gitarrist seit: 1994

Re: Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von snicki » 17.03.2016, 11:05

Grundsätzlich:
Treble regelt die Höhen vor der Endstufe, Presence in der Regel nach der Endstufe, bzw. die Reaktion der Speaker auf die Höhen; das gleiche gilt für Resonance oder Bottom Regler, allerdings für den Bassbereich.
Im Studio werden die Einstellungen für die jeweiligen Songs angepasst; oft werden auch verschiedene oder mehrere Amps verwendet, zudem andere Mikros, andere Mikropositionen und/oder andere Boxen/Speaker. Es gibt natürlich auch viele Bands die bei jedem Song gleich klingen (wollen), Da ändert sich dann nicht viel. ich denke da so an die alte Punkrockfraktion a la Ramones und Co.
Trotzdem ist es schwierig gewisse Sounds so eben mal zu imitieren.
In der Regel kann man bei moderneren Metal und Alternativrock davon ausgehen, daß die Mitten rausgenommen werden und eher mit Distortionpedalen gearbeitet wird.
Im Hardrock/Heayrock eher Ampzerre mit Tubescreamer oder Treblebooster und Mitten reindrehen. Kann man aber nicht verallgemeinern.

Live sieht es da wieder anders aus. Der Amp wird in der Regel nicht verstellt, ebenso wie die Mikrofonierung etc. Verschiedene Sounds werden dann über verschiedene Ampkanäle und/oder Pedale geschaltet. Bei Preamps hat man natürlich etwas mehr Soundvielfalt zum abrufen. Aber der Klassiker ist immer noch Amp mit n paar Pedalen, fertig.

Chryz
kam, sah und postete
Beiträge: 42
Registriert: 18.02.2016
Wohnort: Kiel
Gitarrist seit: 1995

Re: Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von Chryz » 17.03.2016, 11:30

Hi Orudila,
den genauen Sound zu kopieren ist schwer bis unmöglich: Dazu brauchst du das gleiche Equipment und viel wichtiger: die gleichen Finger! Dieser Aspekt wird aus meiner Sicht häufig unterschätzt. Man kann die Gitarre sehr unterschiedlich spielen. Einige spielen mit extrem hartem Anschlag andere eher soft. Technische Fähigkeiten sind natürlich auch nicht ganz egal ;-)

Probier doch einfach mal deinen Amp aus und lern ihn kennen. Schau, was dir gefällt und mit welchen Einstellungen du in deine gewünschte Richtung kommst. Das bringt dich wesentlich weiter als die Knöpfe 1:1 auf das gleiche Level deiner Favoriten zu bringen. Und es schult mit der Zeit dein Gehör und deine Fähigkeiten einen Amp gut einzustellen.
Grüße vom
Chryz

Orudila
öfter hier
Beiträge: 74
Registriert: 31.05.2015

Re: Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von Orudila » 17.03.2016, 15:26

Danke euch für die Antworten! Ich dachte mir schon, dass es nicht ganz so einfach ist, aber hoooly :D

Ich benutze einen Fender Mustang II V.2 und denke mal wenn ich vom Sound her das Lied einigermaßen erkenne, dann liege ich schon gar nicht sooo falsch.

@ZeroOne Der peavey ist ja schonmal ne ganz andere Kategorie als meiner :D Ich habe aber mal mit ein bisschen im Bereich deiner Angaben probiert und bin zZ doch relativ zufrieden mit dem Ergebnis. Nur das extrem quäkige stört mich schon ganz schön. Ist denke ich aber ein Problem des Amps, da ich diesen Effekt in vielen custom Presets auch finde.

@Snicki Danke dir für die verständliche Erklärung der einzelnen Begriffe. Gibt doch noch so einige Sachen die, außer dem richtigen Spielen, zur E-Gitarre gehören und die ich mir noch aneignen muss :D

@Chryz Bin ich vollkommen deiner Meinung. Nur als absoluter Anfänger mit nahezu null Ahnung in solchen Sachen ist es doch ganz gut, wenn man erstmal eine gewisse Grundeinstellung hat damit es wenigstens einigermaßen richtig klingt und dann ans Probieren geht. Beim Mustang noch einigermaßen einfach werde ich doch bei meinem Laney IRT-Studio noch einige Stunden verbringen um überhaupt irgendwo hinzukommen.

ZeroOne
Guitar Maniac
Beiträge: 1523
Registriert: 05.08.2011

Re: Einstellung Amp für bestimmte Bands

Erstellt: von ZeroOne » 17.03.2016, 17:56

Orudila hat geschrieben:
Nur das extrem quäkige stört mich schon ganz schön. Ist denke ich aber ein Problem des Amps, da ich diesen Effekt in vielen custom Presets auch finde.



Ein klarer Fall von "Jein".

Mitten quäken nunmal, um es böse zu formulieren. Eine Gitarre ist aber speziell im Zerrbetrieb absolut auf Mitten angewiesen. Anders setzt sie sich nunmal nicht durch. Ähnliches gilt für zu viel Zerre, Je mehr Zerre, desto mehr Kompression, desto mehr Matsch. Immer nur so wenig wie möglich aber so viel wie nötig. Dies gilt natürlich vor allem für Bandsituationen oder das spielen zu einem Backingtrack, wenn man "mitspielen" möchte anstatt nur durch Lautstärke zu übertönen. Beim alleine spielen kann man für den "fetten Sound" die Mitten natürlich auch kastrieren.

Ich besitze den oben genannten Verstärker selbst. Klarer Fall, die große Box klingt in jedem Fall wuchtiger als die kleinen Dinger, die man so Daheim verwendet, dennoch kann man nicht davon sprechen, dass die Mitten nicht dennoch diesen typischen Trötensound haben, unter Bandbedingungen verliert sich dieser unschöne Effekt allerdings.

6 Beiträge   •   Seite 1 von 1
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste