[Workshop] Akkordformen und ihre typischen Skalenformen

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mjchael
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[Workshop] Akkordformen und ihre typischen Skalenformen

Erstellt: von mjchael » 06.09.2010, 13:20

In dem Workshop soll es darum gehen, welche Skalen mir bei einer bestimmten Akkordform zur Verfügung stehen. Dabei soll immer die Skala genommen werden, aus der man auch die Akkordtöne für den entsprechenden Akkord genommen hat.

Ich gehe einfach mal davon aus, dass du dich grob mit den Dur-Skalen und den Pentatoniken aukennst. Außerdem gehe ich auch davon aus, dass du dich im Grunde mit modalen Skalen auskennst, oder zumindest mal ein wähnendes Erahnen hast.

:arrow: (Workshop) Die 5 Haupt-Dur- und Moll-Tonleitern
Die Kern-Elemente:

Die drei Fingersätze
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Das Karré zur Orientierung
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Fas Slide-Modul um von einer Skala in die benachbarte zu rutschen
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Den Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite dürfen wir nie vergessen.
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:arrow: [Workshop] Wie benutzt man Kirchentonleiter?

Ich werde hier zwar einiges wiederholen, aber ich werde die theoretischen Grundlagen die zu den einzelnen Skalen gehören nur anreißen.

Also ich gehe aus, ihr kennt den Unterschied von Dur- und Molltonleitern, und wisst den Unterschied zwischen einer Dur- Moll- und Blues-Pentatonik.

Ihr wisst, dass man bei Dur-Tonleitern auf folgende wichtige Sachen Achten soll:

Jetzt schneiden wir alles auf jeweils eine bestimmte Akkordformen zu.

Da einige Akkordformen in der Praxis so gut wie nie gebraucht werden, mache ich mir die Sache ein klein wenig einfacher und überspringe die weniger gebräuchlichen Akkordformen, oder ich schneide sie nur mal kurz an.

Diese Beschränkung soll einen jedoch nicht davon abhalten, sich auch in den Nachbar-Skalen umzuschauen.

Man muss bei der Akkord-Skalen-Theorie immer 3 Sachen im Auge behalten.

  1. Welche Tonart liegt für das ganze Stück vor.
  2. Welche Funktion nimmt der Akkord in der Tonart ein.
  3. Welche Skala brauche ich dann speziell für diesen Akkord


Also los gehts
Zuletzt geändert von mjchael am 07.09.2010, 14:23, insgesamt 3-mal geändert.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 06.09.2010, 14:10

Nehmen wir zuerst einen Barré-Akkord in der F-Form
Bild

In welcher Tonart erwarten wir überall den F-Dur-Akkord
Zuerst müssen wir klären, in welcher Tonart dieser Akkord vorkommen kann. Dann wissen wir auch, welche Skalenformen wir üblicherweise bei den F-Dur-Akkordformen erwarten.

Am besten wir bleiben erstmal beim F-Dur-Akkord, damit wir einen Anhaltspunkt haben.

Der F-Dur-Akkord kann 5 wichtige Funktionen übernehmen.
die drei Hautfunktionen Tonika-Subdominante-Dominante

F-Dur kann der Grundakkord (Tonika) der F-Dur-Tonleiter sein. Die dazugehörigen Akkorde sind
Bb F C7 Gm Dm Am Edim
Lasse die Akkorderweiterungen weg, und du hast alle Töne
Bb F C G D A E
Die habe ich nach dem Quintenzirkel sortiert, da dieses einfacher ist, als jeden Ton einzeln auszurechnen.
Richtig sortiert müsste die F-Dur-Tonleiter folgendermaßen aussehen.
F G A Bb C D E F

F-Dur kann die Subdominante der Tonart C-Dur sein.
Akkorde der C-Dur-Tonleiter:
F C G7 Dm Am Em Hdim

F-Dur kann die Dominante der Tonart Bb-Dur sein
Akkorde der Bb-Dur-Tonleiter
Eb Bb F7 Cm Gm Am Ddim

Also erwarten wir beim Akkord der F-Form die drei Dur-Skalen der Bb-Form, F-Form und der C-Form.


F-Dur ist die Tonika bzw. der Grundton der Tonart F-Dur
Bild Bild
Wenn du mit der F-Dur-Tonleiter über den F-Dur-Akkord improvisierst, dann improvisierst du im Modus F-ionisch.

Die Funktion (Tonika) bezeichnet den Akkord, und seinen Bezug zu dem Grund-Akkord in einer Dur-Tonleiter. (Dass es bei der Tonika ein und das selbe ist, dass ist hier nebensächlich.)
Der jonische Modus beschreibt den Tonvorrat, mit dem man üblicherweise über eine Tonika improvisieren kann.

Wenn du diesen Akkord sagen wir mal in den 5. Bund verschiebst, dann hast du ein A-Dur.
Die Skala nimmst du mit, und setzt diese in den 4. Bund. Du siehst, dass dadurch der Grundton (1) ebenfalls auf den 5. Bund kommt.
BildBild
Die Skala wird im 4. Bund (mit dem Grundton im 5. Bund) genau wie der Akkord zur A-Dur-Skala.
Man schenkt es sich üblicherweise, A-jonisch zu sagen. Das sagt man nur, wenn man seine Harmonielehrekenntnisse raushängen lassen will, oder aber wenn die jonische Skala da auftaucht, wo man sie nicht erwartet. (Kann bei Tonartenwechsel innerhalb des Stückes passieren.)

Also wenn man den Hauptakkord einer Dur-Skala hat, dann hat man auch die Skala. Wie die übrigen Akkorde für die Tonart noch aussehen, muss uns für die Improvisation gar nicht mal so genau interessieren. (Zumindest dann nicht, wenn ich nur die Improvisation übernehme, und ein anderer die Akkorde.) Erst bei einem anspruchsvolleren Arrangement, wo ich zwischen Akkordspiel und Improvisation bzw. Melodie hin und her springe muss ich auch auf die anderen Akkordformen achten.

Also wenn ich weiß, wo der Hauptakkord (in Dur) ist, dann habe ich auch einen Anhalt darauf, wo ich die entsprechende Dur-Tonleiter hinsetzen muss.

F-Dur-Akkordform als Subdominante auf der 4. Stufe (lydisch)
F-Dur könnte die Subdominante der C-Dur Tonleiter sein. F-Dur steht in der C-Dur-Tonleiter auf der 4. Akkordstufe.
(C = 1, Dm = 2, Em = 3, F = 4... )
BildBild
Über die 4. Akkordstufe bzw. über die Subdominante wird lydisch improvisiert, was beim F-Dur-Akkord nichts anderes heißt, als dass man das Tonmaterial der C-Dur-Tonleiter verwendet.

Verschieben wir den F-Akkord wieder in den 5. Bund und schieben die C-Dur-Skala in den 4. Bund (so dass der Grundton des Barré auf den 5. Bund zu liegen kommt.)

BildBild
Achte darauf, dass jetzt die Grundtöne des Barré-Akkords auf die 4 zu liegen kommt.

Der F-Dur-Barré in den 5. Bund verschoben ergibt ein A-Dur-Akkord. Die Skala der C-Dur-Form in den 4. Bund verschoben ergibt eine E-Dur-Tonleiter. A-Dur ist die Subdominante in der Tonart E-Dur.

