Pentatonik: Welches Pattern ist das richtige?

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Don Lucio
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Pentatonik: Welches Pattern ist das richtige?

Erstellt: von Don Lucio » 29.08.2014, 00:45

Ich habe ein Backingtrack und möchte darüber improvisieren. Der Track hat z.B. die Tonart E-moll. Nach allem, was ich hier und anderwo bisher gelesen habe, kann ich dazu die Em-Pentatonik verwenden.

Soweit so einfach.
Was mich aber irritiert, sind die verschiedenen "Patterns" (Töne auf dem Griffbrett), die zu einer bestimmten Pentatonik angeboten werden. Je nachdem, ob ich im 3. Bund oder im 5. oder 7. etc. spiele, gibt es unterschiedliche Griffmuster zur selben Pentatonik (s. z.B. hier).

An anderer Stelle ist es noch verwirrender (z.B. hier): Dort wird je Pentatonik nur ein Pattern genannt aber ohne Bund-Bezeichnung.

Ich bin verwirrt. Kann ich mir denn ein Pattern nach meinem Geschmack aussuchen und es passt immer?

Danke,
Don Lucio.
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Exordium
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Erstellt: von Exordium » 29.08.2014, 04:50

Schau mal hier.
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Beastmaster
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Erstellt: von Beastmaster » 29.08.2014, 08:02

Hi,


1. Es gibt 5 Pentatonicpattern (5er System)
2. Jedes Pentatonikpattern besteht 5 Tönen

Daraus folgt: jedes Pattern startet am jeweils nächsten Buchstaben des Musikalischen alphabets bzw der gewählten Tonart.

Bsp: Em-Pentatonik

1. E G A B D - "bemerke, dass diese nur ein Em7 - akkord mit zusätzlichem A (Quarte) ist"
2. G A B D E - "jetzt startet sie lediglich ab G, nennt man auch Durpentatonik"
3. A B D E G - "Vorsicht! sie startet mit der Quarte, sehr guter Vorhalt"
4. B D E G A - "Hier fangen wir mit der Quinte an"
5. D E G A B - "Auch mit Vorsicht zu geniessen, startet mit b7, guter Vorhalt"

Ich hoffe das war verständlich.

Vergleiche dies mit deinen Griffmustern Pattern und du wirst es verstehen.

Viel Spaß
Beastmaster

everyBlues
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Re: Pentatonik: Welches Pattern ist das richtige?

Erstellt: von everyBlues » 29.08.2014, 09:43

Don Lucio hat geschrieben:Soweit so einfach.
Was mich aber irritiert, sind die verschiedenen "Patterns" (Töne auf dem Griffbrett), die zu einer bestimmten Pentatonik angeboten werden. hier).

Die kannst Du an einanderreihen und alle benutzen. Stelle es Dir so vor, das erste Pattern mit seinem Grundton, sagt Dir die Tonart an. Erstes Pattern 5 Bund,GrundTon A = Erstes Pattern A-moll. Alle anderen kannst Du links oder rechts davon anreihen. Oder innerhalb dieser ganzen Griffbrettskala auch ein anderes Pattern spielen.Nehme am besten als Ausgangspunkt immer die Stelle an den dein erstes pattern wäre, also auch dann wenn Du ein anderes spielst. Sehe die Stelle des ersten vor deinem geistigen Auge.
Soll heißen, Du kannst auf dem Griffbrett auch springen und ruhig mal ein Pattern auslassen. Aber versuche alle Pattern in der jeweiligen Tonart, vor dem geistigen Auge, aneinander zu reihen, damit Du die ganze Griffbrett Skala im Kopf vor Augen hast. Du weißt dann irgentwann wo sich das entsprechenden Pattern der jeweiligen Tonart befindet.

JA! hier kannst Du Dir das Pattern aussuchen.

Don Lucio hat geschrieben:An anderer Stelle ist es noch verwirrender (z.B. hier): Dort wird je Pentatonik nur ein Pattern genannt aber ohne Bund-Bezeichnung.
Ich bin verwirrt. Kann ich mir denn ein Pattern nach meinem Geschmack aussuchen und es passt immer?
Danke,
Don Lucio.


Jupp, ist verwirrend. Die Pattern werden hier auch in der falschen Reihenfolge angezeigt, will man sie aneinanderreihen. Das an fünfter Stelle gezeigte Pattern, wäre dann das zweite Moll- Pattern. Hier hat man für jede Tonart ein eigenes ertstes Pattern genommen, und fängt damit dann immer in den ersten Bünden an. Das ist nicht falsch, nur zu kompliziert. Wenn man es so sieht, erscheint nachher, beim aneinanderreihen der Fünf- Pattern, für jede Tonart eine andere Skala. Das ist nicht wirklich so!! Es kommt einen aber so vor.
Nehme das ertse oben was Du verlinkt hast, damit fährst Du gut. Es ist anders gedacht, einfacher gedacht. Und parktisch besser anwendbar. Aus meiner Sicht zumindest.
Ich habe irgentwo hier im Board schon einmal darüber geschrieben.
Schau auch mal hier, entspricht das was du in deinem erstem Link zeigst.: http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... c1518.html
Zuletzt geändert von everyBlues am 29.08.2014, 10:15, insgesamt 3-mal geändert.

