Training für schnelles Anschlagen?

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Busiek
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Training für schnelles Anschlagen?

Erstellt: von Busiek » 02.08.2010, 17:20

Hey

Ich habe hier ein kleines Problem ^^'
Also wenn ich Lieder spielen möchte, bei denen man schnell Anschlagen muss (z.B Master of Puppets von Metallica) krieg ich das einfach nicht schnell genug hin.

Ja, ich weiß jetzt kommen so Antworten wie "Du musst einfach üben"
Aber was genau soll ich üben?
Soll ich einfach die Lieder in meinem Tempo spielen und es kommt dann von alleine, oder gibt es da irgendwelche besonderen Übeungen dafür?

MfG
Brian

Ps. Hoffe das ist der richtige Ort für die Frage, wusste nicht, wo ich sie sonst stellen soll :D

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cali2010
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Erstellt: von cali2010 » 02.08.2010, 17:21

Jo es kommt von alleine, wobei ich glaube das eher die Präzision ist, die du erstmal drauf haben musst. Die Geschwindigkeit hat man eigentlich irgendwann wie von selbst.

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Nightmare
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Erstellt: von Nightmare » 02.08.2010, 17:35

Das Problem hab ich auch. Wichtig ist, dass du es zuerst sauber spielen kannst, das heißt langsam und mit der Zeit soll sich dann die Geschwindigkeit irgendwie erhöhen^^
Naja ich bin noch ein Stück entfernt, der schnelle Anschlag bereitet mir auch große Schwierigkeiten.

Probier auch mal am Winkel des Plektrums rum.

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2010, 18:42

cali2010 hat geschrieben:Jo es kommt von alleine


Najaaaaaaaaaaaaaa. Wenn du beim Alternate Picking schneller werden willst, empfehle ich dir Scales hoch und runter zu spielen. Ein bekanntes Riff für eine solche Figur wäre wohl der Anfang beim Stairway to Heaven-Solo.
Einfach immer hoch runter, hoch runter, Lagenwechsel, hoch runter, mal nur auf einer Saite, Skalenwechsel, hoch runter etc...

Ich garantiere dir, dass du schneller wirst und irgendwann macht es (bestimmt) "klick" und du machst nen riesigen Sprung in Sachen Schnelligkeit ;)

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cali2010
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Erstellt: von cali2010 » 02.08.2010, 18:46

Naja das man das ganze Griffbrett nutzen muss ich doch klar oder?Was auch sehr sehr gut geht sind einfach A Moll Pentatoniken mit Fourpacks rauf und runter.Geht immer schneller. Mache ich zB immer kurz nachm Aufwärmen.

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2010, 19:25

Thema Üben:
Ja, aber richtig. Langsam und genau üben MUSS sein.
Eine Stunde lang den gleichen Anschlag langsam üben- bringt aber wenig.
Versuch folgende Reihenfolge.
10 Minuten sehr sorgfältig üben.
10 Minuten etwas anderes spielen, egal was.
10 Minuten sehr sorgfältig üben.
PAUSE.
Maximal 2 Blöcke pro Tag mit den gleichen Übungen- mehr nicht.
Aber bitte täglich.
Man wird die ersten Wochen keinen richtigen Fortschritt merken. Ist normal.
Fortschritte erfolgen sprunghaft! Bei andauerndem, richtigem Training.
Tägliches kurzes Training bringt mehr als einmal in der Woche 2 oder 3 Stunden.
Dranbleiben! Das gilt für alle Anschlags- und Greifformen.
Winni

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2010, 20:01

@ winni:
danke winni, das kommt mir sehr sinnvoll vor - ich werd das auf jeden fall auch mal üben, meine geschwindigkeit ist auch noch nicht die beste.^^
lg blue

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Busiek
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Erstellt: von Busiek » 02.08.2010, 20:05

Ihr seid die Gründe, wieso ich das Forum so gut finde ;D ;D
Ich werd auch mal versuchen die Tipps zu beherzigen :D

Danke schonmal

Mfg Brian

Gramsbams
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Erstellt: von Gramsbams » 02.08.2010, 20:39

Vielleicht bringen dir Fingerübungen was?!