Vom F-Dur-Akkord aus müsste die lydische Skala korrekterweise folgendermaßen durchgezählt werden.

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E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-
H -|-4#|-5-|---|-6-|---|-
G -|-2-|---|-3-|---|---|-
D -|-6-|---|-j7|<1>|---|-
A -|-3-|---|-4#|-5-|---|-
E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-

Es handelt sich noch um die selbe Skala, nur interessiert mich jetzt mal nicht der Grundton der Dur-Tonleiter, sondern der Grundton des Akkordes den ich gerade greife. Wenn ich Akkorderweiterungen brauche, kann ich jetzt die entsprechenden Intervalle sehen.
Statt einer 4# taucht meist die Oktave 11# auf.

Im Gegensatzt zur jonischen Skala ist hier eine übermäßige Quarte (4#) zu sehen, und nicht die reine Quarte (4).

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     lydisch                      jonisch
E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     
H -|-4#|-5-|---|-6-|---|-     H -|---|-5-|---|-6-|---|-     
G -|-2-|---|-3-|---|---|-     G -|-2-|---|-3-|-4-|---|-     
D -|-6-|---|-j7|<1>|---|-     D -|-6-|---|-j7|<1>|---|-     
A -|-3-|---|-4#|-5-|---|-     A -|-3-|-4-|---|-5-|---|-     
E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     


Ich selbst merke mir bei lydisch viel eher folgendes:
"Wenn ich in einer Dur-Tonleiter die 4 bin, wo ist dann die 1?

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E -|---|<4>|---|---|---|-
H -|---|-1-|---|---|---|-
G -|---|---|---|---|---|-
D -|---|---|---|<4>|---|-
A -|---|---|---|-1-|---|-
E -|---|<4>|---|---|---|-

Von der 1. der Dur-Tonleiter suche ich immer zuerst die kleinen Sekunden, die für mich so aussehen wie ein kleines Quadrat.

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E -|-3-|<4>|---|---|---|-
H -|-j7|-1-|---|---|---|-
G -|---|---|---|---|---|-
D -|---|---|-3-|<4>|---|-
A -|---|---|-j7|-1-|---|-
E -|-3-|<4>|---|---|---|-


Die Fingersätze kann ich schnell ergänzen

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E -|-3-|<4>|---|-5-|---|-
H -|-j7|-1-|---|-2-|---|-
G -|---|---|---|---|---|-
D -|-2-|---|-3-|<4>|---|-
A -|-6-|---|-j7|-1-|---|-
E -|-3-|<4>|---|-5-|---|-

Fehlt nur noch der Übergang auf der G-Saite, und die Skala ist komplett

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E -|-3-|<4>|---|-5-|---|-
H -|-j7|-1-|---|-2-|---|-
G -|---|-5-|---|-6-|---|-
D -|-2-|---|-3-|<4>|---|-
A -|-6-|---|-j7|-1-|---|-
E -|-3-|<4>|---|-5-|---|-

Auch wenn der Grundton des Akkordes auf der 4 liegt, ist es für mich viel einfacher, wenn ich mich an der normalen Dur-Tonleiter orientiere.

F-Dur-Akkordform als Dominante auf der 5. Stufe (mixolydisch)

F-Dur könnte die Dominante der Bb-Dur Tonleiter sein. F-Dur steht in der Bb-Dur-Tonleiter auf der 5. Akkordstufe.
(Bb = 1, C = 2, Dm = 3, Ebm = 4, F = 5 ... )

BildBild
Über die 5. Akkordstufe bzw. über die Dominante wird mixolydisch improvisiert, was beim F-Dur-Akkord nichts anderes heißt, als dass man das Tonmaterial der Bb-Dur-Tonleiter verwendet.

Verschieben wir den F-Akkord wieder in den 5. Bund und schieben die Bb-Dur-Skala in den 4. Bund (so dass der Grundton des Barré auf den 5. Bund zu liegen kommt.)

BildBild
Achte darauf, dass jetzt die Grundtöne des Barré-Akkords auf die 5 zu liegen kommt.

Der F-Dur-Barré in den 5. Bund verschoben ergibt nach wie vor ein A-Dur-Akkord. Die Skala der Bb-Dur-Form in den 4. Bund verschoben ergibt eine D-Dur-Tonleiter. A-Dur ist die Dominante in der Tonart D-Dur.

Vom F-Dur-Akkord aus müsste die mixolydische Skala korrekterweise folgendermaßen durchgezählt werden.

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E -|---|<1>|---|-2-|---|-
H -|---|-5-|---|-6-|-7-|-
G -|-2-|---|-3-|-4-|---|-
D -|-6-|-7-|---|<1>|---|-
A -|-3-|-4-|---|-5-|---|-
E -|---|<1>|---|-2-|---|-

Typisch für die Akkorde der Dominante ist die kleine Septime (7). Ungewöhnlicherweise wird die kleine Septime nicht 7b genannt, sondern die große Septime wird j7 genannt. Der Grund ist, dass die kleine Septime bei der Dominanten ziemlich wichtig ist, und bei fast allen Moll-Akkorden als kleine Septime vorkommt, und die gr. Septime (j7) viel seltener in Erscheinung tritt.

Im Gegensatz zur ionischen Skala ist hier eine kleine Septime (7) und nicht die große Septime (j7) zu sehen.

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     mixolydisch                     ionisch
E -|---|<1>|---|-2-|---|-     E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     
H -|---|-5-|---|-6-|-7-|-     H -|---|-5-|---|-6-|---|-     
G -|-2-|---|-3-|-4-|---|-     G -|-2-|---|-3-|-4-|---|-     
D -|-6-|-7-|---|<1>|---|-     D -|-6-|---|-j7|<1>|---|-     
A -|-3-|-4-|---|-5-|---|-     A -|-3-|-4-|---|-5-|---|-     
E -|---|<1>|---|-2-|---|-     E -|-j7|<1>|---|-2-|---|-     


Ich selbst merke mir bei mixolydisch wieder folgendes:
"Wenn ich in einer Dur-Tonleiter die 5 bin, wo ist dann die 1?

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E -|---|<5>|---|---|---|-
H -|---|---|---|---|---|-
G -|---|---|---|-1-|---|-
D -|---|---|---|<5>|---|-
A -|---|-1-|---|---|---|-
E -|---|<5>|---|---|---|-

Von der 1. der Dur-Tonleiter suche ich immer zuerst die kleinen Sekunden, die für mich so aussehen wie ein kleines Quadrat.

Code: Alles auswählen

E -|---|<5>|---|---|---|-
H -|---|---|---|-3-|-4-|-
G -|---|---|-j7|-1-|---|-
D -|-3-|-4-|---|<5>|---|-
A -|-j7|-1-|---|---|---|-
E -|---|<5>|---|---|---|-


Die Fingersätze werden ergänzen

Code: Alles auswählen

E -|---|<5>|---|---|---|-
H -|---|-2-|---|-3-|-4-|-
G -|-6-|---|-j7|-1-|---|-
D -|-3-|-4-|---|<5>|---|-
A -|-j7|-1-|---|-2-|---|-
E -|---|<5>|---|---|---|-

Fehlt nur 2 Intervalle auf den E-Saiten, und die Skalen sind komplett

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E -|---|<5>|---|-6-|---|-
H -|---|-2-|---|-3-|-4-|-
G -|-6-|---|-j7|-1-|---|-
D -|-3-|-4-|---|<5>|---|-
A -|-j7|-1-|---|-2-|---|-
E -|---|<5>|---|-6-|---|-

Auch wenn der Grundton des Akkordes auf der 5 liegt, ist es für mich viel einfacher, wenn ich mich an der ursprünglichen Dur-Tonleiter orientiere.

