Vox Tonelab EX Multieffekt-Pedal [Test]

3 Beiträge   •   Seite 1 von 1
Benutzeravatar
Hurricane
born 2 post
Beiträge: 229
Registriert: 21.06.2009

Vox Tonelab EX Multieffekt-Pedal [Test]

Erstellt: von Hurricane » 12.03.2011, 17:48

Eines vorne weg: Das ist mein erstes Review, also bitte nicht zu hart sein :P

Zur Vorgeschichte:

Da ich eigentlich einen Vox VT 15 Amp zum üben zu Hause habe, welcher aber über Kopfhörer ziemlich bescheiden klingt, war ich auf der suche nach einer Alternative, also authentische Sounds, hauptsächlich über Kopfhörer, am besten noch mit Recordingmöglichkeit.
Da blieben am Ende zwei Auswege: Komplett auf Modellingsoftware am PC umsteigen, oder ein gutes Multieffektboard.
Die Softwarelösung wäre mir dann doch zu teuer gewesen, da gute Software, ein gutes Audiointerface und eventuell ein Midi-Floorboard doch einiges kosten. Da kamen mir die News auf der Vox Homepage, dass bald ein neues Tonelab auf den Markt kommt, doch recht gelegen.

And here we go!

Lieferumfang:
Der Lieferumfang ist recht bescheiden gehalten.
Für (im Moment) ca. 299 € erhält man das neue Tonelab mit deutscher Bedienungsanleitung und 12 Volt Netzteil. Das war es auch schon.
Da find ich hätte man ruhig ein USB Kabel und eine CD mit den benötigten Treibern dazu legen können.
Aber okay, das passende USB Kabel habe ich zufällig zu Hause (einfach vom Drucker geklaut) und die Treiber stehen auf der Vox Homepage zum Download bereit (über die Librarian Software lassen sich die Presets aber nur anschauen, verschieben und löschen, man kann sie nicht vom PC aus bearbeiten!)


Äußerer Eindruck:
Das Gehäuse des Tonelab ist aus Metall macht einen sehr stabilen Eindruck und ist auch recht solide Verabeitet.
Das Expressionpedal ist (im Gegensatz zum Tonelab ST) wieder aus Metal gefertigt und macht somit auch einen robusteren Eindruck. Das Pedal ist etwas größer, als das vom Tonelab ST, es hat jetzt praktisch das normale Vox-Wah Format, also sehr Bedienfreundlich. Das Pedal funktioniert wie gewohnt über eine Zahnstange die ein Potentiometer regelt.
Zwischen den Fußtastern, womit man die Speicherkanäle bzw. die Effekte ein- oder ausschaltet, befinden sich zwei kleine Stereolautsprecher.

Durch ein kleines Gitter am oberen Ende des Boards kann man die 12AX7 Röhre leuchten sehen.
Auf der Rückseite befinden sich folgende Anschlüsse/Regelmöglichkeiten:

- Speaker-Level (für die internen Speaker)
- USB (Zugriff auf Einstellungen, Funktion als Interface)
- Netzanschluss
- ON/OFF Schalter
- Input
- AUX In (für Anschlus eines CD oder MP3 Players)
- Output/Phones (Mono, Stereo)
- Output Level
- Amp Switch (wenn man das Tonelab mit einem Gitarrenamp nutzt, muss man die Option „Vox“, „F“ oder „M“ stellen, somit wird des Verstärkermodells auf den Amp angepasst.
„Line“ muss ausgewählt werden, wenn man das Tonelab beispielsweise über Kopfhörer oder direkt über ein Mischpult betreiben will

Bedienung:

Die Bedienung gestaltet sich recht einfach und ist zum größten Teil selbsterklärend.
Um einige der versteckten Funktionen zu finden hilft einem die Bedienungsanleitung.
Alle Schalter und Regler sind gut zugänglich, nichts klappert oder macht einen billigen Eindruck.
Das Expressionpedal hat einen recht kurzen Regelweg, was aber okay ist. Falls das Pedal mal etwas ungenau arbeitet gibt es die Möglichkeit es neu zu kalibrieren. Es lässt sich auch einstellen, mit welcher Kraft man auf das Pedal treten muss, um es ein- oder auszuschalten.
Die 200 vorgespeicherten Presets lassen sich über den BANK Up/Down Fußtaster auswählen. 50 Presets davon sind bekannten Songs nachempfunden (sie versuchen es zumindest ;) )
Es stehen 50 Bänke mit jeweils 4 Kanälen zu verfügung.
25 der 50 Bänke lassen sich für eigene Presets verwenden, damit hat man Platz für 100 eigene Sounds.

Neben der normalen Ampmodelling Sektion gibt es noch die Möglichkeit 11 Stand-Alone Pedale auszuwählen, um sie vor oder in den Effektweg eines Amps schalten zu können. Dazu gehören: „Tone Drive“, „Brit Lead“, „Fat Dist“, „Metal Dist“, „Rock Planet“, „Tube DX“, „Big Fuzz“, „Vox Tone Bender“, „Octa Fuzz“, „Techno Fuzz“ oder „Crusher“. Getestet habe ich diese Funktion aber noch nicht.
Im normalen Amp Modus lassen sich den Fußtastern die verschiedenen Effekte zuweisen.