Ich habe mal diesen kleinen "Kurs" gemacht. Fand ihn super, bringt wirklich was:

http://www.musiker-board.de/einsteigerb ... erden.html

Du meldest dich an und bekommst sodann wöchtlich Fingerübungen zugesandt. Es ist kostenlos und Macks hilft sogar weiter wenns mal klemmt. Auch wird man hier nicht mit Werbung zugeballert. Bissel Werbung in Eigensache ist ja kein Problem aber manchmal artet es einfach aus und das tut es hier absolut nicht.

Gruß Gramsbams
Heute sind die guten alten Zeiten von morgen!

avun

Erstellt: von avun » 03.08.2010, 08:26

Man muss auch prüfen mit welcher Hand das Problem wirklich entsteht? Ist es die Schlaghand, die nicht schnell genug ist, oder die Greifhand?

Ich würde dir normale Fingerübungen empfehlen. Wie gesagt, Scalen rauf und runter dudeln ist schon ein guter Tipp!

Wichtig ist das du langsam anfängst und das Thempo nur erhöhst wenn alles sauber klingt! Du hast schließlich nichts davon, schnell und unsauber zu spielen!

don.caruso
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Erstellt: von don.caruso » 03.08.2010, 11:19

Gerade bei Master of Puppets hast Du vor allem das Problem, dass es NUR downstrokes ist, das bremst noch mal ordentlich.
Finding the right analogy is like... well like... errm...

"Could I recall the moments I have careless cast away, I could but hope to spend them in a wiser way, and warm myself in light that rivals light of day."

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Tigris
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Erstellt: von Tigris » 03.08.2010, 13:05

Vielleicht mal was von mir dazu. Da ich (noch) nicht Gitarre spiele, beschraenke ich mich mal auf den trainingspsychologischen Hintergund:

Der Mensch ist das mit Abstand anpassungsfaehigste Saeugetier auf unserem blauen Planeten. Das hat zur Folge, dass man als Mensch zwar von Natur aus nichts wirklich gut kann (andere Saeugetiere koennen angeborenerweise schneller rennen, schneller schwimmen, tiefer tauchen, weiter springen usw. als wir Menschen) aber unheimlich viele Sachen lernen kann, was die "geborenen Spezialisten" nicht koennen.

Faehigkeiten, die der Mensch neu lernen will, muss er staendig wiederholen, um sie in tiefere (aeltere) Schichten des menschlichen Gehirns "einzulagern". Sobald sie dort einmal eingelagert sind, stehen sie dem Menschen zur Verfuegung, ohne dass er noch darueber nachdenken muss und ohne dass er sich noch darauf konzentrieren muss.

Bis eine neue Faehigkeit, z.B. ein bestimmter Bewegungsablauf beim Gitarrenspielen, so tief ins Gehirn eingelagert ist, braucht es staendige Wiederholungen. Und die Anzahl der Wiederholungen richtet sich danach, wie komplex der Bewegungsablauf ist. Je komplexer der Bewegungsablauf, umso oefter muss er wiederholt werden. Bei wirklich komplexen Bewegungsablaeufen, die eine hohe Koordinationsfaehigkeit verlangen (z.B. beim Gitarrenspiel aber auch im Sport z.B. beim Stabhochsprung) reden wir von mehreren tausend Wiederholungen.

Dabei spielt die Geschwindigkeit des Bewegungsablaufs, wie er spaeter mal zur Verfuegung stehen soll, eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist es, dass der Bewegungsablauf so sauber wie moeglich ausgefuehrt wird, da es schwieriger ist, einen einmal (falsch) eingeuebten Bewegungsablauf loszuwerden und sich stattdessen den richtigen Bewegungsablauf anzutrainieren.

Sobald man dann irgendwann den neuen Bewegungsablauf sauber hinbekommt, ohne sich darauf konzentrieren zu muessen, kann man anfangen die Geschwindigkeit zu erhoehen. Das geht nun wesentlich schneller, im Grunde aber nach dem gleichen Prinzip.

Vielleicht noch ein interessanter Nebenaspekt, den sich vor allem auch Hochleistungssportler zu eigen machen: Man kann dieses Einlagern von Faehigkeiten / Bewegungsablaeufen in die tieferen (aelteren) Gehirnschichten dadurch unterstuetzen, indem man sich still in eine Ecke verzieht (einen Sessel setzt oder was auch immer) und den Bewegungsablauf in allen Einzelheiten vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen laesst. Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen dem tatsaechlich mit der Hand / dem Koerper usw. ausgefuehrten Bewegungsablauf und der Vorstellung dieses Bewegungsablaufs. Beides traegt zur Vertiefung des Bewegunsablaufes bei.