Die mixolydische Skala taucht auch öfter in Situationen auf, wo ich sie nicht bei einer normalen Dur-Tonleiter erwarte. Mal spricht man von einer Zwischendominante, und ein anderes mal sind wir beim Rock. Wenn man aber beim Rock ist, sollte man immer mal überprüfen, ob man nicht mit der Blues-Skala zurecht kommt, und ob diese vielleicht besser passen könnte. Aber zur Blues-Skala komme ich noch.

Pentatonik der F-Dur-Form
Wenn ich die Akkordfunktion des Barré der F-Form nicht weiß, dann nehme ich die Pentatonik der F-Form.

BildBild

Egal auf welcher Lage der Barré der F-Form auftaucht, du kannst die entsprechende Dur-Pentatonik drüberlegen.
Bild Bild
Die Töne, die du für die Pentatonik gebrauchst, kommen in allen drei vorher gelernten Skalen gleichermaßen vor. Das heißt, dass neben den drei Akkordtönen noch die gr. Sekunde (2) und die gr. Sexte (6) in allen drei modalen Skalen vorkommen. Daher passt die Pentatonik auch in jeder Akkordfunktion, da sie selbst ja eh nur eine Untermenge der gesamten Skala ist. Die Quarten (4 oder 4#) und die Septimen (7 oder j7) fehlen, da sich diese so genannten "Leit- und Strebetöne" von Modus zu Modus unterscheiden.

Die Blues-Pentatonik für die F-Form-Barrés
Beim Blues (und bei Rockstücken, die man auch mit der Blues-Pentatonik begleiten kann) verwendet man komischerweise die Moll-Pentatonik über einen Dur-Akkord.
Also man behandelt den Dur-Akkord einfach so, als sei er ein Moll-Akkord. Wenn du die Pentatonik vom Moll-Akkord kennst (kommt im nächsten Post) dann brauchst du nur diese Pentatonik für den Dur-Akkord zu übernehmen und fertig.

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    Pentatonik
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     
H -|---|-5-|---|---|-7-|-     
G -|---|-3b|---|-4-|---|-     
D -|---|-7-|---|<1>|---|-     
A -|---|-4-|---|-5-|---|-     
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     


Bei der Improvisation spielt man oft mit Dur (3) und Moll (3b)

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    Pentatonik inkl. Dur-Terz
E -|---|<1>|---|---|-3b|-3-|-     
H -|---|-5-|---|---|-7-|-     
G -|---|-3b|-3-|-4-|---|-     
D -|---|-7-|---|<1>|---|-     
A -|---|-4-|---|-5-|---|-     
E -|---|<1>|---|---|-3b|-3-|-     


Bei der Akkordbegleitung wird häufig die 6. mit eingefügt, so dass es zu einer 5 6 7-Spielerei kommt.

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    Pentatonik
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     
H -|---|-5-|---|-6-|-7-|-     
G -|---|-3b|---|-4-|---|-     
D -|-6-|-7-|---|<1>|---|-     
A -|---|-4-|---|-5-|---|-     
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     


Aber ein Bending klappt sehr oft von der 4 zur 5b. (die 4 wird so lange gezogen, bis sie wie eine 5b klingt. Das klappt am besten auf der G-Saite.

Auf der A-Saite kann man die 5b als Durchgangsnote oder für einen Slide von 5 nach 4 oder von 4 nach 5 einsetzen.

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    Pentatonik
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     
H -|---|-5-|---|---|-7-|-     
G -|---|-3b|---|-4-|-5b|-     
D -|---|-7-|---|<1>|---|-     
A -|---|-4-|-5b|-5-|---|-     
E -|---|<1>|---|---|-3b|-     


Zusammen sieht es dann etwa so aus:
Bild

Das wären die wichtigsten Skalenformen beim Akkord der F-Dur-Form.

Zusammenfassung
Also hast du jetzt 3 Dur-Skalenformen kennengelernt, die du je nach Zusammenhang über den Barré-Akkord der F-Dur-Form legen kannst.

Du hast die entsprechende Dur-Pentatonik kennengelernt, die fast immer klappt (unabhängig vom Modus bzw. Akkordfunktion))

Du hast zudem die Bues-Skala kennengelernt, die aber eigentlich nichts anderes ist, wie die Moll-Pentatonik, welche um ein paar Blue-Notes erweitert wurde.

Es gibt noch eine Besonderheit, die vor allem bei der Dominante einer Moll-Tonart auftaucht, aber dafür werde ich ein eigenen Post setzen..

Soweit bis jetzt

Viel Spaß beim üben
Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 06.09.2010, 20:30, insgesamt 3-mal geändert.

Greifbar
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Erstellt: von Greifbar » 06.09.2010, 19:12

Hallo, das ist ja ganz großes Tennis ;)

Da sind nen paar nette Eselsbrücken dabei, mille grazie!

;)

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 06.09.2010, 20:20

@Greifbar :D Danke für die Blumen!

Eingrenzung der möglichen Skalen durch optionale Intervalle.

Bei einem Akkord in der F-Dur-Form muss man wohl oder übel mit allen der oben genannten Skalen rechnen. Man muss sich die Nachbar-Akkorde anschauen, um die Tonart genauer eingrenzen oder bestimmen zu können. Am Barré-Akkord alleine hat man keinen Anhalt, ob man die lydische, ionische oder mixolydische Skala verwenden sollte. Nur beim Blues oder Rock, der vom Blues beeinflusst ist hört man einfach, dass man die Blues-Skala nehmen muss. (Und wenn man es nicht hört, probiert man es einfach aus. Wenn es passt ist gut, wenn nicht versucht man die Tonart zu bestimmen, und wenn gar nichts hilft, nimmt man die Pentatonik)

Aber schauen wir jetzt mal, ob es Akkordformen gibt, die uns vielleicht einen Hinweis auf die Skalen geben.

Fadd6- oder ein Fadd9-Form
Nehmen wir mal einen Akkord in der Fadd6- oder ein Fadd9-Form

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Aadd6 in der Fadd6-Form. (wird oft nur als A6 bzw. F6-Form abgekürzt)
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-Z-|---|-6-|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-Z-|---|<1>|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-


Code: Alles auswählen

Aadd9 in der Fadd9-Form. (wird manchmal als A9 bzw. F9-Form abgekürzt)
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<Z>|---|-9-|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-Z-|---|<1>|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-

Achtung: bei A9 könnte es sich auch um einen A7/9 handeln, weil die Jazzer bei einem 9er-Akkord immer auch die 7 mit auffüllen, obwohl sie gar nicht mit angegeben ist. Aber in einfachen Liederbüchern steht oftmals 9 wo korrekterweise add9 hin müsste.

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A9 in der F9-Form. (eigentlich A7/9 bzw. F7/9-Form)
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<Z>|---|-9-|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-7-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-


Die Z sind nichts anderes als der Barré-Zeigefinger, die aber nichts weiter zu den Harmonien des Akkordes beitragen, weil sie vom einem anderen Finger verdeckt sind. Die Z können zufälligerweise auch ein Ton einer Skala sein, müssen es aber nicht unbedingt sein. Also denkt nicht zu lange darüber nach. Ich hoffe ihr findet die Finger für den Akkord selbst.