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Henk
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Erstellt: von Henk » 29.08.2014, 09:47

Siehe Beastmasters Auflistung: Jedes Pattern besteht aus denselben fünf Tönen, nur in jeweils anderen Lagen auf dem Griffbrett.
Dementsprechend kannst Du jedes der fünf E-Moll-Pattern nehmen um in E-Moll zu improvisieren, oder die Pattern miteinander verbinden, z.B. durch Slides. Es wird dann immer "gut" oder "richtig" klingen.

Am besten auf ein Pattern konzentrieren und das erst mal ordentlich zu Backing Tracks üben. Da kann man schon ne Menge mit machen. Und: die anderen vier Patterns beinhalten ja auch nur dieselben fünf Töne.
Achte darauf, wo in dem Pattern der Grundton liegt, da man die Improvisation hier ganz gut starten oder beenden kann damit es "gut" klingt.

Beherrscht Du eins der Patterns in E-Moll, beherrscht du gleichzeitig eins der Patterns in G-Dur. G-Dur ist die Paralleltonart von E-Moll. Beide Pentatoniken beihnahlten die selben fünf Töne (G A B D E).

Das ist ja das schöne an dieser Vereinfachung die die Pentatonik bietet: während die normale Dur als auch Moll-Tonleiter 7 Töne umfasst, fallen bei der Pentatonik 2 "Problemtöne" weg. Diese würden sich komisch oder "falsch" anhören. Das macht die Pentatonik so universell, und beliebt ;-)

Theoretische Faustregel um die Paralleltonart zu finden:
Aus Moll mach Dur indem man 3 Halbtonschritte weiter geht.

A A# B C C# D D# E F F# G G#

Beispiel E-Moll: 3 Halbtonschritte weiter = F > F# > G
E-Moll ist die Paralleltonart von G-Dur.

Andersrum gehts natürlich auch, dann nur 3 Halbtonschritte in die andere Richtung.
Beispiel C-Dur = B > A# > A
A-Moll ist die Paralleltonart von C-Dur.

Wie gesagt, kannst du ein Pattern in Moll kannst du gleichzeitig eins in Dur und dir dementsprechend auch einen Backingtrack in der Paralleltonart raussuchen.
Zu beachten ist wo die jeweiligen Grundtöne im Pattern liegen.

Pentatonik spielen ist salopp gesagt viel ausprobieren und ein gewisses "Gefühl" das sich mit der Zeit einstellt.
Zuletzt geändert von Henk am 29.08.2014, 10:36, insgesamt 4-mal geändert.

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Erstellt: von everyBlues » 29.08.2014, 10:02

Henk hat geschrieben:,
Faustregel für die Paralleltonart: Aus Moll mach Dur indem man 3 Halbtonschritte hoch geht.
,


Nein runter. Das heißt Richtung Kopfplatte.Du siehst es aber vermutlich nur andersrum.
Das ist eine Möglichkeit um von Moll zum Dur zu wechseln, ohne die Tonart zu wechseln. Heißt zB: Von A-Moll zu A- Dur. Die Fünf Pattern der Moll verschieben sich dann um drei Bünde, oder Halbtonschritte. So wird aus der Moll eine Dur-Skala.


Man kann aber auch den Grundton eines Pattern wechseln, um von Moll - zum Dur zu kommen.

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Henk
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Erstellt: von Henk » 29.08.2014, 10:13

Jo, stimmt.
Bevor es zu Verwechslungen kommt: das mit der Paralleltonart und den drei Halbtonschritten bezieht sich vielmehr theoretisch und unabhängig davon ob man ne Gitarre auf dem Schoß hat darauf:
Hey, jetzt da Pattern Nr. 1 mittlerweile beherrsche, wie finde ich eigentlich raus welche die Paralleltonart ist? Dann kann ich ja mal was in Dur statt Moll spielen und mir statt E-Moll einen Backig Track in G-Dur raussuchen.

Wie man das auf dem Griffbrett umsetzt, ist eine andere Frage (siehe z.B. everyblues Erklärung mit Verschiebung des Grundtons in ein und demselben Pattern, um in die Paralleltonart zu wechseln)

Ich glaub es wird nur schlimmer^^
Zuletzt geändert von Henk am 29.08.2014, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von everyBlues » 29.08.2014, 10:36

Don Lucio,

Um es verständlicher zu machen ( hoffentlich): Es sind immer die gleichen fünf Pattern/ Fingersätze, egal ob Dur oder Moll, egal welche Tonart. Es kommt nur darauf an wo man, an welcher Stelle, das jeweilige Pattern spielt. Und natürlich auch auf den Grundton den man in dem Jeweiligen Pattern wählt.

