Erzählt von eurem 1. (Konzert<->Elektro) Gitarrenwechs

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Yuki Chuki
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Erzählt von eurem 1. (Konzert<->Elektro) Gitarrenwechs

Erstellt: von Yuki Chuki » 29.05.2011, 00:47

...von mir aus kann es natürlich auch von der Westerngitarre sein ;)

Aber vielleicht erst mal zu meiner Situation und meinem Anliegen:
Das hier soll kein weiterer "soll ich E-Gitarre oder Akustikgitarree lernen?!"-Thread sein.

Meine Vorgeschichte: Ich bin mittlerweile 24 und habe vor ca. einem Jahr (hätte ich das doch nur viel früher getan) angefangen, Konzertgitarre zu lernen. Hauptgrund für die Konzertgitarre war damals unter anderem meine finanzielle Situation. Ich hatte das Ziel, irgendwan E-Gitarre zu spielen, aber da ich der Konzertgitte auch nicht grundsätzlich abgeneigt war, das ganze doch etwas kostengünstiger ist und auch aus anderen Gründen, hab ich eben damit angefangen. Die Gitarre habe ich erst mal nur gemietet, da ich ja umsteigen wollte/will. Danach habe ich fortwährend gespart und es trotz Studium hinbekommen, auf der Arbeit ein paar überstunden zu schieben, um mir das Geld für eine vernünftige E-Gitarre zusammenzusparen und etwa im August dürfte es definitiv soweit sein, dass ichs mir endlich leisten kann.

In der ganzen Zeit habe ich mich, so gut ich das neben allem anderen noch konnte, regelmässig mit der Akustikklampfe beschäftigt und doch das ein oder andere in dem Jahr gelernt. Ich kenne/kann die Standardakkorde wie A, Am, C, D, G, H7, E, Em, Em7, ect.,einige add- und sus- , so wie 2, 3 Jazzakkorde, den ein oder anderen Barregriff wie F, Fm, H, etc., habe das Strummen mit der Hand, mit einem Plek und auch das Zupfen mit und ohne geübt. Auch Begriffe wie "Wechselbass", "Ghost Notes", "Natural Harmonics", Hammer-on/Pull-off" oder "Basslauf" sind mir keine völligen Fremdwörter mehr. Nur, damit ihr etwa wisst, wo ich so stehe.


Mein konkretes Anliegen:
Nun bin ich aber richtig verliebt in mein Konzertbaby, welches ich mittlerweile auch gekauft habe )()(
Ich hatte ja keine Ahnung, wie vielseitig so eine Konzertgitarre ist und was sich damit alles anstellen lässt! Jetzt bin ich mir bewusst geworden, dass die Konzertgitarre nicht mehr nur ein Schritt auf dem Weg zur E-Gitarre ist, sondern, dass ich diese auch nicht aufgeben und meine Fähigkeiten weiter ausbauen möchte (dabei kann ich mich zu allem Übel auch noch bei keiner der Gitarrenarten für einen bestimmten Stil entscheiden, da mir gerade die Vielfalt gefällt und ich z.B. nicht nur Metal spielen möchte). Ich würde gerne ein guter Allroundgitarrist werden. Es wäre mir viel lieber, in viele Richtungen was vernünftig spielen zu können, als nur auf einem Gebiet super zu sein.
Nur plagen mich da meine Zweifel. Ist es so einfach möglich, Konzert- und E-Gitarre zu lernen und trotzdem noch einigermassen gut werden, selbst, wenn man dann noch auf jedem einzelnen Instrument in verschiedene Richtungen was spielt? Und wie sieht es damit aus, gelernte Dinge von einem Instrument auf das andere zu übernehmen? Gibt es viele Dinge, die ich für das eine lernenund beim anderen auch gleich anwenden kann? Da lese ich sehr unterschiedliche Aussagen darüber (habe im Forum gesucht). Die einen sagen, es wären zwei fast völlig verschiedene Instrumente, andere wiederum, man könne sehr vieles (natürlich nicht alles) übernehmen.

