Gibt es weichere Stahlseiten für eine Westerngitarre?

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bluebird
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Gibt es weichere Stahlseiten für eine Westerngitarre?

Erstellt: von bluebird » 11.05.2012, 12:14

Eine Frage an die erfahrenen Gitarristen hierzuforum:

Ich lerne auf einer Westerngitarre, die bekanntlich mit Stahlseiten ausgestattet ist. Der Musiklehrer hatte mir dringend geraten, die Gitarre für die Anfänge auf Kunststoffsaiten umzurüsten. Tatsächlich fällt es mir als Anfänger relativ schwer, beim Greifen der Saiten auf dem Hals den nötigen Druck auszuüben.
Es stellte sich aber heraus, daß Kunststoffsaiten sich gar nicht am Steg der Westerngitarre befestigen lassen; nur Stahlsaiten haben die erforderliche Befestigungsöse.

Wenn ich nicht gezwungen sein will, mir auch noch eine Klassikgitarre zuzulegen, bleibt als Zwischenlösung nur die Verwendung weicherer / nachgiebigerer Stahsaiten.
Gibt es so etwas?

(Von welchem Fabrikat die vorhandenen Stahlsaiten sind, kann ich nicht sagen, da ich meine Gitarre damit gekauft habe.)

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phunky
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Erstellt: von phunky » 11.05.2012, 12:30

Na, der Musiklehrer ist ja ein Experte...

Also: Hier fangen unzählige Leute mit Stahlsaiten an. Alle haben am Anfang Probleme. Bei allen gibt sich das nach einigen Wochen (mal vielleicht nach drei Wochen, mal erst nach acht Wochen oder so), aber es wird besser. Da muss man einfach auch mal durch.

Alternativen:

1. Dünne Saiten aufziehen, zum beispiel die stärke .9 oder .10
2. Die Gitarre einen Halbton tiefer stimmen. Solange man allein spielt macht das nichts, klingt halt alles einen Halbton tiefer, aber die Saitenspannung nimmt ab.
3. Sich nicht so anstellen.

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Motastic
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Erstellt: von Motastic » 11.05.2012, 12:30

Du kannst E-Gitarren Saiten kaufen. Stärke 10 oder 11 wäre zunächst empfehlenswert, wenn du meinst, dass die Standard Stärke zu unbequem ist.

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startom
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Erstellt: von startom » 11.05.2012, 12:31

Prima...schon hab ich eine neue Anekdote für mein Buch "die dümmsten Gitarrenlehrer der Welt".

Der Satz hier ist Weltklasse:
Der Musiklehrer hatte mir dringend geraten, die Gitarre für die Anfänge auf Kunststoffsaiten umzurüsten


Auch als Anfänger kann man auf einer Westerngitarre üben. Ich rate, anstelle eines Kunststoff-Saitensatzes (geil!) einen 10er Satz Stahlsaiten zu kaufen. Damit lässt es sich auch etwas schonender greifen.
Tom

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Hajo
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Erstellt: von Hajo » 11.05.2012, 12:47

Nylonsaiten auf einer Westerngitarre? Habe ich noch nie gehört, würde mich nicht wundern wenn es schnarrt, weil sich der Hals nach hinten krümmt, und/oder die Intonation nicht mehr stimmt.

Ich hatte auch mit einer Konzertgitarre angefangen, da mir aber der Klang nicht so gefallen hat, wechselte ich recht bald zur Westerngitarre. Ich verwende derzeit die 10er M170 Saiten von Martin. Die sind vom Preis/Leistung super (ca. 4€) und lassen sich leicht spielen.

Bei einem E-Gitarrensatz ist die G-Saite nicht umsponnen, klingt vielleicht auch komisch.

AnfängerOhnePlan
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Erstellt: von AnfängerOhnePlan » 11.05.2012, 14:17

Ich hab das schon ein paar mal gesehen mit Kunststoffsaiten auf einer Western, klingt auch gar nicht mal viel schlechter! Wenn du es irgendwie fest bekommst geht das.

Sehr viele fangen mit Strahlsaiten an, die ersten Wochen werden etwas härter und schmerzhafter ;) Ich hab auch erst nach mehr als einem Jahr mit der Konzertgitarre angefangen.

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Erstellt: von agguitar » 11.05.2012, 14:33

Hajo hat geschrieben:Nylonsaiten auf einer Westerngitarre?

-> Klick mich

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Der echte FP
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Erstellt: von Der echte FP » 11.05.2012, 15:09

Die "Standard"-Stahlsaiten haben normalerweise einen hexagonalen Kern. Dadurch sind sie steifer und härter als sogenannte Roundcore-Saiten (Runder Kern). Es gibt aber auch noch einige Hersteller, die Roundcore-Saiten herstellen. In der Regel sind Roundcores etwas weicher zu greifen als Hexacores. Manche sagen, ein 12er Roundcoresatz lässt sich spielen wie ein 11er Hexacoresatz. Roundcores sind i.Ü. sehr beliebt bei den Fingerpickern.