Effekte:
An Effekten ist so ziemlich alles an Board, was man braucht.
Dazu gehören beispielsweise 4 verschiedene Reverb Modi, 4 verschiedene Delay Modi, Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Vibrato, Compressor, WahWah, Energizer, etc. Dazu stehen auch einige Verzerrpedale zur Auswahl (z.B. ein Tubescreamer, Fuzz, etc.). Die Effekte lassen sich in ihren verschiedenen Parametern bearbeiten und abspeichern.

Tuner:
Die Eingebaute Stimmfunktion funktioniert recht gut.
Die Anzeige ist natürlich nicht so fein und genau, wie beispielsweise bei einem Boss Bodentuner, aber für ein Gerät in der Preisklasse ist das okay.

Sound:
Von den vorgespeicherten Presets nicht viele brauchbar. Meistens wird dort zu viel Gain verwendet, oder sie sind total mit Effekten überladen. Die Song Presets sind auch alle weit entfernt vom Original, aber das kennt man ja.
Eigene Sounds lassen sich so zusammensetzen, dass sie extrem gut und authentisch klingen.
Ob Clean, Overdrive oder High Gain, man findet für jeden Musikgeschmack seine Einstellung, ohne dass die Sounds sich zu digital anhören (dank der Valve-Reactor Schaltung mit der 12AX7 Röhre).

Getestet wurden die Sounds von mir über meine Stereoanlage (Grundig Verstärker + Canton Standlautsprecher) was erstaunlich gut klingt, und über meine AKG K240 MKII Kopfhörer. Auch damit kommen die Sounds sehr gut rüber. Damit steht dem nächtlichen Üben nichts mehr im Weg ;)

Die internen Speaker des Tonelab sind zwar ein nettes Gimmick, aber wie zu erwarten auch nicht wirklich zu gebrauchen. Sie lassen sich zwar sehr laut einstellen, sind aber eher zum Spielen ungeeignet. Eigentlich sind sie auch dazu gedacht, auf der Bühne eben „leise“ ein paar Einstellungen anzupassen, oder sich warm zu spielen.

Das Recording am PC habe ich mal auf die Schnelle mit Audacity getestet, was wunderbar klappte.
Die Sounds können über das USB Kabel mit dem PC ohne Qualitätsverluss genau so aufgenommen werden, wie sie auch direkt aus der Line Out Buchse kommen.


Fazit:
Alles in allem bin ich mit dem Tonelab EX sehr zufrieden.
Es hat im Prinzip alles an Bord, was man zum spielen für zu Hause braucht.
Es ist einfach zu bedienen, die Sounds sind gut und authentisch, es sind viele Effekte dabei und es ist sehr robust gebaut, also durchaus auch Bühnentauglich.
Eine kleine Loop-Funktion wäre noch nett gewesen, andere Geräte aus der Preisklasse bieten diese immerhin auch an (z.B. Boss ME-70).
Die Software von Vox ist auch nicht gerade sehr umfangreich, aber okay.

Hier noch mal eine Pro und Contra Liste:

+ viele gute Sounds und Effekte
+ robuste Bauweise
+ einfache Bedienung
+ USB Schnittstelle
+ zwei interne Lautsprecher
- sehr sparsames Softwareangebot
- kein USB Kabel im Lieferumfang
- kein Looper
Dateianhänge
Tonelab EX.JPG
Tonelab EX.JPG (64.96 KiB) 1086 mal betrachtet

Benutzeravatar
howdy71
lebende Forenlegende
Beiträge: 4502
Registriert: 16.10.2008
Wohnort: Koeln

Erstellt: von howdy71 » 14.03.2011, 13:04

Schönes Review!

Das mit den Pre Sets ist wirklich erstaunlich, egal bei welchem Hersteller sind die Presets immer Käse. Beim VOX 15 ist auch immer viel zu viel Gain drin.
Mit schaudern erinnere ich mich an die Presets des JamVox, insbesonder ein AC/DC Preset. Das wäre als High Gain durchgegangen!

Auch die Spider Serie von Line6 ist da nicht besser. Beim Peavey Vypyr klangen die meisten glaube ich ganz OK. Da sollten die Entwickler mal dran arbeiten!

Benutzeravatar
Laugenbrezel_96
schreibt schneller als du liest
Beiträge: 92
Registriert: 27.08.2010
Wohnort: Stuttgart

Erstellt: von Laugenbrezel_96 » 22.03.2011, 19:33

Das Recording am PC habe ich mal auf die Schnelle mit Audacity getestet, was wunderbar klappte.
Die Sounds können über das USB Kabel mit dem PC ohne Qualitätsverluss genau so aufgenommen werden, wie sie auch direkt aus der Line Out Buchse kommen.



Hey erstmal.
Also, ich hab das Vox Tonelab ST und wenn ich das an meinen PC anschließe und mit dem Kristall Mixer spiele klingt das alles etwas scheiße^^ ... ich bekomm keinen clean-sound aufnehmen weil immer eine überportion gain dabei ist. außerdem ist es viel zu leise.

ansonsten ist es übern amp gespielt ein richtig feines teil.


lg, Lauge ))==
Wenn man "Der Weiße Hai" rückwärts schaut, handelt der Film von einem Hai,
der so lange Menschen ausspuckt, bis sie eine Strandbar eröffnen.

3 Beiträge   •   Seite 1 von 1
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste