Double Tracking Fast Parts

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timmy108
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Double Tracking Fast Parts

Erstellt: von timmy108 » 10.02.2015, 21:19

Hallo,

Nachdem ich mir ein Mic, Interface usw. zugelegt habe und ich mich mit Recording beschäftigt habe, stelle ich mir noch eine Frage zu Double Tracking.

Fette Rythmusparts bei einem Metal Song werden ja fast immer durch Double Tracking recorded. Doch wie kommt man bei 16'tel Beats genau auf den Rythmus? Ja durch viel üben usw. ist mir klar. Aber es ist ja ziemlich schwierig dass man so schnelle Parts punktgenau erwischt. Und das zweimal.

Wie zB. bei Final Episode von Asking Alexandria. Das Intro. Oder aber auch generell bei brutalen Metalcore Breakdowns. Werden diese überhaupt Double Tracked? Wenn ja wie bekommt man so etwas hin.
Wenn nein, was wird sonst gemacht?

Danke, MFG

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startom
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Erstellt: von startom » 10.02.2015, 21:53

Hoi Timmy
Der Clou ist wirklich, dass man beim Doppeln dasselbe Muster zweimal (oder mehrmals) so identisch wie möglich einspielt.
Die winzigen Abweichungen der Spuren ergeben dann den richtig fetten Teppich.

Da ist natürlich die Voraussetzung, dass man die einzuspielenden Parts beherrscht.
Tom

ZeroOne
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Erstellt: von ZeroOne » 11.02.2015, 10:25

Und jetzt kommt der hit:die meisten produktionen in der richtung werden mindestens gequadtracked ;). Also gut spielen ist angesagt ^^

timmy108
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Erstellt: von timmy108 » 30.03.2015, 14:00

bei Rythmus-Parts oder langsamen Parts geht das ja noch. Aber bei so manchen Metal, Metal/Hardcore Songs muss es irgend einen Trick geben. Es ist meiner Meinung nach fast unmöglich es so aufzunehmen ohne irgend einen Trick. (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=ojpQ3LC ... e=youtu.be ). Ist mir unerklärlich.

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Software-Pirat
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Erstellt: von Software-Pirat » 30.03.2015, 15:25

Kann man den eingespielten Part nicht einfach auf eine andere Spur kopieren und dann minimal verschieben?

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startom
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Erstellt: von startom » 30.03.2015, 15:28

Doch, das geht und ist die "armselige" Variante des richtigen Doppelns. Hab ich auch schon gemacht, wenn ich zu faul war, gewisse Parts nochmals einzuspielen.
Der Unterschied ist aber deutlich hörbar. Einfach mal selber ausprobieren.

Auch bei schnellen und/oder komplexen Riffs sollte es möglich sein, diese zwei- oder mehrmals so exakt wie möglich einzuspielen. Schliesslich sind das ja meist professionelle Musiker... im Sinne von: Das ist ihr Beruf.
Wenn man es einmal einspielen kann, warum sollte es nicht mehrmals gehen?
Tom

RumbleRay
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Erstellt: von RumbleRay » 30.03.2015, 16:07

Hey timmy108,
zieh Dir die drei Trailer zum Phantom Antichrist Album mal rein, zB PART 3. Vor allem in part 1 u 3 gehts um die Produktion im Studio, und dass die auch für die Kreatorjungens wohl kein Pappenstiel gewesen ist. Der Gitarrist sagt selber, dass es für ihn zum Teil ans spielerische Limit ging und der Tontyp wollte immer noch einen Take mehr...

Also der Trick ist wohl 30 Jahre Musik zu machen, nach Schweden zu fahren, hunderte Takes vom gleichen Song/Riff aufnehmen, und dann hat mans schon;)

Grüße!
Lay down your soul to the gods rock n roll

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 30.03.2015, 17:02

Es muss nicht 100% exakt gleich gespielt sein, denn das geht nicht, kann kein Mensch ;)
Hätte man zwei exakt gleiche Spuren und würde diese nach rechts und links pannen, ergibt das kein fettes Stereo, sondern lediglich Mono (und alles wird lauter).
Dann könnte man tatsächlich gleich die Spur kopieren und hätte überhaupt nichts dabei gewonnen. Dreht man dann noch das eine Signal in der Phase, löschen sich sogar beide Spuren aus und es herrscht Stille.
Man müsste eine der beiden authentischen Spuren um paar Millisekunden verzögern, damit ein Stereoeffekt entsteht, klingt aber in der Regel Shice.