Überlege noch einmal was du über die Sexten (6) oben gelernt hast.
Die Töne, die du für die Pentatonik gebrauchst, kommen in allen drei vorher gelernten Skalen gleichermaßen vor. Das heißt, dass neben den drei Akkordtönen noch die gr. Sekunde (2) und die gr. Sexte (6) in allen drei modalen Skalen vorkommen.


Die None (9) ist lediglich eine Oktave über der Sekunde (2). Zu einem Fadd9 käme also noch
(Moment: mal nachzählen)
F G A Bb C D E F G
der Ton G mit hinzu, weil der Ton G der 9. Ton in der F-Dur-Skala ist.
Nun siehst du aber auf den ersten Blick, dass auch der 2. Ton (gr. Sekunde) ein G ist.
Für die Harmonie ist es also eigentlich egal, ob eine add2 oder eine add9 mit dabei steht.

Die Intervalle 6, 13 (Oktave der Sexten) sowie die 2 und 9 sagen bei einem Dur-Akkord rein gar nichts über die Funktion (Subdominante-Tonika-Dominante) des Akkordes aus. Die Optionstöne der Pentatonik verhalten sich neutral. Sollte also bei einem Dur-Akkord eine gr. Sekunde (2), gr. Sexte (6) oder deren Oktaven also die gr. None (9) oder gr. Tredezime (13) musst du mit allen drei Skalen (lydisch-jonisch-mixolydisch) rechnen.

Bei so was ist es besser, dass du dich mal eingehender mit dem Quintenzirkel auseinander setzt, und über die Nachbar-Akkorde versuchst herauszufinden, um was für eine Tonart es sich handelt, und welche Funktion der Barré-Akkord der F-Form darin einnimmt.
:arrow: http://de.wikibooks.org/wiki/Musiklehre:_Der_Quintenzirkel

Du hast im selben Kapitel über die Pentatonik gelesen:
Die Quarten (4 oder 4#) und die Septimen (7 oder j7) fehlen, da sich diese so genannten "Leit- und Strebetöne" von Modus zu Modus unterscheiden.

Die Quarte (4) bzw. die übermäßige Quarte (4#) kann auch als ihre Oktave, der Undezime (11 bzw. 11#) auftauchen.

Du hast gelesen, dass die übermäßige Quarte (4#) ein Kennzeichen für die lydische Skala ist, und zu der Subdominante gehört (4. Akkordstufe einer Dur-Tonleiter).
Bei Akkorden kommt sie meist als 11# vor. Wenn also bei einem Akkord eine 11# auftaucht, würde ich erst mal mit der lydischen Skala rechnen.

Beim Jazz gibt es zwar noch ein paar Ausnahmen, aber um die solltest du dich erst dann kümmern, wenn du dich näher mit Jazz beschäftigst (dürfte also noch eine Weile dauern). Sofern ich nichts anderes sage, bleiben bei diesem Workshop ausschließlich bei den reinen modalen Skalen. Alle Spiränzchen die man noch anstellen kann, würden hier den Rahmen sprengen.

Wenn beim Akkord eine 11 vorkommt, dann schränkt dieses die Möglichkeiten ein. Es kann keine Subdominante sein, denn da müsste ja eine 11# vorkommen. Also kann es sich da nur um die ionische Skala für die Tonika oder aber die mixolydische Skala für die Dominante handeln. Um zu Überprüfen, welche der beiden Skalen es nun ist, müssen wir den anderen Leit- bzw. Strebeton untersuchen. Wir müssen herausfinden, ob sich noch eine kl. Septime (7) oder eine große Septime (j7) mit bei dem Akkord hineinpassen könnte.

Schauen wir uns mal die Variationen an:

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A7 in der F7-Form (im 5. Bund)
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-Z-|---|---|-7-|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-Z-|---|<1>|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-


Code: Alles auswählen

A7 in der F7-Form (Variante)
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-7-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-


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Aj7 in der Fj7-Form
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-7-|-j7|---|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-


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Aj7 in der Fj7-Form (Variante)
            III      V      VII                 XII
x xx---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|---|-3-|---|---|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|---|-j7|---|---|---|---|---|---|---|-
x xx---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-

Die Variante ist bei Jazzern sehr beliebt. Die A-Saite muss mit dem Zeigefinger <1> abgedämpft werden.

Bei einer 7 (kl. Septime) ist es ganz einfach. Die kommt nur bei der Dominante vor. Also rechne ich bei einem 7er-Akkord zu allererst mit der mixolydischen Skala (5. Akkordstufe).

Eine großen Septime (Major 7, maj7 oder ganz kurz j7) könnte es entweder die ionische Skala für die Tonika (1. Akkordstufe) oder aber die lydische Skala für die Subdominante (4. Akkordstufe) sein.

Die 7 wird von Jazzern immer mit aufgefüllt, wenn eine ungerade Zahl mit bei dem Akkord ist, die größer als 7 ist. Also bei Jazzern ist ein A9 eigentlich ein A7/9. Und schon sehen wir, dass ein A9-Akkord bei Jazzern immer als eine Dominante (oder Zwischendominante) angesehen wird, wo man in der ersten Linie mal mit der mixolydischen Skala rechnent.

Ebenfalls fügt man bei einem A11 sowohl die 7 als auch die 9 hinzu. Also ist ein A11 bei Jazzern eigentlich ein A7/9/11 über dem auch mixolydisch improvisiert wird.
Ein A13 ist eigentlich ein A7/9/11/13, über den ebenfalls mixolydisch improvisiert wird.

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A7/sus4 in der F7/sus4-Form
            III      V      VII                 XII
E ||---|---|---|---|<1>|---|(9)|---|---|---|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|-x-|---|-4-|---|---|---|---|---|-
D ||---|---|---|---|-7-|---|---|---|---|---|---|---|---|-
A ||---|---|---|---|-Z-|---|-5-|---|---|---|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|-

Mir fällt gerade kein richtiger 11er-Akkord für die F-Dur-Form ein, der gleichzeitig noch sehr praktikabel zu greifen ist. Ebenfalls bezweifle ich, dass man noch die None (9) mit greift. Ich denke dass man sich in der F-Form auf einen 7/sus4 beschränkt. Allerdings lasse ich mir von einem Jazzer gerne eines besseren belehren.

Bei so vielen zusätzlichen Tönen kann schon mal der ein oder andere Ton unter den Tisch fallen. Sehr oft verschwindet die Quinte(5), manchmal die None (9) oder auch die Undezime(11) wenn es ein 13er Akkord ist.

Wenn man eine große Septime dabei haben will, dann fügt man oft nur ein "j" ein.
Aj9 meint also eigentlich einen Aj7/9. Könnte also lydisch (Subdominante) oder ionisch (Tonika) sein. Die 9 sagt ja allein nichts aus. j7 schließt nur die Dominante aus.

Ein Aj11 ist eigentlich ein Aj7/9/11. Hier kann es aber nur die Tonika, also ionisch sein.
Für lydisch bräuchten wir eine 11# und für mixolydisch brächten wir eine 7 aber keine j7.

