Stahlsaiten tauschen gegen Nylonsaiten

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Sandra101
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Stahlsaiten tauschen gegen Nylonsaiten

Erstellt: von Sandra101 » 14.07.2008, 18:07

Hallo Leute,
ALSO: da meine Fingerkuppen bereits nach einer Stunde üben immer brennen wie verrückt möchte ich gerne auf meine Westerngitarre Nylonsaiten aufziehen. Geht das so einfach und wenn ja welche solch ich da verwenden? ===

Gast

Erstellt: von Gast » 14.07.2008, 19:10

Brennende Fingerkuppen sind normal am Anfang, da muss jeder durch, bis sich Hornhaut gebildet hat. Jeden Tag ein bisschen spielen, aber nicht zu sehr quälen, nach zwei bis drei Wochen lässt das nach.

Nylonsaiten würd ich nicht empfehlen. Erstens klingen die völlig anders, viel weniger brillant, du würdest wahrscheinlich enttäuscht sein. Zweitens haben sie am unteren Ende kein Ballend zum Einhaken im Korpus - könnte also schwierig sein, die überhaupt zu befestigen. Drittens haben sie weniger Zugkraft, das bedeutet, dass der Hals sich stärker nach hinten biegt und die Saiten auf dem Griffbrett aufliegen (-> kein Klang).

Was du machen könntest: In einen Laden gehen und den Inhaber bitten, die Halseinstellung und Saitenlage zu überprüfen - vielleicht kann man das flacher einstellen, und dadurch gehen auch die Griffe leichter. Man kann das auch selber justieren, aber nicht als blutiger (!) Anfänger.

Gruß,
Tuppes

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Appeal.to.Reason
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Erstellt: von Appeal.to.Reason » 14.07.2008, 19:32

Ich wuerde sie auch nicht austauschen das ist normal das es weh tut! Es ist halt arbeit und daran gewoehnt man sich daran! So schnell wuerd ich nicht zu Nylon Saiten wechseln die hoeren sich echt bisschen panne an...

Sonst muesste das eigentlich moeglich sein!

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jeff_jordan
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Erstellt: von jeff_jordan » 14.07.2008, 19:56

:arrow: Hinzu kommt noch der Effekt, dass Nylonsaiten viel weicher sind als Stahlsaiten, sich also leichter biegen lassen.

Jetzt wird Sandra sicherlich denken: ja klar, deswegen sind die ja auch leichter zu Spielen.
Richtig. 8)

Aaaaber: bei einer Western-Gitarre ist der Steg unten leicht schräg angeordnet.... und zwar aus dem gleichen Grunde warum man auf manchen E-Gitarren eine Tune-O-Matic Bridge verwendet:
Diese "Neigung" dient dazu die Bundreinheit zu gewährleisten, so dass eine gedrückte Saite am 12. Bund auch auf der gleichen Frequenz schwingt wie der Flagoulett-Ton über dem 12. Bund. -> Wird auch als Oktavreinheit bezeichnet.
Dies ist notwendig, weil Stahlseiten sich nicht so leicht biegen lassen.... und die Schräge korrigiert die theoretische Länge der frei schwingenden Saite (Mensurlänge) um ein paar Millimeter, so dass die effektive Mensurlänge wieder mit den Abständen der Bundstäbchen harmoniert.

Bei einer Klassik- bzw. Konzertgitarre ist der Steg dagegen in der Regel vollkommen "gerade" angeordnet (also komplett orthogonal zu den Saiten).
Passt also für die Bundreinheit nicht. :?

Wenn man also mit einer Besaitung spielt, für die die Gitarre nicht designt ist, handelt man sich eine leichte, aber durchaus hörbare Bundunreinheit ein. Insbesondere beim Spiel bei höheren Bünden (> 9. Bund) höhrbar.
)()(

Gast

Erstellt: von Gast » 14.07.2008, 21:25

Stahlsaiten haben mehr Masse, mehr Schwingungsenergie. Also werden die Nylonsaiten sehr leise sein. Man macht dann am Ende einen Knoten, damit sie für die Befestigungsart geeignet sind.
Der Sattel dürfte etwas zu kleine Einkerbungen haben. Nylonsaiten sind im Diskant wesentlich dicker.
Nimm ganz leichte Stahlsaiten- ohne die umsponnene D-Saite- dann geht das schon. Oder pack Dir leichte E-Gitarrensaiten drauf. Die sind dann auch leiser, aber weicher und passen.

Ach so :
Steg ist bei guten Klassikgitarren auch schräg. Muß auch wegen der Bundreinheit. Man kann auch den anderen Weg gehen und die Bundstäbchen versetzen. Hatten wir schon mal als Thema.....
Winni

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Mediachaos
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Erstellt: von Mediachaos » 14.07.2008, 22:14

...na, den Aussagen Vorredner ist nur noch wenig hinzu zu fügen.

Kann sein, dass ich's überlesen habe: Weißt Du, welche Saitenstärke Du auf Deiner Westerngitarre hast? Speziell für den Anfang kannst Du z. B. eine oder gar zwei Stärken leichter wählen. Auch dann muss ggfs. der Hals etwas eingestellt werden, aber Du tust Dich leichter.

Z. B. falls Deine Gitarre 012-053 oder 054er Saiten drauf hat, wäre ein sogenannter 11er-Satz (011-052) oder ein 'extra light' (010-047) einen Versuch wert - und nicht zu teuer.

Oder Du versuchst die Martin 'Silk & Steel' Folk Saiten. Die sind recht weich, die umsponnenen Saiten haben auch noch eine Seideneinlage (oder so). Stärke 0115-047 (falls Dir das nicht so geläufig ist: Die Stärken müssten tatsächlich 0,0115-0,047 inch heißen - gilt sinngemäß für alle Bezeichnungen hier).

Mit den Silk & Steel solltest Du bald keine Probleme mehr haben!

Gruß
und viel Erfolg

gerald )()(
...young @ heart.

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jeff_jordan
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Erstellt: von jeff_jordan » 14.07.2008, 22:15

Da würde ich mich glatt der Empfehlung zu leichteren Stahl-Saiten anschließen.

Besonders fingerschonend finde ich übrigens die 0.10er von Elixir (mit Nanoweb-Beschichtung), die "schneiden" meines Erachtens nicht so sehr wie bspw. unbeschichtete 0.09er Stahlsaiten.
Gibts meines Wissens auch in einer Ausführung für Westerngitarren. als "Extra Light Acoustic".

Sandra101
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Erstellt: von Sandra101 » 14.07.2008, 22:40

wow jungs ich bin begeistert. sooooo viele tipps und tricks - da fliegt mir ja gleich die gitarre um die ohren :shock:

... bißchen hornhaut hab ich ja schon, dann werd ich mal tapfer sein und weiter spielen oder evtl. mal auf die vorgeschlagenen saiten wechseln. denke ich habe diese 12er saiten drauf.
... und schließlich hab ich mir ja ne westerngitarre wegen des besseren klangs gekauft, nicht wahr?!
na herzlichen dank erstmal - bin wieder hochmotiviert =)=)=

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