Suche gut Spielbare Gitarre

Hilfe und Tipps zum Gitarrenkauf
von Arthur1972
#387899
Hallo. Ich bin neu hier. Mein Name ist Arthur, 48 Jahre alt. Nun möchte ich gern Gitarre spielen lernen. Habe die ersten Akkorde auf einer billig Akustik Gitarre gelernt. Um ordentlich weiter zu lernen suche ich eine gut spielbare Westerngitarre. Da es zu Corona Zeiten nicht möglich ist in ein Fachgeschäft zu gehen, wende ich mich an euch.
Ich habe zwei Gitarren im Netz gefunden:
Harley Benton D-120CE oder Fender CD-60S
Welche ist besser geeignet, besser zum lernen, oder habt ihr noch einen anderen tip für mich.
Vielen Dank.
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von Andreas Fischer
#387900
Ich würde die Harley Benton nehmen. Ich habe diverse Instrumente von HB und wurde nie enttäuscht. Ein paar Fender hab ich auch aber die HB wäre meine erste Wahl.
Wenn dein Budget aber die Fender zulässt nimm doch eine höherwerrtigere Hb.
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von MarkusG
#387901
Hallo Arthur,

willkommen im Forum.
Ich kenne keine der beiden Gitarren, aber... die Harley Benton D-120CE, die mit Tonabnehmer für 79€ über den Tisch geht dürfte auch noch durchaus in den Bereich der billigen Akustikgitarren fallen. Wenn man nun bedenkt, dass Tonabnehmersysteme für Akustikgitarren von brauchbarer Qualität schon über 79€ kosten, dann kannst Du Dir ausmalen, wie sorgfältig dieses Instrument gebaut sein dürfte. Aber klar, man kann da auch Glück haben, und ein brauchbares Instrument bekommen.
Die Fender scheint wenigstens schon mal eine massive Decke zu haben, was sich auf den Klang positiv auswirken sollte. Mutmaßlich ist sie auch um einiges besser verarbeitet. Ob das nun eine gute Gitarre ist, die Dir auch liegt, darüber kann ich Dir nichts sagen. Leider ist es ja so, dass man derzeit, wie Du schon geschrieben hast, die Gitarre nicht schon mal im Laden in die Hand nehmen kann.
Andere hier im Forum haben schon Gitarren von Baton Rouge als preiswerte Einsteigergitarren empfohlen, aber auch hier habe ich keine eigenen Erfahrungswerte.

Bestimmt meldet sich noch der eine oder die andere mit einem Tipp für Dich.
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von startom
#387902
Hallo Arthur
Du schreibst, dass du auf einer billigen Akustik Gitarre deine ersten Akkorde gespielt hast. Nun willst du diese billige Gitarre mit einer weiteren billigen Gitarre ersetzen? Ich kenne die Harley Benton Gitarre nicht, aber die Fender CD60 würde bei mir persönlich nicht in Frage kommen.

Falls dein Budget im Rahmen der genannten Gitarren ist, (plus minus 100 Euro) dann würde ich mich persönlich eher im Gebrauchtmarkt umsehen. Habe bis anhin noch keine Akustikgitarre unter 250 Euro Neupreis gespielt, welche mich wirklich überzeugt hat.
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von Andreas Fischer
#387903
Nun ich HABE besagte HB (nur ohne CE) eine davon verscvhenkt und eine für mich. Sie sind beide gut.
Ich habe 20 Gitarren zwischen 50 und 700 Euro, meine liebstte, meist gespielte ist eine HB.
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von jemflower
#387905
Aufgrund der hohen Automation in der Produktion sind auch billige Instrument mittlerweile erstaunlich gut in der Verarbeitung. Das soll heißen, die Bundstäbchen sind am richtigen Platz, die Seitenlage ist einigermaßen und lässt sich mit Schmirgel und Feile meistens optimieren. Aber häufig sind nicht die besten Materialien verbaut, Stellen sind zugekittet, Hälse werden irgendwann krumm und auch das ein oder andere Bundstäbchen ragt irgendwo heraus.
Wenn das alles nicht zutrifft, bleibt noch der Klang. Ich hatte auch schon einige HBs in den Händen, die waren alle bespielbar, klangen aber eher bescheiden.

Mein Tipp ist immer zu einem Gitarrentreffen fahren, viele Instrumente (wenn die Leute dich lassen) ausprobieren und von der Erfahrung der anderen profitieren.

