Nato vs. Mahagoni: Vergleich bei Westerngitarren

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Clans
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Nato vs. Mahagoni: Vergleich bei Westerngitarren

Erstellt: von Clans » 15.08.2010, 05:32

Hab da mal wieder ne Frage an die Gemeinschaft, wenn sich jemand mit Holzarten auskennt.

Hab vor mir demnächst eine Gitarre so im 600 bis 850 Euro-Bereich zu kaufen.

Das sind ja in der Regel doch hochwertige Produkte, haben aber häufig noch Nato-Holz verbaut.
Ich hab jetzt schon oft gelesen, dass Nato-Holz in Billiggitarren verwendet wird, weils ähnlich ist wie Mahagoni, aber doch nicht ganz so gut (z.B. so weich, dass der Hals bricht hab ich z.B. gelesen)

Ist jetzt Nato ein Billigholz oder darf das auch in teuereren Gitarren stecken bzw. soll man bei diesen Preisen Nato Holz meiden?

Hatte z.B. die Yamaha CPX900 auf meiner Liste, die nen Nato-Hals hat.

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Simse
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Erstellt: von Simse » 15.08.2010, 11:17

Hab noch nichs widersprüchliches gefunden zu dem was du schreibst. Also würde ich bei Gitarren in der Preisklasse nicht unbedingt auf Nato setzen sondern gleich das gute Mahagoni kaufen wenn du dir unsicher bist.
Ich glaube aber nicht, dass die Hälse einfach so brechen würden, da muss auch äußere Einwirkung mitspielen.
Aber es stimmt das Nato nur ein Mahagoni-ERSATZ ist und keinesfalls mit diesem gleichgesetzt werden kann.
Gibt genügend Gitarren in der Preisklasse die KEIN Nato verbaut haben :)

Warum würde dich die CPX900 interessieren? Schon ausprobiert?

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 15.08.2010, 13:00

Naja, ich hätte in dem Preisbereich ehrlichgesagt auch keine große Lust auf Nato und würde immer zu Mahagoni tendieren wenn es die möglichkeit gibt. Andererseits muß man aber auch sagen, das es auf die Verarbeitung und die Qualität der Materialien ankommt. Soll heißen, nur weil eine Gitarre Nato-Holz Verarbeitet hat muß Sie nicht automatisch Schlechter klingen als eine mit Mahagoni.
Aber zu Nato mußte einfach mal da schauen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nato_%28Holzart%29
Klingt für mich ehrlich gesagt total unsexy... vor allem der Vorletzte Satz.

Gast

Re: Nato vs. Mahagoni: Vergleich bei Westerngitarren

Erstellt: von Gast » 15.08.2010, 14:55

Willaberkannnich hat geschrieben: vor allem der Vorletzte Satz.


genau den kapier ich nicht - das wurde ja im Eingangspost schon erwähnt

Clans hat geschrieben:(z.B. so weich, dass der Hals bricht hab ich z.B. gelesen)


wieso soll das leichter brechen, weil es weich ist? Etwas bricht doch eher, je spröder oder härter (unnachgiebiger) es ist, dachte ich... komisch. Ob das so stimmt in dem Wikipedia-Eintrag?

Deswegen kann Mahagoni ja trotzdem besser sein^^, nur die Begründung kann ich so nicht nachvollziehen

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Sunburst
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Erstellt: von Sunburst » 15.08.2010, 15:25

Nato wird gerne schlechter gemacht, als es ist. Mehr später, aber ich bin klatschnass und muss unter die Dusche. :lol:

Clans
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Erstellt: von Clans » 15.08.2010, 15:56

Danke schonmal für die Antworten. Ja das mit den Brüchen hab ich zum Beispiel in dem Link zu Wikipedia (oben) schon gelesen gehabt.
Und auch im Bereich Kaufberatung hab ich bei einer Frage für ne Westerngitarre im 400-500 Euro Bereich schon die Antwort gelesen, keine Gitarre in der Nato steckt nehmen.
Mein Onkel ist vor ein paar Jahren seine APX Gitarre (war aber nur ca. halb so teuer wie die CPX900) beim Umfallen der Hals gebrochen, was mich dann etwas stutzig machte als ich den Wikipedia-Eintrag las.

