Gitarrenlehrer- Was muss man wissen?

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fallen.hero
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Gitarrenlehrer- Was muss man wissen?

Erstellt: von fallen.hero » 01.09.2009, 18:19

Hi,

da ich nicht genau wusste in welchem Topic ich schreiben sollte bitte ich um Vergebung falls ich den falschen erwischt hab :P

Es geht um folgendes:

Da ich bald Gitarrenunterricht gebe, wollte ich ein paar Tipps haben, wie ich die Stunde am besten gestalten kann. Ich hatte auch nie selber einen Lehrer , deswegen hab ich keine Ahnung was die so machen.
Ich hatte mir folgendes vorgestellt:

1. Gitarre allgemein beschreiben (Was wo ist , und wie was funktioniert)
2. Akkorde lesen und Tabs lesen beibringen.
3. Grundakkorde bei bringen und Rhytmen
4. Zu den ersten Liedern gehen
5. Hammer ons... pull ofs etc.

Natürlich dachte ich mir , dass alles 4 nicht in einer Stunde passiert aber , dass war so mein grober Plan.


Meint ihr es ist klug den Unterricht so zu gestalten? Ich hab wie gesagt keine Ahnung wie es andere Gitarrenlehrer machen, deswegen frage ich euch^^


edit.

und achja, soll ich dann meine eigene Gitarre zu demonstrationszwecken mitbringen oder soll ich denen das alles an ihren gitarren zeigen?

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ebichu87
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Re: Gitarrenlehrer- Was muss man wissen?

Erstellt: von ebichu87 » 01.09.2009, 21:05

Ich habe selber einen genialen gitarrenlehrer. Hier mal meine gedanken, warum ich das so empfinde:

1. Abwechslung in der Stunde
Vor allem bei gitarrenneulingen, welche einfach mal gitarre spielen wollen, ist es wichtig, ein breites spektrum auszuleuchten. Bei mir war das:
1. Ein paar grundakkorde
2. Zupftechnik mit plektron
3. Fingertechnik
4. Pentatonik, einfacher Blues und Solospiel

Das ist schonmal eine gute palette. Wenn ich jetzt in die Stunde gehe, kann ich immer sagen, was ich machen will, man kann ja alles endlos vertiefen.

Also wichtig: Erst mal das Spektrum so gut wie möglich ausleuchten, dann auf wünsche der schüler eingehen, soweit vorhanden.

Und das wichtigste überhaupt für eine Gitarrenstunde:
Du musst jedem schüler das gefühl geben, dass du ihn vorderst und fördern willst. Es gibt nichts schlimmeres, als aus ner stunde rauszukommen, mit dem gefühl: naja, für das hät ich jetzt nicht in die stunde kommen müssen.

Auch wichtig: Geb deinen schülern Aufgaben für zu hause, vor allem um akkorde zu lernen sind gitarrenstunden eigentlich zeitverschwendung.


das wärs mal so grob von mir, hoffe konnte helfen :)

Eugenio
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Erstellt: von Eugenio » 02.09.2009, 00:05

... ich hatte auch nie selber einen Lehrer , deswegen hab ich keine Ahnung was die so machen.

Ganz ehrlich: hälst du es dann für eine gute Idee, Unterricht geben zu wollen? Da kommen Leute zu dir, die noch keinen Plan haben und die werden dann von jemandem "unterrichtet", der auch keinen Plan hat (dummerweise wissen das die Schüler aber nicht!) - das kann doch nur schiefgehen!
Wenn du das für ein paar Kumpels "just for fun" machst, ist das ja OK, aber bei "Null Ahnung" eventuell auch noch Geld zu nehmen, wäre schon ein dicker Hund.

Immerhin möchtest du dich ja vorher kundig machen, und damit bist du schon mal auf dem richtigen Weg. Mit der Brechstange geht das allerdings nicht, daher würde ich mir an deiner Stelle noch etwas Zeit lassen und z.B. zunächst mehrere Gitarrenschulen durchlesen (besser: durcharbeiten!), um herauszufinden, wie die aufgebaut sind. Dabei solltest du aber bedenken, dass sich die Reihenfolge der Themen in vielen Lehrwerken nicht einfach 1:1 auf realen Unterricht übertragen läßt.

