Effektives Lernen

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matcat

Effektives Lernen

Erstellt: von matcat » 02.02.2016, 23:27

Hallo!

Ich frage mich im Moment wie man am besten Gitarre lernt:

Also wie ich zum Beispiel eine Skala lernen soll, mit weniger WIederholungen und mehr Erfolg.

Man kann doch nicht 1000 mal die Skala mit der trial and error Methode hoch runter spielen bis man sie gut kann.

Wie kann man das Maximum rausholen?

Wie übe ich mit dem Kopf anstatt mit den Fingern? Ich habe gemerkt ich kann Skalen, Arpeggien mehr als 5 Stunden spielen, aber wenn ich sie Analysiere ist nach einer Stunde schluss.

Wie übe ich intelligenter anstatt härter?

Wie lange sollte man spielen und wie lange sollten die Pausen sein? Ich habe gelesen man sollte nicht länger als 4 Stunden pro Tag lernen.

Ich freue mich auf eure Antworten

Dietmar
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Re: Effektives Lernen

Erstellt: von Dietmar » 03.02.2016, 15:39

Es gibt wahrscheinlich keinen geheimen Trick, mit dem man schneller lernen kann. Jeder hat irgendwann mal stupide die Skalen auswendig gelernt, damit man sie ohne viel Nachdenken abrufen kann. Trotzdem sollte man wissen und sich auch immer mal wieder bewusst machen, warum die Skalen so sind, wie sie nun mal sind. Und man sollte schnell aufhören, die Skalen immer nur auf und ab zu spielen. Ich wechsel beim Aufwärmen auch immer zwischen den Positionen, spiele also auch horizontal über das gesamte Griffbrett anstatt immer nur in einer Box zu bleiben. Und dann wechsel ich auch mal zwischen Full Scale und Pentatonik. Auch das Improvisieren über Jam Tracks bringt Abwechselung. Justin hat gestern ein Video hochgeladen, was ganz gut zum Thema passt:

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Counterfeit
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Re: Effektives Lernen

Erstellt: von Counterfeit » 03.02.2016, 16:23

ist ein wenig die Frage, wie du "gut" können definierst. Sie gut einsetzen zu können ist m.M.n. eine Mischung aus Verständnis was die Skalen bedeuten, auswendig gelernter Licks und Erfahrung (die nur kommt, wenn man die Skalen einsetzt).

Wenn man gut als schnell und sauber definiert, dann hilft wahrscheinlich wirklich nur die Skalen immer und immer wieder zu wiederholen. Und vor allem am Anfang seeehr langsam. Geschwindigkeit erst erhöhen, wenn es dir gelingt die Skala oder ein Lick wiederholte Male fehlerfrei zu spielen. Ein Metronom hilft da.

Und wenn eine Skala noch zu schwer ist, so dass man es im "Trial and Error Verfahren" Glückssache ist, ob man saubere Töne rausbekommt, dann muss man sich erst eine nehmen die einfacher ist und die Finger sich an das Skalenspiel gewöhnt haben. Nicht ohne Grund wird meistens mit der Am Pentatonik im 5. Bund angefangen. Irgendwelche ausgefeilten Kirchentonleitern wird kaum einer am Anfang spielen.

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Alchimedes
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Re: Effektives Lernen