Meine grosse Angst ist, dass ich mich verzettel. Bald beginne ich meine Bachelorthesis und Arbeite auch noch nebenbei. Das ist ab und an ganz schön stressig und so habe ich mal mehr, mal weniger Zeit für die Gitarre (das muss halt ab und an zurückstecken, weil ich ja von irgendwas leben muss).
Geht das gut, beides mehr oder weniger gleichzeitig zu lernen oder wenigstens beim einen nicht einzurosten, während man beim anderen weiterkommt? Wie habt ihr das gemacht?
Ich möchte nicht, dass ich am Ende versuche, beides zu machen, dafür gelingt dann aber gar nix, weil ich mich auf nichts konzentrieren kann und am Ende bin ich nur frustriert, weil ich nirgends ein zufriedenstellendes Ergebnis erreiche. Darum wäre ich sehr dankbar um eure Erfahrungsberichte, wie das bei euch so war, als ihr zum ersten mal zu einer anderen Gitarrenart gegriffen habt.

Vielen Dank,

Yuk

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Ziffnab
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Erstellt: von Ziffnab » 29.05.2011, 07:35

Ich habe ebenfalls mit einer Konzertgitarre angefangen. Habe darauf allerdings nur Akkorde gelernt und teilweise auch sachen, die eher auf e-gitarren verwendet werden, wie powerchords.

Dann habe ich mir nach 3 monaten eine e-gitarre + verstärker geholt und iwie war das spielgefühl schrecklich, sodass ich die auch wenig gespielt habe (der Hals ist bei e-gitarren deutlich schmaler)
Allerdings hatte ich mich dann doch iwann eingewöhnt und habe immer mehr auf der gespielt und die Konzertgitarre lag nur rum. Verwendet habe ich sie nur im Urlaub, draußen, mal eben um nen paar akkorde zu schrammeln (also bei kurzen Übungs- oder Songwritinganfällen ^^) oder wenn ich mit jemandem zusammengespielt habe. Und da ist mir immer aufgefallen, dass das doch etwas anders ist, wobei man sich schon zurecht findet.

Kann mehr dazu nicht sagen, habe keine besonderen fingerpicking sachen oder andere Konzertgitarren Techniken gelernt. Allgemein lässt sich sagen, dass ne 2. Gitarre nie ne schlechte idee ist. Ob die wirklich auf beiden gleichzeitig lernst, weiß ich nicht, wenn dir's aber auf beiden gitarren wirklich spaß macht, wirst du auch auf beiden lernen.

Ich spiele meine Westerngitarre, die die Konzertgitarre von allen Aufgaben befreit hat, auch regelmäßig und gerne und lerne da jetzt auch so Folk geschichten (zupfbegleitungen, bassläufe und sowas...)

Könnte natürlich auch sein, dass dir eine gitarre viel mehr spaß macht und die andere dann verstaubt...

lg
Ziffnab

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Simse
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Erstellt: von Simse » 29.05.2011, 07:38

Du gibst dir deine Entscheidungshilfe ja schon fast selber.

Du siehst doch, wieviel Freizeit du bisher hattest und was du da drin geschafft hast.
Wenn du schon absehen kannst, dass du z.B. weniger Zeit haben wirst, aber in weniger Zeit mehr erreichen willst, dann wirds automatisch eng oder?
Der Rückschluss wird sein, dass man es trotzdem schaffen kann, aber dafür länger dauert.
Das liegt dann an jedem selbst wie er seine Zeit an der Gitarre verbringt.
Damit du dich nicht verzettelst: Erstelle dir konstruktive Übungspläne. Oder suche nach kostenlosen Online-Schulen.
Denn für einen Lehrer wirst du erst recht keine Zeit haben wenn ich das richtig sehe? Ansonsten wäre der natürlich die erste Wahl.

Um in vielen Stilrichtungen (wieviele denn? allen?) gut spielen zu können...klingt nach einer Lebensaufgabe wenn du eh sehr wenig Zeit hast ;) Mach dir genau Gedanken darüber, WANN du mit einer neuen Stilrichtung beginnst. Es hilft nichts alles durcheinander und auf einmal zu lernen. Die Reihenfolge der Stile ist nicht so wichtig glaub ich. Bin aber kein Lehrer, vielleicht gibts da tatsächlich Sachen mit denen man beginnen sollte, da sich ein anderer Stil darauf aufbaut.
Verlange nicht zuviel auf einmal, geh Stück für Stück an die Sache ran.

