Umstieg von Konzert- auf Westerngitarre

Online-Ratgeber
von restfulsilence
#386033
Hallo zusammen,

ich habe vor ca. 2 Jahren Gitarrenunterricht genommen. Dann musste ich allerdings aufhören. Zum einen wegen Zeit und aus gesundheitlichen Gründen. Damals habe ich mich nicht so sehr mit der Gitarre beschäftigt sondern mich einfach aufs Spielen konzentriert. Zwar habe ich derzeit immer noch keine Zeit für Unterricht, aber etwas spielen würde ich schon gerne wieder.

Nun habe ich meine Gitarre zum Besaiten gebracht, daher bin ich mir nicht 100%ig sicher ob ich eine Western- oder Konzertgitarre habe, aber von allem was ich bis jetzt gelesen habe, ist es doch eher eine Konzertgitarre. Nun habe ich die Gitarre schon vor einiger Zeit gekauft und dies auch auf Empfehlung von meiner Lehrerin. Daher ist ein Umtausch ziemlich unmöglich.
Inzwischen bin ich aber davon überzeugt das eine Westerngitarre eher das richtige für mich wäre, aber dann wäre das Geld zum Fenster rausgeworfen. Ist es nun ein großes Problem erstmal mit der Konzertgitarre anzufangen und später, sollte ich Geschick dafür entwickeln noch einmal etwas Geld investieren und auf eine Westerngitarre umzusteigen? Ich habe gelesen, dass die Saiten wohl das größte Problem darstellen, aber daran wird man sich doch sicher irgendwann gewöhnen, oder?

Vielen Dank für jede Meinung. :)
von slowmover
#386034
Hallo,
also Du hast nicht geschrieben, warum Du Dich jetzt eher einer Western zuwenden willst. Hast Du bisher eher Melodien oder einfache klassische Vortragsstücke von Sor, Carulli und Co gespielt, oder hast Du Deinen Gesang auf der Gitarre begleitet? Welche Art von Musik?
Du willst Dich neu orientieren. Suchst Du auch einen neuen Lehrer, Oder willst Du den Umstieg auf Western alleine machen?
Beste Grüße
von restfulsilence
#386035
Alles sehr gute Fragen. :D

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, ist die Konzertgitarre mehr für die klassischen Stücke. Etwas wie z.B. Pop soll wohl besser auf der Westerngitarre rüber kommen. Ich denke an verschiedene Arten von Video Game Stücken, sowie J-POP. Da ich gerne etwas variieren und die Optionen offen halten möchte, bin ich einfach davon ausgegangen, dass die richtige Wahl eine Westerngitarre gewesen wäre und dies auch mein Ziel sein sollte. Natürlich kann ich mich auch irren und lasse mich gerne etwas besserem belehren.

Ob der Umstieg mit oder ohne Lehrer sein soll habe ich mir noch nicht überlegt. Wahrscheinlich ohne, da ich erstmal keine Zeit mehr für Unterricht habe. Jedoch habe ich in dem einen Jahr, in dem ich einen Lehrer hatte ein wenig etwas mitbekommen um erst einmal wieder einzusteigen. Vielleicht werde ich ab einem Bestimmten Punkt wieder Unterricht nehmen.
von slowmover
#386036
Leider bin ich nicht geeignet Dir was zu raten. J-Pop und Telespiele ist schon sehr speziell. Gibt es irgendeinen Gitarristen, der auf Utube das macht, was Du vorhast?
Würde ich aus Interesse gerne ansehen.
von slowmover
#386038
Fingerstyle ist die Richtung die Du vorhast. Da weiter mit dem Klassikansatz zu üben ist nicht unbedingt zielführend. Es gibt deutliche Unterschiede in der Spieltechnik.
Z.B. gehen Fingerpicker als Standard von einer festen Zuordnung der Finger der Zupfhand I/M/A zu den Diskantseiten g/h/e aus, während Klassiker den Wechselschlag als Standard ansehen. Bei mehrstimmigen Stücken ähnelt sich bei beiden die Technik.
Der Klassiker denkt primär in Stimmen und Stimmführung, der Fingerpicker stärker akkordisch..Ich denke Mjschael und Startom könnten die richtigen Tips für den nächsten Schritt geben. Sind beide hier aktiv.
von restfulsilence
#386039
Erstmal danke.

