Frage zum Komponieren in Stilrichtungen (z.B.Renaissance)

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Yuki Chuki
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Frage zum Komponieren in Stilrichtungen (z.B.Renaissance)

Erstellt: von Yuki Chuki » 27.05.2011, 16:05

Hallo zusammen,

ich muss zugeben, dass ich, was Musiktheorie angeht, ein totaler Anfänger bin, mich jetzt aber hinter die Links hier gemacht habe und das ganze aufarbeite.

Darum würde sich meine Frage vielleicht erübrigen, wenn ich durch wär, aber ich hoff jetzt einfach, dass sie nicht überflüssig ist:

Ich kann zwar mit dem hier gefundenen Material Dinge über Tonleitern etc. lernen, aber wie/wo werde ich etwas darüber lernen, etwas in einem bestimmten Stil zu komponieren?

Sagen wir, ich hätte plötzlich lust, selbst etwas zu schreiben, dass nach Renaissance/Piraten/Wilder Westen/was auch immer klingt. Woher bekomme ich das Wissen, worauf ich schauen muss, dass es dann wenigstens annähernd wie etwas aus der Richtung klingt?
Fühlt man das einfach? Gibts zu solchen Dingen Theorie?

Ich nehme an, in einem Studium Richtung Musik würde man sicher an mehr Material kommen, aber z.B. auf Wikipedia finde ich nur spärlich Informationen dazu, wie sich Musik aus einer bestimmten Epoche oder einfach aus einer bestimmten Stilrichtung zusammensetzt, was sie für Eigenheiten hat, etc.

Vielleicht muss ich auch noch sagen, dass mir das Gitarrespielen zwar unheimlich viel Spass macht, ich aber nicht gerade jemand mit viel musikalischem Talent, Taktgefüh, etc. bin. Darum fällt es mir auch schwer, mir vorzustellen, sowas "einfach so im Kopf und nach Gefühl" zu machen :cry:

Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

Der Yuk.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 27.05.2011, 19:02

es gibt bücher und anderes lernmaterial, die sich fast ausschliesslich mit zb. blues oder country usw. befassen...zb.sowas
anfangs wird man nach solchem lernmaterial wie:
*Learn How To Play Easy Beginner Country Songs on Acoustic Guitar - Willie Nelson - On the Road Again*
ausschau halten und wenn einem ein bestimmter stil besonders gefällt, wird man sich automatisch immer mehr damit beschäftigen.
nebenbei entwickelt man hoffentlich auch seinen eigenen stil ;)
außerdem wird der eigene musikgeschmack ne rolle spielen, denn wenn ich ständig schlager höre, werde ich sicher besser schlager komponieren und keinen metal ;)

man analysiert also am besten den gewünschten stil, sucht sich daraus markante elemente und wird diese auch in seinen kompositionen einsetzen.
warum klingt also blues nach blues ect.? diese stilelemente gilt es zu erkennen, zu verinnerlichen...

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 27.05.2011, 23:40

Bei bestimmten Musikrichtungen braucht man viel Wissen und Spielerfahrung, um etwas gescheites zu komponieren.

Es gibt mit Sicherheit einiges an gescheiten Lehrbüchern, den schließlich ist Musik ein Studienfach an der UNI. Aber am ehesten lernst du (Neben dem Lernen der Grundlagen) indem du erstmal eine Reihe von Stücken aus den Steilrichtungen einfach nachspielst.

Beim Jazz gibt es 1000000 Imprivisationskonzepte, die sich aber letztlich alle wie Böhmische Dörfer anhören, und selbst wenn du alles lernst, kannst du hinterher gar nichts.
Die meisten haben Jazz gelernt, indem sie die Jazz-Standards (Fakebook) nachgespielt haben, und dann es gelernt haben, diese Standards immer weiter zu Improvisieren.

Richtig gute Barock- oder Renaissance-Musik ist extrem anspruchsvoll, und wurde teiweise von Genies wie Johann Sebastian Bach komponiert. Für so was gescheit zu spielen braucht es mitunter Jahre. Geschweige den so was komponieren zu können.
Bourée Em - J.S. Bach

Dagegen kann man leichere Sachen durchaus im Alleingang so lange variieren bis was eigenständiges dabei rauskommt. Dafür muss man die entsprechenden Sachen aber vorher schon einigermaßen kennen. (typische Akkordfolgen, typische Bassläufe, Typische Tonleiter etc...)

Ein einfacher Folk-Blues besteht aus ganz einfachen Elementen. Blues-Pentatonik, Spielereien mit der Dur- und der Mollterz, Spielereinen mit der Quinte, Sexte und Septime. Einstreuen einiger Blue-Notes.

Aus diesem Grundgerüst kannst du dir schon einige Begleitungen zusammenbasteln.

Richtig guter Blues wie ein Ricky-King ihn spielt, dafür brauchst du schon wieder einiges länger.

Erster Rat:
Nachspielen von bekannten Sachen. Quasi Cover-Stücke lernen.
Daran die Grundlagen lernen
Diese variieren
und dann daraus was eigenes machen.
Rechne damit, dass sich das über Jahre hinzieht. (Wenn du nicht gerade ein Genie bist.)

Gruß Mjchael

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