Solo-Improvisationen

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Basty91
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Solo-Improvisationen

Erstellt: von Basty91 » 29.05.2015, 16:22

Servus Leut,
ich würd mal gern a paar Tipps und Tricks haben.

Nehmen wir a ganz a einfaches Bsp.:
Die Akkorde Amoll, F, G sind ja die Töne von C-dur.

Wenn ich auf alle Akkorde mit dem C-dur Tonmaterial dann hab ich einmal äolisch, lydisch und mixolydisch. Was ich aber wissen will..kann man bei den Tönen z.b F auch die Phrygische Tonleiter spieln oder sollte das Solo immer zu der Tonbasis passen? Bei dem Bsp. könnte man ja dann mit Melodisch Moll solieren wenn ein D-Dur auch noch dazukäme. Ich hab mich mal mit der Pitch-Axis-Theorie befasst..das könnte man doch hier auch anwenden, oder?

Aber wie würdet ihr drauf soliern?

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GuitarRalf
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Erstellt: von GuitarRalf » 30.05.2015, 08:30

Moin Basty91
Nehmen wir a ganz a einfaches Bsp.:
Die Akkorde Amoll, F, G sind ja die Töne von C-dur.

Das bremst mich im Denken aus. Am ist die Moll-Paralelle von C-Dur, die vi Stufe- gehört zu den Nebenharmonien.
F ist die Quarte in der C Dur-Tonleiter
G ist die Quinte in der C Dur-Tonleiter

Wenn ich auf alle Akkorde mit dem C-dur Tonmaterial dann hab ich einmal äolisch, lydisch und mixolydisch

Dazu müsst'ich unqualifiziert raten weil mir unschlüssig ist, was genau jetzt damit gemeint ist, .

zu F Phrygisch:
F F# G# A# C C# D#

http://en.wikipedia.org/wiki/Pitch_axis ... c_theories
dazu hast'e bestimmt och noch auch ´ne deutsche Version

Gruss
GuitarRalf

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AyKay
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Erstellt: von AyKay » 30.05.2015, 22:24

Hi Basty91

Ich glaube, du wirfst hier etwas durcheinander zwischen Haupttonart, Mode (oder Kirchentonleiter) und Tonskala, bzw. Griffbild.

Ich gehe mal davon aus, dass deine Akkorde Am, F und G auch in dieser Reihenfolge gespielt werden, dann wäre für mich das Am die Tonika. Da Am die Moll-Parallele von C-Dur ist, ist die Haupttonart C-Dur. Das heißt, du verwendest das Tonmaterial der C-Dur-Tonleiter, allerdings mit dem Ton A als Tonika. Damit wärst du in dem 6. Mode "Äolisch" (natürlich Moll). Akkordprogression VI-IV-V.

Ein "Lydisch" oder "Mixolydisch" ist da nicht dabei. Die Modes wechseln sich nicht ab. Wenn du das F-lydische und das G-mixolydische Griffbild gelernt hast, kannst du das natürlich spielen, weil alles C-Dur-Töne sind. Du wechselst damit aber nicht deine Tonart, weil A immer noch deine Tonika ist (und du könntest auch das Griffbild der E-phrygischen Skala spielen).

Die Pitch-Axis-Theorie ist wieder ganz was Anderes.
Sie baut sich auf eine Akkordfolge auf, bei der die Tonika (tonale Achse - Pitch Axis) immer gleich bleibt (z. B. "A"), jedoch nur die Akkorderweiterungen (große/kleine Septime, Sekunde,Terz, Quarte, Quinte oder Sexte) hinzu kommen und/oder sich ändern. Damit ändern sich auch beim Akkordwechsel die Modes.
Das hat den Sinn, bei gleich bleibendem Grundton verschiedene Stimmungen aufzubauen.

Ich hoffe, das hilft ein Wenig. Wenn ich falsch liege, möge man mich bitte korrigieren.

Gruss
AyKay
Bei mir ist H B (und b Bes)

zwrap
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Erstellt: von zwrap » 31.05.2015, 10:45

Hi,

ich versuche mal, deine Fragen schrittweise zu beantworten.

1. Am, F, G
Zunächst muss man sich über die Tonart im Klaren sein: In diesem Fall wäre das Am.
Töne Am-Tonleiter: a h c d e f g
Am ist die Tonikaparallele von C-Dur.
Töne C-Dur-Tonleiter: c d e f g a h
Die (für uns in diesem Fall) relevanten Modes der C-Dur-Tonleiter sind:
Am äolisch (=Mollparallele): a h c d e f g (wie oben)
F lydisch: f g a h c d e (F-Dur-Akkord enthalten: f - a - c)
G myxolydisch: g a h c d e f (G-Dur-Akkord enthalten: g - h - d)
Wir können also in der oben genannten Akkordfolge ausschließlich das Tonmaterial der C-Dur-Tonleiter verwenden. Bei jedem Akkord verändern sich jedoch Ruhe- und Spannungstöne.
Bsp.: Über F ist der Ton f natürlich der Grundton des Akkordes und damit entspannend. Über den Akkord G wäre der Ton f jedoch als kleine Septime spannungsreich.