Ob es rein FIngerstyle werden soll weiß ich noch nicht. Du hattest nach einem Beispiel für die Art gefragt die ich vorhabe zu spielen. Dies ist eines. Es gibt noch andere Techniken bzw. Spielarten.

Für mich ist halt interessant, ob man auf der Konzertgitarre anfangen kann um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob man mit einer Gitarre zurecht kommt um unnötige Kosten zu vermeiden und dann später wechselt. Man muss sich doch nicht auf eine Art zu spielen festlegen, oder? Es gibt doch sicher Leute die auf mehreren Gebieten versiert sind.
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von startom
#386040
Hoi
Du kannst auf einer Klassikgitarre abrocken und auf einer Westerngitarre klassische Stücke spielen. Es gibt keine Spielrichtungen, welche sich auf der einen oder anderen akustischen Gitarre nicht spielen lassen.

Für deine Entscheidung ist wichtig,
- welcher Klang dir besser gefällt
- welche Gitarre dir besser in den Händen liegt
- welche Art Gitarre dir besser gefällt. (Das Auge spielt mit).

Ich möchte noch auf einen ganz anderen Punkt eingehen, den ich gelesen habe.
restfulsilence hat geschrieben: Ob der Umstieg mit oder ohne Lehrer sein soll habe ich mir noch nicht überlegt. Wahrscheinlich ohne, da ich erstmal keine Zeit mehr für Unterricht habe.
Mir geht es hier nicht um die Frage 'Lehrer oder nicht Lehrer', sondern um deine Begründung mit der fehlenden Zeit. Wenn du keine Zeit für Unterricht hast, hast du ja erst recht keine Zeit zum Ueben.
Aber genau Zeit musst du dir unbedingt nehmen, egal welche Art Gitarre es sein soll. Fehlendes Ueben führt zu 'Treten an Ort und Stelle', und das wiederum führt zu Demotivation und dies führt dazu, dass ein Hobby bald wieder aufgegeben wird.

Also, meine Prioliste:
1. Zeitfenster freischaufeln (mehrmals die Woche und periodisch)
2. Gitarre auswählen
3. Gratistipp: Was spricht denn gegen eine klassische- UND eine Westerngitarre?
von restfulsilence
#386041
Zu der fehlenden Zeit muss ich folgendes anmerken. Keine Zeit für einen Lehrer heißt nicht keine Zeit zum Üben zu haben. Z.B. habe ich jeden Morgen bevor ich mit der Arbeit anfange, von ca. 6:00 Uhr bis 6:45 Uhr Zeit ein wenig zu üben. Genau dass selbe Abends nach der Arbeit. Jedoch wechselt meine Endzeit häufig, sodass ich nicht sagen kann ich habe immer diese Tage frei oder kann immer ab 18 oder 19 Uhr. Dennoch habe ich nach der Arbeit die Zeit mich hinzusetzen und zu üben. Auch für ein paar Stunden. Nur finde mal einen Lehrer der so spät Abends noch Unterricht gibt? Ich habe schon vor täglich zu üben, aber eben so wie es meine Zeit erlaubt. Mit "keine Zeit" meinte ich auch eher, dass ich keine bestimmte Zeit habe, sodass ich sagen kann "jede Woche am Dienstag um 16:00 Uhr habe ich 1 Stunde Zeit für Unterricht.". Ich hoffe das macht es etwas deutlicher. :)

Was gegen eine klassische- und eine Westerngitarre spricht? Eigentlich gar nichts. Allerdings möchte ich erst einmal herausfinden, ob mir das Spielen liegt. Und im Internet liest man so viele verschiedene Meinungen und eben oft das man in Deutschland von Lehrern oft eine Konzertgitarre empfohlen wird und eine Westerngitarre viel besser ist. Man lässt sich einfach viel zu schnell verunsichern. Nur wenn ich mit der einen schon nicht klar kommen würde, bräuchte ich ja nicht noch eine andere, oder? ;)
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von MarkusG
#386042
Hallo,

