Einzel oder Gruppenunterricht?

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dusda
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Einzel oder Gruppenunterricht?

Erstellt: von dusda » 22.09.2013, 22:27

Hallo,

ich möchte bald anfangen Gitarrenunterricht zu nehmen. Hatte bisher bei einer Schule eine Probestunde die mir auch sehr gut gefallen hat, nur ist mir das viel zu teuer (80€ im Monat für 45 min in einer Zweiergruppe)
Nun wurde mir eine Schule empfohlen, die günstiger ist und auch (für Schüler) kostenfreie Harmonielehr, Gehörbildungskurse und Bandcoaching gibt.
Das einzige Manko ist, dass es keine Probestunde gibt. Man schließt direkt einen Vertrag über 6 Monate wobei die ersten zwei Monate Probezeit sind.
Auf jeden Fall möchte ich die mal ausprobieren. Nur bleibt jetzt die Frage ob Einzel -oder Gruppenunterricht.
Einzelunterricht kostet 77€(an anderen Schulen sinds über 100€!) für 30 min und die verschieden Gruppen (zwischen 3 und 4 Personen) 46€ für 60 Minuten.

Was sind denn so ie Vor -und Nachteile von Einzel -und Gruppenunterricht? Ich hab vor ca. 5 Monaten angefangen zu Hause zu lernen.

felixsch
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Erstellt: von felixsch » 22.09.2013, 23:22

Ich würde immer Einzelunterricht nehmen. Grade am Anfang (5 Monate ist auch noch nicht so lange).
Mit 2 bis 3 "Mitschülern" kann sich dein Lehrer nicht genug auf dich Konzentrieren, außerdem ist es immer so dass der eine schneller, der andre langsamer lernt, der Lehrer dann also mehr Zeit mit dem verbringen wird, der noch hinten her ist.
So Gruppenunterricht ist vielleicht ein, zwei mal praktisch um sich auf Haltungsfehler, Technikfehler etc. aufmerksam machen zu lassen, aber zum weiterführenden Gitarrenlernen - meiner Meinung nach - eher weniger.
Wenn es (finanziell) nur der Gruppenunterricht werden kann, schaue, dass du mit Leuten auf deinem spielerischen Niveau in die Gruppe kommst, und auch mit so wenig wie möglich...

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karioll
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Erstellt: von karioll » 23.09.2013, 00:19

Vom Gruppenunterricht würde ich auch abraten, du bekommst nur einen Anteil der Stunde volle Aufmerksamkeit, das heißt du bezahlst weniger und bekommst weniger. Außerdem bist du genervt, wenn ein Überflieger in der Gruppe ist und/oder auch wenn die andern nicht üben. Es kann sein, dass jemand so richtig hilfsbedürftig ist, der dann die Stunde ausbremst und dir dann noch kostbare und Minuten "klaut". Oder auch die genervten Blicke, wenn du selber mal hinterherhinkst oder etwas nicht gleich kapierst sind zu teuer bezahlt mit dem Gruppenpreis.
So kann dann Gruppenunterricht teurer werden, als Einzelunterricht (wenn du die tatsächlich erhaltenen Minuten zusammen rechnest).

Das spielerische Niveau der andern kannst du vorher nicht einschätzen und sollten sie zufällig am ersten Tag auf dem gleichen Level sein, so beginnt das auseinander driften ab der 2. Stunde.
Durch Übung kannst Du der Natur ein Schnippchen schlagen (Mahatma Ghandi)

sunset
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Erstellt: von sunset » 23.09.2013, 00:23

Hi dusda,
77,-€ für eine halbe Stunde Einzelunterricht in der Woche pro Monat kommt mir jetzt schon teuer vor. Das wären 154,-€ hochgerechnet auf die ganze Stunde.

Meine SchülerInnen zahlen für private Einzelstunden (60min+) max. 100,-€ im Monat, dabei sind features im Preis inbegriffen, wie z.B. spezielle Liederwünsche transkribieren, Bandberatung,...

Gibt es keine PrivatgitarrenlehrerInnen in deiner Gegend, die zu günstigen Konditionen Einzelstunden anbieten? Manchmal reicht es auch, nur 2-wöchig zur Stunde zu kommen, dann wird es noch günstiger.

