"Leitfaden" im Gitarrenspiel finden

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jonas92
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"Leitfaden" im Gitarrenspiel finden

Erstellt: von jonas92 » 20.05.2013, 13:30

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe ca. 5 bis 6 Jahre lang Gitarrenunterricht genommen, habe dann aber vor einem Jahr mit dem Unterricht aufgehört, da ich angefangen habe zu studieren und seitdem nurnoch ab und zu mal die alten Stücke gespielt.

Mein Problem war jedoch, dass ich nie wirklich eine klare Linie hatte, d.h. ich habe aufgefangen auf einer akustischen Gitarre zu spielen, bin dann auf E-Gitarre umgestiegen und zu guter Letzt wieder zurück auf die akustische.

Ich konnte zum Schluss beispielsweise Lieder, wie die Cover von Sungha Jung zu "Dust in the Wind" oder "The River flows in You" oder aber "Stairway to Heaven", "Nothing Else Matters", ... (mehr oder weniger) fehlerfrei spielen.
Ich habe mich auch hin und wieder mit einem Freund getroffen, um was zusammen zu spielen.

Nun wollte ich mal wieder anfangen mehr zu spielen und dabei vorallem auch mal vorankommen, was auch (hoffentlich) der Titel meines Beitrags sagt, nur hab ich noch nicht wirklich eine Vorstellung wie ich verfahren soll, um dahin zu kommen, wo beispielsweise Sungha Jung, Igor Presnyakov, Andy McKee, ... sind.

Ich habe mich auf der Seite hier schon bisschen umgeschaut und meine Idee dabei wäre, die verschiedenen Spieltechniken: http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... c4975.html durchzuarbeiten, wobei ich hierbei auch nicht wüsste welche Stile und Techniken ich davon überhaupt brauche und wo ich anfangen sollte.
Im Unterricht habe ich damals schon beispielsweise Techniken wie das Folkpicking, Wechselschlag, ... gelernt.

Ich hoffe ihr könnt mir nun ein paar Tipps dazu geben, welche Spielstile und Techniken ich lernen/ üben muss, um auf das Niveau von Sungha Jung, Igor Presnyakov, Andy McKee, ... zu kommen.

Ansonsten wünsche ich euch allen noch einen schönen Feiertag und schonmal vielen Dank vorab.

Beste Grüße
Jonas

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Holger Esseling
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Erstellt: von Holger Esseling » 21.05.2013, 13:58

Hallo Jonas,

das ist mal ein ehrgeiziges Ziel, auf dieses Niveau zu kommen. Finde ich gut. Du scheinst dabei nach einem Plan zu suchen, der Dich zuverlässig dahin führt. Wenn Du also Technik A, B und C lernst und dann noch die Stile X, Y und Z beherrschst, so verstehe ich Dich, dann wirst Du auch auf dem Level spielen können. Diesen Gedanken möchte ich um eine Komponente erweitern.

Sicherlich brauchst Du Grundlagen in vielen Bereichen. Entscheidend wird darüber hinaus weniger sein, was Du spielst als vielmehr, DASS Du spielst. Und zwar sehr viel. Deine angesprochenen Vorbilder spielen jeden Tag stundenlang Gitarre, perfektionieren Techniken und holen sich inspirierende Lehrer dazu. Das geht meines Erachtens nicht durch "wieder ein bisschen mehr spielen", wie Du es vorhast.

Vielleicht ist Dir diese Relation auch klar. Ich würde Dir raten, wenn Du so spielen möchtest: Spiel doch erstmal deren Lieder. Dabei werden Dir einige Sachen auffallen, die Du vielleicht noch nicht beherrscht und gezielt üben kannst: Du kannst nicht tappen? Alles klar, such Dir Übungen dazu, im besten Fall einen Lehrer und lern es. Ich würde also zusammenfassend sagen: Mach Dir nicht vorher einen "Ausbildungsplan" sondern lerne aus der Praxis. Fang an mit den Liedern und dem Stil, wo Du hin willst und schaff Dir auf dem Weg dorthin das drauf, was Du brauchst.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg dabei!

Herzliche Grüße
Holger

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Samhain
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Erstellt: von Samhain » 21.05.2013, 14:06

... vllt. gehört auch "etwas" Talent dazu. Sungha ist für mich eines der Jahrhunderttalente ;)
greetz
Franky

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 21.05.2013, 21:34

Grüß dich Holger,

zunächst mal danke für deine Antowort. Nach dem Prizip, einfach mal die Stücke zu spielen bin ich zu meinen Zeiten des Unterrichts vorgegangen, wobei ich dadurch meiner Meinung nach nicht effizient genug voran kam.
Außerdem konnte mir damals auch noch mein Lehrer die Stücke rausschreiben, was mittlerweile nichtmehr geht, denn ich habe ich kein Unterricht mehr und weiß auch nicht inwiefern man auf die tabs, die man im Internet findet vertrauen kann.
Der nächste Punkt wäre, dass ich zu meiner Zeit des Gitarrenunterrichts relativ wenig wert auf die Theorie hinter dem Gitarrespielen gelegt habe, was ich mittleweile auch bereue, da ich mir als Ziel setzte irgentwann vielleich mal selbst Lieder zu schreiben bzw. zu arrangieren.