Gruss aus Tiflis
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Nightmare
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Erstellt: von Nightmare » 03.08.2010, 13:17

Wow das war sehr gut.
Allerdings Geschwindigkeit aufbauen, ist nicht wirklich der einfachere Teil. Der Bewungsablauf ist zwar der Gleiche, aber um ihn schneller auszuführen, musst du erstmal andere Fähigkeiten mehr ausbilden. Das Gehirn muss ja gedanklich mitkommen usw. schnelle bewegungen sind auch schwieriger zu koordinieren.

Aber das mit den Wiederholungen und den tiefen Gehirnschichten macht mir mut. Das zeigt, dass diese "Fahrigkeit", die ich an mir so nervig finde, dass mir dauernd Flüchtigkeitsfehler passieren, die mir eigtl. nicht passieren dürften, nur ein Zeichen sind, dass mein Spiel noch nicht so gefestigt ist und dass das nach noch mehr üben weggeht.

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Busiek
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Erstellt: von Busiek » 03.08.2010, 13:29

Tigris, deine Antwort war ja mal krass :D
Ja das macht ja Sinn, dass wenn man etwas gut und vertieft kann, es auch schneller machen kann. Das ist ja überall gleich. Sei es jetzt Gemüse schneiden oder Wäsche falten oder Gitarre spielen, nach einiger Zeit, kann man alles schneller machen.

Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig als nur vor mich hin zu spielen, bis ich das Tempo erreichen und halten kann ^^

MfG
Brian
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Tigris
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Erstellt: von Tigris » 03.08.2010, 13:59

Nightmare hat geschrieben:...
Allerdings Geschwindigkeit aufbauen, ist nicht wirklich der einfachere Teil. Der Bewungsablauf ist zwar der Gleiche, aber um ihn schneller auszuführen, musst du erstmal andere Fähigkeiten mehr ausbilden. Das Gehirn muss ja gedanklich mitkommen usw. schnelle bewegungen sind auch schwieriger zu koordinieren.
...


Hallo Nightmare,

genau hier liegt der Gedankenfehler. Sobald Du einen Bewegungsablauf in der Sphaere des Gehirns abgelegt hast, die antrainierte Ablaeufe unbewusst abruft, muss das Gehirn eben nicht mehr mitkommen. Sobald Du dort bist, kannst Du Dich zu 100% auf die Geschwindigkeit konzentrieren, den Ablauf als solchen macht das Gehirn unbewusst (nicht zu verwechseln mit "unterbewusst", das sind Faehigkeiten, die in einer noch tieferen (aelteren) Schicht des Gehirns abgelegt sind).

Kleine Beispiele, die es verdeutlichen. Das Fahrradfahren ist ein unheimlich komplexer Vorgang und es dauert einige Zeit, bis man es als Kind gelernt hat. Selbst wenn man es dann gelernt hat, muss man sich am Anfang noch unheimlich darauf konzentrieren, das Gleichgewicht zu halten. Ruft Dir in dieser Lernphase jemand etwas zu und lenkt Dich vom Fahrradfahren ab, legst Du Dich auf die Nase.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Fahrradfahren so verinnerlicht ist, dass Du da gar keinen Gedanken mehr drauf verschwendest, Du machst es einfach. Und nebenbei packst Du auch noch das Hady aus, faehrst mit einer Hand und schaust Dir auch noch die Werbeplakate fuer eine neue E-Gitarre an, die gross an irgendeiner Wand haengen.

Das gleiche passiert beim Ueben von bestimmten Bewegungsablaeufen an der Gitarre. Erst lernst Du den Ablauf. Dann hast Du den Ablauf drauf, aber jede kleine Stoerung bringt Dich aus dem Ablauf raus, da Du Dich noch auf den richtigen Ablauf konzentrieren musst. Wenn der Ablauf dann verinnerlicht ist, kannst Du anfangen, damit zu spielen und ihn zu variieren.

Gruss aus Tiflis
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Nightmare
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Erstellt: von Nightmare » 03.08.2010, 14:13

Naja fast richtig. Aber wenn ich, obwohl ich Fahrradfahren verinnerlicht habe, versuche schnell zu fahren, steigt trotzdem wieder die Sturzgefahr.