Gruppenunterricht habe ich früher auch gegeben, aber die Erfahrung dabei war, dass im Prinzip die langsamsten das Unterrichtstempo bestimmt haben, während die besseren sich gelangweilt haben.
Oder umgekehrt, wenn ich auf die besseren eingegangen bin, waren die langsamen überfordert. Gruppen zusammen zu stellen, die auf demselben Niveau waren, war meistens ein kompliziertes Terminproblem.
Ich gebe nur noch Einzelunterricht.

Harmonielehre und Gehörbildung sollten GitarrenlehrerInnen eigentlich immer "on the fly" parat haben.

lg
sunset

An deiner Stellle würde ich mich nach Privateinzelunterricht umsehen, es gibt im Internetz jede Menge Anbieterstellen (in Österreich z.B. "flohmarkt.at"), in denen man Angebote finden kann und auch selbst Suchanfragen stellen kann.

Arakon
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Erstellt: von Arakon » 23.09.2013, 06:42

Ich zahle ~63€ im Monat für 30 Min/Woche Einzelunterricht, und das abends um 19:30.
Ich würde definitiv keinen Gruppenunterricht wollen, es ist mir sehr wichtig, dass mein Lehrer mir ständig auf die Finger schauen kann und korrigieren kann, wenn was schiefläuft, und mich nicht rumdudeln lässt während er mal hier und mal da schaut.

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Samhain
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Erstellt: von Samhain » 23.09.2013, 06:45

In jedem Fall Einzelunterricht. 30 Minuten pro Woche wäre für mich das absolute Minimum. Ich mache 45 Minuten und zahle 78.-
greetz
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Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 23.09.2013, 07:48

Mir persönlich kommt das sehr viel Geld vor. Zu viel Geld?!

Ich selber habe meine Anfänge beim Gitarrespielen in einer kirchlichen Gitarrengruppe gemacht. Eine kurze Zeit bin ich zur örtlichen Musikschule gegangen. K.A., was meine Eltern damals dafür gegeben haben. Das beste, was ich von da mitgenommen habe, waren jedenfalls ein paar Buchtipps ;-) Gelernt habe ich (so gut wie) nichts.

Daher eine ganz blöde Frage aus ehrlichem Interesse: Was macht man in so einer halben Stunde für 80€?

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startom
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Erstellt: von startom » 23.09.2013, 08:38

Ich unterrichte als Gitarrenlehrer und bin zu ca. 20% bei einer Musikschule angestellt, betreue zurzeit 15 Schüler. Für ein Semester Einzelunterricht (30 Minuten pro Woche) zahlt ein Erwachsener umgerechnet ca. 960 Euro.

Bei 20 Lektionen pro Semester sind das also rund 48 Euro pro halbe Stunde. Hier eingerechnet ist natürlich meine Vorbereitungszeit, bestehend Transkriptionen für individuelle Songwünsche, Rhyhtmus-Muster, individuelle Uebungen etc. etc. etc.

Und ich dachte immer, die Schweiz sei die Hochpreisinsel? Fast 80 Euro für eine halbe Stunde ist ja ziemlich deftig.
Tom

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karioll
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Erstellt: von karioll » 23.09.2013, 08:59

er meint im Monat! Also 12 Monate x 78 € für rund 40 bis 42 Stunden im Jahr.

Bei individuellem Unterricht kann man viel lernen, im fast kostenlosen Unterricht in Kirchengruppen und Ähnlichem kann der Lernfaktor gegen 0 gehen. Man bekommt, was man bezahlt, auch beim Gitarrenunterricht.
Der wirkliche Stundenlohn eine Gitarrenlehrers ist nicht besonders hoch. Er arbeitet vom Schüler unbemerkt noch eine Menge Stunden, die aber notwendig sind, um vernünftigen Unterricht zu machen.
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Erstellt: von Arakon » 23.09.2013, 09:19

Falls es nicht klar war, bei mir war natürlich auch die Rede von 63€ im Monat, also ~15.50€ pro halbe Stunde.

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 23.09.2013, 10:34

die Antwort ist doch eigentlich relativ einfach. Einzelunttericht bietet die höhere Qualität und kostest deswegen halt auch mehr. Ob einem diese höhere Qualität das wert ist, muss ja im Grunde jeder sich entscheiden. Gruppenunterricht ist immer noch besser als kein Unterricht (was jetzt nicht heißen soll, dass man nicht auch ohne Lehrer Gitarre lernen kann), und Einzelunterricht ist besser als Gruppenunterricht. Halt teurer. Was einem das wert ist, muss jeder für sich unterscheiden. Hier gab's auch mal nen Thread dazu, wieviel jede rso im Schnitt für seinen Unterricht zahlt. Der kann ja mal als Preisvergleich rangezogen werden.

Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 23.09.2013, 10:46

Ich weiß nicht.


Ich persönlich finde 80€ sehr viel Geld. Wenn man rechnet, 3x80€=240€. Also nach drei Monaten hat man das Geld für eine schöne neue Gitarre zusammen. 10x 80€, hui, da bekommt man schon ein richtig gutes Instrument für.

Allein für 80€ bekommt man mindestens drei bis vier gute Songbooks mit Transkriptionen cooler Stücke.


Ich will damit nicht pauschal sagen, dass Gitarrenunterricht grundsätzlich rausgeworfenes Geld ist. Aber die selbstkritische Frage, was man sich durch den Unterricht erwartet, sollte man sich stellen.

Denn klar ist: Gitarrespielen-Können ist nicht käuflich, jedenfalls nicht für Geld. Bekanntlich gibt es drei gute Tipps fürs Gitarrespielen: Üben, üben, üben – und das kann einem kein Gitarrenlehrer abnehmen.

Von der selbstkritischen Frage, was man sich durch den Unterricht erwartet, hängt dann ja auch ab, ob Einzelunterricht sinnvoll ist oder ob Gruppenunterricht auch reicht (oder sogar besser ist). Pauschal "Einzelunterricht" würde ich auf keinen Fall sagen. Es kann durchaus gut sein, in einer netten Gruppe zu lernen.


Meine Frage an @Dusda wäre: Was erwartest du dir von dem Unterricht?

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 23.09.2013, 13:11

klar, keiner hat gesagt, dass das nicht viel Geld ist ;)
Das ist halt eine Dienstleistung und Dienstleistungen hat halt ihren Preis. Wie gesagt, man muss selber entscheiden, ob es das einem Wert ist oder ob man ehrgeizig genug ist, um sich das Gitarrenspiel selbst beizubringen. Die Diskussion Autodidakt vs. Gitarrenlehrer gab es hier schon oft und kann nicht pauschal beantworter werden, da es auf den Typen ankommt. Aber hier wird ja speziell nach Unterricht gefragt.

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Exordium
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Erstellt: von Exordium » 23.09.2013, 13:33

Schneiderlein hat geschrieben:Ich weiß nicht.


Genau... :)

Jeder gute Privatlehrer wird Dir eine freie Schnupperstunde gewähren. Geh hin und nutze sie und dann komm wieder und diskutiere ob es sinnvoll ist oder nicht.
Eine sehr hohe %-Anzahl derjenigen die Unterricht nehmen, werden es Dir bescheinigen, dass es sehr sinnvoll ist und auch 10 Bücher die man sich vom Geld kaufen kann, daran nichts ändern würden.

Selbst wenn man sich keinen Dauerunterricht leisten kann (oder will), wären ein paar wenige Stunden für den Anfang sehr gut investiertes Geld.

Dir nützen keine 10 Bücher... 1-2 gute reichen völlig für den Anfang. Aber diese *muss* man dann auch wirklich durcharbeiten. Und das am besten mit jemandem, der etwas Ahnung von der Sache hat.

Ich war auch erst der Meinung, den Lehrer kannst Dir schenken. Gibt ja unzählige (freie) Kurse, Videos, Tabs, usw... Irgendwann kommt der Punkt, wo man auf der Stelle tritt und sich vielleicht dazu noch einige dumme Sachen antrainiert hat.

Wenn Dir etwas am zielorientierten und effizientem Vorwärtskommen liegt, ist ein vernünftiger Lehrer keinesfalls "herausgeworfenes" Geld. Die wären ansonsten alle recht schnell arbeitslos - glaub mir.
Are you sure you want to continue?

dusda
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Erstellt: von dusda » 23.09.2013, 14:33

Danke für die vielen Antworten.
Ein Lehrer soll auf jeden Fall her. Hab erst alleine angefangen, weil ich mir nicht sicher war ob ich dabei bleibe. Das ist jetzt nicht mehr die Frage. Also hier in Frankfurt ist der Gitarrenunterricht sehr teuer. Eine Schule will sogar für 60 min Einzelunterricht 148€! Da bin ich fast vom Stuhl gefallen :D
Ich werde jetzt erstmal alle möglichen Schulen und Privatlehrer abchecken. Im Internet gibt es ja doch mehr Privatlehrer als ich dachte.

