Handgelenk Greifhand

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Arakon
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Handgelenk Greifhand

Erstellt: von Arakon » 22.05.2013, 22:04

Moin.
Ich hab schon immer (also wahnsinnige 6 Monate) das Problem gehabt, das mein Bauch ziemlich im Weg ist und stark die möglichen Gitarrenhaltungen einschränkt. Es lief am Ende auf eine halbklassische Haltung raus.. Gitarrenhals recht steil, aber Korpus am Gurt knapp unterhalb der Brust hängend und nicht abgestützt. Für Highway to Hell und Knockin' on Heaven's door hat es bisher gereicht, allerdings übe ich jetzt Smoke on the Water ein (vollständig, also nicht nur Riff) und beim Verse (G5/F5) habe ich jetzt ein Problem.
Mein Handgelenk schmerzt und ermüdet sehr schnell, vor allem wenn ich die tiefe E-Saite im 1. Bund mit greifen muss. Mein Handgelenk ist durch die o.g. Haltung relativ stark geknickt, und um dann an die E-Saite zu kommen, ohne voll auf alle anderen Saiten zu langen, plus die (für mich noch recht weite) Dehnung in den 3. Bund lässt mein Handgelenk die Sehnscheidentzündigs-Warnflagge schwenken. Die Gitarre ist zwangsweise zu mir geneigt, durch den Bauch im Weg, und dadurch muss ich sehr weit rumgreifen.

Hat jemand einen Tipp, was ich machen könnte? Andere Positionen habe ich probiert, aber entweder wird das Schlagen fast unmöglich (Gitarre weit rechts "unter den Arm geklemmt"), oder das Handgelenk schmerzt noch mehr, weil ich noch schwerer rumkomme.
Legt sich das mit der Zeit (es sind keine Muskelschmerzen, sondern definitiv die Sehnen)?
Ich hab mal ein Bild angehängt, ich hoffe, man kann es da einigermaßen sehen.
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Roddy
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Erstellt: von Roddy » 22.05.2013, 22:32

Versuchst Du beim Spielen selber noch aufs Griffbrett zu schauen?

Wenn Du versuchst Dir das abzugewöhnen, so bekommst Du den Gitarrenhals wieder etwas weiter von Dir weggedreht und somit brauchst Du Dein Handgelenk nicht so weit einzuknicken.

Probiere mal aus, ob es Dein Gelenk etwas entlastet. Und Vorsicht mit den Sehnen, Du kannst mit Dehnübungen und langsamen Warmspielen dem etwas vorbeugen.
Zu einem gewissen Punkt gewöhnt man sich ein wenig an die Haltung, aber wir Gitarristen müssen halt immer drauf achten, das die Sehnen möglichst geschont werden, wir neigen nun mal gerne zu Sehnenscheidenentzündungen. Deshalb ist eine korrekte Haltung auch so wichtig!

Arakon
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Erstellt: von Arakon » 22.05.2013, 22:42

Das Problem ist nicht so sehr, dass ich aufs Griffbrett schauen will.. mein Bauch kippt die Gitarre nach hinten, weil der gegen den unteren Bereich der Gitarre drückt. Stelle ich die Gitarre "grade" vor meinen Bauch, komm ich mit der Schlaghand nicht mehr um den Korpus, bzw. schnürt mir die Kante vom Korpus nach kurzer Zeit den Arm ab.

Evtl. kann man hier ganz gut sehen, wie die Gitarre zu mir hin kippt.
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Roddy
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Erstellt: von Roddy » 22.05.2013, 22:53

Ja, jetzt sieht man es und nun weiß ich was du meinst.
Hm, da fällt mir nur ein, die Gitarre eventuell doch noch etwas tiefer zu tragen, nur dann sagst Du, bekommst Du Probleme mit der rechten Hand.

Ich finde jetzt aber auch nicht, das Dein Handgelenk nun sehr stark einknickt, für mich sieht das noch im grünen Bereich aus. Ähnliche Haltung habe ich auch.

Also wenn gar nichts geht und eine Sehnenscheidenentzündung nach der anderen Dir droht, wirst Du nicht drum rumkommen, etwas gegen Deinen Bauchumfang zu tun, wobei Du ja nun nicht der einzige Mensch auf Erden bist, der etwas korpulenter ist und Gitarre spielt.
Aber wenn es nicht geht, dann wäre das halt noch eine Möglichkeit.