Dein "Unterrichtsentwurf" ist ja inhaltlich gar nicht mal so verkehrt, den kannst du aber in dieser Reihenfolge nicht einfach abarbeiten.
Erinnere dich doch z.B. mal an deine Grundschulzeit: du konnstest ja schon sprechen, bevor du Lesen gelernt hast! D.h.: bring die Leute erstmal dazu, ein paar Töne aus der Klampfe zu kriegen, einfach durch Versuch und Irrtum! Warum nicht mal eine kleine Melodie im 1-Finger-Suchsystem auf einer Saite zusammenfummen ? Wenn das klappt, kannst du ihnen ja zeigen, dass das weitaus flüssiger mit 2, 3 oder gar 4 Fingern geht, dann kapieren sie auch meist sofort, dass "Technik" keinen Stress, sondern Vereinfachung bedeutet. Und statt auf einer Saite herumzurutschen, kann man die gleichen Töne auch auf mehrere Saiten verteilen (in eine "Lage"). WIE man das macht, musst du als "Lehrer" allerdings schon sehr genau durchblicken!
Wenn man Töne auf mehrere Saiten verteilen kann, dann ist es nur ein kleiner Schritt, mehrere Saiten gleichzeitig anschlagen zu lassen, womit wir die Tür zum Akkordspiel aufgemacht hätten. Damit bist du aber auch als Lehrer in einem Bereich, wo sich schnell herausstellt, ob du Ahnung hast oder nicht: welche Tricks gibt es, um Akkorde flüssig zu wechseln, wie kann sich ein Schüler selbst Akkordbilder zusammenbasteln" (usw.) ...
Anfangs sollte der Schüler alles im "freestyle" machen dürfen, also auch ohne Takt oder Rhythmus. Was ist aber, wenn Schüler und Lehrer zusammenspielen wollen? Richtig: sie müssen sich über ein gemeinsames "timing" einigen, womit man das große Fass "Metrum, Takt, Rhythmus" aufmachen kann.
Erst wenn die Sachen so kompliziert werden, dass man sie sich nicht mehr einfach merken kann, ist der richtige Zeitpunkt, um erste Notationsmethoden vorzustellen (z.B. die "Schlüsselbuchstaben" A-G, Griffbilder oder Tabs).

Wie du siehst: es gibt eine Fülle von Zugangsweisen, die aber - und das fordert besonders viel Geschick und Können von einem Lehrer - nicht für jeden Schüler optimal sind. Sei mir also nicht böse, wenn ich als "alter Unterrichtshase" ziemliche Bedenken habe, wenn sich jemand mit sehr geringer eigener Spielpraxis ins Unterrichtsgetümmel wagen möchte!
Daher mein abschließender Tipp:
Solltest du für Gitarrenunterricht irgendwann mal ohne schlechtes Gewissen Geld nehmen wollen, dann wäre es sinnvoll, vorab auch etwas Geld zu investieren und selbst Unterricht bei einem guten (!) Lehrer zu nehmen. Das Prinzip ist hier ganz simpel: zu einem guten Lehrer wird man durch einen guten Lehrer ;) ...

mfG
Eugenio

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fallen.hero
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Erstellt: von fallen.hero » 02.09.2009, 15:28

erstmal danke für die umfangreiche(n) Antwort(en)...

Jetzt muss ich bei einigen Sachen nachhaken.

Ganz ehrlich: hälst du es dann für eine gute Idee, Unterricht geben zu wollen? Da kommen Leute zu dir, die noch keinen Plan haben und die werden dann von jemandem "unterrichtet", der auch keinen Plan hat (dummerweise wissen das die Schüler aber nicht!) - das kann doch nur schiefgehen!


Erstens , stimmt es nicht das ich "keinen" Plan habe. Ich hab sehr wohl einen Plan, ich hab nur gesagt das ich keinen Plan habe wie es ANDERE machen.


Wenn du das für ein paar Kumpels "just for fun" machst, ist das ja OK, aber bei "Null Ahnung" eventuell auch noch Geld zu nehmen, wäre schon ein dicker Hund.


Generell stimm ich dir zu, aber "Null Ahnung" wäre es nur , wenn ich mein Wissen nicht weiter vermitteln kann. Da ich das aber kann, ist es nicht "null ahnung" und somit auch was wert. Btw. nehme ich erstmal kein Geld dafür...

Immerhin möchtest du dich ja vorher kundig machen, und damit bist du schon mal auf dem richtigen Weg.


Danke.

Mit der Brechstange geht das allerdings nicht, daher würde ich mir an deiner Stelle noch etwas Zeit lassen und z.B. zunächst mehrere Gitarrenschulen durchlesen (besser: durcharbeiten!), um herauszufinden, wie die aufgebaut sind.


