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Blackstar HT 5 Ministack

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blackjoeblue
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Blackstar HT 5 Ministack

Erstellt: von blackjoeblue » 23.09.2011, 22:44

Heute ist er endlich bei mir angekommen, mein neues Spielzeug. Es handelt sich um die Limited vintage Edition von Blackstars HT 5 in der Version mit den 2 x 10" geschlossenen Lautsprechercabs.
Bestellt hab ich den beim grossen T in Bamberg.
Warum das Ministack? Zunächst einmal warum diesen Amp und nicht einen von den anderen 5 Watt Zwergen, die s einfach so überall gibt?
Ich hab vor ein paar Monaten den HT1 angespielt und war von der Wiedergabe ziemlich beeindruckt. Hätte ich am liebsten direkt mitgenommen, und muss gerade sagen, dass es noch zu topen war.
Dr HT5 hat mich dann mit einem recht günstigen Preis beim T. angelacht und da sagte meine Frau nur knochentrocken: willst Du, dann mach bevor ich s mir anders überlege.
Eine Woche Wartenderweiee später, klingelte dann heute der Spedition und brachte ihn.
Erstmal in dem geordneten Verpackungschaos zurechtfinden...
Zwei 10 er cabs und ein topteil, jeweils sauber eingepackt und gut gepolstert in den Cartons. Eins A gemacht. Im Package drin sind 50 cm Kabel für die Cabs, allerdings nur bei dem Komplettpack.wobei T ja wohl bei den anderen Bundles auch immer Lautsprecherkabel beisteuert. Ok, zusätzlich ist ein Kanalfussschalter dabei.
Ich hab mir das ganze erstmal sehr genau angesehen, Verarbeitung äuserlich TIPTOP, aber bekanntlich zählen ja immer auch andere Dinge. Bei den Lautsprechern wackelt rappelt und klappert nichts. Schon mal Klasse.
Auch am Top, kein Klappern und klingeln. Ok, das klappern einer Hallspirale wird man eh vergebens suchen, das Teil hat keinen Hall, soll er aber auch erstmal nicht, weil primär reiner Übungsverstärker (hüst, nein, ich will nicht zu Sessions, oder doch?)
Ok... Estmal die Orientierung: Betreiben kann man den kleinen mit entweder einer 8 Ohm oder einer 16 Ohm oder mit den beiden im Pack enthaltenen 16Ohm lautsprecherboxen. Möglich ist damit logischerweise auch an einer guten alten 4x12" wie man sie von Jims altbewährten Stacks kennt.
Vorne präsentiert sich der kleine aufgeräumt, es gibt einen Eingang und ein paar Regler, zu denen ich gleich komme, und - festhalten: eine DI. Box mit lautsprechersimulation die schaltbar ist zwischen 1 x 12" und 4x12" - und: man kann einen Kopfhörer einstöpseln, was bekanntlich nur wenige Röhrenamps bieten.
An s Eingemachte:
Ein Regler für die Lautstärke im Cleankanal, nebenan die Sektion für die angeheizten bis verzerrten Klänge. Die Dreibandklangregelung teilen sich die beiden Kanäle, und dann ist da noch ein Regler, der in der Mitten - und Bassecke in die Klangformung eingreift und den Charakter von britisch zu amerikanisch verschieben soll. klangbeispiele dazu findet man bei T, ich denke jedoch, ich werde da mal ein zwei Sachen aufnehmen, um es zu verdeutlichen, wie sich das auswirkt. Ok...
Das ganze mit einer der Boxen macht vermutlich genug Radau für zu Hause und daher belasse ich s bei einer der Boxen.
Das Gefühl, eine Butterbrotdose vor mir zu haben, stellt sich nicht ein, die Töne sind bereits bei geringer Lautstärke ziemlich ernstzunehmen. Nennenswerte Verzerrungen sind im Cleankanal mit meiner alten Jazzklampfe nicht zu verzeichnen. Einen Test mit meiner G 400 hab ich noch nicht durchgeführt, den schiebe ich aber morgen mal ein.
Im Zerrmodus beginnen wir bei leichten, sahnig angehetzten Klängen, am Halspickup lässt BB King grüßen, im Stegpickup knallt s direkt erwärmend. Das Programm geht vom zurückgedrehten Höhenregler im Jazzig bluesigen Bereich, den er bei geringen Lautstärken gut auszeichnet rüber in die voll aufgedrehte Klangregelung. breites Grinsen, durch den fehlenden Hall ist man nichtversucht, den Sound anzudicken, braucht man aber auch nicht, denn das Brett das derkleine raushaut ist recht amtlich, bei nur einer Box aber - nach Angabe meiner Frau - immerhin wohnungstauglich.Wer ein Arbeitszimmer hat dessen Wand nichtgleich ans Kinderzimmer ( derNachbarwohnung?) stößt, nervt, kann mit diesem Spielgefährten hoffen, vernünftige Röhrenklänge zu einem guten Kurs zu Hauseerleben zu dürfen. Hören tut man allerdings trotzdem etwas.
Die Zerre der Vorstufe bietet Reserven, die auch im Bereich modernerer Gainmonster zu suchen sind, allerdings muss ich das ganze auch noch unter etwas nach oben korrigierten Volumenverhältnissen testen.