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher was ich überhaupt erwarten kann.
Zuerst will ich so die ganzen Basics lernen und im weiteren Verlauf dann spezieller auf Themen eingehen die mich interessieren oder meinem Ziel näher bringen. Zudem ist es mir auch sehr wichtig zu verstehen was ich da überhaupt mache, sprich ich brauche jemanden der selbst was von der Materie versteht und es auch vermitteln kann.

Hab grad mit meinem Gitarrenhändler telefoniert. Der hat selbst eine Musikschule. Die lehren sogar Verhältnismäßig günstig.
Werd die nächsten Wochen mal alles abklappern was geht. Werd euch auf dem laufenden halten.

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Beastmaster
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Erstellt: von Beastmaster » 23.09.2013, 15:16

Hallo Dusda,

bei der Suche nach einem Privatlehrer ist dir ja schon mitlerweile aufgefallen, daß es die wie Sand am Meer gibt.
Du solltest wenn du des Geldes wegen so eine riskante Entscheidung triffst, genau aufpassen wem du vertraust.

Es ist nicht ohne Grund so, daß Musikschulen nicht jeden Unterrichten lassen.
Die Frage ist hierbei "Wo bekommst du mehr für dein Geld?"

Wirf dein Geld nicht zum Fenster raus.

Spiel lieber mit den Sternchen, als bei Sonnenuntergang mit Ratten.


LG
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Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 23.09.2013, 17:46

@Dusda:
Ich denke, übers Netz kann man dir keinen Pauschalratschlag geben. Ich würde dem auf jeden Fall widersprechen, dass Einzelunterricht pauschal die bessere Wahl ist. Wenn die Gruppe harmoniert, kann eine Gitarrengruppe zum Lernen perfekt sein.

Ich will auch nicht pauschal für "Selbst ist die Frau/derMann" werben. Klar ist, ein guter Gitarrenlehrer wird dir das Lernen leichter machen.


Meine Erfahrungen mit Musikschulen: Gitarrenlehrer an Musikschulen verstehen viel von Musiktheorie. In der Regel sind es solide Gitarristen auf gehobenem bis sehr gutem Niveau. Nicht unbedingt Virtuosen.

Musikschullehrer können sich ihrer "Kundschaft" sicher sein. Oft haben sie ihr Schema F, das sie runterspulen. Vorteil: Das Programm ist erprobt und was die musikalische Theorie angeht bist du bei einer Musikschule auf der sicheren Seite.

Ein Privatlehrer kann eine genauso gute oder sogar bessere Variante sein. Aber da bist du letztlich auf dein Bauchgefühl angewiesen. Bei einer Musikschule kannst du dir gewisser Standards sicher sein, was bei einem Privatlehrer nicht unbedingt der Fall ist.


Ich möchte noch eine dritte Variante ins Spiel bringen: Wenn du erstmal Akkorde sicher greifen und wechseln lernen willst und an den ganz basalen Grundlagen interessiert bist, kann eine Gitarrengruppe etwa in einer Kirchengemeinde eine kostenfreie Alternative sein. Falsch machen kannst du da eigentlich nichts. Wenn eine Gruppe für dich nichts ist, schaust du dich nach einer anderen um oder probierst es doch an der Musikschule. Zumindest wirst du am Ende kein Geld verpulvert haben und vielleicht ist das zum Lernen für den Anfang eine wirklich gute Möglichkeit, v.a. wenn du eine nette Gruppe erwischt.


In Frankfurt wirst du jedenfalls den richtigen Lehrer für dich finden. Vielleicht ist der beste Ratschlag, den man dir geben kann: Genau überlegen und sich nicht gleich für den erstbesten Gitarrenlehrer entscheiden. Außerdem würde ich mich für den Lehrer entscheiden, bei dem du das beste Gefühl hast. Und wenn der dann 80€ kostet, so what. Besser als 20€ für einen Lehrer, der dich nicht voranbringt.

dusda
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Erstellt: von dusda » 23.09.2013, 18:28

