Gitarre PRS 513 im Test

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Exordium
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Gitarre PRS 513 im Test

Erstellt: von Exordium » 02.02.2013, 19:23

Intro:

Ich spiele jetzt wieder seit ca. 1 Jahr begeistert Gitarre und besitze inzwischen deren 5. Da wären eine Hagstrom Super Swede, eine stark modifizierte Squier Strat, eine Cimar 2070 (meine erste Gitarre aus 1982), eine Crafter Jumbo/Westerngitarre und als neuesten Zuwachs eben die PRS 513. Meine Begeisterung für diese Gitarre spiegelt sich möglicherweise in dem Review wieder. Es erhebt deswegen nicht den Anspruch vollkommen objektiv zu sein.

Vor der PRS stand auf meiner Wunschliste eigentlich "Gibson LP". Aber der Dschungel an Gibson LPs und derer Features war für mich nicht mehr zu durchschauen. Junior, Studio, Traditional, Standard, Custom, Reissue, Vintage, 58, 59, 60, 61, 62,2568, Hinz und Kunz... Hilfe - Holt mich hier raus!
Nach tagelangem Rumsurfen nach der Wunsch-Gibson konnte ich sie (die LP) dann schlichtweg nicht mehr sehen. Eine Fender wollte ich auch nicht unbedingt haben, also umgeschaut was es sonst noch an "wertigen" Gitarren gibt. Irgendwann blieb ich bei PRS hängen. Eigentlich kannte bisher nur die Consumer SE Reihe aus dem lokalen Musikstore. Die teuren Geräte von PRS hatte man dort nicht wirklich im Programm.

Also bei PRS auf der Seite umgesehen, innere und äußere Werte verglichen und letztendlich blieben noch 2 Kandidaten über: Die 408 oder die 513. Eine Dual-Humbucker Quäke hatte ich mit der Hagstrom schon und die 513 sah optisch durch ihre 5 verkapselten Single Coils eigentlich wenig traditionell und für mich gerade deshalb recht ansprechend aus. Schnell ein paar der recht dünn gesäten Reviews gelesen und dann auf die Suche nach einem Händler gemacht. Auf Empfehlung habe ich sie mir dann aus USA importiert, was mich immer noch etliche 100€ gegenüber den "Möbelpreisen" auf dem inländischen Markt gespart hatte.


Die technische Daten:

Korpus: Mahagoni mit Ahorndecke
Hals: Mahagoni
Griffbrett: Palisander
Anzahl Bünde: 22
Mensur: 25 1/4"
Halsprofil: PRS Pattern Regular
Inlays: PRS Birds
Farbe: 10-Top Quilted Fire Red Burst Finish


Hardware und Elektronik

Brücke: PRS Tremolo
Tuner: PRS Phase III Locking Tuners
Hardware Type: Nickel
Treble Pickup: 513 Patented Pickup System
Middle Pickup: 513 Patented Pickup System
Bass Pickup: 513 Patented Pickup System

Regler: 1 x Master Volume, 1 x Tone
Schalter: 5-Wege Pickup Selektions Wahlschalter, 3-Wege Modi Wahlschalter für Heavy Humbucking, Clear Humbucking, Single Coil

Nach der Entnahme aus dem recht hochwertigen und stabilen Instrumentenkoffer, fällt einem sofort das Gewicht des Gitarre auf. Mit knapp über 4 kg ist sie im Bereich der anderen Bretter, die man aus Mahagoni produziert. Allerdings wirkt die PRS zumindest optisch ziemlich schlank und zierlich. Nach einer ersten Inspektion konnten keinerlei sichtbaren Mängel festgestellt werden. Im Gegenteil: Die Verarbeitung ist exzellent. Hier passt einfach alles lückenlos zusammen, sitzt gerade, es wackelt nichts. Die perfekte 10-Top Quilted Flame Burst Lackierung unterstreicht den hochwertigen Charakter dieser Gitarre. Dieser Level an Qualität, Optik und Haptik hat natürlich seinen (Auf-)Preis. Aber den nahm ich gerne in Kauf!

Die Proportitionen sind gut verteilt, die Gitarre liegt sehr ausgewogen in der Hand. Keine Anzeichen von Kopflastigkeit. Meine Befürchtung, das Halsprofil könnte irgendwie nicht zu mir passen, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Es liegt irgendwo zwischen dem der Hagstrom und der Squier Strat. Etwas näher in Richtung der Strat. Ich fühlte mich dort sofort heimisch und die ersten Akkorde und Melodien gingen problemlos von der Hand.