Also nochmal zusammengefasst:
eine 2, 6, 9, 13 sagt erst mal nichts über die Akkordfunktion (Subdominante-Tonika-Dominante) bzw. über den Modus (lydisch-ionisch-mixolydisch) aus. Diese Intervalle sind bei Dur-Akkorden neutal.

Eine 7 (auch eine die man bei Jazz-Akkorden auffüllen muss) und eine 11# (4#) gibt eindeutige Auskunft über den Modus.
Merke dir die charakteristischen Intervalle:
  • lydische Quarte (4# oder 11#)
  • mixolydische Septime (7 aber keine j7)

Eine j7 und oder eine 11 (4) schränken die Möglichkeiten auf die anderen beiden Skalenformen ein.

Ein j7 (oder ein j bei einem j9, j11, j11#, j13) schließen die mixolydische Skala aus.
Bei j13 ist es die jonische Skala (da die 11 nicht aber die 11# mit aufgefüllt wird)
bei einer j11# ist es die lydische Skala.
Überall wo eine 7 erscheint (ohne j) oder eine 7 aufgefüllt wird, da wird mixolydisch improvisiert.
Bei einer Add11 kann es die jonische Skala für die Tonika sein, oder aber die mixolydische Skala für die Dominante. Nicht aber die lydische Skala.
Bei einem A11 ist es jedoch die mixolydische Skala, wenn ich damit rechne, dass es sich eigentlich um einen A7/9/11 handelt. Jedoch ist es hier die 7, die den charakteristischen Intervall ergibt.

Intervalle, die üblicherweise NICHT bei Dur-Akkorden vorkommen
Wenn bei einem Dur-Akkord eine 2b, 5b, 6b, 9b, oder 13b vorkommen sollte, dann handelt es sich um einen alterierten Akkord. Es sind Intervalle enthalten, die üblicherweise nicht bei einem Dur-Akkord auftauchen, solange er sich brav in einer Dur- oder in einer reinen Moll-Tonleiter befindet. Am einfachsten nennt man die Skala, die man dafür verwendet, eine alterierte Skala.

Natürlich gibt es beim Jazz auch so was wie ein A7/11#. Der sprengt aber auch den Rahmen der modalen Skalen. Auch da sagt der Jazzer einfach dass er eine alterierte Skala verwendet. Also irgendeine modale Skala, wo er noch ein paar Töne einfügt, die eigentlich gar nicht da hin gehören. Aber was er dann genau spielt, ist ein Geheimnis für sich. (Ich hoffe keiner hat in nächster Zeit vor, extremen Jazz zu spielen. Da muss ich nämlich passen. Ich finde mich nur in leicht verjazzten Stücken zurecht, und da kommen solche Exoten nicht vor. :) )

Da ich aber keine Ahnung habe, was für eine alterierte Skala sich der Jazzer bei dem schrägen Intervall gedacht hat, mache ich es mir einfach. Ich nehme die Skala, die ich immer bei einem Dur-Akkord nehme, wenn ich mir über den Modus nicht sicher bin. Ich verwende einfach die Dur-Pentatonik in der F-Form.

Vorsicht bei 7er-Akkorden, es könnte auch die Blues-Skala passen
Bei 7er-Akkorden rechne ich immer damit, dass es sich auch um Blues handelt.
Und da versuche ich dann einfach anstelle der Mixolydischen Skala die Blues-Skala aus. (Würde ich auch bei 9er, 11er, 13er Akkorden in Dur machen, wenn es Jazz-Akkorde sind, wo die 7 automatisch mit aufgefüllt werden.)

Bei so was hilft nur Versuch und Irrtum. Wenn es gut klingt, verwende ich es, wenn es nicht klingt, nehme ich halt die mixolydische Skala, und wenn alle Stricke reißen, nehme ich die Dur-Pentatonik.

Vorsicht bei Sus-Akkorden, es könnte Moll verlangt sein.
Eigentlich könnt ihr bei einem Sus4-Akkord alles anwenden, was ihr hier schon gelernt habt. Bei einem Sus2-Akkord könnt ihr dagegen nichts einschränken. Das Problem bei Sus-Akkorden ist jedoch, dass der Sus-Intervall nicht die Dur-Terz, sondern die Mollterz verdeckt. Dann muss man in dem Falle das nachlesen was für Moll-Akkorde gilt. (kommt noch) Im Zweifelsfalle versucht man es erst mal mit einer Dur-Pentatonik. Wenn die nicht klappt, dann schaue weiter bei den Moll-Akkorden nach. (also Versuch und Irrtum)

Vorsicht bei Maj-Akkorden, es könnte einfach nur "Dur" heißen.
Bei den Engländern heißt unser Dur "Major". Also könnte irgendwann einmal da Maj oder Major stehen, obwohl kein j7-Akkord gemeint ist. Das kommt zwar extrem selten vor, weil gute Gitarrenspieler um die Verwechslungsmöglichkeiten Bescheid wissen. Aber behaltet es dennoch im Hinterkopf.

j7 ist eher ionisch als lydisch
Wenn aber ein richtiger j7- bzw. maj7-Akkord vorkommt, dann wird meist die ionische Skala verlangt. Anstelle der Subdominante nimmt man lieber die Subdominantenparallele (Das ist ein Moll-Akkord). Aber dass heißt nur, dass die ionische Skala mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit vorkommt als die lydische. Im Zweifelsfalle hilft mir der Quintenzirkelweiter, oder es ergibt sich von alleine durch Versuch und Irrtum.

Gruß Mjchael


Ach ja, ich sehe gerade, dass ich nicht alle Akkordformen aufgemalt habe. Vielleicht hole ich es demnächst nach, aber bis es so weit ist, verweise ich euch auf Akkordtabellen.

Sollte ich etwas unverständlich ausdrücken, oder missverständlich, oder wenn ihr meint, bei mir habe sich ein Fehler eingeschlichen, so hakt nach, damit ich es ausbessern kann.

Wer mit anderen Skalenkonzepten ankommen möchte, der schicke mir doch eine PN, damit man keine Diskussionen vom Zaun bricht, die mehr verwirren, als sie klären.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 20.09.2010, 13:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 09.09.2010, 19:22

Bild

Das ist die zweite gängige Dur-Akkord-Form, über die man sich gut Skalen ableiten kann.

Diese Akkordform hat bei mir zwei Namen.
Einmal A-Dur-Form und einmal Bb-Dur-Form

A-Dur kommt in folgenden Tonarten vor:

Als Dominante der Tonart D-Dur
G D A(7) Em Hm F#m

Als Grundakkord (Tonika) der Tonart A-Dur
D A E(7) Hm F#m C#m

Als Subdominante der Tonart E-Dur
A E H(7) F#m C#m G#m

Bb-Dur kommt in folgenden Tonarten vor:

Als Dominante der Tonart Eb-Dur
Ab Eb Bb(7) Fm Cm Gm

Als Grundakkord (Tonika) der Tonart Bb-Dur
Eb Bb F(7) Cm Gm Dm

Als Subdominante der Tonart F-Dur
Bb F C(7) Gm Dm Am

Warum brauche ich jetzt zwei Namen für eine Akkordform?
Die Tonart A-Dur und die Tonart E-Dur eignet sich weniger gut, um von diesen Tonarten Skalen abzuleiten.

die A-Dur-Tonleiter sieht folgendermaßen aus:

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            III      V
E ||---|-F#|---|-G#|---|-
H ||---|-C#|-D-|---|---|-
  ||-G#|---|-A-|---|(H)|-
D ||---|-E-|---|-F#|---|-
A ||---|-H-|---|-C#|---|-
E ||---|-F#|---|-G#|---|-


Die entsprechende Skala müsste demnach so aussehen:

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E -|-5-|---|(6)|---|-j7|-
H -|-2-|---|-3-|-4-|---|-
G -|---|-j7|---|<1>|---|(2)-
D -|-4-|---|-5-|---|(6)|-
A -|<1>|---|-2-|---|-3-|-
E -|-5-|---|(6)|---|-j7|-

Natürlich kann man so eine Skala auch spielen. Aber fürs erste Lernen von Skalen ist die weniger gut geeignet. Man kann aus F#m und C#m nicht so gut eine Akkordform ableiten, die einem sehr schnell einleuchtet.