Also ich hab jetzt mehrere probestunden ausgemacht. Ein paar mit Musikschulen und ein paar mit Privatlehrern. Generell würde ich lieber an eine Schule(hab da ein besseres Gefühl bei), aber lasse mich auch gerne eines besseren belehren. Vom preis her habe ich schon meine Grenze die ich vermutlich nicht überschreiten werde. Aber das mit den Kirchengemeinden interessiert mich schon. Kann ich da einfach in ne Kirche dackeln und fragen ob ich da mitmachen kann, oder wie läuftdas ab? Und viel wichtiger. Muss man dafür getauft sein?
Das wäre unabhängig vom Unterricht mal ne interessante Erfahrun

Arakon
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Erstellt: von Arakon » 23.09.2013, 19:23

Genau darum sind Probestunden wichtig.. die Chemie muss stimmen. Bei meinem Lehrer, "trotz" Musikschule, kann ich selbst bestimmen, wohin ich will. Entweder er schlägt verschiedene Lieder vor, oder ich sag einfach selbst, was ich mal machen möchte.. vor 2 Wochen hab ich gesagt, ich würde gerne Bendings lernen, erst hat er mir ein paar Übungen mitgegeben, und in der folgenden Woche ein Lied mit vielen Bendings angefangen.

Schneiderlein
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Erstellt: von Schneiderlein » 23.09.2013, 22:12

@Dusda: Genau richtig! Du probierst jetzt ein paar Lehrer aus. Wahrscheinlich wird einer dabei sein, bei dem du das gute Gefühl hast, dass er dich voranbringen kann. Bei Privatlehrern kannst du ja auch einfach durch ein paar Fragen antesten, ob er von der Theorie Ahnung hat. Das finde ich jedenfalls unerlässlich. Man kann ja auch mal fragen, wie der Lehrer sich den weiteren Unterricht vorstellt.


Zu Gitarrengruppen in Kirchengemeinden: Da habe ich einige Erfahrung. Ich habe selber als Kind die Gitarren-Basics in einer solchen Gruppe gelernt. Von unserem letzten Wohnort kenne ich den Leiter einer solchen Gruppe und war dort auch manchmal zu Gast und habe die Gruppe bei Auftritten erlebt. Mittlerweile leite ich selber eine solche Gitarrengruppe.

Ob du getauft bist, spielt meiner Erfahrung nach keine Rolle. Hauptsache, man hat Lust auf Gitarrespielen.

In der Gruppe, in der ich das Gitarrespielen angefangen habe, war die Leiterin eine sehr liebe Diakonin mit einem sehr großen Herz. Wir haben die typischen Gitarrenanfänger-Lieder gespielt, keinesfalls nur Kirchenlieder (viele Volkslieder, aber auch Stücke wie "House of the rising sun").

In der Gruppe an unserem letzten Wohnort wurde z.B. viel von Godewind gespielt. Es gab einige, die nur gesungen haben und es gab auch eine Blockflöte. Der Leiter ist ein super Typ und ein Gitarrist auf respektablem Niveau.

Die Gruppe, die ich jetzt leite, ist keine Anfängergruppe. Es ist eine Gruppe in typischem Gitarrengruppen-Niveau. Wir spielen auch ein buntes Repertoire von kirchlichen und nichtkirchlichen – auch neueren (z.B. "Applaus, Applaus") – Liedern.

Ich selber habe da nur gute Erfahrungen gemacht, aber fairerweise muss ich sagen, dass mir auch schon von schlechten Gitarrengruppen erzählt worden ist. Aber da es nichts kostet usw., kannst du das ja einfach austesten.


Vorteile: Es kostet nichts; du hast eine Plattform, wo du dich an deinen Fortschritten erfreuen kannst und im Gespräch mit anderen Hobby-Gitarristen bist. Wenn du eine Anfängergruppe erwischt – hier und dort gibt es noch sowas – wird wahrscheinlich ein sehr ähnliches Programm dort abgespult werden, wie in einer Musikschule (mit dem Unterschied, dass es für lau ist). Die Grundlagen (=> Gitarrengriffe; grundlegende Schlag- und Zupftechniken, hier und da auch Spielen nach Noten und Folk-Picking) wirst du in einer solchen Gruppe normalerweise vermittelt bekommen.

Nachteile: Spätestens auf mittlerem Niveau ist dann in der Regel Schluss bei einer solchen Gruppe. An Liedern wirst du weitgehend nehmen müssen, was kommt.

sunset
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Erstellt: von sunset » 24.09.2013, 00:46

Schneiderlein hat geschrieben: Bei Privatlehrern kannst du ja auch einfach durch ein paar Fragen antesten, ob er von der Theorie Ahnung hat. Das finde ich jedenfalls unerlässlich.


