Flageolett-Töne

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teacup
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Flageolett-Töne

Erstellt: von teacup » 30.04.2010, 19:25

Ich hab jetzt mal angefangen, mich ein wenig intensiver mit dem Spielen dieser Art von Tönen zu beschäftigen. Gelesen hab ich schon einiges darüber, aber ich der Theorie in vielen Artikeln einfach nicht folgen, besonders wenn dann noch so ganz "schreckliche" Fachbegriffe vorkommen. Deswegen experimentier ich einfach erst mal rum und hör mir an wie die Töne in den unterschiedlichen Bünden klingen. So klingt für mich beispielsweise der Ton im 7.Bund auf der D-Saite gleich wie der Ton im 5.Bund auf der A-Saite. Vielleicht lieg ich damit auch völlig daneben.
Im 7. und 12. Bund kann ich die Töne auch schon recht gut spielen, im 5. Bund muss ich noch ein wenig üben, aber die Melodiesaiten sind schon recht brauchbar.
Was mich jetzt aber so wirklich verwirrt, ist folgendes. Wenn wenn ich die Flageoletttöne im 12. Bund spiele, klingens ie tiefer, als wenn ich sie im 7. Bund spiele und da sind sie dann wieder tiefer als im 5- Bund. Es ist damit also genau umgekeht zu dem "normalen" Gitarrenspiel. Wenn ich da auf einer Saite immer einen Bund höher auf die Saite drücke, dann wird der Ton auch höher, bis hin zum 12. Bund eben eien ganze Oktave höher. Aber warum das mit diesem Flageoletttönenn jetzt genau andersherum ist, das ist mir ein Rätsel? Manchmal denk ich, das wurde irgendwann mal so gemacht, um arme Wichte wie mich zu verwirren. Von daher wäre ich echt dankbar, wenn irgendeiner von euch eine "einfache" Erklärung dafür hat.
Gruß,
teacup
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GreenAlienEnforcer
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Erstellt: von GreenAlienEnforcer » 30.04.2010, 21:37

was machen den diese Töne für einen Sound? :shock:

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fever
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Erstellt: von fever » 30.04.2010, 23:48

Flagoletöne selbst kann ich dir in der exakten Funktion auch nicht erläutern, es ist wohl so das durch das kurze berühren eine bestimmte Frequenz erzeugt wird. Es hat auch etwas mit der länge der Saite von der stelle zum Steg zu tun oder so, aber das sollte lieber jemand anders erklären^^ ;)

Du kannst die Flagole Töne allerdings super zum Gitarre stimmen per Ohr verwenden! Der Flagole Ton im 5. Bund der E-Saite ist gleich dem im 7. Bund der A-Saite. Wenn du beide hinereinander spielst so das sie gleich klingen und die Töne nicht vibrieren, sind sie ineinander richtig gestimmt. Schwingt der Ton allerdings recht stark, musst du die E-Saite demnach stimmen, dass der Ton nicht mehr schwingt. Man stimmt eigentlich immer mit der A-Saite als anfangs Ton, den stimmst du mit einer Stimmgabel oder einem Stimmgerät.

Flagoleton A-Saite 5. Bund = Flagoleton D-Saite 7. Bund
Flagoleton D-Saite 5. Bund = Flagoleton G-Saite 7. Bund

So ab hier funktioniert die Technik nicht mehr, deswegen gilt
Flagoleton 7. Bund E-Saite = leere B (H) Saite

Dann gilt wieder Flagoleton B-Saite 5. Bund = Flagoleton e-Saite 7. Bund

Wenn du die Flagoletöne im 12 Bund spielst und danach die leersaite, kannst du prüfen ob deine Gitarre "bündig" Ist. Klingen die Töne gleich, ist die Saitenlage korrekt.

Es kann sein das ich mich teilweise nicht fachmännisch ausgedrückt habe oder es etwas umständlich ist, aber das ist mein Wissen über die Flagoletöne^^

Es gibt außerdem noch eine Technik Flagoletöne mit der Anschlaghand auf jeder Saite in jeder Position zu spielen. Dies nennt sich auch screaming (nicht das gleiche wie beim Gesang :D ).

