Metal Amp für zu Hause

Online-Ratgeber
von Kralle
#388078
Hallo zusammen,

da man aufgrund der aktuellen Lage schlecht in einen Musikladen gehen kann, brauche ich eure Hilfe, da mir das Wissen im Bereich Verstärker noch fehlt. Zuerst einmal der ausgefüllte Fragebogen und am Ende nochmal genauere Worte von mir:

1. Besitzt du bereits einen Gitarrenverstärker?
[ ] Nein
[x ] Ja, und zwar (Marke, Typ): Aktuell Marshall MG30GFX. BOSS Katana Mk2 mal gehabt, aber zurückgeschickt


2. Wieviel Geld hast du eingeplant auszugeben?
[ 500-600] Euro


3. Hast du schon mal in einem Gitarrengeschäft ein paar Gitarrenverstärker getestet?
[x ] Nein, da Corona
[ ] Ja, und zwar (Marke, Typ, falls bekannt):
[ ] Mir hat am besten gefallen (Marke, Typ, falls bekannt):


4. Würdest du dich selbst bezeichnen als
[ ] blutiger Anfänger
[x ] Amateur mit etwas Erfahrung
[ ] ambitionierter, erfahrener Gitarrist
[ ] Fortgeschrittener Gitarrist


5. Wie lange spielst du schon Gitarre?
[ ] einige Tage/Wochen
[ ] einige Monate so ein halbes jahr
[x ] länger und zwar: 1 Jahr


6. Was für Musik beabsichtigst du zu spielen (1= eher mehr, 2 = eher selten)?
[ ] 1 [x ] 2 -> Rock ( [ ] Classic Rock, [ ] Modern Rock)
[x] 1 [ ] 2 -> Metal ( [ ] Speedmetal, [ ] Hardcore)


7. Wo willst du den Gitarrenverstärker benutzen?
[x] zu Hause
[ ] im Proberaum
[ ] Live auf der Bühne


8. Wieviel Watt hast du dir vorgestellt?
[ ] Watt
[x] keine Ahnung


9. Welcher Sound ist dir besonders wichtig?
[x] Zerr- bzw. Distortion-Sound
[ ] Clean-Sound
[ ] leicht angezerrter Crunch-Sound


10. Welchen Verstärker-Typ bevorzugst du?
[x] Röhrenamp
[ ] Transistoramp
[ ] Modeling-Amp
[ ] egal
[ ] keine Ahnung

Also, wie man am Bogen entnehmen kann, hätte ich gernen einen geilen Amp für Metal (Richtung 80er Sound). Ich kenne mich noch nicht so aus, was Transistor und Röhre angeht. Meistens hab ich gelesen, dass Röhre eher den klassischen Sound bietet, den ich ja suche. Zudem bevorzuge ich (leider) einen Combo aufgrund von Platzmangel. Von der Lautstärke muss es nicht extrem leise sein, sollte jetzt aber auch nichts übertriebenes sein.

Auf YouTube habe ich ein Video zu dem Marshall DSL20H gesehen, der an meinen gewünschten Sound nah dran ist. Allerdings war der im Video ein Head angeschlossen an eine Mesa 112 Cab. Den Amp gibts auch als Combo, allerdings hab ich Angst, dass der Combo nicht an den Head mit einer ordentlichen Cab rankommt. Natürlich muss es auch nicht der Amp sein, sondern kann ein anderer sein. Bin für alle Vorschläge offen und dankbar!