Bestimmt haben aber noch ein paar andere User Ratschläge und Tipps für Dich!

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Erstellt: von Metalguy » 22.05.2013, 23:57

Was du auch mal versuchen/beachten kannst:

um die haltung des handgelenkes zu ändern muss mann nicht zwangsweise den ganzen arm drehen/biegen/brechen ;)...mein erster gitarrenlehrer wollte mir damals gerne eine "ordentliche" (hand)haltung angewöhnen und dazu gehörte eben auch das ich das handgelenk weniger abknicken sollte.
Er bat mich also einfach mal die haltung meienr hand ganz trocken so zu ändern, dass mein handgelenk nicht geknickt ist, ohne zu spielen.. und das konnte ich nicht:D..
war recht amüsant für ihn (habe meine schulter mehr bewegt als den winkel meienr hand zu ändern;)..), aber er meinte da hätten viele probleme mit.. man muss sich erstmal klarmachen, was genau man denn da bewegen will und wenn man das richtig macht geht das FAST ohne den arm überhaupt zu bewegen, das hat viel mit dem abstand/der position der hand im vergleich zum hals zu tun.

mach also mal ganz bewusst das handgelenk einfach grade...
es kann gut sein, dass deine finger dann ncith mehr dehnbar/beweglich genug sind um ordentlich zu greifen, grade bei barres, und der erste bund der E saite ist anfangs natürlich immer so ne sache
du musst dann halt ein gesundes mittelmaß finden und mit der zeit sollte sich das ahndgelenk an die haltung etwas gewöhnen und du solltest immer wieder bewusst versuche nur durch bewegen des handgelenks die haltung zu verbessern, so dass die richtigere haltung dann auch immer angenehmer wird..

hoffe du verstehst was ich meine und dass es dir hilft ;)

Arakon
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Erstellt: von Arakon » 23.05.2013, 11:46

Danke soweit schonmal.
Nach einigem Rumprobieren ist mir jetzt aufgefallen, dass es vor allem daran liegt, dass ich das letzte Fingerglied nicht unabhängig knicken kann, ohne dass das 2. Gelenk mitgeht. Dadurch muss ich auch immer sehr weit "im Bogen" greifen, was wiederrum auf die Sehnen geht, und ich natürlich auch Saiten ungewollt dämpfe.
Die sogenannte Hämmerchen-Stellung der Finger ist also nicht möglich, wenn ich das 2. Gelenk nicht z.b. mit der anderen Hand grade halte.
Gibt es Übungen, um spezifisch eine Unabhängigkeit des letzten Fingergelenks zu trainieren?

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Erstellt: von Mihriban » 23.05.2013, 12:05

Es ist ok, wenn beide Fingergelenke gebeugt werden. Wichtig ist m. E., dass alle beteiligten Gelenke einschließlich Handgelenk "rund" gebeugt werden und ein (belastender) Knick vermieden wird, so, als ob du einen Tennisball umfasst. Diese Bewegung kannst du auch ohne Gitarre einüben.
Eine andere Möglichkeit ist das konsequente Spielen mit Kapo in einer höheren Lage: Da die Hand in einem anderen Winkel und näher zum Körper gehalten wird, wird die Haltung meist als angenehm empfunden, es ist weniger Kraftaufwand nötig und das nützt den Gelenken.
Ich hoffe, das hilft dir weiter.

Lieben Gruß

Mihriban

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Erstellt: von Phuehue » 23.05.2013, 12:14

@ Arakon:
hast du den Finger mal gebrochen? Ansonsten ist das eher ungewöhnlich.

Was du auch mal ausprobieren kannst: im Stehen spielen! Evt. verändert das den einen oder anderen Winkel oder zumindest die Lage der Gitarre. Vielleicht nützt dir das was?

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Erstellt: von Arakon » 23.05.2013, 12:15

Das ist bei allen 4 Fingern so, und die waren nie gebrochen, nein.
Im Stehen spielen geht tatsächlich etwas besser, weil der Bauch weiter unten hängt dadurch, bzw. sich "grader" zieht, aber dauerhaft im Stehen zu spielen ist nicht wirklich eine Lösung fürs üben.