Mit Gehirn mitkommen meine ich nicht, dass man bewusst jede Bewegung kontrolliert, sondern dass das Gehirn die Finger koordiniert.

Ich kann zwar einige Abläufe (Stücke/Melodien) sehr gut und automatisch. So automatisch, dass ich aus dem Kopf nicht wüsste, wie sie gehen, wenn ich die Gitarre hab, spiele ich sie aber einfach.
Und selbst die kann ich trotzdem nicht unendlich schnell spielen, weil ich sonst unsauber werde. Mein Gehirn kann die Bewegung nicht mehr so genau ausführen und das muss es erst noch lernen. Und nach meinen bisherigen Erfahrungen ist dieser Prozess auch sehr langwierig.

Klar es ist richtig, wer schnell spielen will, muss erst langsam spielen können, das sagen auch alle berühmten Gitarristen. Aber das heißt nicht, dass der Rest ein Kinderspiel wäre, da steckt genauso viel Übung dahinter.

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Tigris
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Erstellt: von Tigris » 03.08.2010, 14:53

Hi Nightmare,

natuerlich hast Du dahingehend voellig recht - jeder Mensch hat irgendwo seine persoenliche Leistungsgrenze. Sei es beim Fahrradfahren oder eben auch beim Gitarrespielen. Der eine erreicht sie frueher, der andere spaeter (Oder am Beispiel mit dem Fahrrad: Der eine kann am Ende schneller fahren als der andere - oder am Beispiel Gitarre: Der eine kann das Stueck schneller spielen als der andere).

Um aber ueberhaupt nur in die Naehe dieser persoenlichen Grenze zu kommen, muss erst mal der Bewegungsablauf sitzen. Nur dann habe ich eine Chance, ueberhaupt nur in die Naehe der persoenlichen Grenze zu kommen.

Und dann ist es eine Frage der Selbsteinschaetzung und auch Selbsterfahrung, was machbar ist - sowohl mit dem Fahrrad als auch mit der Gitarre.

Gruss aus Tiflis
Let there be Bass!

Gast

Erstellt: von Gast » 03.08.2010, 15:28

Meine Güte, Tiger, du erschlägst uns hier ja fast - geballtes Wissen sind wir nicht gewohnt. xD

Allerdings hast du recht, ich merke es selbst - noch vor einer Woche (als ich also das Spielen begonnen hab) hatte ich Probleme, das alles überhaupt hinzubekommen - ein simpler Akkordwechsel schien einfach nicht koordinierbar.
Inzwischen beherrsche ich das recht gut, kann dabei aus dem Fenster sehen, Musik hören oder nebenbei im Forum lesen - und meine Geschwindigkeit hat sich von gefühlte 10 auf gemessene 1 Sekunde beschleunigt.

Und wenn man sich (wie du, hehe) eingehend mit dem Thema befasst ergibt es auch einen Sinn - dann geht es nochmal schneller, weil man weiß, was man da überhaupt macht, welchen Zweck das Ganze verfolgt.

Soweit, so gut, ich geh dann mal wieder üben... gaaanz langsam.^^
lg, blue

Gast

Erstellt: von Gast » 03.08.2010, 20:26

Ja, da kann man noch einen drauflegen....
Es geht hier um Basisarbeit, d.h. die Grundübungen. Die ersten Reflexe, also da, wo das Gehirn den Automatismus abruft, dauern bis zur Ausreifung mindestens(!) 1 Jahr. Alle Übungen, die auf diesen Reflex aufbauen, dauern dementsprechend noch länger.
Beispiel aus der Klassik
1.Anschlag mit dem Zeigefinger korrekt ausgeführt, schnell hintereinander
2.Anschlag mit dem Mittelfinger korrekt ausgeführt, schnell hintereinander
3.Anschlag mit dem Daumen korrekt ausgeführt, schnell hintereinander
4. (Jetzt dauerts, das sind die Aufbaureflexe) Abwechselnder Anschlag mit dem Zeigefinger und Mittelfinger
5. Daumen zusätzlich mit Zeige-oder Mittelfinger anschlagen, beliebig
6. Tremoloformen.......

Das ist nur eine von vielen vielen Möglichkeiten, wo der Basisreflex (der Einzelanschlag) unbedingt "sitzen" muß.
Alles was danach kommt und auf eine schlechte Basis gestellt wird-- scheitert.
Das heißt, die Zeit zwischen 4 und 5 kann 1 Jahr betragen. Die Zeit zwischen 5 und 6 wird mehr als ein Jahr betragen. Man kann ahnen, wo das hinführt.

Das ist unter anderem ein Grund, weshalb viele Gitarristen, die eine schlechte oder durch zu schnelles Lernen ungenügende Basis entwickelt haben, sich scheuen, den Weg noch einmal zu gehen....
Jetzt wird der eine oder andere sagen, daß es schneller geht. Stimmt. Je nach angelegtem Maßstab. s.o.

Langsam üben, sauberst üben, regelmäßig üben. Nicht ungeduldig werden.

Winni

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Erstellt: von Nightmare » 03.08.2010, 20:49

Tigris hat geschrieben:Hi Nightmare,

natuerlich hast Du dahingehend voellig recht - jeder Mensch hat irgendwo seine persoenliche Leistungsgrenze. Sei es beim Fahrradfahren oder eben auch beim Gitarrespielen. Der eine erreicht sie frueher, der andere spaeter (Oder am Beispiel mit dem Fahrrad: Der eine kann am Ende schneller fahren als der andere - oder am Beispiel Gitarre: Der eine kann das Stueck schneller spielen als der andere).

Um aber ueberhaupt nur in die Naehe dieser persoenlichen Grenze zu kommen, muss erst mal der Bewegungsablauf sitzen. Nur dann habe ich eine Chance, ueberhaupt nur in die Naehe der persoenlichen Grenze zu kommen.

Und dann ist es eine Frage der Selbsteinschaetzung und auch Selbsterfahrung, was machbar ist - sowohl mit dem Fahrrad als auch mit der Gitarre.

Gruss aus Tiflis


Da mit der Leistungsgrenze muss ich aber widersprechen. Wenn man entsprechend übt, kann man immer das Maximum erreichen, was überhaupt möglich ist. Vielleicht nicht im Sport, weil einem körperliche Grenzen gesetzt werden, aber bei der Gitarre, wo man nicht viel Kraft braucht schon.

Gast

Erstellt: von Gast » 03.08.2010, 21:25

hm, nightmare, das denke ich persönlich nicht. manche menschen haben eine angeborene begabung, das hat auch etwas mit dem verhältnis der einzelnen hirnareale zu tun, der verbindung beider hirnhälften etc.
klar lässt sich mit übung sehr viel erreichen, sodass der unterscheid am ende gering ist, aber rein genetisch gibt es schon spezielle vorraussetzungen, die auch mit angeborener geschicklichkeit und motorik zu tun haben.
daher ist auch die persönliche leistungsgrenze bereits definiert. man kann durch training, wiederholungen etc noch sehr weit gelangen, aber über diese renze kann man nie herauskommen - deshalb habe ich auch noch keinen gitarristen gesehen, der mit lichtgeschwindigkeit spielt. und ein ''genetis schlechter'' gitarrist kann mit viel übung gut werden, ein ''genetisch guter'' gitarrist ohne übung schlecht sein - aber ein ''genetisch guter'' gitarrist wird mit viel training immer besser sein als ein ''genetisch schlechter'' gitarrist mit demselben trainingspensum.
lg blue

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Tigris
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Erstellt: von Tigris » 03.08.2010, 21:44

Ich denke, dem ist kaum noch was hinzuzufügen.

Vielleicht noch ein Beispiel als Verdeutlichung:

Wer es heute noch in einer der bekannten Sportarten bis in die Weltspitze schaffen will, der muss die für diese Sportart spezifischen genetischen Voraussetzungen mitbringen. Natürlich kommt dann noch das richtige Training dazu. Wer durch seine genetische Veranlagung klein und untersetzt ist, kann noch so viel trainieren, er wird niemals als Langstreckenläufer in die Weltspitze kommen.

Das gleiche trifft auch auf einen Gitarristen - oder jeden anderen Musiker - zu. Wer nicht die genetischen Voraussetzungen mitbringt, wird es auch hier trotz härtestem Training nicht in die Weltspitze schaffen.

Gruß aus Tiflis
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don.caruso
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Erstellt: von don.caruso » 03.08.2010, 21:56

Kann man wirklich genetisch dazu neigen, untersetzt zu sein?