Gruß
Tobias
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von Software-Pirat
#388082
Willst du klangtechnisch so Richtung Iron Maiden gehen, also diesen klassichen Heavy Metal? Dann würde ich mal sagen, bist du in Richtung Marshall schon gut dabei. Ein Blackstar wäre vielleicht auch eine Alternative: https://www.thomann.de/de/blackstar_studio_10_kt88.htm
Leider habe ich den Engl Gigmaster jetzt bei Thomann nicht als Combo gefunden. Den finde ich auch gut. Nicht schlecht wäre auch der Tubemeister von Hughes&Kettner. Gibt es aber anscheinend auch nur noch als Combo.
Du solltest dir allerdings bewußt sein, daß für zu Hause 5 Watt vollkommen ausreichend sind, wenn nicht sogar zu viel.
von Kralle
#388083
Genau, Iron Maiden geht schon in die richige Richtung. Darf auch gerne noch was dreckiger werden. Bin auch ein großer Fan von Metallicas Sound auf Master of Puppets und And Justice For All. Das sind so die Richtungen, die ich anstrebe. Den Blackstar kannte ich noch nicht, den werd ich mir mal anschauen.
Dann noch eine Frage zu Watt und Lautsprecher. Mehr als 5 Watt sollte ich also nicht gehen für zu Hause. Meistens seh ich das Amps mit geringer Wattanzahl auch kleinere Lautsprecher haben also 8" oder 10". Macht ein kleinerer Lautsprecher einen großen Unterschied in der Soundqualität, oder eher bei der Lautstärke.
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von Software-Pirat
#388084
Das kann ich so nicht sagen. In Sachen Lautstärke ist ein kleinerer Lautsprecher sicherlich nicht schlechter, als ein größerer, zumindest bei Zimmerlautstärke. Sie entwickeln halt weniger Druck, als ein großer. Anderseits brauchen in der Regel große Lautsprecher auch etwas mehr Power um richtig in Schwingung zu kommen. Ich hab ein 10"-Lautsprecher in meinen Verstärker (Fender Super Champ) und bin zufrieden damit. Kurz gesagt, auch kleine Lautsprecher können gut klingen (und große schlecht).
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von Counterfeit
#388085
wenn du nur zu Hause spielen willst, würde ich mich je nach Wohnsituation von Röhre verabschieden. Ich verkaufe gerade meinen 5 Watt Röhrenverstärker (Blackstar HT-5) weil er zu Hause aufgrund der Lautstärke einfach nur ungenutzt rumsteht. Also sollte bei dir zu Hause nicht heißen, dass du einen Keller oder eine Garage hast, sondern in einem Mehrfamilienhaus wohnst, dann würde ich mich an einen Transistoramp halten.
von Kralle
#388086
Ok ich hätte nich gedacht, dass sie Dinger so laut sind. Ich hab jetzt aber auch schon Röhren gesehen, die nur 1 Watt haben, oder manche die man auf 0.5 oder sogar 0.1 Watt runterdrehen kann. Sind die dann immer noch so laut?

Wäre denn eine gute Alternative ein gutes Pedal mit einem Transistoramp? Da kenn ich mich allerdings auch nicht so gut aus.
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von Software-Pirat
#388087
Ja, 1 Watt kann auch sehr laut sein. Ich hab einen Vox DA5 (Modelling-Amp), der wird schon bei 0.5 Watt ordentlich laut, wenn man will.

Das Problem an diesen kleinen, leistungsschwachen Röhrenamps ist, daß sie halt sehr puristisch daher kommen und meist auch nicht genügend Verzerrung besitzen, um härtere Sachen als Classic Rock spielen zu können. Ich würde jetzt nicht pauschal sagen, daß jeder Röhrenamp leise gespielt, nicht gut klingt. Es kommt schon ein wenig auf das Konzept an, wo die Verzerrung stattfinden (Vorstufe oder Endstufe), ob ein Master-Volume vorhanden ist. Und dann spielt der Lautsprecher selber auch noch eine Rolle. Deswegen wage ich auch zu behaupten, daß nicht jeder Transistoramp auch leise gut klingt.
Mit einer digitalen Lösung, einem Modelling-Amp z.B., sieht es da schon ein wenig anders aus. Wäre auch eine Option, gibt auch ein paar sehr gute Optionen.

Edit: Es sieht ja aktuell ganz gut, daß wir in nächster Zeit, wieder in die Musikläden können. Ich würde dir raten noch ein wenig zu warten und dann mal zum Anspielen den nächsten Musikladen aufsuchen, falls das möglich ist.
von Kralle
#388088
Das habe ich mir schon fast gedacht bei den Amps mit wenig Watt. Digitale Lösungen hab ich auch mal ausprobiert, aber hab das ganze nicht wirklich zum laufen bekommen. Genauso Modeling Amps. Hab den Katana Mk2 getestet, aber die Sounds waren überhaupt nicht so wie ich sie mir vorgestellt habe, oder aus den Videos kenne. Werde wohl echt warten müssen und im Laden viel ausprobieren, bringt ja nichts alles zu kaufen zu testen und wieder zurückzuschicken. Zum Glück hab ich den Music Store in Köln hier in der Nähe.
Vielen Dank für die Beratung!
von Vollröhre
#388094
Lass Dich nicht wegen der Lautstärke von Röhren abbringen. Wenn Du Spass an Röhre hast und Dir nur so ein Setup gefällt, dann mach es. Ich hab einen H&K Tubemeister 18 an einer geschlossenen Peavey-Box mit einem Celestion G12M-25 Greenback Gitarrenlautsprecher mit 16 Ohm. Den Tubemeister kann man von 18 Watt auf 5 oder 1 Watt zurückdrehen. Das mach ich nie. Ich nutze das Lautstärkepoti der Gitarre.
Gut, ich wohne zwar nicht in einem Mehrfamilienhaus, aber in einer Doppelhaushälfte.