Erstellt: von Alchimedes » 03.02.2016, 21:14

Hallo matcat,

es bringt ueberhaupt nichts Skalen rauf und runter zu nudeln, egal ob 1000 oder 10000 fach.
Du musst Dir zuerst ueber den Aufbau der Skala im klaren sein( Theorie) und diese dann auch singen koennen(Gehoerbildung) .
Jede Skala hat Ihre Berechtigung aber viele werden nur selten oder fasst garnicht gespielt( z.B Modes aus Harmonisch und Melodisch Moll , Halbton/Ganzton skalen e.t.c)
Die wichtigen Skalen sind fuer den Anfang Pentatoniken ( Moll / spaeter Dur ) und die Kirchentonleitern ( hier Ionisch / Aeolisch , Dorisch und Mixolydisch als wichtigste Vertreter)
Die meisten lernen oft die A-moll Pentatonik am V Bund spaeter kommen dann die anderen Pattern ( Positionen) dazu. Fuer den Anfang ist das Ok aber die Sache hat einen Haken das sogenannte "Block" spielen.
Das bedeutet aendert sich die Tonart verrecken die meisten Gitarristen, sie koennen dann sich nur Grundton bezogen auf das erste Pattern besinnen der Rest des Griffbrettes liegt im Dunkel ist wegen "Nichtwissen" gesperrtes Gebiet.
Um das zu verhindern lernt man die Skala:
a) Root ( Grundton) bezogen , zB. Amoll Pentatonik ( Root ,b3, 4,5,b7 ) von jedem A auf jeder Saite auf dem Griffbrett.
b) Saitenbezogen !
1) nur auf einer Saite ueben ! Dabei die Intervallqualitaet mitsingen ! Danach auf jeder anderen Saite das gleiche Spiel ! und zu einem
Backing Track improvisieren, erst nur die Toene spaeter mit Spieltechniken...
2) auf 2 Saiten ueben ! Und dasselbe wie bei Punkt 1 beschrieben.
c) Visuell und Mentall unterscheiden, Visuell auf das Griffbrett glotzen :) , Mental Augen zu !

Der Lerneffekt ist so viel hoeher als nur Skalennudelei ! Macht viel mehr Spass ! Bei der naechsten Club- Session glotzen Dich alle an weil Du in Fmoll das Griffbrett zum gluehen gebracht hast :)

Was die Uebungszeiten angeht : Ich uebe noch heute , wenn ich zeit habe viele Stunden.
Dabei sollte aber klar sein das man sich maximal 5min am Stueck konzntrieren kann.
Ich teile auf in Theorie , Gehoerbildung, Technik,Stuecke lernen, Jammen.
Dabei nehme ich mir auch nicht jeden Tag was neues vor sondern Wiederhole erstmal vom Vortag.
Als Beispiel: Ich beschaeftige mich mit Funk Rhythem ( z.B. Ross Bolton auf You tube ) lerne hier bis Ex.17 wiederhole dann naechsten Tag die lessons bis Sie sitzen und gehe dann weiter e.t.c.


Gruss Alchimedes

everyBlues
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Re: Effektives Lernen

Erstellt: von everyBlues » 04.02.2016, 20:35

Ich finde die Tipps von Alchimedes recht gut. Wenn ich auch sagen muss, dass ich ebenfalls mit dem ersten A-Moll Pattern im 5 bund angefangen habe. Dann alle Anderen und das Aneinanderreihen aller Fingersätze/ Pattern, und das Ganze bis zum erbrechen.
Dann Horizontal, so wie Alchimendes es schon erwähnte usw.....

Dann habe ich gelernt, im Kopf, also mental, die Fingersätze zu sehen. Also auch in ein und dem selben Bund/ Lage die Penta- Tonart zu wechseln, zu jeder Zeit und überall auf dem Griffbrett wechseln zu können. Dann, Töne hinzuzunehmen bis zur diatonischen Skala. Und zu verstehen, dass die Mods/ Kirchentonleitern dort bereits enthalten sind.
Also, das es jeweils EINE Pentatonische und EINE Diatonische Skala gibt, die beide für jede Tonart benutzt werden können. Die Diatonische eben auch für die Mods.
Dann andere Skalen........usw.
Ich persönlich finde Tonleitern Anfangs wichtiger als Akkorde, weil sich Akkorde auf Tonleitern aufbauen.

Heute benutze ich die pentatonische Skala als Skalengerüst.....usw...

Egal wie man anfangt, es gibt irgentwie keine Abkürzung ;). Jeder lernt anders, und alles braucht seine Zeit.

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