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Erstellt: von Beastmaster » 29.08.2014, 10:49

Hi,

Heißt zB: Von A-Moll zu A- Dur. Die Fünf Pattern der Moll verschieben sich dann um drei Bünde, oder Halbtonschritte. So wird aus der Moll eine Dur-Skala.


Beispiel E-Moll: 3 Halbtonschritte hoch = F > Fis > G. E-Moll hat dieselben Töne wie G-Dur.


Ihr hattet ja beide recht :D

Nur Henk sprach davon vom Moll zum Parallelen Dur zu kommen (3 Halbschritte hoch)
und EveryBlues davon wie man zum Dur mit gleichem Grundton kommt mit dem gleichen Pattern.
(3 Halbschritte runter.)

Leider ist man beim zweiten Fall aber eher bei der Mollparallele (beginnt mit F#) also mit der Sexte über A-Dur. Sollte man dran denken ;)

Deshalb finde ich es persönlich besser, wirklich das Quasi-Durpattern mit gleichem Grundton zu spielen, wenn man von Moll nach selbigem DUR möchte und gewillt ist mit der Patterntechnik zu arbeiten.

Bei Am zu A-Dur verschiebt man also das Pattern welches sich auf dem C befindet 3 Halbtöne runter zum A.

Aber Geschmackssache wie man es benutzen möchte.


Beste Grüsse
Beastmaster

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Erstellt: von everyBlues » 29.08.2014, 11:18

Beastmaster hat geschrieben:,
Leider ist man beim zweiten Fall aber eher bei der Mollparallele (beginnt mit F#) also mit der Sexte über A-Dur. Sollte man dran denken ;)


nein, weiß nicht ob wir uns nun missverstehen. Oder wie meinst Du das? ich wäre dann immer noch beim A , nur A -dur.

Gehen wir davon aus, das erste Pattern für A-Moll fängt auf dem Grundton A, der E- saite im 5 Bund an. An diesem würde sich nun das zweite pattern A -Moll, nach rechts, anschließen.
Hole ich nun das zweite Pattern A- moll in den 5 Bund, Grundton bleibt A. Dann wird aus dem zweiten Pattern (A-Moll), das erste Pattern A-Dur.
Wenn man das erste a- moll Pattern verschiebt, auch dann bleibt man beim Grundton A, um A Dur zu spielen.

Edit. Ich denke wir meinen das selbe :D

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Erstellt: von Beastmaster » 29.08.2014, 11:42

Ich denke wir meinen das selbe


So ist es :D

Ich dachte du möchtest das Mollpentapattern um 3 nach unten schieben.

Aber du meintest es so wie ich zuletzt beschrieb
Deshalb finde ich es persönlich besser, wirklich das Quasi-Durpattern mit gleichem Grundton zu spielen, wenn man von Moll nach selbigem DUR möchte und gewillt ist mit der Patterntechnik zu arbeiten.

Bei Am zu A-Dur verschiebt man also das Pattern welches sich auf dem C befindet 3 Halbtöne runter zum A.



Beste Grüsse
Beastmaster

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Problem gelöst

Erstellt: von Don Lucio » 29.08.2014, 17:14

Danke an euch alle!
Zwar kann ich der "Gelehrten-Diskussion" im Verlaufe des Threads nicht ganz folgen, aber im Prinzip hab ich's verstanden.


Wie gesagt, kannst du ein Pattern in Moll kannst du gleichzeitig eins in Dur und dir dementsprechend auch einen Backingtrack in der Paralleltonart raussuchen.

Bei mir ist die Fragestellung genau umgekehrt: Ich suche mir zuerst einen Backingtrack, den ich gut finde, ermittle die Tonart (geht zumeist aus dem Titel hervor) und stehe dann vor der Frage, mit welcher Pentatonik ich zu dem Track improvisiere.

Und es ist für mich (Anfänger im 3.Lehrjahr) eine große Hilfe, dass ich mir das Pattern aussuchen kann, das meinen Fingern am genehmsten ist.


Vielen Dank + Grüße,
Don Lucio.
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Re: Problem gelöst

Erstellt: von Exordium » 29.08.2014, 19:42

Don Lucio hat geschrieben:Und es ist für mich (Anfänger im 3.Lehrjahr) eine große Hilfe, dass ich mir das Pattern aussuchen kann, das meinen Fingern am genehmsten ist.


Nicht auf ein Pattern versteifen. Die Kombination macht es. Die Lage der jeweiligen Töne innerhalb der Pattern erlauben natürlich auch tolle Verzierungen und Übergänge. Es ist wichtig früher oder später diese 5 Pattern überall auf dem Griffbrett nahtlos miteinander verknüpfen zu können.

Ich habe mit dem "Standard"-Pattern "Am - 5.Bund" gestartet. Danach das Pattern darunter und darüber und dann die letzten beiden. Später willst Du noch die Blue-Note dazunehmen und irgendwann die kompletten Tonleitern. Klingt erst mal viel, ist aber gar nicht soooo schlimm. Immer eins nach dem anderen...
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