Modale Kadenzen [Workshop]

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Modale Kadenzen [Workshop]

Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 10:38

Hallo,

Dieser Workshop wird etwas Zeit in Anspruch nehmen und ich werde ihn möglichst schnell aber Stück für Stück fertig stellen.

Am Ende des Workshops, werde ich diesen für Diskussionen eröffnen.
Bis dahin bitte ich um zurückhalten von Frage und Posts.

Danke

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Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 10:54

Modale Kadenzen


Merke: Von den vertrauten Kadenzen in Dur und Moll müssen wir uns dafür etwas lösen.

Beispiel für typische Akkordfolgen
in Ton- bzw. Akkordstufen: (V-I, IV-I, II-V-I, I-IV-V etc.

Jeder Modus folgt seinen eigenen Gesetzen.

Wir unterscheiden hierfür zwischen Tonika- und Kadenzfunktion


Tonikafunktion
Die Tonika und Akkorde welche mit der Tonika viele Töne gemeinsam haben wie III und VI.



Kadenzfunktion
  • Funktionen auf der II. und VII. Stufe weil sie keine gemeinsamen Töne mit der Tonika haben und somit viel Bewegungsenergie.
  • Klänge die den Charakteristischen Ton enthalten
  • auch die Typischen aus V-I und IV-I werden wir als Kadenzakkorde empfinden
  • Akkorde mit Tritonus nur mit Vorsicht, da die Auflösung zum falschen Tonzentrum das Ohr irritiert


Modale Kadenzen bewegen sich meist Stufenweise


Übrigens verwende ich in den Ausführungen Vierklänge, welche aber nur der Vollständigkeit halber aufgeführt sind.
Dies ist je nach Musikstil unangebracht und man kann sie natürlich auch als Dreiklänge spielen bzw auch Akkorde bilden welche nicht in Terzschichtung erstellt wurden.

Beispielsweise werden in der Pomusik oft und gerne Susakkorde eingesetzt.

Merke:
viele gemeinsame Töne bzw Terzverwandschaft = Tonikaklang
keine gemeinsamen Töne bzw Strebetöne sind enthalten = Kadenzklang
Zuletzt geändert von Beastmaster am 12.10.2013, 18:39, insgesamt 9-mal geändert.

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Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 12:00

Dorisch

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Im7   IIm7   bIIImaj7   IV7     Vm7   VIm7(b5)   bVIImaj7
 T      K       T        K       K       -           K



Somit ergeben sich als Typische Kadenzen

Im7 IIm7 Im7

Im7 IV7 Im7

Im7 Vm7 Im7

Im7 bVIImaj7 Im7


hierbei ist daran zu denken, daß wir die jeweilige Funktion durch nahe Verwandte ersetzen können.
Tonikafunktion mit Tonikafunktion bzw mit Akkorden mit vielen gemeinsamen Tönen.


Im7 bIIImaj7 IIm7 Im7

Im7 IV7 bIIImaj7 IIm7 Im7



Ein Beispiel für einen Dorischen Song: "Scarborough Fair"


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| Im    |           | bVII     | Im       |  Im    | bIII    |
| Im    | bIII  IV  | Im       | Im       |  Im    | Im      |

| Im    | bIII      | bVII Im  | bVII     |  bVII  | Im      |
| bVII  | bVII      | Im       | Im       |  Im    | Im      |




Zuletzt geändert von Beastmaster am 10.10.2013, 19:56, insgesamt 4-mal geändert.

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Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 12:00

Phrygisch

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Im7  bIImaj7  bIII7   IVm7   Vm7(b5)    bVImaj7   bVIIm7
 T      K      (T)     K      (K)          K        K




bIII sollte hierbei als Dreiklang benutzt werden da er als Septakkord zu instabil klingt.
bVImaj7 ist hier zwar mit der Tonika Terzverwandt da die enthaltene b6 aber stark zur 5 strebt ist es ein Kadenzakkord.

typische Kadenzen

Im7 bIImaj7 Im7
Im7 IVm7 Im7
Im7 bVImaj7 Im7
Im7 bVIIm7 Im7



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Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 14:40

Lydisch

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Imaj7  II7  IIIm7  #IVm7(b5)  Vmaj7  VIm7  VIIm7
  T    (K)    T        -        -     T      K



II.Stufe funktioniert als Dreiklang sehr gut und ist als II7 vorsichtig zu verwenden - weil man ihn als V von Ionisch interpretieren könnte (tritonus)

Wenn wir die Vmaj7 benutzen, biegt unser Ohr nach Ionisch ab.


