Kündigungsklausel

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Torfi
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Kündigungsklausel

Erstellt: von Torfi » 24.09.2013, 11:30

Hi,

in meinem Vertrag steht eine Kündigungsklausel, die besagt, dass ich als Schüler außer in begründeten Ausnahmefällen (Umzug, Krankheit) nur zum Jahresende kündigen kann, der Lehrer mir allerdings jederzeit kündigen kann.

Ich habe ihn jetzt mal scherzhaft darauf angesprochen, dass das doch ungerecht wär, er meinte dann ganz knallhart, er habe einfach keine Lust, irgendwelche verwöhnten Kids zu unterrichten, denen die Eltern alles zahlen, die es aber selbst eigentlich garnicht interessiert.

Es könne zwar mal vorkommen, dass man mal eine Woche nicht zum Üben kommt. Aber wenn das dann drei- viermal hintereinander passiert, dann sieht er keinen Sinn darin mehr, weiter zu unterrichten.
Die Probestunde ist ja für beide ein Test und er ist ganz froh, dass er sich die Leute raussuchen kann und er nimmt nicht jeden sondern nur die, bei denen er das Gefühl hat, die bringen sich wirklich ein, von denen kommt was zurück.

Fands ja eigentlich ganz gut dass er das so deutlich sagt und werd dran denken, wenn ich mal keine Lust zum üben haben sollte...

Ist das bei euch auch so?
Und - ihr Lehrer - geht es euch auch so mit den Schülern? Oder seid ihr da emotional eher gelassen, "sein Problem wenn er nicht übt"?

Arakon
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Erstellt: von Arakon » 24.09.2013, 11:35

Kann ich absolut verstehen. Mein Lehrer hat auch einige Schüler, die da sind, weil die Eltern verlangen, dass sie ein Instrument lernen.. ohne wirklich selbst zu wollen. Bei sowas macht das weder für den Lehrer, noch den Schüler Sinn.

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Exordium
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Erstellt: von Exordium » 24.09.2013, 11:59

Bei mir gibt es ähnliche Kündigungs- bzw. Verlängerungsklauseln. Klar ist, der Lehrer muss ja seine Zeiten und Stunden auch einplanen. Aber es ist prinzipiell kein Problem mal eine oder zwei Stunden zu verschieben, wenn man es rechtzeitig ankündigt. Er hat mir auch schon eine Stunde die ich kurzfristig wegen einer Krankheit absagen musste, nachgeholt. Obwohl er er laut Vertrag nicht musste. Mit dem Vertrag sichert der Lehrer erstmal seinen regelmäßigen Lebensunterhalt, wie jeder der etwas arbeitet. So lange keine "Knebelklauseln" drin sind, ist an so einem Vertrag auch nichts auszusetzen.
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Samhain
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Erstellt: von Samhain » 24.09.2013, 12:15

Ich bezweifle, dass einseitige Kündigungsklauseln rechtlich standhalten und wirksam werden können, aber das ist ja nicht Thema der Diskussion ;)
greetz
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Erstellt: von Exordium » 24.09.2013, 12:46

Samhain hat geschrieben:Ich bezweifle, dass einseitige Kündigungsklauseln rechtlich standhalten und wirksam werden können, aber das ist ja nicht Thema der Diskussion ;)


Na, dann lies mal z.B. (D)einen Arbeitsvertrag genau durch. Da verlängern sich z.B. Deine eigenen Kündigungsfristen nach Zugehörigkeitsdauer und Position in der Firma, während diese Dich auf Grund unterschiedlicher Ereignisse und Bedingungen auch sofort fristlos kündigen kann...

Auch jede AGB räumt Käufer und Verkäufer unterschiedliche Rechte, Pflichten und Bedingungen ein.

Manchmal kommt einem so ein (rechtlich durchaus standhafter) Vertrag schon vor, wie:
Die dürfen alles und ich darf nichts...

Dann unterscheibt man eben nicht. Punkt.
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Erstellt: von Beastmaster » 24.09.2013, 12:46

Hallo,

rein rechtlich gibt es wesentlich mehr Gründe weswegen eine Asserordentliche Kündigung gestattet wäre.


also kann da stehen was wolle.


LG
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Samhain
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Re: Kündigungsklausel

Erstellt: von Samhain » 24.09.2013, 13:17

Torfi hat geschrieben:Hi,

in meinem Vertrag steht eine Kündigungsklausel, die besagt, dass ich als Schüler außer in begründeten Ausnahmefällen (Umzug, Krankheit) nur zum Jahresende kündigen kann, der Lehrer mir allerdings jederzeit kündigen kann.


Wir sprechen hier nicht von einer Sonderkündigungsklausel, sondern von einer regulären ... und das bezweifle ich nach wie vor, dass es rechtlich in irgendeiner Art und Weise gültig ist.