Die Gitarre ist mit PRS gelabelten 0.10-0.46 Drähten bespannt, die sich irgendwie nach Earnie Ball anfühlen. Das Instrument wurde vor dem Versand nochmals inspiziert und justiert. Die Saitenlage passte ziemlich gut. Nicht ultraflach, aber auch nicht zu hoch. Die Bundstäbe dürften wohl der Kategorie "Full Jumbo XXL" angehören. Jedenfalls ist es nicht so einfach möglich, eine Saite bis auf das Griffbrett zu drücken.

Die recht einfach gehaltene Modellbezeichnung "513" steht für die 5 Single Coil Pickups und derer 13 schaltbarer Soundoptionen. PRS hat der 513 nicht einfach eine Standard H-S-H Schaltung mit splitbaren Humbuckern spendiert. In dem Gerät stecken wirklich 5 vollwertige Single Coil Pickups, von denen sich die oberen und unteren 2 wie ein virtueller Humbucker zusammenschalten lassen. Das es sich hier um echte Single Coils und keinen "halben Humbucker" handelt wird einem sofort beim Hinhören im Single Coil Modus klar.

Für viele wird die 513 wegen des propritären PU-Designs und der damit nicht tauschbaren Pickups ein No-Go bleiben, aber ich denke, das wird in 90% der Fälle auch nicht notwendig sein.

Die Single Coil Option produziert einen schönen obertonreichen Klang, wie man ihn von einer Strat her kennt. Allerdings nicht ganz so dünn, was wohl an den verwendeten Materialen (Mahagoni) liegen dürfte. Aber auch die Humbucker Optionen überzeugten mich. Ein klasse, fetter Sound kommt aus dem Neck-PU wenn er auf Full Humbucking steht. Damit lassen sich die auf den Les Pauls gespielten Rock-Rythmen meiner 70iger Jahre Guitar-Heroes sehr schön übertragen und klingen ziemlich authentisch. Der Modus Clear Humbucking erinnert an den Output reduzierten, PAF typischen weichen und soften Sound. Da in der PU Selektions-Mittelstellung nur ein Single Coil PU verfügbar ist, entfallen für diesen die Humbucking Optionen, so dass man rein rechnerisch auf die 5 x 3 - 2 = 13 Soundoptionen der 513 kommt.

Die 513 kommt damit dem Ideal der tonal universellen Gitarre schon verdammt nah. Natürlich ist eine Strat immer noch eine Strat und eine Les Paul immer noch die heilige Kuh der Gibson Fangemeinde. Wer aber ein Maximum an Flexibilität sucht und die damit verbundenen Abstriche auf ein Minimum reduzieren möchte, ist mit der 513 sehr gut bedient.

Ich bereue es jedenfalls nicht, mich für dieses moderne Schmuckstück entschieden zu haben. Früher war zwar alles besser, aber heute ist nicht unbedingt schlechter!

Viel Licht und keine Schatten? Zwei kleine Mankos habe ich dennoch gefunden. Die beiden Switches knacksen beim Umschalten leicht hörbar aus dem Amp. Dies soll sich aber mit einem guten Kontakt-Reinigungsspay beheben lassen. Dann wollte ich die originalen Gurtpins gegen Schaller Secure Locks tauschen und musste feststellen, dass die Bohrungen meiner PRS etwas zu groß ausgefallen sind. Selbst die originalen Schrauben ließen sich nur kraftlos eindrehen und vermittelten so nicht gerade ein gutes Gefühl von Sicherheit. Die Alternativen sind, 0.5mm dickere Schrauben zu verwenden oder das Bohrloch wieder etwas zu verengen.

Bewertung:
+ Qualitativ hochwertiges und erstklassig verarbeitetes Instrument
+ Vielfältige und flexible Soundmöglichkeiten
+ Tolle Finishs

- Hoher Preis
- Relativ geringe Verfügbarkeit in Deutschland
(-) PUs nicht wechselbar (aber auch nicht notwendig :) )

o Leider keine preisgünstigere SE 513 verfügbar

Bei Gelegenheit gibt es noch paar mehr Fotos von dem Schätzchen!

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