Nun die ganzen Punkte "auf eigene Faust" zu füllen scheint mir fast unmöglich, weshalb ich auf beispielsweise ein Buch (oder auch mehrere mit verschiedenen Stilen) hoffe, das Theorie und Praxis abdeckt, sofern es sowas überhaupt gibt :?

Und zum Thema Talent: Es kann gut und gerne sein, dass es Leute mit mehr Talent gibt als ich, wobei mir hier Sungha eher als ein Vorbild dient, auf das ich zuarbeiten möchte ... wird wohl nicht verboten sein^^

Ansonsten viele Grüße und noch einen schönen Abend.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 21.05.2013, 23:28

Wenn man den Berichten glauben kann, hat wohl Sungha aus dem Kopf heraus einige Lieder gecovert.
Dafür besitzt er ein ausgezeichnetes Musikverständnis und Gehör und beherrscht zudem verschiedenste Techniken welche er auch anwenden kann.
Der hört nen Song und spielt den nach...covert diesen auf Gitarre, ohne Tabs usw.
Weiß nicht und glaube auch nicht, dass man dahin kommt, indem man nun ihn covert bzw. seine Tabs nachspielt.
Damit bist du dann nur einer von vielen die das können, aber noch lange kein Sungha ;)
Genauso wie zb. dieser Agustín Amigó
http://www.youtube.com/watch?v=w956XxGjUtc

Covere doch zb. mal nen guten Beatles Song...nur mit Gitarre...schreib deine eigenen Tabs usw.
Frag doch mal zb. unser Forenmitglied "meggel" wie er da vorgeht...
Der schreibt und spielt wirklich gut Coverversionen und eigene Songs.
http://www.youtube.com/user/meggel100

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 21.05.2013, 23:45

Hallo musicdevil,

auch erstmal danke für deine Antwort,
nur mein Problem wird wohl sein, dass ich bislang wohl weder die Spieltechniken, noch das musikalische Verständnis (die Theorie) beherrsche, um Lieder (gut) zu covern.

Habe wie oben beschrieben zwar diverse Techniken in meinem Gitarrenunterricht gelernt, wohl aber nicht alle, die ich brauchen würde und die Theorie ist sowieso überhaupt nicht vorhanden :?

Deshalb weiß ich ja auch gar nicht wie ich da an die Sache gehn soll.

Beste Grüße
Jonas

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 22.05.2013, 00:31

Weiß nicht ob es dir hilft, aber ich fand diese Lektion hier ganz spannend und sogar ausschlaggebend für mein eigenes Gitarrenspiel:
http://www.justinguitar.com/en/TE-301-FKW-Fingerstyle.php
Er nennt es "Melodic Percussive Fingerstyle".
Ist ne Mischung aus Chords, Fingerstyle und perkussiven Elementen.
Er meint "Tommy Emmanuel, Andy McKee, John Mayer, Don Ross" nutzen das ähnlich.

An Techniken kannst du da so gut wie alles gebrauchen.
Hämmerings, Pull-Offs, Bendings, Fingerpicking, Strumming usw. kannst du praktisch alles einbauen.
Man spielt quasi die passenden Chords und improvisiert dazu die Melodie.
Muss man viel probieren eh man den Dreh raus hat.
Hab da erst viel improvisiert, mir also irgendwas ausgedacht was nach Musik klang und dann irgendwann angefangen bekannte (einfache) Lieder auf diese Art und Weise zu spielen.
Vielleicht nutzt dir das was.

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 23.05.2013, 18:20

Also es war zumindest mal ganz interessant sich auf der Seite umzuschauen, allerdings würde wenn ich durch solche online-tutorials lernen würde wohl die Theorie zu kurz kommen und wahrscheinlich auch die Fülle an geeigneten Übungsliedern(?)

Hämmerings, Pull-Offs, Bendings, Fingerpicking, Strumming, ... habe ich zwar schon gemacht, wobei sich nun wieder die Frage stellt, auf welchem Niveau mein Können befindet und wie das mit dem kombinieren davon aussieht, wenn ich z.B. Wechselbass mit Wechselschlag kombinieren möchte und dazu dann noch andere Techniken kommen wäre ich wohl fürs erste überfordert, sodass ich am liebsten Lieder (bzw. optimaler Weise ein Buch) haben möchte, die das ganze nach und nach aufeinander aufbauen.

Außerdem habe ich mich auch selbst ein bisschen im Internet nach verschiedenen Stilen umgeschaut und habe beispielsweise hier: http://www.renesenn.de/gitarrenstile.html gelesen, dass das Fingerpicking ein eigener Stil ist, wozu es auch eine Fülle von Literatur gibt.
Dies führt mich widerrum auf die Frage, ob es mit Hilfe eines Lehrbuches zum Fingerpicking eine Möglichkeit wäre, auf diese Weise an mein Ziel zu kommen.