Die Tonart E-Dur ist aus dem gleichen Grund für eine Skalenbezeichnung auch nicht viel besser geeignet. Ebenso kann man nur schlecht geeignete Akkordformen von F#m C#m G#m ableiten.

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E ||---|-F#|---|-G#|     -|<1>|---|-2-|---|-3-|-
H ||---|-C#|---|-D#|     -|-5-|---|-6-|---|-7-|-
. ||-G#|-A-|---|-H-|     -|---|-3-|-4-|---|-5-|-
. ||-D#|-E-|---|-F#|     -|---|-7-|<1>|---|-2-|-
A ||---|-H-|---|-C#|     -|-3-|---|-5-|---|-6-|-
E ||---|-F#|---|-G#|     -|<1>|---|-2-|---|-3-|-


Damit das Akkord-Skalen-System möglichst einfach zu verstehen und umzusetzen ist, verwendet man daher besser die Tonart Bb-Dur und F-Dur als Vergleich.

Aber je nach Zusammenhang kommt man mal mit der einen, mal mit der anderen Bezeichnung besser klar.


Nehmen wir zuerst einen Barré-Akkord in der F-Form


In welcher Tonart erwarten wir überall den F-Dur-Akkord
Zuerst müssen wir klären, in welcher Tonart dieser Akkord vorkommen kann. Dann wissen wir auch, welche Skalenformen wir üblicherweise bei den F-Dur-Akkordformen erwarten.

Am besten wir bleiben erstmal beim F-Dur-Akkord, damit wir einen Anhaltspunkt haben.

Der F-Dur-Akkord kann 5 wichtige Funktionen übernehmen.
die drei Hautfunktionen Tonika-Subdominante-Dominante

F-Dur kann der Grundakkord (Tonika) der F-Dur-Tonleiter sein. Die dazugehörigen Akkorde sind
Bb F C7 Gm Dm Am Edim
Lasse die Akkorderweiterungen weg, und du hast alle Töne
Bb F C G D A E
Die habe ich nach dem Quintenzirkel sortiert, da dieses einfacher ist, als jeden Ton einzeln auszurechnen.
Richtig sortiert müsste die F-Dur-Tonleiter folgendermaßen aussehen.
F G A Bb C D E F

F-Dur kann die Subdominante der Tonart C-Dur sein.
Akkorde der C-Dur-Tonleiter:
F C G7 Dm Am Em Hdim

F-Dur kann die Dominante der Tonart Bb-Dur sein
Akkorde der Bb-Dur-Tonleiter
Eb Bb F7 Cm Gm Am Ddim

Also erwarten wir beim Akkord der F-Form die drei Dur-Skalen der Bb-Form, F-Form und der C-Form.

Bb-Dur ist die Tonika bzw. der Grundton der Tonart Bb-Dur

Bild Bild

Wenn du mit der Bb-Dur-Tonleiter über den Bb-Dur-Akkord improvisierst, dann improvisierst du im Modus Bb-ionisch. (Ist aber nichts anderes als Bb-Dur!)

Wenn du diesen Akkord sagen wir mal in den 5. Bund verschiebst, dann hast du ein D-Dur.
Die Skala nimmst du mit, und setzt diese in den 4. Bund. Du siehst, dass dadurch der Grundton (1) ebenfalls auf den 5. Bund kommt.
Bild Bild
Die Skala wird im 4. Bund (mit dem Grundton im 5. Bund) genau wie der Akkord zur D-Dur-Skala.
Wie du siehst funktioniert alles ganz genau so, wie oben bei der F-Dur-Form, nur dass jetzt der Grundton eine Saite tiefer ist (also auf der A-Saite). Die ganze Skala rutscht dadurch eine Saitenlage nach unten.

Auch hier ist es so, dass man, sobald man den Hauptakkord einer Dur-Skala hat, auch den Namen der Skala weiß.
So lässt sich sehr einfach eine passende Skala für C, D und E-Dur finden.

C-Dur-Barré ist die Bb-Dur-Akkordform im 3. Bund ==> Skala beginnt im 2. Bund
D-Dur-Barré ist die Bb-Dur-Akkordform im 5. Bund ==> Skala beginnt im 4. Bund
E-Dur-Barré ist die Bb-Dur-Akkordform im 7. Bund ==> Skala beginnt im 6. Bund

Die Tonarten einen Bund vor oder nach diesen Tönen lassen sich ebenso leicht ermitteln.
(H-, C#-, D#-, Db-, Eb-Dur sind nur einen Bund weit entfernt).

Die Skala wurde ja schon im [Workshop] Die 5 Haupt-Dur- und Moll-Tonleitern
vorgestellt.

Du musst beim zweiten Fingersatz
|-Z-|---|-R-|-K-|---|
|-Z-|---|-R-|-K-|---|

noch einen Lagewechsel mit einberechnen, der jedesmal zwischen der G- und H-Saite auftritt.

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E |---|---|---|---|---|
H |---|-Z-|---|-R-|-K-|
G |-Z-|---|-R-|-K-|---|
D |---|---|---|---|---|
A |---|---|---|---|---|
E |---|---|---|---|---|

Der Rest müsste eigentlich einfach sein.


Bb-Dur-Akkordform als Subdominante auf der 4. Stufe (lydisch)

Bb-Dur könnte die Subdominante der F-Dur Tonleiter sein. Bb-Dur steht in der F-Dur-Tonleiter auf der 4. Akkordstufe.
(F = 1, Gm = 2, Am = 3, Bb = 4 ... )
Bild Bild

Wir hatten schon einmal diese Skala in den 4. Bund verschoben, und dort die Tonleiter A-Dur erhalten. und von der A-Dur-Tonleiter ist D-Dur die Subdominante, die man als Barré-Akkord im 5. Bund spielen kann.
Bild Bild

Also ich weiß, dass die Subdominante auf der 4. Akkordstufe steht. Also ist der Grundton meines Akkordes ebenfalls auf der 4. Stufe.

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E ||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-Z-|---|-K-|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|---|<4>|---|-
D ||---|---|---|---|-Z-|---|-M-|---|-
A ||---|---|---|---|<4>|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|-


Ich weiß, dass die 4 bei den kleinen Sekunden ist, die ich so gerne für die Orientierung auf dem Griffbrett nutze.

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E ||---|---|---|---|---|---|---|
H ||---|---|---|---|---|---|---|
G ||---|---|---|---|---|-3-|-4-|
D ||---|---|---|---|---|---|---|
A ||---|---|---|-3-|-4-|---|---|
E ||---|---|---|---|---|---|---|

Ich weiß, dass die anderen beiden kleinen Sekunden genau da drüber liegen.