Typische Kadenzen

Imaj7 II Imaj7
Imaj7 VIIm7 Imaj7

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Erstellt: von Beastmaster » 10.10.2013, 19:47

Mixolydisch

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I7   IIm7    IIIm7(b5)    IVmaj7    Vm7     VIm7     bVIImaj7
T     K        -            -        K       T          K


Man kann um den Tritonus zu vermeiden den I7 ohne 7 oder als I7(sus4) spielen


Typische Kadenzen

I7 IIm7 I7
I7 Vm7 I7
I7 bVIImaj7 I7

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Erstellt: von Beastmaster » 11.10.2013, 07:42

Äolisch

Im Grunde genommen handelt es sich ja hierbei um das Mol aus unserer bekannten Dur-Moll Geschichte.

Trotzdessen kann man diesen Modus auch einzeln, abgetrennt von unseren Ionischen Hörgewohnheiten betrachten.

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Im7   IIm7(b5)   bIIImaj7    IVm7    Vm7   bVImaj7    bVII7
 T       K          T         K       K       K         K


Kadenzen in Aeolisch sind uns allseits bekannt, lediglich müssen wir aufpassen daß unser Ohr nicht ungewollt zum Ionischen umklappt.

Spielen wir hier nämlich (bIII-bVI-bII) hintereinander nimmt unser Ohr das sofort als (I-IV-V) Ionisch war.

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Erstellt: von Beastmaster » 11.10.2013, 07:49

Nachwort

Ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen mit diesem Workshop noch eine Möglichkeit zur Findung von Ideen oder herangehensweisen aufzeigen.

Gern ist dieser Workshop nun für Fragen oder auch andere Konstruktive Beiträge offen.




LG
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Erstellt: von Beastmaster » 11.10.2013, 09:41

Hiermit stelle ich noch ein Pdf zur Verfügung in dem die Kadenzen nocheinmal zusammengefasst sind und zusätzlich einige Tonarten zum Arbeiten.


One PDF to rule them all...



LG
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Erstellt: von snicki » 11.10.2013, 16:13

ich finds großartig, dass sich hier Leute so ne Mühe machen. =(=))=

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Erstellt: von Beastmaster » 11.10.2013, 16:18

Gern geschehen.


LG
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Erstellt: von Beastmaster » 15.10.2013, 12:02

Hier noch etwas um sich mit dem Klang vertraut zu machen.


Fangen wir mit Dorisch an und nehmen uns nur mal die bIII und die IV und spielen sie über den Grundton - Alle drei umkehrungen !

Hier E-Dorisch - also G und A.

Den Basston kann man sich selbst mit der Gitarre dazu spielen einen befreundeten Basser fragen, oder jemanden nen E-Powerchord zu spielen lassen.

Die Akkordskale die dabei entsteht hänge ich als Bild an.


Viel Spaß

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Erstellt: von felixsch » 15.10.2013, 13:14

Ebenfalls: guter Workshop =(=))=

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Erstellt: von Roddy » 15.10.2013, 18:48

Ich bin auch ein eifriger Mitleser! Gerade bei diesen Themen hier! Vielen Dank!

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Erstellt: von Beastmaster » 16.10.2013, 09:21

Weiter gehts mit Phygisch


Wir nehmen die Umkehrungen der bII und der bIII. (Kadenz + Tonikafunktion)


in diesem Fall: F und G über E


Ich möchte nochmal erwähnen, daß diese Akkordskalen melodisch benutzt werden.

Also immer schön wie eine Tonleiter benutzen bzw Melodisch benutzen für die verschiedenen Arten des Riffing (Metal, Country, Funk, Rock...)

Natürlich gibt es diese auch auf anderen 3 Saitenpaaren und man sollte sie kennen.


LG
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Erstellt: von Beastmaster » 16.10.2013, 11:09

Das nächste Beispiel ist Lydisch

E und F# über E


E ist Tonika und F# ist Kadenzklang...



Viel Spaß beim Experimentieren

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Erstellt: von Beastmaster » 16.10.2013, 13:04

Das obige PDF Modalen Kadenzen(Arbeitsblatt) hat leider einen Fehler.
Die Kopfzeile und die letzte Zeile von Lydisch sind Brei


Hänge hier eine neue Version an.

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Erstellt: von Beastmaster » 17.10.2013, 11:06

Wer hätte es gedacht?

Weiter gehts mit Mixolydisch...


hier D und E über E (D ist Kadenzklang und E Tonika) oben nachschauen


Viel Spaß

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Erstellt: von Beastmaster » 18.10.2013, 08:19

Das Aeolische Beispiel


C und D über E



übrigens wähle ich immer Basston E, daß ihr es auch allein probieren könnt ohne das jemand für euch nen Bass zockt.
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Erstellt: von Beastmaster » 18.10.2013, 08:20

Der Lokrische gleich hinterher

Bb und C über E
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Erstellt: von Beastmaster » 23.10.2013, 10:42

Das Ionische Beispiel


A und B über E


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Erstellt: von Beastmaster » 14.11.2013, 12:08

in einem Monat über 4000 klicks, scheint ein viel gesuchtes Thema zu sein...