Natürlich sind es zwei verschiedene Instrumente, aber du siehst ja die Gemeinsamkeiten, nämlich 6 Saiten ;) Musst also schonmal keine völlig neuen Griffe lernen, wie z.B. bei der Ukulele. (Aber auch da gibts identische Griffbilder wie bei der Akustikgitarre. Die aber dann nur einen anderen Akkord erzeugen)
Allerdings gibts Techniken, die besser auf dem einen als auf dem anderen Instrument zur Geltung kommen. Wie z.B. Bendings oder Powerchords. auf der E-Gitarre.

Bei mir wars so, dass ich nach ca. 3-4 Monaten Konzertgitarre zusätzlich mit Western, und nach weiteren 3-4 Monaten mit E-Gitarre und Bass angefangen habe. Allerdings sind meine Ansprüche auch nicht so hoch. Zudem mach ich alles autodidaktisch und wie ich grad lustig bin. Bass ist aber bisher eh nur Begleitung (hab da gar keine Ambitionen supertoll drauf spielen zu können). E-Gitarre macht inzwischen genausoviel Spaß wie Western. Die Konzertgitarre auf der ich angefangen habe ist zwar noch da, aber nicht mehr in Benutzung.
Was ich aber auch bemerkt habe, man kommt insgesamt längsamer voran. Zwar lernt man immer noch dazu, aber eben langsamer.

Denn eigentlich bräuchtest du in deinem Fall bei 2 Instrumenten dann auch die doppelte Zeit wenn du in dem Tempo weiterkommen willst wie bisher.

felixsch
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Erstellt: von felixsch » 29.05.2011, 09:05

Also, nachdem ich mit 9 Jahren die alte Konzertgitarre unterm Schrank hervorgeholt hab und mir meine Eltern kurz darauf eine eigene Besorgten, fing ich erstmal bei einer "normalen" Konzertgitarrenlehrerin an. Da meine liebe zum Blues und Rock n Roll aber schon da groß war, wollte ich sowas natürlich spielen. Meine Lehrerin konnte sowas aber nicht, also bin ich zu meinem jetzigen Gitarrenlehrer gewechselt und hab da n halbes Jahr Western gespielt. So mit 12 bin ich dann zur E-Gitarre gekommen ;)

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Harry83
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Erstellt: von Harry83 » 29.05.2011, 09:32

Moin!

Mit 10, 11 oder 12 Jahren sah ich bei einem Kumpel eine klassische Gitarre stehen. Ich habe sie in die Hand genommen, und ich habe mich in das Instrument Gitarre verliebt. Also ging ich zu meinen Eltern und äußerte meinen Wunsch. Sie schenkte mir eine Konzertgitarre. Doch aus jugendlicher Faulheit lies ich sie stehen. Bis ich 2007 wieder auf die Idee kam Gitarre zu lernen. Dieses Mal aber gleich E-Gitarre, da ich Rock und Metal liebe. Außerdem spielte ich zuvor in einer Rockband Schlagzeug.
Ich nahm 2 1/2 Jahre E-Gitarrenunterricht, und es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Genau wie du, habe ich gearbeitet. Auch meine große Sorge war, ob ich überhaupt was lernen kann. Ich habe aber von Anfang selber zu mir gesagt, dass ich die Gitarre nur als Hobby sehe. Es gibt ja Menschen, die die Musik leben. Jedenfalls habe ich die Gitarre als Ausgleich benutzt. So hat es funktioniert. Ich habe Gitarre spielen gelernt, meine Ausbildung geschafft und auch noch gearbeitet. Man muss nur planen, wie man alles auseinander hält.
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Erstellt: von startom » 30.05.2011, 10:19