Das ist zwar ne gute Idee, aber ich bezweifele das es für mich persönlich möglich ist, weil ich kein Geld dafür hab. Die einzige Gitarrenschule die es hier gibt nimmt fast 100€ im Monat. Trotzdem werde ich mal eine (oder mehr falls möglich :D ) Probestunden nehmen, aber es ist nicht so das ich nie einen Musiklehrer in Aktion gesehen habe.
Hatte nämlich mal in der Schule ein bisschen Gitarre gelernt. (und damit meine ich wirklich kaum bis gar nix - max. 1 Akkord)
Aber ich denke, dass du mir damit nur sagen wolltest, dass ich das
Prinzip verstehe was die Schulen benutzen. ;)


Dabei solltest du aber bedenken, dass sich die Reihenfolge der Themen in vielen Lehrwerken nicht einfach 1:1 auf realen Unterricht übertragen läßt.



Klar.

Dein "Unterrichtsentwurf" ist ja inhaltlich gar nicht mal so verkehrt, den kannst du aber in dieser Reihenfolge nicht einfach abarbeiten.


Sicherlich werde ich erstmal den Schüler sehr viel Freestyle möglichkeiten lassen und erstmal das Spektrum "vorstellen".
Und sicherlich werde ich auch mit der 1. Finger Methode beginnen. Aber ich kann dir sagen warum ich diesen Ablauf gewählt habe.

Ich hab mein wissen autodidaktisch erworben (was dadurch hervorgeht , dass ich keinen richtigen Lehrer hatte) und ich errinere mich wie ich angefangen habe. Das nochmal verbessert, stellt nen Guten Ablauf für mich dar. Aber wenn ich mit der 1 Finger Technik anfange, denke ich das es in Ordnung geht, oder?

Wenn das klappt, kannst du ihnen ja zeigen, dass das weitaus flüssiger mit 2, 3 oder gar 4 Fingern geht, dann kapieren sie auch meist sofort, dass "Technik" keinen Stress, sondern Vereinfachung bedeutet. Und statt auf einer Saite herumzurutschen, kann man die gleichen Töne auch auf mehrere Saiten verteilen (in eine "Lage")


Klar ist sicherlich ne gute Idee.

WIE man das macht, musst du als "Lehrer" allerdings schon sehr genau durchblicken!


Ich denke ich krieg das hin mein Wissen zu vermitteln. Und das blicke ich schon gut durch :P

Sei mir also nicht böse, wenn ich als "alter Unterrichtshase" ziemliche Bedenken habe,


bin ich nicht, nur wie.....

wenn sich jemand mit sehr geringer eigener Spielpraxis ins Unterrichtsgetümmel wagen möchte!


zur Hölle kommst du darauf das ich geringe eigene Spielpraxis habe? Eigentlich bin ich sehr tolerant, aber was ich gar nicht ab kann ist wie jemand ableiten kann , dass ich sehr geringe Spielpraxis habe. (vorallem verstehe ich nicht woraus das hervor geht). Ich spiele schon bisschen mehr als 2 Jahre (ich weiß nicht viel, aber die Schüler die mich freiwillig gewählt haben wissen das) und ich hatte schon viele Bands und Auftritte etc. Ich will nicht angeben, ich will damit nur sagen, dass du mit der Behauptung völlig daneben liegst. Außerdem wurde mir angeboten zu Unterrichten, nachdem ich ein Gig an ner Schule hatte xD

Meinen Kumpels (und übrigens auch meinen Bruder xD) hab ich schon just4fun Gitarre beigebracht, und es hat sich jetzt ergeben, dass ich jetzt auch Schülern was bei bringen kann (was ich ganz toll finde)

Und weil ich halt keine spezielle Ausbildung habe, mache ich das ehrenamtlich.
Ich spiel auch noch nebenbei Klavier und da hatte ich ab und zu mal einen Lehrer (halt keinen "festen", nur wenn ich hilfe gebraucht hatte)

Ab und zu wäre es schon aber nett mal nen 10er oder so zu bekommen. Mal sehen wie es sich ergibt!


Jedenfalls: was nehmen Gitarrenlehrer durchschnittlich pro Stunde (60 min oder 45) ?


lg

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Erstellt: von Willaberkannnich » 02.09.2009, 16:36

Naja, ich finde da sollte man unterscheiden. So in der Schule oder mit kompletten Anfängern haut das denke ich gut hin - und ich glaube du willst ja so in die richtung gehen wenn ich das richtig verstehe und das nicht der Kohle wegen machen.

