Und nochmal was interessantes...

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Rocks4Life
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Und nochmal was interessantes...

Erstellt: von Rocks4Life » 01.05.2020, 15:06

Hallo zusammen, mir ist gestern eine wunderschöne Akkordfolge eingefallen.
Zu der habe ich auch noch ne Frage.
Wieso klingt es so unterschiedlich, wenn man von einem Durakkord kommt und danach einmal ein MollAdd9- und im nächsten Durchlauf nur noch ein Mollakkord steht... hat das wieder was mit den Intervallabständen und der Tonart zu tun in der das ganze steht?
Ich finde den Effekt einfach toll und würde das gern verfestigen können durch entsprechendes Wissen...
Hier aber erstmal das Stück.
Und Radiohead hab ich nur angehängt weil mich die Harmonien stark an die Band erinnern...

ModulationRadiohead.mp3
(616.98 KiB) 12-mal heruntergeladen

Akkorde hab ich auch aufgeschrieben, muss aber die Datei erst wiederfinden...

Liebe Grüße
"it´s better to burn out than to fade away."

Kurt Cobain (R.I.P)

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startom
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Re: Und nochmal was interessantes...

Erstellt: von startom » 01.05.2020, 22:26

Hoi
Leider ist da etwas sehr viel Zerre drin, spiel doch mal so etwas höchstens leicht angeruncht ein. Je mehr Zerre, desto weniger kommt das Rhythmuspattern zur Geltung.

Bei dir dreht sich sehr vieles rund um die Tonart A-Dur. Auch hier beginnst du mit einem A-Dur, gefolgt von E-Dur, danach brichst du aus. Meiner Meinung nach ist der erweiterte C#-Akkord nicht so gelungen. C#m würde hier zur Tonart gehören, aber wenn dir das zu langweilig ist, dann spiele stattdessen einfach einen C#Dur oder meinetwegen einen C#7.

Falls du wissen willst, welche Einflüsse bestimmte Kadenzen (Akkordfolgen) oder Intervalle (Tonabstände) haben, wie man Spannung aufbaut und wieder löst, lass dir das doch mal von einem Lehrer zeigen. Am besten ein gut ausgebildeter Lehrer, welcher dir diese Zusammenhänge einfach und verständlich erklären kann.

So etwas bringt man nicht mal kurz in einem Forumspost rüber, das muss man selber spielen und hören...über mehrere Lektionen hinweg.
Tom

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Rocks4Life
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Re: Und nochmal was interessantes...

Erstellt: von Rocks4Life » 02.05.2020, 08:39

Hi,

Ja ich weiß auch nicht... A Dur hat es mir offenbar schwer angetan...
Aber ich finde gerade die Durchbrechung der normalen und passenden Akkorde da sehr interessant. Klar, C#m wäre der korrekte. So habe ich das ganze auch angefangen. Dann fiel mir dieser etwas unharmonische C#m9- in die Hand und musste da einfach hin.
Die Akkordfolge die danach einsetzt, hat sich einfach so ergeben als ich das durchgespielt habe...
Wenn das A Dur langsam nervig wird setz ich es halt ne Sekunde höher und lande bei B Dur. Auch nett.
Das tiefe E Dur könnte ich auch zu nem E Moll machen und das Chaos wäre perfekt...
"it´s better to burn out than to fade away."



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Re: Und nochmal was interessantes...

Erstellt: von Rocks4Life » 02.05.2020, 19:39

ModulationRadioheadBDur.mp3
(314.53 KiB) 16-mal heruntergeladen

So, hier also mal in sauberer und B Dur...
Ich weiß nicht, ich finde da passt alles so wie es ist sehr stimmig zusammen.
Würde ich alles tonartgerecht zusammenzimmern, wäre der Aha-Effekt nicht so schön beim zweiten Durchlauf.
Meine Meinung. Aber muss ja nicht alles jedem gefallen :-)
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mjchael
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Re: Und nochmal was interessantes...

Erstellt: von mjchael » 04.05.2020, 12:02

Der Download klappt mit meinem Handy nicht. (Sch* veraltetes Android)

Trotzdem meine 10 Cent zum Thema
Wenigstens kann ich die Akkorde von Creep googeln.
Creep
Tonart bei
https://tabs.ultimate-guitar.com/tab/ra ... hords-4169
ist G-Dur.
Übliche Akkorde in G-Dur laut Quintenzirkel
C G D(7) Am Em Bm ( F#m7b5 )
Ungewöhnlich im Song:
B = Zwischendominante die aber nicht typischerweise nach Em weiterleitet.
Cm = Subdominante in Moll = traurige Abschiedssequenz.

Add9er-Akkorde geben Durakkorden eine einfache Färbung, die aber nichts über die Funktion (Tonika, Dominante, Subdominante) aussagt. (Die 9 gehört mit zur gleichnamigen Dur-Pentatonik. Alle Töne der gleichnamigen Dur-Pentatonik sind funktionsneutral, da sie in allen Tonarten vorkommen können, wo auch der Durakkord vorkommt.

Die None bei Mollakkorden schließt den phrygischen Modus aus, weil da eine kleine Note gebraucht wird (9b). Die None gehört nicht mehr zur gleichnamigen Mollpentatonik. Daher hat der Einsatz der None bei Moll-Akkorden einen modalen Charakter bzw. einen spezielleren Sound als bei Durakkorden.

Die Töne, die nicht zur gleichnamigen Pentatonik gehören, drängen zu einer Akkordfunktion hin, oder schließen eine Akkordfunktion aus.

Mehr zum Thema "Tonleiterfremde Akkorde"
https://de.m.wikibooks.org/wiki/Gitarre ... de_Akkorde

Etwas einfacher: Akkordfolge erweitern
https://de.m.wikibooks.org/wiki/Gitarre ... _erweitern

Wenn du tiefer in die Materie einsteigen willst, was sich eher gewöhnlich anhört, und ab wann es ungewöhnlich wird:
https://de.m.wikibooks.org/wiki/Musikle ... rtonleiter

Alles aus unseren Workshop hier im Forum entstanden.

Wie Startom schon sagte, das kann man nicht mal eben in einem Post abhandeln.
Und ein Lehrer bleibt weiterhin sinnvoll, damit er alles in kleinere auf dich zugeschnittene Lektionen aufteilt.

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