Ich habe mit Konzertgitarre angefangen, nach ca. 6 Monaten auf E-Gitarre gewechselt und wiederum nach vielleicht einem Jahr mir noch eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten gekauft.
Mein Hauptinstrument ist und bleibt die E-Gitarre, auch wenn ich auch ganz gerne des öfteren meine Fingerpicking-Fähigkeiten an der Westerngitarre verfeinere.
Falls es nicht gerade dein Ziel ist, professioneller Musiker zu werden, spiel alles, worauf du Lust hast.
Bestimmte Spielweisen der Konzertgitarre helfen dir immer wieder mal auf der E-Gitarre und umgekehrt. Mit der Zeit wird sich dein bevorzugtes Instrument schon herauskristallisieren.
Tom

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Jens80
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Erstellt: von Jens80 » 30.05.2011, 11:57

Also einrosten wirst denke ich nicht, so lange Du zumindest eines von beiden spielst.

Bei mir war die E-Gitarre eigentlich nur zum Spaß neben der Akustik gedacht - und heute spiel ich eigentlich nur noch E-Gitarre (hängt aber auch damit zusammen, dass ich eine grauenhafte Gesangsstimme habe....). Die Akustik hol ich mal raus, wenn ich einfach nur vor mich hinschrammeln möchte.

Ich hab mich damit abgefunden, dass mir die Zeit mich auch noch intensiv mit Fingerpicking usw. zu beschäftigen momentan einfach fehlt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass mich die E-Gitarre auch auf der Akustik weitergebracht hat was die allgemeinen Techniken betrifft.

So hatte ich vor dem Wechsel z.B. noch Probleme mit Baree, welche mir auf der E viel leichter gefallen sind und dann auch plötzlich auf der akustischen geklappt haben.

Also in gewisser Weise profitiert man sicher gegenseitig von den Instrumenten. Wenn man allerdings die Feinheiten auf dem jeweiligen Instrument rausarbeiten möchte, sollte man sich schon gezielt eine gewisse Zeit verstärkt mit einem beschäftigen.

Yuki Chuki
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Erstellt: von Yuki Chuki » 31.05.2011, 12:59

Vielen Dank für all eure antworten! Ihr helft mir wirklich damit :D Ich lese hier schon eine ganze Weile mit und ich muss schon sagen, ich habe wirklich noch NIE ein so tolles Forum gesehen. Hier sind die Leute alle so hilfsbereit, freundlich, geduldig und bringen so viel Zeit dafür auf, anderen zu helfen. Auch bei Fragen, die vielleicht schon 1000x gestellt wurden. Kann man die Seite hier irgendwie (finanziell) unterstützen?

Mir gefällt der Tipp, einfach gerade zu spielen, worauf ich lust habe und vielleicht muss ich von meinem Originaltext auch noch etwas klarstellen: Genau das habe ich eigentlich gemeint damit, dass ich lieber überall "gut" bin, als irgendwo super.
Vielleicht war "gut" der falsche Ausdruck. Sagen wir einfach, ich wäre lieber ein Allrounder, als zu versuchen, irgendwo eine Virtuose zu werden. Gibt auch keinen Musikstil, den ich so gut finde, dass ich jetzt nichts anderes mehr machen möchte.

Und nein, professioneller Musiker will ich nicht werden. Es ist für mich einfach ein schönes Hobby (dass ich aber mit einigem Ehrgeiz angehe) und ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit.

Danke noch mal und ihr seid echt ne super Community!

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musicdevil
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Wohnort: zu Hause...

Erstellt: von musicdevil » 31.05.2011, 13:13

ich habe mit ner billigen westerngitarre angefangen und mir zwischendurch mal ne konzertgitarre gekauft.
dachte da fällt mir zupfen leichter und der klang würde mir auch irgendwie gefallen, aber war falsch gedacht, ich finde konzertgitarren schrecklich :D
bin kein freund von spanischen romanzen und so nen kram :D
die konzertgitarren stehen nur noch rum...

später dann hab ich mir auch mal ne e-gitarre zugelegt, aber eigentlich wollte ich damit nur meine songs per powerchords bissel fetter machen und eventuell mal ne kleine melodie einfliessen lassen.
das reicht mir auch nach wie vor, bin weniger der e-gitarrentyp sondern liebe meine westerngitarre bedeutend mehr :)

ein weiterer fehlkauf (obwohl nen geschenk war) war ne ukulele...absolut nicht mein fall.

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