Echtes Stereo entsteht, weil der rechte und linke Kanal unterschiedliche Audio-Informationen enthält. Das bedeutet hier zb. bei der Rhythmusgitarre, dass kleine Abweichungen zwingend erforderlich sind, damit wir es auch als Stereo wahrnehmen.
Diese Abweichungen entstehen aber sowieso zwangsläufig, weil der Mensch nun mal keine Maschine ist und nicht in der Lage ist zwei exakt gleiche Parts völlig identisch einzuspielen.

Nun gibts da zwei Möglichkeiten:
Entweder der linke und rechte Kanal unterscheidet sich tatsächlich auch bei dem was man spielt (zb. links Chords, rechts nen Arpeggio), ODER man versucht tatsächlich den gleichen Part zweimal so genau wie möglich einzuspielen, wobei da wie gesagt kleine Abweichungen automatisch entstehen und durchaus gewollt und erforderlich sind.

Du hast dich entschieden, zweimal so gut es geht, das Selbe einzuspielen.
Das sollte dann natürlich auch so exakt wie möglich (immer mit dem menschlichen Aspekt) geschehen.
In der Profiwelt ist es dann noch so, dass man anschließend kleine ungewollte Fehler mit Spezialsoftware wie Melodyne korrigieren könnte.
Man kann damit dann das Timing verbessern (quantisieren), sowie auch Notenlängen usw. verändern...zumindest alles bis zu einem gewissen Grad, sonst klingt es unnatürlich.
Am Besten ist natürlich, wenn es halt nix zum korrigieren gibt.

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Erstellt: von ZeroOne » 30.03.2015, 19:43

timmy108 hat geschrieben:bei Rythmus-Parts oder langsamen Parts geht das ja noch. Aber bei so manchen Metal, Metal/Hardcore Songs muss es irgend einen Trick geben. Es ist meiner Meinung nach fast unmöglich es so aufzunehmen ohne irgend einen Trick. (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=ojpQ3LC ... e=youtu.be ). Ist mir unerklärlich.


solos sind aller meist nur single tracked, es sei denn sie sind auch in ihrer melodieführung gedoppelt.

ansonsten, ja editieren kann man einiges noch, allerdings ist das nicht der weg. der weg ist es einfach tatsächlich es so zu spielen, und wie gesagt, allermeist nicht mal als double tracking sondern direkt quad-tracking. und das kann halt auch schonmal schwierig werden.

ich sitz auch öfters mal vor meinen projekten und könnte ausrasten wenn take nummer 50 immer noch nicht gut genug war... ist halt so.

timmy108
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Erstellt: von timmy108 » 15.05.2015, 20:23

würde es mit zwei mic's auch funktionieren?
Das heißt zwei unterschiedliche Mic's am selben Amp an unterschiedlichen Positionen.. Den Sound abnehmen und nur einmal aufnehmen. Eine Spur dann links pannen und eine ganz rechts. Falls man irgendwie zwei Spuren gleichzeitig aufnehmen kann.

Also habe ich dann den selben Effekt wie zwei mal aufgenommen?

RumbleRay
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Erstellt: von RumbleRay » 15.05.2015, 21:55

Nabend, nee der Effekt ist nicht der gleiche. Da könnteste z.b. auch die monospur doppeln und mit unterschiedlichen eq Einstellungen arbeiten.
Würde trotzdem schon was bringen, wenn du Stereo effekte nutzt und die box auch mehrere speaker hat. Das klingt schonmal anders als Mono, es wird aber trotzdem nicht den fetten Teppich machen, als wenn dus zweimal einspielst.

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Erstellt: von timmy108 » 16.05.2015, 13:03

okay alles klar.
aber wie bekommt man es hin, dass sich das so anhört wie bei ihm bei 0:24 ca.

https://www.youtube.com/watch?v=0fDVmdH ... freload=10

Da ist nach dem anschlagen der Saite gleich wieder Stillstand und kein nachklingen vom "stoppen" der Saite. Ist jetzt ein bisschen schwer zu erklären aber ich glaub ihr wisst was ich meine. Es hört sich so abgehackt an könnt man sagen. Und wenn man das ganze zweimal so spielen sollte dass sich das so anhört... wie funktioniert das?

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Erstellt: von startom » 16.05.2015, 16:03

Das ist palm muting, kann man einmal, zweimal oder zigmal so einspielen, dass es sich gleich anhört.

Fazit der ganzen Unterhaltung ist doch:
Was man einmal spielen kann, kann man auch zweimal spielen. Was man zweimal spielen kann, kann man auch hundertmal spielen. Wer es nicht schafft, zweimal dasselbe Riff oder Solo so gleich wie möglich zu spielen, der hat einfach zu wenig geübt.
Tom

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Erstellt: von ZeroOne » 16.05.2015, 21:46

Das was Tom sagt.

In diesem speziellen Beispiel ist das Gespielte allerdings auch ziemlich stark geschnitten und/oder gegatet... und halt gut gespielt.

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