Die CPX900 hab ich schon angespielt und die vom Klang her und bespielbarkeit ist die für mich einfach super, ich muss nur noch dieses neuartige Pickup-System testen, dazu kam ich damals nicht (aber in 3 Wochen gehts zum Thomann, da wird noch so einiges getestet^^)

Würd mich auf jeden Fall über mehr Meinnungen zum Thema freuen!

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Erstellt: von Sunburst » 15.08.2010, 18:59

So, trocken und satt und nur noch müde.

Nato ist ein ostasiatisches Holz, das optisch Mahagoni ähnelt. Die Klangeigenschaften sind ebenfalls ähnlich. Es ist (zumindest momentan) noch recht günstig, auch als Tonholz. In Ostasien werden viele Möbel aus Nato gefertigt. Von der Festigkeit und Bruchfeste ist Nato soweit ich weiß dem Mahagoni kaum unterlegen. Wenn eine Gitarre auf den Hals fällt resuliert bei fast jedem Holz daraus gerne ein Bruch. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Grundsätzlich muss Holz für einen Hals auch eine gewisse Biegefeste besitzen, man spielt ja ungern auf einem O. Die ganze Dramatik wird aber deutlich daurch entschärft, dass ein Stahlstab ihm Hals eingelegt ist. Bei sachgemäßer Behandlung hält ein Mahagoni, wie Nato, wie Laminathals (wobei Laminate durch die Verleimungen einen Festigkeitsvorteil haben). Auch als Korpusholz wird Nato mittlerweile immer öfter verwandt, unter anderem auch von Taylor. Vor etwa einem halben Jahr gab es schon mal einen Thread, in dem diese (Halb-)"Wahrheiten" über Nato verbreitet wurden. Für mich steht fest, dass Nato bei sachgemäßer Verarbeitung anderen Tonhölzern in keinem Fall etwas nachsteht. Sucht man etwas ausgiebiger findet man etliche Leute, die sich sehr positiv über Nato äußern. Ein Beispiel:
I have a thirty-four year old guitar with a NATO neck that is absolutely stable. It's not as pretty as mahogany, but it is plenty stable. The coloration reminds me of Spanish cedar.

Dass NAto ungeeignet oder schlecht ist, ist einfach ein Gerücht. Vielleicht glauben manche auch, dass nur "traditionelle" Zutaten eine gute Gitarre ergeben.
Buche gilt im Übrigen auch als ungeeignet für den Gitarrenbau. Buchenholz ist schwer zu verarbeiten und splitters / fasert gerne. Ich hatte allerdings einmal einen hervorragenden Bass in der Hand, aus einer kleinen werkstatt, der einen wundervollen Buchenhals hatte. Es geht (fast) alles.

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howdy71
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Erstellt: von howdy71 » 15.08.2010, 20:49

Manche hören beim Holz auch die Flöhe husten. Generell sollte man erstmal die Gitarre in die Hand nehmen und sich das Teil anhören und dann entscheiden ob es klingt oder nicht! Egal was da für ein Holz verbaut ist!

Ansonsten stimme ich dem Posting von Sunburst zu!

Clans
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Erstellt: von Clans » 16.08.2010, 01:04

Ok, das hört sich dann doch ganz gut an. Dann bleiben auch solche Gitarren weiterhin in der engeren Wahl, man hat es halt immer im Hinterkopf wenn man was schlechtes liest, da man doch viel Geld investiert, da bilde ich mir dann ein Haufen hustende Flöhe ein :lol: .

@Sunburst: Wie kommst du an so einem wunderschön sonnigen Feiertag zu nasser Kleidung ^^?

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Erstellt: von Sunburst » 16.08.2010, 08:14

Viel Spaß beim Testen, wünsche ich dir auf jeden Fall und nimm ruhig auch Gitarren aus Nato zur Hand. ;)

Ich wohne ihm Westen und war auf dem Nürburgring. Da hat es dauergeregnet bei sommerlichen 13 Grad und scharfem Wind. :P

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