Sehnscheidentzündung vorbeugen

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dusda
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Sehnscheidentzündung vorbeugen

Erstellt: von dusda » 05.10.2013, 12:56

Hallo Leute,

Hab die letzten Wochen sehr viel geübt und bin gestern aufgewacht und hatte ein unangenehmes Ziehen, wenn ich den Zeigefinger und Mittelfinger gespreizt habe.
Nach ein wenig Recherche im Netz bin ich auf folgenden Artikel gestoßen.

[url=http://www.dr-holstein.de/pdf/Medizinische_Probleme_bei_Gitarristen.pdf]

Darin sind Dehnübungen und andere Übungen enthalten um einer Sehnscheidentzündung vorzubeugen. Habe die Übungen bzw. Massagen durchgeführt und es trat sofort eine Linderung ein. Heute merke ich von einem Ziehen fast nichts mehr.

Wenn ihr keine Probleme mit sowas habt, dann probiert doch trotzdem mal die Massagen aus. Die sind total angenehm. ;)

Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 05.10.2013, 13:42

Vielen Dank für den Link!

Habe gleich Einiges ausprobiert. Mittlerweile mache ich immer zu Beginn einige Aufwärmübungen auf der Gitarre, bevor es losgeht. Ein Kaltstart birgt meiner Erfahrung nach großes Frustpotenzial ;-)

Denke, ich werde einige der Übungen aus der verlinkten Arbeit in meine Aufwärm-Phase integrieren.

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Maria Wutz
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Erstellt: von Maria Wutz » 05.10.2013, 18:21

Bei diesen Dehnübungen und "Massagen" sollte man aufpassen, dass die Aktion nicht nach hinten losgeht - auf keinen Fall übertreiben. Sonst endet man noch wie Robert Schumann ;) .
Ich halte davon nicht viel. Ein "Kaltstart" von vorher behandelten Stücken hingegen zeigt einem auf eindrucksvolle Weise, welche Abschnitte noch besonders geübt werden sollten, wo die wichtigen Baustellen liegen - "Frustpotenzial" hin oder her, die gewonnene Erkenntnis sollte wichtiger sein. Die Aufwärmphase ist somit ebenso abgehandelt.
Ein kleines Ziehen im Nachhinein ist sowieso je nach Übungsintensität nicht immer zu vermeiden, so schnell bekommt man keine Sehnenscheidenentzündung.

Doch wenn es dir hilft, wieso nicht. In der Medizin würde man so etwas auch als "Placebo-Effekt" bezeichnen - der Glaube versetzt bekanntermaßen Berge ;) .
"Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie. Wem sich meine Musik auftut, der muss frei werden von all dem Elend, womit sich die anderen Menschen schleppen."
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Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 05.10.2013, 19:33

@Maria Wutz:

Aufwärm-Übungen sind einfach sinnvoll. Wenn man gleich in die Vollen geht, verhunzt man sich auf mittlere Sicht sein Gitarrenspiel. Man wird unpräzise. Man höre und staune, niemand Geringeres als Michael Angelo Batio rät zum Üben: "Slow it down!"

Mit dem Auto fährt man auch nicht im fünften Gang an.

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Maria Wutz
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Erstellt: von Maria Wutz » 05.10.2013, 20:18

"Slow it down" ist in der Tat in vielerlei Hinsicht empfehlenswert. Es soll auch nicht direkt "in die Vollen" gegangen werden, was ich in meinem Beitrag in keiner Weise behauptet habe. Der "Kaltstart" ist noch überhaupt nicht als Beginn der Übephase zu bezeichnen, dieser ersetzt nur auf sinnvolle Art und Weise das Aufwärmen.
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sunset
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Erstellt: von sunset » 06.10.2013, 01:55

Maria Wutz hat geschrieben:Ein kleines Ziehen im Nachhinein ist sowieso je nach Übungsintensität nicht immer zu vermeiden, so schnell bekommt man keine Sehnenscheidenentzündung.


Naja. Jedes Ziehen im Handgelenk ist ein Zeichen, dass mit der Haltung etwas nicht stimmt. Man kann das Handgelenk sehr entspannt, also relativ gerade halten, und es kommt zu keinen Beschwerden. So unterrichte ich das jedenfalls und meine SchülerInnen haben absolut keine Probleme mit den Gelenken, wenn sie auch noch so intensiv üben.

Ich selbst habe früher jahrelang mit falscher Haltung - sehr stark abgewinkeltes Handgelenk - geübt und musste dann wegen Sehnenscheidenentzündung 2 Jahre (!) pausieren.

Also wichtiger als irgendwelche Dehnungsübungen (die in der Tat ziemlich ungesund sein können, wenn man sie übertreibt) und Massagen finde ich, von vornherein eine entspannte Handhaltung zu trainieren.

Gleichzeitig sollte immer die Schulter- und Nackenpartie entspannt bleiben, es besteht ein ziemlich großer anatomischer Zusammenhang zu den Handgelenken. Das hat mir jedenfalls der Arzt erklärt, der mich letztendlich von der chronischen Sehnenscheidenentzündung durch Behandlung der Halswirbelsäule geheilt hat.

lg
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Georg
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Erstellt: von Georg » 06.10.2013, 11:37

Ich persönlich halte "Sehnenscheidenentzündung vom Gitarrespielen" nur für ein Gerücht. Wer mag, kann ja mal nachmessen, was an Kraft erforderlich ist, um eine Saite zu drücken. Davon bekommt man keine Sehnenscheidenentzündung. Es sei denn, man übt mit extremsten Fehlhaltungen und völlig unangemessenem Krafteinsatz, aber selbst dann hört man auf und macht nicht bis zum Umfallen weiter.

Wenn eine Gitarrenheld mal sowas hat, dann wohl eher aus anderen Gründen. Meist dürfte das aber nicht mehr als Geschwätz sein, nach dem Prinzip "schaut her, was ich für ein Held (oder Leidender etc) bin".

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Funplayer99
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Erstellt: von Funplayer99 » 06.10.2013, 11:54

Ziehen in den Gelenken und Muskulatur können nicht nur von einer Fehlhaltung kommen sondern auch durch eine Überbeanspruchung.Es gibt nicht wenige die am Anfang meinen viel Üben hilft viel und merken oft nicht dass sie ihren Muskeln nix gutes tun.Ein Ziehen in der Hand führt oft dazu dass man versucht dieses mit einer etwas "korrigierten Haltung" zu umgehen und weiß dabei nicht dass man seinen Körper dabei verarscht und sich das rächen wird.Nach einer anderen Handhaltung die einem bequemer vorkommt um keine Schmerzen mehr zu haben folgen dann Schulter und Nackenverspannungen was bis hin zu Rückenschmerzen führen kann weil man immer versucht die Schmerzen irgendwie zu umgehen um einfach viel üben zu können.Diese Schmerzen kommen durch die sogenannte Schutzspannung der Muskeln.
Ich habe einen Fall auf der Arbeit wo ein junger Gitarrist jetzt eine sehr lange Zwangspause einlegen MUSS wenn er jemals wieder spielen möchte.Er hat seinen Körper regelmäsig überfordert und hat jetzt in den Fingergelenken immer wiederkehrende Entzündungen und kann zeitweise nichtmal ohne Schmerzen was in die Hand nehmen.
Deshalb mein Tip....sobald was weh tut einfach die Gitte aus der Hand legen und am nächsten Tag weiter machen.Die Gelenke vor dem Spiel mit Übungen aufzulockern und evtl zu dehnen ist gerade für einen Anfänger eine gute Sache,später gehen viele dazu über sich mit einfachen Licks warm zu spielen.

Aber alles in allem bleibt das Ergebnis:In der Ruhe liegt die Kraft und Schmerzen/Unbehagen sind Alarmzeichen des Körpers dass er Ruhe braucht!
Wenn der letzte Club geschlossen und der letzte Künstler abgetreten ist wirst du erkennen, dass man geile Atmosphäre nicht downloaden kann.

Die 99 in meinem Nick ist nicht mein Geburtsjahr!

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Maria Wutz
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Erstellt: von Maria Wutz » 06.10.2013, 12:58

Ich selbst habe früher jahrelang mit falscher Haltung - sehr stark abgewinkeltes Handgelenk - geübt und musste dann wegen Sehnenscheidenentzündung 2 Jahre (!) pausieren.

Also wichtiger als irgendwelche Dehnungsübungen (die in der Tat ziemlich ungesund sein können, wenn man sie übertreibt) und Massagen finde ich, von vornherein eine entspannte Handhaltung zu trainieren.

Natürlich, eine korrekte Handhaltung sollte selbstverständlich sein. Und Entspannung im ganzen Körper ist sowieso das A und O.
Genau deshalb habe ich auch nie Probleme mit der Hand und den Fingern (ausgenommen als ich angefangen habe zu spielen, denn da hat es auch mal "gezogen" ;) ; war wohl als typischer Anfängerfehler zu bezeichnen).
Dennoch üben eben sehr viele mit einer falschen Haltung der Hand und verkrampfen dabei oft. So ist ein Ziehen eben nicht zu vermeiden - aber du hast recht, wie bereits geschrieben, passiert das bei entspannten Übungsmethoden nicht ;) .
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Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 07.10.2013, 19:45

Ich möchte zu diesem Thema doch noch etwas schreiben, weil ich es für wichtig halte.

Gitarre-Spielen ist Fingersport. Und wer Sport treibt, sollte sich richtig aufwärmen. Richtig aufwärmen heißt gerade nicht extremes Dehnen oder extreme Muskelbelastung. Sondern ein langsames Sich-Steigern, um die Muskeln für Hochleitungen (oder jdflls. außergewöhnliche Leistungen) vorzubereiten.