Soundmässig in jedem Fall passend, mein Marshall JTM 30 wird jedenfalls nicht mehr der Heimverstärker sein, der ist um einiges lauter, wenngleich sein Sound nur in größeren Räumen wirklichschön zu nennen ist.
Look? Das Teil ist in jedem Fall strassentauglich. Neben edel anmutendem rotem Kunstleder, das an keiner Stelle Unsauber verarbeitet wäre, kommen hübsche Klarsichtkeder in den Winkeln des Gehäuses sehr edel, zumal sie eine Litze beinhalten, die wie eine goldene Gitarrenseite anmutet. Farblich ist das ganze im Bereich zwischen Blut und gutem, teurem Rotwein aus dem Bordeaux anzusiedeln. Kleine Details wie der in den Griff des Tops (Leder) eingeprägte Stern, die weissen Nähte des besagten Griffs und sinnvolle Griffe für die Lautsprecherboxen runden das Bild genauso ab, wie knalltest sitzende wertige Klinkenbuchsen in den Cabinets und natürlich am Topteil selbst.
Der Fussschalter ist ein Modell, wie man es kennt, gut gemacht, das Kabel ist auch nicht nur 50cm lang. Wenn s mal nicht reicht, sind alle Fussschalter mit Monoklinke gut genug.
Die Regler sind griffig, drehen mittelschwer, einziges Manko am Reglerfeld ist, dass man das Top fast abkippen muss, um ohne Übung den richtigen Regler zu finden ...

Alles in Allem:
Wer Röhrensound will und bereit ist, pro Watt rund 100€ auszugeben, findet hier ein Paket bzw. Stack, das im heimischen Wohnzimmer fett aussieht, fetten Sound liefert, dabei aber keinen lautstärkebedingt fetten Ärger provoziert.

Fortsetzung folgt, zunächst was die möglichen Sounds angeht (Vertiefung mit einsenkt mehr Zeit). Gegebenenfalls werde ich den kleinen dann doch mal mit beiden Boxen mit zu Sessions nehmen, Bericht folgt dann, wiegut er z.B. Gegen ein Drumset anstinkt.

Bis dann
Keep rockig.

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Erstellt: von Counterfeit » 26.09.2011, 08:48

schönes Review. Hattest du auch mal den HT-5 Combo angetestet? Ich selber hab den und mich würde mal interessieren, inwieweit sich klanglich was zum HT-5 Ministack ändert.

blackjoeblue
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Erstellt: von blackjoeblue » 28.09.2011, 14:54

Der Combo ist klanglich einfach ein bisschen offener. - Entsprechend der Box eben, die halt eben offen ist.
Das Stack kommt durch die geschlossenen Boxen einfach mit etwas mehr Druck daher.
Ich werde in den nächsten Tagen wie bereits angekündigt Soundsamples aufnehmen und ein paar Detailfotos von dem Stack einstellen.
Man kann denke ich beides, Combo wie Stack empfehlen. Soundmässig ist das Stack jedenfalls sowohl flexibel, als auch eigenständig.
Übrigens: Die Reihenfolge der Treble, Mid und Bass Regler ist im Verhältnis zu den üblichen Anordnungen umgedreht, d.h. links ist Treble und rechts Bass.
Der ISF Regler bietet meiner Meinung nach den meisten Einfluss im Zerrkanal, im Cleanchannel hab ich bisher noch keine nennenswerte Tonformung bemerkt.
Der Kopfhörerausgang funktioniert - bisher mit Kopfhörern - so gut, wie man es erwarten kann... Recordings kommen irgendwann, wenn ich mir das IO Dock von Alesis zugelegt hab.

Was ich bemerkenswert finde:
Anders als bei anderen "Einsteiger" oder "Günstig" - Serien, wird bei Blackstar auch bei der HT 1 bzw. HT 5 Serie offenbar Wert auf Details gelegt.
So sind die Rückwände der Lautsprecher ebenso wie die des Tops mit Schrauben und Tellerlinsen verschraubt, die Kunstlederbespannung ohne jegliche sichtbare Nähte aufgebracht und die Keder in den Innenkanten der Gehäuse (Lautsprecher und Topteil) haben innerlich eine Litze, die aussieht wie eine goldene Gitarrensaite.
Der Betrieb mit nur einem Lautsprechercab macht den Amp interessanter für zu Hause, wenngleich das geschlossene Cab immer noch ordentlich Druck anlegt.

Der Ton klingt immer kontrolliert, entgleitet nur mit viel Aufwand, bietet aber in sich schön geladene Spannung.

Clean perlt der Sound des Halshumbuckers sowohl bei meiner SG als auch bei meiner Korea - "Swingster".
im OD Channel lässt sich die Verzerrung gut mit Gain und Volumen regulieren.

Bei Gelegenheit werde ich mir das Spielzeug auch noch schnappen und im (schalldämmenden) Keller auf s ganze gehen, sprich den kleinen auch in die Sättigung steuern... Ich sehe diesem Versuch aber recht gelassen entgegen, mehr als mein 30 Watt Röhrenmarshall wird der auch nicht drücken.

Greetz:
Blues

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Erstellt: von Sunburst » 28.09.2011, 22:27

Super Review! Ich freu mich schon auf die Soundsamples!

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Erstellt: von Counterfeit » 03.12.2012, 15:47

ich kram diesen alten Thread hier einfach mal aus, weil ja zu dem Test mit dem Drummer nichts geschrieben wurde ;)

Ich hatte gestern endlich mal die Gelegenheit den Blackstar HT-5 mal im Bandrahmen zu testen.
1. Das Ding klingt auch komplett aufgedreht super
2. Aber, wie ja befürchtet, ist er nicht laut genug um mit dem Drummer mitzuhalten. Er war kaum noch rauszuhören und das obwohl ich direkt daneben stand. Und der Drummer war keiner, der wie bekloppt drauf los drescht ;)

Also Fazit: Super klang. Zu laut um ihn in der Wohnung voll aufzudrehen aber nicht laut genug für eine Band. Zumindest wenn er nicht separat abgenommen wird.

EDIT: Kleine Ergänzung. Es handelte sich dabei um die Combo. Nicht um das Stack..

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