Master-Tone und Blender-Poti in Stratocaster, Tone-Poti im 50iger- oder 60iger-Wiring

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Master-Tone und Blender-Poti in Stratocaster, Tone-Poti im 50iger- oder 60iger-Wiring

Erstellt: von Software-Pirat » 14.11.2018, 17:54

Vor einiger Zeit habe ich den Umbau der Elektrik meiner Stratocasters gewagt. Und zwar weg von zwei Potis und hin zu einem Master-Tone-Poti. Das ist relativ einfach, man verbindet das Tone-Poti einfach mit dem Eingang des Master-Volume-Potis, bzw. dessen Ausgangs. Ersteres ist eigentlich die Standard-Variante, auch bekannt als das 60iger-Wiring, vor allem im Zusammenhang bei Les Pauls. Bei der traditionellen Verkabelung einer Stratocaster geht es auch gar nicht anders. Im Falle eines Master-Tone-Potis ist es aber auch möglich das Tone-Poti an den Ausgang des Volume-Potis zu löten. Im Falle einer Les Paul würde man dann vom 50iger-Wiring sprechen. Vor allem Blues-Musiker sollen auf das 50iger-Wiring schwören. Für Leute aus der Heavy-Abteilung soll es aber eher nichts sein. Das Tone-Poti würde dann nicht mehr als reine Höhenblende wirken, eher auf die Mitten des Sounds Einfluß nehmen und so wirklich zu einem Tone-Poti werden. Außerdem würden die Höhen beim Zurückdrehen des Volume-Potis erhalten bleiben, ganz ohne Treble-Bleed. Interessanterweise ist das 50iger-Wiring vor allem ein Thema bei Les Paul-Spielern. Bei Strats würde es normalerweise ja nicht gehen, und bei einer Tele kam wohl noch niemand auf die Idee...

Mit einem Master-Tone-Poti habe ich schon immer geliebäugelt, da ich es einfach etwas praktischer finde. Normalerweise verwende ich das Tone-Poti zwar nicht sehr oft, manchmal aber schon. Also habe ich den Umbau gewagt. Bei zwei meiner Strats habe ich dann auch das 50iger-Wiring gewählt, bei meiner dritten, das 60iger- oder Standard-Wiring. Interessanterweise bleiben im 50iger-Wiring die Höhen tatsächlich erhalten, wenn man das Volume-Poti zurück dreht. Das ist schon mal ganz gut. Auch die Wirkung des Tone-Potis scheint mir etwas praxistauglicher geworden zu sein. Mir scheint es so, als würde der Sound nicht so schnell dumpf werden. Einen direkten Vergleich mit der Strat im 60iger-Wiring möchte ich nicht ziehen, da die Tonabnehmer andere sind, und deren Einfluß sicherlich auch eine Rolle spielt.

Fazit: Für mich hat sich der Umbau tatsächlich gelohnt. Das Master-Tone finde ich tatsächlich praktischer. Etwas zwiegespalten bin ich beim 50iger-Wiring. Ich finde es nicht schlecht, den Unterschied zum 60iger-Wiring aber nicht so groß. Das mag aber auch, wie bereits erwähnt, an den Pickups liegen. Ich meine aber, wem das Tone-Poti zu schnell zu dumpf wurde und bzw. oder, wem der Höhenverlust beim Volume-Poti gestört hat, der kann es mal versuchten. Kurze Anmerkung: Wer sowieso beide Potis immer voll aufgedreht hat, der kann sich den Umbau aber auch sparen, weil dann, elektronisch gesehen, kein Unterschied zwischen den beiden Wirings besteht.

Eine Strat hat bekanntlich drei Potis. Nach dem Umbau blieb also eines übrig. Ich hab mich entschieden, hier ein Blender-Poti einzubauen. Es gibt einen dann die Möglichkeit zum Hals-Pickup den Steg-Tonabnehmer dazu zu regeln bzw. umgekehrt. Und das gewissermaßen stufenlos. In den Zwischenstellungen hätte man dann den Sound von allen drei Pickups zur Auswahl. Dazu muß man einfach den Eingang vom Blender-Poti mit der Lötöse vom Schalter verbinden, an dem der Steg-Pickup angelötet ist. Und den mittleren Anschluß vom Poti muß mit der Stelle verbunden werden, wo der Hals-Pickup angelötet ist. Umgekehrt müßte aber auch gehen. Und es empfiehlt sich ein No-Load-Poti zu verwenden.

Mein Fazit hierzu: Ja, man hat zwei Bonussounds. Das ist schön. Wirklich sensationell toll finde ich sie aber jetzt nicht. Das mag aber natürlich auch hier an den Pickups bzw. deren Einstellung liegen. Es kann aber natürlich auch sein, daß jemand anders davon begeistert ist. Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich sie einsetzen könnte. Schlecht sind sie zumindest nicht. Mein Tipp, kann man mal ausprobieren.

Gesamtfazit: Der Umbau hat sich für mich insgesamt schon gelohnt. Werde ich so beibehalten. Wer jetzt neugierig geworden ist, einen Lötkolben zur Verfügung hat und es sich zutraut, ruhig mal ausprobieren.

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