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Erstellt: von Phuehue » 23.05.2013, 12:26

@ Arakon: Ich habe jetzt grade auf dem ersten Foto gesehen, dass du die Gelenke ja doch beugen kannst. Folgedessen habe ich das beschriebene Problem irgendwie doch nicht ganz kapiert... :D

Deswegen nochmals für mich in langsam: Du hast ja von der Fingerspitze her drei Gleider. Zwei Gelenke im Finger selbst, das dritte verbindet den Finger mit dem Mittlelhandknochen. Welche davon kannst du nicht unabhängig voneinander bewegen?

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Erstellt: von Arakon » 23.05.2013, 13:05

Ich sehe ziemlich oft bei Gitarristen, dass die ihre Hand relativ flach vor den Saiten haben, und die Fingerspitze geknickt ist, um die Saite zu halten. Ich selbst komme aber nur an die Saiten, wenn meine Finger einen relativ weiten Bogen formen. Ich kann zum Beispiel auch nicht wirklich den Daumen mittig auf dem Hals ruhen lassen, wie es eigentlich ideal ist, sondern muss den Daumen weit oben positionieren, damit ich überhaupt mit den Fingern ordentlich an die tiefe E-Saite komme.
Ich kann aber z.b. nicht die Fingerspitze nach vorne knicken (also das Gelenk am nächsten zur Fingerspitze), ohne dass auch das zweite Gelenk einknickt.
Kann auch sein, dass ich mich irre und das so normal ist.
Wenn es nicht an der Fingerposition liegt, besteht also mein zuerst genanntes Problem.

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Erstellt: von Phuehue » 23.05.2013, 13:29

Hm. Also meine Vermutung ist: mit deinen Finger ist alles in Ordnung und die funktionieren genauso, wie bei Millionen anderen Gitarristen auch. ;-)

Was uns zum urpsrünglichen Problem führt. Und ich befürchte, dort hast du einfach auch das gleiche Schicksal wie eine weitere Million Gitarristen: Gewisse neue Haltungen sind einfach nicht bequem. Seis, weil die Haltung noch nicht perfekt ist, oder auch einfach nur die Finger und Gelenke noch nicht so genau wissen, wie ihnen geschieht. :D

Befürchte, dass du einfach weiter variieren und üben musst. Deine Finger, Gelenke u sehnen werden sich mit der Zeit an die verschiedenen Bewegungen und Abläufe gewöhnen, anpassen und / oder sich selber korrigieren. Es gilt nur: Sobald es zu schmerzen beginnt => Pause einlegen.

She-Jupp
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Erstellt: von She-Jupp » 23.05.2013, 13:53

Huhuuu,
meine Wenigkeit hatte auch das Problem, egal in welchem Bund und am schlimmsten war es je näher ich an den Korpus kam, die tiefe E-Seite war nicht wirklich zu ereichen, mein Handgelenk war abgeknickt. Da ich nun eine Frau bin, hatte ich 2 Probleme: Mein sehr dicker Bauch und naja, die passende Oberweite. :lol:
Meine Lösung war eigentlich relativ einfach, ich spiele die Gitarre nicht auf den Schenkeln ( das hat ja nunmal überhaupt nicht geklappt, war eine Katastrophe, entweder der Hals hat geschlenkert, oder ich kam endgültig nirgends ran) sondern sie hängt relativ hoch, also schon fast vor der Brust. Den Hals nach oben und schon hat es nach ein paarmal probieren geklappt. Fast wie man eine Uke hält. Sieht alles andere als cool aus, aber ich kann spielen. Man sollte aber bei dieser Haltung unbedingt seinen Rücken kräftigen ( eigentlich müssten das so ziemlich alle Menschen machen, wenn man einen Orthopäden fragt), da das Gewicht der Gitarre auf den Rücken geht.
Und ich glaube, das egal ob dick oder dünn, das jeder seine Sehnen langsam dehnen muß und jeder hat seine ideale Haltung.

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Erstellt: von Phuehue » 23.05.2013, 13:57

She-Jupp hat geschrieben:Und ich glaube, das egal ob dick oder dünn, das jeder seine Sehnen langsam dehnen muß und jeder hat seine ideale Haltung.


Gaaaanz genau! ()/

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