Hierzu schlägst du den Ton mit einem Plek so an, dass die spitze bzw Seite deines Daumens nach dem Anschlag noch kurz die Saite berührt, praktisch gleichzeitig. Links greifst du den Ton ganz normal, nicht am Bundstäbchen.
Die Position des Anschlags rechts ist bei jedem Ton verschieden, hat auch etwas mit Saitenlängen zu tun (bitte jemand anders erklären^^) musst du ein bisschen rumprobieren.

Am besten gelingt dieses screaming mit Verzerrung und dem hinteren Tonabnehmer.

Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen^^, bitte verbessert mich falls ich mich irgendwo geirrt habe. :D

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 01.05.2010, 01:58

Hm, die Theorie interessiert dich nicht, willst aber die Theorie verstehen, und meldest dich hier im Musiktheorie-Board...

Wie ich dir auch jetzt immer Antworte, es ist verkehrt :?

Hast du dich mal mit dem Stimmen der Gitarre auseinandergesetzt?

Schaue dir mal die erste Zeichnung auf den Wikibooks an

Bild
Artikel über Flaggeolet


Achte da mal auf die Schwingungszahlen, die sich bei den Flaggeolet durch die Halbierung, Drittelung und Viertelung ergibt.

Dadurch erhöht sich die Schwingungszahl, und auch die Tonhöhe sprunghaft.

Beim Bundweise drücken der Saite hat man immer das einfache Verhältinis, und das erhöht sich schrittweise.

Verdoppeln verdreifachen, vervierfachen etc. das geht expotenziell.

Und so kompliziert ist es auch nicht geschrieben. Alle Fremdwörter werden in den Fußnoten ausführlich erläutert.

Man muss es sich aber auch durchlesen, und nicht einfach sagen "Versteh ich nicht" ohne sich die Erklärungen anzuschauen.

Und wenn man es selbst dann nicht versteht, dann sollte man einfach mal das machen was da steht, denn dann hört man das, was geschieht.

Die Saiten Leer sind
E(1) A(1) D(2) G(2) H(2) E(3)
Die Zahlen hier in der Klammer geben die Oktaven an

Die Saiten im 12 Bund sind gedrückt und als Flaggeolet
E(2) A(2) D(3) G(3) H(3) E(4)

Im 7 Bund wird sie Saite gedrittelt, und da sind Töne
H(2) E(3) A(4) D(4) F#(4) H(4)

Im 5 Bund wird sie Saite geviertelt, und da sind Töne
E(3) A(4) D(4) G(4) H(4) E(5)

Leer 12.Bund und 5. Bund verdoppelt die Schwingungszahl. man gelangt immer zur Oktave. Die haben die gleichen Notennamen, nur eben eine Oktave (= 8 Töne) höher.

Im 7 Bund wird die Saite gedrittelt, und die Töne sind eine Quinte (= 5 Töne) weiter, als die Töne im 5. Bund.

Welche Töne gleich sind, findest du auf der Saite raus.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von teacup » 01.05.2010, 08:10

Danke für eure Antworten.
Und mjchael: das mich die Theorie nicht interessiert, ist nicht so ganz richtig. Mag sein, dass es falsch rübergekommen ist, aber ich bin kein theoretischer Mensch. Vieles ist für mich eben einfacher, es erst auszuprobieren (bzw. gezeigt zu bekommen) und dann zur Theorie überzugehen, als umgekehrt.
Die Zeichnung hab ich schon edliche Male vor Augen gehabt, aber ich hab sie einfach nicht verstanden, Fußnoten hin und Fußnoten her. Kann sein, weil ich Flageoletttöne da auch noch nicht wirklich als solche spielen konnte, sondern eher so einen "Plop"- Ton hatte. Und ich hab es einfach nicht gesehen, dass es zwei unterschiedliche Fingerpositionen sind (einmal gedrückt und einmal nur aufgelegt), womit ich nicht meine, ich hab´s überlesen. Ich hab es einfach nicht begriffen. Aber jetzt denke ich, ist es klar. Also danke nochmals
Gruß,
teacup
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