:D

Der Workshop ist weiterhin für Fragen geöffnet, bin natürlich auch erfreut wenn es anscheinend wenig unklares bei der Sache gibt.

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 14.11.2013, 12:51

Den Thread gerade erst entdeckt. Da habe ich was zu tun ;)

Danke für die Mühe!

sevendays
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Erstellt: von sevendays » 14.11.2013, 18:08

vielen Dank für das pdf-Arbeitsblatt (-:
...hast Dir ja viel Mühe gemacht...
nur durch geduldiges regelmäßiges Üben wirst Du gut ! ....hey, hey, my, my....rock`in roll can never die....., lerne lesen und schreiben (noten) und vor Allem RHYTHMIK !! werde kein reiner "Tabulatur-Junkee" Analphabeten gibt es leider schon genug...

PauI
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Erstellt: von PauI » 17.12.2014, 16:42

Toller Thread den ich jetzt langsam durcharbeiten werde.



Beastmaster hat geschrieben:Dorisch



Ein Beispiel für einen Dorischen Song: "Scarborough Fair"


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| Im    |           | bVII     | Im       |  Im    | bIII    |
| Im    | bIII  IV  | Im       | Im       |  Im    | Im      |

| Im    | bIII      | bVII Im  | bVII     |  bVII  | Im      |
| bVII  | bVII      | Im       | Im       |  Im    | Im      |






Also sowohl das das Scarborough Fair dorisch ist als auch die gegebene Akkordfolge sehe ich.
Allerdings ist das nicht die Akkordfolge von Scarborough Fair oder ? Die erkenne ich da nämlich nicht und auch nach einigen malen hören nicht.

Sind das zwei verschiedene Beispiele oder wie ist das zu verstehen ?

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 17.12.2014, 18:58

Ich habe mir irgendwo mal die Mühe gemacht, typische Lieder und Beispiele für die einzelnen modalen Sachen zu finden.

Der Text, den ich dazu geschrieben habe, muss euch was diesen Workshop betrifft vielleicht nicht so interessieren.
Aber die ganze Videos mal durchzuhören könnte ganz interessant sein.

http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 27044.html

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Beastmaster » 17.12.2014, 19:29

Hi Paul ;)

Es ist schon die Akkordfolge von "Scarborough Fair".

Ich habe einen kleinen Schussligkeitsfehler gefunden, der kann aber nicht dazu führen damit du es garnicht erkennst.

notierter Takt 15 ist verrutscht und muss wie folgt aussehen.


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| bIII bVII Im |

(hierbei pro Beat ein Akkord ==> 3/4 Takt)

der Takt wär dann G D Em oder besser G D/F# Em ;)


Hast du die Akkordschreibweise richtig verstanden?

Im = Em
bVII = D
bIII = G
IV = A


Beste Grüsse
Beastmaster

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Re: [Workshop] Modale Kadenzen

Erstellt: von GuitarRalf » 29.04.2016, 10:30

jut Beastmaster,

bedankt für den Ideenpool, wenn ich mal diesen Workshop so nennen darf. Die Sichtweise ist doch etwas anderes , als ich mir bisher die Modes und deren Stufen vorstelle. Absolut ungewohnt ist die Nutzung von maj7 und 7.
Also, wenn ich das richtig sehe, sind 2 der üblichen 3 Dur Akkorde maj7 für Quinte und große Septime, während der 3. Dur Akkord anstatt der Quinte die Dominantseptime und anstatt große Septime wieder den Grundton nutzt. Einige Akkorde haben weder Tonika noch Kadenfunktion, eeh weil sie zum ionischen abdriften :_::_:

mit skept. Gruss
GuitarRalf
...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

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Re: [Workshop] Modale Kadenzen

Erstellt: von Beastmaster » 29.04.2016, 18:02

Einige Akkorde haben weder Tonika noch Kadenfunktion, eeh weil sie zum ionischen abdriften :_::_:


Das ist vereinzelt richtig.

Gemeint ist zum Beispiel bei Lydisch: II7, dass dieser Akkord als Septakkord das Ohr verleitet nach Cmaj7(Ionisch) zu wandern

Ansonsten ist in Lydisch: I II I II eine bekannte Lydische Struktur, da Hauptsächlich "I" wahrgenommen werden muss und "II" die 4# enthält.
Im Grunde ist es aber wichtiger je nach Style Klänge zu erzeugen und Standard Terzschichtungen als zu "uninteressant angesehen werden.