Zum Inserieren in Zeitungen kann das aber natürlich nicht reichen - stell dir mal vor du bekommst dabei nachher einen Schüler der seit 10 Jahren spielt und in die Studienvorbereitung will. Das könnte peinlich enden....

Aber wenn du mit offenen Karten spielst und die Wissen das du erst 2 Jahre dabei bist dann ist das finde ich ok.

Gitarrenunterricht geht normalerweise 45 min. und kostet im monat so um die 65€. ABER: Das sind dann in der Regel studierte Musiker die natürlich einen ganz anderen Kenntnissstand haben als das was jemand nach 2 Jahren haben kann. Musikstudenten geben auch oft unterricht - und die machen das dann für um die 5-10€ die Stunde.

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 02.09.2009, 17:25

Ich hätte das von meinem Lehrer jetzt gar nicht erwartet (folgt noch was ich meine)...

Ich spreche z. B. sehr gut Englisch, habe auch eine Zeit studiert und schaue an und für sich englischsprachige Filme genauso wie Deutsche auch und habe nahezu keine Verständnisprobleme (ich lache auch an der richtigen Stelle :lol: ). Deshalb muss ich immer munter grinsen wenn mir jemand erzählt er spricht ganz gut Englisch. Man sieht es den meisten Leuten an der Nasenspitze an, dass mit "ganz gut" gerade mal ausreichend ist um in einem Pub ein Pint zu bestellen.

Also auf alle Fälle wenn ich zu meinem Lehrer sage "Heart of Gold", oder "Kodachrome" oder sonst irgendwie so ziemlich jedes einigermassen populäre Lied, dann überlegt der vielleicht eine Sekunde und dann spielt er das Lied aber 100 % genauso, wie es auf der Platte zu hören ist. Das können die meisten Lehrer wohl auch nicht.

Aber was ich jetzt damit sagen will, früher oder später könnte es sein, dass Du mit Deiner 2jährigen Erfahrung Schiffbruch erleidest. Ich glaube Dir gerne, dass Du ganz gut spielen kannst und viel weiter als z. B. ich mit meinen 1,5 Jahren bist. Es gibt auch Leute da ist das umgekehrt und die können nach 1,5 Jahren z. B. noch so gut wie gar nix.

Also ich würde mir das an Deiner Stelle nochmal überlegen. Wenn es wirklich ehrenamtlich also: umsonst ist und für blutige Anfänger, dann finde ich die Idee nicht schlecht, aber bei weiterführendem Stoff wirst Du selber merken, dass Du selber nicht mehr weisst, was Du jetzt erzählen sollst.

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Erstellt: von fallen.hero » 02.09.2009, 18:44

Zum Inserieren in Zeitungen kann das aber natürlich nicht reichen - stell dir mal vor du bekommst dabei nachher einen Schüler der seit 10 Jahren spielt und in die Studienvorbereitung will. Das könnte peinlich enden....


xD
nein nein, so wird das nicht enden, weil ich nur blutigen Anfängern den Einstieg erleichtern möchte und sie soweit bringen wie ich kann! Ich hoffe ich krieg da ein paar Monate um :)

Was danach passiert, weiß ich nicht, warscheinlich bringen sie es sich dann selber weiter bei, aber im das spielt für mich im moment keine Rolle..

Nihilas
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Erstellt: von Nihilas » 02.09.2009, 19:51

Ich sehe das Problem hier in der richtigen Methodik. Wenn du nicht schon einen sehr weiten Erfahrungshorizont hast, dann wirst du (wahrscheinlich) auch nicht wissen in welcher Reihenfolge du unterrichten sollst, da du noch nicht weisst was (auf dich -zu) kommen wird. Da würde es sich doch Anbieten und nach einer bereits bestehenden Methode unterrichten (z.B ala Peter Bursch oder so wie es dir ggf. dein Lehrer beigebracht hat).

(Das bezog sich nicht auf nur auf Gitarre, da hab ich selbst wenig Ahnung^^)

Man sollte halt ziemlich weit fortgeschritten sein um andere zu belehren sonst ist man ggf. nur der Einäugige unter den Blinden.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 03.09.2009, 00:31

Die Frage ist was du auf welchem Niveau beibringen möchtest.