Schau dir bei Thomann einmal Cort Gitarren an (mit massiven Decken) und dann schau bei ebay kleinanzeigen, ob du sie nicht gebraucht (für 2/3 oder die Hälfte des Preises) bekommst.
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von MarkusG
#387906
So ist's. Und zur Qualität zählt für mich auch, ob die Stegeinlage nach einer Weile bricht oder nicht, ob die Mechaniken gut laufen, und ob sich der Steg irgendwann ablöst.
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von Frank-vt
#387908
Hier haben es schon einige auf den Punkt gebracht - es macht wenig Sinn, eine billige Gitarre durch eine zweite billige zu ergänzen.
Habe ich mich im Laufe der Jahre durch etliche Gitarrenläden gespielt und auch bei Sessions diverse Gitarren erlebt.
Jemflower hat es schon gut beschrieben, was die Qualität betrifft und das es trotz standardisierter, industrieller Fertigung immer noch erhebliche Unterschiede gibt.
Würde auch von den beiden genannten Gitarren abraten. Man kann da zwar mal ein gutes Modell erwischen, aber das ist eher ein Lottospiel. Auch wie Jem hatte ich auch schon ein paar HBs in der Hand und fand sie auch vor allem klanglich schrecklich. Und Fender kann zwar E, aber nicht wirklich Akustik. Unsere ehemalige Sängerin hatte mal eine CD60, die war eines der übelsten Teile, die ich je in der Hand hatte. Trotz hervorragender Saitenlage fing nach ein paar Songs die linke Hand an zu schmerzen. Da hat einfach die ganze Haptik nicht gestimmt.
Auch in anderen (größeren) Foren gibt es so ein paar Standardempfehlungen zu Einstiegsgitarren, wo man als Anfänger wenig verkehrt macht. Sie bieten eine solìde Qualität, klingen für das Geld recht ordentlich (bedienen aber dabei unterschiedliche Klangrichtungen) und sind annehmbar bespielbar, ohne das man daran herumbasteln muss.
Wenn man etwas länger Freude an der Gitarre haben will, sollte es schon eine mit massiver Decke sein. Die gehen ab/um 200,00 Euro los. Cort (Earth) wurde hier schon genannt, auch Baton Rouge, wobei die inzwischen selten sind. Die Einstiegsgitarre meiner Tochter ist eine R11 (seinerzeit 199Euro), die nehme ich heute noch fürs Lagerfeuer oder bei rustikalen Kneipensessions und die klingt wirklich ordentlich für das Geld.
Dann wäre noch Yamaha zu nennen und Sigma. Letztere sind gute Martin-Kopien (vor allem richtig klasse aber 28-er Reihe) und da ich selbst nur Martin spiele, empfehle ich sie gerne. Sie kommen halt meinen Klangvorstellungen am nächsten
- leicht basslastig und damit auch für meinen Musikstil (Schwerpunkt Country, Oldies der 60- und 70-er) passend.
Natürlich auch in China produziert, aber mit deutscher Qualitätskontrolle.
Zu den 4 Marken liest man gerade zur Qualität kaum etwas Negatives, gerade im Vergleich zu Marken wie Epiphone, Stagg oder HB.
Da es derzeit schwierig mit Anspielen ist, würde ich so was in Erwägung ziehen:
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Sig ... 044082-000
Oder wenn man eine etwas kleinere Bauform bevorzugt:
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Sig ... 049714-000

Damit bist du immer noch im untersten Einstiegsbereich, aber läufst kaum Gefahr, dir den nächsten Schrott anzuschaffen.
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von mjchael
#387911
Hi Arthur,
ist deine alte nicht mehr bespielbar?
Wenn es irgend geht, würde ich in den sauren Apfel beißen und warten, bis ein Musikgeschäft wieder auf macht.
Es geht nichts darüber, eine Gitarre selbst in die Hand zu nehmen.
Du siehst, hörst und spührst den Unterschied den Unterschied den 100 Euro machen können.
Und selbst bei dem Preissegment um 200 bis 250 €, den ich bei einer Akustik grob anvisieren würde, gibt es gewaltige Unterschiede.
* Optik
* Handhabung des Griffbretts (Breite, Bundstäbchen) und Größe, Breite und Bauform
* Klang (Bass Höhen Mittellage - niedrige und hohe Bünde - Susain = Nachklang) Da ich Gesang und Fingerstyle mache, bevorzuge ich was ausgewogenes, nichts zu extremes. Je nach Genre hat da jeder seine eigene Klangvorstellumg.
* Verarbeitung
* etc.