Code: Alles auswählen

E ||---|---|---|---|---|---|---|
H ||---|---|---|---|---|---|---|
G ||---|---|---|---|---|-3-|<4>|
D ||---|---|---|---|---|-7-|-1-|
A ||---|---|---|-3-|<4>|---|---|
E ||---|---|---|-7-|-1-|---|---|

und damit hätte ich schon alles, was ich brauche, um in die richtige Skala reinzukommen.

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E ||---|---|---|---|---|---|---|
H ||---|---|---|---|---|---|---|
G ||---|---|---|-2-|---|-3-|<4>|
D ||---|---|---|-6-|---|-7-|-1-|
A ||---|---|---|-3-|<4>|---|-5-|
E ||---|---|---|-7-|-1-|---|-2-|


Bei der Subdominante bzw. bei der lydischen Skala brauche ich mich also gar nicht groß den Kopf zu zerbrechen. Die 4 ist ein Bestandteil des Karré, und damit ist die Orientierung extrem leicht.
Bild

Bb-Dur-Akkordform als Dominante auf der 5. Stufe (mixolydisch) ???
Bb-Dur ist die Dominante von Eb-Dur. Die Moll-Parallele von Eb-Dur ist Cm. Beide Akkorde eignen sich nicht unbedingt dazu, aus denen gescheite Barré-Akkordformen oder eine Skalenform abzuleiten.

In dem Fall würde ich dann doch die A-Dur-Form vorziehen. dass macht hier die Betrachtung einfacher. Also...

A-Dur-Akkordform als Dominante auf der 5. Stufe (mixolydisch)
A-Dur ist die Dominante der Tonart D-Dur.
Bild Bild

Wenn man die Skala der D-Dur-Form in einer höheren Lage spielt, dann vereinfacht sich der Fingersatz, da die Töne F# und C# (4. Bund in der Original-Skala) einfach auf einer höheren Saite gespielt werden können.

Bild Bild

Wieder stelle ich mir die Frage, wo die kleinen Sekunden bei der Skala sind. Der Grundton der A-Barré-Form liegt bei der Subdominante bekanntlich auf der 5. Stufe der Dur-Tonleiter.

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E ||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|-
H ||---|---|---|---|-Z-|---|-K-|---|-
G ||---|---|---|---|-Z-|---|<5>|---|-
D ||---|---|---|---|-Z-|---|-M-|---|-
A ||---|---|---|---|<5>|---|---|---|-
E ||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|-


Der Grundton der Dur-Tonleiter liegt in den meisten Fällen genau eine Saitenlage tiefer.

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E ||---|---|---|---|---|---|---|---|
H ||---|---|---|---|---|---|---|---|
G ||---|---|---|---|---|---|-5-|---|
D ||---|---|---|---|-1-|---|---|---|
A ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|
E ||---|---|---|---|---|---|---|---|

Allerdings muss man bekanntlich bei der H-Saite noch einen Bund hinzufügen. (Du erinnerst dich noch an die Sache mit dem Stimmen in Bünden?)

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E ||---|---|---|---|---|---|---|---|
H ||---|---|---|---|---|---|---|-1-|
G ||---|---|---|---|---|---|-5-|---|
D ||---|---|---|---|-1-|---|---|---|
A ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|
E ||---|---|---|---|---|---|---|---|

Sobald ich den Grundton gefunden habe, weiß ich auch wo das Karré ist.

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E ||---|---|---|---|---|---|-3-|-4-|
H ||---|---|---|---|---|---|-7-|-1-|
G ||---|---|---|-3-|-4-|---|-5-|---|
D ||---|---|---|-7-|-1-|---|---|---|
A ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|
E ||---|---|---|---|---|---|---|---|

und ich habe ganz schnell den ersten und zweiten Fingersatz aufgefüllt. Es fällt aus dem oben genannten Grund auf, dass bei der Skala von der D-Form der zweite Fingersatz um eines nach rechts gerückt ist.

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E ||---|---|---|---|-2-|---|-3-|-4-|
H ||---|---|---|---|-6-|---|-7-|-1-|
G ||---|---|---|-3-|-4-|---|-5-|---|
D ||---|---|---|-7-|-1-|---|-2-|---|
A ||---|---|---|---|-5-|---|---|---|
E ||---|---|---|---|---|---|---|---|

Der dritte Fingersatz wird noch nach oben hin aufgefüllt

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E ||---|---|---|---|-2-|---|-3-|-4-|
H ||---|---|---|---|-6-|---|-7-|-1-|
G ||---|---|---|-3-|-4-|---|-5-|---|
D ||---|---|---|-7-|-1-|---|-2-|---|
A ||---|---|---|---|-5-|---|-6-|---|
E ||---|---|---|---|-2-|---|-3-|-4-|

Sollte man noch den Grundton <1> brauchen, dann kann man die oberste oder die beiden obersten Saiten nach links hin mit je einer großen Sekunde ( = 2 Bünde) erweitern.

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E ||---|---|---|---|-2-|---|-3-|-4-|
H ||---|---|---|---|-6-|---|-7-|-1-|
G ||---|---|---|-3-|-4-|---|-5-|---|
D ||---|---|---|-7-|-1-|---|-2-|---|
A ||---|---|-4-|---|-5-|---|-6-|---|
E ||---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|-x-|

Damit hätte man die passende mixolydische Skala für einen Barré-Akkord in der A-Form.

Wenn du dich in den Skalenformen gut genug auskennst, dann machst du dir vielleicht noch nicht einmal so viele Gedanken.
Du denkst dir einfach die Akkordfolge A7 D und du weißt von alleine, dass man zu der Dominante in der A(7)-Form die Skala von der D-Dur-Form verwendet.

Und was machst du, wenn du nicht weißt, welche Funktion (Subdominante, Tonika, Dominante) oder welcher Modus (lydisch, ionisch, mixolydisch) vorliegt?

Na klar, man nimmt die Pentatonik.
Pentatonik der A- bzw. Bb-Dur-Form
Wenn ich die Akkordfunktion des Barré der A- bzw. Bb-Form nicht weiß, dann nehme ich die

Pentatonik der A/Bb-Dur-Form.
Bild Bild
Den kann man genau wie beim letzten mal ganz beliebig in einen Bund verschieben, und man weiß durch den Barré immer was für eine Dur-Pentatonik man hat.
Bild

Die Blues-Pentatonik für die A-Form-Barrés
Hier bevorzuge ich wieder die Bezeichnung A-Form. Denn du weißt ja noch, dass man zwar einen Dur-Akkord hat, aber mit der gleichnamigen Moll-Pentatonik darüber improvisiert. Und die Am-Form kann man sich leichter herleiten als eine Bbm-Form.

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    Pentatonik
E -|---|-5-|---|---|-7-|-     
H -|---|---|-3b|---|-4-|---|-     
G -|---|-7-|---|<1>|---|-     
D -|---|-4-|---|-5-|---|-     
A -|---|<1>|---|---|-3b|- 
E -|---|-5-|---|---|-7-|- 

Die Pentatonik lernt man am besten dadurch, dass du dir die Pentatonik der E-Moll-Form vergegenwärtigst, und diese einfach einen Bund tiefer setzt, und dann den Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite mit einrechnest.