Ich dachte immer, das wäre eine Ausrede derer, die so viele Kalorien zu sich nehmen, wie für eine Kleinfamilie passend wäre.
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Nightmare
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Erstellt: von Nightmare » 04.08.2010, 01:29

Sport ist was anderes, weil da körperliche Vorraussetzungen wichtig sind, die kann man nicht wegdiskutieren. Aber für Gitarre braucht man nur koordination.

Wie stellt ihr euch das denn vor, wenn man die Leistungsgrenze erreicht hat? Dass es dann einfach nicht mehr weitergeht, obwohl man hart übt? Ein kleines bisschen kann man immer noch drauflegen. Kein Mensch (außer vielleicht den ganz großen), wird jemals so viel Gitarre üben, dass er an eine Grenze stößt, wo es nicht mehr weitergeht. Guck dir Michael Angelo Batio an. Der schlägt mit beiden Händen so schnell und sauber an, wie die meisten von uns nicht mal mit der besseren schaffen. Dann braucht mir keiner hier erzählen, dass er seine Leistungsgrenze erreicht hätte. Der hat seine Leistungsgrenze vielleicht erreicht, weil er 20 Jahre lang sonstwie viele Stunden am Tag geübt hat. Aber der normale Mensch wird das nicht erleben.

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Tigris
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Erstellt: von Tigris » 04.08.2010, 07:47

don.caruso hat geschrieben:Kann man wirklich genetisch dazu neigen, untersetzt zu sein?

Ich dachte immer, das wäre eine Ausrede derer, die so viele Kalorien zu sich nehmen, wie für eine Kleinfamilie passend wäre.


Hallo Don Caruso,

genauso, wie die Groesse eines Menschen genetisch vorgegeben ist und nur minimal (z.B. durch die Ernaehrung in der Entwicklungsphase) beeinflusst werden kann, ist auch die Breite eines Menschen genetisch vorgegeben. Wohlgemerkt: Ich rede nicht von einem Koerperbau, der durch die Aufnahme von ueberfluessigen Kalorien negativ beeinflusst wurde :D

Um es deutlicher zu machen: Ersetze in meinem Beispiel einfach den kleinen untersetzten Menschen gegen einen Menschen, der genetisch bedingt sehr kurze Beine hat.

Nightmare hat geschrieben:Sport ist was anderes, weil da körperliche Vorraussetzungen wichtig sind, die kann man nicht wegdiskutieren. Aber für Gitarre braucht man nur koordination...


Hallo Nightmare,

die Koordinationsfaehigkeit ist eine koerperliche Voraussetzung und die wird von den genetischen Vorgaben bestimmt.


Nightmare hat geschrieben: ... Wie stellt ihr euch das denn vor, wenn man die Leistungsgrenze erreicht hat? Dass es dann einfach nicht mehr weitergeht, obwohl man hart übt? Ein kleines bisschen kann man immer noch drauflegen. Kein Mensch (außer vielleicht den ganz großen), wird jemals so viel Gitarre üben, dass er an eine Grenze stößt, wo es nicht mehr weitergeht....



Stimmt - irgendwann hat man einen Punkt erreicht, da geht es nicht mehr weiter. Im Gegenteil, da geht es dann sogar wieder zurueck, weil mit zunehmendem Alter die koerperlichen Faehigkeiten nachlassen. Und das betrifft auch die Koordinationsfaehigkeit.


Nightmare hat geschrieben: ... Guck dir Michael Angelo Batio an. Der schlägt mit beiden Händen so schnell und sauber an, wie die meisten von uns nicht mal mit der besseren schaffen. Dann braucht mir keiner hier erzählen, dass er seine Leistungsgrenze erreicht hätte. Der hat seine Leistungsgrenze vielleicht erreicht, weil er 20 Jahre lang sonstwie viele Stunden am Tag geübt hat. Aber der normale Mensch wird das nicht erleben.


Also zumindest ich habe das auch nicht getan. An ihre Leistungsgrenzen gelangen in der Regel nur Berufsmusiker oder wirklich ambitionierte Amateure, die jeden Tag stundenlang ueben. Otto Normalmusiker ist i.d.R. weit davon entfernt, seine Leistungsgrenze zu erreichen, da er gar nicht die Zeit hat, so lange zu ueben, um an die Grenze seiner Leistungsfaehigkeit zu kommen.

Und nun beende ich fuer meinen Teil die Diskussion hier, da ich irgendwie das Gefuehl, dass wir aneinenader vorbei reden =(=))=

Gruss aus Tiflis
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