Was ich prinzipiell auch gut finde ist ein Orange Micro Dark. Der hat Röhre in der Vorstufe. Dazu hab ich mir mal ne günstige Palmer Doppelbox mit zwei Greenbacks gebraucht gekauft. Leider nutze ich das Corona bedingt zur Zeit nicht. Man kann sich ja nicht mehr treffen.

Also das geht schon mit Röhre zuhause, wenn man daran Spass hat.
von Kralle
#388096
Also den Orange Micro Dark hab ich mir mal angehört und muss sagen, dass der mich schon gut begeistert hat, vorallem für den Preis! Da würde bei der Größe mit ner kleinen Box der Platzmangel auch kein Problem mehr sein. Bei dem fällt mir nur direkt auf, dass ich keinen EQ und Reverb hätte. Reverb wäre kein Problem mit nem Pedal, aber nen EQ am Amp hätte ich schon gerne. Gäbe es da vielleicht eine Version von dem Ding mit EQ?

Dann hätte ich noch eine Frage wegen den Röhren bezogen auf Vor- und Endstufe. Ich weiß nicht, ob ich das so ganz verstanden habe. Röhre in Vorstufe würde heißen, dass ich bei geringer Volume die Vollröhre habe? Und übliche Amps haben Vollröhre in der Endstufe, d.h ich müsste Volume aufdrehen, damit die Endstufe aktiv ist? Und wenn der Amp Mastervolume hat, könnte ich Volume auf voll drehen für Endstufe, aber Master tiefer, damit die Wände nicht vibrieren? Ist das korrekt?
von Vollröhre
#388097
Naja, der Micro Dark ist so ziemlich der reduzierteste Amp, den man sich vorstellen kann. Er hat allerdings einen FX-Loop, was ein ziemlicher Mehrwert ist. Der Amp hat auch nur einen Kanal. Zwischen halbwegs Clean und volle Verzerrung regelst Du nur mit Gain. Regler für Höhen, Mitten und Tiefen gibt es nicht. Entweder per Effektpedal oder an der Gitarre passend einstellen. Andererseits: der Sound soll ja aus den Fingern kommen. Wenn man was nicht einstellen kann, muss man sich nicht damit beschäftigen und kann sein Spiel verbessern. =)=)=

Zu den Röhren in Vor- und Endstufen: Die ursprünglichen Verzerrungen bei E-Gitarren kamen durch Überlastung der Röhren. Früher hatte man nur Röhren zur Verfügung. Der Sound einer übersteuerten Vorstufenröhre ist eben anders, als dicke Endstufenröhren in die Übersteuerung zu treiben. Das Problem bei den Endstufen ist dann aber die Lautstärke. Das geht leise nicht oder nur mit Power Soak - also z. B. so einem Schalter am Amp, der die Leistung auf 5 oder 1 Watt "reduziert". Der reduziert nicht die Leistung der Endstufe, sondern verbrät die Energie anderweitig und nicht über den Speaker. Transistoren haben ein anderes Verhalten bei der Übersteuerung. Wohlwissend, dass man in den eigenen vier Wänden eine Röhrenendstufe schwerlich in die Übersteuerung treiben wird, hat der Micro Dark als Endstufe "nur" Transistoren. D. h. der typische Röhrensound wird nur über den Gainregler und der Vorstufe erreicht.
von Vollröhre
#388098
Kleiner Nachtrag: Ein Amp, der in Deinem Budget liegt, ist der Peavey 6505 Mini Head. Das ist der kleine Bruder des 6505, und der wiederum geht auf den Peavey 5150 zurück, den es als EVH 5150 heute noch gibt. Wenn stylisch Metal zu Hause, dann würd ich mir den 6505 Mini Head mal ansehen.
von Kralle
#388099
Vollröhre hat geschrieben: 14.05.2021 D. h. der typische Röhrensound wird nur über den Gainregler und der Vorstufe erreicht.
Heißt beim Orange würde ich also bei geringerer Lautstärke Röhrensound mit ordentlich Verzerrung bekommen, richtig?