Schau dir die Leittöne an: Lydisch hat 2: von 4# ==> 5 und 7 nach I

Beispiel1:

Code: Alles auswählen

| F              | G    G6       | F          | F         |


Beispiel2:

Code: Alles auswählen

| F              | Am Asus2 |


Deine andere Frage versteh ich nicht und vermute du denkst in die falsche Richtung.

Es geht hier um "Klangteppich" im Vordergrund steht immer die jeweilige "Tonika" und die Kadenzakkorde bringen Spannung um zur Tonika zurück zu wandern. Dein Ohr versucht aber immer Ionisch als Tonika zu setzen, das gilt hier zu meistern.

Beste Grüße

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GuitarRalf
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Re: [Workshop] Modale Kadenzen

Erstellt: von GuitarRalf » 30.04.2016, 09:35

ok, du hattest ja geschrieben, dass du 4Klänge benutzt und das es ebenso mit einfachen Dreiklänge machbar ist. Insofern ist die Nutzung von maj7, 7, m7 damit erklärt, dass war auch nicht ganz so gravierend.

Es ist so, das dein PDF in der 4. und 5. Stufe der Lydischen Skala (    , oh Copyright - Server überlastet ::::)( , eeh #IVm7 und Vmaj7) eben keine Funktion zugewiesen ( T / K ) wurde. Das ist ebenso im dorischen Modus die 6.Stufe (VIm7(b5)) und im mixolydischen die 3. und 4. (IIIm7(b5) und IVmaj7).
Das Auslassen von dem Sonderfall Ionisch 7.Stufe ( 2. Mollterze übereinander) kommt mir bekannt vor.

Ich hatte anhand einiger Kadenzen, die mir während der Aufarbeitung des Stoffes u.a. in den Wiki-Books begegneten ( Dur-Kadenz, Moll-Kadenz, plagiale Kadenz, authentischer Schluss- um nur mal einige zu nennen) versucht diesen Klangteppich auszulegen. Die Überlegung war, was für Dur und Moll gilt, gilt vielleicht auch für andere Kadenzen. Deshalb hatte ich z.B. die Folge I IV V in jedem Mode für einen gleichbleibenden Grundton gespielt und versucht den Modus herauszuhören. ( ohne Rücksicht ob nun dim oder nicht dim ) -
Die Prämisse keine konkrete Richtung auszuwählen stimmt insofern nicht, aber, ok.- klingt seltsam , immer anhand der Strebe- und Leittöne den Grundton vorzeitig herauszuhören schränkt doch irgendwie das Spielen ein ; gedanklicher Ballast, da ja an sich immer ein Weg vom Ausgangspunkt über Etappenziele ( z.B. das Ausruhen auf der 4. Stufe) zurück zum Ausgangspunkt beschreiten schon vorgegeben ist.
Mal anders geschrieben : Übertragen auf das Radfahren stellte sich mir die Frage nicht wohin die Reise geht sondern wieviele Kilometer gefahren werden . Das ist aus der 12 Takte Bluesformel abgeleitet.

mit aeolischem Gruss
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...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

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Re: [Workshop] Modale Kadenzen

Erstellt: von Beastmaster » 01.05.2016, 12:17

Hi Ralf,

die Kadenzen können ja trotzdem existieren, nur würfele das nicht durcheinander.

In einer 1645er ( I VIm IV V ) kann die Stufe IV Lydisch sein. Ich sage kann weil man das nicht zwingend muss, sonst wäre Musik nicht so vielfältig. Sieht man Stufe IV nun als Lydisch an und man hätte mehere Takte damit, wäre es doch schade immer nur am Beispiel von F-Lydisch(C-Dur) nur eben jenen F Akkord zu spielen. Wenn du aber sagst er ist Lydisch, kannst du Klänge einfügen, die den obigen (modalen) Gesetzen folgen. Es gibt zumal Folgen da, ist die normale Kadenz dann mit 4 oder 8 mal F angegeben, was halten deine Mitspieler nun davon wenn du immer das F spielst? Wahrscheinlich nicht viel. Wenn du aber das F als schwebenden Grund nimmst und die anderen Klänge als Spannungen/kurze ausweichungen, dann wirst du Helden. Beachte, das die zu GRunde liegende Melodie bestimmt, wo ein Klang passt. Kommt in der Meldie über F also gerade ein E vor, kannst du dies als Fmaj7 mitbetonen, oder aber als G6 oder oder oder...

Verkompliziere da also nichts und seh das Musikalisch.

Ich mag aber deine Art sehr, nicht alles zu glauben. ;)

Beste Grüße
Beastmaster

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