Einige Sachen haben nichts mit der Qualität zu tun, sondern mit den persönlichen Vorlieben. Und du musst kein Superprofi sein, um die Gitarren, die nix für dich sind, von denen zu unterscheiden, die in die nähere Wahl kommen.

Dir schwärmt einer im Netz was von einer Gitarre vor, die ihr Geld wirklich wert ist, die aber einfach nicht zu deiner Musik passt. Im Geschäft bezahlst du möglicherweise 50 € mehr, als Online, das ist aber viel günstiger als die Katze im Sack zu kaufen. Zwar gut, aber nicht die passende für dich.

Wenn's ein Geschäft vor Ort (oder nicht zu weit weg) gibt, dann schau mal ob es nicht Thermine nach Absprache gibt.

Wenn nicht, würde ich lieber warten.
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von Funplayer99
#387912
Ich würde an deiner Stelle auch noch etwas sparen und bei rund 200-250€ einsteigen.
Die beiden von dir genannten Gitarren kann man zwar spielen...aber Klang ist doch was anderes.Ich hatte beide schon in der Hand und fand sie klanglich einfach nur schlimm.Die Verarbeitung der von mir gespielten hatte auch zu wünschen übrig.
Die Sigma DM-ST um die 250€ hatte ich auch schon in der Hand und war positiv überascht was sie im Gegenwert in der Verarbeitung, Materialauswahl und klanglicher Qualität für diese Preisklasse zu bieten hat.
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von MukerBude
#388030
Schließe mich den Vorrednern an, oder heißt es Vorschreibern?!
Aus Erfahrung vieler Berichte kann ich in dem Preissegment <200 guten Gewissens CORT und IBANEZ Gitarren empfehlen. Die sind beide so gut verarbeitet, dass man sie unbedenklich über das Netz kaufen kann. Aber Achtung das trifft nur auf Neuware zu.
https://www.cortguitars.com/
https://www.ibanez.com/eu/
Wenn es unbedingt für 100€ sein soll, dann schau dir mal die wenig bekannten Gitarren von gear4music (Hausmarke) an. Ich hatte zwei dieser Gitarren in diesem Segment anspielen dürfen und war positiv überrascht. Das steckt deutlich mehr Klang drin als der Preis vermuten lässt.
https://www.gear4music.de/de/akustikgit ... tik?page=2

es grüßt
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von startom
#388045
Andreas Fischer hat geschrieben: 08.01.2021 Ich habe 20 Gitarren zwischen 50 und 700 Euro, meine liebstte, meist gespielte ist eine HB.
Nun, das ist wohl der Unterschied zwischen uns beiden. Ich habe 6 Gitarren, die "Billige" habe ich für ca. 500 Euro erworben (meine Lagerfeuer Westerngitarre). Im Schnitt haben meine Gitarren jeweils ca. 1200 - 1500 Euro gekostet.

Die meist- und liebst-gespielte hat mich vor fast 10 Jahren umgerechnet 1600 Euro gekostet.
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von Counterfeit
#388057
soll ja jeder sein Geld so ausgeben wie er kann/mag. Aber man kann sich schon die Frage stellen, ob man lieber Gitarre spielen oder sammeln möchte (beides natürlich völlig legitim). Ich persönlich würde statt 20 günstigen Gitarren auch lieber 6 hochwertigere/teurere holen, da mein Fokus aufs Spielen liegt. Preislich macht das vielleicht gar nicht so den Unterschied.
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von Andreas Fischer
#388060
Die meisten würden wohl eher wenige Teure als viele Günstige haben wollen.
Ich bin und war immer schon auch Sammler.
Aber ich spiele die eine oder andere günstige schon öfter als meine Teureren.
Genug Off Topic oder?

Zum Thema zurück; ich bin überzeugt davon dass "gut spielbar" nicht unbedingt was mit dem Preis zu tun hat
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von Svenklarkson
#388212
Das ist schon interessant, wie man da vorgeht. Als meine Tochter anfangen wollte Gitarre zu spielen, habe ich mir einige angeschaut. Hab ja auch keine Ahnung von der Materie, also nicht wirklich. Hab auf www.vergleich.org/gitarre/ ein paar angeschaut und mich dann für eine klassische entschieden. Die erste ging nach ein paar Tagen direkt kaputt, sie wurde zwar getauscht und funktioniert auch. Aber ich vermute mal stark, dass meine Tochter bald ankommen wird und eine neue will. Hätte wahrscheinlich gleich etwas mehr ausgeben sollen. -.-
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