Ich gebe schon lange ehrenamtlich Gitarrenunterricht, und habe auch schon Unterricht für 10 Euro die Stunde gegeben. Damit wurden aber gerade mal meine Umkosten ein wenig gedeckt (Liederbücher, Kopien für die Schüler, Benzingeld.)

Doch den Schülern ist klar, dass ich nur einfache (und auch etwas anspruchsvollere) Liedbegleitung vermittle, wie sie in Jugendgruppen und am Lagerfeuer und für Musik für den Hausgebrauch reicht. Mehr wollen diese Schüler meist auch nicht.

Ich habe mir lange Zeit über die richtige Reihenfolge der Lektionen Gedanken gemacht. Und ich habe extrem darauf geachtet, dass ich den Leuten nichts beibringe, dass sie später eher behindert. Das würde ich dir auf alle Fälle auch raten.

Ich bringe keine Klassik bei, aber ich habe die alte Teuchert-Schule durchgearbeitet. Daneben habe ich zig Lehrbücher durchgearbeitet. (Viele habe ich aus der Bücherei ausgeliehen) und ich habe mir viele gekauft. Ich weiß, dass ich viel mehr kann, als ich meinen Schülern beibringe. Denn du solltest immer ein gutes Stück besser sein, als deine Schüler, und auch wissen, wohin du mit den Schülern willst.

Denn ich bringe ihnen das Spielen immer nur bis zu einem gewissen Level bei, und schicke sie danach zu Lehrern, die auf ihrem Gebiet einfach kompetenter sind. (Meist sind es dann E-Gitarren-Lehrer.) Nur versuche ich extrem darauf zu achten, dass ich den Lehrern zuarbeite, und die Schüler nicht verhunze. Mein "Stoff" reicht für gut 2 Jahre, doch meist reicht es den Schülern bis zu einem gewissen Level. (oft ein Jahr.) Jeder der vorher aussteigt, der hat zumindest schon mal was gelernt, womit er auch was anfangen kann. (vgl. die einzelnen Diplome) (was nicht jeder Gitarrenlehrer von sich behaupten kann).

Mein Konzept steht jedem zur Beurteilung / Kritik (Konstruktiver hoffentlich) / Verbesserung bereit (und das wird in zwei Foren, und in vielen E-Mails auch rege getan). So kann jeder sehen, ob er sich darauf einlassen will. Vielleicht ist das eine Anregung für dich.

Ich weiß, es gibt noch viele andere Konzepte, und man könnte einiges bestimmt noch besser machen. Aber es müsste im Autodidaktikbereich immer erst mal die Leute da sein, die es dann auch tatsächlich besser machen. Und die das dann noch offen und vor allem kostenlos zur Verfügung stellen sind dünn gesät.

Wenn deine Kumpels sich keinen Lehrer leisten können (oder in der Gegend keiner zu finden ist), dann sind sie mit dir als ehrenamtlicher Lehrer besser bedient, als wenn sie nie Gitarre spielen lernen.

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Projektseite#Konzept_f.C3.BCr_.22Gitarre_lernen_von_Anfang_an.22

Das Unterrichtskonzept reicht allemal aus, dass die Schüler die Lieder, die man in den gängigen handelsüblichen Liederbüchern findet, begleiten kann.

Wer richtig E-Gitarre oder Klassik oder Flamenco lernen möchte, der sollte sich natürlich lieber gleich einen professionellen Lehrer nehmen. Aber vielen Schülern reicht eine einfache Liedbegleitung völlig aus. Wer es nicht glaubt, der sollte mal in einem Forumstreffen vorbeischauen.
http://gallery.manzano061.server4you.de/main.php?g2_itemId=25205

Nicht-professionelle Lehrer ist immer eine Glücksache. Aber warum soll es dir nicht gelingen, die Grundlagen auch den anderen zu vermitteln. Du solltest aber immer auch wissen, wo deine Grenzen sind.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von fallen.hero » 06.09.2009, 21:53

So lieben Leute...

Also erstmal muss ich sagen, dass es.... WUNDERBAR gelaufen ist! Die Schülerin die ich unterrichte war begeistert, (genau wie ihre Mutter :D ) und sie haben mir vorgeschlagen wieder zu kommen etc. etc. bla und bla^^
so, wollt ich nur mal loswerden, nachdem so viele Zweifel von einigen von euch aufgegriffen wurden.

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Erstellt: von mjchael » 06.09.2009, 22:44

Hast eine PN von mir mit Hilfen für den Unterricht.

Viel Erfolg beim Unterrichten!

Gruß Mjchael

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