Das Material der Umspinnung hat auch einen, wenn auch geringeren, Einfluß auf die Haptik. Phosphorbronze-Saiten fühlen sich härter an als Bronze-Saiten. Der Klang der Phosphorbronze-Saiten ist aber imho brillianter und sie nutzen sich nicht so schnell ab wie reine Bronze-Saiten.

Sehr gute Roundcores gibt es z.B. von Newtone.

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korgli
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Erstellt: von korgli » 11.05.2012, 15:35

Hi

Lehrer sind komische Menschen.
Hab ich schon vor 45 Jahren gedacht - und heut noch. =)=)=

Langsam und stetig anfangen.
Dann härten sich die Finger.
Und dem FP ruhig vertrauen, dass er gute Tips hat.

Sag das ruhig deinem Lehrer - er wird was lernen dabei.

fredy

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bluebird
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Erstellt: von bluebird » 11.05.2012, 15:55

Liebe "alte Hasen" (und "Häsinnen"),

ich lese alle Eure Antworten mit großem Interesse und möchte mich an dieser Stelle schon einmal für die zahlreichen ausführlichen Ratschläge und Berichte bedanken.

RumbleRay
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Erstellt: von RumbleRay » 13.05.2012, 13:03

Guck dir die Martin Silk&Steel mal an. Klingen gut, halten lange und sind definitiv weicher als normale Stahlsaiten...
Grüße
Lay down your soul to the gods rock n roll

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bluebird
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Erstellt: von bluebird » 14.05.2012, 20:42

RumbleRay hat geschrieben:Guck dir die Martin Silk&Steel mal an. Klingen gut, halten lange und sind definitiv weicher als normale Stahlsaiten...
Grüße


Danke für den Hinweis.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob diese als "Saiten für Akustikgitarre" ausgewiesenen Saiten
Rundösen zur Befestigung mit den Stiften auf dem Steg haben.

Ich fürchte: nein.

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Erstellt: von Simse » 14.05.2012, 20:52

Saiten für Westerngitarren haben in der Regel ja keine Ösen, sondern ein Ball-End das in das Stiftloch gesteckt wird. Der Stift dient nur dazu das die Saite nicht aus dem Loch rutscht, aber nicht dazu um die Saite daran zu befestigen.
Die Silk and Stell haben auch dieses Ball End. Sind ja Stahlsaiten.

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Erstellt: von musicdevil » 14.05.2012, 21:04

Klar gibts Nylon Saiten mit Ball End zb.:
https://www.thomann.de/de/martin_guitars_darco_d30hb.htm

Auf ne Westerngitarre gehören aber Stahlsaiten. Am Anfang genügen .010 Saitensätze
https://www.thomann.de/de/010_saitensaet ... tarre.html

tic
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Erstellt: von tic » 22.05.2012, 18:24

Habe mir auf meine Westerngitarre auch einen 0.09 Satz gespannt. Seit dem kann man auch ordentlich Benden auf dem Ding ... macht laune. 0.10 fand ich noch ein wenig zu dick und steif.

josche learn to rock
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Erstellt: von josche learn to rock » 22.05.2012, 20:19

Ein kleiner Tip meinerseits.
Nimm einen anderen Lehrer.

Josche learn to Rock
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Sunburst
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Erstellt: von Sunburst » 22.05.2012, 20:25

@ tic: Ich spiel .12 er. Und Bendings klappen auch. ;)

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Erstellt: von phunky » 23.05.2012, 08:59

Mr. Monsterpranke... :D

Klar, Benden kann man auch 12er-Saiten. Ist halt die Frage wie weit und wie oft ;) Ich finde das auch schwierig und habe unlängst auf 11er "downgegradet". Aber eher damit der Unterschied zur E-Gitarre nicht so groß ist. Bendings spiele ich mit der Westerngitarre eh eher reduziert.

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Sunburst
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Erstellt: von Sunburst » 23.05.2012, 09:36

Hahaha. :D Ich spiel auch kaum 3 Halbtonbendings auf der Akustik. Einen Halbton, oder auch mal zwei bekommst du eigentlich schon mit .12en hin. Und meine Hände sind ziemlich zierlich. Es ist halt auch ein bisschen Übungssache. Ich würd nur 0.09 er nicht unbedingt für eine Akustik empfehlen, ich find' die klingen dann doch ein bisschen arg dünn.

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 23.05.2012, 09:51

kommt ja auch immer ganz stark auf die Lage an ;) Also so um den 10. Bund bekomme ich die Bendings mit meinen 12er Saiten noch ganz gut hin. Aber in den ersten fünf Bünden fällt es mir dann recht schwer.

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michaelachim
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Das wird mit Sicherheit besser

Erstellt: von michaelachim » 02.06.2012, 09:37

Hi,

ich übe seit 2 1/2 Wochen und hatte gleich am Anfang schon Blasen mit Wasseransamlung. Ich habe trotzdem weitergemacht, weil ich so viel Spaß hatte. Heute sind die Fingerkuppen noch ein wenig taub aber ich habe keine Blasen mehr und der anfängliche Schmerz wird auch von Tag zu Tag weniger. Ich hoffe das ich in 2 - 3 Wochen komplett ohne Probleme üben kann.

Also nicht aufgeben.
Fange nie an, aufzuhören - höre nie auf, anzufangen.

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