Saitenton verzieht sich stark bei Druck!

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soulowl
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Saitenton verzieht sich stark bei Druck!

Erstellt: von soulowl » 16.10.2011, 12:22

Liebe Usergemeinde,

schon seit einigen Jahren spiele ich amateurhaft E-Gitarre, habe mich aber niemals mehr als nötig mit den technischen Details auseinandergesetzt. Genau diese Nachlässigkeit fällt mir jetzt auf die Füße und ich brauche eure Mithilfe.

Vor rund einer Woche habe ich meiner Gitarre (Hagstrom Viking) zum Reinigen des Halses die alten Saiten abgezogen. Nach der Behandlung habe ich sie wieder mit neuen Saiten bestückt und auch den Steg neu eingestellt, wobei mir hier eindeutig die Expertise fehlt und ich ihn erst einmal auf eine recht flache Saitenlage justiert habe.

Nun stellt sich mir plötzlich folgendes Problem: Wenn ich (vor allem) die E-Saite, aber auch die anderen Saiten in tiefen Lagen mit normalem Druck spiele, verzieht sich der Ton und brummt schief daher. Auch in den oberen Lagen habe ich häufig das Gefühl, die Gitarre wäre nicht immer ganz bundrein, obwohl sie das vorher zweifelsohne war.

3 Lösungen habe ich, wobei alle drei eine Einschätzung von wirklichen Profis bedürfen:

1. Ich habe großen Mist gebaut, indem ich alle Saiten abgezogen und den Hals eine Weile ohne Saitenzug auskommen lassen habe. Wenn ja, wie komme ich Idiot dann noch heil aus der Sache raus?

2. Die Saitenlage ist zu flach, deshalb braucht es weniger Druck für den richtigen Ton und die Saiten verziehen sich bei stärkerem Druck schneller. Ich habe die Saitenlage mittlerweile schon etwas verstellt, aber ein Ende des Problems ist nicht in Sicht. Bin ich hier trotzdem auf dem richtigen Pfad?

3. Die Saiten (D'Addario 9er) sind für meine Gitarre zu dünn, zu schlecht,... und ich sollte andere probieren? Die Gitarre ist noch sehr jung, vorher hatte ich den Werksatzsaiten drauf.


Ich hoffe, ein wirklicher Gitarrist kann mir Idioten hier raushelfen.


Beste Grüße und Dank.

soulowl.

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howdy71
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Erstellt: von howdy71 » 16.10.2011, 12:46

Ohne die Gitarre gesehen zu haben, würde ich jetzt spontan sagen, du greifst einfach mit zuviel Power und drückst die Saiten beim Greifen der Akkorde / Noten einfach aus der Stimmung.

So ein ein Hals hält eine gewisse Zeit ohne Saiten aus, ohne Schaden zu nehmen, wenn er überhaupt Schaden nimmt!

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phunky
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Erstellt: von phunky » 16.10.2011, 13:01

Keine Sorge, dem Hals wird schon nichts passiert sein. Da geht nichts kaputt, nur weil mal temporär keine Saiten drauf sind.

Ich denke es ist eine Kombination aus der Justierung die Du an der Halskrümmung vorgenommen hast und den dünnen Saiten.

1. Ich tippe mal auf einer Hagström Viking sind werkseitig 10er Saiten drauf. Wenn Du jetzt 9er aufgezogen hast, wird der Zug auf den Hals verringert. Er kann sich ein bisschen mehr strecken. Ob das in der Praxis alleine schon merklich was ausmacht, will ich mal nicht beurteilen. Wenn Du aber zusätzlich den Hals noch gerader einstellst, dann bestimmt.

2. Die dünneren Saiten brauchen auch weniger Druck beim Greifen. Das könnte für einen Vibrato-Effekt sorgen. Tremolo macht laut und leise und nicht hoch und tief, ich unterstelle mal, dass Du aber letzteres meinst.

3. Ist es normal, dass die Oktavreinheit nicht mehr so richtig hinhaut wenn man an der Halskrümmung rumfummelt. Dafür gibt es hinten an der Tune-O-Matic Brücke diese kleinen Böckchen durch die die Saiten laufen. Die kann man vor und zurück stellen. Zur richtigen Einstellung stimmt man die leer gespielte Saite korrekt und vergleicht mit der selben, im 12. Bund gegriffenen Saite. Der Ton muss dort genau eine Oktave höher sein. Ist er zu tief muss der Reiter in der Brücke weiter vor, ist er zu hoch, weiter zurück.

Grundsätzlich würde ich jedoch empfehlen, dass Du Dir das mal von jemandem zeigen lässt der sich damit auskennt. Letztlich ist Rumgeschraube am Halsstab immer auch mit gewissem Risiko verbunden, man sollte also wissen was man da macht. Und warum.

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Gitarrenschlumpf
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Erstellt: von Gitarrenschlumpf » 16.10.2011, 15:00

Du hast jetzt eine flachere Saitenlage als vorher?

Dann muss wahrscheinlich die Oktavreinheit ein wenig nachjustiert werden.

Andererseits ist bei geringerer Saitelage auch der Abstand der Saiten zu den Tonabnehmer geringer. Dann kann es dazu kommen, dass das starke Magnetfeld der Tonabnehmer die Saitenschwingung verzerrt (das gibt's nicht nur bei Single Coils sondern auch bei Humbuckern). Teilweise treten sehr merkwürdige Effekte auf: Es kann sein, dass die Saitenschwingung viel schneller stirbt, oder es kann auch sein, dass die Saite normal schwingt, der Ton dann kurz leiser, dann wieder lauter wird und dann stirbt. Was nicht sofort so dramatisch auffällt: Besonders bei verzerrtem Spiel klingt alles irgendwie schief.

Am besten testet man das, indem man die hohe E-Saite in einem hohen Bund greift (15.-17.), anschlägt, genau hinhört, was über den Verstärker kommt, und testweise mal den Abstand der Tonabnehmer zu den Saiten über die Einstellschrauben (in den Rahmen) nachstellt (im UZS kommt der Tonabnhemer näher zu den Saiten, gegen den UZS weiter weg).

Meiner Erfahrung nach kann insbesondere der Halstonabnehmer stärkere Störungen verursachen (= ganz komisches Saitenschwingungsverhalten). Die Störungen durch den Stegtonabnehmer fallen üblicherweise subtiler aus (Ton stirbt eher, Öbertöne sind etwas verzerrt).

Einfach mal ausprobieren. :)

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