Der Peavey hört sich auch sehr geil an, aber habe irgendwie bei dem trotzdem Angst wegen der Lautstärke, auch wenn er auf 1 Watt runtergeht. Zwar wohne ich in einem Mehrfamilienhaus, aber etwas abgesetzt in einem Dachgeschosszimmer, wodurch es schon etwas lauter werden kann nur halt nicht übertrieben.
Der Peavey liegt auch im Budget, allerdings würde ich ja dann noch eine Box brauchen. Ich habe keine Ahnung wie das dann preislich aussehen würde.

Für meine Situation wäre der Orange als Einstieg zum Röhrensound vielleicht gar nicht so verkehrt, oder? Da wäre dann auch die Frage nach der passenden Box. Größer als 1x12 dürfte es keinesfalls sein. Bei 1x8 würde glaub ich zu viel Sound verloren gehen. Kenne mich generell bei Boxen nicht so aus.
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von Software-Pirat
#388100
Jetzt laß dich nicht verrückt machen, warte ein paar Wochen noch, und dann geh zum Anspielen in den Musicstore...

Viele moderne Verstärker generieren ihren verzerrten Sound in der Vorstufe und die Endstufe dient dann eigentlich nur zum lauter machen. Diese Verstärker kann man dann auch ganz gut leise spielen.

Bei Old-School-Verstärkern, die den alten, klassischen Verstärkern nacheifern, sieht das ein wenig anders aus. Bei denen kommt die Verzerrung aus der Endstufe und entsprechend müssen sie ordentlich aufgedreht werden um gut zu klingen. Es kann sein, daß der Peavey zur ersten Kategorie gehört. Und dann kommt halt noch hinzu, der Sound muß dir gefallen. Mir gefiel z.B. der Sound des Engl Gigmasters sehr gut, der des Tubemeister aber nicht so.

Wenn du dir nicht sicher bist wegen der Größe der Box, würde ich den Mittelweg vorschlagen, eine 1x10 Box. Wobei eine 1x12 Box jetzt auch nicht so wild ist. Entscheidend ist sowieso nicht so die Größe, sondern die Qualität der Lautsprecher und der Box.
von Vollröhre
#388101
Ich finde auch, dass es eine gute Idee, sich erst mal ne ordentliche Box zukaufen und die am Mikro Dark zu betreiben. Den Micro Dark kannst Du ja später wieder verkaufen und mit mehr Amp-Erfahrung an der Box deinen künftigen Wunschverstärker betreiben.

Zur Box: Wenn Du die klassische 12-Zoll Grösse nimmst, hast Du bei den Speakern eine grosse Auswahl. Ich würde dann einen 16 Ohm Speaker nehmen, wie. z. B. meinen Greenback. Der Greenback ist sozusagen der AC/DC-Lautsprecher. Für Metal nimmt man vielleicht was anderes. Ich hab die Peavey-Box 1x12 genommen, weil man sie offen und geschlossen betreiben kann. Zuerst hatte ich sie offen (ohne Rückwand), mittlerweile geschlossen. Klingt für mich in meinem Übungsraum besser.
von Kralle
#388102
Software-Pirat hat geschrieben: 14.05.2021 Jetzt laß dich nicht verrückt machen, warte ein paar Wochen noch, und dann geh zum Anspielen in den Musicstore...
Das wäre wohl tatsächlich die vernünftigste Vorgehensweise. Wobei ich da auch sagen muss, dass ich Angst habe und da durch andere Gegebenheiten ein falsches Bild bekomme. Undzwar dadruch, dass ich dort z.B mehr aufdrehen kann, eine andere Gitarre habe etc. und dann unter den Umständen zuhause das Bild ganz anders ist als im Store...

Naja, ob ich jetzt wirklich bestelle sei es der Orange, was ganz anderes oder zum Anspielen warte werde ich mir noch gut überlegen. Das wichtigste ist aber, dass ich jetzt dank Euch viel schlauer in dem Bereich bin und schon eine grobe Richtung habe, die ich ansteuern werden. Dafür vielen Dank!
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