Deine Gedanken zu Zeit zum Üben haben, und trotzdem keine Zeit für Unterricht zu festen Zeiten einplanen zu können kann ich sehr gut nachvollziehen.
Wenn Du nun wieder Lust am Spielen (lernen) hast, so ist es, meiner Meinung nach, nicht wirklich wichtig, ob das nun mit Konzert- oder Westerngitarre geschieht.
Mit beiden Gitarrentypen kannst Du sowohl Akkorde spielen, z.B. zur Gesangsbegleitung, oder Melodien ein- oder mehrstimmig zupfen. Von daher wird Dir Deine Gitarre zunächst sicherlich genügen, wenn sie vom Besaiten zurück ist. Und wie es dann irgendwann weiter geht, mit einer zweiten Gitarre oder einer anderen Gitarre, das wirst Du dann schon selbst entscheiden können. Grundlagen hast Du Dir dann schon mal erarbeitet, die Dir dann sowohl beim klassischen Spiel, als auch beim Spiel von Pop, Rock oder sonst was helfen. Der von Dir gezeigte UTube-Kanal hat da Stücke, wie z.B. die Filmmusiksachen, die man sicher sehr gut auf Konzertgitarre interpretieren kann.... aber auf Westerngitarre gespielt. Andere Beispiele im Netz zeigen Rocksongs auf Klassikgitarre interpretiert.
Am Ende des Tages bleibt ein E ein E, und ein Am-Akkord ein Am-Akkord.
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von Frank-vt
#386044
Die Konzert ist einmal da, also würde ich erst mal weiter auf dieser üben. Wie schon geschrieben wurde, kann man auf allen Gitarren alles spielen - ist halt immer die Frage wie es klingt. Finde z.Bsp. Akkord-/Liedbegleitung auf Konzert nicht wirklich prickelnd.
Über erst mal weiter, wobei stundenlang nicht zielführend ist, da läuft man eher Gefahr zu verkrampfen. Besser sind z.Bsp. kürzere Intervalle a 20min. Die Hand braucht halt eine ganze Weile um sich an die unnatürlichen Stellungen zu gewöhnen.
Wenn du einigermaßen spielen kannst und dir sicher bist, dass du dabei bleibst, kannst du dir immer noch eine Western kaufen.
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von mjchael
#386045
Wir hatten hier mal eine Umfrage, wer welche Gitarre hat. Der Trend geht eindeutig zur Zweitgitarre, wobei man nur äußerst selten eine Gitarre durch eine andersartige komplett austauscht, sondern mal die eine und mal die andere spielt. (Was anderes ist es natürlich, wenn man eine schlechte durch eine bessere ersetzt.) Die meisten haben ihre bevorzugten Gitarren, aber die andern kommen alle regelmäßig zum Einsatz. Und sei es nur, weil du später abends etwas leiser spielen willst.
von restfulsilence
#386049
@Frank-vt Vielen Dank für den Hinweis. Ich werde es im Hinterkopf behalten. :)

@mjchael Ich denke das macht am meisten Sinn.
von DreadP.
#386065
restfulsilence hat geschrieben: Ist es nun ein großes Problem erstmal mit der Konzertgitarre anzufangen und später, sollte ich Geschick dafür entwickeln noch einmal etwas Geld investieren und auf eine Westerngitarre umzusteigen? Ich habe gelesen, dass die Saiten wohl das größte Problem darstellen,

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, ist die Konzertgitarre mehr für die klassischen Stücke.

daher bin ich mir nicht 100%ig sicher ob ich eine Western- oder Konzertgitarre habe
Hallo restfulsilence,

Ich sehe da kein Problem, die Spieltechnik und alles was du gelernt hast, ändert sich dadurch ja nicht. Und mit den Saiten sehe ich auch kein Problem. Ich habe direkt mit einer Westerngitarre angefangen, man muss ja am Anfang keine 45 min am Stück durchspielen. Hornhaut baut sich (finde ich) bei regelmäßigem Spielen schnell genug auf.

Auf meiner Westerngitarre habe ich noch nie z.B. Country-Stücke gespielt. Ich spiele dieselben Dinge, die man auch auf einer Konzertgitarre spielen würde. Meine Gitarre habe ich z.B. vorrangig nach dem Klang ausgesucht. Ich muss/sollte den Klang meiner Gitarre, mit der ich spiele, schließlich schön finden.

Ob du eine Konzertgitarre hast, hätte dir doch sehr einfach auch die Person sagen können, wo du deine Gitarre zum Besaiten hingebracht hast. Weißt du es jetzt denn sicher?

Eine persönliche Frage wäre noch, wie du das Spielen auf deiner Gitarre bisher empfunden hast? Gefällt dir der Klang deiner Gitarre? Viele Shops bieten Soundbeispiele vom Klang der jeweiligen Gitarre, vielleicht hilft dir das bei einer Entscheidung. Oder bei Youtube verschiedene Stücke auf Konzert- und Westerngitarre anhören.

LG DreadP.
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