Um solche Fragen stellen zu können und aus den Antworten eine eventuelle "Ahnung" des Lehrers abzuleiten, braucht man selbst schon sehr viel Ahnung von Theorie :cool:

Aber zu deinen Kirchengruppen, Schneiderlein:

Die Anregung finde ich gut und wichtig hier, es müssen jetzt nicht unbedingt Kirchengruppen sein, aber andere Leute, mit denen man zusammen spielt, sind sicher günstig beim Gitarrelernen.
Ich selbst habe auch ihn einer Kirchengruppe - wir gestalteten jeden 2. Sonntag musikalisch die Messe - viele Erfahrungen gesammelt.

Die Praxis eben: Durchhalten, weiterwursteln, wenn man raus fällt, wieder versuchen reinzukommen, selbstsicher werden, nicht gleich knallrot, wenn ein Fehler passiert, abgesehen von den "Tricks", die wir uns gegenseitig gezeigt haben.

In der Zeit hatte ich auch schon (Einzel-)Unterricht an einer Musikschule, aber 100% klassische Gitarre, da war nix mit Begleiten, hat der Lehrer einfach nicht gemacht. Das lernte ich dann autodidaktisch und in der Kirchengruppenpraxis.

Wie man in Frankfurt zu einer solchen kommt, weiß ich allerdings nicht, bei mir zuhause war's eine kleine Gemeinde, jeder kannte jeden sozusagen, da haben sich die Leute schnell gefunden.

lg
sunset

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Erstellt: von karioll » 24.09.2013, 09:06

Was sunset schreibt, ist richtig. Die beste Kombination ist Einzel-Unterricht + Gruppen + Leute, die man sich sucht, mit denen man zusammen üben und spielen kann. Dann deckt man alle Richtungen ab und das Gitarre spielen wird eine runden Sache. Ich glaube , schön ist auch, wenn man von Anfang an nicht nur übt, sondern ab und zu auch mal das Erlernte mit anderen spielt.
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Erstellt: von Beastmaster » 24.09.2013, 14:27

Das wird ja denn schön :lol:



:twisted:

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Erstellt: von dusda » 24.09.2013, 15:14

Werd mich die Tage mal schlau machen. Gibt bei mir um die Ecke ein Chorhaus. Vielleicht weiß da jemand wo ich so ne Gruppe finde. Hab da voll Lust drauf. Spiel öfter mit nem Freund zusammen, aber der zieht im November um. Also klassische Gitarre wäre garnichts für mich. Bin ja auch hauptsächlich mit meiner E-Gitarre am wurschteln, hab aber auch ne Westerngitarre mit der ich ein bisschen klimper.

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Erstellt: von dusda » 24.09.2013, 15:16

Ok Beatmaster hör auf. Das schreckt voll ab :D :D :D :D

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Erstellt: von Beastmaster » 24.09.2013, 17:42

War nur n Scherz.

Die Gruppen die ich gesehen habe warn auch Pop und Rockinteressiert.


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Erstellt: von Schneiderlein » 24.09.2013, 20:58

Das sind – meistens :-) - ganz normale Leute.

Ich weiß nicht, ob und wo es nicht-kirchliche Gitarren-Gruppen gibt. Keine Ahnung. Über eine Kirchengemeine ist es meiner Erfahrung nach ein einfacher und unkomplizierter Weg in eine Gitarrengruppe hineinzukommen, die auch für Anfänger geeignet ist.

An Liedern muss man dann nehmen, was kommt. Aber was soll's? Wenn es nette Leute sind und du kostenlos die Grundlagen zum Gitarrespielen vermittelt bekommst, ist das ein guter Ort. Und auch wenn du, @dusda, einen Gitarrenlehrer engagierst, würde ich überlegen, ob nicht eine solche Gitarrengruppe zusätzlich Sinn macht. Musizieren ist ja – normalerweise – keine Ego-Show und das gemeinsame Musizieren übt man am besten im Miteinander.

So, jetzt ist aber auch gut damit. Du weißt jetzt, dass es auch diese Möglichkeit gibt; alles andere ist deine persönliche Entscheidung, die du für dich treffen musst. Und wirst du schon gut machen :D

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