2. Phrygisch
Es ist wichtig, dass ein phrygischer Mode immer in Moll steht, aufgrund des zur Verfügung stehenden Tonmaterials.
Bsp.: F-Dur-Tonleiter: f g a b c d e
Davon lässt sich Am phrygisch ableiten.
Am phrygisch: a b c d e f g
Siehst du, dass bei einer Terzschichtung a - c - e, also der Am-Akkord, herauskommt?

Jetzt schauen wir mal, ob wir mit dem Material auch über F und G spielen können.

F-Dur-Tonleiter: f g a b c d e (wie oben)
Es lässt sich hier ganz klar der F-Dur-Akkord bilden: f - a - c
F-Dur lässt sich also in eine Am phrygische Akkorfolge integrieren.

Gm dorisch: g a b c d e f
Mit dem zur Verfügung stehenden Material lässt sich nur Gm bilden aufgrund der kleinen Terz b. G-Dur gehört also nicht zu einer Am phrygischen Akkordfolge.


3. Melodisch Moll bei Integration von D-Dur-Akkord
Schauen wir uns mal die Tonleiter von A-Melodisch-Moll an:
a h c d e f# g# a
Klar zu erkennen sind die erhöhten Töne der 6. und 7. Stufe f# und g#.

Zur Veranschaulichung auch noch das Material von A-Natürlich-Moll und A-Harmonisch-Moll:
Natürlich-Moll: a h c d e f g
Harmonisch-Moll: a h c d e f g#

Willst du mit dem Tonmaterial von A-Melodisch-Moll über F und G spielen, wirst du schnell an deine Grenzen stoßen, da die Akkorde so schlichtweg nicht enthalten sind. Der D-Dur-Akkord jedoch schon:
d - f# - a.
Eine gebräuchliche Methode ist es jedoch in Moll, Akkorde diverser Mollarten zu kombinieren.
In diesem Fall musst du nur darauf achten, dass du (im Falle der Akkordfolge
Am-F-G-D) über F mit dem Material der "normalen" Am-Tonleiter (=äolisch) oder der harmonischen A-Moll-Tonleiter solierst, da F-Dur in diesen beiden vorkommt. Über G müsstest du schon auf das Material von der "normalen" Am-Tonleiter ausweichen, weil G-Dur dort vorkommt, aber schon nicht mehr in harmonisch Moll. Über Am und D könntest du dann das Material von A-Melodisch-Moll verwenden.
Es ist hier also wichtig, auf das Material der jeweiligen Moll-Art zuzugreifen, aus der man den Akkord "entnommen" hat.


4. Wechsel des Tonmaterials
Insgesamt ist es aber trotzdem möglich, bei einer Akkordfolge wie Am, F, G auch das Tonmaterial zu variieren. Letztlich ist es wichtig, dass der Akkord, über den du gerade solierst, auch zu dem Tonmaterial passt und anders herum. Oder in anderen Worten:
Der Akkord muss sich aus dem Tonmaterial bilden lassen. Deshalb kannst du auch kein Fm phrygisch über einen F-Dur-Akkord spielen (außer evtl. im Blues; das ist aber eine eigene Welt für sich). Was du aber spielen könntest, wäre z.B. das Tonmatierial von Am äolisch über Am, das Material von F myxolydisch über F und das Material von G myxolydisch über G.
Dann hätten wir über Am und G dasselbe Tonmaterial, über F würden wir uns jedoch folgender Töne bedienen: f g a b c d eb.
Dadurch verändert man die eigentliche Funktion des F-Dur-Akkordes in der Akkordfolge.

Ich hoffe, ich konnte das ganze einigermaßen verständlich erklären und dich nicht noch mehr verwirren. :lol:
Zuletzt geändert von zwrap am 31.05.2015, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 31.05.2015, 11:50

habe momentan nicht all zu viel Zeit, und auch den letzen Beitrag nicht gelesen. Sorry. werde ich nachholen.

Was Basty91 vermutlich meint ist, sobald der Akkord in der Begleitung wechselt, spielt der leadgitarrist ganz automatisch in einem anderen Mod, wenn er nicht die Tonleiter wechselt. Heißt, sobalt er die C Dur Tonleiter benutzt, und das über alle Akkorde ( ohne über die einzelnen Akkorde zu wechseln) dann spielt er in verschiedenen Modis.
Sollte ich recht haben, wundert mich das nicht. Denn so wurde es ja an meheren Stellen im Forum erklärt, zumindest habe ich das so von einigen verstanden. Finde ich jedoch nicht sooo wirklich gut.

Deswegen, finde ich es nicht unwichtig Grundton bezogen zu spielen!
Und eben auch, die ganze Akkord- Begleitung erstmal wegzulassen.
Das heißt selber machen ( Ohne Begleitung). ZB. in der Tonart A, lernt man die einzelnen Modis zu wechseln. Das heißt auch mit Tonleitern anzufangen, nicht mit Akkorden.

Und wie ich ja schon mehrere Male anmerkte, es ist nicht viel. Beim Wechseln der Modi, verschiebt man eigentlich nur, das was man zuvor schon gelernt hat. Oder man entscheidet sich einen anderen Ton als Grundton zu nehmen. So meine Sicht der Dinge. Ich finde man kann so ein besseres Verständnis von allem bekommen. Aber jeder ist halt anders ;)

Basty91
kam, sah und postete
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Erstellt: von Basty91 » 31.05.2015, 17:16

Danke schön an alle! Wirklich sehr gut erklärt und mir wird jetz mehr klar!

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