Ich bin kein Rechtsanwalt und habe auch nur 1 Jahr Recht studiert, aber wenn sich der Lehrer das Recht herausnimmt, gilt das für mich auch. :cool:

Auch Lehrer sind keine "Heiligen Kühe" und müssen sich an das Vertragsrecht des jeweiligen Landes halten und nur weil dem Lehrer "meine Nase nicht passt" oder er sich bei der Ausübung seines Unterrichts "unwohl" fühlt, ist das noch lange kein Grund zur einseitigen Kündigung.

Das würde ich darauf ankommen lassen ;)

... ob so eine Situation am Ende dem Lernerfolg noch zuträglich ist, wäre dann ein anderes Thema :?
greetz

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Erstellt: von Beastmaster » 24.09.2013, 13:53

Selbiges findet sich im Arbeitsrecht ja auch.

Unterschiedliche Kündigungsfristen Arbeitgeber-Arbeitnehmer

Arbeitnehmer 4 Wochen

Arbeitgeber jenachdem wie lange der Mitarbeiter tätig war.

Unterschiede sind erlaubt ohne daß jemand eine heilige Kuh ist.


Beastmaster

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Erstellt: von Exordium » 24.09.2013, 13:57

Ist halt die Frage, ob Das wirklich so wortwörtlich im Vertrag steht, oder der TE es nur unglücklich mit eigenen Worten so herausinterpretiert hat. ;)

Einer sofortigen, fristlosen Kündigung muss natürlich immer irgend ein "Vertragsbruch" vorausgegangen sein. Sonst wäre es tatsächlich rechtlich nicht haltbar. Aber für so was hätte man im Zweifel ja eine entsprechende Versicherung...
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dusda
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Erstellt: von dusda » 24.09.2013, 15:19

Also ich find das voll in Ordnung. Wenn der sich das leisten kann Schüler rauszuschmeißen, die keine Lust haben ist das ja sein Ding und die finden bestimmt irgendeinen der das mitmacht.

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Erstellt: von Exordium » 24.09.2013, 19:04

Es ist natürlich auch schon ein gewaltiger Unterschied, ob man (s)ein unwilliges Kind zum Zwangsunterricht schickt oder man selbst freiwillig eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, die man auch noch selbst zahlt. Ich finde das korrekt so.
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Erstellt: von Torfi » 24.09.2013, 20:42

Exordium hat geschrieben:ob Das wirklich so wortwörtlich im Vertrag steht, oder der TE es nur unglücklich mit eigenen Worten so herausinterpretiert hat.


"Der Vertrag kann seitens der Lehrkraft auch ohne Angabe von Gründen jederzeit fristlos gekündigt werden."

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Erstellt: von Exordium » 24.09.2013, 20:49

... und bereits entrichtete Vorauszahlungen werden nicht erstattet... :)

scnr

OK, ab hier wäre es dann doch ein Fall für ein Rechtsforum...
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Erstellt: von Andreas Fischer » 24.09.2013, 21:03

Torfi hat geschrieben:
Exordium hat geschrieben:ob Das wirklich so wortwörtlich im Vertrag steht, oder der TE es nur unglücklich mit eigenen Worten so herausinterpretiert hat.


"Der Vertrag kann seitens der Lehrkraft auch ohne Angabe von Gründen jederzeit fristlos gekündigt werden."


Das er den jederzeit kündigen kann, finde ich nicht schlimm, ... was willst du mit einem Lehrer der dich nicht unterrichten möchte?
Dass du aber nur jährlich kündigen kannst, finde ich bedenklich.
Andreas Fischer
Versuche seit Ende 2012 nach 30 Jahren zum zweiten mal Gitarre spielen zu lernen
Lerne Gitarre, Penny Whistle, Melodica, Piano, Dulcimer, und Ukulele.

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Torfi
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Erstellt: von Torfi » 24.09.2013, 22:01

Ich hab damit keinerlei Problem, im Gegenteil, finds gut! Und auch ein Zeichen, dass er voll dahintersteht und lieber auf Geld verzichtet wenn er das Gefühl hat, es bringt nichts.
Und um Rechtsfragen gehts mir sowiso nicht, warum sollte er das nicht reinschreiben dürfen, ich muss es ja nicht unterschreiben.

Hatte mich eben interessiert, ob es bei euch auch so läuft und es so üblich ist.

Ich hab ja selbst Unterricht gegeben, nicht Gitarre sondern Latein. Aber weniger aus Leidenschaft, mehr wegen des schnöden Mammons. Und wenn ich mich da geweigert hätte, die, die das Thema nicht wirklich interessiert, zu unterrichten, hätte ich nicht viel verdient! ;)

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