Auch hier spielt man bei der Improvisation gerne mit der Dur- (3) und Mollterz (3b)

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E -|---|-5-|---|---|-7-|-     
H -|---|---|-3b|-3-|-4-|-   
G -|---|-7-|---|<1>|---|-     
D -|---|-4-|---|-5-|---|-     
A -|---|<1>|---|---|-3b|-3-|- 
E -|---|-5-|---|---|-7-|- 


Ebenfalls wird häufig die 6. mit eingefügt, so dass es zu einer 5 6 7-Spielerei kommt

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    Pentatonik
E -|---|-5-|---|-6-|-7-|-     
H -|---|---|-3b|---|-4-|---|-     
G -|---|-7-|---|<1>|---|-     
D -|---|-4-|---|-5-|---|-6-|-     
A -|---|<1>|---|---|-3b|- 
E -|---|-5-|---|-6-|-7-|- 


Aber ein Bending klappt sehr oft von der 4 zur 5b. (die 4 wird so lange gezogen, bis sie wie eine 5b klingt. Das klappt am besten auf der H-Saite.

Auf der D-Saite kann man die 5b als Durchgangsnote oder für einen Slide von 5 nach 4 oder von 4 nach 5 einsetzen.

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    Pentatonik
E -|---|-5-|---|---|-7-|-     
H -|---|---|-3b|---|-4-|-5b|-     
G -|---|-7-|---|<1>|---|-     
D -|---|-4-|-5b|-5-|---|-     
A -|---|<1>|---|---|-3b|- 
E -|---|-5-|---|---|-7-|- 


Zusammen sieht es dann etwa so aus:
Bild

Das wären die wichtigsten Skalenformen beim Akkord der F-Dur-Form.

Zusammenfassung
Also hast du jetzt 3 Dur-Skalenformen kennengelernt, die du je nach Zusammenhang über den Barré-Akkord der A- bzw. Bb-Dur-Form legen kannst.

Du hast gesehen, dass es manchmal günstiger ist, diese Akkordform vom Bb-Dur-Akkord abzuleitern, und ein anderes mal von der A-Dur-Form. Dieses hängt von der gerade bevorzugten Skala bzw. den Nachbar-Akkorden ab.

Du hast die entsprechende Dur-Pentatonik kennengelernt, die fast immer klappt (unabhängig vom Modus bzw. Akkordfunktion))

Du hast zudem die Bues-Skala kennengelernt, die aber eigentlich nichts anderes ist, wie die Moll-Pentatonik, welche um ein paar Blue-Notes erweitert wurde.

Die Besonderheit, die vor allem bei der Dominante einer Moll-Tonart auftaucht, hebe ich mir weiterhin für eine extra Lektion auf.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 13.09.2010, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 11.09.2010, 09:39

Versucht mal bei jedem Akkord die möglichen Skalen zu ermitteln

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  D        D6       Dsus2    Dsus4     Dmaj7     Dj7sus4
|-5--------7--------5--------5---------5---------5----|
|-7--------7--------5--------8---------7---------8----|
|-7--------7--------7--------7---------6---------6----|
|-7--------7--------7--------7---------7---------7----|
|-5--------5--------5--------5---------5---------5----|
|-----------------------------------------------------|



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  D7       D13       D7sus4    D7sus2
|-5--------7---------5---------8----|
|-7--------7---------8---------5----|
|-5--------5---------5---------7----|
|-7--------7---------7---------7----|
|-5--------5---------5---------5----|


Da der Grundton der A- bzw. Bb-Form auf der A-Saite ist, stehen uns nur 5 Saiten für die Bildung des Akkordes zur Verfügung. Daher sind die Möglichkeiten eingeschränkter als bei der F-Form. Oftmals geht der Gitarrist einige Kompromisse ein, indem er einige Intervalle weglässt, die ein Pianist mitspielen würde.

D
lydisch, ionisch und mixolydisch sind möglich

D6
lydisch, ionisch und mixolydisch sind möglich. Die 6 gehört zur Pentatonik, und gibt daher keine Informationen über die Akkordfunktion

Dsus2 (auch Dsus9)
lydisch, ionisch und mixolydisch sind möglich. Die 2 bzw. 9 gehört zur Pentatonik, und gibt daher keine Informationen über die Akkordfunktion. Doch Vorsicht! Sus könnte auch bedeuten, dass sich der Akkord von einem Moll-Akkord ableitet. Dann müsste man das nachlesen, was über Mollakkorde gesagt wird. Manchmal spielt man ein Dsus9 obwohl eigentlich ein Dadd9 gefordert ist. Da man diesen allerdings in der A- bzw. Bb-Form schlecht darstellen kann, verzichtet man auf die Dur-Terz, und hofft, dass die übrigen Nachbar-Akkorde und die Melodie ausreichen, um diesen Akkord dennoch als Dur-Akkord zu definieren.

Dsus4
Ionisch und mixolydisch sind möglich. Nicht aber lydisch, denn da würde man die lydische Quarte (4#) erwarten. Die Quarte (4) schränkt die Möglichkeiten also ein. Doch Vorsicht! Sus könnte auch hier bedeuten, dass sich der Akkord von einem Moll-Akkord ableitet. Dann müsste man auch hier das nachlesen, was über Mollakkorde gesagt wird.

Dj7
lydisch, ionisch sind möglich. Nicht aber mixolydisch, wo die mixolydische Septime (7) benötigt würde. Du erinnerst dich noch, das ionisch etwas häufiger vorkommt als lydisch.

Dj7sus4
Nur ionisch ist möglich. Mixolydisch fällt wegen der fehlenden kleinen Septime flach, und die Quarte (4) schließt das lydische aus. Es wäre wegen dem sus noch möglich, dass ein Dmj7/4 vorliegt (Tonika einer melodischen oder harmonischen Molltonleiter), aber das müsste man bei den Moll-Akkorden nachschlagen.

D7
Durch die kleine Septime eindeutig mixolydisch

D13
Auch wenn hier die 9 und die 11 unter den Tisch gefallen sind, wurde doch die kleine Septime mit aufgefüllt. Daher mixolydisch

D7sus4
könnte man zur Not auch anstelle eines D11 spielen. Aber durch die 7 käme bei einem Dur-Akkord nur mixolydisch in Frage. Aber wie vorher schon gesagt könnte es wegen dem Sus auch ein Dm7/4 bzw. ein Dm11 sein. (s. Moll-Akkorde)

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D7sus2

könnte man zur Not auch anstelle eines D9 spielen. Aber durch die 7 käme bei einem Dur-Akkord auch hier nur mixolydisch in Frage. Aber wie vorher schon gesagt könnte es auch wegen dem Sus ein Dm9 sein. (s. Moll-Akkorde)

Bei allen 7er, 9er, 11er, 13er-Akkorde sollte man auch mal die Blues-Tonleiter ausprobieren.

Wer noch andere brauchbare Varianten der A- bzw. Bb-Dur-Form weiß, der soll die einfach mal hier hin posten, damit wir auch die unter die Lupe nehmen können.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von mjchael » 10.04.2015, 20:04

Ich habe den erklärenden Wikibookstext einiges überarbeitet.

https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Akkordformen

Ich hoffe, der ist jetzt leichter zu verstehen.

Die Formen-Systematik habe ich zwar auch ein kein wenig überarbeitet, aber da will ich noch mal dran.

https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... Systematik

Für konstruktive Kritik bin ich durchaus dankbar.

Gruß Mjchael

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