Also wäre ich sehr dankbar wenn ihr mir euere Meinung dazu mitteilen würdet und ggf. auch ein gutes Lehrbuch kennt, dass Stücke beinhaltet, die sich nach und nach aufeinander aufbauen und bestenfalls gleich die Theorie dazu mitlehren.

Viele Grüße

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 18.06.2013, 22:19

Also mal ein kleines update von mir:

Ich habe zwar die letzte Zeit eher nach Tabs gespielt, die ich so im Internet gefunden habe, aber trotzdem weiter nach einem passenden Buch gesucht.

Dabei bin ich auf "Von Anfang an!" (Band 1/ 2) von Ulli Bögershausen gestoßen: http://www.amazon.de/Anfang-Audio-CDs-B ... 3931453278
und habe darüber zwar auch schon die ein oder andere Kritik gelesen, was für mich jedoch immernoch unklar bleibt, ist welche Spieltechniken er dort lehrt.
Ich bin zwar mal auf ein Inhaltsverzeichnis des Buches gekommen, doch dieses hat mir auch weniger Auskunft darüber gegeben.

Ich wäre deshalb sehr dankbar, wenn jemand, der schon Erfahrung mit diesem Buch hat, sich dazu äußern könnte oder aber mir jemand einen guten vergleichsbaren Vorschlag hat.

In diesem Sinne einen schönen Abend euch noch :)

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 18.06.2013, 22:23

... was ich noch vergessen habe :P

ein anderes Lehrwerk auf das ich gestoßen bin wäre Hans Westermeier
Picking Basics, Band 1/ 2.

http://www.hans-westermeier.de/publications.html

auch hierfür wäre eure Meinung sehr erwünscht :)

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Siddy
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Erstellt: von Siddy » 18.06.2013, 22:59

Hi ich kann dir das Buch Best in the West Nashville Guitar empfehlen.

Das Buch behandelt im Grunde alle wichtigen Stile und Spieltechniken ausführlich mit vielen Beispielen in Noten + Tabulatur + CD . Der Schwierigkeitsgrad in jeder Kategorie beginnt bei 1 (Anfänger) und geht bis 3 (sehr fortgeschritten bis Profi) und die Übungen bauen sinnvoll aufeinander auf. Wobei man beachten sollte, dass man als Anfänger zumindest die Grundlagen des Gitarrenspiels schon beherschen sollte.

Alle Kapitel erhalten gute Erklärungen und interessante Hintergründe sowie gelegentliche "Workshops" Das ganze Buch ist mehr auf die Country Richtung ausgelegt weiß nicht ob dir das gefällt.

Eine Übersicht über den Inhalt des Buches:
1. Grundlagen der Country Rythmusgitarre ( Es werden viele Bassläufe mit Verzierungen wie Hammer Ons und Pull offs bei gebracht die schon ziemlich cool klingen)
2. Bluegrass-Back-up
3. Carter-Leadstyle
4. Bluegrass-Flatpicking-Soli
5. Fingerpicking
6. Rockabilly
7. Nashville-Leadstyles
8. Western Swing und Honky Tonk
9. Cajun
10. New Generation
11. Theorie

Wobei die Kapitel 8-11 vergleichsweise kurz sind und 1-7 schön ausführlich. Insgesamt dürfte man auch als ambitionierter Spieler mit dem Buch locker 1,5 - 2 Jahre Spass haben.
Rock´n Roll ist wenn mans trotzdem macht...

jonas92
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Erstellt: von jonas92 » 23.06.2013, 15:16

Hallo Siddi und danke für deinen Beitrag :-)

ich habe mich auch mal genauer über das von dir empfolene Buch und dessen Inhalte informiert (in youtube findet man dazu sogar relativ viel), jedoch hatte ich eigentlich vor mich eher auf das Figerpicking zu konzentrieren und erst sobald ich das mehr oder weniger gut kann vielleicht auf andere Techniken zurückzugreifen.

In diesem Buch (so hat es für mich zumindest den Anschein) kommt das Fingerpicking relativ kurz im Vergleich zu dem Rest. Falls ich mich dabei täusche lass es mich bitte wissen :D

Aber dabei ist bei mir mal die Frage aufgekommen, ob es einen Musikstil gibt, der großteils auf den Fingerstyle ausgelegt ist.

Viele Grüße (:

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Siddy
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Erstellt: von Siddy » 23.06.2013, 15:58

Ja du hast recht wenn du ein Buch speziell für Finger Picking suchst dann gibt es vermutlich besser geeignete Bücher.
In dem Buch sind ca. 40 Seiten extra für Finger Picking. Genauer gesagt sinds die Kapitel:
Einführung ins Finger Picking,
Back up Picking,
Basic Patterns,
Wechselbass,
Bassruns,
Melodie Picking,
Erweiterung der Basic Patterns durch Fill-ins,
3/4 Takt Pattern,
Workshop Chet Atkins,
Workshop Sam Mc Gee,
Workshop Merle Travis
Travis Picking,
Fingerpicking Licks zum Prahlen,
und Leadpicking
Genaueres kann ich dir aber dazu leider nicht sagen weil noch nicht soweit bin in dem Buch
Rock´n Roll ist wenn mans trotzdem macht...

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