Klar, das müssen keine "Trocken-Übungen" sein. Man kann sich an der Gitarre aufwärmen. E-Gitarren-Guru Peter Fischer schreibt ("Rock Guitar Secrets"), dass man sich s.E. jedes mal wieder neu mit seiner Gitarre vertraut machen sollte. Sinnvoll ist ja zum Beispiel als Übung die "Spinne" (einfach googeln). Jedenfalls sollte man sich etwas Zeit nehmen zum lockeren Einspielen, bevor man hochleistungssportlich übers Griffbrett fegt.

Zum Sport gehören auch das Lockern und Ausschütteln. Gerade dazu gibt es einige konkrete Hinweise in der Arbeit, die @dusda verlinkt hat. Zum richtigen Üben gehören auch Pausen und bewusste Entspannung. Wenn man noch ein ganz junger Gitarrist ist, ist das wahrscheinlich noch nicht so ein Thema. Früher war das jedenfalls für mich kein Thema. Mittlerweile achte ich da drauf (Stichwort "Ausschütteln").

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Maria Wutz
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Erstellt: von Maria Wutz » 07.10.2013, 20:18

Wir sollten es nicht übertreiben. "Extreme Muskelbelastungen" und "extremes Dehnen" deuten doch schon darauf hin, dass die Handhaltung nicht ideal ist und auch keinerlei Entspannung vorhanden ist. Wir sollten nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sprich das Gitarre spielen nicht anderen intensiven Sportarten gegenüberstellen - denn Gitarre spielen heißt Musik machen und eben nicht Sport treiben!
Ich habe das Gefühl, es geht bei diesem Thema eher um Glaubensfragen. Medizinisch gesehen ist dies alles strittig - besonders was die sogenannten "Dehnübungen" zum angeblichen "Auflockern" betrifft...
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Erstellt: von dusda » 07.10.2013, 21:15

Also ich bin noch Anfänger und habe jetzt nicht die Erfahrung wie ihr, aber wenn Größen wie John Petrucci sagen, dass Aufwärmen bzw. Dehnübungen/Massagen wichtig sind, werd ich das einfach mal so glauben.
Es ist auch ein nettes Ritual um sich physisch/mental auf das folgende vorzubereiten.
Kann @ Georg auch nur zustimmen. Um einen Ton erklingeln zu lassen braucht man wirklich kaum Kraft. Das ist mir jetzt auch bewusst geworden. Selbst Barreegriffe sind auf E-Gitarre sowie Westerngitarre mit geringem Kraftaufwand verbunden.

Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 07.10.2013, 22:08

Victor Smolski rät auch in einem seiner Videos zu weniger Kraftaufwand. Er sagt, viele Gitarristen wenden zu viel Kraft beim Spielen auf. Besser ist es s.E. z.B. einfach das Gewicht des Armes zu nutzen u.Ä.

De facto ist es aber so, dass man zum Gitarrespielen Kraft aufwenden muss. Mehr oder weniger. Für ein Spiel à la John Petrucci (der da ja auf den Spuren seines Vorbildes Steve Morse wandelt, der extrem hart anschlägt) braucht man einen hohen Kraftaufwand.

Es hängt dabei sicher teilweise am Stil und teilweise auch daran, was einem selbst besser liegt, wie viel Kraft es braucht. Viele Tonfolgen lassen sich ja unterschiedlich spielen. Für ein Spiel à la Steve Morse oder Marty Friedman braucht man mehr Kraft als für Licks à la Steve Vai oder Joe Satriani – was nicht heißt "besser oder schlechter".

Also teilweise liegt es an der eigenen Spielweise, wie viel Kraftaufwand es benötigt.

Es gibt allerdings auch einfach Musikstücke, die sehr hohe Anforderungen an die Fingerstellungen stellen. Z.B. - um mal ein bekanntes Beispiel zu bringen - "Message in a Bottle" von The Police. Da ist es keine Frage des persönlichen Stils. Wenn man die Akkorde spielen will, dann ist das Fingerakrobatik (und von Andy Summers gibt es ja noch extremere Stücke).

RumbleRay
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Erstellt: von RumbleRay » 08.10.2013, 00:59

Nabend zusammen,

Ich hab auch schon eine Sehnenscheidenendzündung im linken Unterarm gehabt.
Das war sehr schmerzhaft und kam zweifelsohne vom falschen Gitarrenspiel ohne Aufwärmen, sowie dem Ignorieren der Symptome.

Das Ziel der Übung sollte ja sein, einen Song locker, mit guter Haltung, Kraftdosierung, bla... und vor allem unverkrampft spielen zu können, dann passiert auch im "Kaltstart" nix. Nach dem Song ist man ja auch direkt mal warmgespielt.
Anfänger und Ungeübte können das nur halt noch nicht. ;)
Achso ja, ich bin jetzt Warmspieler =)=)=

Grüße
Lay down your soul to the gods rock n roll

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